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Nur ein Marathon ist ein Marathon
[19.12.2011] - Ist der Marathon im Sinne einer Laufveranstaltung 42.195 Meter lang oder bloß 38 Kilometer? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, in welcher Sportart man aktiv ist. Im Laufsport ist weltweit eine exakte Streckenvermessung etabliert. Im Triathlon ermöglicht das Regelwerk hingegen Abweichungen von bis zu zehn Prozent. Das entspricht auf der Marathondistanz eine Kürzung von bis zu 4,2 Kilometern! Auf diese kuriose Auslegung der Regel bezüglich der Streckenlänge weisen die Veranstalter des Vienna City Marathons hin, deren Rennen im kommenden Jahr am 15. April stattfindet.

Marathon ist nicht immer gleich Marathon: Bei den großen City-Rennen, wie hier in Wien, können die Läufer sicher sein, dass die Distanz stimmt.
Foto: Vienna City Marathon
„Triathlonstrecken können nicht als ordnungsgemäß vermessene Distanzen gelten, solange nicht die gleichen Vorgangsweisen wie im Straßenlauf angewandt werden“, erklärte dazu Hugh Jones von AIMS, der Vereinigung der Internationalen Marathonrennen und Straßenläufe. Die Veranstalter des Vienna City Marathons betonen, dass Laufleistungen bei Triathlon-Veranstaltungen deshalb relativiert werden müssen und der Name „Marathon“ im Laufsport wie eine Marke positioniert werden soll.
Seit Jahren sind genaue, praktikable und weltweit gleiche Richtlinien für die Streckenvermessung bei Marathons und Straßenläufen in Kraft. AIMS hat Pionierarbeit geleistet und ein innerhalb des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF verbindliches Instrumentarium geschaffen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass ein Marathonlauf tatsächlich 42,195 km lang ist. Noch genauer gesagt: Es ist gewiss, dass ein Marathon mindestens 42,195 km lang ist. Denn es wird zur vermessenen Strecke noch bis zu einem Tausendstel der Distanz hinzugefügt, um die vorgegebene Länge auf keinen Fall zu unterschreiten. Bei einem Marathon sind das 42,2 Meter.
Allen Funktionären in der Laufszene ist dies bewusst und jeder seriöse Veranstalter hält sich daran. Dadurch sind die Vergleichbarkeit von Leistungen und die Anerkennung von Rekorden möglich. Für die Millionen von Läufern, die Veranstalter und die Öffentlichkeit ist dies eine sehr gute Situation. Ein Marathon ist ein Marathon, überall auf der Welt. Wenn sich ein Veranstalter außerhalb dieser Regeln stellt, steht er im Abseits.
Marathonrennen, Halbmarathonläufe und andere Wettbewerbe sind jedoch auch Teil von Triathlonveranstaltungen. Diese Laufstrecken werden aber nicht nach den Kriterien der AIMS vermessen. Die Regeln der International Triathlon Union (ITU) ermöglichen beträchtliche Kürzungen: „Geringfügige Abweichungen in den einzelnen Teildisziplinen auf Grund von örtlichen Gegebenheiten und/oder des Schwierigkeitsgrads der Strecke sind durchaus akzeptabel. Bei Meisterschaften dürfen die Abweichungen jedenfalls maximal plus/minus 10 Prozent betragen“, heißt es in der Wettkampfordnung der Deutschen Triathlon Union.
Wendet man die 10-Prozent-Regel auf einen der privat lizenzierten Ironman-Wettbewerbe an, kann die Marathondistanz 38 Kilometer kurz sein und trotzdem als regelkonform gelten. Welcher Veranstalter nützt das Regelwerk nicht zu seinem Vorteil aus?
Es ist prinzipiell unerheblich, über welche Distanz ein Triathlon genau führt. Wenn ein Veranstalter eine bestimmte Schleife rund um einen See nutzen möchte und die Laufstrecke nur 40 Kilometer beträgt, ist ihm das unbenommen. Sobald aber von Wettkampfdistanzen wie Marathon oder Halbmarathon sowie von Rekorden die Rede ist, die im Laufsport exakt genormt sind, müssen gleiche Voraussetzungen gelten.
Nun sollen die sportlichen Leistungen der Triathlon- und Ironman-Finisher in keiner Weise geschmälert werden. Die Triathleten selbst zählen aber zu den Leidtragenden der Situation, da ihre Laufzeiten nicht in Marathon-Bestenlisten geführt werden. Ein „Marathon“ oder „Halbmarathon“ im Rahmen eines Triathlons kann eben nicht mit einem Marathon oder Halbmarathon nach IAAF-Regeln verglichen werden. In Großbritannien gab es Bestrebungen, die Laufstrecken bei Triathlonrennen nach den gleichen Regeln wie im Laufsport zu vermessen. Leider hat das aber zu keinem Ergebnis geführt, wie AIMS-Vertreter Hugh Jones verwundert mitteilt. Einen 38 km langen Lauf als eine Strecke über die Marathondistanz auszugeben, ist eine grobe Täuschung der Teilnehmer und der Öffentlichkeit. Der nichtkundige Beobachter eines Langdistanz Triathlons wird in den Glauben versetzt, die Teilnehmer laufen eine Distanz so wie beim London-, New York- oder beim Berlin-Marathon. Dies entspricht aber nicht der Tatsache.
Es müsste demnach im Interesse der IAAF und der AIMS sein, den Namen Marathon im Laufsport zu schützen und den Laufwettbewerb über 42.195 Meter als Marke zu positionieren. Markenrechtlich ist dies wahrscheinlich nicht mehr möglich, in den Bedingungen der Sportverbände hingegen schon. Ein Schwimmwettbewerb, ein Radwettbewerb und ein Laufwettbewerb, die als Triathlon abgehalten werden, dürfen sich auch nicht automatisch Ironman nennen.
Text: race-news-service.com
Gute deutsche Bilanz bei den Cross-Europameisterschaften
[12.12.2011] - Corinna Harrer ist eines der Talente, auf die der Deutsche Leichtathletik-Verband vielleicht schon im Olympiajahr 2012 setzen kann. Die 20-jährige Allroundläuferin der LG Telis Finanz Regensburg, die alle Strecken zwischen 800 bis 10.000 m rennt, holte bei den Cross-Europameisterschaften in Velenje (Slowenien) nach Sabrina Mockenhaupts Silbermedaille im Jahr 2005 erstmals wieder eine Einzelmedaille, allerdings in der Juniorinnenklasse. Neben Harrer sammelten die deutschen Frauen-Teams Medaillen: Silber für die unter 23-jährigen Juniorinnen und Bronze für die Frauen sowie die unter 20-jährigen Mädchen sind die beste Bilanz für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) seit Einführung dieses kontinentalen Championats 1994.

Sabrina Mockenhaupt, hier beim Frankfurt-Marathon vor wenigen Wochen, gewann mit der deutschen Cross-Mannschaft die Bronzemedaille.
Foto: photorun.net
Auf der Zielgeraden zündete Corinna Harrer den Turbo und überspurtete im Kampf um Rang drei hinter den beiden Britinnen Emma Pallant und Naomi Taschimowitz die U20-Junioren-Weltmeisterin und dreifache Cross-Europameisterin Stephanie Twell – sie holte nach Sabrina Mockenhaupts Silbermedaille 2005 in Tilburg (Niederlande) die erste Einzelmedaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband bei Cross-Europameisterschaften. „Das war ein bayerisch-rustikaler Kampf“, sagte Kurt Ring, der Vereinstrainer bei der LG Telis Finanz Regensburg nach dem furiosen Finale.
Aber damit nicht genug: Für i-Tüpfelchen in diesem über 6000 m führenden Rennen sorgten zusammen mit Corinna Harrer die Zwillinge Anna und Lisa Hahner sowie Jana Soethout mit der Silbermedaille in der Teamwertung. Hinter den souveränen Britinnen (14) sammelte das DLV-Quartett 41 Punkte und lag damit klar vor Portugal (77). „Super – und dann noch Silber“, freute sich die fünftplatzierte Anna Hahner über das Mannschaftssilber und ihren Rang in der Einzelwertung. „Koko und ich haben das gesamte Rennen über Kontakt zur Spitze halten können, das war enorm wichtig.“ Und Corinna Harrer erklärte: „Mir hat die Strecke gelegen, ich konnte Druck machen, so wie ich es mir vorgestellt hatte.“ Die 20-jährige Regensburgerin holte damit auf dem schnellen Parcours in Velenje die dritte Einzelmedaille auf europäischem Terrain nach Rang drei über 800 m (2009) und Rang drei über 1500 m (2011) auf der Bahn. Es war ihr erster Erfolg im Cross nach einem vierten und einem fünften Platz in der U-20-Kategorie.
Wenige Minuten später gab es im U-23-Männer-Rennen für das deutsche Betreuerteam erneut Grund zum Jubel. Bei Zeitgleichheit mit dem Norweger Sondre Nordstad Moen von 23:48 Minuten schrammte der Friedrichshafener Richard Ringer hinter dem Franzosen Florian Carvalho und dem Briten James Wilkinson hauchdünn an Bronze im Rennen der U-23-Junioren über 8000 m vorbei. „Rang vier ist schon Wahnsinn“, freute sich Richard Ringer im Ziel. „Ich habe vielleicht mit Top 20 gerechnet, aber nun um eine Sekunde die Bronzemedaille verpasst. Das ist schon stark.“ Ringer hatte sich zumeist dicht hinter seinem Teamkollegen Florian Orth gehalten, bevor er in den beiden letzten Runden Position um Position nach vorne laufen konnte. „Bei der U-23-EM in Ostrava war ich Siebenter über 5000 m, so langsam komme ich der Spitze immer näher. Das macht Laune für die Männerklasse.“ Das DLV-Team landete auf Rang sieben.
„Ein tolles Ergebnis“, freute sich Nachwuchs-Bundestrainer Lutz Zauber über die dritte Mannschaftsmedaille in Folge bei Cross-Europameisterschaften. „Die Plätze neun bis elf für Gesa, Maya und Elena sind natürlich ein Traum. Zehn Punkte nur hinter Großbritannien ist überragend.“ Das deutsche U-20-Team der Mädchen war auf der 4000-m-Distanz in der Besetzung Gesa-Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt), Maya Rehberg (SC Rönnau 74), Elena Burkard (LG badenova Nordschwarzwald) und Jannika John (LAC Quelle Fürth) mit 50 Punkten hinter Groß-Britannien (40) und Russland (43) auf Rang drei eingekommen.
„Mir hat heute etwas der unbedingte Antrieb, der letzte Biss gefehlt“, gestand die als Shootingstar der Saison 2011 bezeichnete WM-Neunte von Daegu, Gesa-Felicitas Krause nach ihrer Zielzeit von 13:42 Minuten. „Ich möchte nicht sagen, dass mir die Einstellung gefehlt hat, aber das war heute mein erstes größeres Rennen nach der WM. Und dafür war es schon okay, wenn auch nicht super toll.“ Dafür jubelten Maya Rehberg und Elena Burkard, die mit fünf und acht Sekunden hinter der von vielen als Medaillenanwärterin gehandelten Gesa-Felicitas Krause ins Ziel eingelaufen waren.
Den Titel gewann nach einem abwechslungsreichen Rennen die britische Vorjahresdritte Emelia Gorecka nach 13:13 Minuten vor den beiden lange führenden Ioana Doaga (Rumänien) und Amela Terzic (Serbien), der U-20-Europameisterin über 1500 m und 3000 m.
Nicht minder spannend verlief das Finale bei den U-20-Junioren, das mit einem Erfolg für den Russen Ilgizar Safiulin knapp vor dem Briten Richard Goodman und dem zeitgleichen Vladimikr Nikitin endete. Als bester deutscher Starter kam Mayas Bruder Stig Rehberg in einem couragierten Rennen auf Rang 18, dicht gefolgt von Hendrik Pfeiffer (LAZ Rhede/21.). Für das deutsche Team reichte es mit 124 Punkten hinter Großbritannien (30), Russland (59), Ukraine (107), Belgien (115) und Dänemark (118) nur zu Rang sieben.
Unerwartet gewannen die deutschen Langstrecklerinnen über 8000 m eine weitere Bronzemedaille. Simret Restle-Apel, Sabrina Mockenhaupt, Verena Dreier und Susanne Hahn sicherten sich dank der besseren Platzierung der vierten Läuferin bei Punktgleichheit mit Frankreich und hinter Großbritannien (42) und Portugal (51) mit 83 Punkten Rang drei und sorgten somit für den Gewinn der vierten deutschen Medaille.
„Wir sind alle für die Mannschaft gelaufen“, fasste Sabrina Mockenhaupt die Einstellung der deutschen Frauenequipe zusammen. Hatten beim Heimspiel 2004 in Heringsdorf die Französinnen bei Punktgleichheit noch die Nase vorne, so konnten die deutschen Frauen diesmal das Blatt wenden. Für die beste Einzelplatzierung sorgte dabei Simret Restle auf Rang neun. „Ich habe eine Runde vor Schluss schon den Spurt angezogen, weil ich dachte, dass das Rennen zu Ende wäre. So habe ich vielleicht eine Top-Acht-Platzierung verpasst. Aber für die Mannschaft ist es super“, sagte sie. Die Kasseler Läuferin mit eriträischen Wurzeln zeigte sich aber mit dem Erfolg im Rücken selbstkritisch: „Ich muss einfach mehr riskieren, nur so komme ich weiter. Heute war dies der Anfang.“
Und „Mocki“ lächelte schon wieder, wenngleich es für sie eine ungewohnte Rolle war, nicht die bestplatzierte Läuferin im Team zu sein. „Heute musste ich natürlich kleine Brötchen backen. Schneller hätte ich sechs Wochen nach dem Marathon nicht laufen können. Für mich war es ein cleveres Rennen mit einem behutsamen Start. Es macht natürlich keinen Spaß, nur Zweitbeste zu sein. Ich bin aber glücklich, dass ich mich für einen Start entschieden habe. So ist es für mich nach dem Frankfurt-Marathon doch noch ein schöner Abschluss der Saison 2011 geworden.“ Überraschend sicherte sich die Irin Fionnuala Britton vor Dulce Felix (Portugal) und Gemma Steel (Großbrtannien) den Titel.
Nicht gut lief es hingegen bei den deutschen Männern. Mit 160 Punkten landete das Team um Steffen Uliczka auf Rang acht von zehn gewerteten Mannschaften. „Damit haben wir zumindest auch bei den Männern unsere Zielstellung Top acht erreicht“, sagte der für den Laufbereich zuständige Bundestrainer Tono Kirschbaum. In der Einzelwertung hatte man vor allem mit einem stärkeren Auftritt von Steffen Uliczka gerechnet, der in Albufeira noch als Elfter über die Ziellinie gelaufen war. Doch der Kronshagener Hindernisspezialist hat sich angesichts der Höhepunkte 2012 mit Olympischen Spielen und Europameisterschaften auf einen anderen Saisonaufbau eingerichtet und lief mit einer Minute Rückstand auf den für Belgien startenden früheren Äthiopier Atelaw Yeshetela Bekele, der der neue Europameister ist, auf Position 34 ins Ziel. „Ich habe das Tempo derzeit einfach nicht drauf, was vorne gelaufen wird. Die schnelle Strecke war für mich nicht die Herausforderung, es war eine reine Quälerei.“ Für den im Nationaltrikot debütierenden Julian Flügel (LG Telis Finanz Regensburg) lief das Rennen hingegen gut, er wurde auf Platz 39 zweitbester deutscher Starter.
Hinter dem belgisch-äthiopischen Sieger belegten Ayad Lamdassem (Spanien) und Jose Rocha (Portugal) die Plätze zwei und drei. Zum ersten Mal sicherte sich Großbritannien bei den Cross-Titelkämpfen alle sechs Team-Goldmedaillen. Der Cross-EM-Rekordsieger Serhiy Lebid gab das Rennen auf, nachdem der Ukrainer hoffnungslos zurücklag.
„Das ist ein richtiger Schritt für den Sommer“, bilanzierte ein sichtlich zufriedener Bundestrainer Tono Kirschbaum das Auftreten der deutschen Mannschaft. „Von den Ergebnissen her können wir sehr zufrieden sein. Wir haben vier Medaillen geholt, das ist mehr als wir erwarten konnten. Unser Team hat sich als Mannschaft gezeigt. In der Darstellung der einzelnen Ergebnisse haben wir mit Corinna Harrer und Richard Ringer, Anna und Lisa Hahner, Gesa-Felicitas Krause und Maya Rehberg einige Platzierungen unter den Top 10. Die Frauen haben mit Bronze natürlich für die Überraschung gesorgt. Ich denke, dass wir künftig eine deutlichere Gewichtung auf den Cross setzen müssen. Ein Konzept dazu ist schon in der Abstimmung.“
Text: race-news-service.com
Ndambiris Fukuoka-Sieg erinnert an Wanjiru
[05.12.2011] - Kenias Marathondominanz wurde auch beim letzten hochklassig besetzten Rennen des Jahres über die 42,195 km offensichtlich: Josphat Ndambiri gewann die 65. Auflage des Fukuoka-Marathons. Sein Sieg war dennoch eine Überraschung, denn der Kenianer lief sein erstes Rennen über die klassische Distanz. In Japan triumphierte der 26-Jährige bei guten Wetterbedingungen in 2:07:36 Stunden.

Josphat Ndambiri, hier beim Halbmarathon in Ras Al Khaimah, gewann am Sonntag sein Marathon-Debüt in Fukuoka.
Foto: photorun.net
Nachdem die Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 63:29 Minuten erreicht hatte, beendeten die drei Tempomacher am 25-km-Punkt (1:15:10 Stunden) ihre Arbeit. Sechs Läufer waren nun in der ersten Gruppe. Es war dann ausgerechnet der Newcomer Josphat Ndambiri, der die Initiative ergriff. Der Kenianer forcierte das Tempo und lief den folgenden 5-km-Abschnitt in sehr schnellen 14:32 Minuten. Einzig sein Landsmann James Mwangi versuchte anfangs Schritt zu halten, doch an der 30-km-Marke hatte auch er einen deutlichen Rückstand. Mwangi wurde schließlich Zweiter in 2:08:38 Stunden vor den beiden Japanern Yuki Kawauchi (2:09:57) und Masato Imai (2:10:32) sowie dem Russen Dmitri Safronov (2:11:29).
„Da kein anderer die Initiative ergriff, nachdem die Tempomacher aus dem Rennen gegangen waren, habe ich es einfach versucht“, erklärte Josphat Ndambiri, der aber auch sagte: „Das war mein erster Marathon und ich war mir nicht sicher, wie ich am besten laufen sollte.“ Der Kenianer will nun bei einem der großen Frühjahrsrennen starten.
Josphat Ndambiris Fukuoka-Sieg erinnert an Sammy Wanjiru. Der verstorbene kenianische Marathon-Olympiasieger hatte sein Marathon-Debüt 2007 in Fukuoka ebenfalls gewonnen. Wanjirus Zeit von 2:06:39 war allerdings etwas schneller. Es gibt noch eine Parallele zwischen Wanjiru und Ndambiri, denn auch der aktuelle Fukuoka-Sieger lebt heute, wie einst sein prominenter Landsmann, in Japan und startet für ein Firmen-Lauf-Team. Ndambiris Erfolge über kürzere Strecken sind allerdings nicht so groß wie einst die von Wanjiru, der auch Halbmarathon-Weltrekordler war. Seine Halbmarathon-Bestzeit von 61:07 Minuten erzielte Josphat Ndambiri im vergangenen Jahr in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate). Bereits 2007 startete er immerhin bei den Weltmeisterschaften für Kenia über 10.000 m und wurde Fünfter.
Text: race-news-service.com
German Road-Races-Jahrestagung mit starker Resonanz
[02.12.2011] - GRR-Nachwuchs-Preise an Gesa-Felicitas Krause und Martin Grau - Ehrungen Bernd Meuser als verdienter Trainer und Friedhelm Boschulte für seine Veranstalter-Verdienste ausgezeichnet
Im Mittelpunkt der 16. Jahrestagung von German Road Races e.V., der Vereinigung der großen deutschen Laufveranstalter, die von den Organisatoren des Volksbank Münster-Marathon exzellent koordiniert wurde, stand einmal mehr der Informationsaustausch und somit die Fortbildung der Veranstalter im Mittelpunkt.

Die GRR-Nachwuchs-Förderpreisträger 2011 heißen Gesa-Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt) und Martin Grau (TSV Höchstadt/ Aich).
Foto: photorun.net
Auf besonderes Interesse stießen dabei die Präsentation der Fragebogen-Auswertungen zur weiteren Verbesserung der Sanitätsversorgung, die Ausführungen zu Veranstalter-Versicherungen sowie die Kooperation zwischen German Road Races und der Lauf-Community laufen.de und die Verkündung der GRR-Nachwuchs-Förderpreise an Gesa-Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt) und Martin Grau (TSV Höchstadt/Aisch).
Die in vielen Facetten dargelegte Vorstandsarbeit des sechsköpfigen GRR-Vorstandes um den Ersten Vorsitzenden und langjährigen Berlin-Marathon-Chef Horst Milde fand ungeteilten Beifall der Delegierten der deutschen Laufveranstalter-Organisation, die in der seit dem 2010 als eingetragenen Verein geführten Gemeinschaft derzeit 55 Mitglieder umfasst. Die höchste Aufmerksamkeit genießt dabei die von Milde betreute Website www.germanroadraces.de, die im In- und Ausland auf stetig weiter wachsendes Interesse stößt.
Auch das im vierten Jahrgang herausgegebene Magazin „Road Races" trägt mit 60.000 Exemplaren Auflage zusammen mit dem als Lesezeichen gestalteten Terminüberblick der GRR-Mitglieder in entscheidendem Maße dazu bei, dass die Veranstalter-Gemeinschaft innerhalb der Läuferschar inzwischen eine erste Läuferadresse ist.

Friedhelm Boschulte
Foto: Heinfried Maschmeyer
GRR-Medizinberater Dr. Ralph Schomaker (Münster) stellte zusammen mit den Kölner Sportwissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule (DSHS) Dr. Thomas Rüther und Dr. Max Wunderlich den Zwischenstand des weltweit einzigartigen Projekts zur Situation der Sanitätsversorgung bei Laufveranstaltungen in Deutschland vor. Angeregt wurde in diesem Zusammenhang eine Fortbildungsmaßnahme von „Rennärzten" der GRR-Laufveranstaltungen, die im Jahr 2012 umgesetzt werden soll.
Zahlreiche Anregungen zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit erhielten die Delegierten durch eine Auswertung eines Fragebogens. Auf großes Interesse stießen auch die Ausführungen über die Veränderungen bei Veranstaltungs-Versicherungen. Die in der Kooperation mit der Läufer-Community laufen.de entstandene Deutsche Lauf-Rangliste umfasst inzwischen in den Wettbewerben 10 km, Halbmarathon und Marathon insgesamt 250.000 Ergebnisse und ist bereits im ersten Jahr seines Erscheinens ein großer Erfolg.
Die GRR-Nachwuchs-Förderpreisträger 2011 heißen Gesa-Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt) und Martin Grau (TSV Höchstadt/ Aich).
Die beiden 19jährigen Lauftalente konnten sich vor allem bei Welt- und Europameisterschaften hervorragend in Szene bringen. Dies gilt vorrangig für die Frankfurterin, die von dem renommierten Marathontrainer Wolfgang Heinig trainiert wird, die bei den Weltmeisterschaften in Daegu im 3000 m-Hindernis-Finale mit dem U 20-Europarekord von 9:32,74 Minuten als Neunte für besonderes Aufsehen sorgte. Im Vorfeld hatte die Abiturientin schon Gold bei den U 20-Europameisterschaften gewonnen. Der von Markus Mönius trainierte Martin Grau war ebenfalls als Hindernisläufer besonders erfolgreich. Der Höchstädter wurde U 20-Europameisterschaftsdritter und deutscher Jugendmeister über 2000 m-Hindernis.
Auch zwei Trainer und Sportfunktionäre wurden von German Road Races ausgezeichnet.
Der GRR-Trainerpreis 2011 geht an den hessischen Trainer Bernd Meuser, der in seiner schon 40jährigen Tätigkeit zahlreiche Athleten wie die Läufer Reiner Thau, Reinhold Strieder, Norbert Rautenberg, Klaus und Monika Schäfer, Isolde und Regine Hartung oder den Dreispringer Dieter Eckert in die nationale Spitze führen konnte, zudem gründete er vor 40 Jahren den LC Mengerskirchen und ist nach wie vor Erster Vorsitzender des Vereins.
Mit der „Nacht von Borgholzhausen" hat Friedhelm Boschulte ein Gütezeichen deutscher Straßenlaufkultur geschaffen. Nach 37 Auflagen gibt der passionierte Marathonläufer die Chefposition der Organisation in jüngere Hände innerhalb seines LC Solbad Ravensberg.
Die GRR-Jahrestagung 2012 findet in Bräunlingen, dem Austragungsort des Schwarzwald-Marathon, statt.
Wilfried Raatz
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