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Brite Mo Farah will historische Lücke schließen
[27.07.2010] Mo Farah will am Eröffnungstag der Leichtathletik-Europameisterschaften eine historische Lücke schließen. Trotz der großen Langstrecken-Tradition hat noch nie ein britischer Läufer den kontinentalen Titel über 10.000 m gewonnen. Wenn am kommenden Dienstag in Barcelona das 10.000-m-Finale gestartet wird, will der aus Somalia stammende Engländer diese Goldmedaille gewinnen.

Zu einem neuen Duell zwischen dem Briten Mo Farah und dem Spanier Alemayehu Bezabeh könnte es in Barcelona über 5.000 m kommen.
Foto: www.photorun.net
Als großer Favorit geht der 27-jährige Mo Farah ins Rennen. Er führt die europäische Jahres-Bestenliste mit einer Zeit von 27:28,86 Minuten vor seinem überraschend starken Landsmann Chris Thompson (27:29,61) an. Vielleicht können die Briten also sogar zu zwei Medaillen laufen. In der 10.000-m-EM-Geschichte haben sie insgesamt bisher nur je zwei Silber- und Bronzemedaillen gewonnen. Es gibt also Nachholbedarf.
Mo Farah, der im Juni souverän den Europa-Cup über 10.000 m für sich entschied, dürfte während der zweiten Rennhälfte notfalls selbst dafür sorgen, dass das Tempo so schnell wird, dass er die besten Karten hat. Von den 5.000 m kommend – hier war er vor einem Jahr bei der WM als bester Europäer Siebenter –, hat er eine sehr starke Grundschnelligkeit.
Stark einzuschätzen sind sicherlich die iberischen Läufer, zumal sie die Hitze gewöhnt sind. Der aktuelle spanische 10.000-m-Meister Ayad Lamdassem dürfte die besten Chancen auf eine Medaille haben. Rui Silva ist der stärkste portugiesische Starter. Eine gute Rolle spielen könnte aber auch der junge Italiener Andrea Lalli.
Jan Fitschen (TV Wattenscheid) ist rechtzeitig wieder zurück, doch eine Titelverteidigung ist kein Thema für den Sensations-Europameister von 2006. Damals sorgte er für eine der größten Überraschungen während der Titelkämpfe von Göteborg. Doch seitdem plagte sich Jan Fitschen in erster Linie mit Verletzungen herum. Jetzt schaffte er immerhin neben Christian Glatting (TV Wattenscheid) und Filmon Ghirmai (LAV Asics Tübingen) die Qualifikation und führt mit 28:32,20 Minuten die deutsche Jahresbestenliste an. Doch die starke Konkurrenz der Briten und Südeuropäer lässt darauf schließen, dass es für Jan Fitschen schwer wird mit einer Platzierung unter den Top 10.
Nach dem 10.000-m-Finale wird Mo Farah entscheiden, ob er auch über 5.000 m antritt. Geht er an den Start, gehört er über diese Distanz ebenfalls zu den Favoriten. Dabei könnte es zu einem neuen Aufeinandertreffen mit dem Spanier Alemayehu Bezabeh kommen. Bei der Cross-EM im vergangenen Dezember hatte der aus Äthiopien stammende Bezabeh vor Farah triumphiert. Bei den Männern ist der Spanier, der nur wenige Worte Spanisch und kein Englisch spricht, die größte Gold-Hoffnung der EM-Gastgeber über die Langstrecken. Allerdings haben die Spanier auch Sergio Sanchez im Rennen, der in der Hallensaison über 3.000 m überraschte und Vize-Weltmeister in der Halle wurde.
Alemayehu Bezabeh führt mit einer Zeit von 12:57,25 Minuten die europäische Jahresbestenliste vor Mo Farah (13:05,66) an. Ein gutes halbes Dutzend Läufer folgt mit Saisonbestzeiten zwischen 13:11 und 13:24 Minuten. Sie haben ebenfalls Medaillenchancen.
Als einziger deutscher Starter hat sich Arne Gabius (LAV Asics Tübingen) für die EM qualifiziert. Das Finale zu erreichen, ist ein realistisches Ziel für den von Dieter Baumann trainierten Läufer. Im Endlauf allerdings wird Arne Gabius keine vordere Platzierung erreichen können.
Zu einem französischen Triumphlauf dürften die 3.000 m Hindernis werden. Hier ist Bob Tahri der Topfavorit und sein Landsmann Mahiedine Mekhissi-Benabbad der größte Konkurrent. Neben den spanischen Läufern dürfte sich unter anderen auch der Schwede Mustafa Mohamed eine Chance auf eine Medaille ausrechnen. Für den einzigen deutschen Läufer über die Hindernisse, Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen/Kieler TB), wäre es ebenso wie für den Österreicher Martin Pröll ein Erfolg, das Finale zu erreichen.
Text: race-news-service.com
Gabius und Mockenhaupt erneut Deutsche Meister - Weidlinger überzeugt über 10 km vor EM-Marathon
[19.07.2010] Arne Gabius (LAV Asics Tübingen) und Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) haben bei den Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Braunschweig ihre Titel über die 5.000-m-Distanz verteidigt. Während der 29-Jährige bei den Europameisterschaften in der übernächsten Woche in Barcelona auch über diese Distanz antreten wird, läuft Sabrina Mockenhaupt in Spanien die 10.000 m.

Jan Fitschen, hier bei der WM 2007, testete sich in Braunschweig über 5.000 m. Bei der EM startet er in gut einer Woche als Titelverteidiger über 10.000 m.
Foto: www.photorun.net
In einem lange Zeit taktischen, langsamen Rennen ergriff Arne Gabius erst in der Schlussphase die Initiative. Nachdem er sich an die Spitze gesetzt hatte, gab er die Führung nicht mehr ab und siegte in 13:52,03 Minuten vor seinem Vereinskameraden Filmon Ghirmai (13:53,43) sowie Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg/13:54,43). Der amtierende 10.000-m-Europameister Jan Fitschen testete über 5.000 m seine Form und belegte Rang vier mit 13:55,16. Fünfter wurde Musa Roba-Kinkal (beide TV Wattenscheid), der damit das Duell mit Ghirmai um den offenen 10.000-m-EM-Startplatz verlor und nicht nach Barcelona reisen wird. „Obwohl es für einige Läufer noch um das EM-Ticket ging, war es ein offenes Rennen ohne Absprachen. Der letzte Kilometer war meine Markierung, um schneller zu werden. Als ich nach vorne ging, habe ich mich gut gefühlt“, erzählte Arne Gabius.
Allein auf weiter Flur war im 5.000-m-Finale der Frauen einmal mehr Sabrina Mockenhaupt. Sie bestimmte von Beginn an das Tempo, legte am Ende noch etwas zu und siegte in 15:36,17 Minuten mit über einer halben Minute Vorsprung vor Simret Restle (PSV Grün-Weiß Kassel/16:09,23). Veronica Pohl (LG ASV/DSHS Köln) reichten 16:24,95 für den dritten Platz. „Mir fehlt in Deutschland leider ein wenig die Herausforderung“, sagte Sabrina Mockenhaupt, die das Rennen mehr als Training denn als echten Wettkampf betrachtete.

Günther Weidlinger ist zwei Wochen vor seinem EM-Start in vielversprechender Form.
Foto: www.photorun.net
Günther Weidlinger zeigte zwei Wochen vor seinem Marathonstart bei den Europameisterschaften in Barcelona eine gelungene Generalprobe. Im nordenglischen Sunderland belegte der Österreicher in einem 10-km-Rennen Rang zwei in 28:45 Minuten. Dabei musste er sich Edwin Kipkorir in einem spannenden Zielsprint nur um eine Sekunde geschlagen geben. Der Kenianer siegte mit 28:44. Dritter wurde der aktuelle Boston-Marathon-Sieger Robert Kiprono Cheruiyot (Kenia) in 28:51.
Auf dem welligen Kurs hatten sich Kipkorir, der erst kurzfristig noch für das Rennen nachgemeldet worden war, und Weidlinger nach rund 8 km abgesetzt. 500 Meter vor dem Ziel begann der Österreicher damit, das Tempo zu forcieren. „Ich bin nicht der beste Sprinter, daher habe ich es mit einem langen, schnellen Schlussabschnitt versucht. Aber ich konnte Kipkorir nicht abhängen“, sagte Günther Weidlinger, der trotz der knappen Niederlage nicht enttäuscht war: „Das war eine sehr gute Vorbereitung für Barcelona, ich bin absolut zufrieden.“ Zudem ließ Günther Weidlinger zwei EM-Konkurrenten deutlich hinter sich: Stefano Baldini (Italien), der Marathon-Olympiasieger von 2004, wurde in 29:31 Sechster und Viktor Röthlin (Schweiz) belegte Rang sieben mit 29:54. Das schwächer besetzte Frauenrennen entschied Sue Partridge in 33:46 Minuten klar vor Liz Yelling (beide Großbritannien/34:28) für sich.
Text: race-news-service.com
Rudisha immer dichter an Kipketers Weltrekord
[12.07.2010] David Rudisha kommt immer dichter an den 800-m-Weltrekord von Wilson Kipketer heran. Der 22-jährige Kenianer steigerte sich beim Leichtathletik-Sportfest in Heusden-Zolder am Samstagabend auf 1:41,51 Minuten und erzielte damit nicht nur einen Afrikarekord sondern die schnellste Zeit über die zwei Stadionrunden seit 13 Jahren.

David Rudisha gewinnt über 800 m ein Rennen nach dem anderen.
Foto: www.photorun.net
1997 war der gebürtige Kenianer Wilson Kipketer (Dänemark) zweimal Weltrekord gelaufen: Zunächst erreichte er in Zürich 1:41,24 Minuten, dann steigerte er in Köln diese Marke auf 1:41,11 – diese Zeit ist seitdem unerreicht. Doch es sieht so aus, als ob es nun nicht mehr lange dauern wird, bis Rudisha die Marke von Kipketer knackt. Kipketer selbst hat schon im vergangenen Jahr erklärt, dass er dem jungen Rudisha zutraut, seinen Weltrekord zu brechen.
David Rudisha hatte sich im vergangenen Jahr bereits auf 1:42,01 Minuten gesteigert. Schon damals in Rieti war er damit der schnellste 800-m-Läufer seit Wilson Kipketer 1997. In diesem Jahr stellte er in Oslo mit 1:42,04 Minuten eine hochkarätige Jahresweltbestzeit auf, die er nun in Heusden-Zolder verbesserte.
David Rudisha hatte am Sonnabend seine eigenen kenianischen Tempomacher im Rennen. Sammy Tangui führte ihn in 49,14 Minuten durch die 400-m-Marke, dann übernahm Boaz Lalang, der weitere 150 Meter durchhielt. David Rudisha wurde auf den letzten 250 Metern kaum langsamer und kam deswegen so dicht an Wilson Kipketers Weltrekord heran wie kein anderer zuvor. Mit 1:41,51 Minuten lag er am Ende klar vor Belal Mansoor (Katar/1:44,95) und Nadjim Manseur (Algerien/1:46,97).
„Heute wollte ich etwas Besonderes erreichen. Am Ende wird es aber immer hart. Um den Weltrekord zu brechen, muss ich auf den letzten 50 Metern noch stärker werden. Ich bin nicht enttäuscht, dass ich den Rekord heute nicht gebrochen habe, sondern ich freue mich darüber, dass ich besser und besser werde“, erklärte David Rudisha gegenüber der Webseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org). „Ich bin zuversichtlich, dass ich mich weiter verbessern werde und der Weltrekord ist der nächste Schritt – ich werde es schaffen.“
Text: race-news-service.com
Fragezeichen hinter Deutschen Marathon-Meisterschaften
[05.07.2010] Die Deutschen Marathon-Meisterschaften werden 2011 nicht mehr in Mainz stattfinden. Wie die Sportverwaltung der Stadt bekannt gab, hat sich Mainz zurückgezogen und konzentriert sich auf die Weiterentwicklung des parallel veranstalteten Mainz-Marathons. Damit steht ein dickes Fragezeichen hinter der Zukunft und speziell dem sportlichen Wert der Deutschen Marathon-Meisterschaften, die allerdings schon in den vergangenen Jahren leistungssportlich kaum eine Rolle spielten.

Berlin hat den hochkarätigsten deutschen Marathon - doch Deutsche Marathon-Meisterschaften wird es mittelfristig hier ebensowenig geben wie in Frankfurt.
Foto: www.photorun.net
Nach Informationen von Race News Service sucht der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) zurzeit erfolglos nach einem neuen Ausrichter. Die Funktionäre bekamen schon mehrere Absagen. Der Verband soll von einem Ausrichter eine hohe fünfstellige Summe für die Marathon-Titelkämpfe fordern. Hinzu kommt, dass aufgrund des DLV-Vertrages mit Nike jene Rennen nicht in Frage kommen, die andere Sportsponsoren haben – und das sind die meisten. Hochkarätig besetzte Läufe wie Berlin oder Frankfurt arbeiten zum Beispiel seit Jahren mit Adidas beziehungsweise Asics zusammen. Auch die Deutschen Meisterschaften über die Halbmarathon- und die 10-km-Distanz finden nicht im Rahmen der größten und bestbesetzten deutschen Rennen statt.
Für die besten deutschen Marathonläufer – allen voran die zweifache London-Siegerin Irina Mikitenko – wiederum wären Starts in Deutschland in erster Linie in Berlin oder Frankfurt denkbar. Da Marathonläufer in der Regel nur zwei Rennen im Jahr bestreiten können, konzentrieren sie sich auf die finanziell lukrativen Veranstaltungen, die ihnen gegebenenfalls zudem die Möglichkeit bieten, auf einer schnellen Strecke erstklassige Zeiten zu erzielen. Entsprechend dünn in der Spitze war in den vergangenen Jahren das nationale Starterfeld in Mainz. In diesem Jahr lief der schnellste Mann nicht unter 2:20 und die schnellste Frau nicht unter 2:40 Stunden.
In einer Pressemitteilung der Stadt Mainz heißt es: "In den zurückliegenden Gesprächen sei klar geworden, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (respektive die angebundene Deutsche Leichtathletik Promotion GmbH) in den kommenden Jahren für die Ausrichtung deutlich erhöhte finanzielle Beteiligungen des Ausrichters über das schon bestehende Maß hinaus aufrufen wird. „Dieses finanzielle Engagement geht über jene Grenzen hinaus, welche die Landeshauptstadt als auch die Konzeption des Marathon-Teams für die eigene Marathon-Ausrichtung als akzeptabel ansieht“, sagte der Mainzer Sportdezernent Günter Beck. „Es werden nun Summen aufgerufen, die wir aus unserem Blickwinkel lieber in die Organisation des originären Marathons fließen lassen, zumal das Selbstverständnis ohnehin seit Anbeginn besagt, dass der Mainz Marathon sich ohne jegliche Zuschüsse aus sich selbst heraus tragen muss. Mit den Forderungen aus Darmstadt würden wir zu stark ins Risiko gehen. Wir danken dem DLV für vier außergewöhnliche Jahre und ziehen unser Ansinnen einer weiteren DM-Ausrichtung zurück."
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