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Mary Keitany – einst von ihrer Schwester inspiriert, gilt sie heute als die kommende große Marathonläuferin
Große Straßenlauf-Sieger des Frühjahrs im Portrait (Teil 4)
[29.06.2010] Viel spricht dafür, dass die nächste große Marathonläuferin Mary Keitany heißt. Im Herbst will die 28-jährige Kenianerin ihr Debüt über die 42,195 km geben – voraussichtlich entweder in Chicago oder in New York. „Der Marathon ist mein nächstes Ziel”, erklärte Mary Keitany, nachdem sie in ihrem ersten 25-km-Rennen auf Anhieb Weltrekord gelaufen war – es war der bisher längste Wettkampf ihrer Karriere. Bei den BIG 25 Berlin drückt sie die Marke am 9. Mai gleich um 2:20 Minuten und blieb mit 1:19:53 als erste Frau unter 1:20 Stunden. Es war ein perfekter Zwischenschritt für Mary Keitany, die im Marathon Großes vor hat: Die Kenianerin will bei Olympia 2012 in London Gold gewinnen und hofft, dass sie in der Zukunft stark genug sein wird, um den legendären Marathon-Weltrekord der Britin Paula Radcliffe anzugreifen.

Mary Keitany mit ihrer 25-km-Weltrekordzeit im Berliner Olympiastadion.
Foto: www.photorun.net
Mary Keitany, die im Baringo-District geboren wurde und dann in Koibatek (beides gehört zur kenianischen Provinz Rift Valley) als Tochter einer Farmer-Familie aufwuchs, hat drei Schwestern und einen Bruder. Es war eine ihrer älteren Schwestern, die sie einst motivierte, mit dem Laufsport zu beginnen. „Meine Schwester rannte in der Schule. Ich sah, dass sie talentiert war und dachte mir, vielleicht sollte ich es auch versuchen“, erzählt Mary Keitany. Während ihre Schwester den Sport später aufgab, obwohl sie in der Schule bereits bei nationalen Meisterschaften startete, lief Mary bis ganz nach vorne an die Weltspitze.
2009 war die Kenianerin die weltbeste Straßenläuferin und wurde dafür vor kurzem in Berlin von der Association of International Marathons and Distance Races (AIMS) ausgezeichnet. Bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften hatte sie im vergangenen Oktober in überlegener Manier den Titel gewonnen und dabei mit 66:36 Minuten den Weltrekord um lediglich elf Sekunden verpasst. Außerdem war Mary Keitany 2009 auch die Nummer eins der Welt über 10 km (31:04 Minuten) und 20 km (62:59).
Zwar hatte Mary Keitany in der Schule mit dem Laufsport begonnen, ernsthaft jedoch betrieb sie ihren Sport erst im Alter von 18 Jahren. Damals war sie noch in der Oberschule. Erst spät, im Jahr 2006, kam sie als 24-Jährige das erste Mal nach Europa. „Damals lief ich in Spanien einige Straßenrennen und einen Halbmarathon“, erzählt Mary Keitany, die zunächst von Philip Singoei betreut wurde. Der kenianische Läufer gewann 2007 den Eindhoven-Marathon in 2:07:57 Stunden.
„Als Gianni Demadonna im April 2007 in Iten ein Trainingslager eröffnete, schloss sich Mary der dortigen Gruppe an, denn sie wohnt in der Gegend“, erklärt ihr heutiger Trainer Gabriele Nicola, der für das italienische Demadonna-Management eine Art ,Technischer Direktor’ in Kenia ist und die Trainingsgruppen überblickt. Schritt für Schritt übernahm Nicola das Training von Keitany. „Ich bin längere Zeit im Jahr in Iten, um das Training meiner Läufer zu leiten. Ansonsten stehen ein Trainerteam und Physiotherapeuten zur Verfügung, um die Läufer zu unterstützen“, sagt der Coach.
„In Iten trainieren wir auch mit Männern, die uns als Tempomacher helfen. Sie werden von meinem Manager dafür bezahlt“, erzählt Mary Keitany, zu deren weiblichen Trainingspartnern unter anderen Peninah Arusei und Helena Kirop gehören. Arusei hatte unter anderem 2008 und 2009 den Berliner 25-km-Lauf gewonnen, Kirop siegte am 9. Mai beim Prag-Marathon.
Nachdem Mary Keitany 2007 bereits die Silbermedaille bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften gewonnen hatte, unterbrach eine Schwangerschaft ihre Karriere. „Im Juni 2008 wurde mein Sohn Jared geboren“, erzählt Mary Keitany, die aber nicht wie Paula Radcliffe fast die gesamte Schwangerschaft hindurch weiter trainierte. Keitany ist mit Charles Koech verheiratet, der selbst bei internationalen Straßenrennen startet und Bestzeiten von 27:56 Minuten (10 km) oder 61:27 (Halbmarathon) aufweist. „Manchmal laufen wir auch zusammen“, sagt Mary Keitany. Damit das umfangreiche Training für beide möglich ist, haben sie ein Kindermädchen engagiert, das auf Jared aufpasst.
„Als Mary nach der Geburt ihres Sohnes wieder mit dem Training begann, haben wir verschiedene Ziele gesetzt. Das erste war die Qualifikation für die Halbmarathon-Weltmeisterschaft 2009. Dort sollte sie möglichst gut laufen. Das nächste Ziel war es, den Abu Dhabi-Halbmarathon im Januar zu gewinnen“, erzählt Gabriele Nicola. In den Vereinigten Arabischen Emiraten siegte Mary Keitany in hochklassigen 67:14 Minuten und kassierte die höchste Siegprämie im internationalen Straßenlauf: 300.000 Dollar. „Das nächste Ziel war dann der 25-km-Weltrekord in Berlin. Jetzt können wir sagen, dass alles sehr gut gelaufen ist und Mary mehr sogar erreicht hat als wir erwartet hatten.“
Der nächste Schritt ist nun der Marathon. Im Herbst ist das Debüt geplant – zur Auswahl stehen offenbar die Rennen in Chicago und New York. Will Mary Keitany auf Anhieb schnell laufen, müsste sie nach Chicago gehen. Schon im Vorfeld der BIG 25 Berlin lief sie dabei Trainingsumfänge, die auch für den Marathon geeignet sind. „In ihrem Training vor Berlin rannte sie wöchentlich teilweise zwischen 180 und 200 Kilometern“, erklärt Gabriele Nicola, der plant, den Umfang in der Vorbereitung auf die Marathon-Premiere noch etwas weiter zu erhöhen. „Bis jetzt bin ich im Training bis zu 30 Kilometer am Stück gelaufen“, erzählt Mary Keitany, die befragt nach Vorbildern zwei Marathonläuferinnen nennt: Catherine Ndereba, Kenias zweifache Marathon-Weltmeisterin und frühere Weltrekordlerin, sowie Paula Radcliffe.
Zu ihren größten Zielen sagt Mary Keitany: „In London würde ich bei den Olympischen Spielen 2012 gerne die Goldmedaille im Marathon gewinnen.“ Und dann gibt es noch ein Traumziel: „Vielleicht bin ich eines Tages in der Lage, den Marathon-Weltrekord anzugreifen.“ Die Kenianerin weiß natürlich, dass jene Zeit von 2:15:25 Stunden, die Paula Radcliffe beim London-Marathon 2003 erreichte, eine absolute Ausnahmeleistung ist, die zurzeit für keine Läuferin erreichbar ist.
„Zurzeit können wir nicht darüber reden, den Marathon-Weltrekord zu brechen. Aber Mary hat das Potenzial, diese Marke in der Zukunft angreifen zu können. Das heißt noch nicht, dass sie den Rekord auch brechen wird. Aber es gibt nicht viele Läuferinnen, die auch nur daran denken können, einen Weltrekordversuch zu unternehmen“, sagt Gabriele Nicola. „Mary hat großes Potenzial und wir haben Glück, dass wir sie haben. Eine Mary Keitany gibt es nur alle 20 Jahre einmal.“
Text: race-news-service.com
Patrick Makau – für den Rotterdam-Sieger war Laufen der einzige Weg aus der Armut
Große Straßenlauf-Sieger des Frühjahrs im Portrait (Teil 1)
[21.06.2010] Patrick Makau ist ein weiterer kenianischer Marathonläufer, der in der Lage ist, den Marathon-Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrselassie (2:03.59 Stunden in Berlin 2008) zu brechen. Das bewies der Kenianer Anfang April in Rotterdam, wo der 25-Jährige mit einer Siegzeit von 2:04:48 Stunden zum viertschnellsten Läufer aller Zeiten über die klassische Distanz wurde. Wäre der Wind nicht gewesen, hätte Patrick Makau den Weltrekord auf dem schnellen Rotterdamer Kurs vielleicht schon geknackt.

Patrick Makau auf dem Weg zu seinem ersten großen Marathonsieg in Rotterdam.
Foto: www.photorun.net
Der Laufsport war für Patrick Makau, der auch bekannt ist unter dem Namen Patrick Musyoki, der einzige realistische Ausweg aus der Armut. Als Kind einer Farmerfamilie in ärmlichen Verhältnissen im östlichen Kenia aufgewachsen, motivierte ihn die Chance auf ein besseres Leben zum Training. „Es war mein Ziel, ein besseres Leben führen zu können. Und ich sah, wie viel Geld im Straßenlauf zu verdienen ist“, erzählt Patrick Makau, der aus der gleichen Gegend stammt wie der frühere Chicago-Marathon-Sieger Patrick Ivuti und der Rotterdam-Gewinner von 2005, Jimmy Muindi. „Ich habe gesehen, dass es ihren Familien durch ihre Erfolge besser ging. Ich hörte ihre Namen im Radio und las sie in den Zeitungen – ich wollte so werden wie sie.“
Es war dann Jimmy Muindi, der Patrick Makau bei einem Schulwettkampf laufen sah und ihm 2004 seine Hilfe anbot. Im Juli 2005 lief er sein erstes Rennen im Ausland: In Tansania gewann Patrick Makau einen 25-km-Lauf. Nach weiteren Erfolgen in Kenia konnte er im April 2006 erstmals in Europa starten: In Tarsus (Türkei) gewann er unter kuriosen Umständen einen Halbmarathon. „Es war mein erstes Rennen außerhalb Afrikas und ich war unerfahren. Keiner wies mich richtig ein und so verpasste ich den Start. Als ich schließlich loslief, waren die anderen schon 100 Meter weit weg. Zudem war es mein erstes Rennen in Adidas-Laufschuhen. Und nach einem Kilometer ging der erste Schnürsenkel auf. Ich stoppte und band den Schuh wieder zu. Als dasselbe dann nach 15 km auch mit dem zweiten Schuh passierte, lief ich mit dem offenen Schnürsenkel weiter“, erinnert sich Patrick Makau, der dort den Briten Ian Ladbrooke traf, der seitdem sein Manager ist.
Ladbrooke vermittelte Patrick Makau dann eine Reihe von weiteren Startmöglichkeiten bei etablierteren europäischen Straßenrennen. Der erste dieser Läufe war in Berlin: Hier rannte er am 7. Mai 2006 die 25 km von Berlin und gewann in 1:14:08 Stunden, obwohl er beim Einlaufen ins Olympiastadion zunächst in die falsche Richtung gerannt war. In Berlin folgten weitere Erfolge: 2007 und 2008 gewann er den Berliner Halbmarathon, 2007 zudem ein zweites Mal die 25 km. Im Halbmarathon gehört er zu den konstantesten Läufern der Welt – schon achtmal lief Makau unter einer Stunde. Mit seiner Bestzeit von 58:52 Minuten, die er bei seinem Sieg in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) 2009 erzielte, ist Patrick Makau der drittschnellste Halbmarathonläufer aller Zeiten. 2007 und 2008 war er zudem jeweils Vize-Weltmeister über die ,halbe Distanz’.
Mit seinem eindrucksvollen Rotterdamer Marathonsieg hat Patrick Makau in seinem dritten Marathon nun das umgesetzt, was man aufgrund seiner Reihe von starken Leistungen über kürzere Distanzen vermutet hatte. Vor einem Jahr lief er in Rotterdam sein Marathondebüt und wurde Vierter mit 2:06:14 Stunden. Bei seinem zweiten Rennen über die 42,195 km stieg er in New York aus, nachdem er Verletzungsprobleme hatte. Jetzt schloss er auf zu den Schnellsten aller Zeiten.
„Ich habe durch meine Erfolge mir und der Familie meines Vaters sehr helfen können“, erzählt Patrick Makau, dessen Ziel es ist, „im Laufe meiner Karriere Rekorde zu brechen“. Befragt nach Vorbildern nannte Patrick Makau auch Paul Tergat: „Ich hoffe, dass ich eines Tages so erfolgreich sein werde wie Paul.“ Sein Landsmann hatte 2003 in Berlin den Marathon-Weltrekord auf 2:04:55 Stunden verbessert. Makau war nun bereits sieben Sekunden schneller. Zu Tergat hat er guten Kontakt, obwohl beide von verschiedenen Managern betreut werden. Tergat gehört zur Gruppe des Italieners Federico Rosa. „Das ist kein Problem. Wir leben in der gleichen Gegend in Ngog in der Nähe von Nairobi und trainieren regelmäßig zusammen“, erzählt Makau, der sechs Geschwister hat. „Bisher bin ich der einzige Läufer der Familie, aber das kann sich noch ändern. Denn fünf meiner Geschwister sind jünger als ich.“
Text: race-news-service.com
Über 72.000 Läufer beim größten Rennen der Welt in Frankfurt
[14.06.2010] Mit der Rekordzahl von 72.741 Läufern fand in Frankfurt (Main) am Mittwochabend die in diesem Jahr bisher größte Laufveranstaltung der Welt statt. Die deutsche Auflage der J.P. Morgan Corporate Challenge gehört zu einer internationalen Kette von Firmenläufen. Dabei steht der Team-Gedanke im Vordergrund. Für ihre jeweiligen Unternehmen gehen die Läufer über die 5,6-km-Strecke an den Start. Die größten Teams stellten in Frankfurt die Commerzbank und die Lufthansa.

Läufer ohne Ende: In Frankfurt fand der größte Lauf der Welt statt.
Foto: J.P. Morgan Corporate Challenge
Der schnellste Läufer auf dem Kurs durch die Frankfurter Innenstadt war Christophe Chayriguet von der Bongrain Deutschland GmbH. Er war nach einem spannenden Finish in 16:34 Minuten mit zwei Sekunden Vorsprung vor Manuel Stöckert (Bereitschaftspolizei Würzburg), der lange Zeit in Führung gelegen hatte, im Ziel. Bei den Frauen gelang Jenny Schulz (Deutsche Bundesbank) ein Hattrick: Bei ihrer dritten Teilnahme sicherte sie sich in 19:25 Minuten ihren dritten Sieg. Zweite wurde mit Katharina Heinig (Polizei Hessen) eine hoffnungsvolle deutsche Marathon-Nachwuchsläuferin – die Tochter der ehemaligen Weltklasseläuferin Katrin Dörre-Heinig.
Den Startschuss zur J.P. Morgan Corporate Challenge hatte der Gesundheitsminister Philipp Rösler gegeben. „Es geht um die Betriebe, die gemeinsam einen Teamgeist haben. Ein Unternehmen findet sich so zusammen, das finde ich klasse“, sagte der Minister. Bei der Veranstaltung wurden knapp 220.000 Euro an Spendengeldern gesammelt, die der Stiftung Deutsche Sporthilfe zugute kommen und für junge behinderte Sportler bestimmt sind.
Das bisher in diesem Jahr größte Rennen der Welt fand im Mai in San Francisco statt. Beim ,Bay to Breakers’ rannten über 60.000 Läufer über 12 km.
Text: race-news-service.com
Haile läuft New York statt Berlin
[07.06.2010] Haile Gebrselassie wird im Herbst nicht in Berlin sondern in New York Marathon laufen. Der Äthiopier verzichtet überraschend auf den Start beim deutschen World Marathon Majors (WMM)-Rennen, das er zuletzt viermal in Folge gewonnen hatte. Dabei hatte der 37-Jährige zwei Weltrekorde aufgestellt. 2008 rannte er 2:03:59 Stunden auf der schnellen Strecke. Diese Bestmarke ist noch unübertroffen. Lange Zeit sah es danach aus, als wolle Haile Gebrselassie auch am 26. September 2010 wieder in Berlin starten.

Haile Gebrselassie wird in diesem Jahr seinen Titel in Berlin nicht verteidigen und statt dessen in New York starten. Das Zielfoto wird dann weniger imposant aussehen.
Foto: photorun.net
Aufgrund der sehr flachen, schnellen Strecken waren in den letzten Jahren stets die Marathonrennen von Berlin und Dubai jene, bei denen Haile Gebrselassie ausschließlich über die klassische Distanz antrat. Die Entscheidung in New York am 7. November zu laufen, lässt auch einen Start in Dubai am 23. Januar 2011 aufgrund des kurzen Zeitabstandes eher nicht zu. Beide Läufe, Berlin und jener in den Vereinigten Arabischen Emiraten, hatten in den vergangenen Jahren ihre Rennen stets extrem auf Haile Gebrselassie zugeschnitten. Für die Veranstalter in Berlin und Dubai könnte ein Marathon ohne Äthiopiens Superstar allerdings auch neue Chancen bieten. Denn es gibt inzwischen genügend Athleten, die in der Lage sein dürften, den Weltrekord von Haile Gebrselassie zu unterbieten und nur darauf warten, dass Veranstalter wie Berlin oder Dubai ihnen eine entsprechende Chance geben. Einer davon ist der Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia), der bereits mehrfach erklärt hatte, in Berlin Haile Gebrselassies Weltrekord brechen zu wollen.
Seit Jahren hatten die Organisatoren des New York-Marathons versucht, Haile Gebrselassie zu einem Start beim größten Rennen über die klassische Distanz zu verpflichten. Obwohl bekannt ist, dass die Amerikaner mit deutlich höheren Gagen locken können, entschied sich der zweifache 10.000-m-Olympiasieger viermal hintereinander für das Rennen in Berlin. Jetzt jedoch will er in New York laufen. „Alles ist groß in New York. Es ist eine große Stadt und der New York-Marathon ist ein großes Rennen. Ich will hier eine starke Leistung zeigen – dieses Jahr muss jenes sein, in dem ich in New York starte. Eines Tages wird mich jemand fragen, ,Hast du den New York-Marathon gewonnen?’ Wenn ich hier nicht gelaufen bin, fehlt ein Stück in meiner Karriere“, erklärte Haile Gebrselassie während einer Pressekonferenz in New York.
Ob ihm die wellige Strecke in ,Big Apple’ wirklich liegt, muss man abwarten. Bisher ist Haile Gebrselassie nur auf flachen, schnellen Kursen Marathon gelaufen: Berlin, Dubai, London, Amsterdam und Fukuoka. Das Projekt Weltrekord-Verbesserung hat Haile Gebrselassie mit seiner Entscheidung für New York für dieses Jahr zu den Akten gelegt. Denn derartige Ergebnisse sind in Manhattan nicht möglich. Bei seinem Freund und früheren Dauerrivalen Paul Tergat hat sich Haile Gebrselassie bereits erkundigt, wie man in New York am besten zum Erfolg kommt. Der Kenianer hatte das Spektakel 2005 gewonnen. „Er hat mir erklärt, dass ich geduldig sein muss. Mit einem gleichmäßigen Tempo kannst du in New York gewinnen, sagte er“, erzählte Haile Gebrselassie.
Mark Milde, der Race-Direktor des real,- Berlin-Marathons bestätigte, dass Haile Gebrselassie in diesem Jahr nicht in der deutschen Hauptstadt an den Start gehen wird. „Ich hätte ihn gerne wieder verpflichtet, denn Haile ist auch medial immer ein Erfolg“, sagte Mark Milde und fügte hinzu: „Ich glaube zudem weiterhin, dass Haile noch zumindest einen sehr guten Marathon laufen kann.“ Andererseits sieht Mark Milde in der Situation auch eine neue Chance. So könnte es zum Beispiel endlich zum Start von Sammy Wanjiru kommen. Der Kenianer hatte bereits nach seinem Olympiasieg 2008 in Peking angekündigt: „Jetzt will ich beim Berlin-Marathon Weltrekord laufen.“ Mark Milde ist mit dem Management des Kenianers im Kontakt. „Es steht aber noch nicht fest, ob er nach Berlin kommen wird oder nicht.“ Rotterdam-Sieger Patrick Makau Musyoki oder Boston- und Frankfurt-Gewinner Robert Kiprono Cheruiyot wären weitere Athleten, die für Berlin in Frage kommen könnten.
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