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Haile Gebrselassie siegt im Konfetti-Regen von Trier

Haile Gebrselassie und Shadrack Lagat laufen in Trier gemeinsam an der Spitze.
Foto: Bitburger Silvesterlauf
[31.12.2009] Nur der Konfettiregen, nicht jedoch seine Gegner konnten Haile Gebrselassie beim Bitburger Silvesterlauf in Trier aufhalten. Der äthiopische Marathon-Weltrekordler wurde bei der 20. Auflage des Rennens seiner Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht. Haile Gebrselassie war über 8 km in 22:23 Minuten bei Regen und Konfettiregen am Ende allein auf weiter Flur. Schnellste Frau war über 5 km die Russin Yelena Zadorozhnaya, die nach 15:49 Minuten im Ziel war. Der Silvesterlauf in Trier, der aufgrund seiner Stimmung an der 1-km-Rundstrecke auch als ,deutsches Sao Paulo’ bezeichnet wird, registrierte zum Jubiläum einen Teilnehmerrekord von 2.228 Läufern. Rund 20.000 Zuschauer säumten die Strecke.
In der vierten der acht Runden löste sich Haile Gebrselassie von seinen beiden an der Spitze verbliebenen kenianischen Konkurrenten Shadrack Lagat und Paul Kipkorir. Etwa nach der Hälfte der Distanz begann der 36-Jährige damit die ersten Läufer des Eliterennens zu überrunden. Mit einer 4-km-Zwischenzeit von 11:08 Minuten lag er dabei gut auf Kurs für den Streckenrekord von 22:21 Minuten. Den hatte der Kenianer Isaac Kariuki bereits vor 12 Jahren in Trier aufgestellt. Selbst der inoffizielle Weltrekord von 22:03 Minuten (Peter Githuka/KEN/1996) schien noch nicht völlig außer Reichweite. Doch mit zu überrundenden Läufern sowie Regen und einem dadurch teilweise rutschigen Untergrund konfrontiert, verlor Haile Gebrselassie etwas an Fahrt. Hinzu kam, dass ihn der Konfettiregen behinderte. „Die Stimmung war toll, fast so wie einem Stadion. Aber ich bekam Konfetti in die Augen“, sagte Haile Gebrselassie, der nun am 22. Januar in Dubai Marathon laufen wird. „Ich dachte, ich sei immer noch gut auf Kurs für einen Streckenrekord, deswegen ließ ich es in der letzten Runde etwas langsamer angehen. Im Ziel war ich dann überrascht, dass es nicht gereicht hatte.“
„Gegen Haile zu laufen, das ist wie gegen einen Löwen zu kämpfen“, sagte der zweitplatzierte Shadrack Lagat, der nach 22:48 Minuten im Ziel war. Dritter wurde Paul Kipkorir (Kenia), Rang vier belegte als bester Deutscher Arne Gabius (LAV Asics Tübingen/beide 23:19). Mittelstreckler Carsten Schlangen (LG Nord Berlin/23:53) wurde am Tag seines 29. Geburtstages Sechster hinter Benjamin Kemboi (Kenia/23:21).
Im 5-km-Rennen der Frauen mussten sich Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) und Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) gegen starke Konkurrenz behaupten. Da beide zurzeit Trainingsrückstände haben, verpassten sie schließlich die Podest-Plätze deutlich. Sabrina Mockenhaupt belegte in 15:59 Minuten den sechsten Platz vor Irina Mikitenko (16:16 Minuten). Der Sieg ging in 15:49 Minuten an die russische 5.000-m-Olympia-Vierte von 2004, Yelena Zadorozhnaya. Die 32-Jährige setzte sich im Endspurt gegen die erst 18 Jahre alte Äthiopierin Emebeth Anteneh (15:51 Minuten) und die Kenianerin Caroline Chepkwony (15:54 Minuten) durch.
Text: race-news-service.com
Silvester-Jubiläumsrennen in Sao Paulo, Bozen und Trier

Edwin Soi könnte am Donnerstag in Bozen einen Hattrick schaffen.
Foto: BOclassic/life-style.it
[30.12.2009] An keinem anderen Tag des Jahres werden so viele Straßenrennen gestartet wie am letzten des Jahres. Silvester ist für Läufer längst auch zu einem Synonym für den Ausdauersport geworden.
Der Silvesterlauf schlechthin wird Jahr für Jahr in Sao Paulo gestartet: Zum 85. Mal findet am Donnerstagnacht der „Corrida Internacional de Sao Silvestre“ statt. Während in Brasilien eine fünfstellige Läuferzahl bei hochsommerlicher Hitze über 15 km rennen wird, gibt es in Europa teilweise bei Eiseskälte ,heiße’ Rennen. Als ,Deutsches Sao Paulo’ hat sich der Silvesterlauf in Trier etabliert. Auch hier feiert man am Donnerstag, so wie in Brasilien, ein kleines Jubiläum, denn das Rennen im Zentrum der Stadt findet zum 30. Mal statt.
Zum Jubiläum ist den Veranstaltern ein besonderer Coup gelungen: Am Start sein wird Superstar Haile Gebrselassie. Der 36-jährige äthiopische Marathon-Weltrekordler läuft erstmals in Trier. 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde hat der vielleicht beste Läufer aller Zeiten, der auch mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger über 10.000 m war, bisher aufgestellt. Und angesichts der selten gelaufenen 8-km-Distanz hoffen die Veranstalter, dass Haile Gebrselassie vielleicht am Donnerstag auf Rekordjagd geht. Es ginge um einen inoffiziellen Rekord, denn offizielle Bestmarken werden über 8 km nicht geführt. Die Bestzeit hält der Kenianer Peter Githuka, der 1996 in Kingsport (USA) 22:03 Minuten lief. Bei seinem 10-km-Weltrekord in Brunssum (Holland) passierte Micah Kogo (Kenia) im März zwar die 8-km-Marke bereits nach 21:40 Minuten, doch diese Zeit wird nicht in Bestenlisten geführt, da offenbar an diesem Punkt keine Zeiten von offiziellen Schiedsrichtern genommen wurden. Es bleibt abzuwarten, ob Haile Gebrselassie auf dem Acht-Runden-Kurs in Trier und entsprechend vielen Ecken an die Rekordzeit herankommt.
Für den Äthiopier ist das Rennen zu Silvester der letzte Test vor dem Dubai-Marathon, wo er am 22. Januar seinen eigenen Weltrekord (2:03:59) angreifen möchte. Während Haile Gebrselassie der große Star im Männerfeld ist, sind für das 5-km-Rennen der Frauen Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) und Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) angekündigt. Der Silvesterlauf in Trier kann am Donnerstag auch im Internet verfolgt werden, denn die Organisatoren bieten einen Live-Stream an (www.bitburger-silvesterlauf.de).
Einmal mehr hochkarätig besetzt ist der Silvesterlauf in Bozen (Südtirol/Italien). Zum dritten Mal in Folge will bei der 35. Auflage des ,BOclassic’ Edwin Soi triumphieren. Kenias 5.000-m-Olympiadritte trifft dabei unter anderen auf den Äthiopier Merga Imane (Vierter bei der WM in Berlin über 10.000 m), Großbritanniens Cross-Vize-Europameister Mo Farah und Bozens Rekordsieger Serhiy Lebid. Fünfmal hat der Ukrainer in Südtirol gewonnen, zuletzt im Jahr 2004. Über 10 km geht auch Italiens Youngster Andrea Lalli ins Rennen.
Bei den Frauen treffen Cross-Europameisterin Hayley Yelling (Großbritannien), Aniko Kalovics (Ungarn), die 2006 in Bozen gewann, und Christelle Daunay aufeinander. Die Französin war Dritte beim New York-Marathon im November. Doch stärker einzuschätzen ist voraussichtlich die äthiopische Junioren-Weltmeisterin über 5.000 m, Sule Utura. Auch das Rennen in Bozen kann live im Internet verfolgt werden (http://www.raibz.rai.it).
Gut besetzt ist jedes Jahr ein weiteres Silvesterrennen im deutschsprachigen Raum: Im österreichischen Peuerbach wird sich Österreichs neuer Marathon-Rekordhalter Günther Weidlinger über 6,8 km mit kenianischer und äthiopischer Konkurrenz auseinandersetzen. Bei den Frauen trifft die Wien-Marathon-Siegerin Andrea Mayr (Österreich) über 5,1 km unter anderen auf die deutsche 3.000-m-Hindernisrekordlerin Antje Möldner (SC Potsdam).
Text: race-news-service.com
Berliner 25-km-Lauf 2010 mit Jubiläum und Pendant in Herne

Der Start zum Berliner 25-km-Rennen vor dem Olympiastadion.
Foto: photorun.net
[29.12.2009] Deutschlands ältester City-Straßenlauf feiert 2010 Jubiläum: Die BIG 25 Berlin, die im Frühjahr 1981 ihre Premiere hatten, finden am 9. Mai zum 30. Mal statt. Zudem startet Veranstalter ,Berlin läuft’ im Jubiläumsjahr erstmals ein Rennen außerhalb der Hauptstadt: Die BIG 25 Herne werden am 18. April als Pendant zum Berliner Traditionslauf ihre Premiere haben. Die Berliner gehen damit 2010 neue Wege und wollen sich als deutscher Laufveranstalter etablieren. Die BIG 25 Herne sowie mögliche weitere Rennen außerhalb Berlins werden unter dem Titel ,Wir laufen’ organisiert.
Der Berliner Traditionslauf über die 25-km-Distanz führt wie zuletzt nach dem Start auf dem Olympischen Platz in einer großen Schleife durch die Innenstadt und endet im Berliner Olympiastadion. Brandenburger Tor, Siegessäule, Unter den Linden, Potsdamer Platz und Kurfürstendamm zählen zu den Streckenpunkten. Zum Jubiläum plant der Veranstalter eine Reihe von Initiativen für die Teilnehmer und Zuschauer.
Als ,25 km de Berlin’ 1981 von den französischen Alliierten ins Leben gerufen, war das Rennen der Wegbereiter für die großen deutschen Straßenläufe, darunter auch der Berlin-Marathon. Aufgrund des Alliiertenrechts waren die Franzosen damals in der Lage eine Laufveranstaltung auf den Straßen der Innenstadt durchzusetzen, was zuvor keinem anderen Veranstalter in Deutschland gelungen war. Nach der erfolgreichen Premiere folgten zunächst die Marathonläufe in Frankfurt und Berlin sowie dann viele weitere Rennen. Die Berliner 25 km sind somit eine ,Mutter’ der deutschen Straßenlaufbewegung.
Das Jubiläumsrennen am 9. Mai soll sowohl breiten- als auch spitzensportlich für Furore sorgen. 2009 beteiligten sich an dem Rennen, in das auch wieder ein 10-km-Wettbewerb, eine 5x5-km-Staffel sowie ein Kinderrennen integriert werden, 9.871 Läufer aus 45 Nationen. Bei der 30. Auflage erwarten die Organisatoren nun über 10.000 Athleten. Spitzensportlich soll das Rennen weiter entwickelt werden, nachdem der Lauf im vergangenen Mai das hochklassigste 25-km-Rennen aller Zeiten war. Der Kenianer Matthew Koech gewann in hochkarätigen 1:13:24 Stunden, seine Landsfrau Peninah Arusei stellte mit 1:22:31 einen Streckenrekord auf. Nie zuvor gab es in Kombination der Siegzeiten derartige Ergebnisse bei einem 25-km-Straßenlauf.
Das erfolgreiche Konzept will ,Berlin läuft’ nun erstmals auch in Herne umsetzen: Hier werden am 18. April die BIG 25 Herne gestartet. „Die Stadt Herne ist auf uns zugekommen und es war schnell zu erkennen, dass Herne eine laufbegeisterte Region bietet und sich die Stadt sehr stark engagiert. Hinzu kam, dass unser Titelsponsor, die Online-Krankenkasse BIG, ganz in der Nähe in Dortmund ihren Hauptsitz hat. Da passte alles zusammen“, erklärt Race-Direktor Gerhard Janetzky, wie es zu dem neuen Rennen in Herne kam. Weitere Initiativen sind denkbar: „Wir führen eine besondere, traditionsreiche Marke fort. 25 km sind eine akzeptierte und unverwechselbare Distanz. Deswegen würde ich gerne auch im süddeutschen Raum ein solches Rennen etablieren“, sagt Gerhard Janetzky.
Text: race-news-service.com
Die Läufer-Predigt beim Berlin-Marathon

Kurz nach dem Start des Berlin-Marathons.
Foto: photorun.net
[22.12.2009] Traditionell predigt Pfarrer Klaus Feierabend am Abend vor dem Berlin-Marathon in der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche. Die nachfolgende Predigt hielt der frühere Marathonläufer, der 21 Mal das Rennen in der Hauptstadt absolvierte, im September:
Liebe erwartungsvolle Freunde!
Erwartungsvoll, das seid ihr ja gewiss wieder, heute Abend hier in der Blauen Kirche, zur Ökumenischen Abendandacht vor dem 36. Berlin-Marathon. Diesen schönen und heiteren Gottesdienst gibt es seit 1985, nun also das 25. Mal! Horst Milde, der Vater des inzwischen weltberühmten Laufes der Weltklasse, der immer stärker auch ein Volkslauf geworden ist, er, sein erster Renn-Direktor, ist auch der Initiator der Ökumenischen Abendandacht.
Damals, vor 25 Jahren, war der im Mai stattfindende Frankfurt-Marathon jedesmal für Berlin ein Ansporn für die eigene Spitzenleistung auf allen Gebieten, nicht nur bei den Bestzeiten der Sieger, auch was das Angebot für die Teilnehmer und seine Akzeptanz bei ihnen betraf. Frankfurt hatte heuer einen Gottesdienst? Den wollen wir auch! So geschah es: Knut Soppa, Pfarrer in dieser Gemeinde, hielt die erste Predigt, über den Psalm 121, vom „Fuß, den ER nicht gleiten lassen möge..!"
Wunderbar, wie geschaffen für die gefahrvoll Laufenden, die, wenn auch gut vorbereitet, sich nicht des Erfolges sicher sein konnten. Diese Tatsache wird uns allen in jedem weiteren Laufjahr immer klarer. Nach 1985 habe ich, mit einer Ausnahme, bis heute hier die Predigt halten dürfen, nun also die dreiundzwanzigste. Diese Angabe ist eher nicht beifallsträchtig, sondern Ausdruck einer staunenden Erinnerung an lauter Wunder. Eine erwartungsvolle, sogar neugierige, heitere Gemeinde ist das Wunder, stets von Neuem. So seid ihr! Ihr seid das Wunder, zumindest für mich, den alt gewordenen Prediger.
„Sie sind aber alt geworden, seit Sie hier wohnen“, sagte die über 80 Jahre alte Nachbarin zu mir, als sie an meinem Hausgarten in der Waldsiedlung Spandau vorbeiwackelte. Ich antwortete per göttlicher Eingebung: „Sie nicht! Sie sahen damals schon genau so aus wie heute."
Damals, das war vor neun Jahren. Da musste ich meine Laufserie von 21 Teilnahmen in Folge am Berlin-Marathon unterbrechen. Im Jahr darauf dann die zweiundzwanzigste, es blieb die letzte. Das ist eine erzählenswerte Geschichte, die ich aber für mich behalte, wortkarg, wie ich bin und ohne jedes Selbstmitleid. Meine älteste Tochter Almut wusste das anders einzuschätzen, schon im zarten Kindesalter. Als ich wegen einer Fußverletzung kaum gehen konnte und laufen schon gar nicht, allen Kummer jedoch für mich behielt, klingelte beim Mittagessen das Telefon, ich humpelte hin.
Da sagte die Dreijährige: „Jetzt erzählt er wieder von sein' Aua."
Das war vor 43 Jahren. Die Enkelkinder inzwischen durchschauen mich genau so präzise wie ihre Mutter damals. „Lass doch den Quatsch, Opa", meinten sie brutal sorglos, als ich vor sechs Jahren das endgültige Aus von Ärztemund zu hören bekam und außer mir war. Die ganze Familie fand folgenden Ärztespruch gut:
„Keine 42 km mehr, bestenfalls 'ne Predigt darüber, aber nicht über 15 Minuten, Herr Pfarrer!"
Dies alles vergessend, redete ich mir vor einem Jahr hier, in der Blauen Kirche, das Blaue vom Himmel herunter, als ich einen nochmaligen einmaligen Marathonversuch für's nächste Jahr ankündigte. Ihr erinnert euch, falls ihr dabei waret. Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: TORHEIT SCHÜTZT VOR ALTER NICHT! M.a.W.: Auch die Doofen bleiben nicht ewig jung!
Als meine wunderbare Frau F. mir zart bedeutete, ich sei doch langsam zu alt für den netten Unsinn, dachte ich: „Nein“, dachte ich, „auch sie!“ Inzwischen singe ich ihr auf dem Grabbänklein aus Stein und Holz fast täglich die Lieder, die sie mir sang und bin dort mit ihr verabredet.
Morgen gibt's in den Ev. Gemeinden offiziell den Predigttext aus Matthäus 6 zu hören, einem Teilstück der berühmten Bergpredigt Jesu. Ich lese mal vor und zwar aus der Lutherbibel.
Der Wortlaut wird vielen von euch vertraut sein, wie eine sonnige Erinnerung aus ferner Zeit:
25. Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?
26. Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?
27. Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?
28. Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Felde an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
29. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist, wie eine von ihnen.
30. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?
31. Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?
32. Nach all dem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.
33. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
34. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.
Mit diesen Bibelworten hat es eine wundersame Bewandtnis, jedenfalls geht es mir so mit ihnen: Ich kann mir gut vorstellen, dass sie tatsächlich aus Jesu Mund stammen. Nicht, dass ich das behaupte; dazu erscheint mir die verwickelte Geschichte der sog. Bergpredigt zu undurchdringbar. Man weiß längst, dass es sich um ein Kompendium verschiedener Reden Jesu handelt, oder sogar überarbeiteter und verfremdeter Reden Jesu. Ich aber, ich meine Jesus selbst zu hören. So könnte er gesprochen haben, ich vernehme seinen Herzton, dessen Frequenz ist mir vertraut.
Für's Verstehen dieser Worte ist es mir egal, ob sie wortwörtlich zu nehmen sind, fundamentalistisch sozusagen -, oder im übertragenen Sinn, bildlich also, allegorisch nennt man das in der Theologie: liberal sozusagen. Ich vertraue ihnen einfach. Ich sauge mein tiefstes Vertrauen aus ihren Zitzen. Das ist ein Bild, das Luther benutzt hat, ich tue das jetzt auch. Ich mache das so, wie die Sieben Geisslein es hätten machen müssen, um die Stimme der Mutter untrüglich unterscheiden zu können von der Stimmverfälschung durch den Wolf. Die Stimme der Mutter ist untrüglich.
Sie reicht weit in die Vergangenheit zurück. Für uns alle, die wir mal Kinder waren und Enkelkinder gewesen sind oder die wir inzwischen unsere Kinder und Enkel oder die der anderen beobachten und sehen, was da los ist, was da mit ihnen geschieht: Eine Flüsterflut murmelnder Wortkaskaden an den Kinderohren wird immer wieder zur tief im Herzen schlummernden Urerinnerung. Und es ergibt sich dabei immer wieder ein Erkennen, denn die Herztonfrequenz ist unverwechselbar.
Ein bestimmtes Wort, ein Halbsatz, eine Liedzeile bleibt aufbewahrt und gehört zur Quelle der jetzt benötigten Lebenskraft. Seht, so vernehmen wir beim Hören auf dieses leise und eindringliche Bibelgeraune die Urmutterstimme, die Stimme Gottes: „ICH BIN IMMER BEI DIR, HAB KEINE ANGST, ICH BIN IMMER DA!"
Hier, bei diesen überlieferten Jesusworten, höre ich sie und bin beruhigt. Das meint: Nicht bequatscht worden bin ich, sondern beruhigt, zur wirklichen inneren Ruhe gebracht, in der die Sorgen, die mich zerstören, zerstört sind.
Diese innere Ruhe wünsche ich auch DIR. Erbitte du sie dir! So wirst du morgen laufen können, und es wird dir das alles zufallen. Lauf!
AMEN.
Predigt von Pfarrer Klaus Feierabend im Rahmen des Berlin-Marathon
Goldenes Comeback von Hayley Yelling bei Cross-EM in Dublin

Hayley Yelling schaffte mit ihrem Sieg eine Sensation in Dublin.
Foto: photorun.net
[14.12.2009] Afrikanisches Lauftalent und britischer Kampfgeist haben sich bei den ,Spar Crosslauf-Europameisterschaften’ vor gut 5.000 Zuschauern in Dublin durchgesetzt. Der aus Äthiopien stammende und inzwischen für Spanien startende Youngster Alemayehu Bezabeh und die 35-jährige Britin Hayley Yelling gewannen die Goldmedaillen. Während Bezabeh die beiden großen Favoriten Mo Farah (Großbritannien) und Serhiy Lebid (Ukraine) auf die Ränge zwei und drei verwies, ist Yellings Triumph eine Sensation und eines der größten Comebacks in der Geschichte des Crosslaufes.
Ordentlich schlug sich bei trockenem und kaltem Wetter auf dem teilweise matschigen Kurs des Santry Parks von Dublin im Männerrennen Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen/Kieler TB). Er belegte über die 9,997 km Rang 19 in 32:02 Minuten und schaffte damit die avisierte Qualifikation für die Cross-WM im nächsten März in Bydgoszcz (Polen). Bei den Frauen musste sich Simret Restle (Eintracht Frankfurt) über 8,018 km in 29:40 Minuten als beste Deutsche mit Rang 33 zufrieden geben. Besser sah es für die Deutschen bei den Juniorinnen aus. Hier wurde über 4,039 km Corinna Harrer (LG Regensburg) Vierte in 14:33 Minuten. In der Teamwertung belegten die deutschen Juniorinnen sogar Platz drei.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Cross-EM stellen die Spanier einen Europameister im Männerrennen: Alemayehu Bezabeh gewann das Rennen in Dublin. Obwohl es bereits die 16. Auflage dieser Titelkämpfe war, ist der Sieger erst der sechste Europameister bei den Männern auf dieser Strecke. Das hängt in erster Linie mit der außergewöhnlichen Siegserie von Serhiy Lebid zusammen, der alleine achtmal gewann.
Mo Farah entschied sich dafür, das Rennen schnell zu machen und dieses Mittel hatte gegen seinen vermeintlich stärksten Rivalen Erfolg: Während der 26-jährige Londoner an der Spitze das Tempo bestimmte, kam Serhiy Lebid zu keiner Zeit des Rennens an ihn heran. Aber einen anderen wurde Mo Farah nicht los: Alemayehu Bezabeh galt schon vor einem Jahr bei der Cross-EM in Brüssel als Mitfavorit. Damals wurde er Siebenter, dieses Mal war der 23-Jährige ganz vorne.
In der vierten Runde übernahm Alemayehu Bezabeh, der als Elfter im olympischen 5.000-m-Finale von 2008 der beste Europäer gewesen war, die Führung von Mo Farah. Der Brite blieb jedoch zunächst dran, während sich der Vorsprung der beiden auf den drittplatzierten Serhiy Lebid zunehmend vergrößerte. Bezabeh setzte sich dann in Runde fünf etwas ab, doch Farah kämpfte sich eingangs der letzten Runde wieder heran. Der Brite gab alles und rannte im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Umfallen, doch es nutzte nichts. 500 Meter vor dem Ziel zog der Spanier davon und gewann in 30:45 Minuten vor Farah (31:02), der im Ziel zu Boden sackte.
„Das ist mein erster großer Sieg, deswegen bin ich besonders glücklich“, erklärte Alemayehu Bezabeh, während Serhiy Lebid meinte: „Es war ein normales Cross-Rennen – hart und schnell. Ich hatte eine Leistenverletzung zwei Wochen vor Dublin und konnte deswegen drei Tage nicht trainieren. Ich wollte gewinnen, aber aufgrund der Verletzung bin ich zufrieden mit Bronze.“ Die Spanier Sergio Sanchez (31:26) und Ayad Lamdassem (31:30) belegten die nächsten beiden Ränge hinter Lebid und sicherten damit ihrem Land das Team-Gold vor Großbritannien und Italien. Bemerkenswert war in Dublin einmal mehr die Breite der Spitze bei den Briten, die als einzige Nation in allen sechs Entscheidungen (darunter vier Nachwuchsrennen) mit ihren Teams jeweils Medaillen holten.
Die Überraschung des Tages sahen die Zuschauer jedoch im Frauenrennen: Hayley Yelling hatte ihre Karriere ursprünglich vor einem Jahr beendet und arbeitet seitdem als Mathematik-Lehrerin in der Nähe von London. Jetzt lief sie beim Comeback allen davon und siegte im Alleingang. „Ich hatte nicht gedacht, dass ich mich überhaupt qualifiziere für die EM geschweige denn, dass ich gewinnen könnte“, erklärte Yelling, die über die 8,018-km-Strecke nach 27:49 Minuten vor Rosa Morato (Spanien/27:56) und Adrienne Herzog (Niederland/28:04) im Ziel war. Für Hayley Yelling war es der zweite Cross-EM-Sieg nach 2004, als sie in Heringsdorf gewonnen hatte.
Es war ebenfalls überraschend, dass in Dublin keine der favorisierten Portugiesinnen eine Medaille gewinnen konnte. Jessica Augusto (28:11), die im vergangenen Jahr Zweite war, Ines Monteiro (28:14) und Dulce Felix (28:19) belegten die Ränge vier, fünf und sechs. Als Trost bekamen sie immerhin die Team-Goldmedaille, die sie vor den Britinnen und den Spanierinnen gewannen.
Keine der Favoritinnen war Hayley Yelling gefolgt, als diese sich schon in der Anfangsphase des Rennens gelöste hatte. Die Engländerin hatte keine auf der Rechnung und auch sie selbst ging davon aus, dass sie bald eingeholt werden würde. „Ich wollte einfach schnell loslaufen, weil ich weiß, dass ich dann immer besser laufe – ich renne los und versuche so lange wie möglich vorne zu bleiben. Ich dachte, sie werden mich alle überholen, aber glücklicherweise passierte das nicht.“
Nach knapp der Hälfte des Rennens hatte sich 20 Meter hinter Yelling eine starke Fünfer-Gruppe formiert: Jessica Augusto, Adrienne Herzog, Rosa Morato, Dulce Felix und Ines Monteiro. Die irischen Fans mussten dagegen ihre Medaillenhoffnungen begraben, denn Mitfavoritin Mary Cullen hatte den Kontakt verloren und wurde schließlich nur Zwölfte in 28:45 Minuten, einen Platz hinter ihrer Landsfrau Fionnuala Britton (28:39).
Es war dann Rosa Morato, die die Pace verschärfte und die Verfolgergruppe auseinander riss. Es sah so aus, als ob es nur noch eine Sache von wenigen Minuten wäre, bis Morato und Jessica Augusto die führende Britin einholen würden. Aber dazu kam es nicht. Yelling fand wieder einen guten Rhythmus und rannte stellenweise sogar außen um Matschpassagen herum – das war der längere Weg, doch er sparte Kraft. Verfolgerin Morato nahm die direkte Route und wurde zunehmend müder. So war die Sensation perfekt: Hayley Yelling gewann den Titel.
Text: race-news-service.com
Cross-EM in Dublin: Mo Farah will Serhiy Lebids Gold-Serie stoppen

Serhiy Lebid ist bei der Cross-EM, wie vor einem Jahr in Brüssel, in seinem Element. Schräg rechts hinter ihm läuft sein größter Konkurrent, Mo Farah.
Foto: photorun.net
[11.12.2009] Eine einmalige Erfolgsserie will der Ukrainer Serhiy Lebid am Sonntag in Dublin fortsetzen: Bei der 16. Auflage der Crosslauf-Europameisterschaften geht er nicht nur zum 16. Mal an den Start sondern er kann zum neunten Mal den Titel gewinnen. Der erfolgreichste Läufer der Cross-EM-Geschichte gilt erneut als Favorit. Während Lebid Gold Nummer neun erringen möchte, hofft die Portugiesin Jessica Augusto auf ihren ersten Cross-EM-Sieg im Frauenrennen. Deutschland ist mit kompletten Teams bei der EM vertreten. Die besten Chancen hat voraussichtlich Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen/Kieler TB), für den eine Platzierung unter den Top 20 ein Erfolg wäre und die Cross-WM-Qualifikation bedeuten würde.
Mit Dublin hat der europäische Leichtathletik-Verband (European Athletics) eine sicherlich gute Wahl beim Austragungsort getroffen. Denn Crosslaufen hat in Irland große Tradition und ruft nach wie vor starkes Interesse hervor.
Serhiy Lebid ist zuletzt vor rund zwei Monaten ein Rennen gelaufen. Dabei wurde er bei einem 10-km-Straßenlauf in Italien (,Giro al Sas’) Vierter und war bester Europäer. Wenn er auf diese Form im Training aufbauen konnte, wird der 34-Jährige sicherlich wiederum in Topform sein. Dann wäre es keine Überraschung, wenn Lebid tatsächlich zum neunten Mal den Titel gewinnen würde. „Die Crosslauf-Europameisterschaften sind mein Event. Natürlich will ich zurückkommen und hier erneut gewinnen“, hatte der Ukrainer nach seinem Sieg vor einem Jahr in Brüssel angekündigt.
Der Brite Mo Farah dürfte derjenige sein, der Serhiy Lebid am Sonntag auf der voraussichtlich matschigen 9,997-km-Strecke am ehesten die Tour vermasseln könnte. Er kam im vergangenen Jahr als Zweiter bis auf acht Sekunden an den Ukrainer heran. Doch gegen den starken, langen Schlussspurt von Lebid hatte Farah damals keine Chance.
Dabei weiß der Brite im Prinzip wie man Lebid schlagen kann – die Frage ist nur ob ihm das auch im Crosslauf gelingt, wenn der Ukrainer in Topform ist. Farah hatte ihn bei der Cross-EM 2006 tatsächlich besiegt und den Titel gewonnen, damals jedoch hatte Lebid Probleme, war nicht in Form und wurde Elfter. Im direkten Vergleich der beiden führt Farah übrigens mit 5:4 Siegen. Und in diesem Jahr hat der Brite seinen Konkurrenten sowohl auf der Straße (10 km in London im Mai) als auch auf der Bahn (5.000 m bei den ,European Team Championships’ in Leiria im Juni) besiegt. Aber ein matschiges Crossrennen ist etwas anderes. Das letzte Rennen von Mo Farah dürfte dem Briten allerdings einiges Selbstvertrauen gegeben haben. Denn Ende Oktober gewann er die 10 Meilen von Portsmouth (gut 16 km) bei nicht idealen Wetterbedingungen in flotten 46:25 Minuten.
Schwedens Hindernisspezialist Mustafa Mohamed und der Spanier Alemayehu Bezabeh könnten sich in das spannende Duell zwischen Lebid und Farah einmischen. Mohamed war vor einem Jahr Dritter, so dass alle drei Medaillengewinner von Brüssel in Dublin ins Rennen gehen. Die Iren hoffen währenddessen auf eine Überraschung von Martin Fagan und Alistair Cragg. Fagan hatte sich in diesem Jahr im Halbmarathon auf erstklassige 60:57 Minuten gesteigert.
Bei den Frauen sind auf der 8,018-km-Strecke vor allen die Portugiesinnen im Rennen um das EM-Gold. Dabei will Jessica Augusto nach ihrem zweiten Platz 2008 am Sonntag gewinnen. Im vergangenen Jahr fühlte sie sich schon ein bisschen wie die Siegerin, „denn ich war die erste Europäerin im Ziel“. Das war ein kleiner Seitenhieb auf die aus Kenia stammende Hilda Kibet, die für Holland den Titel gewann. Derartiges wird am Sonntag nicht passieren, denn Kibet verzichtet auf den Start in Dublin. Portugal hat aber noch drei weitere aussichtsreiche Läuferinnen im Rennen: Ines Monteiro war bereits im vergangenen Jahr Dritte, Dulce Felix hat 2009 eine Reihe von persönlichen Bestzeiten aufgestellt und auch Ana Dias ist stark einzuschätzen. Da wird es Irlands Hoffnung Mary Cullen, die in Brüssel 2008 Vierte war und dann Platz drei bei der Hallen-EM über 3.000 m belegte, nicht einfach haben.
Zwei frühere Cross-Europameisterinnen werden am Sonntag wieder ins Rennen gehen: Die Britin Hayley Yelling (2004) und Tetyana Holovchenko (Ukraine/2006). Zudem ist die Frau dabei, die in der Cross-EM-Geschichte bisher die meisten Medaillen gewonnen hat. Das ist die Serbin Olivera Jevtic, die das Kunststück fertig brachte, fünfmal dritte Plätze belegt zu haben. 1997, ’98, ’99, 2000 und ’06 gewann sie jeweils Bronze.
Im Gegensatz zu früheren Jahren ist dieses Mal den deutschen Männern mehr zuzutrauen als den ersatzgeschwächten Frauen. Steffen Uliczka zeigte zuletzt gute Crosslauf-Form. Gemeinsam mit Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München), Christian Glatting (TV Wattenscheid) und Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) könnte er auch ein gutes Team-Ergebnis erreichen.
Text: race-news-service.com
Luke Kibet bricht Kursrekord im heißen Singapur

Luke Kibet gewinnt den Singapur-Marathon.
Foto: Standard Chartered Singapur-Marathon
[07.12.2009] In Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit ist Luke Kibet ganz in seinem Element. In derartigen Bedingungen gewann er 2007 in Osaka die Marathon-Goldmedaille bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Jetzt wiederholte der Kenianer seinen Vorjahressieg beim Standard Chartered Singapur-Marathon. Doch damit nicht genug: Bei Temperaturen von 31 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 77 Prozent stellte der 26-jährige Luke Kibet zudem mit 2:11:25 Stunden einen Streckenrekord auf.
Der Singapur-Marathon hat sich zu einer der größten und bedeutendsten Laufveranstaltungen im asiatischen Bereich entwickelt. Für das Rennen am Sonntag registrierten die Veranstalter eine Rekordzahl von mehr als 50.000 Anmeldungen. Eingerechnet sind hier auch die Teilnehmer über 10 km sowie einem Halbmarathonlauf. Über 15.000 starteten über die klassischen 42,195 km.
Der Erfolg von Luke Kibet ist umso beachtlicher, wenn man weiß, dass der Kenianer, der in den vergangenen Jahren immer wieder Verletzungspech hatte und auch ein Opfer der bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Kenia war, mit Achillessehnenproblemen lief. „Ich habe meine Achillessehne geschützt“, antwortete Luke Kibet auf die Frage, warum er nicht schon eher die Initiative ergriff und sich von seinem letzten Verfolger löste. Der Weltmeister von 2007 ließ es auf eine Spurtentscheidung ankommen. Dabei allerdings setzte sich Luke Kibet souverän gegen seinen Landsmann Johnstone Chepkwony durch, der mit acht Sekunden Rückstand in 2:11:33 Stunden Zweiter wurde. Auch der drittplatzierte Kenianer Vincent Krop blieb mit 2:11:51 noch unter dem alten Kursrekord. Vierter wurde John Kelai (Kenia/2:13:14). „Es war nicht ganz so schwül wie im vergangenen Jahr, dadurch konnten wir schneller rennen“, erklärte Luke Kibet, der seinen nächsten Marathon im April rennen möchte. „Eine Zeit von 2:11 Stunden in Singapur ist wie ein Ergebnis von 2:06 oder 2:07 an einem anderen, kühleren Ort“, sagte der zweitplatzierte Johnstone Chepkwony, der bereits 2008 Zweiter hinter Kibet gewesen war.
Im Rennen der Frauen sah alles nach einem Sieg der routinierten Lyubov Morgunova aus. Noch an der 30-km-Marke führte die 38-jährige Russin deutlich, doch dann kam ihre Landsfrau Albina Mayorova-Ivanova immer dichter heran und überholte die Führende schließlich bei 35 km. An der Halbmarathonmarke hatte Mayorova-Ivanova noch auf Rang zehn gelegen, dann startete sie ihre furiose Aufholjagd in der Hitze von Singapur. „Nach einer Babypause ist dieser Sieg ein wichtiger Schritt für meine weitere Karriere“, sagte die Russin und erklärte: „Nach der ersten Hälfte fühlte ich mich gut und konnte die Spitze vor mir noch sehen. Ich merkte, dass mein Rückstand nicht größer wurde.“ Die Siegzeit von 2:32:49 Stunden ist die zweitschnellste in der Geschichte des Singapur-Marathons. Lyubov Morgunova wurde in 2:34:49 Stunden vor der US-Amerikanerin Mary Akor-Beasley (2:36:44) Zweite.
Text: race-news-service.com
Tsegaye Kebede läuft Weltklassezeit in Fukuoka

Tsegaye Kebede lief in Fukuoka zum zweiten Mal in diesem Jahr unter 2:06 Stunden.
Foto: photorun.net
[07.12.2009] Mit der schnellsten Zeit, die je auf japanischem Boden gelaufen wurde, gewann Tsegaye Kebede am Sonntag den traditionsreichen Fukuoka-Marathon. Bei der 63. Auflage des reinen Männer-Eliterennens, das früher als inoffizielle Marathon-Weltmeisterschaft galt, verbesserte der 22-Jährige mit 2:05:18 Stunden seinen eigenen Kursrekord um fast eine Minute. 2008 hatte der Äthiopier in Fukuoka mit 2:06:10 gewonnen.
Mit großem Vorsprung siegte Kebede vor dem nicht mit ihm verwandten Landsmann Tekeste Kebede, der nach 2:07:52 Stunden im Ziel war. Dritter wurde in dem sehr gut besetzten Rennen der Ukrainer Dmytro Baranovsky in 2:08:19. Temperaturen von rund 10 Grad Celsius am Start boten trotz eines leichten Windes gute Bedingungen. So blieben in Fukuoka mit Dereje Tesfaye (Äthiopien/2:08:36) und dem Chicago-Marathon-Sieger des Jahres 2008, Evans Cheruiyot (Kenia/2:09:46), noch zwei weitere Athleten unter der 2:10-Stunden-Marke. Bester Japaner war auf Platz neun Tadashi Shitamori (2:14:42).
„Ich bin froh, dass es mir gelungen ist, schneller zu laufen als ich es selbst erwartet hatte“, erklärte Tsegaye Kebde, der in der Jahresweltbestenliste mit seiner Zeit von Fukuoka an fünfter Stelle steht. „An der 30-km-Marke war ich überzeugt, dass ich gewinnen kann und als ich später die 40-km-Zwischenzeit sah, wusste ich, dass ich meine eigene Bestzeit noch unterbieten könnte.“ Seinen persönlichen Rekord verbesserte er schließlich um zwei Sekunden.
Zunächst hatten die Tempomacher John Kales (Kenia) und Samson Ramadhani (Tansania) die Spitzengruppe genau nach Plan zu einer Halbmarathonzeit von 63:05 Minuten geführt. Zwischen Kilometer 25 und 30 startete Tsegaye Kebede dann seine Initiative und forcierte das Tempo. Den 30-km-Punkt erreichte er nach 1:29:47 Stunden, gefolgt von Dereje Tesfaye, Evans Cheruiyot und Tekeste Kebde. Doch bald konnten seine Konkurrenten nicht mehr mithalten, denn Tsegaye Kebede lief ab Kilometer 30 mit 1000-m-Zeiten von deutlich unter drei Minuten den schnellsten Abschnitt im Rennen. 29:14 Minuten benötigte er für die 10 km von 30 bis 40 km.
Der erneute Triumph von Tsegaye Kebede in Fukuoka ist keine Überraschung. Nachdem er sich als 20-Jähriger vor zwei Jahren mit einem achten Platz in Amsterdam auf 2:08:16 Stunden gesteigert hatte, gelang dem Äthiopier 2008 der Durchbruch. Bei den Olympischen Spielen wurde er in Peking Dritter, nachdem er zuvor den Paris-Marathon gewonnen hatte. Dem Sieg in Fukuoka 2008 folgte dann ein zweiter Platz in London im April 2009 mit einer Steigerung auf 2:05:20 Stunden. Beim WM-Marathon in Berlin gewann Tsegaye Kebede im August erneut Bronze. Sein nächstes Rennen über die klassische Distanz steht bereits fest: Er wird im April wieder in London starten. Zum ersten Mal ist Kebede in diesem Jahr übrigens der schnellste äthiopische Marathonläufer. In der Jahresbestenliste steht er vor Haile Gebrselassie.
Text: race-news-service.com
Mikitenko und Wanjiru kehren nach London zurück

Irina Mikitenko und Sammy Wanjiru nach dem London-Marathon 2009.
Foto: photorun.net
[03.12.2009] Irina Mikitenko und Sammy Wanjiru werden am 25. April 2010 beim Virgin London-Marathon an den Start gehen. Beide kehren als Titelverteidiger zu dem Rennen zurück und sind zudem die aktuellen Sieger der World Marathon Majors (WMM)-Serie. Der kenianische Olympiasieger Sammy Wanjiru hatte im April mit 2:05:10 Stunden den Londoner Kursrekord aufgestellt. Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) will 2010 als zweite Frau nach Katrin Dörre-Heinig einen Hattrick beim London-Marathon schaffen. Ihre Landsfrau hatte den Lauf von 1992 bis 1994 jeweils gewonnen. Race-Direktor David Bedford macht es allerdings Wanjiru und Mikitenko nicht einfach, denn er hat ein hochkarätiges Feld für das Rennen verpflichtet.
Trotz seiner starken Londoner Bestzeit von 2:05:10 Stunden wird Sammy Wanjiru nur der drittschnellste Läufer im Feld sein – so gut ist die Besetzung des WMM-Rennens. Gleich sechs Athleten wurden verpflichtet, die die 42,195 km bereits unter 2:05:30 Stunden gelaufen sind. Der schnellste im Feld ist dabei Duncan Kibet (Kenia), der sich in diesem Jahr als Sieger von Rotterdam auf 2:04:27 Stunden steigerte und damit auch die Jahresweltbestenliste anführt. Ebenfalls schon schneller als Wanjiru war der aktuelle Marathon-Weltmeister Abel Kirui (Kenia), der mit einer Bestzeit von 2:05:04 nach London reisen wird. Martin Lel (Kenia/2:05:15), Tsegaye Kebede (Äthiopien/2:05:20) und Jaouad Gharib (Marokko/2:05:27) blieben ebenfalls schon unter 2:05:30.
„Ich bin froh, dass ich wieder nach London zurückkehren kann“, erklärte der erst 23-jährige Sammy Wanjiru, der 2008 bei dem Rennen bereits den zweiten Platz hinter Martin Lel belegt hatte. „In London sind immer die besten Athleten der Welt am Start. Aber mit Gegnern wie Duncan, Abel und Martin wird es noch härter als zuvor. Ich werde alles geben, um meinen Titel zu verteidigen.“
Anders als bei den Männern ist die Titelverteidigerin auch diejenige mit der schnellsten Bestzeit im Feld: Die deutsche Rekordlerin Irina Mikitenko war in Berlin 2008 nach 2:19:19 Stunden im Ziel. Sechs Athletinnen stehen auf der Londoner Startliste, die bereits unter 2:22 gelaufen sind, gleich zwölf weisen Bestzeiten von unter 2:25 auf. Darunter ist auch Deena Kastor (USA), die 2006 an der Themse mit 2:19:36 den amerikanischen Rekord aufgestellt hatte. Die Olympiasiegerin von Peking 2008, Constantina Dita (Rumänien), wird ebenso in London laufen wie die Weltmeisterin von Berlin 2009, Bai Xue (China). Sehr stark einzuschätzen ist auch Liliya Shobukhova. Die Russin hatte bei ihrem Debüt in London im April den dritten Rang belegt und gewann dann im Oktober den Chicago-Marathon. Während Mara Yamauchi (Zweite hinter Mikitenko im April) wieder auf der Startliste steht, fehlt eine andere Britin: Paula Radcliffe. Es heißt, die Weltrekordlerin (2:15:25) plane 2010 ein weiteres Babyjahr, so dass sie dann keine Wettkämpfe bestreiten könnte.
„Es ist mein Ziel, zum dritten Mal in London zu gewinnen, obwohl ich weiß, dass es angesichts der starken Konkurrenz sehr schwer wird“, erklärte Irina Mikitenko. „Ich laufe gerne in London und bin bestrebt am 25. April topfit zu sein, um die Herausforderung annehmen zu können.“
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