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Günther Weidlinger überrascht beim Great Australian Run

Günther Weidlinger beeindruckte am Sonntag in Melbourne.
Foto: photorun.net
[30.11.2009] In Down Under war Günther Weidlinger ganz oben: Der Österreicher sorgte beim Great Australian Run in Melbourne am Sonntag für eine dicke Überraschung. Er gewann das 15-km-Rennen in flotten 43:01 Minuten und ließ dabei unter anderen den Marathon-Olympiasieger Sammy Wanjiru hinter sich. Einen unerwarteten Ausgang nahm bei regnerischem Wetter auch das Frauenrennen. Hier setzte sich die Australierin Nikki Chapple in 50:18 Minuten durch. Pech hatte Irina Mikitenko (TV Wattenscheid), die kurz vor dem geplanten Abflug nach Melbourne eine fiebrige Erkältung bekam. Die aktuelle World Marathon Majors-Siegerin musste deswegen auf die Reise und den Start verzichten.
„Ich habe mich von Beginn an gut gefühlt und habe deshalb das Tempo frühzeitig etwas forciert“, erklärte Günther Weidlinger, der sich bereits auf dem zweiten Kilometer gemeinsam mit Sammy Wanjiru (Kenia) und dem Australier Collis Birmingham an die Spitze setzte. Im Laufe des Rennens fielen zunächst Wanjiru und dann auch Birmingham zurück. Weidlinger dagegen konnte auf dem letzten 5-km-Abschnitt noch zulegen. Er absolvierte dieses Stück in 14:16 Minuten. Collis Birmingham wurde schließlich mit 18 Sekunden Rückstand hinter dem 31-jährigen Österreicher Zweiter. An Wanjiru, der erst 36 Stunden vor dem Rennen in Australien eingetroffen war, lief auch noch Martin Dent (Australien) vorbei, der in 44:00 Dritter wurde. Der Kenianer belegte in 44:20 Rang vier.
Nach einem verkorksten ersten halben Jahr erlebt Günther Weidlinger nun einen tollen Herbst. Akribisch hatte er sich auf sein Marathon-Debüt in Wien im April vorbereitet. Doch bei seinem 2:12:39-Stunden-Rennen konnte er nicht sein 100-prozentiges Leistungsvermögen abrufen. Weidlinger lief mit einem Verletzungsproblem, das zudem nicht richtig diagnostiziert worden war. Zunächst nahm man an, es handele sich um einen Leistenbruch. Umsonst wurde er dann an der Leiste operiert. Diagnostiziert wurde dabei ein angeblicher Ermüdungsbruch im Becken, doch auch das war falsch. Es handelte sich um eine Muskelansatzentzündung im Becken.
Durch die Fehldiagnosen hatte Günther Weidlinger viel Trainingszeit verloren. Dann jedoch gelang ihm ein erstaunliches Rennen beim Commerzbank Frankfurt-Marathon. Vor gut einem Monat stellte er am Main mit 2:10:47 einen österreichischen Marathonrekord auf und belegte in dem hochklassigen Feld Rang zehn. Nun siegte er in Melbourne und verfehlte die europäische Jahresbestzeit des Iren Martin Fagan über 15 km um nur vier Sekunden.
Bei den Frauen hatte sich die 28-jährige Nikki Chapple in der Mitte des Rennens von den bis dahin führenden Benita Willis (Australien) und Fernanda Ribeiro (Portugal) lösen können. Sie lief im zweiten Teil noch einen großen Vorsprung heraus und gewann in 50:18 Minuten vor der vermeintlichen Favoritin Benita Willis. Die Cross-Weltmeisterin des Jahres 2004 wurde in 51:15 knapp vor der Britin Helen Clitheroe (51:17) Dritte. Rang vier belegte Fernanda Ribeiro mit 51:41.
Text: race-news-service.com
Mikitenko, Wanjiru und Weidlinger starten in Melbourne

Auf Deena Kastor (links) wird Irina Mikitenko wie zuletzt in Chicago auch in Melbourne treffen.
Foto: photorun.net
[25.11.2009] Irina Mikitenko wird am kommenden Sonntag beim Great Australian Run an den Start gehen. Damit kehrt sie praktisch noch einmal in die Sommersaison zurück, denn in Melbourne erwarten die Läuferin des TV Wattenscheid Temperaturen von deutlich über 20 Grad Celsius. Bei dem 15-km-Rennen in Australien trifft Irina Mikitenko auf hochkarätige Konkurrenz.
„Ich freue mich darauf, zum zweiten Mal in meiner Karriere in Australien starten zu können, denn ich habe sehr schöne Erinnerungen an die Olympischen Spiele in Sydney 2000“, sagte Irina Mikitenko bevor sie nach Australien flog. Sie hatte 2000 im 5.000-m-Finale einen hervorragenden fünften Platz belegt. Der Great Australian Run wird für sie der erste Wettkampf seit ihrem zweiten Platz beim Bank of America Chicago-Marathon sein. Nach dem US-Rennen am 11. Oktober joggte sie zwar 13 Tage später locker beim Berliner Human Race zum Sieg über 10 km in 34:56 Minuten, doch mit dem Training begann Irina Mikitenko erst Anfang November wieder.
Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit reist Irina Mikitenko nicht mit zu großen Erwartungen nach Melbourne. „Es geht hier nicht um das Erreichen von bestimmten Zeiten sondern um eine bestmögliche Platzierung in einem sehr stark besetzten Lauf. Ich will locker ein gutes Rennen laufen.“ Zu Irina Mikitenkos Konkurrentinnen zählen zwei der besten weißen Läuferinnen dieses Jahrzehnts: Deena Kastor (USA) und Benita Willis (Autralien). Kastor hat beim Olympia-Marathon 2004 in Athen die Bronzemedaille gewonnen. Willis, deren Mädchenname Johnson war, wurde im gleichen Jahr sensationell Crosslauf-Weltmeisterin. „Das wird sicherlich ein spannendes Rennen“, sagt Irina Mikitenko. Der Great Australian Run gilt als hochklassigster Straßenlauf in Down Under.
Bei den Männern ist der Marathon-Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia) der Star des Rennens. Er trifft unter anderen auch Craig Mottram (Australien) und den neuen österreichischen Marathonrekordler Günther Weidlinger.
Text: race-news-service.com
Steffen Uliczka und Julia Viellehner dominieren Darmstadt-Cross

Steffen Uliczka, Christian Glatting und Sebastian Hallmann (von links) beim Darmstadt-Cross.
Foto: wus-media
[23.11.2009] Die erwarteten Favoritensiege gab es durch Steffen Uliczka und Julia Viellehner bei der 25. Auflage des Darmstadt-Cross’, zugleich der zweite Wertungslauf des Deutschen Cross-Cups. Auf dem nahezu komplett einsehbaren Rundkurs auf der Lichtwiese unweit des Hochschulstadions sorgten vor allem aber die engagiert auftretenden Nachwuchsläufer für so manche Überraschungen, so dass es den anwesenden Disziplintrainern des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) nicht leicht fallen dürfte, die Mannschaften für die Cross-Europameisterschaften am 13. Dezember in Dublin zusammen zu stellen. Letzten Aufschluss soll dabei ein weiteres Sichtungsrennen bereits am kommenden Sonntag (29. November) im belgischen Roeselare geben.
„Die Hatz mit drei Sichtungsrennen ist ein Unding“, sagten zahlreiche Trainer der betroffenen Athleten am Rande des Cross-Parcours auf der Lichtwiese. „Es spricht für eine undurchsichtige und konzeptionell nicht ausgereifte Planung in Richtung Cross-EM. Es kostet den Vereinen nur eine Stange Geld und verschleißt die Athleten.“ Derartig kritische Töne mussten sich die DLV-Lauftrainer in Darmstadt anhören, zumal alleine in den Nachwuchsklassen ein gewisses Überangebot an EM-Kandidaten besteht. Bei den Männern und Frauen hingegen zeigte sich hinter den beiden Besten, Steffen Uliczka und Julia Viellehner, ein sehr bedenkliches Niveau. Vor diesem Hintergrund kann sich Langstreckentrainer Detlef Uhlemann sogar nur Einzelstarter anstelle von kompletten Teams in Dublin vorstellen.
„Das Rennen hat mir viel Spaß gemacht“, erklärte Steffen Uliczka, der nach Pforzheim nun auch in Darmstadt die Nase vorne hatte. Über die 10,3-km-Distanz war er nach 31:52 Minuten im Ziel. „Ich habe gemerkt, dass Sebastian Hallmann nicht mehr folgen konnte, deshalb konnte ich mein Ding durchziehen.“ Für den Hindernismann aus dem Schleswig-Holsteinschen ist die Cross-Saison ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur erweiterten europäischen Hindernisspitze. „Ich möchte bei der Cross-EM in Dublin unter die ersten zwanzig kommen, das ist nämlich das Qualifikationskriterium für die Cross-WM im Frühjahr. Auch wenn ich dadurch erst später in die Bahnsaison einsteigen kann.“ An Selbstbewusstsein mangelt es Steffen Uliczka keineswegs, schließlich sucht er die internationalen Vergleiche und hofft auf einen Durchbruch bei den Europameisterschaften in Barcelona. „2009 stehe ich in der europäischen Bestenliste auf Position 14 über die Hindernisse. Warum soll mit einem Ausreißer nicht auch ein Platz unter die besten acht machbar sein.“
In 32:05 belegte hinter Uliczka wie in Pforzheim Sebastian Hallmann Rang zwei. „Mehr geht derzeit nicht. Das ist das, was mit sieben Wochen Training machbar ist.“ Einen glänzenden Eindruck hinterließ auf dem flachen Wiesengelände der 23-jährige Christian Glatting, der lange Zeit mit Uliczka und Hallmann das Spitzentrio bildete und erst in der Schlussphase etwas an Boden verlor. Er wurde Dritter in 32:25 Minuten. „Christian muss sich in Roeselare noch einmal stellen. Er ist auf jeden Fall ein Kandidat für Dublin“, sagte Uhlemann über die forsche Vorstellung des Wattenscheiders. Die Chance möchte allerdings auch Marathonmann Martin Beckmann wahrnehmen, der als Vierter vor Richard Friedrich und Filmon Ghirmai, dem Deutschen Meister über 10.000 m und Hindernis, ins Ziel einlaufen konnte.
Auch wenn die engagiert laufende Ingalena Heuck in der Schlussphase näher aufrückte, der klare Tagessieg für Julia Viellehner war auf der 8.500 m langen Distanz längst gesichert. „Ich war überrascht, dass Leni und die anderen so schnell weg waren und ich alleine das Tempo laufen musste. Allerdings tat mir zwei Runden lang der Fuß richtig weh. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist“, sagte Viellehner, die nach 30:24 Minuten im Ziel war. Als Vorsichtsmaßnahme ließ sich die junge Passauerin direkt von der Siegerehrung in ein nahe gelegenes Krankenhaus fahren.
Nahezu im 10-Sekunden-Rhythmus folgten Ingalena Heuck, Saskia Jansen und Stephanie Beckmann auf den nächsten Plätzen. Enttäuschend verlief für Heike Bienstein – im vergangenen Jahr Sechste bei der EM der unter 23-Jährigen – der Auftritt in Darmstadt, als Sechste lag die Dortmunderin doch merklich zurück. „Mir wurde eingangs der letzten Runde richtig schwindlig und schwarz vor den Augen. In Roeselare möchte ich auf jeden Fall meine EM-Chance nutzen.“
Text: race-news-service.com / Wilfried Raatz
Great Ethiopian Run mit 34.000 Läufern in Addis Abeba

Das riesige Läuferfeld beim Great Ethiopian Run in Addis Abeba.
Foto: photorun.net
[22.11.2009] Der Great Ethiopian Run hat am Sonntag einmal mehr Maßstäbe gesetzt: Rund 34.000 Läufer gingen bei dem 10-km-Rennen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba an den Start. Damit war diese Veranstaltung der größte Lauf den der afrikanische Kontinent bisher gesehen hat. Im vergangenen Jahr hatte der Great Ethiopian Run 31.500 Teilnehmer. Für das Rennen am Sonntag hatten sich 33.000 Läufer gemeldet, jedoch mischten sich dann, so berichten die Organisatoren in einer Pressemitteilung, bis zu 2.000 weitere ohne Startnummer in das riesige Feld.
Der Great Ethiopian Run steht unter der Schirmherrschaft von Äthiopiens Lauf-Superstar Haile Gebrselassie. Der Marathon-Weltrekordler gab zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt sowie Paula Radcliffe den Startschuss. Die britische Marathon-Weltrekordlerin war als Ehrengast nach Addis Abeba gereist. Vor Ort war zum ersten Mal auch der Race-Direktor des Berlin-Marathons, Mark Milde. Möglicherweise hat er die Gelegenheit genutzt, um mit Haile Gebrselassie über einen erneuten Start bei dem Rennen im September 2010 zu sprechen.
Die Veranstaltung in Addis Abeba gehört als eines von zwei internationalen Rennen zur britischen Great Run-Serie. Aufgrund des englischen Hintergrundes spielt inzwischen sogar bei dem Rennen in Äthiopien das Charity-Laufen eine Rolle. Am Sonntag sammelten Läufer insgesamt über 500.000 äthiopische Birr (rund 27.000 Euro). Das zeigt, dass Charity-Running (mit ausländischer Hilfe) sogar in armen Ländern wie Afrika funktionieren kann.
Der Great Ethiopian Run ist immer auch eine Gelegenheit für äthiopische Talente, auf sich aufmerksam zu machen. Vor zwei Jahren hieß die Siegerin zum Beispiel Wude Ayalew. Die damals kaum bekannte Läuferin wurde in diesem Sommer WM-Dritte über 10.000 m in Berlin.
Am Sonntag gewann Tilahun Regassa in der dünnen Höhenluft von Addis Abeba das Männerrennen, nachdem er erst auf den letzten 200 Metern den bis dahin führenden Aberu Kuma überholt hatte. Regassa wurde in der neuen Streckenrekordzeit von 28:36 Minuten gestoppt und war eine Sekunde vor Kuma im Ziel. Dritter wurde Feyisa Lelisa mit 28:41. Auch bei den Frauen fiel der Kursrekord auf der 10-km-Strecke. Hier setzte sich Koreni Jelila souverän in 33:03 Minuten vor Amane Godane (33:18) und Belaynesh Oljira (33:38) durch.
Text: race-news-service.com
Russin Inga Abitova gewinnt Yokohama-Marathon

Die Spitzengruppe auf dem Weg durch Yokohama.
Foto: photorun.net
[16.11.2009] Einen Monat nach dem Sieg von Liliya Shobukova in Chicago hat eine weitere Russin einen hochklassig besetzten Marathonlauf gewonnen: Inga Abitova siegte in Yokohama (Japan) ebenso überlegen wie ihre Landsfrau in den USA. Die 27-Jährige gewann das Rennen in 2:27:18 Stunden bei warmen Temperaturen von rund 20 Grad Celsius.
Zum ersten Mal fand in Yokohama am Sonntag ein hochklassiger Frauen-Elitemarathon statt. Dies hat damit zu tun, dass vor einem Jahr das traditionsreiche Frauenrennen in Tokio zum letzten Mal stattgefunden hatte. In der japanischen Hauptstadt gibt es inzwischen nur noch einen Elite- und Massenmarathon, der jetzt im März stattfindet. Früher gab es in Tokio zwei Marathon-Eliteläufe – einen für die Männer im Februar und einen für die Frauen im November. Der neue Yokohama-Marathon ersetzt nun das Herbstrennen von Tokio.
Entsprechend hochklassig besetzt war die Premiere. Am Start stand neben der aktuellen Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien) auch die Olympiazweite und zweifache Marathon-Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia). Doch die olympische Goldmedaillengewinnerin konnte am Sonntag in der entscheidenden Phase nicht in das Rennen um den Sieg eingreifen. Dita kam schließlich als Elfte in 2:36:06 Stunden ins Ziel.
Kurz vor der 30-km-Marke hatte Inga Abitova das Tempo forciert und damit die Spitzengruppe auseinander gerissen. Einzig Catherine Ndereba war in der Lage, der Russin noch ein paar Kilometer zu folgen, doch bald darauf konnte auch die Kenianerin nicht mehr mithalten. Inga Abitova, die die amtierende 10.000-m-Europameisterin ist und über diese Distanz 2008 Olympia-Sechste war, vergrößerte ihren Vorsprung von Kilometer zu Kilometer. Schließlich war sie in 2:27:18 Stunden vor Kiyoko Shimahara (2:28:51) im Ziel. Die Japanerin hatte in der Endphase des Rennens noch Catherine Ndereba auf Platz drei verdrängt (2:29:13). Vierte wurde die Italienerin Bruna Genovese in 2:29:57. Inga Abitova hatte im Frühjahr erstmals im Marathon auf sich aufmerksam gemacht, als sie sich in London mit einem sechsten Platz auf 2:25:55 Stunden gesteigert hatte. Es war ihr erstes Rennen unter 2:30 Stunden über die klassische Distanz.
Text: race-news-service.com
Tirunesh Dibaba meldet sich mit 15-km-Weltrekord zurück

Tirunesh Dibaba meldet sich mit einem Weltrekord zurück.
Foto: photorun.net
[15.11.2009] Über sieben Hügel hat sich Tirunesh Dibaba eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit einer Weltrekordzeit von 46:28 Minuten gewann die 24-jährige Äthioperin das 15 km lange Siebenhügelrennen von Nijmegen in Holland. Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking (5.000 und 10.000 m) hatte bei der WM in Berlin verletzungsbedingt nicht starten können. Jetzt zeigte sie in Nijmegen, dass sie wieder in Topform ist. Umso größer war die Freude für Familie Dibaba, weil ihre Ehemann Sileshi Sihine das Männerrennen in 42:14 Minuten gewann. Auch der Äthiopier hatte verletzungsbedingt nicht bei der WM starten können und feierte nun ein eindrucksvolles Comeback. Bei dem ,Zevenheuvelenloop’ gingen gut 24.000 Läufer an den Start.
Tirunesh Dibaba, die in der Sommersaison lediglich drei 5.000-m-Rennen hatte laufen können, rannte von Beginn an ihr eigenes Tempo und stürmte davon. Dabei wurde sie von 5-km-Abschnitt zu 5-km-Abschnitt immer schneller, was allerdings auch mit dem Streckenprofil zu tun haben dürfte. Das Rennen beginnt und endet auf gut 20 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Der höchste der sieben zu überlaufenden Hügel ist immerhin gute 80 Meter hoch. Angesichts dieses anspruchsvollen Profils ist die Leistung von Tirunesh Dibaba umso beachtlicher. Den 5-km-Punkt erreichte sie nach 15:58 Minuten, die 10-km-Marke passierte die 5.000-m-Weltrekordlerin in 31:23. Für die letzten 5 km benötigte sie dann nur noch 15:05 Minuten. Deutlich vor ihrer Landsfrau Bezunesh Bekele (47:48) und Tetyana Holovchenko (Ukraine/50:33) war Tirunesh Dibaba im Ziel und hatte den Weltrekord um 27 Sekunden unterboten.
Kayoko Fukushi hatte die alte 15-km-Bestmarke gehalten. 46:55 Minuten war die Japanerin 2003 als Zwischenzeit im Rahmen des Marugame-Halbmarathons in ihrem Heimatland gelaufen. Ebenfalls in einem Halbmarathon hatte Paula Radcliffe (Großbritannien) 2003 den 15-km-Punkt nach 46:41 Minuten erreicht. Jedoch fällt die Strecke beim Great North Run in Newcastle leicht ab, so dass dieses Ergebnis nicht offiziell als Rekord geführt wurde. Den Streckenrekord in Nijmegen hielt bisher die Kenianerin Lydia Cheromei mit 47:02 Minuten.
Viel spannender war die Entscheidung bei den Männern über die sieben Hügel. Der mehrfache Olympia- und WM-Zweite über 10.000 m, Sileshi Sihine, hatte sich zwar frühzeitig abgesetzt und an der 5-km-Marke einen Vorsprung von sieben Sekunden auf Nicholas Kiprono (Uganda), Abraham Rotich (Kenia) und Ayele Abshiro (Äthiopien), doch die Verfolger kamen wieder heran und einen wurde Sihine nicht mehr los: Mit Nicholas Kiprono lieferte sich der 26-jährige Äthiopier einen spannenden Spurt um den Sieg. Mit hochklassigen 42:14 Minuten wurden beide schließlich zeitgleich gewertet, wobei aber Sihine vor Kiprono im Ziel war. Abraham Rotich wurde Dritter in 43:04, Abshiro folgte mit 43:10.
Text: race-news-service.com
Rekord: Über 43.000 im Ziel in New York

Läufermassen in New York.
Foto: photorun.net
[13.11.2009] Der 40. New York City-Marathon war am 1. November das größte Rennen über die klassische Distanz aller Zeiten: Genau 43.475 Läufer erreichten das Ziel im Central Park. Diese finalen Zahlen gaben die Veranstalter des Rennens, die New York Road Runners, jetzt bekannt. Nie zuvor hatte es bei einem Marathon über 40.000 Finisher gegeben.
In New York waren 43.741 Läufer an den Start gegangen, so dass 99,4 Prozent von ihnen das Ziel erreichten. Der New York-Marathon 2007 hatte zuvor die höchste Zielzahl erreicht mit 38.557 Läufern. In dieser Rangliste belegen verschiedene Auflagen des Rennens durch New York nun die ersten sechs Plätze. Auf Platz sieben folgt der 100. Boston-Marathon 1996, der damals 35.868 Athleten im Ziel registrierte und für lange Zeit die Nummer eins blieb. Achter ist der Berlin-Marathon 2008 mit 35.783, auf Rang neun folgt London 2007 mit 35.700.
In New York hatten sich in diesem Jahr 102.486 Läufer um eine Startnummer beworben. In dieser Rangliste allerdings führt ein anderes Rennen mit Abstand: 310.000 Meldungen registrierte der Tokio-Marathon! Wer im kommenden März im Marathon-verrückten Japan eine Startnummer abholen darf, entscheidet das Los.
Text: race-news-service.com
AIMS will Charity-Running populärer machen

Das Entzünden des Marathon-Feuers durch einen antiken Kämpfer während der Zeremonie an der Gedenkstätte bei Marathon.
Foto: photorun.net
[10.11.2009] Das besonders in Großbritannien und den USA erfolgreiche Charity-Running stand im Mittelpunkt beim 3. Marathon-Symposium der Association of International Marathons and Road Races (AIMS). In Marathon (Griechenland) versammelten sich am vergangenen Sonnabend, dem Tag vor dem Athen-Marathon, Lauf-Veranstalter aus aller Welt.
Die Strecke des Athens Classic Marathon führte am Sonntag von Marathon nach Athen. Es war hier, wo bei den Olympischen Spielen 1896 die moderne Geschichte des Rennens über die klassische Distanz begonnen hatte. Der Ursprung ist freilich viel älter. Er beruht auf der Legende des Pheidippidis, der 490 vor Christus vom Schlachtfeld bei Marathon nach Athen gelaufen sein soll, um dort den Sieg gegen die Perser zu verkünden. Danach sei er, so heißt es, tot zusammengebrochen.
„Es könnte keinen besseren Ort geben als hier an der Gedenkstätte der Schlacht von Marathon, um unsere Verpflichtung gegenüber dem Laufsport, die auf Fairplay, Freundschaft und Frieden beruht, erneut zu bekunden“, erklärte Paco Borao, der Vize-Präsident von AIMS während seiner Rede an dem Denkmal. Sogar der Präsident Griechenlands, Karlos Papoulias, war bei der Zeremonie zugegen. „Als Königsdisziplin der Olympischen Spiele wird der Marathon sein Image von Ethik, Solidarität und Frieden weiter repräsentieren“, erklärte Paco Borao. „AIMS hat sich dazu verschrieben, in Zusammenarbeit mit der IAAF den Laufsport weltweit weiter zu bewerben und das Wissen sowie die Erfahrung zwischen den Mitgliedsrennen auszutauschen, um unseren Sport weiter gut zu entwickeln. Millionen von Menschen betreiben den einfachsten, gesündesten und billigsten Sport im Leben: Laufen.“
AIMS und der Athens Classic Marathon arbeiten auch bereits an einem großen Jubiläumsrennen im Jahr 2010: Es wird dann 2.500 Jahre her sein, seit der Marathon geboren wurde. „2010 wird der Athens Classic Marathon ein herausragendes Rennen sein. Für jeden Läufer wird es etwas ganz besonderes sein, bei diesem Marathon teilzunehmen. Es könnte kein signifikanteres Jubiläum geben. Das Rennen im nächsten Jahr wird ein ähnliches Highlight wie der 100. Boston-Marathon 1996 oder der erste Berlin-Marathon nach dem Fall der Mauer 1990“, erklärte Horst Milde, der Vorsitzender des Symposiums war und AIMS-Board-Mitglied ist.
Im Rahmen des Symposiums wurde die Marathon-Flamme von Schülern in einem Fackellauf von der Gedenkstätte zum Startpunkt des Rennens gebracht. Dort wurde ein zweites Feuer entzündet und zwei kleinere in Laternen an Vertreter von zwei internationalen Marathonrennen überreicht. Den Mubai-Marathon am 17. Januar sowie den Vienna City Marathon am 18. April 2010. Beide Veranstaltungen werden das Marathonfeuer in ihre Veranstaltungen integrieren.
Unter den Hauptrednern des Symposiums war John Caine, der Direktor des britischen Veranstalters Nova International, der die ,Great Run’-Serie organisiert. Dazu zählt unter anderen der Great North Run, der größte Halbmarathon der Welt in Newcastle. John Caine erklärte die Erfolgsgeschichte des Charity-Laufens im Detail. 2008 verzeichnete seine Laufserie 170.000 Teilnehmer, die alleine für die offiziellen Charity-Partner 28 Millionen Pfund an Spendengeldern sammelten.

Das Marathon-Feuer geht um die Welt: Hier erhalten die Vertreter des Vienna City Marathons die Flamme in Marathon. Rechts steht der Bürgermeister von Marathon, Spiridon Zagaris.
Foto: photorun.net
John Caine empfahl Veranstaltern zunächst eine bestimmte Prozentzahl von Startnummern festzulegen, die Charity-Läufer erhalten sollen. Danach sollten sie jene Charities kontaktieren, die sie als Partner gewinnen möchten. Beim Great North Run erhalten die Charity-Partner dann Startnummern-Gutscheine, die sie an ,ihre’ Läufer weitergeben können. „Am besten funktioniert das natürlich, wenn es auf normalem Weg für das Rennen keine Startnummern mehr gibt, weil das Limit erreicht wurde“, erklärte John Caine. Seine Veranstaltungen bieten Charities eine bestimmte Anzahl von Startnummern zum normalen Preis an. Läufer, die für einen Charity-Partner starten, erhalten ihre Startnummern dann umsonst. Dafür müssen sie der gemeinnützigen Organisation eine bestimmte Summe von Spenden garantieren. Normalerweise sind diese Beträge in Großbritannien rund fünfmal so hoch wie das normale Startgeld, das die Charities an die Veranstalter gezahlt haben. So entsteht ein guter Gewinn für den guten Zweck.
Charity-Läufer haben in der Regel eine persönliche Motivation. Wie John Caine erklärte, können dies medizinische, politische, tierfreundliche oder soziale Beweggründe sein. Die Läufer fragen dann Verwandte, Freunde, Kollegen oder andere Menschen, die sie kennen, ob sie ihren Lauf quasi sponsern indem sie etwas spenden. Dies könnte zum Beispiel ein Euro pro Laufkilometer sein.
Neben erheblichen Spendengeldern gibt es weitere Punkte, mit denen Veranstalter Charity-Partner gewinnen können. Beim Great North Run erhalten die offiziellen Partner einen Link sowie Videoclips auf der Webseite, sie bekommen eine Werbefläche auf der Laufmesse, spezielle Werbepunkte an der Strecke, eine Hospitality-Fläche für ihre Läufer im Ziel sowie Anzeigen im Programmheft. Individuelle Hintergründe über Charity-Läufer werden zudem den Medien für Reportagen zur Verfügung gestellt.
Wie Mark Dickinson, der Race-Direktor des Beirut-Marathons, erklärte, erhalten die Laufveranstalter in dem Augenblick weitere Publicity, wenn die Charity-Partner ihre Kontakte nutzen, um Läufer zu werben. In Beirut stellen die Organisatoren zudem sicher, dass während der Live-TV-Sendung vom Rennen eine Telefonnummer eingeblendet wird. So können Zuschauer anrufen und direkt für den Chartiy-Partner spenden.
In Großbritannien ist der größte Lauforganisator inzwischen weder die Organisation der Great Run-Serie noch die des London-Marathons sondern ein Charity-Veranstalter. Wie John Caine berichtete, gibt es eine 5-km-Laufserie, die jährlich etwa 750.000 Teilnehmer hat. Der Kurs und die Zeitmessung spielen keine so große Rolle bei diesen Läufen. Während Caine betont, dass das für das Charity-Running ein großer Erfolg ist, glaubt er, dass beim Charity-Running alle Bereiche der Veranstaltung profitieren sollten – Event, Charity und Sport.
„In vielen Teilen der Welt ist das Charity-Running noch nicht bekannt. Sogar in Mitteleuropa spielt es noch keine große Rolle“, sagte Horst Milde. „Deswegen werden wir bei AIMS diese Idee weiter unterstützen und die Veranstalter motivieren, Charity-Running in ihre Läufe zu integrieren. Das ist auch ein wichtiges gesellschaftliches Thema.“
Text: race-news-service.com
300 Läufer beim Trailrun durch Dortmunds Ex-Stahlrevier

Läufer beim Trailrun in Dortmund.
Foto: Veranstalter
[09.11.2009] Trailrun beginnt dort, wo die Straße endet. So einfach lässt sich das beschreiben, was sich drei Tage lang in Dortmunds altem Stahlrevier und der Umgebung abspielte. Abseits von breiten, befestigten Strecken gingen nahezu 300 hart gesottene Läufer in drei Wettbewerbe über insgesamt 61 km und einer Höhendifferenz von fast 1000 Höhenmetern an den Start. Bei strahlendem Sonnenschein durften sich am Sonntagnachmittag auf dem Phoenix-Gelände vor der mächtigen Hochofenanlage der US-Läufer Michael Smith und die frühere Marathon-Vize-Europameisterin Luminita Zaituc als Gesamtsieger einer Veranstaltung feiern lassen, die als Windstopper Trailrun-Worldmasters in Deutschland für einiges Aufsehen in der Ausdauerszene sorgte.
Für die vielfache Deutsche Meisterin auf der Bahn, Straße, in der Halle und beim Crosslauf war es dabei zwei Wochen nach ihrem in Frankfurt vollzogenen Abschluss ihrer 20 Jahre langen Laufkarriere eher ein Showlauf unter allerdings beinharten Vorzeichen. „Das war sehr anstrengend“, kommentierte Luminita Zaituc die dreitägige Strapaze mit 4 km-Sprint, dem 35 km-Ruhrklippentrail und dem über 19 km führenden Bittermark-Run. Sie bekannte als routinierte Topläuferin ohne Scheu: „Ich habe ganz schönen Muskelkater.“ Die Braunschweigerin hatte letztlich aber keine Mühe, die drei Wettbewerbe für sich zu entscheiden und lag in der Gesamtwertung mit 4:10:59 Stunden mit dem beträchtlichen Vorsprung von 19 Minuten vor der US-Amerikanerin Caitlin Smith, die als Mitfavoritin in Dortmund an den Start gegangen war. Dritte wurde die Triathletin Silvia Balbach (Düsseldorf/ 4:39:49) knapp vor Antje Möller (Duisburg/ 4:43:05).
Brisanz lag am Sonntagmorgen vor dem abschließenden 19 km-Lauf mit 343 Höhenmetern hingegen bei den Männern in der Luft, denn mit dem im amerikanischen Höhenzentrum Flagstaff lebenden Michael Smith, dem überraschend starken Marathonläufer Philipp Nawrocki (Aachen) und dem Mountainbike-Ass Carsten Bresser (Rhodt/ Pfalz) lagen die drei Erstplatzierten nach zwei Wertungsläufen nur 42 Sekunden auseinander. Als Sieger der Schlussetappe lief allerdings der Deutsche Berglaufmeister Timo Zeiler (LG Eintracht Frankfurt) nach 1:12:22 Stunden vor Smith (1:12:26), Bresser (1:12:29), dem in Andechs lebenden Österreicher Stefan Paternoster (1:12:37) und Nawrocki (1:12:51) ins Ziel. Zeiler kam allerdings für den Gesamtsieg nicht mehr in Betracht, da er am Vortag beim 35 km langen Ruhrklippentrail nach starkem Auftakt weit zurückgefallen war. „Für derart lange Strecken fehlt mir noch die Erfahrung. Ich habe dabei sicherlich im Duell mit Stefan Paternoster überzogen und musste mächtig büßen“, sagte Zeiler.
Durch Rang zwei sicherte sich Michael Smith in 3:39:16 Stunden den Gesamtsieg knapp vor dem überraschend laufstarken Carsten Bresser (3:40.00) und Philipp Nawrocki (3:40:19). „Das ist für mich ein Riesenerfolg“, freute sich der Mountainbiker aus der Pfalz, der übrigens vor zwei Wochen beim Frankfurt-Marathon 2:25:00 gelaufen war. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich gegen die Spezialisten so gut mithalten kann. Natürlich bin ich derartige Mehrtagesbelastungen durch das Mountainbiken gewohnt“, sagte er. Der zweifache Olympiastarter und WM-Dritte gewann nämlich bereits achtmal die Transalp, eine siebentägige MTB-Tour von Oberstdorf nach Riva del Garda über 440 km und 14.000 Höhenmeter. Auch Philipp Nawrocki strahlte im Ziel. Schließlich hatte er in diesem Jahr auf einen Herbst-Marathon zugunsten der Trailrun-Worldmasters verzichtet. „Ich laufe gerne Cross und Marathon, vielleicht ist diese Kombination für mich das Richtige – wenn auch etwas total Verrücktes.“
Text: race-news-service.com/Wilfried Raatz
Ein "Wanjiru" siegt in Athen

Josephat Ngetich, genannt "Wanjiru", auf dem Weg zum Sieg in Athen.
Foto: photorun.net
[08.11.2009] Der Mann, den sie ,Wanjiru’ nennen, machte seinem Spitznamen alle Ehre: Der Kenianer Josephat Ngetich gewann die 27. Auflage des Athens Classic Marathons am Sonntag. Akemi Ozaki (Japan) entschied bei zeitweiligem Regen das Frauenrennen für sich. Der 23-jährige Ngetich feierte im dritten Anlauf den ersten Marathonsieg seiner Karriere. Auf der klassischen 42,195 km-Strecke von Marathon nach Athen erreichte er das Ziel in 2:13:44 Stunden vor seinen beiden Landsleuten Edwin Kipchom (2:14:18) und Pius Mutuku (2:14:39). Akemi Ozaki triumphierte im Panathinaikon-Stadion nach 2:39:56 Stunden vor der Äthiopierin Eshetu Degefa (2:40:32) und der Weißrussin Sviatlana Kouhan (2:40:54). Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, beteiligten sich beim Athens Classic Marathon 11.825 Läufer.
Bei anfangs strömendem Regen bildete sich eine rund zwölfköpfige Spitzengruppe. Doch als es dann ab Kilometer 10 bergauf ging, verkleinerte sich diese Gruppe nach und nach. Nach 32 km und einem Bergauflauf von rund 150 Höhenmetern waren noch drei Läufer in der Spitzengruppe übrig: Neben dem späteren Sieger Ngetich waren dies Kipchom und der Äthiopier Belachew Alemayehu Ameta. Abwärts nach Athen laufend, verlor dann Kipchom Kontakt. Rund zwei Kilometer vor dem Ziel fiel die Entscheidung, als sich Ngetich von Belachew Alemayehu Ameta lösen konnte. Der Äthiopier sah lange Zeit sehr locker aus, doch bekam er dann auf dem letzten Stück große Probleme und musste sich schließlich mit Rang vier in 2:14:51 Stunden zufrieden geben. Keinen guten Tag erwischte der Vorjahressieger und Kursrekordler David Lekuraa (2:12:42). Er kam aufgrund von muskulären Problemen nicht über Rang 16 in 2:28:02 Stunden hinaus.

Akemi Ozaki gewinnt den Athens Classic Marathon.
Foto: photorun.net
„Eigentlich dachte ich schon während meines Trainingslagers in Kapsabet, dass ich in Athen gewinnen könnte. Sicher war ich mir dann heute im Rennen nach der 35-km-Marke“, erklärte Josephat Kipkurui Ngetich, der für die zweitschnellste je bei der Veranstaltung gelaufene Zeit neben dem Sieggeld von 6.000 Euro eine Prämie von 3.000 Euro erhielt. Ngetich hatte im vergangenen Jahr in Brescia bei seinem Marathondebüt einen dritten Platz in 2:17:09 Stunden belegt. Anfang dieses Jahres startete er in Xiamen (China), beendete das Rennen jedoch vorzeitig. Somit stellte der Kenianer, der aufgrund seiner Statur und seines Laufstils von seinen Trainingspartnern ,Wanjiru’ genannt wird (Sammy Wanjiru ist der Marathon-Olympiasieger), in Athen trotz der schweren Strecke eine persönliche Bestzeit auf. Dass es während der ersten Hälfte des Rennens regnete, störte Josephat Kipkurui Ngetich nicht. „Das war eine willkommene Abkühlung für mich“, sagte der Sieger. Später kletterten die Temperaturen auf rund 20 Grad in der Sonne. Ngetich hat in Kapsabet hochkarätige Trainingspartner. Zu ihnen gehören unter anderem der mehrfache London-Marathon-Sieger Martin Lel und James Kwambai, der mit 2:04:27 Stunden gemeinsam mit Duncan Kibet der zweitschnellste Marathonläufer aller Zeiten ist.
Zum zweiten Mal in Folge gab es in Athen einen japanischen Sieg. Danach hatte es zwischenzeitlich allerdings nicht ausgesehen. Denn kurz nachdem sie in der Spitzegruppe die Halbmarathonmarke in 1:20:38 Stunden erreicht hatte, fiel Akemi Ozaki etwas zurück. „Die anderen haben an dieser Stelle das Tempo verschärft, ich wollte aber lieber gleichmäßig laufen“, erklärte die 32-jährige Japanerin später. Ihre Taktik erwies sich als richtig. Bei Kilometer 30 hatte sie die Spitzengruppe mit Eshetu Degefa Bruktavit, Sviatlana Kouhan und der am Ende viertplatzierten Natalia Volgina (2:41:48) wieder eingeholt. Bei 39 km löste sich Akemi Ozaki dann entscheidend und lief gut zwei Monate nach ihrem zweiten Platz beim Sapporo-Marathon, wo sie mit 2:27:23 ihre Bestzeit aufgestellt hatte, zum Sieg. Im vergangenen Jahr hatte ihre Landsfrau Mai Tagami in Athen mit 2:36:58 Stunden gewonnen. Für den Sieg bei dem Marathon-Klassiker erhielt Akemi Ozaki eine Prämie von 6.000 Euro. „Die Strecke ist sehr schwer, der Regen war dagegen kein Problem für mich“, sagte Akemi Ozaki, die im Gegensatz zu vielen japanischen Topläufern nicht für ein Unternehmen sondern für einen Verein startet: Second Wind heißt ihr Klub in Tokio. In Athen sorgte sie dafür, dass der zweite Wind auf dem ersten Platz landete.
Text: race-news-service.com
Titelverteidiger Lekuraa zurück in Athen, Japanerin Ozaki Favoritin beim Klassiker

Akemi Ozaki (links) und Takamizawa Masaru mit der gemeinsamen Trainerin Mari Hirata vor einem Plakat, das auf das 2500-Jahr-Jubiläum 2010 hinweist.
Foto: photorun.net
[06.11.2009] Tausende von Marathonrennen werden jährlich gestartet, doch es gibt einen, der eine einmalige Stellung hat: Der Athens Classic Marathon, der am Sonntag stattfindet, ist das Original. Hier, auf der Strecke von Marathon nach Athen, begann bei den Olympischen Spielen 1896 die moderne Geschichte des Rennens über die klassische Distanz. Die Legende, auf der der Marathonlauf beruht, ist freilich noch viel älter. Im nächsten Jahr wird es deswegen in Griechenland ein großes Jubiläum geben: Denn es ist 2010 genau 2.500 Jahre her, dass 490 vor Christus der Bote Pheidippides die Strecke von Marathon nach Athen lief, um den Sieg der Griechen über die Perser zu vermelden. Danach soll er tot zusammen gebrochen sein. 2010 könnte der Athens Classic Marathon aufgrund des einmaligen 2.500-Jahre-Jubiläums zu einem der größten Läufe weltweit über die 42,195 km werden. Für die 27. Auflage der Veranstaltung am Sonntag haben alles zusammen bisher 11.825 Athleten aus rund 50 Nationen gemeldet. Unter ihnen sind 5.610 Marathonläufer.
Bei den Männern wird mit Paul Lekuraa der Vorjahressieger am Start sein. Der 37-jährige Kenianer hatte im vergangenen Jahr in einer Spurtentscheidung im historischen Athener Panathinaikon-Stadion das Rennen gegen seinen zeitgleichen Landsmann Julius Kiprotich gewonnen. Mit 2:12:42 Stunden hatten die beiden einen Veranstaltungsrekord aufgestellt. Den Streckenrekord auf dem schweren Kurs hält der Italiener Stefano Baldini, der 2004 in 2:10:55 Stunden Olympiasieger wurde.
„Ich glaube, ich bin in besserer Form als vor einem Jahr“, sagt Paul Lekuraa, der 2008 mit einem Handikap an den Start gegangen war. Erst am Abend vor dem Rennen war er in Athen eingetroffen, weil das Einreisedatum auf seinem Visum verwechselt worden war. Nach ein paar Stunden Schlaf ging er an den Start und bekam bald Kopfschmerzen. „Ich wollte schon aufgeben, aber in der Schlussphase des Rennens wurde es besser“, erzählt Paul Lekuraa, der in Ngog nördlich von Kenias Hauptstadt Nairobi lebt und dort von dem früheren Marathon-Weltrekordler Paul Tergat trainiert wird.
In diesem Jahr ist die unmittelbare Vorbereitung auf den Athens Classic Marathon wesentlich komfortabler für Paul Lekuraa. Der Kenianer traf bereits am Donnerstag in Athen ein. Während Lekuraa seine Bestzeit im vergangenen Jahr in Athen aufstellte, sind am Sonntag sieben Läufer im Rennen, die anderswo auf leichteren Strecken schon schneller waren als der Titelverteidiger. Zu den schärfsten Konkurrenten des Läufers mit der Startnummer 1 zählen seine Landsleute John Birgen (Bestzeit: 2:09:08), Philemon Rotich (2:10:26) und Eric Nzioki (2:10:34). Zudem ist mit Takamizawa Masaru (2:12:10) ein Japaner im Rennen.
Takamizawa Masaru hat dabei die gleiche Trainerin wie die Favoritin des Athens Classic Marathons: Auch Akemi Ozaki wird von Mari Hirata trainiert. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise werden Japans Top-Marathonläufer immer von Männern gecoacht. „Es ist aufgrund der Historie etwas besonderes, in Athen Marathon zu laufen – da ist auch die schwere Strecke egal“, sagt Akemi Ozaki, die erst im August beim Sapporo-Marathon ihre Bestzeit von 2:27:23 Stunden aufgestellt hat. Sie trifft am Sonntag unter anderen auf die Äthiopierinnen Zebenay Moges (PB: 2:31:14), Yeshanbel Abinet (2:33:22) und Asnakech Egigayehu (2:33:32).
Text: race-news-service.com
Haile Gebrselassie plant neue Weltrekordjagd in Dubai

Haile Gebrselassie mit dem Race-Direktor des Dubai-Marathons, Peter Connerton (links), und dem Koordinator des Rennens, Ahmad Al Kamali, in Addis Abeba.
Foto: Standard Chartered Dubai Marathon
[04.11.2009] Vielleicht schafft es Haile Gebrselassie im dritten Anlauf. Erneut wird der äthiopische Marathon-Weltrekordler, der in Berlin 2008 die aktuelle Bestzeit von 2:03:59 Stunden erreichte, in Dubai an den Start gehen. Auf der wohl flachsten Marathonstrecke der Welt hatte der 36-Jährige sowohl 2008 als auch 2009 gewonnen, jedoch beide Male sein zweites Ziel neben dem Sieg verpasst: Gebrselassie wollte seinen eigenen Weltrekord brechen. Das will er nun am 22. Januar in den Vereinigten Arabischen Emiraten nachholen.
Sowohl 2008 als auch 2009 lag Haile Gebrselassie in Dubai lange Zeit auf Weltrekordkurs. Doch beide Male konnte er das Tempo aus unterschiedlichen Gründen nicht halten und verpasste die Weltrekordprämie von einer Million US-Dollar. 2008 war das Anfangstempo zu hoch, so dass er am Ende deutlich langsamer wurde, ein Jahr später stoppte ihn ein Unwetter auf der zweiten Hälfte der Strecke. 2008 erreichte Gebrselassie in 2:04:53 Stunden das Ziel, 2009 lief er 2:05:29.
„Ich glaube nach wie vor, dass ich in Dubai den Weltrekord brechen kann. Aber es muss alles perfekt zusammen passen, deswegen kann ich keine Prognose abgeben“, sagte Haile Gebrselassie und fügte hinzu: „Im Nachhinein kann ich immer noch nicht verstehen, warum ich 2008 den Rekord nicht gelaufen bin – alles war perfekt, nur das Anfangstempo war zu hoch. Ein Jahr später war der starke Regen sehr störend, zudem war ich nicht 100-prozentig fit. Dass ich unter diesen Umständen gewonnen habe und gut gelaufen bin, war ein Erfolg für mich.“ Die Veranstalter hatten vor dem Rennen im vergangenen Januar die Strecke noch einmal verbessert und eine Reihe von Ecken herausgenommen. Der neue Kurs über die 42,195 km hatte nur noch eine Ecke, zwei Wenden und drei Schrägen!
Im September hatte Haile Gebrselassie den Berlin-Marathon zum vierten Mal in Folge gewonnen. Hier siegte er in 2:06:08 Stunden. Im Oktober lief Haile Gebrselassie beim Halbmarathon in Porto sein erstes Rennen nach Berlin und gewann in 60:04 Minuten. Einen Testlauf plant er noch vor dem Dubai-Marathon: Am 31. Dezember will er über 8 km beim Silvesterlauf in Trier an den Start gehen.
Text: race-news-service.com
Irina Mikitenko schreibt WMM-Geschichte

Familienfest in New York: Irina Mikitenko freut sich gemeinsam mit ihrem Mann Alexander und ihrem Sohn Alex über die WMM-Siegprämie. Die kleine Tochter Vanessa ist zu Hause in Deutschland geblieben.
Foto: photorun.net
[03.11.2009] Mit dem größten Vorsprung, den je ein Läufer bei bisher drei abgeschlossenen Serien erreicht hat, hat Irina Mikitenko die World Marathon Majors (WMM)-Serie 2008-2009 gewonnen. Die 37-jährige Athletin des TV Wattenscheid sammelte mit drei Siegen (London 2008 und 2009 sowie Berlin 2008) und einem zweiten Rang (Chicago 2009) 90 Punkte und hatte zum Abschluss der Serie gleich 50 Zähler mehr als die zweitplatzierte Äthiopierin Dire Tune. Es ist gut möglich, dass ein derartiger Vorsprung für längere Zeit einmalig bleibt. Vor einem Jahr hatte Irina Mikitenko in der bisher knappsten WMM-Entscheidung ebenfalls triumphiert: Damals war sie punktgleich mit Gete Wami (Äthiopien) auf Platz eins, lag jedoch bei der Berücksichtigung weiterer Faktoren (u.a. Anzahl der Rennen und Durchschnittszeit) vorne.
Neben dem größten und dem knappsten Vorsprung stellte Irina Mikitenko in der noch jungen WMM-Geschichte ein weiteres Superlativ auf: Sie ist die erste Läuferin, der ein zweiter WMM-Triumph gelang und sie ist nach wie vor die einzige nicht-afrikanische Siegerin. Gemeinsam mit Männer-Sieger Sammy Wanjiru (Kenia) wurde Irina Mikitenko am Montag in New York ausgezeichnet. Beide erhielten jeweils einen symbolischen Scheck über 500.000 US-Dollar – der WMM-Siegprämie.

Irina Mikitenko und Sammy Wanjiru in New York.
Foto: photorun.net
„Ich freue mich riesig, dass ich ein zweites Mal die WMM-Serie gewonnen habe. Das ist ein mit großem Prestige verbundener Erfolg, denn man muss über zwei Jahre hinweg konstant bei den hochklassigsten und spektakulärsten Marathonrennen der Welt sehr erfolgreich sein. Das ist nicht einfach und ein solcher Erfolg kann nicht auf Zufall oder Glück basieren“, erklärte Irina Mikitenko im Rahmen des WMM-Empfanges im Central Park und fügte hinzu: „Unabhängig von meinen Siegen halte ich sehr viel von dem WMM-Konzept. Mit dieser Idee ist es den fünf Race-Direktoren gelungen, unseren Sport noch stärker in den Blickpunkt zu rücken und damit den Laufsport weiter zu entwickeln.“
Text: race-news-service.com
Mary Keitany siegt auch in Neu-Delhi mit Topzeit

Mary Keitany lief erneut eine Weltklassezeit über die Halbmarathondistanz.
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[02.11.2009] Die Halbmarathon-Weltmeisterin Mary Keitany bewies am Sonntag in Neu-Delhi einmal mehr, dass sie zurzeit die Nummer eins ist über die 21,0975 km lange Distanz. Die Kenianerin gewann das Rennen durch Indiens Hauptstadt in 66:54 Minuten und erzielte damit die siebtbeste je von einer Frau gelaufene Zeit.
Im Alleingang versuchte die 27-jährige Keitany bei guten Wetterbedingungen den Weltrekord von Lornah Kiplagat (Holland/66:25) zu brechen, doch auf den letzten fünf Kilometern konnte sie das Tempo nicht ganz halten. Keitany, die bei ihrem WM-Sieg in Birmingham im Oktober 66:36 gelaufen war, hat nun schon dreimal Zeiten unter 67:00 Minuten erreicht. Auch die folgenden Läuferinnen erzielten hochklassige Resultate in Neu-Delhi: Die Äthiopierin Wude Ayelew wurde in 67:58 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor ihrer Landsfrau Aberu Kebde Zweite, Rang vier belegte Mamitu Daska (Äthiopien/68:07). Peninah Arusei (Kenia) wurde Fünfte in 68:30.
Weltklassezeiten gab es auch bei den Männern: Hier setzte sich der Vorjahressieger Deriba Merga (Äthiopien) in 59:54 Minuten erneut durch. Zweiter wurde sein Landsman Eshetu Wondimu mit 60:02. Er hatte zwei Sekunden Vorsprung auf den Kenianer Wilson Kipsang (60:04). Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet starteten in Neu-Delhi rund 29.000 Läufer.
Kenianer dominieren in Seoul
Alles zusammen über 20.000 Athleten starteten am Sonntag beim Seoul-Marathon, der bei den Männern erst nach einem spannenden Schlussspurt entschieden wurde. Francis Kibiwott gewann dabei in 2:09:00 Stunden mit einer Sekunde Vorsprung vor seinem kenianischen Landsmann David Mandago. In dem von Kenianern dominierten Rennen blieb auch der drittplatzierte Stephen Kipkoech (Kenia) mit 2:09:24 noch unter 2:10 Stunden. Das national besetzte Frauenrennen entschied Sun Young Lee (Korea) in 2:34:22 für sich.
Text: race-news-service.com
Meb Keflezighi gelingt erster US-Sieg seit 1982 in New York

Meb Keflezighi schreibt US-Laufsportgeschichte in New York.
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[02.11.2009] Meb Keflezighi und Derartu Tulu heißen die überraschenden Sieger des 40. New York-Marathons. Während der US-Amerikaner für den ersten Heimsieg seit 27 Jahren sorgte, gelang der zweimaligen 10.000-m-Olympiasiegerin aus Äthiopien (1992 und 2000) ein nicht mehr erwarteter, großer Marathon-Sieg. Meb Keflezighi gewann das Rennen über die 42,195 km von der Verrazano Bridge bis in den Central Park in der persönlichen Bestzeit von 2:09:15 Stunden, Derartu Tulu erreichte das Ziel nach 2:28:52. Währenddessen platzte der Traum vom vierten New York-Sieg für Paula Radcliffe. Die Britin wurde Vierte mit 2:29:27. Rund 40.000 Läufer gingen bei der 40. Auflage des Spektakels an den Start.
Bei zeitweiligem Gegenwind entwickelte sich sowohl bei den Männern als auch den Frauen kein schnelles sondern ein taktisches Rennen. Als die Spitzengruppe der Männer den 10-km-Punkt nach 31:05 Minuten erreicht hatte, lief diese Zwischenzeit auf ein Ergebnis von knapp über 2:11 Stunden hinaus. Nur wenig schneller wurde es auf dem folgenden 10-km-Abschnitt, obwohl das Männerfeld so hochklassig besetzt war wie wohl noch nie in der Geschichte des New York-Marathons. 13 Athleten mit Bestzeiten von unter 2:10 Stunden waren im Rennen. Doch auf der schweren Strecke geht es weniger um Bestzeiten sondern in erster Linie um den prestigeträchtigen Sieg. Zudem ist das wellige Profil nicht jedermanns Sache. So erreichte zum Beispiel der gemessen an der persönlichen Bestzeit schnellste Läufer im Feld, der Kenianer James Kwambai (2:04:27 Stunden in Rotterdam im April), ebenso wenig eine Platzierung unter den besten zwölf wie Patrick Makau (Kenia/2:06:14).
James Kwambai war bei Kilometer 30 noch zusammen mit Meb Keflezighi, dem viermaligen Boston-Sieger Robert K. Cheruiyot (Kenia) sowie Bouramdane Abderrahime (Marokko) an der Spitze des Feldes. Doch bald darauf fiel Kwambai ebenso zurück wie der Marokkaner, der immerhin noch als Fünfter in 2:12:14 das Ziel erreichen sollte. An der Spitze entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Cheruiyot und Keflezighi, der rund vier Kilometer vor dem Ziel entschieden wurde. Meb Keflezighi, der bei Olympia 2004 in Athen überraschend die Marathon-Silbermedaille gewonnen hatte, konnte sich vom Kenianer lösen. Kurz zuvor hatte sich der 34-Jährige bekreuzigt. Keflezighi setzte jedoch nicht auf Gottes Hilfe sondern setzte ein Zeichen der Trauer. Denn es war an dieser Stelle im Central Park, wo bei den US-Olympia-Ausscheidungen vor zwei Jahren Ryan Shay während des Laufes tot zusammengebrochen war. Shay war ein Trainingspartner von Keflezighi.
Während die Zuschauer tobten angesichts des ersten US-Sieges beim New York Marathon seit 1982, deutete Meb Keflezighi auf dem letzten Stück immer wieder auf sein Trikot: Er lief im US-Trikot. „Ich habe es mit stolz getragen, denn ich habe Amerika alles zu verdanken“, sagte Meb Keflezighi, der aus Eritrea stammt und seit 1998 die US-Staatsbürgerschaft besitzt. Nun schrieb der 34-Jährige ein Stück US-Laufgeschichte, indem er zum ersten amerikanischen Sieger des Rennens seit Alberto Salazar wurde. 1982 hatte Salazar in 2:09:29 Stunden zum dritten Mal in Folge gewonnen.
Meb Keflezighi, der in New York auch die parallel ausgerichteten US-Männermeisterschaften gewann, verdiente beim ersten Marathonsieg seiner Karriere alles zusammen 200.000 Dollar. Auf den letzten Kilometern hatte er noch einen deutlichen Vorsprung auf Robert K. Cheruiyot (2:29:56) herausgelaufen. Dritter wurde Jaouad Gharib (Marokko/2:10:25), auf Rang vier nach vorne schob sich in der Schlussphase mit Ryan Hall (2:10:36) ein weiterer US-Amerikaner.
Im Eliterennen der Frauen, das 30 Minuten vor dem Männerstart begonnen hatte, mussten zwei Mitfavoritinnen frühzeitig einen Rückschlag hinnehmen. Sowohl die aktuelle Boston-Siegerin Salina Kosgei (Kenia) als auch Yuri Kano (Japan) stürzten am ersten Verpflegungspunkt nach 5 km. Kosgei erreichte die Spitzengruppe noch einmal, musste sich aber am Ende mit Rang fünf in 2:31:53 zufrieden geben, Kano wurde Neunte mit 2:39:05.
Nach 1:14:05 Stunden hatte die Spitzengruppe die Halbmarathonmarke erreicht. Vorne rannten neben Derartu Tulu und Salina Kosgei auch Christelle Daunay (Frankreich), Ludmila Petrova (Russland) sowie natürlich Paula Radcliffe. Doch die Britin konnte das Rennen nicht wie sonst üblich deutlich schneller gestalten. Kosgei fiel dann als erste zurück und rund 5 km vor dem Ziel war der Traum vom vierten New York-Sieg vorbei für Paula Radcliffe. Die Marathon-Weltrekordlerin (2:15:25) musste die anderen drei Konkurrentinnen ziehen lassen. Die Französin verlor kurz darauf ebenfalls Kontakt, erzielte aber mit Rang drei in 2:29:16 ein beachtliches Ergebnis. Den Kampf um den Sieg zwischen zwei Routiniers entschied schließlich Derartu Tulu für sich. Die 37-jährige Äthiopierin löste sich auf den letzten beiden Kilometern und erreichte das Ziel in 2:28:52 Stunden mit acht Sekunden Vorsprung vor der 41-jährigen Petrova.
Für Derartu Tulu war es der erste Marathonsieg seit 2001. Damals hatte sie sowohl in London als auch in Tokio triumphiert. 2005 war sie beim WM-Rennen in Helsinki, das Paula Radcliffe gewonnen hatte, Vierte in persönlicher Bestzeit von 2:23:30 Stunden. Im gleichen Jahr belegte sie in New York Rang drei. 130.000 Dollar erhielt die Äthiopierin, die auf weitere Marathonsiege hofft und bis Olympia 2012 weiterlaufen möchte, für ihren Erfolg.
Doch was war los mit Paula Radcliffe, die nie zuvor in ihrer Karriere einen City-Marathonlauf verloren hatte und in Normalform die Konkurrenz wohl dominiert hätte? Nach dem enttäuschenden vierten Rang gab die 35-jährige Britin zu, dass ihr Start mit einem gewissen Risiko verbunden gewesen war. Bereits vor zwei Wochen hatte sie im Training ein Problem an der Kniesehne behindert. Nach intensiven Behandlungen hoffte Paula Radcliffe, dass es gut gehen würde. „Ich bin ins Rennen gegangen mit dem Ziel zu gewinnen, aber nach etwa 17,5 Kilometern bekam ich Schmerzen. Am Ende konnte ich kaum noch mein Bein heben“, erklärte die Vorjahressiegerin. Obwohl sie in den letzten Jahren immer wieder Verletzungspech hatte, wollte Paula Radcliffe von einem Karriereende in New York nichts wissen.
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