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Frankfurt-Marathon mit starkem Frauenfeld

Agnes Kiprop wird nach ihrem Sieg in Turin nun in Frankfurt starten.
Foto: photorun.net
[30.09.2009] Das stärkste Frauen-Elitefeld in der Geschichte des Rennens wird beim Commerzbank Frankfurt-Marathon am 25. Oktober an den Start gehen. Zu den bereits zuvor verpflichteten Kenianerinnen Rose Cheruiyot (Bestzeit: 2:25:48) und Ruth Wanjiru (2:27:38) sind weitere hochklassige afrikanische Läuferinnen hinzugekommen. Die prominentesten neuen Verpflichtungen sind Agnes Kiprop (Kenia) und Firehiwot Dado (Äthiopien), die jeweils im Frühjahr große Marathonrennen gewannen. Während Kiprop in Turin siegte, setzte sich Dado beim Rom-Marathon durch. Bei der 28. Auflage des Marathons am Main erwarten die Veranstalter eine Rekordzahl von bis zu 13.000 Läufern. Anmeldungen sind weiterhin online möglich unter: www.frankfurt-marathon.com
Agnes Kiprop ist in diesem Jahr noch ungeschlagen. Die 29-Jährige hat ihre beiden großen Rennen dabei mit persönlichen Bestzeiten gewonnen – und das jeweils in Turin. Im Frühjahr siegte sie beim Turin-Marathon und steigerte sich auf 2:26:22 Stunden, fünf Wochen vor dem Start in Frankfurt gewann sie den Halbmarathon in der norditalienischen Stadt in 69:54 Minuten.
Auch Firehiwot Dado stellte in diesem Jahr im Marathon eine persönliche Bestzeit auf. Bei ihrem überraschenden Sieg beim Rom-Marathon steigerte die 25-jährige Äthiopierin dabei ihre persönliche Bestmarke gleich um über zehn Minuten: Mit einem Hausrekord von 2:37:34 war sie im März nach Italien gereist, nach flotten 2:27:08 hatte sie dann in Rom gewonnen. Es wird ihr Ziel sein, sich auf der schnellen Frankfurter Strecke weiter zu verbessern. Sie ist nach dem Rom-Marathon nicht mehr bei anderen Rennen an den Start gegangen und hat sich stattdessen langfristig auf den 25. Oktober vorbereitet.
Neben Agnes Kiprop und Firehiwot Dado gaben die Veranstalter die Verpflichtung von drei weiteren Topläuferinnen bekannt: Irene Limika (Kenia) und Shitaye Debellu Gemechu (Äthiopien) sowie Luminita Zaituc (LG Braunschweig). Irene Limika war im vergangenen Jahr in Frankfurt ein überzeugendes Marathondebüt gelaufen. Als Vierte erreichte sie damals beachtliche 2:28:31 Stunden. Dieses Resultat ist nach wie vor ihre Bestzeit. In diesem Jahr war sie Zweite beim japanischen Elite-Marathon in Nagano mit 2:30:00. Viel Marathon-Erfahrung bringt Shitaye Debellu Gemechu mit nach Frankfurt. Im vergangenen Jahr verbesserte sie ihre persönliche Bestmarke um fünf Sekunden auf 2:26:10 Stunden. Mit dieser Zeit wurde sie Vierte beim Paris-Marathon. Rang fünf belegte die Äthiopierin in diesem Frühjahr beim Tokio-Marathon. Luminita Zaituc ist nach wie vor die viertschnellste deutsche Marathonläuferin aller Zeiten. Ihre Bestzeit von 2:26:01 Stunden erreichte sie beim Sieg in Frankfurt 2001.
Text: race-news-service.com
Andy Baddeley gewinnt Meilenrennen in New York

Andy Baddeley gewinnt die Fifth Avenue-Meile vor Boaz Lalang (Mitte) und Leonel Manzano.
Foto: photorun.net
[28.09.2009] Der Brite Andy Baddeley und die US-Amerikanerin Shannon Rowbury gewannen die traditionelle Fifth Avenue-Meile am Sonnabend in New York. Bei der 29. Auflage der Veranstaltung gingen 3.793 Läufer an den Start. Der jüngste Teilnehmer war acht Jahre alt, der älteste 93. Bei schönem Laufwetter sahen die Zuschauer jeweils einen packenden Endspurt im Kampf um den Sieg.
Bei den Männern trennten die ersten drei Läufer im Ziel lediglich vier Zehntelsekunden. Der 27-jährige Andy Baddeley gewann das Meilenrennen in 3:51,8 Minuten vor dem Kenianer Boaz Lalang (3:52,0) und den beiden US-Amerikanern Leonel Manzano (3:52,2) sowie Bernard Lagat (3:52,7). Baddeley, der bei Olympia 2008 im 1.500-m-Finale Platz neun belegt hatte, fügte seinem Erfolgs-Portfolio in New York einen weiteren prestigeträchtigen Meilensieg hinzu. 2008 hatte er beim Golden League-Meeting in Oslo auf der Bahn bereits die ,Dream Mile’ gewonnen, nun setzte er sich bei der Fifth Avenue Mile auf der Straße durch.
Einen britischen Doppelsieg in New York verhinderte Shannon Rowbury. Bei der WM in Berlin lag sie als Dritte im 1.500-m-Finale noch einen Rang hinter der Britin Lisa Dobriskey. Doch über die Meile auf der Fifth Avenue war es umgekehrt. Im Schlussspurt setzte sich die 25-Jährige in 4:23,3 Minuten vor drei zeitgleichen Läuferinnen durch: Dobriskey wurde in 4:23,9 Zweite, gefolgt von Sara Hall (der Frau des US-Marathonläufers Ryan) und Christin Wurth-Thomas (beide USA).
Text: race-news-service.com
Berlin-Marathon bestimmt das Tempo

Der Berlin-Marathon ist nach wie vor das schnellste Rennen der Welt. Hier wird Haile Gebrselassie von den Tempomachern John Kales (rechts) und Sammy Kosgei (beide Kenia) geführt.
Foto: photorun.net
[23.09.2009] Der verpasste Marathon-Weltrekord von Haile Gebrselassie (Äthiopien), der am Sonntag in 2:06:08 Stunden gewann, tut dem Ruf des real,- Berlin-Marathons als außergewöhnlich schnelle Strecke keinen Abbruch. Sieben Weltrekorde wurden in der Geschichte des Rennens gelaufen, sechs alleine innerhalb der vergangenen elf Jahre. Kein anderer Marathon weltweit kann mit diesem Tempo der Berliner mithalten.
Mehrfach wurden in Berlin Zeitbarrieren durchbrochen: 1998 war Ronaldo da Costa (Brasilien) der erste Läufer, der für die Marathondistanz eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 20 km/h erreichte. Er war nach 2:06:05 Stunden im Ziel. 2001 durchbrach die Japanerin Naoko Takahashi in Berlin als erste Frau die 2:20-Barriere (2:19:46). Zwei Jahre später rannte Paul Tergat (Kenia) den ersten Marathon unter 2:05 Stunden (2:04:55) und dann steigerte sich Haile Gebrselassie 2008 auf 2:03:59.
In der Liste der schnellsten City-Marathonläufe der Welt steht der Berlin-Marathon weiterhin auf Position eins. Hier wird der Durchschnitt der besten zehn Männerzeiten gewertet. In Berlin liegt der nun bei 2:05:30 Stunden – eine Zeit, die nur bei drei anderen Marathonrennen überhaupt bisher erreicht worden ist: Lediglich in London, Rotterdam und Dubai gibt es Kursrekorde, die noch unter 2:05:30 stehen.
Doch was ist möglich im Marathon in der Zukunft? Die Meinungen gehen auseinander: Haile Gebrselassie ist sich sicher, dass eines Tages auch die Zwei-Stunden-Barriere fallen wird. „Aber vielleicht dauert es 20 oder 40 Jahre, bis wir solche Zeiten sehen. Es wird passieren, ich weiß nur nicht wann. Vor vierzig Jahren hat auch noch keiner daran gedacht, Zeiten zu erreichen, die heute immer wieder gelaufen werden.“
Skeptischer ist Paul Tergat bezüglich weiterer deutlicher Steigerungen des Marathon-Weltrekordes. „2:02 Stunden zu laufen, das wird sehr, sehr schwer. Denn ich glaube, wenn man die erste Hälfte schneller als 61:30 Minuten läuft, wird man einbrechen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der Zukunft ein Marathonläufer unter zwei Stunden bleibt, denn wir haben das Limit in meinen Augen fast erreicht.“ Bereits lange vor der gestrigen Marathon-Rekordjagd von Gebrselassie hatte Tergat erklärt: „Auch für Haile wird es immer schwerer, seinen aktuellen Weltrekord von 2:03:59 Stunden zu unterbieten.“ Das Rennen in Berlin gab ihm recht.
Paul Tergat traut vier Landsleuten zu, in den Weltrekord-Bereich von Haile Gebrselassie zu laufen: Olympiasieger Sammy Wanjiru, der in drei Wochen in Chicago startet, Martin Lel, James Kwambai und Duncan Kibet, der gestern aufgrund eines Hüftproblems aufgab. Und irgendwann könnte auch Kenenisa Bekele für neue Bestzeiten im Marathon sorgen. Der Äthiopier, der bereits lange Gebrselassie als 10.000-m-Weltrekordler abgelöst hatte und in Berlin im August Doppel-Weltmeister wurde (5.000 und 10.000 m), hat sich aber noch nicht entschieden, wann er sein Marathon-Debüt gibt.
Text: race-news-service.com
Ryan Hall und Catherine Ndereba in Philadelphia vorne

Ryan Hall gewann den Halbmarathon in Philadelphia.
Foto: ING Philadelphia Distance Run
[22.09.2009] Der US-Amerikaner Ryan Hall und die Kenianerin Catherine Ndereba gewannen die 32. Auflage des Philadelphia-Halbmarathons in den USA.
Aus dem Marathontraining heraus bestritt Ryan Hall, der am 1. November in New York an den Start gehen wird, dieses Rennen. Etwa bei Kilometer 18 löste sich der 26-jährige Amerikaner von seinen drei kenianischen Konkurrenten Samuel Ndereba, Benjamin Limo und Valentine Orare. Das Ziel erreichte Ryan Hall dann in 61:52 Minuten mit einem Vorsprung von vier Sekunden auf Ndereba. Limo (62:01) und Orare (62:22) folgten auf den Plätzen. „Es war ein harter Wettkampf für mich, aber meine Beine fühlten sich bis zum Ende gut an“, sagte Ryan Hall, der einen Geschwister-Sieg verhinderte.
Bei den Frauen gewann Catherine Ndereba mit einem Vorsprung von drei Sekunden in 69:43 Minuten vor ihrer Landsfrau Irene Limika. „Es gab für mich eine siebenjährige Unterbrechung nach meinem letzten Sieg bei diesem Rennen“, sagte die zweifache Marathon-Weltmeisterin Catherine Ndereba und fügte hinzu: „Da ich hier seit 15 Jahre lebe, ist es ein schönes Gefühl, ,zu Hause’ zu gewinnen.“ Dritte wurde die Kenianerin Neriah Asiba (70:26), Rang vier belegte die frühere 10.000-m-Olympiasiegerin und Weltklasse-Marathonläuferin Derartu Tulu (Äthiopien). Die 37-Jährige war nach 70:33 Minuten im Ziel.
Text: race-news-service.com
Geschwister Masai gewinnen ,Dam tot Dam’-Lauf

Eine hochklassige Leistung zeigte Linet Masai beim ,Dam tot Dam' in Holland.
Foto: Veranstalter / Tom Metiary
[22.09.2009] Das vergangene Wochenende war im wahrsten Sinne ein ,Renner’: Über 40.000 Meldungen hatte der real,- Berlin-Marathon, 54.000 waren es beim englischen Great North Run und 35.000 starteten beim traditionellen ,Dam tot Dam’-Lauf in Holland. Zum Jubiläum dieses Rennens über zehn englische Meilen gab es etwas Besonderes: Ein Geschwisterpaar trug sich bei der 25. Auflage des Laufes von Amsterdam nach Zaandam in die Siegerlisten ein. Die Kenianer Moses und Linet Masai waren nicht zu schlagen.
Bei den Männern entwickelte sich zunächst ein Vierkampf. Neben Moses Masai liefen in diesem erstklassig besetzten Rennen seine beiden Landsleute Charles Kamathi (frühere 10.000-m-Weltmeister) und Micah Kogo (Olympia-Dritter über 10.000 m) sowie der Äthiopier Getu Feleke an der Spitze. In der Endphase des Rennens erlebten die Zuschauer dann ein packendes Duell um den Sieg. Im Spurt setzte sich Moses Masai schließlich in 45:16 Minuten ganz knapp vor dem zeitgleichen Charles Kamathi durch. Dritter wurde Getu Feleke mit 45:29, Rang vier ging an Micah Kogo in 45:41.
Bei den Frauen dominierte über die gut 16 km lange Strecke eine Läuferin: Linet Masai. Die 10.000-m-Weltmeisterin von Berlin war nach starken 50:39 Minuten im Ziel. Schneller als die Kenianerin war bisher nur Paula Radcliffe (Großbritannien), die im Rahmen des Halbmarathons in Newcastle 2003 (Great North Run) die 10-Meilen-Marke in 50:01 passiert hatte. Allerdings fällt die Strecke in Nordengland leicht ab. Mit 42 Sekunden Rückstand belegte Hilda Kibet (Holland) beim ,Dam tot Dam’ in 51:21 Minuten Rang zwei. Dritte wurde Peninah Arusei (Kenia) mit 51:26.
Text: race-news-service.com
Martin Lel gewinnt weltgrößten Halbmarathon in Newcastle

Martin Lel meldete sich mit einem Sieg in Newcastle zurück.
Foto: photorun.net
[21.09.2009] Zum zweiten Mal nach 2007 hat Martin Lel den Great North Run in Newcastle gewonnen. Der Kenianer lief beim größten Halbmarathonrennen der Welt hochklassige 59:32 Minuten. Es war die zweitbeste Zeit in der Historie des Traditionsrennens. Schnellste Frau war überraschend die Portugiesin Jessica Augusto, die nach 69:08 das Ziel an der Nordseeküste erreichte. Rund 54.000 Läufer hatten sich für das Rennen über 21,0975 km angemeldet, etwa 38.000 wurden am Sonntag im Ziel registriert.
Für Martin Lel war es eine erfolgreiche Wettkampf-Rückkehr, nachdem er im April kurzfristig aufgrund eines Hüftproblems auf seinen Start beim London-Marathon verzichten musste. In seinem ersten Wettkampf seit dem Lissabon-Halbmarathon im März löste sich der 30-Jährige auf dem letzten Kilometer von seinem letzten verbliebenen Konkurrenten Kiplimo Kimutai. Der kenianische Landsmann von Martin Lel erreichte als Zweiter mit 59:44 Minuten ebenfalls eine hochklassige Zeit. Nach einem Krampf, den er nach rund 16 km bekam, hatte der zweifache Marathon-Weltmeister Jaouad Gharib fortan Probleme. Trotzdem wurde der Marokkaner noch Dritter mit 60:04 Minuten. „Ich war gut vorbereitet und hatte keine Probleme mit meiner Hüfte“, erklärte Martin Lel und fügte hinzu: „Jetzt werde ich noch eine intensive Trainingsphase absolvieren und dann möchte ich zum dritten Mal den New York-Marathon gewinnen.“
Überraschend lief die Portugiesin Jessica Augusto zu einem Start-Ziel-Sieg in Newcastle. Mit 69:08 Minuten unterbot die 27-Jährige, die bei den Weltmeisterschaften in Berlin im August Rang elf im 3.000-m-Hindernisfinale belegt hatte, ihre persönliche Bestzeit gleich um rund zweieinhalb Minuten. „Das ist der größte Sieg meiner Karriere“, sagte Jessica Augusto. „Angesichts der starken äthiopischen und kenianischen Konkurrenz war ich überrascht, dass keine andere Läuferin mein Tempo mitging.“ Mit 69:42 Minuten wurde Berhane Adere (Äthiopien) Zweite vor Ana Dulce Rosa (Portugal/69:48). Die Boston-Marathon-Siegerin Salina Kosgei (Kenia) lief als Fünfte 70:11 Minuten.
Text: race-news-service.com
Haile Gebrselassie will 2010 erneut in Berlin starten

Haile Gebrselassie steht gemeinsam mit Mark Milde am Brandenburger Tor. Die Uhr zeigt den 30-km-Weltrekord des Äthiopiers.
Foto: photorun.net
[21.09.2009] Zum Frühstück bekam Haile Gebrselassie eine besondere Überraschung: Sein Weltrekord über 30 km war inzwischen von Hugh Jones, dem Streckenvermesser der Association of International Marathons and Road Races (AIMS), bestätigt worden. Der frühere Weltklasseläufer hatte gemeinsam mit dem Berliner Streckenvermesser John Kunkeler die Position des 30-km-Punktes überprüft. Damit steht der Anerkennung von Haile Gebrselassies Weltrekord am Sonntag, der im ,Vorbeigehen’ die 30 km in 1:27:49 Stunden passiert hatte, durch den internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) nichts mehr im Weg.
„Das war eine wundervolle Nachricht für mich. Der 30-km-Rekord ergänzt meine Weltrekord-Sammlung“, erklärte Haile Gebrselassie, der, vorausgesetzt die IAAF bestätigt die Zeit, in seiner einmaligen Karriere dann 20 offizielle und 7 inoffizielle Weltrekorde aufgestellt hat. Die 30-km-Bestzeit hielt zuvor der Japaner Takayuki Matsumiya, der 2005 in Kumamoto (Japan) 1:28:00 Stunden gelaufen war.
„Ich möchte mich bedanken bei Mark Milde und seinem Team sowie bei den Sponsoren. Es war wieder ein phantastisches Rennen. Ich möchte auch 2010 hier laufen“, erklärte Haile Gebrselassie während der Abschlusspressekonferenz am Montag und fügte hinzu: „Ich wünschte, ich könnte jeden Monat einen Berlin-Marathon laufen – aber leider geht das nicht und ich muss nun zwölf Monate warten.“ Im kommenden Jahr findet das Rennen am 26. September statt.
So wie es aussieht, wird Haile Gebrselassie dann einen neuen Angriff auf den Weltrekord starten. „Ich möchte in meiner Karriere mindestens 30 Weltrekorde aufstellen, möglichst jedoch noch ein paar mehr. Der Schwerpunkt liegt für mich dabei auf dem Marathon“, sagte Haile Gebrselassie, der glaubt, dass es wohl nur auf der schnellen Berliner Strecke möglich ist, Weltrekorde aufzustellen. „Wenn der Marathon-Weltrekord fällt, werden wir wieder hier sitzen!“
Doch Haile Gebrselassie ist mehr als Laufen. Am Sonntagabend bei der Läufer-Abschlussparty im Goya am Nollendorfplatz überraschte er musikalisch: Haile Gebrselassie setzte sich ans Klavier und fing an zu spielen. „Wenn ich zu Hause Zeit habe nach dem Training mache ich das zur Entspannung. Im nächsten Jahr bringe ich eine CD mit meinen Stücken mit nach Berlin“, erzählte Haile Gebrselassie, der in Addis Abeba auch als erfolgreicher Geschäftsmann tätig ist. „Es gibt inzwischen sicher auch andere Möglichkeiten für mich, Geld zu verdienen. Marathon kann weh tun, aber es ist für mich immer noch eine große Herausforderung. Deswegen will ich auf jeden Fall weiter laufen.“
Text: race-news-service.com
Haile Gebrselassie gewinnt zum vierten Mal den Berlin-Marathon

Haile Gebrselassie gewinnt zum vierten Mal in Berlin.
Foto: photorun.net
[20.09.2009] Haile Gebrselassie hat zum vierten Mal in Folge den real,- Berlin-Marathon gewonnen und damit für ein Novum gesorgt. Kein anderer Läufer schaffte in der Geschichte der 36 Auflagen des größten und spektakulärsten deutschen Marathons vier Siege. Der Äthiopier verpasste zwar seinen im vergangenen Jahr in Berlin aufgestellten Weltrekord von 2:03:59 Stunden, erzielte jedoch mit 2:06:08 Stunden eine Weltklassezeit.
Während Haile Gebrselassies vermeintlich stärkster Konkurrent, Duncan Kibet (Kenia), das Rennen nach der 30-km-Marke aufgab, wurde der Kenianer Francis Kiprop in 2:07:04 Stunden Zweiter. Rang drei belegte der Äthiopier Negari Terfa (Äthiopien) in 2:07:41. Zwar verpasste Haile Gebrselassie seine eigene Marathon-Bestzeit, jedoch stellte er über 30 km einen Weltrekord auf. Diesen Punkt, wo Race-Direktor Mark Milde vorausschauend ein offizielles Kampfgericht platziert hatte, erreichte Haile Gebrselassie nach 1:27:49 Stunden. Diese Zeit ist allerdings noch inoffiziell.
Für einen äthiopischen Doppelsieg sorgte Haile Gebrselassies Landsfrau Atsede Besuye, die nach 2:24:47 Stunden ins Ziel am Brandenburger Tor lief. Die Russin Silvia Skvortsova wurde Zweite in 2:26:24 Stunden, Rang drei belegte Mamitu Daska (Äthiopien) in 2.26:38.
Für den 36. real,- Berlin-Marathon hatte die Rekordzahl von 40.923 Teilnehmern aus 122 Nationen gemeldet. Rund eine Million Zuschauer säumten bei gutem, allerdings am Ende warmem Wetter die 42,195 km lange Strecke.
Eine Gruppe von sieben Tempomachern führte die beiden Favoriten des Rennens, Haile Gebrselassie und Duncan Kibet, mit Zwischenzeiten an den Kilometerpunkten vorbei, die auf einen Weltrekord hinausliefen. Nach 29:15 beziehungsweise 43:58 Minuten hatte die Spitzengruppe die Kilometerpunkte 10 und 15 erreicht. Dieses Tempo lief ebenso wie die spätere Halbmarathonzeit von 61:44 Minuten auf eine Endzeit von etwa 2:03:30 Stunden hinaus. Schon vor der Hälfte allerdings hatte es eine Überraschung gegeben, denn etwa bei Kilometer 19 konnte Duncan Kibet das Tempo nicht mehr halten. Der Kenianer bekam, wie er später erklärte, ein Hüftproblem, so dass er immer weiter an Boden verlor. Bei Kilometer 32 gab Duncan Kibet schließlich auf.
Das Aus des Herausforderers hatte jedoch keinen Einfluss auf das Tempo an der Spitze. Dort leisteten vor allen die Kenianer John Kales und Sammy Kosgei ausgezeichnete Arbeit als ,Hasen’ für Haile Gebrselassie. Nach 1:27:49 Stunden war dann die 30-km-Marke erreicht. 2.000 Meter später ging mit Sammy Kosgei der letzte Tempomacher aus dem Rennen. Kurz danach bekam auch der Äthiopier Probleme, was allerdings nichts mit dem Ausstieg des ,Hasen’ zu tun hatte. Mit einem deutlich schwereren Schritt war Haile Gebrselassie auf den letzten sieben Kilometern unterwegs. Deutlich über drei Minuten benötigte der Weltrekordler nun für die 100-m-Abschnitte. So geriet der Weltrekord schnell außer Reichweite. Ein starkes Rennen zeigte Francis Kiprop, der in der zweiten Hälfte der schnellste Läufer im Feld war. Als zweiter stellte der Kenianer mit 2:07:04 Stunden eine hochkarätige persönliche Bestzeit auf.
„Es wurde einfach zu warm. Plötzlich fühlte ich mich sehr müde, obwohl ich sehr gut vorbereitet war auf dieses Rennen. Offenbar ist es nicht möglich, einen Weltrekord bei Temperaturen von über 17 Grad Celsius zu laufen“, erklärte Haile Gebrselassie, der sich neben einer Siegprämie 50.000 Euro zusätzlich eine Zeitprämie von 30.000 Euro verdiente. In Richtung Race-Direktor Mark Milde sagte Haile Gebrselassie: „Wenn es Mark erlaubt, komme ich im nächsten Jahr wieder nach Berlin!“

Atsede Besuye siegt erstmals bei einem großen Marathon.
Foto: photorun.net
Erwartungsgemäß dominierten die Äthiopierinnen das Geschehen an der Spitze im Frauenrennen. Auch hier gab es allerdings ein frühzeitiges Aus einer Favoritin: Askale Tafa Magarsa (Äthiopien), die im vergangenen Jahr in Berlin Rang zwei belegt hatte, hatte bereits bei der Halbmarathonmarke über eine Minute Rückstand zur Spitze und gab kurz danach auf. Vorne hatten ihre drei Landsfrauen Genet Getaneh, Atsede Besuye und Mamitu Daska diesen Punkt in 1:12:29 Stunden erreicht.
In der Schlussphase des insgesamt sehr gleichmäßigen Frauenrennens fiel die Entscheidung zugunsten der erst 21-jährigen Atsede Besuye. Sie gewann in 2:24:47 Stunden vor der am Ende stark aufkommenden Russin Silvia Skvortsova (2:26:24). Auf den nächsten Plätzen folgten Mamitu Daska (2:26:38) und die Italienerin Rosaria Console (2:26:45), die ebenfalls in der Schlussphase noch mehrere Plätze gutmachte. Die ersten vier Frauen liefen jeweils persönliche Bestzeiten. „Trotz einer Verletzung meines linken großen Zehs habe ich mich ab Kilometer 30 selbstbewusst und stark genug gefühlt, um das Rennen zu gewinnen“, erklärte Atsede Besuye.
Text: race-news-service.com
Haile Gebrselassie: Berlin ist wie ,mein’ Marathon

Duncan Kibet (links) und Haile Gebrselassie bei der Pressekonferenz vor dem Berlin-Marathon.
Foto: photorun.net
[19.09.2009] Haile Gebrselassie ist zurück zu ,seinem’ Marathon gekommen. „Ich danke den Veranstaltern aber auch den Menschen in Deutschland für ihre Unterstützung, so dass ich immer wieder nach Berlin kommen kann“, erklärte der Marathon-Weltrekordler, als er bei einer Pressekonferenz des 36. real,- Berlin-Marathon im Marriott Hotel am Potsdamer Platz auftrat. „Es kommt mir in der Zwischenzeit vor wie ,mein’ Marathon“, fügte der 36-jährige Äthiopier hinzu, der dieses Rennen als erster Läufer zum vierten Mal gewinnen kann. Nach seinem Sieg im Jahr 2006 stellte Haile Gebrselassie 2007 und 2008 mit 2:04:26 beziehungsweise 2:03:59 Stunden jeweils Weltrekorde auf. Am Sonntag fällt der Startschuss mit 40.923 Läufern aus 122 Nationen um 9 Uhr auf der Straße des 17. Juni.
Haile Gebrselassie, der in seiner Karriere bisher 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufstellte, hielt sich während der Pressekonferenz bezüglich konkreten Zeitzielen zurück. „Alle sprechen in Bezug auf Berlin über die Zeit, denn es ist eine tolle Strecke. Ich erwarte ein großes und tolles Rennen. Aber man muss auch sehen, dass alleine der Sieg schon eine große Leistung ist – ein Weltrekord ist etwas sehr spezielles“, erklärte Haile Gebrselassie, der sich seit Juni in Äthiopien auf das Rennen in Berlin vorbereitet hat. Vor rund zehn Tagen hatte Haile Gebrselassie in einem Interview allerdings gesagt: „Mein Ziel ist es, mit einem Weltrekord in Berlin zu gewinnen! Insgesamt bin ich in besserer Form als vor einem Jahr.“ Die avisierten Zwischenzeiten, die Haile Gebrselassie am Freitag während der Pressekonferenz nannte, deuten darauf hin, dass der Weltrekord das klare Ziel ist. „Ich möchte die erste Hälfte nicht langsamer als 61:30 Minuten laufen. Beim 30-km-Punkt will ich schneller sein als im vorigen Jahr (2008 hatte er diesen Punkt in 1:28:25 Stunden passiert, d. Red.). Dann sehen wir, was auf den letzten zwölf Kilometern passieren wird. Warmes Wetter wäre natürlich generell nicht so gut.“ Bis zu rund 25 Grad sind für den Sonntag vorhergesagt.
Das Thema in diesem Jahr ist natürlich das große Duell mit Duncan Kibet, der sich nach der Pressekonferenz gemeinsam mit dem Äthiopier zu einem Foto stellte. Während einem minutenlangen Blitzlichtgewitter, das man in dieser Leichtathletik-Saison wohl nur in Verbindung mit Usain Bolt gesehen hat, umarmten sich die beiden großen Kontrahenten. Es war ein Bild, das den Laufsport einmal mehr als sympathische Sportart demonstrierte. Es sei eine Ehre, gegen Haile Gebrselassie laufen zu dürfen, hatte Duncan Kibet tags zuvor erklärt.
„Ich kann jetzt vorher nicht sagen, wie hart es werden könnte“, antwortete Haile Gebrselassie auf die Frage, wie er das Duell mit Duncan Kibet bewertet und ob er ihn auch als den stärksten Gegner sieht verglichen mit seinen bisherigen Konkurrenten in Berlin. „Alle sprechen über Duncan Kibet – er ist natürlich sehr gut, sehr stark. Aber es gibt auch noch andere Athleten in diesem Rennen. Wir wollen den Zuschauern auf jeden Fall eine große Show bieten“, erklärte Haile Gebrselassie und fügte hinzu: „Marathon ist etwas anderes als alle anderen Disziplinen. Es geht hier nicht nur um deine Gegner oder um einen bestimmten Athleten. Du rennst in erster Linie gegen die Distanz. Es sind 42 Kilometer und du kannst nie genau wissen, was passiert. Die Distanz ist der größte Gegner – härter als alle Konkurrenten“, sagte Haile Gebrselassie, der bereits 1991 im Rahmen einer Ekiden-Staffel zum ersten Mal in Berlin an den Start gegangen war. Damals war er 18 Jahre alt.
Genau vier Wochen nach dem Ende der IAAF Leichtahtletik-Weltmeisterschaften in Berlin findet in der deutschen Hauptstadt das nächste hochkarätige Leichtathletik-Event statt. „Ich habe die Weltmeisterschaften im Fernsehen gesehen. Es gab viele gute Leistungen. Fantastisch war natürlich für uns Äthiopier der Doppelsieg von Kenenisa Bekele. Aber wir haben in Äthiopien natürlich auch alle Usain Bolt gesehen. Er ist ein Wunder. Nicht nur seine Leistungen, sondern auch seine Wirkung auf die Menschen. Usain Bolt füllt ein ganzes Stadion. Ich wünschte, ich könnte das auch. Das ist sehr gut für die Leichtathletik“, erzählte Haile Gebrselassie. „Aber vielleicht kann ich auch sagen, dass ich viele Zuschauer an die Strecke des Marathons locke.“ Es werden rund eine Million Menschen an der Strecke des real,- Berlin-Marathons erwartet.
Text: race-news-service.com
Duncan Kibet bereit für das große Duell mit Haile Gebrselassie

Duncan Kibet am Brandenburger Tor.
Foto: photorun.net
[18.09.2009] „Ich fühle mich geehrt, hier gegen Haile Gebrselassie antreten zu können“, sagte Duncan Kibet, als er heute bei der Pressekonferenz des real,- Berlin-Marathon im Berliner Marriott Hotel die Fragen der Journalisten beantwortete. „Das Training lief gut, ich bin in guter Form und freue mich auf das Rennen gegen den Weltrekordler.“ Der 31-jährige Kenianer hält zurzeit die Jahresweltbestzeit von 2:04:27 Stunden, die er bei seinem Sieg in Rotterdam im April erreichte. Damit ist er hinter Haile Gebrselassie der zweitschnellste Läufer über die 42,195 km aller Zeiten. Am Sonntag nun treffen die beiden schnellsten Marathonläufer der Welt in Berlin aufeinander.
Einen Weltrekord hält Duncan Kibet bereits – allerdings wird dieser nicht offiziell geführt. Gemeinsam mit seinem Bruder Luke Metto sind die beiden das schnellste Brüderpaar aller Zeiten. Der zwei Jahre ältere Metto lief 2004 in Seoul 2:10:57. Zusammen weisen sie damit eine Zeit von 4:15:24 Stunden auf und sind fünf Sekunden schneller als ihre Landsleute Eric und Boaz Kimaiyo.
Und wie steht es mit dem Marathon-Weltrekord von 2:03:59? Mit seiner Bestzeit aus Rotterdam ist Duncan Kibet nur noch 28 Sekunden entfernt von der Marke, die Haile Gebrselassie vor einem Jahr beim real,- Berlin-Marathon aufgestellt hatte. Auf den Weltrekord geht Duncan Kibet nicht ein, doch er sagt: „Ich will meine Bestzeit verbessern.“ Dafür müsste er ein Tempo im Bereich des Weltrekordes laufen. Wir haben im Vergleich zur Vorbereitung auf den Rotterdam-Marathon im Training einige Einheiten noch weiter intensiviert“, erzählt der Kenianer, der im vergangenen Jahr in Wien seinen ersten ernsthaften Marathon gelaufen war und dabei auf Anhieb Zweiter wurde in 2:08:33. Damals lief er bei hohen Temperaturen, ein halbes Jahr später verbesserte er sich als Sieger des Mailand-Marathons bei eiskalten Bedingungen auf 2:07:53. Dann folgte der Triumph in Rotterdam.
„Ich habe mich für den Berlin-Marathon entschieden, weil ich in Berlin die Perspektive gesehen habe, meine Bestzeit weiter verbessern zu können“, erklärte Duncan Kibet und antwortete auf eine Frage bezüglich des Duells mit Haile Gebrselassie: „Ich weiß nicht wie er trainiert hat und er weiß es umgekehrt ebenso wenig über mich. Insofern müssen wir abwarten und sehen, wie sich das Rennen entwickelt. Aber ich will versuchen, sein Tempo mitzugehen.“
Eine so starke Steigerung auf 2:04:27 Stunden hatte Duncan Kibet, der vom Italiener Claudio Berardelli trainiert wird, selbst nicht erwartet. Doch er weiß auch, dass er noch schneller laufen kann. „Mein Trainingspartner James Kwambai wurde am vergangenen Sonntag beim Rotterdam-Halbmarathon in 59:09 Minuten Dritter. Das ist ein gutes Zeichen“, erklärte Duncan Kibet, der einst in der Schule mit dem Laufsport begann. „Damals lief ich mit meinen beiden Brüdern für die Schule bei Wettkämpfen.“
Doch als 16-Jähriger erlitt seine Karriere einen Knick, denn er brach sich bei einem Unfall in Eldoret das Bein. „Ich dachte, das wäre das Ende meiner Karriere, aber dann haben mich Moses Tanui und Moses Kiptanui überzeugt, dass ich weiter laufen sollte. Ich hatte am Anfang Angst, dass ich mir noch einmal das Bein brechen könnte“, erzählte Duncan Kibet, der im Jahr 2004 bereits zweimal bei kleineren Marathonrennen in Frankreich startete: Damals lief er 2:19:42 Stunden in La Rochelle und 2:20:39 beim Marathon de la Liberte. Als echte Marathonrennen zählen diese allerdings für Duncan Kibet nicht. „Ich war damals jeweils Tempomacher. Und als ich meine Aufgabe erfüllt hatte, war niemand da, der mich mit dem Auto mitnahm. Also joggte ich weiter bis ins Ziel!“
Text: race-news-service.com
Herbst-Marathonrennen beginnen mit einem Knaller: Haile Gebrselassie gegen Duncan Kibet in Berlin

Haile Gebrselassie bei seinem Sieg in Berlin 2008.
Foto: photorun.net
[17.09.2009] Nur vier Wochen nach den Weltmeisterschaften in Berlin startet in der deutschen Hauptstadt der nächste hochkarätige Lauf: Der real,- Berlin-Marathon ist das erste einer Reihe von großen Herbstrennen über die 42,195 km. Dabei kommt es am kommenden Sonntag zu einem hochkarätigen Duell: Weltrekordler und Titelverteidiger Haile Gebrselassie (Äthiopien/2:03:59) trifft auf den Jahresweltbesten Duncan Kibet (Kenia/2:04:27). Nie zuvor waren zwei Läufer mit derartig schnellen Bestzeiten in einem Rennen.
Die 36. Auflage des Berlin-Marathons, für den die Rekordzahl von 40.923 Läufern aus 122 Nationen gemeldet haben, ist eines von drei Herbstrennen, das zu den World Marathon Majors (WMM) zählt. Nach Chicago und New York endet die WMM-Serie 2008-2009. Doch die Sieger stehen schon jetzt praktisch fest, denn ihr Punktvorsprung ist enorm. Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia), der in Chicago am 11. Oktober einen Weltrekordangriff starten wird, und Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) sind nur noch theoretisch einzuholen. Dafür müsste schon einer der Nächstplatzierten im Herbst bei den drei WMM-Rennen zweimal gewinnen, ohne dass die Führenden selbst noch besonders punkten. Irina Mikitenko dürfte also als erste Läuferin zum zweiten Mal den WMM-Jackpot knacken. Sie wird erstmals beim Chicago-Marathon an den Start gehen, doch unabhängig vom Ergebnis wird sie auf jeden Fall zur Großverdienerin des Herbstes. Eine halbe Million Dollar erhalten die beiden WMM-Sieger jeweils.
Während Deutschlands Nummer zwei über die Marathonstrecke, Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon), nur sechs Wochen nach ihrem WM-Rennen einen Start in Köln am 4. Oktober wagt, ist es ein anderer deutscher Marathon, der dabei ist, sich als nationale Nummer zwei zu etablieren: Der Commerzbank Frankfurt-Marathon am 25. Oktober hat erstmals neben Berlin und Hamburg den prestigeträchtigen Gold-Label-Status des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) erhalten. Im kommenden Jahr dürften die Hanseaten nicht mehr in der höchsten Kategorie sein, da aufgrund der Sponsorproblematik das diesjährige Rennen qualitativ nicht die Voraussetzungen erfüllte.
Während die Frankfurter am letzten Oktober-Sonntag auf eine weitere Verbesserung ihres Streckenrekordes hoffen und mit den Kenianerin Robert Cheruiyot und Wilfred Kigen jene Läufer am Start haben, die in den letzten vier Jahren am Main gewannen und dabei auch Kursrekorde aufstellten, hoffen auch die Berliner am Sonntag auf einen neuen Rekord. Dabei geht es freilich um noch mehr, denn die Streckenbestzeit ist identisch mit dem Weltrekord.

Duncan Kibet bei seinem Sieg in Mailand 2008.
Foto: photorun.net
Berlin scheint das perfekte Pflaster zu bieten für Marathon-Weltrekorde. Bei keinem anderen City-Rennen wurden in der jüngeren Vergangenheit so viele Weltbestzeiten aufgestellt wie in der deutschen Hauptstadt. Sieben sind es insgesamt seit der Premiere 1974, sechs davon alleine in den vergangenen elf Jahren. Haile Gebrselassie, der in seiner Karriere insgesamt 26 Bestzeiten gelaufen ist, steht als einziger zweimal in dieser Liste: mit 2:04:26 (2007) und 2:03:59 (2008). Über die Marathondistanz hält er eine weitere Verbesserung um zumindest eine halbe Minute für möglich. „Wenn alles perfekt zusammenpasst, kann ich vielleicht sogar ein Ergebnis von 2:02:59 Stunden erreichen“, sagt Haile Gebrselassie.
Paul Tergat (Kenia), der 2003 in Berlin als erster den Marathon unter 2:05 Stunden gelaufen war (2:04:55), nannte während eines Interviews vor einigen Monaten vier Landsleute, denen er im Marathon zutraut in die Bereiche von Haile Gebrselassie vorzudringen und vielleicht sogar die Weltrekordzeit des Äthiopiers zu unterbieten: Olympiasieger Sammy Wanjiru, Martin Lel, James Kwambai und – Duncan Kibet.
Mit Duncan Kibet trifft Haile Gebrselassie in der Tat auf den stärksten Gegner seit Jahren. Der 31-jährige Kenianer führt zurzeit die Jahresweltbestenliste an und ist mit seiner Rotterdam-Siegzeit von 2:04:27 Stunden so dicht an Haile Gebrselassie herangekommen wie kein anderer zuvor. Auch Duncan Kibet ist zuzutrauen, in Berlin unter 2:04 Stunden zu laufen. Man darf gespannt sein, wer gegebenenfalls noch in dieses Duell eingreifen kann.
Bei den Frauen kehrt die Vorjahreszweite Askale Tafa Magarsa (Äthiopien) nach Berlin zurück. Die 24-Jährige, die sich im vergangenen Jahr hinter Irina Mikitenko auf die Weltklassezeit von 2:21:31 Stunden verbesserte, geht als Favoritin an den Start. 2008 war sie innerhalb von neun Monaten gleich drei Marathonrennen gelaufen, 2009 ist Askale Tafa Magarsa dagegen bisher noch gar nicht in Erscheinung getreten. Auch über kürzere Distanzen startete sie nicht. Das muss kein schlechtes Zeichen sein, wenn sie sich konzentriert auf den Marathon vorbereitet. Jedoch lässt sich ihre aktuelle Form schwer einschätzen. Die stärkste Gegnerin von Magarsa dürfte eine Landsfrau sein: Atsede Habtamu lief beim Dubai-Marathon 2009 im Januar – trotz eines Unwetters in der Endphase des Rennens – 2:25:17 und wurde Zweite.
Text: race-news-service.com
[17.09.2009] DIE HOCHKLASSIGSTEN HERBST-RENNEN: DATEN UND FAVORITEN

Der Berlin-Marathon kurz nach dem Start.
Foto: photorun.net
BERLIN (20.9.)
World Marathon Majors (WMM)-Rennen
IAAF Gold Label Race
Meldezahl: 41.000
Anmeldungen noch möglich: nein
Siegprämie: 70.000 Dollar
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): 371.000 Dollar
Streckenrekorde:
2:03:59 – Haile Gebrselassie (ETH) WR
2:19:12 – Mizuki Noguchi (JPN)
Topathleten und Bestzeiten:
Männer: Haile Gebrselassie (ETH/2:03:59/WR), Duncan Kibet (KEN/2:04:27), Atsushi Fujita (JPN/2:06:51), Francis Kiprop (KEN/2:08:30), Eshetu Wondimu (ETH/2:08:41), David Langat (KEN/2:08:58), Mariko Kiplagat (KEN/2:09:04), Dereje Debele Tulu (ETH/2:09:08), Alfred Kering (KEN/2:09:19), Cuthbert Nyasango (ZIM/Debüt).
Frauen: Askale Tafa Magarsa (ETH/2:21:31), Atsede Habtamu (ETH/2:25:17), Genet Getaneh (ETH/2:26:37), Silvia Skvortsova (RUS/2:27:07), Rosaria Console (ITA/2:27:48), Tatiana Aryasova (RUS/2:29:09).
CHICAGO (11.10.)
World Marathon Majors (WMM)-Rennen
IAAF Gold Label Race
Meldezahl: 45.000
Anmeldungen noch möglich: nein
Siegprämie: 125.000 Dollar
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): 579.000 Dollar
Streckenrekorde:
2:05:42 – Khalid Khannouchi (MAR)
2:17:18 – Paula Radcliffe (GBR)
Topathleten und Bestzeiten (soweit bekannt):
Männer: Sammy Wanjiru (KEN/2:05:10), Abderrahim Goumri (MAR/2:05:30), Vincent Kipruto (KEN/2:05:47), Evans Cheruiyot (KEN/2:06:25), Ben Maiyo (KEN/2:07:09), Wesley Korir (KEN/2:08:24).
Frauen: Irina Mikitenko (TV Wattenscheid/2:19:19), Deena Kastor (USA/2:19:36), Teyba Erkesso (ETH/2:24:18), Liliya Shobukhova (RUS/2:24:24), Lidiya Grigoryeva (RUS/2:25:10), Mizuho Nasukawa (JPN/2:25:38), Adriana Pirtea (ROM/2:28:52).
AMSTERDAM (18.10.)
IAAF Silver Label Race
Meldezahl: vorauss. 8.000
Anmeldungen noch möglich: nein
Prämien nicht bekannt
Streckenrekorde:
2:06:20 – Haile Gebrselassie (ETH)
2:22:20 – Gete Wami (ETH)
Topathleten und Bestzeiten (soweit bekannt):
Frauen: Hilda Kibet (NED/2:32:10)
FRANKFURT (25.10.)

Der Start beim Frankfurt-Marathon.
Foto: photorun.net
IAAF Gold Label Race
Meldezahl: vorauss. 13.500
Anmeldungen noch möglich: ja (frankfurt-marathon.com)
Siegprämie: 21.500 Dollar
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): 135.000 Dollar
Streckenrekorde:
2:07:21 – Robert Cheruiyot (KEN)
2:25:12 – Alevtina Biktimirova (RUS)
Topathleten und Bestzeiten (soweit bekannt):
Männer: William Kiplagat (KEN/2:06:50), Robert Cheruiyot (KEN/2:07:21), Wilfred Kigen (KEN/2:07:33), Jason Mbote (KEN/2:07:37), Gilbert Kirwa (2:08:21), Stephen Kiogora (KEN/2:08:24), Günther Weidliner (AUT/2:12:39).
Frauen: Rose Cheruiyot (KEN/2:25:48), Ruth Wanjiru (KEN/2:27:38).
NEW YORK (1.11.)
World Marathon Majors (WMM)-Rennen
IAAF Gold Label Race
Meldezahl: ca. 45.000
Anmeldungen noch möglich: nein
Siegprämie: vorauss. 130.000 Dollar
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): über 600.000 Dollar
Streckenrekorde:
2:07:43 – Tesfaye Jifar (ETH)
2:21:43 – Margaret Okayo (KEN)
Topathleten und Bestzeiten (soweit bekannt):
Männer: Ryan Hall (USA/2:06:17) – voraussichtlich: Paul Tergat (KEN/2:04:55), Hendrick Ramaala (RSA/2:06:55), Marilson Gomes dos Santos (BRA/2:08:37)
Frauen: Start denkbar: Paula Radcliffe (GBR/2:15:25/WR)
TERMINE AUSGEWÄHLTER HERBST-MARATHONRENNEN
20. September Berlin
4. Oktober Köln
11. Oktober Chicago
11. Oktober München
11. Oktober Eindhoven
18. Oktober Peking
18. Oktober Amsterdam
25. Oktober Frankfurt
1. November New York
1. November Seoul
8. November Athen
6. Dezember Fukuoka (Männer-Eliterennen)
13. Dezember Honolulu
Die 10 besten Zeiten aller Zeiten
Männer
| 2:03:59 | Haile Gebrselassie | ETH | Berlin | 28.9.2008 |
| 2:04:26 | Haile Gebrselassie | ETH | Berlin | 30.9.2007 |
| 2:04:27 | Duncan Kibet | KEN | Rotterdam | 5.4.2009 |
| 2:04:27 | James Kwambai | KEN | Rotterdam | 5.4.2009 |
| 2:04:53 | Haile Gebrselassie | ETH | Dubai | 18.1.2008 |
| 2:04:55 | Paul Tergat | KEN | Berlin | 28.9.2003 |
| 2:04:56 | Sammy Korir | KEN | Berlin | 28.9.2003 |
| 2:05:04 | Abel Kirui | KEN | Rotterdam | 5.4.2009 |
| 2:05:10 | Samuel Wanjiru | KEN | London | 26.4.2009 |
| 2:05:15 | Martin Lel | KEN | London | 13.4.2008 |
Frauen
| 2:15:25 | Paula Radcliffe | GBR | London | 13.4.2003 |
| 2:17:18 | Paula Radcliffe | GBR | Chicago | 13.10.2002 |
| 2:17:42 | Paula Radcliffe | GBR | London | 17.4.2005 |
| 2:18:47 | Catherine Ndereba | KEN | Chicago | 7.10.2001 |
| 2:18:56 | Paula Radcliffe | GBR | London | 14.4.2002 |
| 2:19:12 | Mizuki Noguchi | JPN | Berlin | 25.9.2005 |
| 2:19:19 | Irina Mikitenko | GER | Berlin | 28.9.2008 |
| 2:19:26 | Catherine Ndereba | KEN | Chicago | 13.10.2002 |
| 2:19:36 | Deena Kastor | USA | London | 23.4.2006 |
| 2:19:39 | Yingjie Sun | CHN | Peking | 19.10.2003 |
World Marathon Majors (WMM)
Stand der Serie 2008-2009
Männer:
1. Samuel Wanjiru (KEN) 65
2. Tsegaye Kebede (ETH) 35
3. Deriba Merga (ETH) 30
4. Emmanuel Mutai (KEN) 26
Martin Lel (KEN) 26
Robert K. Cheruiyot (KEN) 26
Frauen:
1. Irina Mikitenko (GER) 75
2. Dire Tune (ETH) 40
3. Alevtina Biktimirova (RUS) 30
Salina Kosgei (KEN) 30
Constantina Dita (ROU) 30
6. Xue Bai (CHN) 25
Lidiya Grigoryeva (RUS) 25
Paula Radcliffe (GBR) 25
Eine WMM-Serie erstreckt sich jeweils über einen Zwei-Jahres-Zyklus. Die beiden Sieger erhalten am Ende ein Preisgeld von 500.000 US-Dollar.
Text: race-news-service.com
Irina Mikitenko läuft Chicago-Marathon

Irina Mikitenko wird beim Chicago-Marathon starten.
Foto: photorun.net
Irina Mikitenko wird am 11. Oktober beim Chicago-Marathon an den Start gehen. Es wird ihr erstes Rennen sein seit dem Sieg beim London-Marathon am 26. April. Die 37-jährige Läuferin des TV Wattenscheid hatte aufgrund des Todes ihres Vaters im Sommer auf den Start beim WM-Marathon in Berlin verzichtet, bei dem sie zu den Favoritinnen gehört hätte. Jetzt fühlt sich Irina Mikitenko wieder bereit für einen Marathon. Erstmals wird sie in ihrer Karriere bei einem US-amerikanischen Straßenlauf teilnehmen.
„Ich habe kurz vor der WM wieder angefangen richtig zu trainieren und habe ohne Druck geschaut, wie ich in Form komme. Dann bin ich am 30. August ins Höhentraining nach St. Moritz gefahren“, erzählt Irina Mikitenko, die noch mindestens bis Montag in der Schweiz bleiben möchte. „Möglichst will ich länger bleiben, aber das wird vom Wetter abhängen, denn morgens ist es jetzt schon ziemlich kalt hier. Es läuft von Woche zu Woche besser und ich hoffe, dass es in den nächsten drei Wochen so weitergeht.“
In Chicago wird Irina Mikitenko auf hochkarätige Konkurrenz treffen. Bei dem Rennen, das zu den World Marathon Majors (WMM) gehört, startet auch eine Läuferin, deren Bestzeit nur 17 Sekunden langsamer ist als ihr deutscher Rekord von 2:19:19. Es ist die US-Rekordlerin Deena Kastor (Bestzeit: 2:19:36), die beim olympischen Marathon 2004 eine Bronzemedaille gewann und in Chicago bereits vor vier Jahren einmal siegte. Unter vier weiteren Läuferinnen, die Bestzeiten von unter 2:26 Stunden aufweisen, ist auch die Russin Liliya Shobukhova. Sie lief beim London-Marathon im April ein ausgezeichnetes Debüt in 2:24:24 Stunden und belegte damit Rang drei.
„Das starke Feld ist sicherlich eine Motivation für mich. Aber es ist aufgrund der etwas anderen Vorbereitung, die in Zusammenhang mit dem Tod meines Vaters steht, schwer vorherzusehen, was möglich sein wird. Ich werde ohne vorherigen Testwettkampf in diesen Marathon gehen. Aber wenn ich laufe, gebe ich immer mein Bestes“, erklärte Irina Mikitenko, die zurzeit rund 200 Trainingskilometer pro Woche absolviert.
Erst einmal ist Irina Mikitenko in ihrer Karriere überhaupt in den USA gestartet: 1996 lief sie bei den Olympischen Spielen in Atlanta 5.000 m. Damals, kurz vor ihrer Ausreise nach Deutschland, startete sie noch für Kasachstan, stand am Anfang ihrer internationalen Karriere und verpasste das Finale. In Chicago ist sie nach drei Marathonsiegen in Folge (London und Berlin 2008 sowie London 2009) eine Favoritin.
Text: race-news-service.com
Äthiopiens Frauen melden sich in Thessaloniki zurück, Kenianerin Bisibori überzeugt über die Hindernisse

Ruth Bisibori dominierte in Thessaloniki über die Hindernisse.
Foto: photorun.net
[14.09.2009] Äthiopiens Frauen sind beim World Athletics Final (WAF) in Thessaloniki auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Drei Wochen nach den Weltmeisterschaften von Berlin, wo die Kenianerinnen sowohl über 5.000 als auch über 10.000 m die afrikanischen Rivalinnen besiegt hatten, gewannen nun wieder die Äthiopierinnen. Meseret Defar setzte sich dabei in einem eindrucksvollen Schlussspurt über 5.000 m in 15:25,31 Minuten knapp vor ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba (15:25.92) durch. Aufgrund eines langsamen, taktischen Rennens, bei dem die Favoritinnen sich auf den Schlussspurt konzentrierten, waren die Zeiten langsam. Dritte wurde die 5.000-m-Weltmeisterin Vivian Cheruiyot (Kenia) in 15:26,21. Läuferinnen aus Äthiopien und Kenia belegten die ersten neun Ränge in diesem Rennen.
Es war Tirunesh Diababa, die in Berlin verletzungsbedingt nicht hatte antreten können, die in der Schlussphase des 5.000-m-Laufes das Tempo forciert hatte und an der Spitze lief. Doch die Doppel-Olympiasiegerin von Peking 2008 ist noch nicht wieder in Bestform und musste sich auf der Zielgeraden im Spurt gegen Meseret Defar geschlagen geben. „Nach der großen Enttäuschung in Berlin bin ich froh über diesen Sieg“, sagte Defar und erklärte: „Ich war vor der WM in sehr guter Form, doch dann bekam ich eine Erkältung und verlor auch Gewicht. Dadurch konnte ich in Berlin nicht gewinnen.“
Eine starke Leistung zeigte am Ende der Saison die kenianische 3.000-m-Hindernisläuferin Ruth Bisibori. Sie gewann das Rennen souverän mit einem Meisterschaftsrekord von 9:13,43 Minuten. Das ist immerhin die elftschnellste Zeit des Jahres. „Es war ein guter Lauf für mich, ich bin sehr zufrieden. Es ist mein erster Sieg bei einem derartig hochkarätigen Wettbewerb und ich hoffe, dass in der Zukunft viele weitere folgen werden“, erklärte die 21-Jährige Ruth Bisibori, die bei der WM in Berlin Platz sieben belegt hatte. Im vergangenen Jahr war sie Olympia-Sechste und als 19-Jährige bereits WM-Vierte 2007. Ruth Bisibori ließ ihren Konkurrentinnen in Thessalonik keine Chance, allerdings fehlten in diesem Lauf die Medaillengewinnerinnen von der WM in Berlin. Auch die Plätze zwei und drei gingen bei warmem Wetter an Kenianerinnen: Milcah Cheywa lief 9:20,19 Minuten, ihr folgte Gladys Kipkemboi in 9:21,18.
Auch in seinem letzten Bahnrennen dieser Saison siegte währenddessen Kenenisa Bekele. Dabei gab es über 3.000 m ein ähnlich spannendes Finish wie im 5.000-m-WM-Finale genau 20 Tage zuvor. Wiederum kam es zum Aufeinandertreffen zwischen dem Äthiopier und dem früheren Kenianer Bernard Lagat (USA). Nach einem Bummeltempo der elf Läufer ging Kenenisa Bekele eingangs der letzten Runde an die Spitze und forcierte sein Tempo 250 Meter vor dem Ziel dann nochmals. Doch ausgangs der letzten Kurve kam genauso wie in Berlin Bernard Lagat mit enormer Geschwindigkeit nach vorne. Wieder sah es so aus, als könnte der Amerikaner gewinnen, doch wiederum reichte es nicht. Denn Kenenisa Bekele sah die Gefahr kommen und konnte nochmals zulegen. In 8:03,79 siegte der Äthiopier vor Lagat (8:04,00). Dritter wurde der Kenianer Sammy Mutahi in 8:04,64. „Kenenisa hat schon wieder gewonnen – er ist eben der, der einfach immer siegt“, sagte Bernard Lagat, während der Äthiopier erklärte: „Das war eine sehr lange Saison. Ich bin ziemlich müde und deswegen war dies jetzt definitiv mein letztes Rennen.“
Text: race-news-service.com
Meseret Defar schafft Doppelsieg bei World Athletics Final

Meseret Defar gelang beim World Athletics Final ein Doppelsieg.
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[14.09.2009] Meseret Defar schaffte am zweiten Tag des World Athletics Finals (WAF) in Thessaloniki einen zweiten Sieg. Nachdem die Äthiopierin am Sonnabend die 5.000 m gewonnen hatte, entschied sie am Sonntag auch die 3.000 m für sich. Es war der einzige Doppelsieg der Veranstaltung in Griechenland. Die Äthiopierin wurde bei der letzten Auflage dieses Wettbewerbs zu einer Art ,Mrs. World Athletics Final’, denn für sie waren es bereits die Siege Nummer acht und neun beim WAF.
Gemeinsam mit ihrer kenianischen Konkurrentin Vivian Cheruiyot sorgte Meseret Defar für ein hohes Tempo im 3.000-m-Rennen. Als dritte Läuferin rannte auch Wude Ayalew (Äthiopien) fast bis zum Ende an der Spitze des Feldes. Den spannenden Kampf um den Sieg zwischen Defar und Cheruiyot entschied die Äthiopierin erst auf der Zielgeraden für sich. Ihrem starken Endspurt konnte die Kenianerin nichts mehr entgegensetzen. Meseret Defar erreichte das Ziel in einer Jahresweltbestzeit von 8:30,15 Minuten. Vivian Cheruiyot folgte in 8:30,61 vor Wude Ayalew, die mit 8:30,93 sogar eine persönliche Bestzeit erreichte.
Die knappste Entscheidung der zweitägigen Wettkämpfe in Thessaloniki sahen die Zuschauer im jeweils mit 26.000 Zuschauern ausverkauften Stadion nicht in einem Sprintwettbewerb sondern im längsten Rennen des Wettkampfprogramms: Über 5.000 m der Männer trennte die ersten drei Läufer lediglich eine Hundertstelsekunde. Dazu kam es, weil das Rennen über weite Strecken extrem langsam war. Dadurch gab es am Ende eine spannende Sprintentscheidung, die einem 100-m-Rennen glich. Zu früh freute sich dabei Edwin Soi (Kenia), der im vergangenen Jahr über diese Distanz beim WAF gewonnen hatte. Er zog auf der Zielgeraden zunächst an den beiden führenden Micah Kogo (Kenia) und Imane Merga (Äthiopien) vorbei, doch dann jubelte er etwas zu früh. Der Äthiopier war es schließlich, der in 13:29,75 Minuten gewann. Für die zeitgleichen Kogo und Soi (jeweils 13:29,76) blieben nur die Ränge zwei und drei. „Ich habe einen großen Fehler gemacht“, erklärte Edwin Soi, während Imane Merga nur sagte. „Was für ein Rennen!“
Einen kenianischen Zweikampf sahen die Zuschauer im 3.000-m-Hindernisrennen der Männer. Immer wieder versuchte dabei der Franzose Bob Tahri in das Geschehen einzugreifen. Doch Ezekiel Kemboi und Paul Koech waren zu stark für den Europarekordler. Während Tahri in 8:09,14 Minuten Dritter wurde, entschied der Weltmeister Ezekiel Kemboi auch dieses Rennen für sich. Er siegte in 8:04,38 Minuten vor Paul Koech (8:05,47). „Ich hatte einen schnellen Lauf geplant“, sagte Kemboi, der ankündigte: „Im kommenden Jahre versuche ich mich eventuell über 10 km und im Jahr darauf im Marathon.“
Text: race-news-service.com
Sammy Kitwara läuft hochklassige 58:58 Minuten in Rotterdam

Weltrekordler Sammy Wanjiru blieb im hochklassigen Rotterdam-Halbmarathon lediglich Rang neun.
Foto: photorun.net
[13.09.2009] Sammy Kitwara hat in hochklassigen 58:58 Minuten den Rotterdam-Halbmarathon gewonnen. Der 22-jährige Kenianer lief damit schon zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Weltklassezeit über die 21,0975 km und könnte in der Zukunft der nächste kenianische Top-Marathonläufer werden. Im März hatte er auch den Den Haag-Halbmarathon gewonnen. Damals war er nach 59:47 Minuten im Ziel.
Nur Patrick Makau (Kenia) war in diesem Jahr in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) noch sechs Sekunden schneller. Sammy Kitwaras Zeit ist die sechstschnellste aller Zeiten. Lediglich Kenias Weltrekordler Sammy Wanjiru (58:33), Patrick Makau (58:52) und Haile Gebrselassie (Äthiopien/58:55) waren jemals schneller als der Rotterdam-Sieger vom Sonntag, der nebenbei auch einen Streckenrekord aufstellte.
Weltrekordler Sammy Wanjiru kam in Rotterdam nicht über Rang neun in 61:08 Minuten hinaus. Er will in vier Wochen in Chicago den Marathon-Weltrekord angreifen. Seine Rotterdam-Zeit muss allerdings kein schlechtes Zeichen sein, denn im Frühjahr war Sammy Wanjiru auch beim Lissabon-Halbmarathon als Siebenter nur 61:23 gelaufen – einen Monat später triumphierte er beim London-Marathon.
In dem hochklassigen Rotterdam-Halbmarathon blieben gleich sieben Läufer unter einer Stunde und die ersten sechs erreichten persönliche Bestzeiten. Die ersten zehn Ränge belegten durchweg Kenianer. Jonathan Maiyo wurde Zweiter in 59:08 und im Sekundenabstand folgten seine Landsleute James Kwambai sowie Bernard Kipyego. Fünfter wurde Wilson Chebet (59:15), Rang sechs belegte John Kiprotich (59:23) und Robert Kipchumba war Siebenter in 59:32. Bei Kilometer 17 war die Entscheidung gefallen, als sich Sammy Kitwara aus einer größeren Führungsgruppe absetzen konnte.
Nur nationale Bedeutung hatte das Frauenrennen in Den Haag. Hier gewann die Holländerin Merel de Knegt mit 1:14:31 Stunden vor ihrer Landsfrau Jolanda Verstraten (1:17:50).
Text: race-news-service.com
Arne Gabius und Susanne Hahn Deutsche Meister über 10 km

Susanne Hahn gewann bei den Deutschen Meisterschaften über 10 km.
Foto: photorun.net
[13.09.2009] Die Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften finden weiterhin auf dem Dorf statt und nicht bei einem der verschiedenen, großen 10-km-Cityrennen. So sah Otterndorf in Niedersachsen am Samstagabend diese Titelkämpfe, deren Niveau allerdings ebenfalls bescheiden war.
Bei den Männern klafft über die 10-km-Distanz nach dem Rücktritt von André Pollmächer (LAC Chemnitz) ein großes Loch. Hier setzte sich Arne Gabius (ASICS Tübingen) in 29:16 Minuten durch. Der etatmäßige 5.000-m-Läufer, der bei der WM im August im Vorlauf keine Chance auf das Erreichen des Finales hatte, wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Hinter Gabius platzierten sich Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München/29:19) und Filmon Ghirmai (ASICS Tübingen/29:20) auf den nächsten Rängen.
Bei den Frauen verzichtete Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) auf ihren zunächst geplanten Start. Sie wird am kommenden Sonntag in Wachau (Österreich) einen Halbmarathon rennen und dann beim Köln-Marathon am 4. Oktober starten. So war der Weg frei für Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken), die nach 33:43 Minuten ins Ziel lief. Zweite wurde Ingalena Heuck (München) in 34:00, Rang drei belegte Luminita Zaituc (LG Braunschweig) mit 34:09.
Text: race-news-service.com
Haile Gebrselassie vor seinem Berlin-Start: „Ich bin in besserer Form als 2008“

Haile Gebrselassie
Foto: photorun.net
[10.09.2009] Haile Gebrselassie will beim real,- Berlin-Marathon am 20. September seinen eigenen Weltrekord von 2:03:59 Stunden weiter verbessern. Der 36-jährige äthiopische Ausnahmeläufer, der in den vergangenen drei Jahren in Berlin gewann, trifft dabei aber auf einen hochkarätigen Gegner: den Kenianer Duncan Kibet. Im Vorfeld des Rennens beantwortete Haile Gebrselassie die folgenden Fragen:
Mit welchem Ziel gehen Sie in Berlin an den Start?
Haile Gebrselassie: Ich will gewinnen und das mit einem Weltrekord!
Seit Sie im vergangenen Jahr in Berlin den aktuellen Weltrekord aufgestellt haben, haben Sie eine paar weitere avisierte Bestzeiten verpasst. Das ist eher ungewöhnlich für Haile Gebrselassie. Woran lag das?
Haile Gebrselassie: Für mich ist der Frühling eine schwierige Zeit, weil es oft kühl und feucht ist und zudem viele Pollen herumfliegen. Ich habe besonders im Frühjahr Schwierigkeiten mit der Atmung durch die Pollenbelastung. In Berlin hatte ich in den vergangenen beiden Jahren Glück mit den Witterungsbedingungen. Ich hoffe, dass es dieses Mal wieder so sein wird.
Wie ist Ihre Form verglichen zum vergangenen Jahr? 2008 litten Sie kurz vor dem Rennen in Berlin unter einem Wadenproblem.
Haile Gebrselassie: Insgesamt bin ich in besserer Form als vor einem Jahr. Und ich habe keinerlei derartige Probleme wie 2008 mit meiner Wade.
Wie viele Trainingskilometer haben Sie durchschnittlich pro Woche absolviert in der Vorbereitung auf den real,- Berlin-Marathon und wie lang war der längste einzelne Lauf?
Haile Gebrselassie: Also Trainingskilometer in Äthiopien zu messen, das ist eine sehr komplizierte Angelegenheit. Ich renne nicht immer auf normalen Straßen oder Wegen. Ich weiß nicht genau, wie viele Kilometer ich in der Woche laufe, aber ich schätze, dass es zwischen 200 und 240 sind. 240 wäre das Maximum, in vielen Wochen laufe ich ungefähr 200 Kilometer. Mein längster Trainingslauf dauert drei Stunden.
In Berlin treffen Sie auf Duncan Kibet – das ist eine große Herausforderung. Was denken Sie darüber?
Haile Gebrselassie: Ja, natürlich ist ein Rennen mit Duncan Kibet eine große Herausforderung. Aber im vergangenen Jahr hatte ich mit James Kwambai auch einen Gegner, der bis Kilometer 34 noch mit mir an der Spitze war. Sollte nun Duncan Kibet noch nach 35 Kilometern mitlaufen, könnte sich in der Tat ein taktisches Rennen entwickeln, bei dem wir den Weltrekord verpassen könnten – es sei denn, er ist in der Form, den Weltrekord selbst zu brechen.
Sie starten zum vierten Mal in Folge beim real,- Berlin-Marathon. Wie ist Ihr Verhältnis zu der Stadt und zu Deutschland?
Haile Gebrselassie: Schon bei meinem ersten Start in Deutschland fühlte ich mich sehr wohl. Damals bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart 1993 habe ich eine Gold- und eine Silbermedaille gewonnen. Ich habe viele schöne Erinnerungen an Wettkämpfe in Deutschland – bezogen sowohl auf die Hallensaison mit Meetings in Stuttgart oder Karlsruhe, den Sommer mit der Golden League in Berlin und natürlich den Marathon in Berlin. Ich bin stolz darauf, so viele Weltrekorde in Deutschland aufgestellt zu haben. Die Zuschauerbegeisterung beim real,- Berlin-Marathon ist erstaunlich – jeder scheint mich und meinen Namen zu kennen. Für die Fans, die immer genau wissen wollen, was ich mache, gibt es jetzt meinen Haile-Twitter im Internet unter: http://twitter.com/HaileGebr
Text: race-news-service.com
Sabrina Mockenhaupt vorneweg in Düsseldorf

Sabrina Mockehaupt, hier beim WM-Marathon in Berlin, gewann den Kö-Lauf.
Foto: photorun.net
[07.09.2009] Nur zwei Wochen nach dem Weltmeisterschafts-Marathon in Berlin zeigt sich Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) überraschend fit: Die 28-Jährige gewann den Düsseldorfer Kö-Lauf über 10 km am Sonntag in 32:21 Minuten gegen afrikanische Konkurrenz. Schnellster Mann war der Kenianer Hosea Tuei, der nach 29:01 im Ziel war.
Sabrina Mockenhaupt rannte beim Kö-Lauf gemeinsam mit der Äthiopierin Shitaye Debelu Gemechu an der Spitze. Erst 200 Meter vor dem Ziel fiel die Entscheidung, als sich ,Mocki’ von der Äthiopierin absetzen konnte, die dann in 32:28 Minuten Zweite wurde. Rang drei belegte die Kenianerin Selly Chepyego Kaptich in 33:41. Sabrina Mockenhaupt, die zwei Wochen zuvor beim WM-Marathon in 2:30:07 Stunden Rang 17 belegt hatte, wird nun am 20. September in Wachau (Österreich) einen Halbmarathon laufen. Danach ist offenbar auch ein Start bei einem Herbstmarathon für die Läuferin des Köln-Marathons denkbar.
Sieben Sekunden Vorsprung hatte in Düsseldorf auch der Männer-Sieger: Hinter Hosea Tuei kam sein kenianischer Landsmann Peter Bett in 29:08 Minuten ins Ziel. Dritter wurde mit dem Vorjahressieger Stanley Salil ein weiterer Kenianer (29:19).
Text: race-news-service.com
Vivian Cheruiyot gewinnt Frauenlauf in London

Vivian Cheruiyot gewann den 5-km-Frauenlauf in London.
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[07.09.2009] Erst auf den letzten Metern wurde das Duell zweier Weltmeisterinnen beim 5-km-Frauenlauf im Londoner Hyde Park entschieden. Dabei setzte sich die 5.000-m-Siegerin der Berliner WM, Vivian Cheruiyot, gegen ihre kenianische Landsfrau Linet Masai durch, die im vergangenen Monat das Gold über 10.000 m gewonnen hatte. Cheruiyot war nach 15:11 Minuten im Ziel und hatte einen Vorsprung von nur einer Sekunde auf Masai. Dritte wurde dicht dahinter die Äthiopierin Aderu Kebede, die mit 15:13 ebenfalls nur eine Sekunde Abstand hatte zu der vor ihr laufenden Kenianerin. Rund 17.000 Läuferinnen gingen in London an den Start.
„Ich war schon noch etwas müde von meinem Rennen beim Golden League-Finale in Brüssel am Freitagabend“, erklärte Vivian Cheruiyot, die zwei Tage zuvor bei dem 2.000-m-Lauf auf der Bahn Platz zwei belegt hatte. So kam der 25-jährigen Kenianerin das relativ langsame Anfangstempo entgegen. Erst nach 3:09 Minuten hatte die Spitzengruppe den ersten Kilometerpunkt erreicht. Nach gut 3.000 Metern setzten sich dann jene drei Afrikanerinnen ab, die am Ende auch die ersten drei Plätze belegten.
Text: race-news-service.com
Kipchoge siegt in Sheffield, gutes Comeback von Weidlinger

Günther Weidlinger meldete sich in Sheffield zurück.
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[06.09.2009] Der Olympia-Zweite über 5.000 m, Eliud Kipchoge, gewann den Bupa Great Yorkshire Run in Sheffield am Sonntag. Der Kenianer feierte auf dem 10-km-Kurs einen Start-Ziel-Sieg in 28:30 Minuten, nachdem er am Freitag auf seinen zunächst geplanten 5.000-m-Start beim Golden League-Meeting in Brüssel verzichtet hatte. Moumin Geele (Somalia) wurde in 28:38 Zweiter vor dem Australier Shawn Forest (28:43).
Ein gutes Comeback-Rennen nach einer langen Verletzungspause absolvierte Günther Weidlinger. Der Österreicher wurde Siebenter in 29:46 Minuten. Der 31-Jährige, der im April in Wien sein Marathon-Debüt in 2:12:39 Stunden gelaufen war, litt unter einer Muskelansatzentzündung im Becken – ein Problem, das seit dem Frühjahr mehrfach falsch diagnostiziert worden war.
„Ich bin sehr zufrieden, dass ich nach nur vier Wochen Training so ein gutes Rennen hingelegt habe“, sagte Günther Weidlinger gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA. „Ich trainiere seit vier Wochen viel Umfang, viel Belastung und habe kein einziges Mal Schmerzen gehabt. Auch heute nicht, es schaut sehr gut aus für den Frankfurt-Marathon, ich liege voll im Plan.“ Weidlinger will bei seinem zweiten Marathonrennen am 25. Oktober in Frankfurt die Norm für die Europameisterschaften im kommenden Jahr unterbieten.
Eine Überraschung gab es im Frauenrennen in Sheffield. Hier siegte die Schottin Freya Murray in 32:28 Minuten. Sie setzte sich in einem knappen Sprint-Finish mit einer Sekunde Vorsprung vor der früheren Cross-Weltmeisterin Benita Johnson Willis durch. Dritte wurde Willis’ australische Landsfrau Nikki Chapple in 32:41.
Text: race-news-service.com
Bekele triumphiert im Jackpot, 1.500-m-Staffelweltrekord fällt in Brüssel

Kenenisa Bekele triumphiert in Brüssel.
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[05.09.2009] Kenenisa Bekele hat die letztmögliche Gelegenheit genutzt und in Brüssel am Freitagabend den Jackpot der Golden League geknackt. Der äthiopische Langstreckenstar gewann auch beim finalen Meeting der Serie die 5.000 m und teilt sich damit zusammen mit der 400-m-Läuferin Sanya Richards (USA) und der Stabhochspringerin Yelena Isinbayeva (Russland) die Prämie von einer Million US-Dollar. Im nächsten Jahr wird die Diamond League die Golden League ablösen.
„Dieses Rennen heute und das in Berlin ganz am Anfang der Serie waren die härtesten“, sagte Kenenisa Bekele, der nach dem Auftakt in der deutschen Hauptstadt auch in Oslo, Rom, Paris und Zürich gewonnen hatte. Am Freitag war der 27-jährige nun in Brüssel nach 12:55,31 Minuten im Ziel. In der Mitte des Rennens hatte Bekele nach dem Ausstieg des letzten Tempomachers bereits mit rund zehn Metern Vorsprung das Feld angeführt. Doch er ließ seine Verfolger wieder herankommen und konzentrierte sich auf den Schlussspurt. Als es in die letzte Runde ging, waren immer noch acht Läufer vorne dabei. Doch Bekele überholen konnte keiner mehr als es drauf ankam. Allerdings hielt sich sein Landsmann Imane Merga ausgezeichnet. Er wurde in 12:55,66 Minuten Zweiter vor dem ebenfalls dicht folgenden Kenianer Vincent Chepkok (12:55,98).
Zuvor war in Brüssel am Freitagabend der älteste Weltrekord der Leichtathletik gefallen – ausgenommen sind dabei jene Disziplinen, in denen der internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) keine offiziellen Rekorde anerkennt. Und es war zudem ein Rekord, der von einer deutschen Staffel gehalten wurde. Kenia kam in der sehr selten gelaufenen 4x1.500-m-Staffel nach 14:36,23 Minuten ins Ziel. Eine deutsche Staffel hatte am 17. August 1977 in Köln mit 14:38,8 einen Weltrekord aufgestellt, der 32 Jahre halten sollte.
Kenia lief in Brüssel mit William Biwott, Gideon Gathimba, Geoffrey Rono und Augustine Choge, der in diesem Jahr seine 1.500-m-Bestzeit auf unter 3:30 Minuten gesteigert hatte (3:29,47). Entscheidend war dann der letzte Abschnitt, den Choge lief. Beim Stabwechsel lag Kenia noch ganz knapp vor einer gemischten Mannschaft, doch Choge ließ nichts anbrennen und sicherte seinem Quartett einen überlegen Sieg und einen Weltrekord, den die Zuschauer feierten. Kenias Schlussläufer war mit einer Einzelzeit von 3:36,9 Minuten der mit Abstand Schnellste in seinem Quartett und im gesamten Feld. „Das ist der größte Moment in meiner Karriere. Es war eine tolle Atmosphäre und die Zuschauer waren großartig – das hat uns motiviert“, sagte Augustine Choge und fügte hinzu: „Das Rennen war nicht so leicht. Und vor drei Wochen wussten wir noch nicht einmal, dass so ein Weltrekord überhaupt existiert.“
In Köln waren 1977 Thomas Wessinghage, Harald Hudak, Michael Lederer und Karl Fleschen jene 14:38,8 Minuten gelaufen, von denen die Kenianer nichts wussten. Wessinghage ist heute noch Deutschlands 1.500-m-Rekordler mit 3:31,58 Minuten. 1982 war er zudem Europameister über 5.000 m. Da in Brüssel die nächsten Staffeln hinter den Kenianern, darunter die Briten, mit großem Rückstand ins Ziel kamen, bleibt dem deutschen Quartett aber weiterhin der Europarekord.
Im 2.000-m-Rennen der Frauen wurde es dagegen nichts mit dem avisierten Weltrekord. „Diese Marke von Sonia O’Sullivan ist eine außerordentlich starke Marke – es ist kein Zufall, dass der Rekord schon so lange steht“, hatte Brüssels Meeting-Direktor Wilfried Meert tags zuvor gesagt. 5:25,36 Minuten war die Irin 1994 in Edinburgh gelaufen. Nicht annähernd kam Gelete Burka in Brüssel an diese Zeit heran. Die Äthiopierin, die im Berliner WM-Finale über 1.500 m gestürzt war und sich nun versuchte, mit dem Rekord zu versöhnen, erreichte das Ziel nach 5:30,19 Minuten. Vor den Augen von Sonia O’Sullivan hatte sie damit immerhin aber den Afrikarekord von Vivian Cheruiyot gebrochen. Die Kenianerin, die in Eugene in diesem Jahr 5:31,52 Minuten gelaufen war, wurde Zweite in 5:35,46. Rang drei belegte ihre Landsfrau Mercy Cherono in 5:35,65.
Nirgendwo anders wird Leichtathletik so mitreißend präsentiert wie in Brüssel. Seit Jahren stellt Meeting-Direktor Wilfried Meert bei seinem Golden League-Meeting ein Programm zusammen, das alles hat, was die Sportart braucht: Stars, Duelle, nationale Siege, Rekorde sowie obendrein auch noch eine gute Show, die mit einem Live-Konzert und Feuerwerk zuende geht. Diese Mischung war ein würdiger Schlusspunkt der Golden League.
Text: race-news-service.com
Golden League-Abschied in Brüssel: Triumphiert Kenenisa Bekele?

Auf den Geschmack gekommen ist Kenenisa Bekele schon lange. Auch in der Golden League kann er heute gewinnen.
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[04.09.2009] Zum ersten Mal seit zehn Jahren kann ein Langstreckenläufer wieder alle Meetings der prestigeträchtigen AF Golden League gewinnen: Siegt Kenenisa Bekele am Freitagabend auch in Brüssel über 5.000 m, dann hat der Äthiopier den Jackpot geknackt. Nach den Meetings in Berlin, Oslo, Rom, Paris und Zürich sind noch drei Athleten im Rennen um die Dollar-Million: 400-m-Läuferin Sanya Richards (USA), Stabhochspringerin Yelena Isinbayeva (Russland) und Kenenisa Bekele. Gewinnen alle drei auch in Brüssel, teilen sie sich den Jackpot.
2006 war Kenenisa Bekele zwar neben seiner Landsfrau Tirunesh Dibaba schon einmal am Golden League-Jackpot beteiligt. Damals jedoch gab es eine einmalige Sonderregelung, so dass auch Athleten am Gesamtgewinn partizipierten, die nur bei fünf der sechs Meetings gewonnen hatten. Die letzte Langstrecklerin, die einen Durchmarsch in der Golden League schaffte, war 1999 die Rumänin Gabriela Szabo. Ein Jahr zuvor war dies zudem auch Haile Gebrselassie (Äthiopien) gelungen. Damals bestand die Serie sogar aus sieben Meetings.
„Es geht mir natürlich am Freitag in erster Linie um den Sieg und nicht um eine bestimmte Zeit, obwohl ich hoffe, dass ich schneller laufen werde als in Zürich“, erklärte Kenenisa Bekele, der vor einer Woche bei der fünften Station der Serie in der Schweiz seine Jahresweltbestzeit auf 12:52,32 Minuten verbessert hatte. „Ich fühle mich jetzt frischer als vor dem Rennen in Zürich, denn das war ja nur fünf Tage nach meinem zweiten WM-Finalrennen“, sagte der Äthiopier, der bei der WM in Berlin sowohl die 5.000 als auch die 10.000 m gewonnen hatte. Obwohl nur eine Woche zwischen den Meetings in Zürich und Brüssel lag, ist Kenenisa Bekele nach Hause geflogen, um sich dort auf das letzte Golden League-Meeting vorzubereiten. „Ich wollte in der Höhe trainieren, auch wenn es nur vier Tage waren. In der Schweiz hätte es diese Möglichkeit natürlich auch gegeben, aber die Strecken sind dort eher steinig – für mich ist es am besten, wenn ich auf Gras laufen kann“, erklärte der 27-Jährige.
In Brüssel endet am Freitagabend die Geschichte der Golden League. Im kommenden Jahr wird die Serie der Premium-Meetings in der neuen, deutlich größeren Diamond League aufgehen. Eine derartige Strukturänderung des unübersichtlichen Meeting-Kalenders der internationalen Leichtathletik war nötig, doch mit der Golden League verliert die Sportart einen Fixpunkt. So wird der Abschied der Golden League durchaus bedauert, denn das Konzept war in der komplexen Sportart einfach und gerade deswegen besonders gut: Wer bei allein sechs Meetings der Serie seine Disziplin gewinnt, partizipiert am Jackpot von einer Million US-Dollar.
Zwölf Jahre lang gab es die Golden League, doch ihr Ursprung ist eigentlich noch fünf Jahre älter. 1993 hatten sich Berlin, Oslo, Zürich und Brüssel zu den ,Golden Four’ zusammengeschlossen. Athleten die bei allen vier Veranstaltungen ihre Disziplin gewannen, teilten sich 20 Kilogramm Gold. Die Serie funktionierte so gut, dass der internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) sie als Grundlage nahm und daraus 1998 die Golden League formierte. Sechs Meetings gehörten zuletzt zu dieser Liga. Nicht alle Topstars starteten bei der kompletten Serie, dennoch ging das Konzept auf. Und nach jahrelangen Problemen im Bereich des deutschen TV-Marktes ist die Golden League im Abschlussjahr auch wieder im freien Fernsehen bei Eurosport zu sehen.
„Die Golden League hat sich in den letzten Jahren zunehmend durchgesetzt. Ihre Regeln waren sehr einfach, was gut ist für den Zuschauer. Da die neue Serie über den Kontinent hinausgehen sollte, war ein neues Format nötig“, erklärt der ISTAF-Chef Gerhard Janetzky, der unabhängig von der Zukunft seines Meetings bedauert, dass es die Golden League nicht mehr geben wird. Ob in Berlin 2010 überhaupt noch ein ISTAF stattfindet, wird sich aufgrund der unsicheren TV-Situation und damit zusammenhängenden Sponsorengeldern nicht vor Ende September entscheiden.
Auch IAAF-Präsident Lamine Diack wollte die Golden League ursprünglich innerhalb der neuen Diamond League, die in voraussichtlich 14 Städten stattfinden wird, behalten. Doch er konnte sich damit nicht durchsetzen. „Es wäre wichtig für die Leichtathletik, dass in der Zukunft ein genauso erfolgreiches System wie die Golden League gefunden wird. Denn es ist deutlich besser und klarer als Punktsysteme“, sagt Gerhard Janetzky. Über das Sammeln von Punkten können die Athleten im nächsten Jahr in jeder Disziplin einen Diamanten gewinnen.
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