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race-news | 29.08.2009

Kenenisa Bekele nach Sieg in Zürich vor Jackpot-Triumph


Kenenisa Bekele siegte auch in Zürich über 5.000 m.
Foto: photorun.net

Kenenisa Bekele bleibt im Rennen um den AF Golden League-Jackpot. Der Äthiopier gewann fünf Tage nach seinem erfolgreichen WM-Coup – am Sonntag hatte er Gold über 5.000 m gewonnen, sechs Tage zuvor war er zudem der Sieger über 10.000 m – auch das 5.000-m-Rennen in Zürich. Der 27-Jährige lief dabei eine Jahresweltbestzeit von 12:52,32 Minuten.

Nachdem Kenenisa Bekele zuvor auch jeweils in Berlin, Oslo, Rom und Paris gewonnen hatte, fehlt ihm nun nur noch ein weiterer Erfolg am kommenden Freitag in Brüssel zum Jackpot-Triumph. Jene Athleten, die bei allen sechs AF Golden League-Meetings ihre Disziplin gewinnen, teilen sich eine Million US-Dollar. Zurzeit sind neben Bekele noch die russische Stabhochspringerin Jelena Isinbayeva und die US-amerikanische 400-m-Läuferin Sanya Richards im Rennen.

Kenenisa Bekele dominierte das 5.000-m-Rennen in Zürich und führte alleine auf dem letzten Kilometer. Um knapp vier Sekunden verbesserte er seine eigene Jahresweltbestzeit. Edwin Soi (Kenia) wurde in 12:55,03 Minuten Zweiter vor Dathan Ritzenhein (USA), der in 12:56,27 Minuten überraschend einen amerikanischen Kontinentalrekord aufstellte. Ritzenhein unterbot die 13 Jahre alte Bestmarke von Bob Kennedy (USA), der 1996 ebenfalls in Zürich 12:58,21 gelaufen war.

„Es ist schön, dass ich im Jackpot bleibe, aber ich wollte eigentlich noch schneller laufen“, sagte Kenenisa Bekele, für den Siege keine Selbstverständlichkeit sind. „Ich kann nicht von Anfang an wissen, dass ich auf jeden Fall gewinne – davon kann man nur träumen. Aber ich kann die anderen herausfordern.“

Weltmeister Ezekiel Kemboi setzte sich zehn Tage nach seinem Triumph in Berlin auch in Zürich über 3.000 m Hindernis durch. Er gewann in flotten 8:04,44 Minuten vor dem WM-Dritten Bob Tahri (Frankreich/8:05,29). Paul Koech (Kenia/8:06,10) wurde Dritter während der sechstplatzierte Finne einen bemerkenswerten nationalen Rekord mit 8:10,67 Minuten aufstellte. Die alte finnische Bestmarke von Tapio Kantanen (8:12,60) war 33 Jahre alt!

Sehr starke Ergebnisse produzierte auch das 800-m-Rennen der Männer. Hier setzte sich der Kenianer David Rudisha in 1:43,52 Minuten vor seinem Landsmann Alfred Yego (1:43,66) durch. Dritter wurde Weltmeister Mbulaeni Mulaudzi (Südafrika) mit 1:44,03. Die ersten acht Läufer blieben unter 1:45 Minuten.

Text: race-news-service.com

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race-news | 28.08.2009

Wien-Sieger Kirwa startet beim Frankfurt-Marathon


Der Wien-Marathon-Sieger Gilbert Kirwa läuft seinen zweiten Marathon am 25. Oktober in Frankfurt.
Foto: photorun.net

Acht Wochen vor dem Commerzbank Frankfurt-Marathon nimmt das Elitefeld sehr konkrete Formen an. Und nach Lage der Dinge wird sich am 25. Oktober das bislang stärkste Elitefeld in der 28-jährigen Geschichte des ältesten deutschen Stadtmarathons vor dem Messeturm versammeln. Auf dem schnellen Kurs in der deutschen Finanzmetropole kommt es bekanntlich zum Topduell zwischen dem Streckenrekordhalter Robert K. Cheruiyot (2:07:21 Stunden/2008) und seinem kenianischen Landsmann Wilfred Kigen, dem Frankfurt-Sieger der Jahre 2005 bis 2007. Zudem will der Österreicher Günther Weidlinger den 23 Jahre alten Landesrekord von Gerhard Hartmann (2:12:22) brechen. „Unmittelbar vor der WM in Berlin haben wir noch fünf weitere Kenianer verpflichtet, die das Potenzial haben, in den Bereich von Cheruiyot und Kigen zu laufen“, sagt der Sportliche Leiter Christoph Kopp.

So gibt Gilbert Kirwa seinen Einstand in Frankfurt. Der 23-Jährige hat am 19. April den Wien-Marathon bei nicht optimalen Bedingungen in persönlicher Bestzeit von 2:08:21 Stunden gewonnen – und das bei seinem Marathondebüt. Noch schneller ist der „Hausrekord“ von Jason Mbote. Der 32-Jährige kam im vergangenen Jahr beim Seoul-Marathon als Zweiter nach 2:07:37 Stunden ins Ziel. Mbote hat gute Erfahrungen gemacht in Frankfurt, vor vier Jahren belegte er hinter Kigen den zweiten Rang. Sogar Bestzeit auf dem Frankfurter Asphalt lief Stephen Kiogora im Vorjahr, als Dritter mit 2:08:24 Stunden. Ein weiteres Highlight in der Karriere des 32-Jährigen war sein zweiter Platz in New York 2006. Auch der vorjährige Zweite in Frankfurt, Wilson Kigen (2:08:16), hat erneut seine Startzusage gegeben. Somit sind die drei Bestplatzierten von 2008 – Cheruiyot, Kigen und Kiogora – am 25. Oktober 2009 wieder am Start. „Das dokumentiert natürlich eindrucksvoll die internationale Wertigkeit der Veranstaltung“, sagt Kopp. Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) hat den Commerzbank Frankfurt-Marathon zum ersten Mal in die höchste Straßenlauf-Kategorie „Gold Label“ eingestuft.

Die fünfte aktuelle Neuverpflichtung für das Topfeld der Männer ist William Kiplagat. Für den WM-Achten von 2007 weist die Statistik eine Bestzeit von 2:06:50 Stunden aus, der 37-jährige Routinier ist somit nicht nur der älteste sondern auch der Top-Läufer mit der schnellsten Vorgabe.

Das Rennen am 25. Oktober wird also wieder ganz im Zeichen der kenianischen Stars stehen. Kigen will nach zwei schwächeren Rennen (New York 2008, Düsseldorf 2009) wieder zurück zu alter Klasse und wird wohl unter seinem persönlichen Rekord von 2:07:33 Stunden (Hamburg 2007) bleiben müssen, um in Frankfurt ein viertes Mal zu gewinnen. Cheruiyot überraschte im Vorjahr selbst die Experten mit seinem sensationellen Marathondebüt, dem er im Frühjahr 2009 den fünften Rang beim legendären Boston-Marathon folgen ließ. Mit 21 Jahren ist er dreizehn Jahre jünger als Kigen. „Auf den Zweikampf Cheruiyot gegen Kigen freue ich mich schon jetzt“, sagt der Frankfurter Renndirektor Jo Schindler.

Die Läufernation Kenia dürfte auch das Frauenrennen beim Commerzbank Frankfurt-Marathon dominieren, und auch hier wackelt der Streckenrekord, der von der Russin Alevtina Biktimirova (2:25:12) gehalten wird. Erste Sieganwärterin ist derzeit Rose Cheruiyot, die Viertplatzierte des vorjährigen Dubai-Marathons in 2:25.48 Stunden. Wiederum Vierte wurde Cheruiyot dann im September 2008 in Berlin. Sechs Jahre jünger, nämlich 27, ist ihre Landsfrau Ruth Wanjiru, die Siebtplatzierte des diesjährigen Osaka-Marathons mit einer persönlichen Bestzeit von 2:27:38 Stunden. „Wir werden in den nächsten Wochen noch weitere Topläuferinnen und -läufer unter Vertrag nehmen. Und dabei ist dann sicher noch die eine oder andere Überraschung“, sagt Kopp.

Die Veranstalter rechnen mit einer Rekordzahl von 13 – bis 14.000 Läufern. Meldungen sind online möglich unter: www.frankfurt-marathon.com

Text: race-news-service.com

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race-news | 27.08.2009

WM-Spezial: Kenenisa Bekele: „Ich bin bereit für ein Duell mit Usain Bolt“


Kenenisa Bekele feierte in Berlin einen Doppelsieg.
Foto: photorun.net

Neben Sprint-Superstar Usain Bolt (Jamaika) hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften noch ein weiterer Athlet zwei Einzel-Titel gewonnen: Kenenisa Bekele schaffte dabei am Schlusstag in Berlin ein Novum. Denn als erster Mann gewann er bei Weltmeisterschaften beide Langstrecken-Titel. Sechs Tage nach seinem 10.000-m-Sieg war er auch über 5.000 m nicht zu schlagen. Nach 13:17,09 Minuten war der Äthiopier im Ziel und hatte ein packendes Spurt-Duell gegen den Titelverteidiger Bernard Lagat (USA) mit 24 Hundertstelsekunden Vorsprung für sich entschieden. Lagat bezeichnete Bekele später als „einen der größten Athleten aller Zeiten“. „Er hat alles, was man braucht, um so erfolgreich zu sein, Kenenisa ist großartig. Es wird lange dauern, bis wir wieder einen solchen Läufer sehen werden“, sagte Bernard Lagat. Der 27-jährige Kenenisa Bekele, der in seiner Karriere inklusive Cross-Team-Titel nun schon 24 WM-Goldmedaillen gewonnen hat, gab in Berlin das folgende Interview:

Wie fühlen Sie sich nach dem Doppelsieg?

Kenenisa Bekele: „Dieser Doppelsieg war sehr wichtig für mich. Ich bin sehr glücklich und stolz, dass ich das geschafft habe – das ist etwas besonderes, denn keiner hat vorher dieses Doppel bei einer WM gewonnen. Aber es war ein hartes Rennen über 5.000 Meter.“

Gab es im 10.000-m-Finale eine äthiopische Team-Taktik?

Kenenisa Bekele: „Wir hatten keine Team-Taktik in diesem Finale. Wenn das Rennen so schnell ist wie im 10.000-Meter-Endlauf, dann funktioniert das nicht. Ist das Tempo langsam, dann kann man das machen. So aber kannst du nur für dich selbst laufen.“

Sie haben die äthiopische Ehre gerettet, denn ihre Landsfrauen konnten die Langstreckentitel nicht verteidigen.

Kenenisa Bekele: „Ich bin stolz über meine Erfolge. Es ist nicht leicht, wenn du in einer großen Meisterschaft für dein Land rennst, die Erwartungen sind groß. Wenn du etwas verlierst (die Goldmedaillen bei den Frauen, d. Red.), woran du dich gewöhnt hast, dann merkst du es. Man kann angesichts dieser Erfahrung sehen wie wichtig es ist, dass die Besten des Teams dabei sind. Es ist schwierig, wenn sie wegen einer Verletzung oder aus einem anderen Grund fehlen. Die Mehrheit der Äthiopier wird enttäuscht gewesen sein, dass diese Goldmedaillen verloren gingen.“

Sie haben in Ihrer Karriere alles erreicht – was treibt Sie an, welche Motivation haben Sie?

Kenenisa Bekele: „Ich habe sicherlich schon viel erreicht, aber ich will meine Bestzeiten noch weiter steigern. Und ich freue mich immer auf das Laufen, ich habe großen Spaß daran.“

Wo werden Sie jetzt noch starten?

Kenenisa Bekele: „Ich will in der Golden League den Jackpot gewinnen und werde in Zürich und Brüssel laufen, anschließend dann auch beim World Athletics Final in Thessaloniki.“

Trauen Sie sich zu, Ihre Weltrekorde über 5.000 und 10.000 m noch weiter zu verbessern?

Kenenisa Bekele: „Ja, das ist möglich, allerdings nicht in dieser Saison. Im nächsten Jahr ist das ein Ziel, denn dann finden keine großen Meisterschaften statt.“

Stimmt es, dass Sie sich inzwischen selber trainieren?

Kenenisa Bekele: „Ja, ich kontrolliere und plane mein eigenes Training schon seit rund zwei Jahren. Ein Coach könnte mir nur wenig helfen, höchstens bei 10 bis 15 Prozent meines Trainings. Manchmal unterstützt mich Woldemeskel Kostre (Äthiopiens Lauf-Chefcoach, d. Red.) bei Einheiten auf der Bahn. Es macht mir Spaß, mein eigenes Training und meine eigene Taktik zu bestimmen.“

War der ,Trainer’ in Berlin zufrieden mit seinem Athleten?

Kenenisa Bekele lacht und sagt: „Ja, der Coach ist happy!“

Wie haben Sie sich auf die WM vorbereitet?

Kenenisa Bekele: „Nachdem ich in Hengelo, bei meinem ersten Saisonstart nach meiner Verletzung, über 1.500 Meter aus dem Rennen gegangen bin, habe ich mit meiner Familie gesprochen und gesagt, dass ich jetzt mehr trainieren muss, um in bessere Form zu kommen. Ich habe dann jeden Tag zweimal trainiert und bin dabei mal 20, mal 10 und mal 5 Kilometer gelaufen. Durchschnittlich dreimal in der Woche habe ich auf der Bahn trainiert.“

Stört es Sie, dass Usain Bolt deutlich mehr Aufmerksamkeit erhält als Sie? Sie sind beide die einzigen Athleten, die in Berlin zwei Einzel-Goldmedaillen gewonnen haben.

Kenenisa Bekele: „Nein, das ist in Ordnung so, denn was Usain gemacht hat, das ist einzigartig. Er hat nicht nur zweimal Gold gewonnen sondern dabei auch zwei Weltrekorde gebrochen. Seine Leistungen sind gut für die Entwicklung der gesamten Leichtathletik.“

Wie schnell können Sie denn über 100 Meter laufen?

Kenenisa Bekele: „Meine Bestzeit steht bei 11,0 Sekunden.“

Wenn Sie über 800 Meter gegen Usain Bolt laufen würden, wer würde gewinnen?

Kenenisa Bekele: „Über 800 Meter schlage ich Usain auf jeden Fall. Für ein solches Duell wäre ich bereit.“

Ihr Englisch wird immer besser – lernen Sie die Sprache zu Hause?

Kenenisa Bekele: „Nein, ich lerne zurzeit kein Englisch zu Hause. Aber dadurch, dass ich mehr und mehr Englisch spreche, wird es besser.“

Träumen Sie manchmal davon, dass Sie siegen?

Kenenisa Bekele: „Ja, ich träume oft davon, dass ich ein Rennen gewinne.“

Träumen Sie dabei auch von Marathonrennen? Wann werden Sie den ersten laufen?

Kenenisa Bekele: „Nein, vom Marathon habe ich bis jetzt noch nicht geträumt. Zurzeit kann ich nicht sagen, wann ich mein Debüt über diese Strecke laufen werde.“

Text: race-news-service.com

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race-news | 24.08.2009

WM-Aktuell: Kenenisa Bekele schafft Novum mit 5.000-m-Sieg


Kenenisa Bekele schaffte ein Novum bei der WM: Nie zuvor hatte ein Mann bei diesen Titelkämpfen beide Langstrecken gewonnen.
Foto: photorun.net

Kenensia Bekele schaffte am Schlusstag der 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin ein Novum. Der Äthiopier gewann als erster Mann beide Langstrecken bei diesen globalen Titelkämpfen. Sechs Tage nach seinem 10.000-m-Triumph siegte der 27-jährige Ausnahmeläufer im Olympiastadion auch über die 5.000 m. Nie zuvor hatte zudem ein Äthiopier über diese Strecke bei einer WM gewonnen. Kenenisa Bekele hat in seiner einmaligen Karriere nun bereits 24 Mal eine Goldmedaille bei Weltmeisterschaften gewonnen – eingeschlossen sind hier auch die Team-Wertungen bei den Cross-Titelkämpfen. Kenenisa Bekele ist der einzige Athlet neben dem jamaikanischen Sprint-Superstar Usain Bolt, der bei der WM in Berlin zweimal Gold in Einzeldisziplinen gewann.

Im 5.000-m-Finale sorgte Kenenisa Bekele an der Spitze mit dafür, dass das Tempo nicht zu hoch war. Der Äthiopier verließ sich auf seinen starken Schlussspurt. Diese Taktik funktionierte – allerdings war es am Ende haarscharf. Zwölf Läufer waren angesichts der verhaltenen Pace noch in der Spitzengruppe, als es in die letzte Runde ging. Immer schneller lief Kenenisa Bekele dann auf der Gegengerade und 200 Meter vor dem Ziel zog er den Spurt an. Langsam konnte er zwar den am Ende fünftplatzierten Kenianer Eliud Kipchoge hinter sich lassen, doch einen wurde er nicht los: Titelverteidiger Bernard Lagat. Der US-Amerikaner zeigte eine famose Leistung und 50 Meter vor dem Ziel sah es so aus, als ob der frühere Kenianer Bekele tatsächlich schlagen könnte. Doch der Äthiopier hielt noch einmal gegen als Lagat neben ihm auftauchte und rettete sich in 13:17,09 Minuten mit 24 Hundertstelsekunden Vorsprung ins Ziel. Dritter wurde in dieser Spurtentscheidung James C’Kurui (Katar/13:17,78). Bester Europäer war der Brite Mo Farah auf rang sieben in 13:19,69.

Vor einem Jahr hatte Kenenisa Bekele auch bei den Olympischen Spielen beide Langstrecken gewonnen. Doch bei Weltmeisterschaften war er bisher ebenso am Doppelsieg gescheitert wie der andere große äthiopische Läuferstar Haile Gebrselassie, der 1993 Silber über 5.000 m gewonnen hatte. Bekele war 2003 in einem ähnlich spannenden Endspurt Dritter über diese Strecke.

Zu einem geschichtsträchtigen Sieg für Südafrika lief Mbulaeni Mulaudzi über 800 m. Noch nie hatte es bei den Männern bei globalen Titelkämpfen einen südafrikanischen Mittelstreckensieger gegeben – weder bei Weltmeisterschaften noch bei Olympischen Spielen.

Am Ende war es allerdings denkbar knapp für Mbulaeni Mulaudzi, der in 1:45,29 Minuten gerade so noch einen Vorsprung ins Ziel rettete. Um ein Haar hätte ihm der am Ende stark aufkommende Alfred Yego das Gold noch entrissen. Der Kenianer wurde in 1:45,35 Minuten Zweiter, Bronze sicherte sich der 1.500-Meter-Sieger Yusuf Saad Kamel (Bahrain) knapp hinter dem zeitgleichen Yego.

„Ich hatte mich immer wieder gefragt: Warum gewinne ich bei großen Meisterschaften keine Goldmedaille“, erzählte Mbulaeni Mulaudzi. Der 28-Jährige war zwar Hallenweltmeister 2004, bei zwei olympischen Spielen und drei Weltmeisterschaften hatte es aber nie zum Sieg gereicht. Immerhin war er aber schon Olympia-Zweiter 2004 und WM-Dritter im Jahr zuvor.

Mit einem ungeschickten Überholmanöver brachte sich die Spanierin Natalia Rodriguez im 1.500-m-Finale selbst um alle Chancen. Gut 200 Meter vor dem Ziel wollte sie mit Macht durch eine zu enge Lücke auf der Innenbahn und brachte dadurch die führende Gelete Burka zu Fall. Die Äthiopierin lief zwar weiter, doch ihr Traum vom Sieg war beendet. Abgeschlagen kam sie als Zehnte in 4:11,21 Minuten in Ziel. Rodriguez hatte als Erste die Ziellinie überquert, jedoch passierte das, was kommen musste: Die Spanierin wurde disqualifiziert. Als sie die Bilder der entscheidenden Szene auf der Videoleinwand sah, wirkte sie selbst erschrocken über ihr rücksichtsloses Überholmanöver. Maryam Yusuf Yamal (Bahrain) war die lachende Dritte. Die ursprüngliche Zweite wurde zur Siegerin und verteidigte somit ihren Titel in 4:03,74 Minuten. Mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand belegte Lisa Dobriskey (Großbritannien) Rang zwei. Sie hatte 2008 bei Olympia in Peking noch knapp die Bronzemedaille verpasst. Shannon Rowbury (USA) bekam die Bronzemedaille (4:04,18).

Text: race-news-service.com

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race-news | 23.08.2009

WM-Aktuell: Xue Bai siegt im Marathon mit ,Verspätung’ für China


Xue Bai gewinnt den WM-Marathon am Brandenburger Tor.
Foto: photorun.net

Mit einem Jahr Verspätung schaffte Xue Bai das, wovon die Chinesen vor einem Jahr geträumt hatten: Sie gewann die Goldmedaille im Marathon. In Peking bei den Olympischen Spielen war die heute erst 20-Jährige noch über 10.000 Meter an den Start gegangen und hatte in diesem Finale als 21. keine Rolle gespielt. Im olympischen Marathon hatte die chinesische Mitfavoritin Chunxiu Zhou damals Bronze gewonnen, am Sonntag lief sie in Berlin als Vierte ins Ziel. Hinter Xue Bai, die das Ziel am Brandenburger Tor nach 2:25:15 Stunden erreichte, gewann die Japanerin Yoshimi Ozaki Silber in 2:25:25. Bronze ging an die Äthiopierin Aselefech Mergia mit 2:25:32.

Dass Berlin eine Marathon- und Laufstadt ist, merkte man auch an der Strecke: Über 100.000 Zuschauer dürften wie tags zuvor den 10-km-Rundkurs mit dem zentralen Punkt am Brandenburger Tor gesäumt haben. Ähnlich groß wie bei den bedeutenden Berliner Straßenrennen – Marathon, Halbmarathon oder 25 km – war die Begeisterung und die Anfeuerung für die 71 Läuferinnen, die bei sehr warmem Wetter ins Rennen gingen. Viele verschiedene Länderflaggen hingen an den Absperrungsgittern.

Kurz nach Kilometer 25 war es die russische Außenseiterin Nailiya Yulamanova , die an der Spitze das Tempo forcierte und damit die große Spitzengruppe von zuvor 23 Athletinnen mehr und mehr dezimierte. Kurz nach Kilometer 30 blieben zeitweise neben der Russin nur noch drei Athletinnen an der Spitze übrig: Die Chinesin Xue Bai, die Japanerin Yoshimi Ozaki und die Äthiopierin Aselefech Mergia. Kurz vor der 35-km-Marke ging Nailiya Yulamanova die Kraft aus. Nun gab es einen Dreikampf um Gold. Am letzten Verpflegungspunkt kurz vor Eingang der über einen Kilometer langen Zielgeraden forcierte dann Ozaki das Tempo – Mergia war geschlagen, doch Bai heftete sich an die Fersen der japanischen Siegerin des Tokio-Marathons 2008. Ozaki konnte laufen so schnell sie wollte, die Chinesin wurde sie nicht los. Rund einen Kilometer vor dem Ziel ging Xue Bai an die Spitze und lief davon zum größten Sieg ihrer Karriere. Als beste Europäerin wurde die Portugiesin Marisa Barros Sechste in 2:26:50, Kara Goucher (USA) kam als Zehnte mit 2:27:48 ins Ziel.

Chinas Läuferinnen rennen schon in sehr jungem Alter lange Strecke bis zum Marathon. Xue Bai ist ein extremes Beispiel dafür: Bereits als 14-Jährige lief sie ihr erstes Rennen über die 42,195 km und erreichte dabei außergewöhnliche 2:37:07 Stunden. Als 16-Jährige gewann sie 2005 bei den Asienmeisterschaften sowohl die 5.000 als auch die 10.000 m. „Es war mein erster WM-Start und ich hätte nie gedacht, dass ich hier Gold gewinnen würde. Ich stand nicht unter Druck und konnte locker in das Rennen gehen“, sagte Xue Bai, deren Name übersetzt ,weißer Schnee’ bedeutet. „Mein nächstes Ziel ist nun der Olympiasieg in London 2012.“

Ohne Deutschlands Top-Marathonläuferin Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) spielten die besten nationalen Läuferinnen keine Rolle im Kampf um die vorderen Platzierungen. Auf tragische Weise, durch den Tod ihres Vaters, war Irina Mikitenko vor einigen Wochen aus dem Rennen geworfen worden. Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon), die ursprünglich 10.000 Meter rennen wollte, machte ihre Sache dabei ausgezeichnet. Nachdem sie zunächst sehr verhalten angegangen war, holte sie stark auf. „Ich hätte gerne noch ein paar mehr Läufererinnen eingeholt, aber am Ende ging nichts mehr“, sagte Sabrina Mockenhaupt. Sie erreichte bei ihrem ersten Meisterschafts-Marathon Platz 17 in 2:30:07 Stunden. Susanne Hahn (Schlau.com Saarbrücken) belegte Platz 34 in 2.38:39 und blieb damit im Rahmen der Erwartungen.

Am Tag ihres 37. Geburtstages, den Irina Mikitenko im heimatlichen Freigericht (Hessen) verbrachte, gab es am Sonntag trotzdem eine Art Geburtstagsgeschenk für sie. Denn nach dem WM-Marathon von Berlin ist sie in der World Marathon Majors (WMM)-Wertung praktisch nicht mehr einzuholen. In der WMM-Serie sammeln die besten Marathonläuferinnen über einen Zwei-Jahres-Zyklus Punkte bei den fünf bedeutendsten Rennen der Welt (Boston, London, Berlin, Chicago, New York) sowie bei den Weltmeisterschaftsrennen und den Olympischen Spielen. Vor dem Abschluss der Serie 2008 – 2009, aus der die beiden Sieger am Ende des Jahres jeweils 500.000 US-Dollar erhalten, ist Irina Mikitenko nun praktisch uneinholbar in Führung. Denn in Berlin punkteten gestern nur Läuferinnen, die in der aktuellen Wertung keine Chance mehr haben.

Text: race-news-service.com

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race-news | 23.08.2009

WM-Aktuell: Kenia triumphiert auch über 5.000 m der Frauen


Vivian Cheruiyot besiegte im 5.000-m-Finale die Titelverteidigerin Meseret Defar (links).
Foto: photorun.net

Kenias Frauen haben den in den letzten Jahren auf den Bahn-Langstrecken dominierenden Äthiopierinnen bei den Weltmeisterschaften in Berlin den Rang abgelaufen. Beide Langstrecken-Titel gingen bei den Titelkämpfen nach Kenia. Nie zuvor war der Laufnation bei den Frauen bei einer globalen Meisterschaft – WM und Olympische Spiele – ein derartiger Doppel-Triumph gelungen. Im 5.000-m-Finale gewann am Sonnabend Abend die Kenianerin Vivian Cheruiyot in 14:57,97 Minuten.

„Dieses Mal werden wir die Äthiopierinnen schlagen, ganz bestimmt“, hatte Vivian Cheruiyot nach den kenianischen WM-Trials im Juli angekündigt. Diesen optimistischen Ausspruch setzten die Kenianerinnen überraschend klar in die Tat um. Nach dem 10.000-m-Sieg von Linet Masai stand genau eine Woche später das 5.000-m-Rennen auf dem Programm.

Lange Zeit tat sich nichts in diesem Finale. Die Favoritinnen kontrollierten vorne das Tempo, das allerdings sehr langsam war. Nach 9:15,05 Minuten waren 3.000 m gelaufen, erst danach wurde es etwas schneller. In 12:15,79 erreichte Vivian Cheruiyot die 4.000-m-Marke. Nun entwickelte sich ein großer Kampf zwischen den drei Kenianerinnen und den vier Äthiopierinnen. Ganz ähnlich wie im 10.000-m-Finale ging dann eingangs der Zielgeraden die Titelverteidigerin Meseret Defar (Äthiopien) an die Spitze – doch wieder reichte es nicht für die zweitschnellste Läuferin aller Zeiten über 5.000 m. Mit jedem Schritt kam Vivian Cheruiyot dichter an Meseret Defar heran. Ganz wie Masai über 10.000 m hatte auch Cheruiyot ihren Endspurt perfekt getimt. Rund 20 Meter vor dem Ziel war sie an der Äthiopierin vorbei, die dann wie vor einer Woche vor Enttäuschung das Tempo herausnahm. Während Vivian Cheruiyot jubelnd ins Ziel rannte, schnappte sich ihre Landsfrau Sylvia Kibet auf den letzten fünf Metern noch die Silbermedaille in 14:58,33. Meseret Defar, die über 10.000 m noch auf Rang fünf zurückgefallen war, blieb dieses Mal immerhin noch Bronze in 14:58,41 vor ihren beiden Landsfrauen Sentayehu Ejigu (15:03,38) und Meselech Melkamu (15:03,72). Sechste wurde die dritte Kenianerin im Rennen, Iness Chenonge, mit 15:06,06 Minuten, auf Rang sieben kam als beste nicht-afrikanische Läuferin überraschend Silvia Weissteiner (Italien/15:09,74)

„Es ist lange her, dass Kenia über 5.000 Meter Gold gewonnen hat“, sagte Vivian Cheruiyot, die in Osaka hinter Meseret Defar Silber gewonnen hatte. Diese Aussage stimmte nicht ganz, denn noch nie hatte eine Kenianerin über diese Strecke ganz vorne gelegen – weder bei einer WM noch bei Olympia. „Auf den letzten 100 Metern bin ich nur noch gerannt, gerannt, gerannt. Ich bin so glücklich, jetzt gewonnen zu haben. Es war auch eine Team-Leistung. Wir haben gebetet, dass wir gewinnen würden und Gott hat uns diese Medaille gegeben“, sagte Vivian Cheruiyot, die den letzten Kilometer in superschnellen 2:42,18 Minuten gelaufen war. „Linet Masai hat mir Mut gemacht nach ihrem 10.000-Meter-Sieg – sie war eine Inspiration für mich und ich glaubte daran, dass ich Meseret Defar schlagen könnte. Jetzt werden wir Kenianerinnen noch stärker!“

Text: race-news-service.com

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race-news | 22.08.2009

WM-Aktuell: Kenias Abel Kirui gewinnt das Marathon-Gold


Abel Kirui krönte seine Karriere in Berlin mit dem WM-Gold im Marathon.
Foto: photorun.net

Als Abel Kirui am Brandenburger Tor ins Ziel lief, hatte der neue Marathon-Weltmeister noch genügend Kraft für ein Tänzchen. So feierte der 27-jährige Kenianer die Krönung seiner Marathonkarriere in Berlin, die an gleicher Stelle vor drei Jahren begonnen hatte. Damals hatte Kirui ein unglückliches Debüt, denn es war beim Berlin-Marathon ungewöhnlich warm und er wurde Neunter in enttäuschenden 2:17:47 Stunden. Doch schon bald darauf fand Abel Kirui den Anschluss an die Weltspitze und nun gewann er nicht nur das WM-Gold sondern stellte mit 2:06:54 Stunden auch einen Meisterschaftsrekord auf. Die alte Marke hatte der Marokkaner Jaouad Gharib in Paris 2003 mit 2:08:31 Stunden aufgestellt.

Für Kenias Marathonläufer war es erst der dritte WM-Marathonsieg bei den Männern. 1987 in Rom hatte Douglas Wakiihuri gewonnen, dann dauerte es bis Osaka 2007, bis Kenia erneut einen Weltmeister feiern durfte: Luke Kibet siegte vor zwei Jahren. Am Sonnabend Vormittag gab es erstmals zwei WM-Medaillen für die Nation, deren Läufer seit Jahren die großen internationalen City-Marathonrennen dominieren wie kein anderes Land. Silber gewann am Brandenburger Tor Emmanuel Mutai in 2:07:48 Stunden vor dem Äthiopier Tsegay Kebede (2:08:35), der auch schon vor einem Jahr bei den Olympischen Spielen in Peking Bronze gewonnen hatte.

Kenias Marathonläufer werden immer stärker, das zeigte sich jetzt auch in Berlin einmal mehr. Und sie können sogar ein WM-Rennen dominieren, obwohl die Besten von ihnen gar nicht am Start sind. Vier Landsleute hatte der ehemalige kenianische Weltrekordler Paul Tergat genannt, denen er zutraut, den aktuellen Weltrekord von Haile Gebrselassie (Äthiopien/2:03:59) zu brechen: „Das sind Sammy Wanjiru, Martin Lel, James Kwambai und Duncan Kibet.“ Keiner von ihnen startete am Sonnabend am Brandenburger Tor, denn sie bereiten sich auf die lukrativen City-Marathonrennen im Herbst vor, um dort auf Rekordjagd zu gehen. So wird Duncan Kibet zum Beispiel am 20. September in Berlin auf Haile Gebrselassie treffen, der ebenfalls nicht im Hochsommer Marathon laufen wollte.

Der Wien-Marathon im April scheint das Pflaster zu sein, auf dem die zukünftigen Marathon-Weltmeister entstehen. 2007 gewann dort Luke Kibet, wenige Monate später triumphierte der Kenianer überraschend bei der WM in Osaka. 2008 hieß der Sieger des ,Vienna City-Marathons’ Abel Kirui. In Wien schaffte er damals bei ähnlich warmen Temperaturen wie am Sonnabend in Berlin (knapp 20 Grad im Schatten, rund 25 in der Sonne) seinen ersten Marathonsieg und gewann in der Kursrekordzeit von 2:07:38 Stunden. Jetzt ist Abel Kirui der nächste Weltmeister.

Aber auch beim Berlin-Marathon machte Abel Kirui nach seinem Debüt noch einmal einen entscheidenden Schritt in seiner Marathonkarriere. 2007 wurde er hier in 2:06:51 Stunden Zweiter hinter Haile Gebrselassie. In diesem Frühjahr verbesserte er sich als Dritter in Rotterdam sogar auf 2:05:04.

„Berlin ist meine Stadt. Ich liebe Berlin und laufe hier sehr gerne. Als ich hierher kam, fühlte ich mich sehr zuversichtlich“, sagte Abel Kirui, der sich fünf Kilometer vor der Ziel von seinem letzten verbliebenen Konkurrenten, Emmanuel Mutai, entscheidend gelöst hatte. Zuvor waren der Äthiopier Deriba Merga, der in der Endphase das Rennen aufgab, und der Kenainer Robert Kipkoech Cheruiyot aus der Spitzengruppe herausgefallen. „Es war ein schönes, herausforderndes Rennen für mich, das zugleich schnell aber auch taktisch war. Es war nicht einfach, die Ruhe zu bewahren und mit dem entscheidenden Antritt abzuwarten“, erklärte Abel Kirui. Knapp neun Minuten hinter dem kenianischen Sieger kam als bester deutscher Läufer André Pollmächer (LAC Chemnitz) in 2:15:36 Stunden ins Ziel. Mit Platz 18. erreichte der 26-Jährige eine beachtliche Platzierung. Es war das beste Resultat eines deutschen Marathonläufers bei einer WM seit dem 14. Platz von Konrad Dobler 1995 in Göteborg. Doch der perspektivenreichste deutsche Marathonläufer seit Jahren beendet frühzeitig seine Karriere: André Pollmächer wird nach der WM eine Trainerstelle übernehmen.

Nach Abel Kiruis erstem Sieg in Wien 2008 war seine Frau im ersten Augenblick nicht zufrieden mit ihrem Mann. „Sie hat mich gefragt, warum ich nicht schneller gelaufen bin. Aber als ich ihr von der Wärme erzählte, war sie zufrieden“, erzählte Abel Kirui damals. Nach seinem zweiten Marathon-Sieg, verbunden mit einer Goldmedaille und einem WM-Rekord, wird es sicher keine Klagen geben.

Text: race-news-service.com

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race-news | 22.08.2009

WM-Aktuell: Konchellah-Sohn Kamel auch im 800-m-Finale


Yusuf Saad Kamel steht auch über 800 m am Sonntag im Finale.
Foto: photorun.net

Mit dem 1.500-m-Sieger Yusuf Saad Kamel (Bahrain), dem Sohn des früheren kenianischen 800-m-Weltmeisters Billy Konchellah, aber ohne den führenden in der Jahresweltbestenliste, Abubaker Kaki (Sudan), wird am Sonntag das 800-m-Finale bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin stattfinden. Auch am Freitagabend standen auf dem Programm der Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion keine Finalrennen.

Der 26-jährige Yusuf Saad Kamel gewann das zweite von drei Halbfinals am Freitagabend mit einer Zeit von 1:45,01 Minuten – es war das mit Abstand schwerste Rennen der Vorschlussrunde. Denn die Auslosung der einzelnen Läufe hatte eine Reihe der besten Mittelstreckler der Welt in diesem Halbfinale zusammen gebracht. Hinter Kamel erreichten Yuriy Borzakovskiy (Russland/1:45,16), Alfred Yego (Kenia/1:45,22) und Mbulaeni Mulaudzi (Südafrika/1:45,26) das Finale.

Das erste Halbfinale hatte überraschend Nick Symmonds (USA) in 1:45,96 Minuten für sich entschieden. In diesem Rennen hatte Abubaker Kaki großes Pech. In der zweiten Kurve traf ihn der Fuß eines anderen Konkurrenten so unglücklich von hinten am Fuß, dass er das Gleichgewicht verlor und fiel. Bram Som (Holland) und Marcin Lewandowski (Polen) fielen dann über Kaki, so dass auch sie keine Chance mehr auf das Finale hatten. Der Pole lief als einziger weiter und wurde abgeschlagener Sechster. Das dritte Halbfinale gewann Amine Laalou (Marokko) in 1:45,27.

Auch im Halbfinale über 1.500 m der Frauen gab es einen prominenten Ausfall: Ohne die Olympiasiegerin Nancy Langat wird am Sonntag das Finale der Frauen stattfinden. Die kenianische Überraschungssiegerin von Peking 2008 blieb im zweiten Semifinale hängen. Während an der Spitze die Äthiopierin Gelete Burka souverän das Rennen bestimmte und in 4:10,19 Minuten gewann, kam Langat nicht über Rang sieben in 4:11,10 hinaus. Sie warf sich zwar noch ins Ziel, doch hätte Nancy Langat dabei mindestens drei Meter weit fliegen müssen, um noch den fünften Platz zu erreichen, mit dem sie sich qualifiziert hätte.

Den ersten der beiden Läufe hatte die Titelverteidigerin Maryam Yusuf Jamal (Bahrain) in 4:03,64 Minuten souverän, wenn auch knapp gewonnen. Ihr folgten Natalia Rodriguez (Spanien/4:03,73) und Lisa Dobriskey (Großbritannien/4:03,84).

Text: race-news-service.com

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race-news | 21.08.2009

WM-Spezial: Kara Goucher – die stärkste Gegnerin für die Afrikanerinnen?


Kara Goucher könnte im Marathon die Afrikanerinnen überraschen.
Foto: photorun.net

Im Marathonrennen gegen die favorisierten Äthiopierinnen Bezunesh Bekele und Dire Tune könnte Kara Goucher diejenige sein, die das Vermögen hat, den Afrikanerinnen am Sonntag die Show zu stehlen. Die 31-jährige US-Amerikanerin hat schon bei den vergangenen Weltmeisterschaften in Osaka 2007 für Furore gesorgt: Damals gewann sie überraschend die Bronzemedaille über 10.000 m. Anschließend gelang ihr im Halbmarathon eine kleine Sensation, als sie beim englischen Great North Run in Newcastle die britische Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe besiegte. Kara Goucher lief damals eine Weltklassezeit von 66:57 Minuten und ist damit nach wie vor so schnell wie keine andere Amerikanerin. Nachdem Paula Radcliffe entschieden hat, am Sonntag nicht in Berlin an den Start zu gehen, könnte Kara Goucher zur Nachfolgerin von Catherine Ndereba (Kenia) werden, die ebenfalls nicht starten wird. Nie gab es bis jetzt einen amerikanischen WM-Marathonsieg bei den Frauen

Im vergangenen November lief Kara Goucher ihr Debüt über die 42,195 km. Dabei belegte sie einen beachtlichen dritten Platz in New York mit 2:25:33 Stunden. In Boston war sie dann im April erneut Dritte. Vor kurzem bewies Kara Goucher starke Form, als sie den Chicago-Halbmarathon im Alleingang in 68:05 Minuten gewann. In St. Moritz bereitete sie sich zuletzt auf das Rennen in Berlin vor und soll dabei gut in Form gekommen sein.

Doch ursprünglich hatte Kara Goucher eine ganz andere Planung für dieses Jahr. Denn nach dem Boston-Marathon im April hatte die mit Adam Goucher (zweimaliger US-Meister über 5.000 m) verheiratete Läuferin eigentlich eine Babypause geplant. Doch so enttäuscht war Kara Goucher, dass sie den avisierten Sieg bei dem Klassiker in Boston im April verpasst hatte, dass sie ihre Pläne um einige Monate verschob.

Zunächst hatte Kara Goucher allerdings eine etwas verrückte Idee. Sie wollte sechs Tage nach ihrem Lauf in Boston beim London-Marathon starten. „Drei Tage lang habe ich immer wieder gesagt, ich will unbedingt in London rennen. Aber im Laufe der Diskussion machte mein Trainer dann den Vorschlag, dass, wenn ich unbedingt noch einen Marathon laufen möchte, das WM-Rennen eine Möglichkeit wäre. Nach einer Woche habe ich mich dann entschieden, mich auf den Lauf in Berlin vorzubereiten“, erklärte Kara Goucher, deren Trainer Alberto Salazar ist. Der Amerikaner war Anfang der 80er Jahre ein Weltklasse-Marathonläufer. Dreimal hintereinander gewann er den New York-Marathon (1980 bis ’82), 1982 siegte er zudem in Boston. 1981 hatte Salazar in New York mit 2:08:13 Stunden vermeintlich einen Weltrekord aufgestellt, jedoch wurde später festgestellt, dass die Strecke zu kurz war.

„Wenn ich nach London gefahren wäre, wäre das dumm gewesen“, sagte Kara Goucher später. Seit Ende April gilt ihre volle Konzentration der Vorbereitung auf den WM-Marathon. „Eine Medaille bei der WM zu gewinnen oder zumindest ein sehr gutes Resultat zu erzielen, wäre eine tolle Sache für mich.“

Text: race-news-service.com

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race-news | 21.08.2009

WM-Aktuell: Bekele will im 5.000-m-Finale WM-Geschichte schreiben


Kenenisa Bekele könnte am Sonntag als erster Mann in der WM-Geschichte den Langstrecken-Doppelsieg schaffen.
Foto: photorun.net

Kenenisa Bekele wird zum zweiten Mal in seiner Karriere das Langstrecken-Doppel bei den Weltmeisterschaften laufen. Der Äthiopier, der am Montag bereits das 10.000-m-Finale gewann, trat heute im Vorlauf an und gewann sein Rennen locker in 13:19,77 Minuten. In Paris bei der WM 2003 hatte Bekele nach seinem 10.000-m-Sieg Platz drei über 5.000 m belegt. Bisher ist es keinem Athleten gelungen, bei Weltmeisterschaften beide Strecken zu gewinnen. Bekele schaffte das Doppel allerdings bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr in Peking.

Am Donnerstag fanden bei den Weltmeisterschaften in Berlin keine Lauf-Finals statt.

Den größten Applaus im ersten Vorlauf erhielt jedoch Bekeles Landsmann Ali Abdosh, der in der Anfangsphase des Rennens einen Schuh verlor, nachdem ihm ein Konkurrent in den Hacken getreten war. Abdosh gab jedoch nicht auf und versuchte, über 100 Meter Rückstand wieder aufzuholen. Als er die große Spitzengruppe fast erreicht hatte, wurde das Tempo jedoch vorne angezogen, da es um die Finalplätze ging. Am Ende wurde er 13. in 13:36,52 Minuten. Trotzdem darf er am Sonntag im Finale starten, denn ein Protest der Äthiopier hatte Erfolg. Hinter Bekele qualifizierten sich unter anderen Matthew Tegenkamp (USA/Zweiter in 13:19,87) und der Brite Mo Farah (Dritter in 13:19,94) für den Endlauf, der am Sonntag stattfinden wird.

Den zweiten Vorlauf entschied Moses Kipsiro (Uganda) in 13:22,98 Minuten vor Eliud Kipchoge (Kenia/13:23,34) und James Kwalia C’Kurui (Katar/13:23,57) für sich. Titelverteidiger Bernard Lagat (USA), der tags zuvor noch Bronze im 1.500-m-Finale gewonnen hatte, erreichte ebenfalls das Finale. Er wurde Vierter in 13:23,73. Keine Chance hatte in diesem Rennen der einzige deutsche Lälufer, Arne Gabius (Asics Tübingen). Er wurde 14. mit 13:49,13 Minuten.

„Ich habe nicht viel gefeiert nach dem 10.000-Meter-Sieg sondern bin früh ins Bett gegangen. Ich fühle mich gut“, sagte Kenenisa Bekele. Er will mit seinem zweiten Start versuchen, die Pleite auszugleichen, die Äthiopien über 10.000 m der Frauen hinnehmen musste. Hier gewann überraschend die Kenianerin Linet Masai. „Wenn du etwas verlierst, woran du dich gewöhnt hast, dann merkst du es. Man kann angesichts dieser Erfahrung sehen wie wichtig es ist, dass die Besten des Teams dabei sind. Es ist schwierig, wenn sie wegen einer Verletzung oder aus einem anderen Grund fehlen“, erklärte Kenenisa Bekele bezüglich des 10.000-m-Rennens der Frauen. „Die Mehrheit der Äthiopier wird enttäuscht gewesen sein, dass das erwartete Gold verloren ging.“ Die Äthiopierinnen hatten zuletzt fünfmal in Folge die Weltmeisterin über die 25-Runden-Distanz gestellt.

Über 800 m qualifizierten sich alle Favoriten in den Vorläufen für das Halbfinale. Pech hatte allerdings der einzige deutsche Starter: Robin Schembera (Bayer Leverkusen) stürzte eingangs der zweiten Runde und kam abgeschlagen als Siebenter seines Rennens in 1:54,47 Minuten ins Ziel. „Wenn das wenigstens im Ausland passiert wäre“, erklärte der Leverkusener, der zum ersten Mal bei einer WM startete. „Da schmeiße ich mich vor der Familie und allen Freunden auf die Bahn, das ist schon unglaubliche …“, sagte der 20-jährige Robin Schembera.

Währenddessen wurde bekannt, dass Paula Radcliffe (Großbritannien) nicht am Sonntag im Marathon an den Start gehen wird. Die Weltrekordlerin war nach ihrem Testrennen in New York am Sonntag – dort hatte sie einen Halbmarathon souverän gewonnen – nach Berlin gereist. Im Frühjahr hatte sich die Britin einer Operation am Fuß unterziehen müssen, der Lauf in New York war ihr erstes Rennen in diesem Jahr. Radcliffe wird sich nun voraussichtlich auf einen Start beim New York-Marathon Anfang November vorbereiten und wird zuvor möglicherweise bei der Halbmarathon-WM in Birmingham am 11. Oktober starten.

Text: race-news-service.com

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race-news | 20.08.2009

WM-Aktuell: Konchellahs Sohn Kamel triumphiert über 1.500 Meter


Yusuf Saad Kamel auf den letzten Metern bei seinem WM-Sieg über 1.500 m.
Foto: photorun.net

Yusuf Saad Kamel, der Sohn des zweifachen kenianischen 800-m-Weltmeisters Billy Konchellah, ist bei den Weltmeisterschaften in Berlin zu seinem ersten großen Titel gelaufen. Der 26-Jährige, der früher Ggregory Konchellah hieß und seit November 2003 für Bahrain startet, gewann das 1.500-m-Finale nach einem taktischen Rennen in 3:35,93 Minuten. Silber ging an den Äthiopier Deresse Mekonnen (3:36,01), Bronze sicherte sich ein weiterer ehemaliger Kenianer: Titelverteidiger Bernard Lagat (USA) lief 3:36,20 Minuten. Die ,echten’ Kenianer gingen in diesem Finale leer aus. Asbel Kiprop wurde Vierter (3.36,47), Augustine Choge kam als Fünfter in 3:36,53 Minuten ins Ziel.

Lange Zeit passierte praktisch gar nichts im 1.500-m-Finale der Männer. Der Titelverteidiger Bernard Lagat und der Kenianer Augustine Choge kontrollierten das Feld von der Spitze aus, dahinter lief der Äthiopier Deresse Mekonnen. Daran änderte sich nichts, bis es in die letzte Runde ging. Hinter dem Trio hatte sich allerdings Yusuf Saad Kamel in Position geschoben. Es war dann zunächst Mekonnen, der die Initiative ergriff und sich an die Spitze setzte. Choge lief dahinter, während Lagat Pech hatte, weil er in der letzten Kurve eingeklemmt auf der Innenbahn rannte. Eingangs der Zielgeraden musste der Amerikaner fast quer nach außen laufen, um sich eine freie Bahn zu verschaffen. Dann zog Bernard Lagat einen eindrucksvollen Spurt an und ohne den Umweg hätte er sicherlich um Gold gekämpft. Doch so blieb ihm immerhin noch Bronze.

„Keiner hat damit gerechnet, dass ich hier heute gewinnen würde, aber ich wusste, dass ich Bernard Lagat schlagen könnte“, sagte Yusuf Saad Kamel, dessen Vater Billy Konchellah 1987 in Rom und 1991 in Tokio Weltmeister war. „Mein Vater hat zwei WM-Goldmedaillen, ich möchte drei gewinnen“, erklärte er.

Im vergangenen Jahr war es Pamela Jelimo (Kenia), die praktisch aus dem Nichts auftauchte und dann die 800-m-Strecke dominierte. Die Olympiasiegerin und Afrika-Rekordlerin hatte in Berlin im Halbfinale aufgegeben, als sie keine Chance mehr hatte, den Endlauf zu erreichen. Ihre Nachfolgerin ist die nächste afrikanische Newcomerin über die 800-m-Strecke: Caster Semenya (Südafrika) ist erst 18 Jahre alt und wurde am Mittwochabend in Berlin überlegen Weltmeisterin in einer Jahresweltbestzeit von 1:55,45 Minuten. Sie hatte in dieser Saison überraschend auch schon bei den Afrikameisterschaften sowohl über 800 als auch über 1.500 m gewonnen.

Gegen den langen Endspurt der Südafrikanerin hatte auch die Titelverteidigerin Janeth Jepkosgei (Kenia) keine Chance. „Ich wollte unbedingt Gold gewinnen, aber es ging nicht. Wenigstens komme ich nicht ohne Medaille nach Hause“, sagte Janeth Jepkosgei, die nach 1:57,90 Minuten im Ziel war. Sie war zuvor erst nach einem Protest des kenianischen Teams ins Halbfinale gekommen. Nachdem sie im Vorlauf zu Fall gekommen war, schien sie zunächst ausgeschieden zu sein, wurde dann aber aufgrund einer Behinderung doch noch in das Halbfinale gesetzt. Bronze im Finale sicherte sich überraschend die am Ende stark aufkommende Britin Jennifer Meadows. Sie hatte auf den letzten Metern noch die viertplatzierte Ukrainerin Yuliya Krevsun abgefangen und stürmte in 1:57,93 ins Ziel. Noch ein Meter mehr und sie hätte wahrscheinlich sogar Silber gewonnen. „Ich kann es gar nicht glauben, dass ich hier meine erste große Medaille gewonnen habe“, sagte die 28-jährige Britin.

Ohne die Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba (Äthiopien) wird das 5.000-m-Finale der Frauen am Sonnabend stattfinden. Wie schon über 10.000 m verzichtete sie auch über 5.000 m verletzungsbedingt auf ihren Start in Berlin. Trotzdem werden die Äthiopierinnen mit vier Läuferinnen im Finale stehen. Die aufgrund ihres Sieges bei der WM 2007 in Osaka automatisch qualifizierte Meseret Defar gewann den zweiten Vorlauf in 15:16,46 Minuten vor der Kenianerin Vivian Cheruiyot (15:16,59), die auch in Osaka im Finale Zweite hinter Defar war. Den ersten Vorlauf hatte Sentayehu Ejigu (Äthiopien) in 15:17,64 vor der Kenianerin Sylvia Kibet (15:17,77) für sich entschieden.

Meselech Melkamu, die im 10.000-m-Finale knapp geschlagen von der Kenianerin Linet Masai Zweite war, qualifizierte sich ebenfalls für das Finale. Das äthiopische Quartett komplettiert die Schwester von Tirunesh Dibaba: Genzebe. Als dritte Kenianerin wird Ines Chenonge im Finale starten, so dass es einen weiteren großen Kampf zwischen den beiden besten Lauf-Nationen der Welt geben wird.

Text: race-news-service.com

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race-news | 19.08.2009

Hindernissieger Ezekiel Kemboi – ein etwas anderer Kenianer


Ezekiel Kemboi feiert seinen ersten WM-Sieg im Berliner Olympiastadion.
Foto: photorun.net

Ezekiel Kemboi ist anders als der typische kenianische Weltklasseläufer. Im Gegensatz zu den meisten kenianischen Kindern, brauchte Kemboi nie zur Schule zu rennen. Er spielte zudem früher Fußball (im Mittelfeld) und betätigte sich als DJ bei Schul-Partys. Erst nach seiner Schulzeit begann er mit dem Laufen und setzte es sich zum Ziel, so erfolgreich zu werden wie die ebenfalls aus Marakwet stammenden Hindernis-Größen Moses Kiptanui, der dreimalige Weltmeister sowie frühere Weltrekordler, und William Mutwol (Olympia-Dritter 1992). Als Ezekiel Kemboi in Berlin die WM-Goldmedaille gewann, riss er sich das Trikot vom Leib und feierte im Stil eines Fußballers. Später zog er es wieder an und gab – auch das ist alles andere als typisch für Kenias Eliteläufer – klare und lange Statements gegenüber der Presse.

Nur für den Fall, dass jemand die Bedeutung seines Sieges über 3.000-m-Hindernis noch nicht richtig verstanden hatte, erklärte Ezekiel Kemboi am Anfang der Pressekonferenz: „2003 in Paris war ich Nummer zwei – ich gewann Silber“, sagte er. „2005 in Helsinki war ich wieder Silbermedaillengewinner. Im Jahr 2007 in Osaka war ich dann schon wieder die Nummer zwei.“

Jetzt saß Ezekiel Kemboi bei der Pressekonferenz endlich in der Mitte - auf dem Platz des Siegers. Er brauchte viel Geduld. Obwohl er 2004 Olympiasieger geworden war, hatte er sich dreimal bei den Weltmeisterschaften mit zweiten Rängen begnügen müssen. Es gab wohl keinen besseren an den er sich wandte, um endlich zum Erfolg zu kommen: Moses Kiptanui, der einzige Läufer, der das Hindernis-Gold bei der WM dreimal gewinnen konnte, ist heute sein Trainer. „Im Januar sagte ich zu meinem Trainer, ,ich habe keine Lust mehr auf Silber'“, erzählte Ezekiel Kemboi. „Ich habe dann viel dafür trainiert, um gewinnen zu können. Und jetzt, hier in Berlin, kann ich sagen: ich bin der Champion.“

Er ist nicht nur der Weltmeister, sondern seit Dienstagabend auch der WM-Rekordhalter. 1995 hatte Moses Kiptanui die Meisterschafts-Bestleistung mit einer Zeit von 8:04,16 Minuten aufgestellt. Kemboi lief nun in Berlin 8:00,43 Minuten - auch in keinem Olympiafinale hatte es jemals ein so schnelles Hindernisrennen gegeben. Es könnte in Berlin Kembois letztes Hindernisrennen gewesen sein. Er wird mit seinem Trainer Kiptanui entscheiden, ob er nun zum Marathon wechselt. Sowohl WM-Gold als auch Olympia-Gold hat der Kenianer jetzt gewonnen, deswegen hätte er gerne eine neue Herausforderung.

„Jetzt bin ich glücklich, jetzt kann ich zum Marathon wechseln“, sagte der 27-Jährige. „Ich bin acht Jahre lang die Hindernisse gelaufen. Mein Trainer hatte mir gesagt: Gewinne erst einmal, danach entscheiden wir.“ Am Freitag nächster Woche wird er allerdings bei der AF Golden League in Zürich über die Hindernisse starten.

Kemboi ist allerdings auch schon angeeckt im kenianischen Team. Kein geringerer als der große Kip Keino, der Hindernis-Olympiasieger von 1972, beschuldigte ihn, dass er die Hindernisse bei der Olympia-Qualifikation 2008 regelwidrig überquert hätte. Zugleich sagte Paul Kipsiele Koech, dass er von Kemboi in diesem Rennen 150 Meter vor dem Ziel geschubst worden wäre.

Doch Athletics Kenya ignorierte diese Vorwürfe. Als das Team dann nach China flog, erklärte Kemboi: „Wenn ich kein Gold gewinne, werde ich niemals nach Kenia zurückkehren.“ Aufgrund einer Lebensmittelvergiftung wurde er Siebenter. Aber er flog natürlich nach Kenia zurück: „Das sind solche Dinge, die wir sagen, um das Spiel ein bisschen interessanter zu machen“, sagte Kemboi, der erklärte, dass ihm Kiptanui technisch bezüglich der Hindernisüberquerung geholfen hätte, ebenso bei der Beschleunigungsphase. „Außerdem hat er mir gesagt - egal was passiert, ich muss bis zur letzten Runde auf der zweiten Position bleiben.“

Der Weg zu den Meetings nach Europa und damit in die internationale Spitze war für Ezekiel Kemboi kein leichter. Zwei Jahre nachdem er die Schule abgeschlossen hatte, gewann er 2001 ein lokales Rennen in Kenia in 8:56 Minuten. „Da gab es keine starken Gegner“, erzählt Kemboi. Damals entdeckte der für den internationalen Leichtathletik-Verband IAAF in Kenia als Trainer arbeitende Paul Ereng sein Talent und lud ihn ein, in einem neuen Trainingscamp in Eldoret zu trainieren. Nachdem Ezekiel Kemboi dann ein weiteres lokales Rennen gewonnen hatte, schrieb er an verschiedene europäische Manager und bat, ihm eine Chance mit Starts in Europa zu geben. Einer antwortete: Enrico Dionisi holte ihn 2001 nach Europa, wo er sich auf 8:23,66 Minuten verbesserte. Sein Aufstieg hatte begonnen.

Text: race-news-service.com

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race-news | 19.08.2009

WM-Aktuell: Doppelsieg für Kenia, Europarekord für Tahri über die Hindernisse


Ezekiel Kemboi gewann zum ersten Mal WM-Gold in Berlin.
Foto: photorun.net

Gold und Silber für Kenia, Bronze für Frankreich – so endete der 3.000-m-Hindernislauf der Männer bei den 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion. Die Kenianer stellen damit zum achten Mal den Goldmedaillengewinner über diese Distanz: Es ist Ezekiel Kemboi, der mit 8:00,43 Minuten zudem einen Meisterschaftsrekord aufstellte. Der 27-Jährige gewann in einer Spurtentscheidung vor seinem Landsmann Richard Mateelong (8:00,89) und dem Europarekord laufenden Bob Tahri (8:01,18). Der Franzose verhinderte, dass die Kenianer wie vor zwei Jahren in Osaka alle drei Medaillen gewannen.

In einem durchweg schnellen Finale begannen sich nach der Hälfte des Rennens fünf Läufer zu lösen: Vier Kenianer und mitten drin der Franzose Bob Tahri. Als es in die letzten Runde ging, kämpften an der Spitze immer noch vier Läufer um drei Medaillen. Die Kenianer Kemboi, Mateelong und Paul Koech sowie Bob Tahri, der in dieser Saison bereits zuvor den Europarekord mit 8:02,19 Minuten gebrochen hatte. Noch am letzten Hindernis auf der Zielgeraden sah es so aus, als würden Kenia wiederum alle drei Medaillen gewinnen. Doch Paul Koech kam nicht so flüssig wie Bob Tahri über den letzten Balken. So konnte der Franzose den Schwung mitnehmen und sich noch knapp an Koech (8:01,26) vorbeischieben.

Hinter den beiden Äthiopiern Yacob Jarso (8:12,13) und Roba Gary (8:12,40) wurde der vierte Kenianer im Rennen – Brimin Kipruto, der Titelverteidiger und Olympiasieger von Peking 2008 – dieses Mal nur Siebenter in 8:12,61 Minuten.

„Ich habe schon dreimal bei Weltmeisterschaften Silbermedaillen gewonnen – in Paris 2003, in Helsinki 2005 und in Osaka vor zwei Jahren – jetzt habe ich endlich Gold“, sagte Ezekiel Kemboi. „Ich habe mich im Rennen lange zurückgehalten und habe mit dieser Taktik mein Ziel erreicht.“ Bob Tahri hatte er stark auf der Rechnung im WM-Finale. „Ich dachte mir, dass er eine Medaille gewinnen konnte“, sagte der Kenianer.

„Ich wusste, dass ich eine Chance haben würde, wenn ich so lange wie möglich locker bleiben würde“, sagte der 30-jährige Bob Tahri und kündigte an: „Diese Medaille ist noch nicht das Ende meiner Karriere. Nächstes Jahr stehen die Europameisterschaften auf dem Programm, dann die Weltmeisterschaften 2011 und schließlich auch noch Olympia in London.“

In den Vorläufen der Frauen über 1.500 m kamen die Favoritinnen ins Halbfinale, das am Freitag stattfindet. Maryam Jusuf Jamal (Bahrain), die als Titelverteidigerin im Rennen ist, gewann den ersten Vorlauf in 4:08,76 Minuten. Sie ist auch die Jahresweltbeste mit 3.56,55 Minuten. Im nächsten Rennen setzte sich die Äthiopierin Gelete Burka mit 4:07,75 durch. Hier wurde die Britin Lisa Dobriskey, die im vergangenen Jahr als Vierte knapp eine olympische Medaille verpasst hatte, Dritte. Sie ist damit ebenfalls eine Runde weiter. Den dritten und letzten Vorlauf entschied die Russin Anna Alminova in 4:08,13 Minuten für sich. Drei Hundertstel hinter ihr wurde Kenias Überraschungs-Olympiasiegerin Nancy Langat Zweite.

Text: race-news-service.com

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race-news | 18.08.2009

WM-Spezial: Kenenisa Bekele stellt Äthiopiens Langstrecken- Stolz wieder her


Kenenisa Bekele feiert seinen Sieg im Berliner Olympiastadion.
Foto: photorun.net

Es brauchte einen sehr starken Kenenisa Bekele, um Äthiopiens Stolz über die Langstrecken wieder herzustellen. Zwei Tage nach dem Schock, für den die Kenianerin Linet Masai mit ihrem 10.000-m-Gold in Äthiopien gesorgt hatte, gewann er das 25-Runden-Rennen. „Ich bin sehr froh, dass ich dieses Rennen für Äthiopien gewonnen habe. Es ist nicht so einfach, für sein Land bei einer großen Meisterschaft zu laufen“, erklärte Kenenisa Bekele.

Wie so oft, wenn Kenenisa Bekele ein großes Rennen gewann, gab es noch etwas, was seine Leistung ganz besonders machte. Es ist nicht sein eigener Weltmeisterschaftsrekord, den er in Berlin von 26:49,57 (Paris 2003) auf 26:46,31 Minuten verbesserte. Sondern der 27-Jährige zog gleich mit seinem großen Landsmann Haile Gebrselassie, denn er gewann nun ebenfalls vier WM-Titel über 10.000 Meter in Folge. Haile war 1993, 1995, 1997 und 1999 jeweils Weltmeister über diese Strecke, Bekele siegte in Paris 2003, Helsinki 2005, Osaka 2007 und Berlin 2009.

In zwei Jahren, wenn die Weltmeisterschaften in Daegu (Korea) stattfinden, könnte Kenenisa Bekele sogar Haile Gebrselassie mit einem fünften WM-Sieg übertreffen. „Haile zu übertreffen, das ist immer eine besondere Herausforderung für mich. Aber ich muss abwarten, was bis dahin passiert. Ich muss gesund und fit bleiben.“ Jos Hermens, Bekeles holländischer Manager, der auch Gebrselassie betreut, bestätigte, was er vor Jahren schon ankündigte: “Oh ja, wenn es eine Chance gibt, Haile zu übertreffen, dann ist Kenenisa immer noch besonders motiviert.”

Nun, die nächste Gelegenheit hätte Kenenisa Bekele bereits in wenigen Tagen: am Sonntag findet das 5.000-m-Finale statt. Bis heute ist es keinem Mann in der Geschichte der Weltmeisterschaften gelungen, sowohl das 5.000- als auch das 10.000-m-Finale bei einer WM zu gewinnen. Haile Gebrselassie verpasste das zweite Gold 1993 in Stuttgart ganz knapp. Bei seinem ersten WM-Start gewann er nach seinem 10.000-m-Sieg Silber über die kürzere Strecke. Geschlagen wurde er damals vom Kenianer Ismael Kirui. Danach startete der äthiopische Superstar nie wieder bei globalen Meisterschaften über die 5.000 m.

Auch Kenenisa Bekele versuchte sich am Doppelsieg bei seiner ersten WM-Teilnahme 2003. In Paris wurde er dann nach dem 10.000-m-Erfolg Dritter über 5.000 m hinter dem kenianischen Sieger Eliud Kipchoge und dem Marokkaner Hicham El Guerrouj. Natürlich aber gelang Kenenisa Bekele der Doppelsieg bei den Olympischen Spielen in Peking vor einem Jahr.

Die Möglichkeit eines einzigartigen Doppelsieges scheint Kenenisa Bekele zu reizen. Ursprünglich wollte er bei der WM, so berichten äthiopische Journalisten, nur die lange Strecke rennen. „Ja, das Doppel zu gewinnen, wäre ein wichtiger Erfolg für mich“, sagte der Weltrekordler über beide Distanzen. „Aber ich habe mich noch nicht entschieden“, fügte er am Montagabend hinzu. Gefragt, ob dies vielleicht die beste Chance bei einer Weltmeisterschaft sei, beide Strecken zu gewinnen, erklärte Kenenisa Bekele: „Es ist nie leicht, eine 5.000-Meter-Goldmedaille zu gewinnen – auch wenn es vielleicht so aussieht.“

Aber die Chancen stehen offenbar nicht schlecht, dass man bei dieser WM noch mehr von Kenenisa Bekele sehen wird. Aber zunächst will der Äthiopier mehr von den Weltmeisterschaften sehen. „Ja, ich habe die 100 Meter gesehen und fand sie toll. Das Ergebnis von Usain Bolt ist ein ganz besonderes!“ Befragt nach seiner eigenen persönlichen Bestleistung über 100 Meter antwortete der Äthiopier: „Die steht bei 11,0 Sekunden.“ Entspannt redete Kenenisa Bekele nach dem Ende der offiziellen Pressekonferenz im Dunkeln außerhalb des Pressekonferenz-Zeltes neben dem historischen Olympiastadion. Sein Englisch war dabei viel besser als in der Vergangenheit. „Ich lerne nicht Englisch zuhause, aber dadurch, dass ich regelmäßig Englisch spreche wird es besser.“

Das WM-Rennen am Montagabend war das erste über 10.000 Meter von Kenenisa Bekele in diesem Jahr. Nach seinem Ermüdungsbruch im Fuß im vergangenen November hatte er auf die Hallen- und die Cross-Saison verzichten müssen und einen anderen Saisonaufbau. Trotzdem setzte er in Berlin seine einmalige Erfolgsserie über 10.000 m fort. Noch nie in seiner Karriere hat Kenenisa Bekele ein Rennen über 25 Runden verloren. Zum zwölften Mal seit dem Frühjahr 2003 blieb er in Berlin ungeschlagen.

Text: race-news-service.com

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race-news | 18.08.2009

WM-Aktuell: Bekele zum Vierten, Dominguez überrascht


Kenenisa Bekele siegt in Berlin.
Foto: photorun.net

Kenenisa Bekele ist zum vierten Mal in Folge Weltmeister über 10.000 Meter. Der 27-jährige Äthiopier hat damit sein großes Vorbild Haile Gebrselassie eingeholt, der den Titel 1993, 1995, 1997 und 1999 gewonnen hatte. Bekele siegte in Paris 2003, Helsinki 2005, Osaka 2007 und nun in Berlin 2009.

In einem von Beginn an sehr schnellen 10.000-m-Finale führten an den einzelnen Kilometerabschnitten zunächst Nicholas Kemboi (Katar), dann Moses Masai (Kenia) und bis eingangs der letzten Runde Zersenay Tadese (Eritrea), doch der Sieger hieß am Ende Bekele. In der Meisterschafts-Rekordzeit von 26:46,31 Minuten lief er vor Tadese (26:50,12) und Masai (26:57,39) ins Ziel. Erstaunlich stark hielten sich in dem einmal mehr von Afrikanern dominierten Finale zwei US-Amerikaner: Dathan Ritzenhein wurde in 27:22,28 Minuten Sechster und zwei Plätze hinter ihm lief sein Landsmann Galen Rupp 27:37,99.

Im Gegensatz zu den 10.000-m-Finals der letzten Jahre dominierten die Äthiopier dieses Mal nicht das Geschehen an der Spitze. „Wir hatten heute keine Team-Taktik“, sagte Kenenisa Bekele später und erklärte: „Wenn das Rennen so schnell ist, funktioniert das nicht. Ist das Tempo langsam, dann kann man das machen. So aber kannst du nur für dich selbst laufen.“ Das tat Kenenisa Bekele in Abwesenheit seines in den vergangenen Jahren stärksten Rivalen, Sileshi Sihine. Der Äthiopier hatte verletzungsbedingt nicht antreten können. Bekele hielt sich lange Zeit zurück, löste sich dann nach 6.500 Metern mit Tadese, Masai sowie dem am Ende siebtplatzierten Micah Kogo (Kenia) und rannte eingangs der letzten Runde Tadese davon. „Es ist großartig, zum vierten Mal in Folge diesen WM-Titel zu gewinnen“, sagte Kenenisa Bekele und erklärte: „Ich hatte geplant, mich bis zur letzten Runde zurückzuhalten und dann zu spurten.“

Eine große Überraschung gab es im Berliner Olympiastadion im 3.000-m-Hindernislauf der Frauen. Hier triumphierte die Spanierin Marta Dominguez in der Jahresweltbestzeit von 9:07,32 Minuten vor der Russin Yuliya Zarudneva (9:08,39) und der Kenianerin Milcah Cheywa (9:08,57).

Obwohl Marta Dominguez bereits zuvor die Jahresweltbestzeit gehalten hatte, galt eine andere als große Favoritin: Die russische Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Gulnara Galkina, die als einzige Frau bisher die Neun-Minuten-Barriere durchbrochen hat. Doch in Berlin musste sich die Russin mit Rang vier in 9:11,09 Minuten zufrieden geben, nachdem sie in der letzten Runde dem Endspurt ihrer Konkurrentinnen nichts entgegensetzen konnte. Es ist erst das Zweite Mal, dass Gulnara Galkina in ihrer Karriere ein 3.000-m-Hindernisrennen verlor. Die einzige andere Niederlage hatte sie ebenfalls in einem WM-Finale hinnehmen müssen: 2007 in Osaka war sie nur Siebente.

Eine herausragende Leistung gelang einmal mehr Antje Möldner (SC Potsdam). Sie belegte in diesem hochkarätigen Finale Platz neun und wird damit mit Sicherheit die beste deutsche Läuferin bei dieser Weltmeisterschaft sein. Mit 9:18,54 Minuten gelang der Potsdamerin zudem zum zweiten Mal bei diesen Titelkämpfen eine Verbesserung ihres deutschen Rekordes. „Ich bin sehr glücklich, dass mir noch einmal ein Rekord gelungen ist. Das hatte ich nicht erwartet, denn ich fühlte mich etwas schlapp nach dem Vorlauf am Sonnabend“ erklärte Antje Möldner.

Währenddessen jubelte Marta Dominguez, die erst die zweite spanische Goldmedaille einer Frau in der WM-Geschichte gewonnen hatte: „Das ist der größte Sieg meines Lebens, ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr vor heimischem Publikum bei der EM noch einmal siegen kann.“ Zweimal hatte Dominguez zuvor Silber gewonnen bei der WM. 2001 und 2003 war sie allerdings über 5.000 m gestartet.

In den 800-m-Halbfinalrennen der Frauen blieb überraschend die Olympiasiegerin auf der Strecke: Pamela Jelimo, im vergangenen Jahr der Star über die Mittelstrecke, stieg gut 200 Meter vor dem Ziel aus, als sie keine Chance mehr hatte, sich noch für das Finale zu qualifizieren. Glück hatte ihre kenianische Landsfrau Janeth Jepkosgei, die im Vorlauf gestürzt war. Aufgrund eines Protestes kam die amtierende Weltmeisterin dann doch noch in das Halbfinale, in dem sie als Dritte als eine von zwei Zeitschnellsten in 1:59,47 Minuten noch in den Endlauf rutschte. Mariya Savinova (Russland/1:58,66), Caster Semenya (Südafrika/1:58,66) und Elisa Cusma Piccione (Italien/2:00,62) waren die Sieger der drei Halbfinalrennen.

Einen unerwarteten Ausfall gab es für Kenia auch in den 1.500-m-Halbfinals der Männer. Hier trat Haron Keitany, der Zweite der Jahresweltbestenliste (3:30,20 Minuten), nicht an. Amine Laalou (Marokko/3:36,68) und Asbel Kiprop (Kenia/3:36,24) waren die Sieger der beiden Halbfinals. Der Titelverteidiger Bernard Lagat und der Jahresweltbeste Augustine Choge (Kenia/3:29,47) qualifizierten sich ebenfalls für das Finale am Mittwoch.

Text: race-news-service.com

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race-news | 17.08.2009

WM-Spezial: Paul Koech auf Erfolgsjagd in Berlin


Paul Koech gehört beim Hindernisfinale zu den Favoriten aus Kenia.
Foto: photorun.net

Wenn am Dienstagabend bei den Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion das 3.000-m-Hindernisfinale gestartet wird, kommen vier der 15 Läufer aus einem Land: Kenia. Die Hindernisse ,gehören’ den Kenianern, daran wird sich auch in Berlin nichts ändern. „Unser Ziel ist es, alle drei Medaillen zu gewinnen“, sagte Olympiasieger Brimin Kipruto, der seinen Vorlauf am Sonntag gewann und als Titelverteidiger ins Finale geht. Da er vor zwei Jahren in Osaka gewonnen hatte und damit automatisch für die WM in Berlin qualifiziert war, konnte Kenia einen vierten Läufer für die Titelkämpfe nominieren. So werden heute auch Ezekiel Kemboi, der mit 7:58,85 Minuten die Jahresweltbestenliste anführt, Richard Mateelong und Paul Koech an den Start gehen.

Der 27-jährige Paul Koech hatte dabei bei der Nominierung etwas Glück, denn er kam bei den Trials in Nairobi im Juli lediglich als Sechster ins Ziel. Wahrscheinlich hatten die Funktionäre bei ihrer Entscheidung noch die olympischen Ausscheidungskämpfe im Jahr zuvor im Hinterkopf. Damals war Paul Koech der Pechvogel. Der Jahresweltbeste, der 2008 mit 8:01,85 Minuten so schnell gelaufen war wie kein anderer weltweit, hatte am letzten Wassergraben noch in Führung gelegen. Doch dann gab es einen Kontakt mit einem Konkurrenten, Koech geriet ins Straucheln und verlor entscheidend den Rhythmus. Am Ende blieb ihm nur der undankbare vierte Platz – neun Hundertstel fehlten zur Olympiaqualifikation und zum möglichen olympischen Triumph. Koech protestierte, doch es hatte keinen Sinn.

In Berlin will Paul Kipsiele Koech, so sein vollständiger Name, nun seinen ersten großen globalen Titel gewinnen. Bisher hat er eine olympische Bronzemedaille (2004 in Athen) sowie einen Sieg bei den Afrika-Meisterschaften 2006 als größte Erfolge vorzuweisen. In Deutschland hat der Kenianer zuletzt gute Erfahrungen gemacht. Beim World Athletics Final (WAF) 2008 in Stuttgart hatte er das Hindernisrennen trotz der starken Konkurrenz aus dem eigenen Land bereits zum vierten Mal in Folge gewonnen.

Zwischen 2004 und 2007 lief Koech jeweils Hinderniszeiten von unter acht Minuten, im vergangenen Jahr scheiterte er ganz knapp an dieser Barriere. In der aktuellen Jahresweltbestenliste steht der 27-Jährige zurzeit mit 8:01,72 Minuten hinter Ezekiel Kemboi (7:58,85) auf Rang zwei. Doch aufgrund der unglücklich verpassten Olympia-Qualifikation wird Paul Koech am Dienstagabend im Berliner Finale ganz besonders motiviert sein.

Paul Koech stammt aus dem Dorf Sotik, das im südlichen Bereich des kenianischen Great Rift Valleys liegt. Dort lebt der Läufer, der sieben Brüder hat und das jüngste Kind einer Farmer-Familie ist, heute noch. Im Gegensatz zu vielen kenianischen Weltklasseläufern brauchte er als Kind nicht zur Schule zu rennen. „Meine Schule war ganz in der Nähe. Ich habe auf der Grundschule mit dem Laufen begonnen und es war dann mehr oder weniger eine natürliche Entwicklung, die mich zum Hindernislauf brachte“, erzählt Paul Koech, der als Jugendlicher keine Vorbilder hatte. Heute ist er selbst allerdings ein Idol vieler Kinder in Sotik und der dortigen Umgebung. Denn Koech ist in diesem Gebiet der einzige international erfolgreiche Läufer. „Viele junge Athleten schauen zu mir und ich versuche sie zu inspirieren und ihnen zu helfen. Ich spreche regelmäßig mit Kindern aus meiner Heimat und ermutige sie dazu, zu laufen und auch zur Schule zu gehen“, erzählt der Kenianer, der für zehn Kinder das Schulgeld übernommen hat.

Wenn Paul Koech in Sotik trainiert, schließen sich ihm bis zu 20 Athleten aus der Gegend an. „Obwohl dies keine starken internationalen Läufer sind, ist es eine gute Gruppe. Ich kann mit ihnen sehr gut trainieren“, antwortet Koech auf die Frage, ob er gerne stärkere Trainingspartner hätte. Er kümmert sich in Sotik auch um einige junge Talente. Und er hat inzwischen auch als Trainer erste internationale Erfolge: Zu seiner Gruppe gehört Jackline Chebii. Die 16-Jährige hat eine 3.000-m-Bestzeit von 9:04,4 Minuten (gelaufen in Höhenlage 2008) und hatte bereits als 15-Jährige bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz (Polen) 2008 Platz fünf über diese Strecke belegt. Bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften der Juniorinnen war Jackline Chebii in diesem Jahr Zehnte, nachdem sie 2008 sogar schon Rang sechs belegt hatte. Gut möglich, dass Paul Koech bald nicht mehr der einzige Weltklasseläufer in seinem Wohnort ist.

Text: race-news-service.com

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race-news | 16.08.2009

WM-Aktuell: Kenianer dominieren Hindernis-Vorläufe, Radcliffe siegt in New York


Brimin Kipruto ist optimistisch bezüglich der kenianischen Medaillenausbeute bei der WM in Berlin.
Foto: photorun.net

Die Kenianer haben ihre Vormachtstellung über die 3.000 m Hindernisstrecke bei den Vorläufen der Weltmeisterschaften in Berlin am Sonntagvormittag eindrucksvoll bewiesen. Da Brimin Kipruto als Titelverteidiger automatisch für die WM in Berlin qualifiziert war, gingen die Kenianer zu Viert ins Rennen. Und das Quartett erreichte geschlossen das Finale, das am Dienstagabend stattfinden wird. Von 15 Finalteilnehmern kommen damit vier alleine aus Kenia. Am Sonntagabend standen in Berlin keine Entscheidungen im Mittel- oder Langstreckenlauf auf dem Programm.

Die Kenianer stellten am Sonntag auch bei allen drei Vorläufen jeweils die Sieger. Im ersten Rennen gewann Richard Mateelong in 8:17,99 Minuten vor Tareq Mubarak Taher (Bahrain/8:18,13), einem ebenfalls aus Kenia stammenden Läufer, und Paul Koech (Kenia/8:18,16). Im zweiten Vorlauf setzte sich Weltmeister und Olympiasieger Brimin Kipruto in 8:18,07 Minuten vor dem französischen Europarekordler Bob Tahri (8:18,23) durch. Und im letzten Rennen der ersten Runde war der Olympiasieger von 2004, Ezekiel Kemboi in 8:19,36 Minuten nicht zu schlagen. Hier war der Marokkaner Jamel Chatbi in 8:20,26 Zweiter.

„Ich glaube, ich bin in diesem Jahr in noch besserer Form als vor einem Jahr, deswegen erwarte ich von mir gute Resultate“, sagte Brimin Kipruto und fügte optimistisch hinzu: „Ich glaube, dass es nicht so schwer wird für uns, alle drei Medaillen zu gewinnen. Wir werden uns einen Plan zurecht legen für den Endlauf.“

Währenddessen gewann Paula Radcliffe ihr Testrennen vor dem möglichen WM-Marathonstart am kommenden Sonntag in Berlin. Die Britin startete zum ersten Mal in diesem Jahr. Dabei siegte sie beim Halbmarathon in New York in 69:45 Minuten. Sie sei noch nicht sicher, ob sie bei der WM starten würde, erklärte sie danach der britischen BBC. Noch am Abend wollte die Marathon-Weltrekordlerin ins Flugzeug Richtung Berlin einsteigen. Erst in den nächsten Tagen wird Paula Radcliffe dann entscheiden, ob sie beim Marathon startet. „Wenn ich mich nicht 100-prozentig gut fühle, werde ich nicht laufen. Aber ein Start ist jetzt wahrscheinlicher als noch vor einer Woche“, sagte Paula Radcliffe der BBC.

Text: race-news-service.com

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race-news | 16.08.2009

WM Spezial: Linet Masai auf dem schnellsten Weg zum Sieg


50 Meter vor der Zielgeraden führt Meseret Defar (2. von rechts) noch vor Meselech Melkamu (links neben Defar) und Linet Masai (links), am Ende siegte Masai vor Melkamu.
Foto: photorun.net

Der Schiedsrichter hielt die Fahne hoch, doch es gab kein Zurück mehr: Das Berliner 10.000-m-Finale der Frauen wurde zu einem Novum bei einer derartigen Meisterschaft. Am Ende gewann die Kenianerin Linet Masai ein dramatisches Rennen mit weniger als einem Meter Vorsprung, obwohl die 19-Jährige streng genommen wohl ein paar Meter weniger gelaufen war als die knapp geschlagene Zweitplatzierte aus Äthiopien, Meselech Melkamu.

Das konnte einem Spanisch vorkommen – einmal war es in der jüngeren Vergangenheit bei einer Weltmeisterschaft passiert, dass die Strecke nicht stimmte: 1996 in Palma de Mallorca maß bei der Halbmarathon-WM der Kurs nicht ganz die vorgeschriebenen 21,0975 km. Das betraf damals allerdings alle Läufer, die dort an den Start gingen.

Der WM-Zeitpunkt mitten in den Schulferien, die Werbung, der Ticketverkauf – es gab viele Aspekte, mit denen Berlin nicht unbedingt punktete. Doch in einem war man sich vor Beginn der Titelkämpfe so sicher wie schon bei der Vergabe dieser WM im Dezember 2004: Organisatorisch würde alles stimmen, schließlich haben die Deutschen Erfahrung und Routine bei diesen Veranstaltungen.

Aber die deutsche Stärke versagte am ersten Abend der Weltmeisterschaften beim Start – und später auch nach dem Zieldurchlauf – des 10.000-m-Rennens. Sind mehr als zwölf Läuferinnen in einem Rennen, muss der Start auf zwei Gruppen verteilt werden. 21 Athletinnen gingen im Olympiastadion ins Rennen. Knapp die Hälfte muss dann entsprechend versetzt auf den äußeren Bahnen in der ersten Kurve starten, damit es nicht zu eng wird am Anfang des Laufes. Das passierte am Sonnabend regelgerecht, jedoch vergaßen die Schiedsrichter, die Markierungskegel in der ersten Kurve auf die Bahn zu stellen. Sie bewirken, dass die Läuferinnen, die außen starten auch die komplette erste Kurve auf den Außenbahnen bleiben.

Durch das Fehlen der Hütchen rannten die außen gestarteten Läuferinnen zu früh nach innen. Sie kürzten damit ein paar Meter ab. Der Zufall wollte es: die Siegerin Linet Masai war außen gestartet, die mit einer Zehntelsekunde, also weniger als einem Meter, geschlagene Meselech Melkamu lief innen. Die drittplatzierte Äthiopierin Wude Ayalew wiederum war ebenfalls außen ins Rennen gegangen.

Einen Einfluss auf das knappe Ergebnis hatte dieses Abkürzen jedoch sicher nicht. In einem lange Zeit taktischen Rennen hatten die Favoritinnen aus Äthiopien und Kenia erst im letzten Drittel das Tempo forciert. Entscheidend waren die letzten 500 Meter – und da wäre Linet Masai auch in der Spitzengruppe gewesen, wenn sie am Anfang ein paar Meter mehr gelaufen wäre. Das Timing für den Endspurt der 19-Jährigen war perfekt. Und aufgrund von Überholungen während der 25 Runden wird sie auch etwas mehr als 10.000 m gelaufen sein.

Zu einer weiteren Panne kam es dann bei der Auswertung des Zielfotos durch den zuständigen Schiedsrichter. Immer wieder wurde auf den Anzeigetafeln Meseret Defar (Äthiopien) als Bronzemedaillengewinnerin eingeblendet. Doch sie war als Fünfte ins Ziel gelaufen. Über das Ergebnissystem für die Medien war das 10.000-m-Ergebnis währenddessen gar nicht mehr abrufbar. Das hing, so erklärte Anna Legnani, die stellvertretende Pressesprecherin des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), später damit zusammen, dass man angesichts des Fauxpas’ am Start die 30-minütige Frist für einen Protest abwartete. „Es gab aber keinen Einspruch von einem Team“, sagte Anna Legnani. Auch die Äthiopierinnen wissen, dass das leichte Abkürzen am Start keinen Einfluss hatte auf die Medaillenvergabe. „Selbst wenn es einen Einspruch gegeben hätte, hätten wir die Läuferinnen nicht disqualifizieren können. Denn es war ja nicht ihr Fehler sondern ein organisatorischer“, erklärte Anna Legnani. Mit viel Verspätung gab es dann schließlich die offiziellen Ergebnisse des Rennens mit der korrekten Bronzemedaillengewinnerin. Diese blieb den Zuschauern vorenthalten, denn auch die Siegerehrung wurde aufgrund der Verzögerung auf Sonntagabend verschoben.

Linet Masai war das alles egal. Die Kenianerin bejubelte einen großen Sieg gegen Äthiopien. Erstmals seit Sally Barsosio, die 1997 in Athen gewonnen hatte, stellt Kenia wieder eine Weltmeisterin über 10.000 m. Am Montagabend tritt nun Linet Masais Bruder Moses im 10.000-m-Finale an. Zu seinen Gegnern gehört der große Favorit Kenenisa Bekele (Äthiopien). Was Linet Masai erwartet, wurde sie gefragt. „Mein Bruder wird es genauso machen wie ich“, antwortete die Kenianerin. Ganz genauso wird es Moses Masai wohl nicht machen, denn dann am Montag dürften die Hütchen auf der Bahn stehen.

Text: race-news-service.com

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race-news | 16.08.2009

WM Aktuell: Kenianerin Linet Masai schockt Äthiopien, Antje Möldner rennt ins Finale


Linet Masai feiert ihren Triumph über 10.000 m in Berlin.
Foto: photorun.net

Im Wettstreit der beiden besten Läufer-Nationen der Welt hat Kenia gleich zum Auftakt der Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion Äthiopien einen Schock versetzt. Ausgerechnet im 10.000-m-Finale, in dem die Äthiopierinnen den Sieg zuletzt quasi im Abonnement hatten, triumphierte eine Kenianerin: Die 19-jährige Linet Masai gewann die Goldmedaille in 30:51,24 Minuten, nachdem sie auf den letzten Metern noch die schon jubelnde Äthiopierin Meselech Melkamu (30:51,34) überholt hatte. Dritte wurde Wude Ayalew (Äthiopien) in 30:51,95.

Fünf Mal in Folge hatte Äthiopien zuletzt bei den globalen Titelkämpfen die 10.000-m-Weltmeisterin gestellt. Und auch bei Olympia gewann im vergangenen Jahr mit Tirunesh Dibaba eine Läuferin aus diesem Land. Die Siegerin von Peking 2008 war in Berlin kurzfristig verletzungsbedingt ausgefallen. Trotzdem galten die Äthiopierinnen vor dem Finale als Favoritinnen.

Lange Zeit sahen die Zuschauer im Gegensatz zum olympischen Finale vor einem Jahr ein taktisches und kein schnelles Rennen. Doch umso dramatischer wurde es in der letzten Runde. Zunächst war es die amtierende 5.000-m-Weltmeisterin Meseret Defar, die in Führung lag. Das war auch noch auf der Zielgeraden so, doch ihre Landsfrau Meselech Melkamu schob sich an ihr vorbei und eine frustrierte Defar fiel dann sogar auf Platz fünf zurück. Doch während Melkamu schon jubelte und dabei nur nach links schaute, wurde sie rechts kurz vor der Ziellinie noch von der Olympia-Vierten Linet Masai überholt. „Ich bin total enttäuscht, ich habe die Kenianerin nicht gesehen“, sagte Melkamu später, während Masai über ihren Coup jubelte: „Ich kann es nicht glauben. Aber ich habe nicht aufgegeben. Der Plan unseres kenianischen Teams war, dass wir uns gegenseitig unterstützen.“ Erstmals seit Sally Barsosio, die 1997 in Athen gewonnen hatte, stellt Kenia damit wieder eine Weltmeisterin über 10.000 m. Seit Tegla Loroupe, die 1999 in Sevilla Dritte wurde, hatte die Lauf-Nation Kenia über diese Strecke bei den Frauen keine WM-Medaille mehr gewonnen.

Hinter Grace Momanyi (Kenia/30:52,25) und Meseret Defar (30:52,37) wurde die US-Amerikanerin Amy Yoder Begley als beste nicht-afrikanische Läuferin Sechste in 31:13,78 Minuten.

Gleich mehrere Überraschungen hatte es am Vormittag bei den Vorläufen über 3.000 m Hindernis der Frauen gegeben. Während die Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Gulnara Galkina (Russland) ihr Rennen souverän für sich entschied und mit 9:17,67 Minuten auch die schnellste Zeit aller Vorläufe erreichte, rannte hinter ihr Antje Möldner (SC Potsdam) auf Platz zwei. Zum ersten Mal in ihrer Karriere qualifizierte sie sich damit souverän für ein großes Finale. In Peking noch knapp gescheitert, ließ die 25-Jährige dieses Mal nichts anbrennen und verbesserte mit 9:21,73 Minuten sogar ihren eigenen deutschen Rekord gleich um rund fünfeinhalb Sekunden.

Ausgeschieden ist dagegen eine der großen Medaillenaspirantinnen: Die russische Titelverteidigerin Yekaterina Volkova kam im dritten Vorlauf nicht über Rang sieben hinaus in 9:43,52 Minuten. Gerade so qualifiziert für das Finale am Montag hat sich Kenias Olympia-Sechste Ruth Bisibori Nyangau. Als Fünfte ihres Laufes rutschte sie mit 9:27,04 Minuten noch in den Endlauf.

„Mein Ziel war es, zumindest Vierte zu werden und mich so für das Finale zu qualifizieren. Ich wollte nicht den selben Fehler machen wie vor einem Jahr, als ich als Fünfte bei Olympia ausschied. Jetzt habe ich alles gegeben, bin Zweite geworden mit einem nationalen Rekord und werde im Finale kämpfen bis zum Ende“, sagte die frühere Mittelstreckenläuferin Antje Möldner, die erst im vergangenen Jahr zur Hindernisstrecke gewechselt war.

In den 1.500-m-Vorläufen setzten sich die Favoriten durch. Mehdi Baala (Frankreich/3:42,77), Asbel Kiprop (Kenia/3:41,42) vor dem Titelverteidiger Bernard Lagat (USA/3:41,60), Augustine Choge (Kenia/3:44,73) und Deresse Mekonnen (Äthiopien/3:37,04) gewannen ihre Vorläufe. Für die beiden deutschen Starter lief es schlecht: der Berliner Carsten Schlangen (LG Nord/3:44,00 auf Platz neun seines Rennens) schied ebenso aus wie Stefan Eberhard (LC Erfurt/3:40,05/10.). Eberhard fehlte allerdings nur eine Hundertstelsekunde zur Halbfinal-Qualifikation.

Text: race-news-service.com

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race-news | 15.08.2009

Irina Mikitenko nach ihrem WM-Startverzicht: „Ich fühle mich erschöpft und leer“


Die Familie ist ein Motor für Irina Mikitenko. Hier sitzt sie gemeinsam mit ihrem Mann Alexander sowie ihren Kindern Vanessa und Alexander.
Foto: photorun.net

Der Tod ihres Vaters hat Irina Mikitenko aus der Bahn geworfen. Die zurzeit schnellste Marathonläuferin der Welt wird bei den Weltmeisterschaften in Berlin am 23. August nicht antreten. Am Tag ihres 37. Geburtstages hätte die Läuferin des TV Wattenscheid Chancen gehabt, ihre Karriere mit einer Goldmedaille zu krönen. Das deutsche Team hat damit eine der größten Hoffnungen auf einen WM-Triumph verloren.

Als Sie Ende Juni aus einem ersten Höhentrainingslager aus St. Moritz zurückkehrten, waren Sie noch guter Dinge. Was passierte dann?

Irina Mikitenko: „Ja, das erste Trainingslager in St. Moritz lief sehr gut, ich hatte Spaß am Laufen und war optimistisch. Aber dann musste mein Vater Anfang Juli mit einem akuten Lungenproblem ins Krankenhaus. Es ging ihm von Tag zu Tag schlechter, ich war jeden Tag bei ihm und nur mittags kurz zuhause, um den Kindern Essen zu kochen. Das tat meinem Vater gut, dass ich bei ihm war, das habe ich gesehen – und mir auch. Ich konnte schon damals nicht mehr richtig trainieren. Ich habe es früh morgens versucht, aber ich war so leer und kaputt. Es ging einfach nicht.“

Sie gingen aber damals noch davon aus, dass Sie bei der WM starten würden.

Irina Mikitenko: „Ich hoffte, dass es meinem Vater bald wieder besser gehen würde und ich dann wie geplant ins zweite Trainingslager nach St. Moritz fahren würde. Doch es ging ihm immer schlechter und er starb in der dritten Juli-Woche. Mein Vater war der wichtigste Mensch für mich. Ihm habe ich auch zu verdanken, dass wir 1996 aus Kasachstan überhaupt nach Deutschland gekommen sind. Dass er tot ist, kann ich immer noch nicht begreifen, er fehlt mir sehr. Es ist die schwierigste Zeit in meinem Leben.“

Sie sind dann trotzdem noch einmal nach St. Moritz gefahren.

Irina Mikitenko: „Ja, ich war noch einmal neun Tage in St. Moritz mit meiner Familie und meiner Mutter. Ich habe alle anderen beim Training gesehen und bin auch selbst wie automatisch zum Laufen gegangen. Aber es machte keinen Sinn, ich fühle mich erschöpft und leer. Ich hatte mich sehr auf die WM gefreut und habe mich nach dem London-Marathon nur auf diesen Start vorbereitet und alle anderen Startangebote abgelehnt. Aber die Familie ist für mich viel wichtiger als alles andere. Mein Vater war immer stolz auf mich … ich werde weiterlaufen.“

Text: race-news-service.com

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race-news | 13.08.2009

WM-Vorschau (Teil 4): Startet Paula Radcliffe im Marathon?


Startet Paula Radcliffe in Berlin?
Foto: photorun.net

Am Sonnabend beginnt in Berlin das größte Sportereignis des Jahres: die 12. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften. In einer vierteiligen Vorschau lesen Sie über die Favoriten bei den Langstrecken-Wettbewerben. Heute geht es abschließend um den Marathon der Frauen.

Startet Paula Radcliffe im Marathon am Schlusstag der Weltmeisterschaften von Berlin? Das ist auch zehn Tage vor dem Start des Rennens noch die große Frage. Am Sonntag wird die britische Weltrekordlerin (2:15:25 Stunden), die zum letzten Mal in New York im November 2008 ein Rennen absolvierte und sich im März einer Fußoperation unterzog, in New York beim Halbmarathon an den Start gehen. Danach wird sie entscheiden, ob sie genau eine Woche später bei der WM läuft.

Paula Radcliffe will in Berlin nur antreten, wenn sie wirklich fit ist – ist das der Fall, dann ist sie die Favoritin. Das würde erst recht gelten, nachdem Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) vom Tod ihres Vaters aus der Bahn geworfen wurde und daher nicht an den Start gehen wird. Die Deutsche ist zurzeit mit jenen 2:22:11 Stunden, mit denen sie den London-Marathon im April gewonnen hatte, die schnellste Läuferin des Jahres weltweit. Auch 2008 war sie die Nummer eins in der Jahresweltbestenliste mit ihrem deutschen Rekord von 2:19:19.

Einmal mehr würde sich Paula Radcliffe in Berlin sicherlich mit den starken Äthiopierinnen auseinandersetzen müssen. Zum äthiopischen Team zählen unter anderen die Dubai-Marathon-Siegerin dieses Jahres, Bezunesh Bekele (Bestleistung: 2:23:09), und Dire Tune. Die 24-Jährige hatte 2008 in Boston und zuvor in Houston gewonnen. In diesem April war sie knapp geschlagene Zweite in Boston. Im Gegensatz zu früheren Jahren lief Tune 2009 bisher nur einen Marathon und hat sich dadurch sicherlich langfristiger und besser auf das Meisterschaftsrennen vorbereiten können.

Dire Tune war bisher bei zwei Weltmeisterschaften (Helsinki und Osaka) sowie einmal bei Olympia (Peking) am Start, kam jedoch jeweils nicht unter die besten zehn. „In früheren Jahren gab es immer wieder Probleme für uns bei der Nominierung. Es gab Spannungen und wir beäugten uns gegenseitig. In diesem Jahr ist das anders, es gab Veränderungen. Ich bin zuversichtlich nach meinem Training und glaube, dass wir in Berlin dominieren können. Ich halte sogar für möglich, dass wir alle drei Medaillen gewinnen“, wurde Dire Tune kürzlich auf der Webseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org) zitiert. Die Äthiopierin hat in diesem Jahr auch den hochklassigen Ras Al Khaimah-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewonnen, wo sie sich auf 67:18 Minuten verbesserte und damit einen Landesrekord aufstellte.

Während sich in Kenias WM-Marathonteam keine große Favoritin findet, könnte eine US-Amerikanerin vielleicht für eine Überraschung sorgen: Kara Goucher, die in Osaka bei der WM 2007 Bronze über 10.000 m gewann, lief erst im vergangenen November ihren ersten Marathon. Dabei belegte sie einen beachtlichen dritten Platz in New York mit 2:25:33 Stunden. In Boston war sie dann im April erneut Dritte. Vor kurzem bewies Kara Goucher starke Form, als sie den Chicago-Halbmarathon in 68:05 Minuten gewann. Noch nie hat bisher eine US-Amerikanerin einen WM-Marathon gewonnen.

Traditionell stark sind im Marathon die Japanerinnen. Nach Berlin zurückkehren wird Yoko Shibui, die 2004 den Berlin-Marathon in der damaligen japanischen Rekordzeit von 2:19:41 gewann. Yoshimi Ozaki (Bestzeit: 2:23:30) und Yuri Kano (2:24:27) könnten in Berlin auch eine gute Rolle spielen. Ähnlich gut besetzt sein wird das chinesische Team. Die Olympia-Dritte von Peking 2008, Chunxiu Zhou (PB: 2:19:51), ist der Star der Chinesinnen. Die erst 20-jährige Xue Bai lief im vergangenen Jahr bereits 2:23:27 Stunden.

Hart wird es nach dem Ausfall von Irina Mikitenko für das deutsche Team. Die ursprünglich einmal erhoffte Chance auf eine Bronzemedaille im parallel stattfindenden Weltcup-Teamwettbewerb dürfte dahin sein. Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon), die im Oktober 2008 den Frankfurt-Marathon in 2:26:22 gewonnen hatte, hat sicherlich die besten Platzierungschancen. Doch unter die ersten zehn zu kommen, wird schwer. Neben der 28-Jährigen werden in Berlin Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken/Bestzeit: 2:29:26), Melanie Kraus (Bayer Leverkusen/2:27:58), Luminita Zaituc (LG Braunschweig/2:26:01) und Europameisterin Ulrike Maisch (LAV Rostock/2:30:01) antreten.

Finale: 23. August

Text: race-news-service.com

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race-news | 13.08.2009

WM-Vorschau (Teil 3): Männer-Marathon ein offenes und spannendes Rennen


Abel Kirui bei seinem Sieg in Wien 2008.
Foto: photorun.net

Am kommenden Sonnabend beginnt in Berlin das größte Sportereignis des Jahres: die 12. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften. In einer vierteiligen Vorschau lesen Sie über die Favoriten bei den Langstrecken-Wettbewerben. Heute geht es um den Marathon der Männer.

Spektakulär sind immer wieder die Marathonrennen bei den globalen Meisterschaften. Das dürfte auch am Sonnabend der kommenden Woche in Berlin nicht anders sein. Dass eine Reihe der großen Stars fehlen, ist bei einem WM-Marathon nichts Neues. Viele verzichten auf die 42,195 km bei oft hohen Temperaturen im Hochsommer und starten lieber bei einem lukrativen Herbstmarathon. Auch die Zahl jener, die das Rennen bei einem WM-Marathon aufgeben, ist in der Regel relativ hoch.

In Berlin führen Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia) und Weltrekordler Haile Gebrselassie (Äthiopien) die Liste jener Athleten an, die nicht um WM-Gold kämpfen werden. Auf dem Rundkurs am Brandenburger Tor beginnt das Rennen erst um 11.45 Uhr, so dass die Läufer möglicherweise eine Hitzeschlacht erwartet. Das Fehlen der zwei Superstars sowie das Wetter macht das Rennen offen, dafür aber voraussichtlich sehr spannend.

Zwei Äthiopier gehören auf jeden Fall zu den Favoriten in Berlin: Tsegay Kebede ist der Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von Peking 2008. Der erst 22-Jährige steigerte zudem in diesem April in London seine Bestzeit auf 2:05:20 Stunden. Dabei kam er an der Themse nach einem spannenden Zweikampf lediglich zehn Sekunden hinter Sammy Wanjiru ins Ziel. Kebede ist hinter Haile Gebrselassie der zweitschnellste Äthiopier aller Zeiten im Marathon. Vierter in Peking war 2008 Deriba Merga. Der Äthiopier hat in diesem Jahr bereist zwei Marathonrennen gewonnen: Zunächst lief er einen Kursrekord in Houston im Januar, dann siegte er beim prestigeträchtigen Boston-Marathon im April.

Der schnellste Läufer im Feld kommt allerdings aus Kenia: Abel Kirui. Der 27-Jährige steigerte sich im April in Rotterdam auf 2:05:04 Stunden und wurde damit zum sechstschnellsten Läufer aller Zeiten. Kirui hatte 2008 den Wien-Marathon gewonnen und war im Jahr zuvor hinter dem Weltrekord laufenden Haile Gebrselassie in Berlin Zweiter gewesen. Zum starken kenianischen WM-Marathonteam gehören unter anderen auch der vierfache Boston-Sieger Robert K. Cheruiyot und der viertplatzierte des London-Marathons 2009, Emmanuel Mutai (PB: 2:06:15).

Ein anderer Afrikaner dürfte gemeinsam mit den Äthiopiern und Kenianern in Berlin um Gold kämpfen: Jaouad Gharib (Marokko) hat bereits zweimal WM-Gold im Marathon gewonnen. Er siegte 2003 in Paris und zwei Jahre später in Helsinki. Drei WM-Titel über die klassische Distanz hat noch nie ein Läufer gewonnen. Dass Gharib in Bestform ist, hat der Olympia-Zweite von Peking 2008 im April in London bewiesen. Als Dritter rannte er mit 2:05:27 Stunden eine persönliche Bestzeit. Ein weiterer starker Marokkaner ist Abderrahim Goumri, dessen Bestmarke nur drei Sekunden langsamer ist als die von Gharib.

Der zweifache brasilianische New York-Marathon-Sieger (2006 und 2008), Marilson dos Santos, wird ebenso zu beachten sein wie Yonas Kifle (Eritrea), die Japaner um Atsushi Sato (PB: 2:07:13) oder der frühere Kenianer Mubarak Hassan Shami (Katar).

Mit vier Läufern wird der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Start sein. Der schnellste von ihnen ist zurzeit André Pollmächer (LAC Erdgas Chemnitz), der sich im Mai in Düsseldorf auf 2:13:09 Stunden gesteigert hatte. Falk Cierpinski (SG Spergau/2:13:30) und Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen/2:13:42) haben sich ebenfalls in diesen Bereich verbessern können. Zudem wird Tobias Sauter (SG Spergau/2:17:27) dabei sein, während Stefan Koch (LG Braunschweig) verletzungsbedingt ausfällt.

Finale: 22. August

Text: race-news-service.com

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race-news | 12.08.2009

WM-Vorschau (Teil 2): Äthiopisches Feuerwerk in Berlin?


Dramatisch knapp enden oft die Duelle zwischen Meseret Defar und Tirunesh Dibaba (rechts).
Foto: photorun.net

Am kommenden Sonnabend beginnt in Berlin das größte Sportereignis des Jahres: die 12. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften. In einer vierteiligen Vorschau lesen Sie über die Favoriten bei den Langstrecken-Wettbewerben. Heute geht es um die Bahn-Entscheidungen bei den Frauen (5.000 und 10.000 m sowie 3.000 m Hindernis).

Ein äthiopisches Feuerwerk dürfte es über 5.000 und 10.000 m geben. Möglicherweise kommt es dabei gleich zweimal zum Aufeinandertreffen der beiden besten Bahn-Langstreckenläuferinnen der letzten Jahre: Tirunesh Dibaba und Meseret Defar. Doch Äthiopiens neueste Topläuferin, Meselech Melkamu, dürfte in diesen Zweikampf eingreifen. Und die Kenianerinnen werden alles geben, um die äthiopische Vormachtstellung in Berlin zu beenden.

10.000 m: Als Titelverteidigerin wird Tirunesh Dibaba in Berlin über die 25-Runden-Distanz an den Start gehen. Aufgrund des Sieges in Osaka 2007 der heute 27-Jährigen können die Äthiopier im Olympiastadion eine vierte Läuferin ins Rennen schicken. Denn alle Weltmeister sind automatisch qualifiziert. Das macht die Sache nicht leichter für Dibaba, denn ihre Landsfrauen sind so stark wie nie zuvor über 10.000 m. Während Dibaba im ersten Teil der Saison Verletzungsprobleme hatte und die Strecke 2009 noch gar nicht gelaufen ist, sorgte Meselech Melkamu für eine dicke Überraschung: Die 24-Jährige erzielte die zweitschnellste je gelaufene Zeit mit 29:53,80 Minuten und löste damit Tirunesh Dibaba als Afrika-Rekordlerin ab. Noch hat Melkamu auf der Bahn bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen keine Medaille gewonnen, doch das könnte sich in Berlin ändern. Tirunesh Dibaba, die in Berlin zum dritten Mal in Folge diesen WM-Titel gewinnen möchte, muss sich aber erstmals auch mit ihrer Dauerrivalin Meseret Defar über 10.000 m auseinander setzen. Defar hatte sich in den vergangenen Jahren stets auf die 5.000 m konzentriert. Doch in dieser Saison steigerte sich die 25-Jährige auf 29:59,20 Minuten über die doppelte Distanz. Bei ungünstigen Wetterverhältnissen in Birmingham war dies die fünftschnellste Zeit aller Zeiten. Als vierte Äthiopierin dürfte Ayalew Yimer an den Start gehen, die mit 30:11,87 Minuten Platz vier in der Jahresbestenliste belegt. Angesichts dieser äthiopischen Phalanx dürfte es für die Kenianerinnen schwer werden in Berlin. Die zurzeit schnellste von ihnen, Florence Kiplagat, steigerte sich in diesem Jahr allerdings auch auf hochklassige 30:11,53 Minuten. Eher ist vielleicht der Olympia-Zweiten Elvan Abeylegesse (Türkei) zuzutrauen, ihre früheren Landsfrauen aus Äthiopien zu ärgern. Liliya Shobukhova (Russland) und Shalane Flanagan (USA) könnten hinter dem afrikanischen Kampf um den WM-Sieg eine gute Rolle spielen. Da sich Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) auf den Marathon konzentriert, ist keine deutsche Läuferin am Start.
Finale: Sonnabend, 15. August

5.000 m: Meseret Defar ist die Titelverteidigerin über diese Strecke, so dass Äthiopien einmal mehr mit vier Läuferinnen an den Start gehen kann. Die Olympiasiegerin und Jahresweltbeste Tirunesh Dibaba (14:33,65 Minuten), die vor zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen bei der WM auf die kürzere Strecke verzichtet hatte, wäre voraussichtlich die schärfste Gegnerin von Defar, wenn sie startet. Wiederum dürfte auch Meselech Melkamu im Rennen sein, die über 5.000 m vor einem Jahr bei Olympia Achte war. Im Gegensatz zu ihrer Glanzzeit über 10.000 m aus diesem Frühjahr, ist sie über 5.000 m (noch) nicht ganz so stark. In dieser Saison konnten allerdings auch die Konkurrentinnen noch keine Zeit unter 14:30 Minuten erreichen. Trotzdem spricht alles dafür, dass die Afrikanerinnen einmal mehr die Medaillen unter sich ausmachen werden. Hier haben die Kenianerinnen voraussichtlich bessere Chancen als über 10.000 m. Allen voran gilt dies für Vivian Cheruiyot, die bereits vor zwei Jahren WM-Silber hinter Defar gewann. Auch in diesem Rennen dürfte Elvan Abeylegesse (Türkei) eine Rolle spielen, nachdem sie bei Olympia über 5.000 m Silber gewonnen hatte. Deutsche Läuferinnen sind nicht am Start.
Vorläufe: Mittwoch, 19. August – Finale: Sonnabend, 22. August

3.000 m Hindernis: Gulnara Galkina ist die Frau, die es zu schlagen gilt. Die russische Olympiasiegerin und Weltrekordlerin über die Hindernisse, die als erste und bisher einzige Frau unter neun Minuten lief (8:58,81 Minuten), hat zum letzten Mal vor zwei Jahren ein Rennen über diese Distanz verloren: Das allerdings war der WM-Endlauf von Osaka. Hier triumphierte ihre Landsfrau Yekaterina Volkova, die im olympischen Finale von Peking Platz drei belegte. Sie wird auch in Berlin am Start sein. Während Kenias Olympia-Zweite Eunice Jepkorir bei der WM fehlt, ist ihre Landsfrau, die Junioren-Weltrekordlerin Ruth Bisibori, die voraussichtlich stärkste Afrikanerin im Rennen. Doch zwei andere könnten vielleicht eher in die russische Dominanz einbrechen: Die US-Amerikanerin Jennifer Barringer hatte bei Olympia als Neunte überzeugt. Für eine Überraschung gut ist in jedem Fall Marta Dominguez. Die Spanierin, die im Olympiafinale 2008 gestürzt war, kommt von der 5.000-m-Strecke. Hier war sie zweimal WM-Zweite (2001 und 2003). In dieser Saison verbesserte sie sich über die Hindernisse auf 9:09,39 Minuten und führt damit knapp vor Gulnara Galkina die Jahresweltbestenliste an. Für die deutsche Rekordlerin Antje Möldner (SC Potsdam/Bestzeit: 9:27,22) geht es in Berlin darum, das Finale zu erreichen.
Vorläufe: Sonnabend, 15. August – Finale: Montag, 17. August

Text: race-news-service.com

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race-news | 10.08.2009

WM-Vorschau (Teil 1): Kenenisa Bekele könnte WM-Geschichte schreiben


Kenenisa Bekele (Startnummer: 1662) auf dem Weg zum olympischen Doppelsieg in Peking 2008 - schafft er das auch in Berlin bei der WM?
Foto: photorun.net

Am kommenden Sonnabend beginnt in Berlin das größte Sportereignis des Jahres: die 12. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften. In einer vierteiligen Vorschau lesen Sie über die Favoriten bei den Langstrecken-Wettbewerben. Heute geht es um die Bahn-Entscheidungen bei den Männern (5.000 und 10.000 m sowie 3.000 m Hindernis).

Kenenisa Bekele ist der Athlet, der über die Bahn-Langstrecken im Berliner Olympiastadion im Mittelpunkt stehen wird. Der Äthiopier könnte ein Stück WM-Geschichte schreiben, wenn er sowohl über 5.000 als auch über 10.000 m an den Start geht und beide Strecken gewinnt. Denn das ist bisher noch keinem Mann gelungen. Bei den Frauen schaffte dies einzig Bekeles Landsfrau Tirunesh Dibaba vor vier Jahren in Helsinki.

10.000 m: Auf jeden Fall wird Kenenisa Bekele über diese Strecke an den Start gehen. Hier will der 27-Jährige zum vierten Mal in Folge Weltmeister über die 25-Runden-Distanz werden. Das hat bis jetzt nur einer geschafft: Haile Gebrselassie, der von 1993 bis 1999 in Reihenfolge diesen Titel gewann. In diesem Jahr allerdings ist der Doppel-Olympiasieger von Peking (5.000 und 10.000 m) noch kein Rennen über 10.000 m gelaufen. Und über 5.000 m wirkte er speziell anfangs der Saison noch nicht souverän. Beides hat mit dem Ermüdungsbruch im Fuß zu tun, den sich Kenenisa Bekele im Herbst 2008 zugezogen hatte. Wie stark seine Form über 10.000 m ist, bleibt abzuwarten. Allerdings würde der Äthiopier wohl kaum an den Start gehen, wenn er keine Siegchance sehen würde. Einmal mehr zählt sein Landsmann Sileshi Sihine zu seinen schärfsten Herausforderern. Er war bei den letzten beiden Olympischen Spielen (2008 und 2004) sowie bei den vergangenen zwei Weltmeisterschaften (2007 und 2005) jeweils Zweiter hinter Weltrekordler Kenenisa Bekele. Doch auch die Kenianer werden alles versuchen, um erstmals seit 2001 (Charles Kamathi) wieder einen Weltmeister über 10.000 m zu stellen. Am Start sein wird unter anderen Micah Kogo. Der Kenianer, der eine hochkarätige Bestzeit von 26:35,63 Minuten hat und damit der sechstschnellste Läufer aller Zeiten ist, war bei Olympia 2008 bereits Dritter. Auch der Cross-Weltmeister von 2007, Zersenay Tadese (Eritrea), oder der für Katar startende frühere Kenianer Nicholas Kemboi sowie Boniface Kiprop (Uganda) könnte im 10.000-m-Finale von Berlin eine Rolle spielen. Deutsche Läufer sind nicht am Start.
Finale: Montag, 17. August

5.000 m: Wenn Kenenisa Bekele drei Tage nach dem 10.000-m-Finale zum Vorlauf über 5.000 m an den Start geht, ist er der Mann, den es zu schlagen gilt. Der Äthiopier ist über diese Strecke auch in dieser Saison ungeschlagen und ist nach vier Meetings noch im Rennen um den AF Golden League-Jackpot. Einmal hat Kenenisa Bekele bereits erfolglos versucht, das Langstrecken-Doppel bei der WM zu gewinnen: 2003 in Paris wurde er nach seinem 10.000-m-Sieg Dritter über die halbe Distanz. Damals hieß der Sieger Eliud Kipchoge. Der Kenianer wird auch in Berlin wieder am Start sein. Doch der Titelverteidiger startet nicht mehr für ein afrikanisches Land: Bernard Lagat, aus Kenia stammend, triumphierte 2007 in Osaka für die USA über 5.000 m. Auf seine Schnelligkeit in einer möglichen Spurtentscheidung wird Kenenisa Bekele achten müssen. Ein anderer ehemaliger Kenianer hatte ursprünglich auch das Vermögen, Bekele in Gefahr zu bringen: Saif Saaeed Shaheen (früher: Stephen Cherono), der seit 2003 für Katar startet, ist nach wie vor der Weltrekordler über die 3.000 m Hindernis. Er wird über 5.000 m in Berlin starten. Doch nach einer Reihe von Verletzungsproblemen war Shaheen zuletzt noch nicht wieder in Bestform. Für den einzigen deutschen Starter, Arne Gabius (LAV Asics Tübingen), wird es sehr schwer, das Finale zu erreichen.
Vorläufe: Donnerstag, 20. August – Finale: Sonntag, 23. August

3.000 m Hindernis: Diese Disziplin ,gehört’ den Kenianern und es spricht alles dafür, dass der Weltmeister in Berlin wieder aus dem ostafrikanischen Land kommen wird. Seit den ersten Weltmeisterschaften 1983 in Helsinki haben die Kenianer über die Hindernisse sieben Gold-, acht Silber- und vier Bronzemedaillen gewonnen. Seit der WM in Tokio 1991 stellten sie mit zwei Ausnahmen immer die Sieger. 2003 und 2005 hieß der Weltmeister Saif Saaeed Shaheen – der gebürtige Kenianer hatte die Staatsbürgerschaft gewechselt und startet seitdem für Katar, was am Anfang für Entrüstung in seinem Heimatland gesorgt hatte. Doch Shaheen wird in Berlin nicht über 3.000 m Hindernis starten, von ihm droht den Kenianern dieses Mal keine Gefahr. Gespannt sein darf man sicher auf Bob Tahri. Der Franzose hat wieder zu seiner Bestform zurückgefunden und stellte Anfang Juli in Metz mit 8:02,19 Minuten sogar einen Europarekord auf. Da der Titelverteidiger Brimin Kipruto automatisch für die WM qualifiziert war, können die Kenianer in Berlin sogar vier Läufer ins Rennen schicken. Neben Weltmeister und Olympiasieger Kipruto sind dies Ezekiel Kemboi, der mit 7:58,85 Minuten die Jahresweltbestenliste anführt, Paul Koech und Richard Mateelong. Bei der WM in Osaka vor zwei Jahren schafften es die Kenianer zum zweiten Mal nach Athen 1997 gleich alle drei Medaillen zu gewinnen. Das werden sie in Berlin wieder versuchen. Für den einzigen deutschen Starter, Steffen Uliczka (TSV Preetz), scheint die Finalqualifikation außer Reichweite.
Vorläufe: Sonntag, 16. August – Finale: Dienstag, 18. August

Text: race-news-service.com

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race-news | 09.08.2009

Athleten bei der WM in Berlin: Zersenay Tadese


Zersenay Tadese bei seinem Halbmarathon-WM-Sieg 2007.
Foto: photorun.net

Der Bekanntheitsgrad von Langstreckenläufer Zersenay Tadese in seiner Heimat wird wohl am besten beschrieben, wenn man ihn als Eritreas Antwort auf Fußballer Michael Ballack bezeichnet. Während Tadese über den Vorschlag verlegen lächelt, nickt seine Managerin Julia Garcia entschieden: „So ist es. Ja.“

Eritrea ist das jüngste Land Afrikas. Erst vor 16 Jahren erhielt es nach jahrzehentelangen Guerrilla-Kriegen seine Unabhängigkeit. Es liegt auf der Hand, warum der Sport das Selbstwertgefühl einer Nation heben kann, die gemessen am Bruttoinlandsprodukt laut Internationalem Währungsfond 2007 nur Platz 151 von 179 Ländern belegte. Das Land ist bekannt dafür, Weltklasse-Läufer hervorzubringen.

Meb Keflezighi gewann 2004 in Athen Olympiasilber im Marathon. Doch er war zuvor aus Eritrea geflüchtet und hatte 1998 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen. Und so war es Tadese, der als erster eritreischer Athlet für sein Heimatland Erfolge feierte. Ein Land, das an Äthiopien, den Sudan und Dschibuti grenzt und am Südende des Roten Meeres liegt.

Bei den Sommerspielen 2004 in Athen holte Tadese als Dritter hinter den Äthiopieren Kenensia Bekele und Sileshi Sihine über 10.000 Meter die erste Olympiamedaille für Eritrea.

Seitdem hat der heute 27-Jährige seinen Ruf als Eritreas größter Sportstar mit drei Titeln in Serie bei der IAAF Halbmarathon-Weltmeisterschaft untermauert. 2007 wurde er zudem im kenianischen Mombasa Cross-Weltmeister und beendete die Siegserie von Kenenisa Bekele.

Für die Zukunft hat sich Tadese den Marathon vorgenommen. Experten trauen ihm zu, dass er irgendwann den Weltrekord von Haile Grebselassie brechen kann, den der Äthiopier 2008 mit 2:03:59 Stunden aufgestellt hat. Bei der WM in Berlin wird er sich aller Voraussicht nach für einen Start über 10.000 m entscheiden.

Wie viele ostafrikanische Läufer stammt der 1,60 Meter große Athlet aus bescheidenen Verhältnissen. Er wuchs als eines von sieben Kindern in dem ländlichen gelegenen Ort Adi Bana im südlichen Hochland von Eritrea auf. Und wie so viele Afrikaner lief er jeden Tag zur Schule und zurück.

Trotzdem – und das ist untypisch – begann er seine Karriere nicht als Läufer. Er verdiente sich seine ersten Sporen in Eritreas Nationalsportart: dem Radsport. Beeinflusst von der italienischen Konolialzeit stammen aus Eritreas erstklassige Radrennfahrer.

Auch Tadese gewann als Radsportler einige 35 bis 50 Kilometer lange Rennen. „Ich habe mit dem Nationalfahrer Daniel Teklehaimanot trainiert, der heute in der Schweiz lebt“, erzählt er. „Aber ich bin ein besserer Läufer als Radfahrer gewesen und habe deshalb in der Schule mit 19 Jahren mit dem Laufen begonnen.“

Schon nach wenigen Monaten als Leichtathlet wurde er 30. bei den IAAF Cross-Weltmeisterschaften im irischen Dublin. Dabei trug Tadese nur schlecht sitzende Schuhe und war erst kurz zuvor nach Spanien gezogen, um dort einen Großteil des Jahres zu trainieren. Unter der professionellen Anleitung des bekannten spanischen Coaches Jeronimo Bravo hat Tadese seitdem eine beeindruckende Karriere hingelegt und ist in seiner Heimat zu einem Superstar geworden.

Zu seiner Hochzeit im vergangenen November mit Merhawit Solomon kamen mehr als 2500 Gäste – darunter führende Politiker, Künstler und Musiker des Landes. Die Zeremonie wurde live im Fernsehen übertragen und tausende Menschen standen in Adi Bana an der Straße, als die Hochzeitsgesellschaft fürs Ja-Wort in die Hauptstadt Asmara fuhr.

Eine Gruppe von Fahnen schwenkenden Tadese-Fans begleitet ihren Star regelmäßig zu den Wettkämpfen. Neulich lud er sie nach einem Rennen zum Abendessen ein. Dabei kann ihre Begeisterung manchmal auch Probleme verursachen. Vor zwei Jahren sprangen Anhänger von ihm bei einem Rennen in den Niederlanden über die Absperrung, um ihren Helden zehn Meter vor der Ziellinie zu umarmen. Trotzdem weiß Tadese seine Fans zu schätzen.

Obwohl er viele Monate des Jahres in Spanien verlebt, will er die Leichathletik in Eritrea voranbringen und finanziert jungen Talenten die erste Ausrüstung. Derzeit lernt Tadese gerade Englisch und Spanisch. Manche sehen in ihm die eritreische Version von Äthiopiens Lauf-Idol Haile Gebrselassie. Doch der Vergleich hinkt.

Während Gebrselassie ein erfolgreicher Geschäftsmann und Politiker ist, hat Tadese keine solchen Pläne. „Ich bin ein stiller Mensch“, erzählt er. Am liebsten lässt Tadese seine Füße sprechen und freut sich darüber, wenn er seinem Land den Wunsch nach einem modernen Erlöser erfüllen kann.

Text: race-news-service.com

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race-news | 04.08.2009

Kenianische Sieger in Bogota, Goucher stark in Chicago


Kara Goucher überzeugte in Chicago.
Foto: photorun.net

In der Höhenluft von Bogota gelang dem Kenianer Isaac Macharia ein Hattrick. Seine Landsfrau Lydia Cheromei gewann das Frauenrennen des Internationalen Halbmarathons von Bogota. Über 45.000 Läufer gingen bei dem Halbmarathon sowie einem integrierten 10-km-Rennen an den Start. Währenddessen lief Kara Goucher (USA) beim Halbmarathon in Chicago eine überzeugende Generalprobe für den WM-Marathon.

Ein Dreikampf entwickelte sich im Männerrennen in Bogota: Neben Macharia liefen Wilson Chebet und Patrick Nthlwa an der Spitze des Rennens, das in 2.600 m Höhe stattfindet. Am einzigen Anstieg des Kurses, an einer Brücke, erhöhte dann Macharia bei Kilometer 14 das Tempo und sorgte damit für eine Vorentscheidung, denn die Konkurrenten konnten nicht mithalten. Macharia gewann in 62:49 Minuten vor Chebet (63:14) und Nthlwa (64:52).

Die Eliteläuferinnen starteten fünf Minuten vor dem Hauptfeld in Bogota. Bereits in der Anfangsphase des Rennens setzte sich Lydia Cheromei von ihren Konkurrentinnen ab. Dahinter bildete sich eine Vierergruppe mit der Titelverteidigerin Pamela Chepchumba (Kenia), der Mexikanerin Maria Dulce Rodriguez sowie der Äthiopierin Genet Getaneh und Catherine Ndereba. Es war allerdings nicht der Tag der Marathon-Weltmeisterin Ndereba. Die Kenianerin fiel bald darauf zurück und wurde schließlich Fünfte in 76:07. Ab Kilometer 10 vergrößerte währenddessen Cheromei ihren Vorsprung. Sie gewann schließlich in 72:29 Minuten vor Rodriguez (72:38). Völlig erschöpft erreichte in der dünnen Höhenluft Chepchumba als Dritte das Ziel (74:18).

Kara Goucher gewann am Wochenende die Premiere des Rock ‘n’ Roll Chicago-Halbmarathons. Sie lief eine starke Generalprobe für den Marathon bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin, die am 15. August beginnen. Die US-Amerikanerin war nach 68:05 Minuten im Ziel und war damit schneller als ihr Trainer Alberto Salazar erwartet hatte. Goucher war 20 Sekunden schneller als der Männer-Sieger des Rennens. Der Halbmarathon war allerdings komplett auf Kara Goucher fixiert. „Ich dachte mir, dass ich im Bereich von 67 bis 68 Minuten laufen kann“, sagte Kara Goucher, die damit im Halbmarathon ungeschlagen bleibt. „Ich hatte ein sehr gutes Rennen, besser als vor dem Boston-Marathon.“ Kara Goucher wird in Berlin eine starke Gegnerin für Irina Mikitenko sein.

Text: race-news-service.com

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race-news | 03.08.2009

Sabrina Mockenhaupt bricht Streckenrekord in Berlin


Sabrina Mockenhaupt, hier bei ihrem Sieg beim Frankfurt-Marathon 2008, gewann die City-Nacht in Berlin.
Foto: photorun.net

Sabrina Mockenhaupt sorgte mit einem Streckenrekord für den Höhepunkt bei der Vattenfall City-Nacht in Berlin. Auf dem Kurfürstendamm siegte die Läuferin des Kölner Vereins für Marathon über 10 km in 31:49 Minuten. Damit verbesserte Sabrina Mockenhaupt den Kursrekord von Irina Mikitenko (32:11) deutlich und stellte ihre persönliche Bestzeit ein. Mehr als zwei Minuten später kam die Britin Hatti Bean als Zweite in 34:05 Minuten ins Ziel, Dritte wurde Melanie Schulz (LC Erfurt/34:07). Vorjahressiegerin Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) fühlte sich nicht gut und gab das Rennen nach drei Kilometern auf.

Sabrina Mockenhaupt erklärte im Anschluss in einem Interview, dass sie bei den Weltmeisterschaften in Berlin, die am 15. August beginnen, nun doch keinen Doppelstart mehr plant. Sie wird auf die 10.000 m verzichten und sich statt dessen auf den Marathon konzentrieren.

Wie im Vorjahr siegte bei den Männern der Niederländer Martin Lauret. Er war in 29:40 Minuten vor den beiden Briten Lee Merrien und Garreth Raven (beide 29:57) im Ziel. Stefan Koch (LG Braunschweig) kam als bester Deutscher auf Platz fünf (30:25). Falk Cierpinksi (LG Spergau) klagte über Seitenstiche und belegte Platz zwölf (31:44).

9.158 Teilnehmer hatten für das Rennen gemeldet.

Text: race-news-service.com

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race-news | 02.08.2009

Athleten bei der WM in Berlin: Tobias Sauter


Tobias Sauter beim Düsseldorf-Marathon im Mai.
Foto: photorun.net

Die Geschichte des Marathonlaufes ist gespickt mit Kuriosa, Tragödien und Triumphen wie keine andere leichtathletische Disziplin. Auch noch in der heutigen Zeit produziert das Rennen über 42,195 km Dramen und Überraschungen. So schaffte es zum Beispiel 2004 beim London-Marathon eine Hobbyläuferin, sich für das britische Olympiateam zu qualifizieren: Tracey Morris steigerte ihre Bestzeit damals um über eine Stunde auf 2:33:52 Stunden und fand sich im Athen-Team neben Weltrekordlerin Paula Radcliffe wieder. Sie war in Griechenland sogar vor dem Superstar im Ziel, da Radcliffe aufgab.

Der Vergleich zu Tracey Morris passt nicht ganz, aber es gibt eine Ähnlichkeit: Tobias Sauter (SG Spergau) wird als fünfter Mann des deutschen Marathon-Teams bei den Weltmeisterschaften in Berlin an den Start gehen. Wer ist Tobias Sauter? Der 25-jährige Marathonläufer hat keinen klassischen Vereinshintergrund sondern kommt ursprünglich aus der Gruppe der ambitionierten Freizeitläufer. Seit dem vergangenen Herbst allerdings ist Waldemar Cierpinski sein Trainer und spätestens seitdem arbeitete Tobias Sauter professionell für das Ziel WM-Teilnahme. „Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden“ – diesen Spruch des Schriftstellers Hermann Hesse hat Tobias Sauter als Slogan auf seine Webseite gestellt, passend zur aktuellen Entwicklung seiner Karriere.

Mit 2:17:27 Stunden, mit denen sich Tobias Sauter in Düsseldorf Anfang Mai als Neunter für die WM qualifizierte, spielt man im internationalen Männermarathon natürlich noch lange keine Rolle. Das wissen Tobias Sauter und Waldemar Cierpinski nur zu gut. Doch es ist der bisherige Weg des Läufers aus Leonberg bei Stuttgart, der weitere deutliche Steigerungen erhoffen lässt.

Als Kind und Jugendlicher spielte Tobias Sauter, der im Stuttgarter Raum groß geworden ist, zunächst Fußball und Tennis. Mit Laufen hatte er lange Zeit nichts im Sinn. „Mein erster Lauf war ein 5-km-Rennen in Stuttgart. Damals musste ich Gehpausen einlegen“, erzählt Tobias Sauter, der bei diesem Lauf immerhin schon 14 Jahre alt war. Doch der Ehrgeiz hatte ihn gepackt, zumal er weder im Fußball noch im Tennis richtig Erfolg hatte. Marathon hat ihn damals schon fasziniert, im Fernsehen verfolgte er die großen City-Läufe. „Es war schnell klar für mich: ich wollte Marathon laufen. Doch als 15-Jähriger ließ mich kein Veranstalter laufen.“ Mit 16, kurz vor seinem 17. Geburtstag, lief er dann sein Debüt beim Frankfurt-Marathon. „Ich hatte für eine Zeit um 3:30 Stunden trainiert und war dann nach 3:16 im Ziel“, erzählt Tobias Sauter, der damals Trainingspläne aus einer Fachzeitschrift nutzte. Damit hatte er Erfolg, denn bei seinem nächsten Marathon in Hamburg lief er als 17-Jähriger bereits 2:52 Stunden. 2006 war Tobias Sauter bei 2:26:54 angekommen. „Ich wusste immer, dass ich mich noch weiter steigern kann.“

An die Möglichkeit der Qualifikation für eine Weltmeisterschaft hat Tobias Sauter zum ersten Mal im Sommer 2007 gedacht. In Essen machte er im Oktober 2008 den nächsten Schritt und blieb erstmals unter 2:20 Stunden (2:18:24). Bereits zuvor hatte ihn Waldemar Cierpinski kontaktiert und eine Zusammenarbeit angeboten. „Diese Möglichkeit konnte ich mir natürlich nicht nehmen lassen“, sagt Tobias Sauter, der seitdem auch mit dem in der Nähe wohnenden Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) kooperiert. Gemeinsam mit Falk Cierpinski (SG Spergau) waren die beiden in diesem Jahr in den Trainingslagern.

Der Wechsel zum Cierpinski-Klub SG Spergau und die Unterstützung seiner Eltern ermöglichen es Tobias Sauter, der Sportmanagement studiert, sich zurzeit voll auf das Laufen zu konzentrieren. Waldemar Cierpinski will die drei deutschen Läufer behutsam aufbauen. Die WM in Berlin ist der nächste Schritt, dann wird sich der Blick auf die EM in Barcelona 2010 richten. Das Fernziel heißt aber Olympia 2012 in London.

Text: race-news-service.com

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Germanroadraces Landessportbund Berlin

 

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