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race-news | 29.05.2009
Jo Schindler: „Jeder Marathonläufer schreibt eine emotionale Geschichte“

Jo Schindler bei einer Pressekonferenz in Frankfurt.
Foto: www.photorun.net
Jo Schindler ist seit 2002 der Race-Direktor des Commerzbank Frankfurt Marathon. Der Lauf hat sich entgegen des allgemeinen Marathon-Trends in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt, die Teilnehmerzahlen stiegen deutlich. Jo Schindler, der aus Regensburg stammt und dort einst den Marathon organisierte, machte aus dem Rennen am Main den jetzt drittgrößten Klassiker Deutschlands und sorgte zugleich dafür, dass der Marathon sich auch in Punkto Spitzensport immer weiter entwickelte. Der Aufwärtstrend dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen, denn verglichen zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres liegen für den Commerzbank Frankfurt Marathon am 25. Oktober 2009 jetzt rund 33 Prozent mehr Anmeldungen vor. Jo Schindler gab das folgende Interview.
Vor sechs Jahren haben Sie den Frankfurt-Marathon übernommen, der damals im deutschen Ranking auf Rang fünf abgerutscht war, was die Zielzahlen betrifft. Wie bewerten Sie die Entwicklung des Laufes seit dem?
Jo Schindler: Wir haben jetzt Teilnehmerzahlen erreicht, von denen wir 2002 nur träumen konnten. An über 12.000 Marathonmeldungen und gut 20.000 Gesamt-Anmeldungen war damals überhaupt nicht zu denken. Bei den Marathon-Finisherzahlen haben wir im Vergleich zu damals um rund ein Drittel zugelegt. Ich hätte nicht gedacht, dass wir im deutschen Ranking mal an den Kölnern vorbeiziehen würden.
Damit laufen Sie in Frankfurt gegen den Trend.
Jo Schindler: Ja, und wir sind stolz auf diesen Erfolg. Heutzutage hat ja so gut wie jede Stadt einen Marathon, so dass wir in Deutschland rund 180 Rennen haben. Aber viele große Veranstaltungen haben deutliche Teilnehmer-Verluste. Auch wenn es die Mitbewerber betrifft, stimmt mich das nachdenklich. Insgesamt bin ich aber überzeugt davon, dass sich der Laufsport weiter gut entwickelt.
Sie haben in diesem Jahr mit der Commerzbank einen neuen Titelsponsor – was ändert sich dadurch?
Jo Schindler: Die Commerzbank hat die Dresdner Bank übernommen und damit auch den bestehenden Sponsoringvertrag. Wir hatten von Anfang an das Signal, dass der Vertrag in vollem Umfang erfüllt wird. Und so ändert sich für uns gar nichts. Die Commerzbank möchte mit uns die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen und steht mit ganzem Herzen hinter diesem Engagement. Wir merken jetzt schon, dass die Commerzbank dieses Titelsponsoring engagiert angeht und mit Leben füllt. Bei der kommenden JP Morgan Corporate Challenge in Frankfurt ist das Team der Commerzbank das größte Firmenteam. Über 2.400 Mitarbeiter werden an den Start gehen. Das freut mich natürlich besonders, dass wir einen Titelsponsor haben, dessen Mitarbeiter derartig laufbegeistert sind und das Marathon-Engagement der Commerzbank wird diese Laufbegeisterung weiter stärken. Was kann sich ein Sponsor mehr wünschen, als dass seine Mitarbeiter – gerade in diesen nicht einfachen Zeiten – so stark hinter diesem Engagement stehen.
Wie erklärt sich der Erfolg in Frankfurt in den vergangenen Jahren, was haben Sie gemacht?
Jo Schindler: Wir haben nach der Veranstaltung 2002 die Lage schonungslos analysiert und uns zwei Ziele gesetzt, wie wir den Frankfurt-Marathon positionieren möchten. Diese Strategie setzen wir seitdem konsequent um: einerseits erstklassigen Spitzensport zu bieten und zugleich einen hervorragenden Service für die Breitensportler. Spitzensport – wo auch immer und in welcher Sportart auch immer – übt eine ungeheure Faszination aus und strahlt auf den Veranstaltungsort ab, ja steht teilweise als Synonym für die Sportart, beispielsweise Wimbledon, Old Trafford, Madison Square Garden. Dabei hatten wir das Glück, mit der Stadt Frankfurt einen Partner zu haben, der alle neuen Initiativen immer unterstützt hat. Gleiches gilt für unseren Titelsponsor – ab 2007 war dies Dresdner Kleinwort, nun ist es die Commerzbank. Die wichtigste Veränderung war das Ziel in die Festhalle zu verlegen. Uns war klar, dass wir dem Läufer ein starkes emotionales Erlebnis bieten müssen, denn jeder Marathonläufer schreibt eine emotionale Geschichte. Zuversicht, Angst, Leid, Hoffnung, Schmerz, Verzweiflung, Freude, Stolz – das sind die Themen, die den Marathon so einzigartig machen, dem muss man als Veranstalter gerecht werden. Damit schaffen wir es, uns deutlich von anderen Marathonläufen abzuheben. Der Trend im Sport geht eindeutig zum emotionalen Event, bei dem der Sportler Teil dieser Inszenierung ist. Das heißt nicht, dass wir Klamauk veranstalten, wir nehmen den Sportler und den Sport sehr ernst. Unser Ziel in der Festhalle als einmaliges emotionales Erlebnis bietet jedem eine Bühne. Diese Inszenierung, die ja auch Ausdruck einer Wertigkeit ist, ist uns wichtig – und sie ist den Läufern wichtig. Das zeigen unsere Teilnehmerbefragungen, die wir regelmäßig durchführen. Was wir hier veranstalten, dürfte weltweit einmalig sein, es kostet verdammt viel Geld. Aber auch das ist einer unserer Grundsätze: Entweder machst du es richtig oder gar nicht. Der Marathon ist keine halbe Sache. Für den Läufer nicht und für die Organisation darf es auch nicht so nicht sein.
Die Emotion ist sicher die eine Seite, die Qualität des Services dürfte aber genauso entscheidend sein.
Jo Schindler: Wir möchten den Läufern das beste Angebot machen, auch wenn dies zusätzliche Kosten verursacht: In den letzten Jahren haben wir den Inhalt der Startbeutel, den alle Läufer bekommen, deutlich aufgewertet. Neben sinnvollen Produkten wie Running Cap, Schuhlöffel, Duschgel, Shampoo, Sportgetränk, Trinkflasche, um einige Dinge zu nennen, haben wir 2008 erstmals ein Gutscheinheft beigelegt. Hier kann man zum Beispiel kostenfrei in den Frankfurter Zoo oder den Palmengarten gehen, zwei Basketball-Karten für die Skyliners zum Preis von einer erwerben und ähnliches. Mit dem Heft kann man in Frankfurt rund 100 Euro sparen. Oder unsere jüngste Investition: Wir haben in die Halle 1.0, in der unsere Duschen untergebracht sind, für 30.000 Euro ein neues System einbauen lassen, so dass wir nun die Duschen direkt aus dem Heißwasserkreislauf der Messe speisen lassen können. Wir haben nun keine Engpässe mehr bei der Versorgung der Duschen mit warmem Wasser. Oder unsere Nudelparty, wir sind der einzige große deutsche Marathon, der Nudeln und drei Getränke den Läufern kostenlos anbietet. Natürlich könnten wir hier noch zusätzliche Einnahmen erzielen, aber auch das hat etwas mit Emotionen zu tun. Die Läufer treffen sich, essen, tauschen sich aus, freuen sich gemeinsam auf den nächsten Tag, für den sie so lange trainiert haben. Das hat was! Eines möchte ich aber noch hinzufügen: Wir hatten auch das nötige Glück, das man braucht, um erfolgreich zu sein.

Jo Schindler kurz vor dem Ziel des New York-Marathons 2008.
Foto: www.photorun.net
Die Marathon-Messe liegt ebenfalls zentral im Frankfurter Messegelände.
Jo Schindler: Ja, es ist für Läufer, andere Besucher und Aussteller wichtig, eine attraktive Messe anzubieten. Auch die Marathon Mall hat sich in den letzten Jahren deutlich positiv entwickelt. Das zeigen die Besucher- und Ausstellerzahlen. Wir haben mit dem Gelände der Messe Frankfurt natürlich auch eine hervorragende Location.
In Frankfurt stehen die Läufer im Mittelpunkt – Inline-Skating haben Sie abgeschafft.
Jo Schindler: : Ja, wir fokussieren uns auf die Kernzielgruppe und denken, dass das der richtige Weg ist. Wir mussten bei der Strecke immer einen Kompromiss eingehen, um Skatern und Läufern zeitgleich einen Marathonlauf anbieten zu können. Das war weder für die einen noch die anderen optimal. Seit 2007 sind die Skater nicht mehr dabei und die Läufer profitieren davon. So konnten wir den Kurs dahingehend ändern, dass in der letzten Phase des Rennens mehr durch die Innenstadt gelaufen werden kann. Hinzu kam, dass die Skaterzahlen extrem rückläufig waren. 2001 waren über 2.500 in Frankfurt gemeldet, zuletzt hatten wir nur noch 660 Anmeldungen und 550 Skater im Ziel. Die Skater hatten sich selbst deutlich gegen Frankfurt entschieden. Das muss man zur Kenntnis nehmen und seine Schlussfolgerungen daraus ziehen.
Wer sind Ihre engsten Mitarbeiter im Organisationsteam?
Jo Schindler: : Das sind vor allem Petra Wassiluk und meine weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Agentur. Ich habe mir Mitarbeiter ausgesucht, die mit dem Herzen dem Laufsport verbunden sind. Diese Grundeinstellung ist sehr wichtig. Wenn sie stimmt, kommt man im Team immer zum Erfolg. Einzelheiten kann man lernen. Viele gute Initiativen entstehen bei unseren Teambesprechungen. Nicht zu vergessen sind aber auch die freien Mitarbeiter, mit denen ich seit vielen Jahren zusammenarbeite – alle ausgewiesene Fachleute in ihrem Metier und alle ebenso marathonverrückt wie wir in der Agentur. Wir verstehen uns als Dienstleister für unsere Kunden, das sind die Marathonläufer, die Sponsoren und die Stadt Frankfurt. Auch das prägt unsere Arbeit und Herangehensweise.
Mit dem Jahr 2009 ist die Stadt Frankfurt nicht mehr Veranstalter des Marathons. Dies hat nun Ihre Agentur übernommen. Was waren die Beweggründe und was ändert sich durch diese Entscheidung?
Jo Schindler: Das ist richtig. Beweggrund bei der Stadt war, dass das Sportamt für sich andere Aufgaben als wichtiger definiert hat, als die Organisation einer Marathonveranstaltung. Deshalb gab es in Frankfurt seit 1987 immer das Doppel: Stadt als Veranstalter – Agentur als Organisator. Nun hat sich bei den Entscheidungsträgern die Auffassung durchgesetzt, dass die Agentur auch die Veranstalterrolle und damit letztlich die Gesamtverantwortung übernehmen soll. Ich bin der Stadt Frankfurt sehr dankbar, dass sie dieses Vertrauen in meine Agentur setzt. Selbstverständlich werden wir auch künftig eng mit den städtischen Ämtern, insbesondere dem Sportamt, zusammenarbeiten und von dort auch weiterhin Hilfe und Unterstützung bekommen, denn die Qualität des Marathons kommt auch durch die starke Unterstützung der Stadt Frankfurt, insbesondere des Sportamtes.
Ihr Rennen hat sich parallel auch im Spitzensport stark entwickelt.
Jo Schindler: Wie gesagt, wir betrachten den Spitzensport als ein unverzichtbares Element einer Marathonveranstaltung in der Business- und Sportstadt Frankfurt. Mit dem Thema Spitzensport erreichen wir Medien und Sponsoren. Bei der Athletenverpflichtung vertraue ich auf das Geschick von Christoph Kopp. Wir kennen uns seit über zehn Jahren und haben 1999 in Regensburg das erste Mal zusammen gearbeitet. Damals haben wir uns über Siegzeiten von 2:18 Stunden gefreut – wohlgemerkt, bei den Männern! Heute sind wir in Frankfurt bei Weltklassezeiten von 2:07 Stunden und steigern uns fast von Jahr zu Jahr. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg und haben Frankfurt als IAAF Gold Label Race etabliert. Um mit den sportlichen Erfolgen maximale Publicity zu erreichen, haben wir auch viel in die Pressearbeit investiert und unseren Media-Service erweitert. Wir haben ein Team von nationalen und internationalen Journalisten sowie Fotografen im Einsatz. Die internationale Pressearbeit ist auch deswegen sehr wichtig, weil ich weiteres Wachstumspotenzial vor allem im Ausland sehe. In Deutschland kennt mittlerweile jeder Läufer den Commerzbank Frankfurt Marathon, im Ausland aber nicht. Frankfurt ist zentraler Flughafen in Europa und weltweit problemlos zu erreichen, beste Voraussetzung also, um mehr Marathonläufer aus dem Ausland für den Frankfurt-Marathon zu begeistern. Auch hier geht es voran, so dass 2008 bereits 71 Nationen am Start waren.
Text: race-news-service.com
race-news | 27.05.2009
Mikitenko und Mockenhaupt im Marathon-WM-Team

Irina Mikitenko, hier bei ihrem London-Marathon-Sieg im April, ist eine der großen deutschen Medaillenhoffnungen bei der WM in Berlin.
Foto: photorun.net
Irina Mikitenko und Sabrina Mockenhaupt wurden vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für den Weltmeisterschafts-Marathon in Berlin nominiert, der am 23. August gestartet wird. Während die deutsche Rekordlerin Irina Mikitenko (TV Wattenscheid/2:19:19 Stunden) seit langem zu den Medaillenkandidatinnen zählt, kommt der Marathon-WM-Start von Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) überraschend. Denn eigentlich hatte sich die 28-Jährige klar gegen einen Start in Berlin ausgesprochen und wollte stattdessen 10.000 m laufen.
Offenbar wurde Sabrina Mockenhaupt nun von Bundestrainer Detlef Uhlemann erfolgreich überzeugt, doch Marathon zu laufen. Ob sich die Siegerin des Frankfurt-Marathons 2008 mit der kurzfristigen Kehrtwende einen Gefallen tut, bleibt abzuwarten. Skepsis ist angebracht, denn Sabrina Mockenhaupt hatte noch vor gut einem Monat gute und nachvollziehbare Gründe genannt, warum sie den 10.000 m den Vorzug geben wollte. Die theoretische Möglichkeit eines Doppelstartes wies sie damals auf Nachfrage weit von sich. Jetzt ist dies eventuell doch eine Option. Die Gefahr allerdings besteht dann, dass Sabrina Mockenhaupt in Berlin zwei durchschnittliche Rennen statt ein gutes laufen wird.
Detlef Uhlemann hat bezüglich Sabrina Mockenhaupt natürlich in erster Linie die Weltcup-Teamwertung im Auge, die im Rahmen der WM-Marathonrennen ausgetragen wird. Deswegen darf jede Nation fünf Läuferinnen an den Start bringen, von denen die drei besten in die Wertung kommen. Hier erhoffen sich Uhlemann und der DLV in erster Linie aufgrund der bei den City-Marathonrennen von London und Berlin überragenden Irina Mikitenko Chancen auf einen dritten Platz. Doch auch mit Hilfe von Sabrina Mockenhaupt haben andere Nationen bessere Karten: Die Japanerinnen, Russinnen, Äthiopierinnen, Kenianerinnen und vielleicht auch die Chinesinnen sind ausgeglichener besetzt als das deutsche Team. Und die Athletinnen aus diesen Ländern sind in der Hitze stark.
Neben Irina Mikitenko und Sabrina Mockenhaupt, die beide noch nie ein Marathon-Meisterschaftsrennen gelaufen sind, kann das DLV-Team vor allen auf Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) bauen. Die Frankfurt- und Düsseldorf-Marathon-Siegerin (2007 und 2008) zeigte bei der WM in Osaka 2007 und bei Olympia in Peking 2008 gute Leistungen, war aber von der Spitze ein großes Stück entfernt. Die aktuelle Düsseldorf-Marathon-Siegerin Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) und Luminita Zaituc (LG Braunschweig), die zuletzt aber aufgrund von Problemen keine entsprechende Form nachweisen konnte, wurden ebenfalls nominiert. Nur Ersatz ist die Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch (LAV Rostock), die zuletzt in Hamburg mit 2:34:28 Stunden auch nicht überzeugen konnte.
Bei den Männern gab es keine Überraschungen bei der Nominierung. Hier hatte sich das Fünfer-Team für die WM nach den Frühjahrsrennen klar gebildet: André Pollmächer (LAC Erdgas Chemnitz), Falk Cierpinski (SG Spergau), Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen), Stefan Koch (LG Braunschweig) und Tobias Sauter (SG Spergau) werden am 22. August auf dem City-Rundkurs am Brandenburger Tor an den Start gehen. Für die Männer ist es alleine schon ein Erfolg, dass sich ein komplettes Team für die WM qualifiziert hat.
Text: race-news-service.com
race-news | 27.05.2009
Korir läuft Kursrekord, Petrova Siegerin in Los Angeles

Wesley Korir gewann den Los Angeles-Marathon mit einem Streckenrekord.
Foto: photorun.net
Wesley Korir und Tatyana Petrova haben die 24. Auflage des Los Angeles-Marathons gewonnen, der in diesem Jahr erstmals Ende Mai und nicht mehr im März stattfand. Der Kenianer gewann im zweiten Anlauf zum ersten Mal einen großen City-Marathon und brach dabei mit 2:08:24 Stunden auch den drei Jahre alten Streckenrekord. Für die Russin Tatyana Petrova könnte der Erfolg in Los Angeles der entscheidende Schritt sein, um nach einer erfolgreichen Karriere über die 3.000-m-Hindernisstrecke endgültig auf die klassische Distanz zu wechseln. Sie siegte in flotten 2:25:59 Stunden.
Im Männerrennen hatte Laban Kipkemboi (Kenia) zeitweilig das Tempo an der Spitze bestimmt. „Doch nach 20 Meilen fühlte ich mich ziemlich müde, so dass ich mit den anderen beiden nicht mehr mithalten konnte“, erklärte Laban Kipkemboi, der in Los Angeles vor drei Jahren Zweiter war als sein Landsmann Benson Cherono in der Kursrekordzeit von 2:08:40 Stunden gewann. Dieses Mal wurde Kipkemboi Dritter mit 2:10:29 Stunden. Als er zwischen Kilometer 30 und 35 nicht mehr mithalten konnte, entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Wesley Korir und dem Äthiopier Tariku Jufar. Doch schon bald konnte Korir auch Jufar hinter sich lassen. Während der Äthiopier am Ende in 2:09:32 Stunden Platz zwei belegte, gelang dem Kenianer noch ein großer finanzieller Coup. Die Frauen starten in Los Angeles seit vielen Jahren mit entsprechendem Vorsprung vor den Männern. Wer als Erster im Ziel ist, erhält dann einen Bonus von 100.000 Dollar. Diese Prämie sicherte sich Wesley Korir, der Tatyana Petrova etwa fünf Kilometer vor dem Ziel eingeholt hatte. Insgesamt verdiente er in Los Angeles 160.000 Dollar sowie ein Auto (Honda).
Der 26-jährige Wesley Korir verbesserte den Streckenrekord bei warmem Wetter um 16 Sekunden und steigerte seine persönliche Bestzeit gleich um rund fünfeinhalb Minuten. Beim Chicago-Marathon war er im vergangenen Jahr sein Marathon-Debüt gelaufen. Damals wurde er beachtlicher Vierter in 2:13:53.
Vierter in Los Angeles wurde der Äthiopier Mulugeta Wami (2:10:49), gefolgt von seinem Landsmann Negari Terfa (2:10:53). Auf Rang sechs kam in seinem zweiten Marathon Benjamin Limo (Kenia). Der 5.000-m-Weltmeister von 2005 lief 2:14:38 und verpasste sein Ziel, seine Bestzeit von 2:12:45 auf unter 2:10 Stunden zu steigern, deutlich.
Im Frauenrennen übernahm Tatyana Petrova etwa nach der Hälfte des Rennens die Initiative. Nachdem sie sich bald darauf von ihrer schärfsten Konkurrentin, Amane Gobena, gelöst hatte, lief sie einem klaren Sieg entgegen. Die Äthiopierin wurde schließlich Zweite in 2:26:53 Stunden. Die Ränge drei und vier belegten ebenfalls russische Läuferinnen: Silvia Skvortsova (2:28:35) und Lyubov Morgunova (2:29:42) erzielten auch noch Zeiten unter 2:30 Stunden. Für die Russinnen ging es in Los Angeles auch um die Qualifikation für den WM-Marathon in Berlin im August.
Tatyana Petrova dürfte sehr gute Karten haben, für das russische Marathon-WM-Team nominiert zu werden. Nachdem sie bei früheren Marathon-Versuchen nie unter 2:30 Stunden geblieben war, gelang ihr das in diesem Jahr gleich zweimal deutlich. Im Januar war sie in Dubai als Vierte bereits 2:25:53 gelaufen. Jetzt rannte Tatyana Petrova, die über 3.000 m Hindernis jeweils Silber bei der EM 2006 und der WM 2007 gewonnen hatte und zudem bei Olympia in Peking 2008 Vierte war, lediglich sechs Sekunden langsamer.
Text: race-news-service.com
race-news | 25.05.2009
Mo Farah gewinnt ,London 10.000’ in Rekordzeit
Mo Farah führt das Feld an.
Foto: photorun.net
Einen besseren Ort für einen britischen Rekord hätte sich Mo Farah nicht aussuchen können: Auf der Londoner Mall vor dem Buckingham Palast stürmte der 26-Jährige als Sieger ins Ziel der ,Bupa London 10.000’. 27:50 Minuten zeigten die Uhren für Mo Farah, der damit bei diesem 10-km-Lauf einen britischen Rekord aufgestellt hatte. Schnellste Frau war die Neuseeländerin Kim Smith mit 31:38 Minuten. 9.000 Läufer gingen in London an den Start.
„Mein Training lief sehr gut und ich wusste, dass ich in Topform bin“, erklärte der 3.000-m-Hallen-Europameister Mo Farah, der zuletzt vier Wochen im Höhentraining in Font Romeau weilte. Es ist der Ort in den französischen Pyrenäen wo auch Paula Radcliffe trainiert. „Es war mein Ziel eine Zeit knapp über 28 Minuten zu erreichen. Dass ich nun sogar darunter geblieben bin und einen Landesrekord aufgestellt habe, ist ein toller Bonus für mich.“
Auf der Rundstrecke durch die Londoner City hatte sich Mo Farah über sieben Kilometer einen Zweikampf mit dem Kenianer Samuel Kosgei geliefert. „Ich wusste, dass ich Samuel im Spurt würde schlagen können. Aber da ich eine gute Zeit laufen wollte, machte ich Druck“, erklärte Mo Farah, der sich nach dem 7-km-Punkt von Kosgei lösen konnte. Am Ende hatte er den 25 Jahre alten britischen Rekord von Mark Scrutton um fünf Sekunden verbessert. Samuel Kosgei wurde Zweiter in 28:03 Minuten vor dem Cross-Europameister Sergey Lebid (Ukraine/28:34). Das nächste große Ziel von Mo Farah sind nun die Weltmeisterschaften im August in Berlin, wo er über 5.000 m antreten möchte.
Einen überlegenen Start-Ziel-Sieg feierte im Frauenrennen Kim Smith. Die 27-jährige Neuseeländerin stellte dabei mit flotten 31:38 Minuten ebenfalls eine persönliche Bestzeit auf und steigerte sich gleich um 40 Sekunden. Zweite wurde mit deutlichem Rückstand die Britin Hatti Dean in 33:52 Minuten. Auf Rang vier kam die Marathon-Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien/34:25). „Die Zeit ist nicht gut, aber wenigstens habe ich einen Podestplatz erreicht“, erklärte die 39-jährige Constantina Dita, die vor einem Monat beim London-Marathon aufgrund von Leberproblemen aufgegeben hatte und noch immer nicht wieder 100%ig fit ist.
Text: race-news-service.com
race-news | 25.05.2009
Fast 33.000 laufen in Ottawa, Deriba Merga am schnellsten

Knapp 33.000 Läufer starteten am Wochenende in Ottawa. Dieses Bild zeigt das 10-km-Rennen.
Foto: photorun.net
Deriba Merga sorgte erwartungsgemäß für die hochklassigste Leistung beim ,Ottawa Race Weekend’. Die kanadischen Veranstalter organisierten am Sonnabend und Sonntag sieben verschiedene Rennen und zählten dabei 32.873 Teilnehmer. Sportlicher Höhepunkt war am Sonnabend der 10-km-Lauf. Der Äthiopier Merga gewann das Rennen mit der Weltklassezeit von 27:24 Minuten und setzte damit zudem seine beachtliche nordamerikanische Erfolgsserie fort. Im Januar hatte Deriba Merga den Houston-Marathon in der Streckenrekordzeit von 2:07:52 Stunden gewonnen, vor fünf Wochen triumphierte er auch beim Boston-Marathon (2:08:42).
Ursprünglich wollte Deriba Merga, der bei Olympia im Marathon Platz vier belegt hatte und 2008 zudem in London mit 2:06:38 Stunden eine persönliche Bestzeit aufgestellt hatte, in Ottawa den 10-km-Weltrekord von Micah Kogo angreifen. Der Kenianer war im März in Holland 27:01 Minuten gelaufen. 100.000 Dollar hatten die Organisatoren in Kanadas Hauptstadt für einen neuen Rekord ausgelobt. Doch das Vorhaben erlitt bereits nach zwei Kilometer einen entscheidenden Dämpfer, denn beide Tempomacher konnten die Pace nicht halten. So war Deriba Merga viel schneller als geplant alleine an der Spitze. Die 5-km-Marke erreichte der 28-Jährige nach 13:31 Minuten, doch auf der zweiten Hälfte verlor er etwas an Tempo. Dennoch: schneller als der Äthiopier lief in diesem Jahr bisher nur Micah Kogo bei seinem Weltrekord. Es gab gut einen Monat nach dem Boston-Triumph keinen Grund für Deriba Merga enttäuscht zu sein. Mit fast einer Minute Vorsprung war er vor Boaz Cheboiywo (28:17) und Hosea Rutto (beide Kenia/28:21) im Ziel.
Eine flotte Zeit gab es auch im Frauenrennen von Ottawa: Teyba Erkesso machte den äthiopischen Doppelerfolg perfekt und gewann ebenso souverän wie Deriba Merga. Mit 31:51 Minuten siegte sie klar vor ihrer Landsfrau Emebet Bacha (32:45) sowie der Kenianerin Jane Murage (33:06).
Einen kenianischen Sieger gab es am Sonntag beim Marathon: Hier setzte sich David Cheruiyot in 2:13:23 Stunden knapp vor dem Äthiopier Wegayehu Girma (2:13:29) und dem Marokkaner Ahmed Baday (2:13:56) durch. In der Streckenrekordzeit von 2:27:41 triumphierte bei den Frauen Asmae Leghzaoui (Marokko) vor Lioudmila Kortchaguina (Kanada/2:32:10) und Irene Kosgei (Kenia/2:34:28).
Text: race-news-service.com
race-news | 23.05.2009
2500 Jahre Marathon: Athen feiert 2010 das ganz große Jubiläum

Das Ziel des Athen-Marathons befindet sich im Panathinaikon-Stadion, dem alten Olympiastadion im Zentrum der Stadt.
Foto: photorun.net
Das Wort „Marathon” ist inzwischen Teil des heutigen Sprachgebrauchs, jedoch ist die Geschichte dahinter wohl eine der bemerkenswertesten der Sport- und Kulturgeschichte. Im nächsten Jahr wird die Schlacht von Marathon – der Ursprung des Rennens über die klassischen 42,195 km – genau 2.500 Jahre her sein. Im Blickpunkt steht dann der Athen-Marathon am 31. Oktober.
Anlässlich des 2500. Jubiläumsjahres des Marathons veranstaltet AIMS (Association of International Marathons and Distance Races) ihren 18. Welt-Kongress vom 28. - 30. Oktober 2010 in Athen. Organisiert wird die Veranstaltung von der Hellenic Athletics Federation (SEGAS), dem Veranstalter des internationalen Athens Classic Marathon (ACM). Das Rennen findet in diesem Jahr am 7. November auf der Original-Marathonstrecke statt, die vom Ort Marathon in die Innenstadt von Athen führt.
Marathon geht aus der Legende des Pheidippides hervor, einem griechischen Soldaten-Boten, der 490 v. Chr. von dem Ort Marathon nach Athen lief, um die Botschaft des Sieges über die Perser in der Schlacht von Marathon zu überbringen. Es ist übermittelt, dass er die gesamte Strecke ohne Unterbrechung gerannt sei und dann vor der Versammlung ausrief: „Wir haben gesiegt“, ehe er zusammenbrach und verstarb.
„Unsere Mitglieder haben die Gelegenheit erkannt, das markanteste Jubiläum unseres Sportes, das sich zum 2500. Mal jährt, gebührend würdigen zu können. Es ist ein Jubiläum, das für ein Sportkonzept steht, das Menschen in der ganzen Welt begeistert. Marathon wird von vielen als persönliche Messlatte für Gesundheit, Fitness und Erfolg angesehen", erklärt Horst Milde, der AIMS-Direktor und Berlin-Marathon-Initiator.
Der AIMS-Kongress 2010 wird zusammen mit der 4. Auflage des AIMS-IAAF Marathon Symposiums stattfinden, das jährlich in Marathon einen Tag vor dem Athen-Marathon veranstaltet wird und sich mit aktuellen Themen des Laufens befasst. Der Kongress und das Symposium sind nicht nur für alle AIMS-Mitglieder sondern für Race-Direktoren aus der ganzen Welt offen. Diejenigen, die an einer Teilnahme am diesjährigen Symposium am 7. November interessiert sind, sollten unter folgender Email Kontakt aufnehmen: aimsmarathonsymposium@athensclassicmarathon.gr.
Als Geste gegenüber der Marathon-Bewegung und einer Art Zeichen des sich nähernden 2500. Jubiläums der Schlacht von Marathon hat SEGAS 2007, in Zusammenarbeit mit AIMS und der Stadt Marathon, die Marathon-Flamme kreiert. Diese Flamme wird jährlich an der Grabstätte von Marathon am Tag vor dem Athen-Marathon entzündet und zu vielen Laufveranstaltungen in der ganzen Welt gebracht, um die bemerkenswerte Geschichte dieses Sports weltweit zu symbolisieren.
Der Athen-Marathon 2010 könnte angesichts des großen Jubiläums zu dem Rennen des Jahres werden, vergleichbar mit dem ersten Berlin-Marathon durch Ost und West nach dem Fall der Mauer 1990, dem 100. Boston-Marathon 1996 oder dem New York-Marathon 2001 nach den Terroranschlägen.
Text: race-news-service.com
race-news | 19.05.2009
Haile Gebrselassie jagt neue Superlative beim Berlin-Marathon

Hailes Welt: Der Berlin-Marathon ist das Lieblingsrennen von Haile Gebrselassie.
Foto: photorun.net
Haile Gebrselassie wird erneut beim real,- Berlin-Marathon an den Start gehen und dabei am 20. September wiederum versuchen, einmalige Leistungen zu erzielen. Der 36-jährige Äthiopier, der in seiner außerordentlichen Karriere bisher 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufgestellt hat, möchte auf der schnellen Berliner Strecke seine eigene Bestzeit unterbieten. Im vergangenen Jahr gewann Haile Gebrselassie das Rennen und erzielte dabei mit 2:03:59 Stunden die erste Zeit unter 2:04 Stunden im Marathon. 2007 hatte er den real,- Berlin-Marathon bereits in der Weltrekordzeit von 2:04:26 Stunden gewonnen.
„Ich kann noch etwas schneller laufen“, hatte Haile Gebrselassie nach seinem Sieg in Berlin 2008 erklärt. „Ich weiß, dass ich 2:03:30 Stunden erreichen kann, vielleicht sind an einem optimalen Tag sogar 2:02:59 möglich.“ Der Äthiopier hatte im vergangenen Jahr vor dem Rennen in der deutschen Hauptstadt an einem leichten Problem in der Wadenmuskulatur gelitten, das ihn zeitweilig im Training behinderte jedoch nicht während des Marathons.
Sollte Haile Gebrselassie in Berlin bei seiner Weltrekordjagd erneut Erfolg haben, wäre es bereits der dritte Rekord in Folge, den er beim real,- Berlin-Marathon aufstellt. Nie zuvor hat dies ein Läufer bei ein und demselben Lauf geschafft. Außerdem könnte Haile Gebrselassie der erste Athlet werden, der den größten deutschen Marathon viermal in Folge gewinnt – und das zudem in Reihenfolge. Neben ihm selbst haben bisher die Berliner Ingo Sensburg und Uta Pippig sowie die Polin Renata Kokowska dreimal gewonnen.
Wie bereits beim Dubai-Marathon angekündigt, bestätigte Haile Gebrselassie nunmehr endgültig seinen Verzicht auf den WM-Marathon in Berlin im August. In Dubai hatte er im Januar das Rennen in 2:05:29 Stunden gewonnen. Diese Jahresweltbestzeit verbesserte inzwischen jedoch der Kenianer Duncan Kibet in Rotterdam auf 2:04:27 Stunden. So dicht war bisher kein anderer an den Weltrekord von Haile Gebrselassie herangekommen. Deswegen will der Äthiopier alles geben, um den Rekord weiter zu verbessern.
Am vergangenen Sonntag hatte Haile Gebrselassie nach seinem Sieg beim 10-km-Rennen in Manchester bereits erklärt, dass er vor dem real,- Berlin-Marathon nur noch einmal an den Start gehen wird: Am 1. Juni will er dabei in Hengelo seinen Stundenweltrekord überbieten. In Ostrava war er im Juni 2007 binnen 60 Minuten 21.285 Meter gelaufen.
Haile Gebrselassie erhält beim real,- Berlin-Marathon natürlich die Startnummer 1. Während für die Topathleten noch ein paar weitere Nummern reserviert sind, ist das Rennen für die Breitensportler bereits ausgebucht. So früh wie nie zuvor war das Limit von 40.000 Läufern erreicht. Im vergangenen Jahr war Deutschlands spektakulärster Marathon der zweitgrößte der Welt.
Text: race-news-service.com
race-news | 19.05.2009
Weltklassezeit im New Yorker Central Park

Tadese Tola erreicht mit einer Streckenrekordzeit das Ziel.
Foto: photorun.net
Nebeliges Wetter und zeitweilig starke Regenfälle konnten Tadese Tola auf seinem Weg zu einem Streckenrekord in New York nicht bremsen. Der Äthiopier gewann das ,Healthy Kidney’-Rennen über 10 km im Central Park in einer Weltklassezeit von 27:48 Minuten. Über 7.500 Läufer erreichten das Ziel.
Bei dem Männer-Eliterennen, das in den Volkslauf integriert war, kam es zu einem Aufeinandertreffen zwischen Tola und dem Vorjahressieger Patrick Makau Musyoki (Kenia). Die beiden waren im vergangenen Jahr schon einmal in einem Rennen in New York am Start. Bei dem Halbmarathon hatte sich Tola ebenfalls durchgesetzt – allerdings nur ganz knapp mit einem Vorsprung von einer Sekunde vor dem Kenianer. Jetzt gewann der Äthiopier erneut, dieses Mal war es aber deutlicher.
Nachdem zunächst beide zusammen an der Spitze des Feldes das Tempo kontrolliert hatten, löste sich Tadese Tola etwa bei Kilometer sieben von Patrick Makau Musyoki. Der Kenianer war nach seinem Marathon-Debüt Anfang April in Rotterdam, wo er als Vierter starke 2:06:14 Stunden gelaufen war, noch nicht wieder in Topform. „Aber es war gut zu sehen, dass meine Form zurückkommt“, erklärte Makau Musyoki, der in 28:28 Minuten Zweiter wurde. Sein Landsmann Boaz Cheboiywo belegte Rang drei mit 28:31.
„Wir liefen so schnell, dass ich mir nach vier Meilen sicher war, dass ich den Streckenrekord brechen würde“, erklärte Tadese Tola. Der erst 21-jährige Äthiopier lief die erste 10-km-Zeit unter 28 Minuten bei dem ,Healthy Kidney’-Rennen in New York.
Text: race-news-service.com
race-news | 17.05.2009
Gebrselassies One-Man-Show in Manchester

Haile Gebrselassie war in Manchester der schnellste unter 33.000 Läufern.
Foto: photorun.net
33.000 Läufer gingen beim 10-km-Rennen in Manchester an den Start. Einer machte aus der Veranstaltung an der Spitze eine One-Man-Show: Haile Gebrselassie. Der Äthiopier siegte souverän in 27:39 Minuten, verpasste aber sein großes Ziel, sich den Weltrekord über die 10-km-Distanz zurückzuholen. Der Kenianer Micah Kogo hatte Haile Gebrselassie im März mit einer Zeit von 27:01 Minuten die Marke abgenommen.
„In der ersten Hälfte des Rennens lief es sehr gut, aber als es zurück ging, störte der Wind extrem. Ich wollte den Weltrekord brechen, aber im zweiten Abschnitt wurde es einfach zu schwierig“, erklärte der Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie, der die 5-km-Marke nach 13:31 Minuten erreicht hatte. Den zweiten Teil rannte er dann in 14:08. Sein nächstes Rennen wird der 36-Jährige am 1. Juni in Hengelo laufen, wo er seinen eigenen Stunden-Weltrekord unterbieten möchte. In Ostrava war er im Juni 2007 binnen 60 Minuten 21.285 Meter gelaufen.
Das Rennen um Platz zwei hinter Haile Gebrselassie entschied in Manchester der Libanese Ali Zaied in 28:13 Minuten für sich. Dritter wurde der Crosslauf-Europameister Sergiy Lebid (Ukraine) mit 28:36.
Auch bei den Frauen dominierte eine Läuferin die Konkurrenz: Vivian Cheruiyot. Die Kenianerin hatte ebenfalls einen Rekord im Auge. Sie wollte die schnellste je in Großbritannien gelaufene 10-km-Zeit erreichen. Paula Radcliffe (England) hält diese Marke mit 30:38 Minuten. Vivian Cheruiyot, die Olympia-Fünfte über 5.000 m von 2008, lief die erste Hälfte entsprechend schnell in 15:27 Minuten. Doch im zweiten Abschnitt hatte auch sie gegen den Wind keine Chance. Nach 32:01 Minuten war sie schließlich im Ziel. „Nach vier Kilometern hatte ich mich von den Konkurrentinnen gelöst. Es war nicht so schwer das Rennen zu gewinnen, aber ich wollte eine andere Zeit erreichen“, erklärte Vivian Cheruiyot. Platz zwei belegte Sara Moreira (Portugal) in 32:33 Minuten vor der zweifachen New York-Marathon-Siegerin Jelena Prokopcuka (Lettland/32:41).
Text: race-news-service.com
race-news | 17.05.2009
Über 14.000 Frauen laufen in Berlin

Sabrina Mockenhaupt gewann den Berliner Frauenlauf.
Foto: photorun.net
Mit einem weiteren Teilnehmerinnenrekord setzte der Avon Running Berliner Frauenlauf einmal mehr Maßstäbe. 14.341 Frauen und Mädchen hatten für das mit Abstand größte deutsche Rennen dieser Art gemeldet. Darunter waren neben den Läuferinnen auch Walkerinnen. Im vergangenen Jahr hatten gut 13.000 Frauen für die Veranstaltung im Tiergarten gemeldet. Bei dem Hauptrennen des Avon Running Berliner Frauenlauf erreichten über 10 km 3.607 Läuferinnen das Ziel.
Schnellste im Feld war erwartungsgemäß Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon). Die 28-Jährige rannte locker und ohne sich zu verausgaben zu einem Start-Ziel-Sieg. Bereits nach knapp vier Kilometern hatte sie einen Vorsprung von 38 Sekunden auf die Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch (LAV Rostock). Nach 33:48 Minuten war Sabrina Mockenhaupt, die bereits Anfang April den Berliner Halbmarathon gewonnen hatte, im Ziel. Für ihre Verhältnisse war das nicht mehr als ein besseres Trainingstempo.
Nach dem Hamburg-Marathon noch nicht wieder in Form war Ulrike Maisch, die am Ende Carmen Siewert (Greifswalder SV/36:26) Platz zwei überlassen musste. Maisch wurde Dritte in 36:40 Minuten.
Text: race-news-service.com
race-news | 13.05.2009
Paul Tergat will noch weiter laufen und einen großen Marathon gewinnen

Paul Tergat startete am vergangenen Sonntag beim Kinderlauf des Big 25 Berlin.
Foto: photorun.net
Paul Tergat will seine Karriere noch ein bis zwei Jahre lang fortsetzen, möchte in dieser Zeit einen großen Marathon gewinnen und dabei eine sehr schnelle Zeit laufen. Dies erklärte der kenianische Ausnahmeathlet im Rahmen der Big 25 Berlin am vergangenen Wochenende. Eigentlich wollte der 39-Jährige am Sonntag bei dem 25-km-Rennen starten, doch ein Sturz im Training und ein daraus resultierendes Rückenproblem verhinderte dies. Es wäre sein erster Start in Deutschland seit seinem Berlin-Marathon-Triumph 2003 gewesen. Damals war Paul Tergat als erster Läufer den Marathon in einer Zeit von unter 2:05 Stunden gerannt (2:04:55).
„Dieser Weltrekord beim Berlin-Marathon 2003 war die Krönung meiner Karriere“, sagte Paul Tergat bei seiner Rückkehr in die deutsche Hauptstadt. „Nach Berlin zurückzukommen, war eine tolle Sache für mich. Ich fühle mich hier ein bisschen wie zu Hause, denn ich habe in der Stadt gute Freunde.“
Seinem Landsmann Matthew Koech, der kurzfristig als Ersatzmann nach Berlin gekommen war und das 25-km-Rennen in hochklassigen 1:13:24 Stunden gewann, attestierte Paul Tergat eine sehr starke Leistung. Auf die Frage, welche Zeit für ihn selbst über 25 km möglich gewesen wäre, antwortete der fünffache Cross-Weltmeister: „Ein Ergebnis von unter 1:14 Stunden wäre kein Problem gewesen. Ich war in wirklich guter Form und sehr motiviert, denn ich wollte eine starke persönliche Bestzeit aufstellen über eine Strecke, die ich als Renndistanz noch nie gelaufen bin“, sagte Paul Tergat, dessen schnellste 25-km-Zeit die Durchgangszeit beim Berlin-Marathon 2003 war (1:14:42 Stunden).
Doch das Ziel einer 25-km-Bestzeit will Paul Tergat noch nicht aufgeben. „Im nächsten Jahr möchte ich zu den Big 25 zurückkommen“, erklärt der Kenianer aus Ngong. Doch vielleicht kehrt er schon im Herbst für einen Marathonstart nach Deutschland zurück. „Deutsche Rennen sind immer sehr gut organisiert“, schätzt Paul Tergat die Veranstalter. Berlin am 20. September oder Frankfurt am 25. Oktober könnten für Kenias Lauf-Superstar interessant sein. „Ich möchte im Marathon noch einmal sehr schnell rennen und zugleich ein großes Rennen gewinnen. Ich denke dabei an einen großen Marathon, aber eher kein World Marathon Majors-Rennen.“ Im März hatte Paul Tergat den Lake Biwa-Marathon in Japan in 2:10:22 Stunden gewonnen. Auf die Frage, ob der Marathon-Masters-Weltrekord von Andres Espinosa (Mexiko/2:08:46) ein Ziel sein könnte und was er sich noch zutraut, antwortete Paul Tergat: „Der Master-Weltrekord ist keine allzu große Herausforderung für mich, aber ich will jetzt nicht sagen, was vielleicht noch möglich sein könnte.“
Text: race-news-service.com
race-news | 11.05.2009
Patrick Ivuti bricht Kursrekord beim Prag-Marathon

Patrick Ivuti meldete sich mit seiner zweitbesten Zeit als Sieger des Prag-Marathons zurück.
Foto: photorun.net
Patrick Ivuti sorgte für den Höhepunkt beim Prag-Marathon. Der Kenianer meldete sich mit einem Kursrekord von 2:07:48 Stunden zurück und unterbot dabei die alte Marke gleich um 64 Sekunden. Schnellste Frau war in Prag die Russin Olga Glok in 2:28:27 Stunden. Rund 6.000 Läufer gingen bei relativ warmem Wetter an den Start.
Patrick Ivuti war nach seinem Chicago-Marathon-Sieg 2007 an Malaria erkrankt und hatte dadurch auf den geplanten Start beim Boston-Marathon verzichten müssen. Vor genau einem Jahr meldete sich der 30-jährige Kenianer dann mit einem zweiten Platz bei den Big 25 Berlin zurück. Im Dezember gewann er den Honolulu-Marathon mit 2:14:35 Stunden, doch jetzt kam er in Prag bis auf zwei Sekunden an seine persönliche Bestzeit heran.
Nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 64:08 Minuten fiel die Spitzengruppe auseinander und nachdem der letzten Tempomacher ausgestiegen war, lag bei Kilometer 30 Patrick Ivuti in Führung. Doch von hinten kam Stephen Kibiwott noch einmal heran und überholte seinen Landsmann. Rund einen Kilometer vor dem Ziel gelang Patrick Ivuti jedoch der entscheidende Konter. Mit einem knappen Vorsprung von sechs Sekunden gewann er vor Kibiwott (2:07:54). Dritter wurde mit Kenneth Mungara (2:10:29) ein weiterer Kenianer. Rang vier belegte Mykola Antonenko (Ukraine) in 2:10:54.
Nicht ganz so hochklassig und spannend war das Frauenrennen, in dem Olga Glok vor Kilometer 30 die Führung übernahm und nicht mehr abgab. Sie war die einzige, die unter 2:30 Stunden blieb (2:28:27). Zweite wurde Mulu Seboka (Äthiopien) in 2:30:39 vor ihrer Landsfrau Eyrusalem Mutal (2:32:43).
Text: race-news-service.com
race-news | 11.05.2009
Wertlose Deutsche Marathonmeisterschaften in Mainz

Der neue Deutsche Marathonmeister Stefan Koch war in Mainz langsamer als Irina Mikitenko in Berlin.
Foto: photorun.net
Schwache Resultate gab es erwartungsgemäß am Sonntag bei den Deutschen Marathonmeisterschaften in Mainz. Hat sich der Marathon am Rhein als stimmungsvoller Volkslauf etabliert, so gilt dies für die integrierten nationalen Titelkämpfe nicht. Der Wert der Deutschen Meisterschaften über die klassische Distanz tendiert gegen null, denn für deutsche Topathleten macht ein Start in Mainz keinen Sinn.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) steckt mit seinen Straßenlauf-Titelkämpfen seit einigen Jahren in einer Sackgasse aus der es so bald auch keinen Ausweg geben wird. Nach dem Wechsel vom langjährigen Partner Adidas zu Nike sind die Funktionäre gezwungen, die Titelkämpfe über 10 km, Halbmarathon und Marathon in Nike-Veranstaltungen zu integrieren. Die größten und hochklassigsten deutschen Marathonveranstalter haben jedoch entweder Adidas (Berlin) oder Asics als Sportsponsor (Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg). Fand der größte deutsche Halbmarathon Anfang Mai in Berlin statt (Sportsponsor: Adidas), wurden die Titelkämpfe tags zuvor in Aichach veranstaltet.
Eine Woche nach dem aus deutscher Sicht sehr gut besetzten Düsseldorf-Marathon und zwei Wochen nachdem Irina Mikitenko in London triumphiert hatte, startete der DLV das Meisterschaftsrennen in Mainz. Entsprechend waren die Ergebnisse am Sonntag: Stefan Koch (LG Braunschweig) gewann das Rennen um den Titel in 2:20:34 Stunden und war dabei noch über eine Minute langsamer als Irina Mikitenko bei ihrem deutschen Rekord in Berlin im vergangenen Herbst (2:19:19). Der Kenianer Sammy Kipkoech entschied den Mainz-Marathon (das offene Rennen) in 2:13:56 Stunden für sich – auch das ist nicht besonders spektakulär, sieht man vom Abstand zum Deutschen Meister ab: rund zwei Kilometer!
Bei den Frauen sah es nicht besser aus in Mainz. Hier setzte sich die 40-jährige Bernadette Pichlmaier (LAG Mittlere Isar) in 2:38:47 Stunden durch. Die 16 Jahre jüngere Julia Viellehner (LG Passau) kam bei ihrem Debüt als Zweite nicht über 2:41:42 Stunden hinaus. Für die Deutschen Marathon-Meisterschaften ist kein Ende der schlechten Zeiten abzusehen.
Text: race-news-service.com
race-news | 11.05.2009
Wertlose Deutsche Marathonmeisterschaften in Mainz

Der neue Deutsche Marathonmeister Stefan Koch war in Mainz langsamer als Irina Mikitenko in Berlin.
Foto: photorun.net
Schwache Resultate gab es erwartungsgemäß am Sonntag bei den Deutschen Marathonmeisterschaften in Mainz. Hat sich der Marathon am Rhein als stimmungsvoller Volkslauf etabliert, so gilt dies für die integrierten nationalen Titelkämpfe nicht. Der Wert der Deutschen Meisterschaften über die klassische Distanz tendiert gegen null, denn für deutsche Topathleten macht ein Start in Mainz keinen Sinn.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) steckt mit seinen Straßenlauf-Titelkämpfen seit einigen Jahren in einer Sackgasse aus der es so bald auch keinen Ausweg geben wird. Nach dem Wechsel vom langjährigen Partner Adidas zu Nike sind die Funktionäre gezwungen, die Titelkämpfe über 10 km, Halbmarathon und Marathon in Nike-Veranstaltungen zu integrieren. Die größten und hochklassigsten deutschen Marathonveranstalter haben jedoch entweder Adidas (Berlin) oder Asics als Sportsponsor (Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg). Fand der größte deutsche Halbmarathon Anfang Mai in Berlin statt (Sportsponsor: Adidas), wurden die Titelkämpfe tags zuvor in Aichach veranstaltet.
Eine Woche nach dem aus deutscher Sicht sehr gut besetzten Düsseldorf-Marathon und zwei Wochen nachdem Irina Mikitenko in London triumphiert hatte, startete der DLV das Meisterschaftsrennen in Mainz. Entsprechend waren die Ergebnisse am Sonntag: Stefan Koch (LG Braunschweig) gewann das Rennen um den Titel in 2:20:34 Stunden und war dabei noch über eine Minute langsamer als Irina Mikitenko bei ihrem deutschen Rekord in Berlin im vergangenen Herbst (2:19:19). Der Kenianer Sammy Kipkoech entschied den Mainz-Marathon (das offene Rennen) in 2:13:56 Stunden für sich – auch das ist nicht besonders spektakulär, sieht man vom Abstand zum Deutschen Meister ab: rund zwei Kilometer!
Bei den Frauen sah es nicht besser aus in Mainz. Hier setzte sich die 40-jährige Bernadette Pichlmaier (LAG Mittlere Isar) in 2:38:47 Stunden durch. Die 16 Jahre jüngere Julia Viellehner (LG Passau) kam bei ihrem Debüt als Zweite nicht über 2:41:42 Stunden hinaus. Für die Deutschen Marathon-Meisterschaften ist kein Ende der schlechten Zeiten abzusehen.
Text: race-news-service.com
race-news | 10.05.2009
Hochklassigstes 25-km-Rennen aller Zeiten in Berlin

Peninah Arusei läuft Streckenrekord in Berlin.
Foto: photorun.net
Der traditionsreiche Berliner 25-km-Lauf hat an seine besten Zeiten angeknüpft und diese aus spitzensportlicher Sicht dabei sogar übertroffen. Die 29. Auflage der BIG 25 Berlin produzierte das gemessen an den Siegzeiten hochklassigste 25-km-Rennen aller Zeiten. Bei perfekten Wetterbedingungen nutzten die Kenianer Matthew Koech und Peninah Arusei die schnelle Strecke und stellten jeweils Jahresweltbestleistungen auf: Der 25-jährige Koech siegte in 1:13:24 Stunden. Das ist die siebtbeste Zeit aller Zeiten über diese Distanz. Arusei gelang es als erste Athletin in der Geschichte des 25-km-Laufes das Rennen zum dritten Mal zu gewinnen. Die 30-Jährige, die bereits 2006 und 2008 als Siegerin in das Berliner Olympiastadion eingelaufen war, stellte mit 1:22:31 Stunden einen Streckenrekord auf und erzielte die viertbeste je gelaufene Zeit. Bei keinem anderen 25-km-Rennen gab es zuvor derartige starke Ergebnisse des schnellsten Mannes und der schnellsten Frau.
Auch breitensportlich entwickelt sich das Rennen gut: 9.871 Läufer aus 45 Nationen hatten gemeldet. „Wir freuen uns über die starke spitzen- und breitensportliche Entwicklung. Mit den heutigen Resultaten haben wir angeknüpft an die früheren Erfolge der Veranstaltung, die einst als ,25 km de Berlin’ Maßstäbe gesetzt hat für den deutschen Laufsport“, sagte Race-Direktor Gerhard Janetzky.
Lange Zeit sah es im Männerrennen so aus, als ob Matthew Koech sogar den Welt- und Streckenrekord seines Landsmannes Paul Kosgei brechen könnte, der 2004 in Berlin 1:12:45 Stunden gelaufen war. Nach 28:19 Minuten hatte Koech gemeinsam mit Fred Kosgei und dem Marathon-Weltmeister Luke Kibet (alle Kenia) die 10-km-Marke erreicht. Bei Kilometer 15 (42:50 Minuten) hatte der spätere Sieger dann bereits einen Vorsprung von 20 Sekunden auf Kosgei, der am Ende als Zweiter in 1:14:35 vor Luke Kibet (1:15:31) im Ziel war. Die Zwischenzeit war immer noch gut für eine Zeit von unter 1:12 Stunden. Auf dem letzten ansteigenden Stück zum Olympiastadion wurde Matthew Koech dann aber etwas langsamer, so dass er den Weltrekord noch verpasste. Bester Deutscher war der Berliner Lennart Sponar (BSV 92), der als Elfter 1:22:26 Stunden erreichte.

Matthew Koech triumphiert im Berliner Olympiastadion.
Foto: photorun.net
"Ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen und hoffe, dass ich mich in diesem Jahr für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften qualifizieren kann", erklärte Matthew Koech, der erst seit Donnerstag von seinem Start bei den BIG 25 Berlin wusste. Er war kurzfrisitg als Ersatzmann für den verletzten Paul Tergat (Kenia) nominiert worden. Allerdings kannte er die Berliner Strecke, denn vor zwei Jahren hatte Matthew Koech das Olympiastadion als Dritter erreicht.
Ein extrem schnelles Rennen entwickelte sich auch bei den Frauen. Peninah Arusei übernahm dabei frühzeitig die Führung. Als sie die 10-km-Marke nach 31:18 Minuten erreicht hatte, hatte sie bereits einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf Caroline Cheptonui (Kenia) und war auf Kurs für die erste Zeit einer Frau unter 1:20 Stunden. Doch auf dem letzten Stück verlor auch die Titelverteidigerin etwas an Fahrt und verpasste schließlich den Weltrekord der Japanerin Mizuki Noguchi (1:22:13) um nur 18 Sekunden. „Schade, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich den Rekord heute gebrochen. Nun werde ich es nächstes Jahr wieder versuchen“, erklärte Peninah Arusei, die ihren eigenen Kursrekord aus dem vergangenen Jahr (1:24:10) deutlich unterbot. Auch die beiden nächstplatzierten Läuferinnen – Furtuna Zegergish (Eritrea/1:22:57) und Caroline Cheptonui (1:23:43) – blieben noch unter der alten Streckenbestmarke. Schnellste deutsche Läuferin war hier Karsta Parsiegla (SCC Berlin) in 1:43:56 auf Platz neun.
Text: race-news-service.com
race-news | 05.05.2009
Deena Kastor siegt in Edinburgh, Kenianer in Hannover vorne

Kastor meldet sich mit einem Sieg in Edinburgh zurück
Foto: photorun.net
Ein perfektes Comeback bei einem internationalen Straßenlauf in Europa ist Deena Kastor (USA) in Edinburgh geglückt, während beim Hannover-Marathon Läufer aus Kenia für die Höhepunkte sorgten.
Die US-Amerikanerin Deena Kastor, die im olympischen Marathon von Peking 2008 nach wenigen Kilometern aufgrund eines Ermüdungsbruches im Fuß hatte aufgeben müssen, gewann das 10-km-Rennen in Edinburgh in 32:38 Minuten mit großem Vorsprung vor Jelena Prokopcuka (Lettland/33:14) und der ehemaligen 10.000-m-Weltmeisterin Sally Barsosio (Kenia/33:34). Aufgrund des schwierigen, hügeligen Streckenverlaufes durch Edinburgh können dort keine Weltspitzenzeiten erreicht werden. „Die Strecke war wirklich hart, so etwas hat man sonst eigentlich nur im Crosslauf. Aber ich trainiere zu Hause in Mammoth auf derart profilierten Strecken, daher kam mir das entgegen“, erklärte die 36-jährige Deena Kastor, die sagte, dass ihr immer noch 25 Prozent zur Bestform fehlen. Umso erstaunlicher war, wie die Amerikanerin das Rennen dominierte. Schon nach zwei Kilometern hatte sie die Führung übernommen und fortan ständig ausgebaut.
Schwerer hatte es im Männerrennen Micah Kogo. Der kenianische 10-km-Weltrekordler löste sich nach drei Kilometern von seinem schärften Rivalen, Bernard Kipyego (Kenia). Doch der Sieger des Berliner Halbmarathons vor einem Monat blieb Kogo ziemlich dicht auf den Fersen. „Ich konnte mir nie sicher sein, denn eine ganze Weile kam er immer wieder mal dichter heran“, erklärte Micah Kogo, der schließlich in 28:13 Minuten vor seinem Landsmann gewann. Bernard Kipyego war nach 28:27 im Ziel. Rang drei belegte der Spanier José-Manuel Martinez mit deutlichem Abstand in 29:33.
Mit rund 11.000 Teilnehmern, darunter etwa 2.000 über die 42,195-km-Distanz, fand ebenfalls am Sonntag der Hannover-Marathon statt. In einem spannenden Finish setzte sich dabei Evans Kipkosgei Rutto (Kenia) in 2:10:47 Stunden mit einer Sekunde Vorsprung vor seinem Landsmann Julius Muriuki durch. Muriuki war ursprünglich als Tempomacher verpflichtet worden, entschied sich aber das komplette Rennen zu laufen. Der Äthiopier Hussen Adem Jemal wurde mit 2:11:17 Dritter. Fridah Jepkite Too (Kenia) war die schnellste Frau. Sie lief 2:35:47 Stunden und war vor ihrer Landsfrau Ruth Wanjiru (2:42:07) im Ziel.
Text: race-news-service.com
race-news | 03.05.2009
David Langat und Susanne Hahn siegen in Düsseldorf, André Pollmächer überzeugt als Dritter

Susanne Hahn siegte in Düsseldorf mit einer persönlichen Bestzeit.
Foto: photorun.net
David Langat, Susanne Hahn und André Pollmächer sorgten für die Höhepunkte beim Metro Group Marathon Düsseldorf. Während Langat in 2:10:46 Stunden gewann und die zweitbeste je in dieser Veranstaltung erzielte Zeit erreichte, sorgte André Pollmächer für ein Highlight aus deutscher Sicht: Als Dritter steigerte sich der 26-jährige Läufer des LAC Chemnitz auf 2:13:09 Stunden und erzielte die schnellste Zeit eines deutschen Marathonläufers seit neun Jahren! Damals war Michael Fietz 2:11:25 Stunden gelaufen. Das Frauenrennen gewann Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) souverän in persönlicher Bestzeit von 2:29:26. Alle Wettbewerbe zusammengezählt verzeichnete der Metro Group Marathon Düsseldorf rund 10.000 Anmeldungen aus über 65 Nationen. Etwa 400.000 Zuschauer säumten die Strecke bei guten Wetterbedingungen mit Temperaturen von rund 15° Celsius.
Der 29-jährige David Langat war ursprünglich nur als Tempomacher verpflichtet worden, hatte aber angekündigt, dass er durchlaufen wollte. „Ich habe mich am Abend vor dem Rennen endgültig entschlossen, nicht auszusteigen, da ich gut in Form war und die Wettervorhersage günstig war", erklärte David Langat, der in Düsseldorf eine Prämie von 10.000 Euro verdiente. Der Kenianer, der erstmals einen großen Marathon gewann, jedoch in Paris 2006 als Fünfter bereits 2:08:58 Stunden gelaufen war, verwies den favorisierten Wilfred Kigen (Kenia/2:11:30) auf Rang zwei. Kigen erlitte bei Kilometer 36 eine leichte Verletzung der Wadenmuskulatur und konnte das Tempo nicht mehr halten. Dadurch geriet auch der avisierte Streckenrekord von 2:09:47 Stunden außer Reichweite. Bei der Halbmarathonmarke hatten die Kenianer mit einer Durchgangszeit von 63:57 Minuten noch sehr gut im Rennen für eine Kursbestzeit gelegen.

André Pollmächer lief so schnell wie seit 2000 kein Deutscher.
Foto: photorun.net
Einen starken dritten Platz in persönlicher Bestzeit von 2:13:09 Stunden belegte André Pollmächer (LAC Chemnitz). "Ich habe mich gut gefühlt und noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt. Ich will mich weiter verbessern. Das große Ziel ist in diesem Jahr natürlich der WM-Marathon in Berlin", erklärte André Pollmächer, der in Düsseldorf seinen zweiten Marathon lief. In Frankfurt war er vor gut einem halben Jahr 2:14:18 Stunden gelaufen. Bezüglich des WM-Marathons sagte André Pollmächer: „Dort wird es natürlich ein anderes Rennen geben, denn der Kampf Mann gegen Mann steht im Vordergrund und nicht die Zeit."
Beim WM-Marathon in Berlin, bei dem es auch eine Weltcup-Team-Wertung geben wird, könnten sich die besten drei deutschen Männer als Mannschaft so gut platzieren wie schon lange nicht mehr. Denn zumindest zwei weitere Läufer bewegen sich in einem ähnlichen Niveau wie André Pollmächer. Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) lief in Düsseldorf als Sechster ebenfalls erstmals unter 2:14 Stunden (2:13:42). Etwas Pech hatte Falk Cierpinski (SG Spergau), der das Ziel am Rheinufer nach muskulären Problemen auf Rang acht in 2:17:12 erreichte. Doch der 30-jährige Sohn des Doppel-Olympiasiegers im Marathon von 1976 und ’80, Waldemar Cierpinski, hatte sich im vergangenen Jahr bereits auf 2:13:30 Stunden gesteigert. „Ich konnte im Vorfeld des Düsseldorf-Marathons mehrere Wochen aufgrund einer Hüftverletzung nicht richtig trainieren, deswegen bekam ich heute Probleme. Ansonsten hätte ich heute wohl auch eine Bestzeit laufen können“, sagte Falk Cierpinski. Alle drei deutschen Läufer waren lange Zeit in einer größeren, zweiten Gruppe gelaufen und hatten die Halbmarathonmarke nach 66:07 Minuten erreicht. Cierpinski fiel dann als erster zurück, Pollmächer löste sich nach der 35-km-Marke entscheidend von den verbliebenen Konkurrenten. Der 26-Jährige verfügt über die mit Abstand beste Grundschnelligkeit der deutschen Marathonläufer.
Während im Frauenrennen Titelverteidigerin Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) bereits kurz nach der 5-km-Marke aufgrund einer Muskelzerrung im Oberschenkel aufgeben musste, dominierte Susanne Hahn den Lauf und gewann mit großem Vorsprung in 2:29:26 vor der Debütantin Melanie Schulz (LC Erfurt/2:42:47) und Sonja Oberem (Rhein Marathon Düsseldorf/2:43:49), die ihre leistungssportliche Karriere bereits beendet hat. „Ich hatte mir mehr vorgenommen, aber ab Kilometer 30 wurde es schwer. Ich bekam kaum noch die Beine hoch“, sagte die 31-jährige Siegerin, die eine Prämie von 7.000 Euro verdiente. Zum zweiten Mal in ihrer Karriere blieb Susanne Hahn unter 2:30 Stunden und unterbot die Norm für die Leichtathletik-WM in Berlin (2:32) deutlich. Dabei hatte sie lange Zeit sogar auf Kurs für eine Zeit um 2:27 Stunden gelegen. Die Halbmarathonmarke hatte sie nach 1:13:24 Stunden erreicht. „Ich weiß nicht, warum ich dann plötzlich derartige Probleme bekam. Das ist wieder einmal eine neue Marathon-Erfahrung. Am Ende war ich froh, dass es noch zur Bestzeit gereicht hat“, erklärte Susanne Hahn.
Text: race-news-service.com
race-news | 02.05.2009
Sabrina Mockenhaupt läuft WM-Norm im Alleingang

Sabrina Mockenhaupt lief in Bremen die WM-Norm über 10.000 m und gewann souverän die Deutsche Meisterschaft.
Foto: photorun.net
Es sah spielerisch locker aus, wie Sabrina Mockenhaupt ihre 25 Runden herunterspulte zur 10.000-m-Norm für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften. „Das täuscht. Es war schon hart, alleine die ganze Strecke zu laufen“, bekannte die 28-jährige Siegerländerin im Trikot des Kölner Vereins für Marathon. „Acht Runden vor Schluss habe ich schon an einige Ausstiege in früheren Rennen gedacht. Das war aber heute kein Thema, auch wenn es schon schwer war, das Tempo konstant hoch zu halten. Aber es ist schon ein beruhigendes Gefühl, wenn man weiß, dass man zehn oder zwölf Sekunden Polster hat.“
Es ist schon imponierend, wie Sabrina Mockenhaupt ähnlich wie Irina Mikitenko ihren Weg in Richtung Berlin gestaltet: Zuerst die starke Vorstellung als Siegerin des Berliner Halbmarathons und nun die WM-Norm auf der längsten Bahndistanz. Dies geschah in Bremen bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 m allerdings praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Nebenplatz 11 des Weserstadions, an dem sich allenfalls 200 Teilnehmer und Betreuer verloren.
Es war auffällig, mit welcher Leichtigkeit Sabrina Mockenhaupt die 31:27,56 Minuten lief. „Ich laufe gerne die 10.000 Meter, aber auch gerne auf der Straße. Es motiviert mich, wenn ich sehe, wie Irina Mikitenko ihr Ding macht. Ich habe mir am vergangenen Sonntag den London-Marathon angeschaut und war richtiggehend heiß auf das Rennen heute.“
Die Konkurrenz war allerdings in keiner Phase des Rennens in der Lage, auch nur im Ansatz ein ähnlich hohes Tempo aufzunehmen. Schon nach einer Stadionrunde hatten Simret Restle, Birte Bultmann und die anderen Starterinnen 100 Meter und mehr Rückstand, nach 3.400 Metern war das gesamte Feld erstmals überrundet, nach 8.800 m bereits ein zweites Mal. Drei Minuten (!) hinter „Mocki“ lief mit Simret Restle (LG Eintracht Frankfurt) nach 34:27,05 die Vizemeisterin ins Ziel. Hinter der Drittplatzierten Birte Bultmann (TV Wattenscheid) kam schon die Juniorenmeisterin Susi Lutz (LG Telis Finanz Regensubrg) ins Ziel, die mit 35:00,52 über die 25-Runden-Distanz debütierte. Ein starkes Rennen liefen dicht dahinter auch die 20-jährige Anna Hahner (PSV Grün-Weiss Kassel), die vor wenigen Wochen mit dem Nachwuchs-Förderpreis der Straßenlauf-Veranstalter German Road Races ausgezeichnet worden war, und die dritte Juniorin, Christiana Kröckert (TSV Bayer Leverkusen/ 35:18,31).
Alleine der Meister hat alles richtig gemacht, so ließe sich das Ergebnis des Männerrennens umschreiben. „Ich habe Glück gehabt, dass ich immer wieder herangekommen war. Letztlich war es für mich ein einfacher Titelgewinn“, kommentierte dann auch Filmon Ghirmai seinen Überraschungscoup mit einem Spurtsieg in 29:40,06 Minuten. „Wenn Fili eine Runde vor Schluss dran ist, dann gewinnt nur er“, hatte Langstrecken-Bundestrainer Detlef Uhlemann prophezeit. In einem komplett taktischen Rennen kamen nur durch einen schnellen Schlusskilometer wenigstens noch Endzeiten unter 30:00 Minuten zustande. Aus dem Windschatten heraus überspurtete der Tübinger Hindernisspezialist Ghirmai den Vorjahresmeister Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München/29:41,59) auf der Zielgeraden. „Einmal wollte ich 10.000 Meter laufen. Und dann ist es gleich ein deutscher Meistertitel geworden“, sagte Ghirmai.
Im Vorjahr hatte Hallmann im 10.000-m-Meisterschaftsrennen in Menden zwar gegen Juniorenmeister Zelalem Martel verloren, durfte sich aber mit dem Männertitel trösten, in diesem Jahr lagen die besten Junioren hinter ihm, dafür musste er die Spurtniederlage gegen Filmon Ghirmai hinnehmen. „Ich habe versucht gegen den Wind wegzukommen. Das ist mir leider nur bedingt gelungen. Alle anderen konnte ich auf den letzten beiden Kilometern loswerden bis auf einen. Mir war natürlich klar, dass ich im Spurt gegen Fili keine Chance haben würde“, sagte Hallmann.
Neben dem neuen Meister Ghirmai überraschte auch der im Vorjahr wegen einer Verletzung pausierende Carlo Schuff (PST Trier) mit Rang drei und 29:49,18 Minuten. „Ich bin mit Köpfchen gelaufen und war in der Endphase einfach dabei. Das hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet“, freute sich der 29-jährige Trierer. Auf Rang vier lief der letztjährige Juniorenmeister Zelalem Martel (LG Neckar-Enz), der allerdings schon nach acht Kilometern aus der Spitzengruppe herausgefallen war.
Text: race-news-service.com/Wilfried Raatz
race-news | 01.05.2009
Starkes deutsches Feld in Düsseldorf, Kigen Favorit

André Pollmächer, Susanne Hahn, Melanie Kraus und Claudia Dreher werden am Sonntag in Düsseldorf an den Start gehen.
Foto: photorun.net
Der Metro Group Marathon Düsseldorf wird am kommenden Sonntag in mehrfacher Hinsicht für besondere Spannung sorgen: Es geht zum einen sowohl bei den Männern als auch den Frauen um Startplätze für die Marathonrennen bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin im August, zum anderen wird Kenias Weltklasseläufer Wilfred Kigen den Streckenrekord von 2:09:47 Stunden angreifen. Parallel stattfindende Läufe über kürzere Distanzen hinzugerechnet, erwarten die Veranstalter bei der sechsten Auflage ihres Rennens rund 10.000 Teilnehmer aus über 65 Nationen. Etwa 400.000 Zuschauer werden die Strecke säumen.
Mit Wilfred Kigen ist den Düsseldorfern erstmals die Verpflichtung eines Weltklasseläufers gelungen. Der 34-jährige Kenianer gewann dreimal in Folge den Frankfurt-Marathon (2005 – 2007) und hat eine Bestzeit von 2:07:33. „Ich will den Kursrekord brechen und etwa 2:09 Stunden laufen“, kündigte Wilfred Kigen an. „Mein Training lief gut, ich hatte keine Probleme.“ Kurzfristig auf seinen Start verzichten muss dagegen Vorjahressieger Bellor Yator (Kenia), der auch vor zwei Jahren in Düsseldorf gewann und dabei den Streckenrekord aufstellte. „Er ist beim Training in Kenia auf einen Stein getreten und hat sich dabei leider eine Fußverletzung zugezogen“, erklärte Christoph Kopp, der in Düsseldorf für das Elitefeld zuständig ist. Tempomacher sollen Wilfred Kigen am Sonntag nach 64:20 Minuten durch die Halbmarathonmarke führen und ihn dann zumindest bis zur 30-km-Marke unterstützen.
„Für mich ist es wichtig, dass ich mich mit einer guten Leistung zurückmelde, nachdem ich beim New York-Marathon im vergangenen Herbst aufgrund von Achillessehnenproblemen aufgeben musste“, erklärte Wilfred Kigen, für den in New York im November 2008 bei Kilometer 24 Schluss war. „Ich lag in der Spitzengruppe, doch es ging nicht mehr.“ Gut einen Monat musste er pausieren, im Dezember begann er wieder mit dem Training. Seitdem hat er sich ausschließlich auf den Düsseldorf-Marathon vorbereitet.
Eine Woche vor den Deutschen Marathon-Meisterschaften in Mainz finden die heimlichen Titelkämpfe rheinabwärts in Düsseldorf statt. Denn am Sonntag treffen mit Falk Cierpinski (SG Spergau), dem Sohn des Doppel-Olympiasiegers Waldemar, und André Pollmächer (LAC Chemnitz) erstmals die beiden zurzeit besten deutschen Marathonläufer direkt aufeinander. Der 30-jährige Cierpinski steigerte sich im vergangenen Jahr in Berlin auf 2:13:30 Stunden, der 26-jährige Pollmächer rannte in Frankfurt ein starkes Debüt in 2:14:18. Ebenfalls in diesem Bereich liegt Martin Beckmann (LG Leinfelden Echterdingen/2:14:30), der auch in Düsseldorf startet.
„Man kann die Ergebnisse aus Berlin und Frankfurt nicht richtig vergleichen, denn es herrschten unterschiedliche Bedingungen. Der unmittelbare Vergleich zählt, ich bin gut vorbereitet“, sagte André Pollmächer im Hinblick auf das Duell mit Falk Cierpinski. Pollmächer war im März in Mexiko im Höhentraining. „Ich habe dort in Höhen von bis zu 3.200 Metern hervorragend trainiert und bin gesund zurückgekommen. Ich will am Sonntag die erste Hälfte in rund 66:00 Minuten laufen. Dann wird es auch vom Wetter abhängen, ob sich dieses Tempo in der zweiten Hälfte halten lässt“, erklärte der 10.000-m-Europacup-Sieger von 2007. Eine Zeit von unter 2:13 Stunden, die auch Falk Cierpinski erreichen könnte, lief kein deutscher Marathonläufer mehr seit dem Jahr 2000. Der frühere Triathlet Falk Cierpinski laboriert allerdings an einem leichten Hüftproblem und wird deswegen voraussichtlich etwas vorsichtiger ins Rennen gehen. Die WM-Einzelnorm wurde auf 2:13:00 Stunden festgesetzt, die Team-Norm von 2:17:00 haben Cierpinski, Pollmächer und Beckmann aber bereits erfüllt, so dass ihre Nominierung als sicher gilt.
Bei den Frauen ist Vorjahressiegerin Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) erneut favorisiert. Die 34-Jährige, deren Bestzeit seit ihrem ersten Marathon im Jahr 2000 bei 2:27:58 Stunden steht, ist bereits für die WM qualifiziert. „Vielleicht habe ich am Sonntag die Chance, diese alte Bestzeit zu unterbieten“, sagte Melanie Kraus. „Ein offensives Rennen“ will Susanne Hahn (schlau.com Saarbrücken) laufen, die in Düsseldorf die Einzel-WM-Norm von 2:32 Stunden unterbieten möchte. Ihre Bestzeit steht bei 2:29:33. Über die Team-Nominierung hofft währenddessen Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) noch auf einen Startplatz für Berlin. Wahrscheinlich müsste sie dafür schneller laufen als Ulrike Maisch (Rostock) am vergangenen Sonntag in Hamburg (2:34:28) und am Rheinufer vor der Debütantin Melanie Schulz (LC Erfurt) ins Ziel kommen.
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