race-news

2010JanFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
2009JanFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
2008JanFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

race-news | 28.04.2009

Irina Mikitenkos nächstes Ziel: WM-Marathon-Gold in Berlin


London-Sieger: Irina Mikitenko und Sammy Wanjiru am Montag vor dem Tower.
Foto: photorun.net

Irina Mikitenkos kleine Tochter Vanessa hatte sich zu früh gefreut: „Sie hatte mir gesagt, Mama, lauf schnell, damit Du schneller wieder nach Hause kommst. Dann war sie enttäuscht, dass ich länger bleiben musste, obwohl ich schnell war, weil ich am Montag erst noch PR-Termine wahrnehmen musste und dadurch erst abends zurückfliegen konnte“, erzählte Irina Mikitenko, nachdem sie am Sonntag zum zweiten Mal in Folge den Flora London-Marathon gewonnen und dabei mit 2:22:11 Stunden eine Jahresweltbestzeit aufgestellt hatte.

Gefragt, wie sie sich mit etwas Abstand nach dem Triumph fühle, antwortete die deutsche Marathon-Rekodlerin: „Ich bin immer noch sehr glücklich und so aufgewühlt, dass ich in der Nacht nach dem Rennen viel schlechter geschlafen habe als in der Nacht zum Rennen.“ Den zweiten Sieg in London ordnet Irina Mikitenko noch höher ein als jenen vor einem Jahr. „Als Titelverteidigerin an den Start eines so großen Marathons zu gehen, das ist mental keine einfache Sache. Ich wusste nicht so richtig, wie man da am besten herangeht, denn so eine Situation hatte ich noch nicht“, erklärte Irina Mikitenko und fügte hinzu: „Der Sieg in einer solchen Situation gibt mir viel Selbstvertrauen, auch im Hinblick auf die WM.“

Die Weltmeisterschaften in Berlin sind nun das nächste große Ziel von Irina Mikitenko. In ihrer Karriere als Bahn-Langstrecklerin hatte sie bei großen interkontinentalen Meisterschaften – Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen – mehrfach hervorragende Platzierungen erreicht, doch zu einer Medaille hat es nie gereicht für die Läuferin aus Freigericht (Hessen). Das soll sich nun in Berlin ändern. „Bis zu den Weltmeisterschaften bleibt für ein Marathontraining gar nicht so viel Zeit. Ich mache jetzt zwei Wochen Pause, um mich zu erholen und dann beginnt die Vorbereitung für Berlin. Wahrscheinlich wird der WM-Marathon mein nächstes Rennen sein, denn es ist zu wenig Zeit, um weitere wettkämpfe einzustreuen. Die Trainingsplanung für die WM wird so aussehen wie im vergangenen Jahr. Ich werde wieder in St. Moritz trainieren. Aber ich will versuchen, die Trainingsumfänge noch etwas zu steigern“, sagte Irina Mikitenko, die im vergangenen Jahr das maximale Wochen-Pensum zunächst von 180 auf 200 km erhöht hatte und nun im Vorfeld von London bis zu 220 km gelaufen ist. „Meine größte Angst ist die eventuelle Hitze in Berlin bei der WM, denn ich bin keine Hitzeläuferin. Ganz schlimm ist es im Marathon, wenn die Sonne scheint. Aber ich will trotzdem auch bei der WM gewinnen. Dass ich nach dem London-Sieg die Favoritin bin, behagt mir nicht – aber andererseits habe ich gezeigt, dass ich auch mental stark bin und damit umgehen kann.“

Durch den zweiten Triumph in London ist Irina Mikitenko einem erneuten Sieg in der World Marathon Majors (WMM)-Serie ein großes Stück näher gerückt. Sie hat die Maximalpunktzahl von 75 Zählern aus drei Läufen und ist damit kaum noch einzuholen. Denn die nächstplatzierte Athletin, Dire Tune (Äthiopien), hat bereits 35 Punkte Rückstand. „In der WMM-Serie habe ich jetzt sicher eine sehr gute Position. 35 Punkte Vorsprung noch aufzuholen, wird für die anderen Läuferinnen sehr schwer, zumal ich ja auch noch einen Lauf in die Wertung einbringen kann. Die Chancen stehen ausgezeichnet für mich, aber man soll natürlich niemals nie sagen.“

Der WMM-Stand der Serie 2008-2009

Männer:
1. Sammy Wanjiru (KEN) 65 Punkte
2. Deriba Merga (ETH) 30
3. Martin Lel (KEN) 26
4. Marilson Gomes dos Santos (BRA) 25
Evans Cheruiyot (KEN) 25
Haile Gebrselassie (ETH) 25
Robert K. Cheruiyot (KEN) 25
Daniel Rono (KEN) 25
Abderrahim Goumri (MAR) 25
Jaouad Gharib (MAR) 25
Tsegay Kebede (ETH) 25

Frauen
1. Irina Mikitenko (GER) 75
2. Dire Tune (ETH) 40
3. Salina Kosgei (KEN) 30
Alevtina Biktimirova (RUS) 30
Constantina Dita (ROU) 30
6. Lidiya Grigoryeva (RUS) 25
Paula Radcliffe (GBR) 25
8. Kara Goucher (USA) 20
Svetlana Zakharova (RUS) 20

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 27.04.2009

Kenianer dominieren Würzburger 10-km-Rennen


Abraham Chebii war in Würzburg eine Klasse für sich.
Foto: photorun.net

Eine regelrechte Demonstration des kenianischen Lauftalente-Pools sahen die Zuschauer beim 10-km-Rennen in Würzburg. Die Läufer aus der ostafrikanischen Nation belegten im Männerrennen gleich 19 der Top-20 Plätze. Abraham Chebii gewann den Lauf in 28:08 Minuten. Bei den Frauen gewann die Kenianerin Grace Momanyi in sehr schnellen 31:32 Minuten vor neun Landsleuten. Beim Würzburger Residenzlauf beteiligte sich die Rekordzahl von rund 7.000 Läufern.

Auf dem Rundkurs, den die Topläufer über 10 km sieben Mal durchlaufen mussten, dominierte Abraham Chebii frühzeitig das Geschehen. Nach einer Runde lag noch eine größere Gruppe von etwa zehn Läufern an der Spitze, doch schon nach Runde zwei hatte sich der frühere Vize-Weltmeister im Crosslauf abgesetzt. Fortan baute der Kenianer seinen Vorsprung aus. Am Ende war er in 28:08 Minuten deutlich vor seinen Landsleuten Patrick Kimeli (28:34) und David Langat (28:37) im Ziel.

Ganz ähnlich entwickelte sich das Frauenrennen an der Würzburger Residenz. Hier dominierte Grace Momanyi, die 2007 einen beachtlichen zehnten Platz bei der Cross-WM belegt hatte. Nach der ersten Runde lag sie noch gemeinsam mit ihren Landsfrauen Caroline Cheptonui und Sally Barsosio an der Spitze. Doch bereits nach dem zweiten Durchgang hatte Momanyi einen Vorsprung von zwölf Sekunden. In der Weltklassezeit von 31:32 Minuten stürmte sie mit über einer Minute Vorsprung vor Cheptonui (32:45) und Barsosio (33:36) ins Ziel.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 26.04.2009

Ulrike Maisch trotz verpasster WM-Norm zufrieden mit Rang drei in Hamburg


Ulrike Maisch kam in Hamburg als Dritte ins Ziel.
Foto: photorun.net

Selten ist eine Drittplatzierte so beachtet worden wie die Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch beim Möbel Kraft Marathon Hamburg. Die sympathische Rostockerin war der unumstrittene Star des Frühjahrsklassikers im Norden und war schon wenige Minuten nach objektiv keineswegs zufrieden stellenden 2:34:28 Stunden gut gelaunt und gesprächsfreudig gegenüber den Medien. „Ich bin das gelaufen, was ich derzeit kann. Die 2:32 waren eigentlich schon bei der Hälfte nicht mehr realistisch, deshalb bin ich mit der Zeit und Rang drei total zufrieden. Ich hoffe, dass mich der DLV damit für die Weltmeisterschaften nominiert.“ Schon nach 10 km hatte sich im Frauenfeld die Vorentscheidung abgezeichnet, als sich die Spanierin Alessandra Aquilar mit ihren beiden Tempomachern auf und davon gemacht hat und mit ihrem neuen Hausrekord von 2:29:01 Stunden die spanische Siegertradition in Hamburg nach den drei Erfolgen von Julio Rey fortsetzen konnte. Ulrike Maisch konnte das verblüffend gleichmäßig vorgetragene Tempo der Spanierin nicht mitgehen und büßte von 5-km-Marke zu 5-km-Marke wertvollen Boden ein.

Auch bei den Männern lief der äthiopische Sieger Solomon Tside mit 2:11:47 Stunden eine neue persönliche Bestzeit. Der mit einem 2:13er-Hausrekord angereiste Tside hatte sich im Schlussdrittel von seinem eigentlich als Tempomacher eingesetzten Weggefährten Charles Ngolepus (Kenia) absetzen können, der letztlich als Zweiter in 2:13:25 ins neu kreierte Ziel unweit der Reeperbahn einlief.

Hamburgs Renndirektor Wolfram Götz zeigte sich trotz der im Vergleich zu den Vorjahren deutlich schwächeren Siegerzeiten und den spürbaren Teilnehmereinbußen auf 15.000 Starter recht entspannt. „Natürlich sind die 2:11:47 eine Zeit, wie sie lange nicht mehr für einen Sieg ausgereicht hat. Aber angesichts des kleinen Spitzenfeldes muss man damit zufrieden sein. Hamburg hat auf jeden Fall einen großartigen Marathon gesehen und angesichts der persönlichen Bestzeiten der Sieger erneut bewiesen, dass es hier eine schnelle Strecke gibt.“ Der Athletenetat von 100.000 Euro dürfte sicherlich nicht ausgeschöpft worden sein, da vereinbarte Zeitprämien ebenso wenig gezahlt werden mussten wie Rekordprämien.

„Natürlich habe ich in Hamburg unter Druck gestanden“, gestand Ulrike Maisch ein, die nach zwei verkorksten Starts im Vorjahr in Hamburg und Kopenhagen unter Zugzwang stand. Schließlich sollten die vom DLV geforderten 2:32 Stunden zur WM-Nominierung in Hamburg fallen. „Ich habe mir bei der Streckenhälfte gedacht, okay, ein bis zwei Minuten langsamer sind immerhin noch besser als erneut aussteigen. Deshalb bin ich total zufrieden, dass ich so ins Ziel gekommen bin. Ich konnte eigentlich seit Januar so trainieren, wie ich es mir auch vorgestellt hatte. Für einen Marathon ist dies nicht unbedingt ausreichend.“ Auch Trainer Klaus-Peter Weippert zeigte sich mit dem Resultat seines Schützlings einverstanden. „Vor zehn Wochen war an einen Marathonstart praktisch noch nicht zu denken. Vor zwei Wochen konnten wir davon ausgehen, dass eine Zeit in diesem Bereich möglich sein würde. Mehr ist derzeit einfach nicht drin.“ Bundestrainer Detlef Uhlemann wird vorrangig die Ergebnisse am kommenden Sonntag in Düsseldorf aber auch die der Deutschen Meisterschaften am 10. Mai in Mainz abwarten müssen, ehe er seine Mannschaft für die Weltmeisterschaften benennen kann. „Wir müssen nicht unbedingt an den 2:32 festhalten, praktisch reicht die internationale Norm von 2:42.“ Mit Irina Mikitenko, Melanie Kraus, Susanne Hahn, Luminita Zaituc und möglicherweise Ulrike Maisch haben wir eine schlagkräftige Mannschaft. Man muss natürlich aber auch abwarten, was Claudia Dreher, Romy Spitzmüller oder Melanie Schulz in Düsseldorf und Mainz laufen werden.“

Wie für Ulrike Maisch drehte sich in Hamburg auch bei der spanischen Siegerin Alessandra Aquilar alles um die WM in Berlin. „Mit dem Sieg habe ich nicht gerechnet. Ich wollte primär die Verbandsvorgabe von 2:32 erfüllen, war aber auf eine Zielzeit von 2:28 eingestellt. Deshalb habe ich mich auch nicht darum gekümmert, was die Konkurrenz gemacht hat. Dass die Kenianerin Emily Kimurya keine Rolle gespielt hat, das kommt für mich schon überraschend.“ Die 30-Jährige, die vom früheren Weltklasseläufer Antonio Serrano trainiert wird und in Madrid lebt, hofft nun in Berlin auf eine Verbesserung des spanischen Rekords, der bei 2:26:52 steht. Die sieggewohnten Ostafrikanerinnen spielten keine maßgebliche Rolle, die Äthiopierin Tigist Abdi Sheni wurde knapp vor Ulrike Maisch Zweite in 2:34:01, Emily Kimurya (Kenia) Vierte in 2:37:44.

Bei den Männern bestimmten naturgemäß die afrikanischen Läufer das Renngeschehen, auch wenn der mit 2:06:49 Stunden in den Startlisten verzeichnete Kenianer Joseph Riri nicht in Hamburg erschienen war („Vor zehn Tagen hatten wir mit seinem Management das letzte Mal Kontakt, anschließend nicht mehr“, sagte Renndirektor Wolfram Götz). Hinter Solomon Tside und Charles Ngolepus kamen allerdings der Brasilianer Jose Telles des Souza (2:14:46) und der Portugiese Jose Moreira (2:14:57) auf die nächsten Plätze. Während sich Wilfred Kigen im Rennen um einen schnellen Frühjahrsmarathon für Düsseldorf entschieden hat, stand dessen Bruder Erick an der Startlinie, um letztlich als Neunter in 2:18:43 Stunden ins Ziel zu laufen. Bester Deutscher wurde auf Rang zwölf Manuel Meyer, der lange Zeit auf Kurs für eine 2:17er-Zeit war, aber auf der zweiten Streckenhälfte mit Krämpfen wertvollen Boden einbüßte und mit 2:20:51 einlief.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 27.04.2009

Irina Mikitenko triumphiert beim London-Marathon


Hier geht es lang zum Sieg in London: Irina Mikitenko bestimmt vor Mara Yamauchi und der Chinesin Zhou Chunxia (rechts) das Rennen.
Foto: photorun.net

Irina Mikitenko hat in beeindruckender Manier zum zweiten Mal in Folge den London-Marathon gewonnen. Die 36-jährige Läuferin triumphierte beim hochkarätigsten Cityrennen des Jahres über die klassische Distanz in der Jahresweltbestzeit von 2:22:11 Stunden vor der überraschend starken Britin Mara Yamauchi (2:23:12) und der russischen Debütantin Liliya Shobukova (2:24:24). Es ist die zweitschnellste Zeit der deutschen Rekordlerin (2:19:19) aus Freigericht (Hessen), die nach ihrem ersten Marathon (Zweite in Berlin 2007) alle folgenden drei Läufe über die 42,195 km gewonnen hat.

Für das hochkarätigste Ergebnis des Tages sorgte im Rennen mit 36.000 Läufern der Olympiasieger: Sammy Wanjiru (Kenia) gewann nach einem spannenden Zweikampf mit Tsegay Kebede mit zehn Sekunden Vorsprung in 2:05:10 Stunden vor dem Äthiopier. Damit stellte der erst 22-jährige Wanjiru einen Streckenrekord auf und lief die neuntschnellste Zeit aller Zeiten. Dritter wurde Jaouad Gharib (Marokko) in 2:05:27.

London bietet offenbar das perfekte Pflaster für Irina Mikitenko. Dreimal ging die deutsche Marathon-Rekordlerin bisher bei einem Straßenrennen in der britischen Metropole an den Start, dreimal hieß die Siegerin Irina Mikitenko. Am Sonntag gewann die Läuferin des TV Wattenscheid und ließ dabei sowohl die Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien) als auch die Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia) hinter sich. Zwischen diesen beiden Siegen war sie an der Themse auch bei einem 10-km-Straßenlauf nicht zu schlagen.

Mit dem zweiten Erfolg in London ist Irina Mikitenko nun in der Favoritenposition für den Weltmeisterschafts-Marathon in Berlin am 23. August, dem Tag ihres 37. Geburtstages. „Ich bin überglücklich, in London gewonnen zu haben, aber die Rolle der WM-Favoritin gefällt mir gar nicht“, sagte Irina Mikitenko, die auch in London im Vorfeld mit einer deutlich höheren Erwartungshaltung zurecht kommen musste. „Das zweite Mal in London zu gewinnen, war schwerer als der Sieg vor einem Jahr, denn ich stand doch ziemlich unter Druck.“

Favoritin ist Irina Mikitenko nun auch in der World Marathon Majors (WMM)-Serie 2008-2009. Nachdem sie im vergangenen Herbst bereits die Zwei-Jahres-Wertung 2007-2008 gewonnen hatte, führt sie nun mit der Maximalpunktzahl von 75 aus drei Rennen (Siege in London 2008 und 2009 sowie Berlin 2008) und hat bereits 35 Zähler Vorsprung. Hier geht es um eine Prämie von 500.000 Dollar. Auch bei den Männern führt in der WMM-Serie der London-Sieger mit einem schon vorentscheidenden 35-Punkte-Vorsprung: Olympiasieger Sammy Wanjiru hat 65 Zähler.

80.000 Dollar an Sieg- und Zeitprämien verdiente Irina Mikitenko sich für ihren souveränen Erfolg in London, bei dem sie frühzeitig das Geschehen dominierte. Während die deutsche Titelverteidigerin die Halbmarathonmarke an der Tower Bridge nach 1:10:53 Stunden gemeinsam mit der überraschend starken Britin Mara Yamauchi und der chinesischen London-Marathon-Siegerin des Jahres 2007, Zhou Chunxiu, erreichte, lagen Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia) und Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien) bereits mit über einer Minute zurück. Sie konnten Irina Mikitenko zu keiner Zeit gefährden. Anders sah das mit Mara Yamauchi aus. Nachdem die Olympia-Dritte Chunxia nach 28 km zurückgefallen war, leistete die Britin, die in Peking Rang sechs belegt hatte, starke Gegenwehr und ließ sich nicht so leicht abschütteln. „Ich wusste, dass Mara 2:22 Stunden laufen wollte, aber ich dachte mir, dass ich sie gegebenenfalls in einem Schlussspurt schlagen könnte“, sagte Irina Mikitenko, die über eine deutlich bessere Grundschnelligkeit verfügt als die Britin. Zwischen Kilometer 35 und 40 fiel die Entscheidung zugunsten von Irina Mikitenko, die am Ende noch einen Vorsprung von gut einer Minute auf Yamauchi (2:23:12) herauslief. Dritte wurde überraschend die russische Debütantin Liliya Shobukova in 2:24:24.

„Ich musste immer das Tempo an der Spitze hoch halten, damit die Verfolgergruppe nicht mehr herankommen konnte. Das war nicht leicht, denn auf der zweiten Hälfte hatten wir auch Gegenwind“, sagte Irina Mikitenko, der in London als erste Frau seit Paula Radcliffe (Großbritannien) eine Titelverteidigung gelang. Die Weltrekordlerin hatte 2002 und 2003 gewonnen. Mikitenko könnte nun im nächsten Jahr den London-Rekord von Katrin Dörre-Heinig einstellen: Die einzige andere deutsche Siegerin des Rennens an der Themse gewann von 1992 bis ’94 dreimal in Folge.

Ohne Titelverteidiger Martin Lel wurde 45 Minuten nach den Frauen das Rennen der Männer gestartet. Der Kenianer, der als Erster den London-Marathon zum vierten Mal hätte gewinnen können, musste aufgrund eines Hüftproblems passen und sah sich den Lauf im Fernsehen an. „Ich bin enttäuscht, aber ich muss vorsichtig sein. Es ist zwar keine schwere Verletzung, aber ich hätte dadurch nicht mein 100-prozentiges Leistungsvermögen zeigen können“, sagte Martin Lel, der seinem zeitweiligen Trainingspartner Sammy Wanjiru die Daumen drückte.

Mit extrem hohem Tempo begann das Rennen. Dabei trieb Sammy Wanjiru auf den ersten Kilometern immer wieder die Tempomacher an. Die 10-km-Marke war nach 28:20 Minuten erreicht – das ist eine Geschwindigkeit, die gut ist für eine Zielzeit von ziemlich genau zwei Stunden! „Ich mag es, am Anfang schneller zu laufen und hatte auch mit diesem Tempo kein Problem“, erklärte Sammy Wanjiru. Dass ihn das anfangs zu schnelle Tempo vielleicht den Weltrekord kostete (2:03:59 Stunden von Haile Gebrselassie), darüber machte sich Sammy Wanjiru keine großen Gedanken. „Ja, ich war am Ende sehr müde, aber ich ärgere mich nicht. Denn ich habe wertvolle Erfahrungen gesammelt und denke, dass ich beim nächsten Mal den Weltrekord brechen kann“, erklärte der Kenianer.

Nach dem superschnellen Beginn wurde das Rennen im Mittelteil etwas langsamer. Neun Läufer erreichten in der Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 61:35 Minuten. Darunter war neben den drei am Ende Erstplatzierten auch der Halbmarathon-Weltmeister Zersenay Tadese (Eritrea), der in London bei seinem Marathondebüt jedoch später aufgab. Einen vorentscheidenden Vorstoß startete Sammy Wanjiru kurz vor der 30-km-Marke. Zwei Läufer allerdings folgten dem Olympiasieger: Tsegay Kebede (Äthiopien) und Jaouad Gharib (Marokko), die in Peking hinter dem Kenianer bereits die Ränge drei beziehungsweise zwei belegt hatten. Als es vom Tower aus in Richtung Big Ben ging, sah es mehrfach so aus, als könnte Kebede eine olympische Revanche gelingen. In dem packenden Rennen kam er bis auf wenige Schritte an Wanjiru heran. Doch immer wenn sich der Kenianer umdrehte und Kebede dicht hinter sich sah, war er in der Lage das Tempo wieder zu forcieren. Etwa eine Meile vor dem Ziel war der Äthiopier schließlich geschlagen.

„An der 40-km-Marke sah ich, dass ich den Weltrekord nicht mehr erreichen kann, aber ich wusste, dass ich den Streckenrekord noch brechen könnte“, sagte Sammy Wanjiru, der für die Kursbestzeit und den Sieg insgesamt 155.000 Dollar erhielt.

Ergebnisse, Männer:
1. Sammy Wanjiru KEN 2:05:10
2. Tsegay Kebede ETH 2:05:20
3. Jaouad Gharib MAR 2:05:27
4. Emmanuel Mutai KEN 2:06:53
5. Hendrick Ramaala RSA 2:07:44
6. Abderrahim Goumri MAR 2:08:25
7. Yonas Kifle ERI 2:08:28
8. Atsushi Sato JPN 2:09:16

Frauen:
1. Irina Mikitenko GER 2:22:11
2. Mara Yamauchi GBR 2:23:12
3. Liliya Shobukova RUS 2:24:24
4. Svetlana Zakharova RUS 2:25:06
5. Berhane Adere ETH 2:25:30
6. Inga Abitova RUS 2:25:55
7. Catherine Ndereba ETH 2:26:22
8. Tomo Morimoto ETH 2:26:29

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 26.04.2009

Abraham Chebii startet beim Würzburger Residenzlauf


Abraham Chebii startet in Würzburg.
Foto: photorun.net

Mit einer erstklassigen Besetzung wird am Sonntag der Würzburger Residenzlauf gestartet. Das Rennen war bereits in den vergangenen Jahren mehrfach der hochklassigste deutsche 10-km-Straßenlauf. Die Veranstalter erwarten nicht nur eine Reihe von afrikanischen Topathleten sondern auch einen Teilnehmerrekord: rund 7.000 Läufer haben sich für den Würzburger Residenzlauf gemeldet.

Das Männerfeld wird angeführt von Abraham Chebii, der über mehrere Jahre hinweg zu den besten Bahn-Langstrecklern der Welt gehörte und große Erfolge im Crosslauf verzeichnete. Bei den Cross-Weltmeisterschaften gewann Abraham Chebii 2005 eine Silbermedaille, geschlagen nur von Kenenisa Bekele (Äthiopien). Der 29-Jährige hat eine 10.000-m-Bestzeit von 27:04,20 Minuten. Zu seinen Konkurrenten gehört neben einer Reihe von starken Kenianern, darunter Stephen Koech, der vor kurzem den Paderborner Osterlauf über 10 km gewann, auch ein Tansanier: Phaustin Baha Sulle war im Jahr 2000 Vize-Weltmeister über die Halbmarathondistanz und gewann im vergangenen Jahr den Dresden-Marathon.

Ebenso gut besetzt ist das Würzburger Frauenfeld. Als Favoritinnen am Start sein werden auf dem Rundkurs Grace Momanyi und Sally Barsosio. Momanyi erreichte im vergangenen Jahr zwei Achtungserfolge: Zunächst belegte sie Rang zehn bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften in Edinburg, dann wurde sie Siebente über 5.000 m im World Athletics Final von Stuttgart. Barsosio ist die 10.000-m-Weltmeisterin von 1997. Sie war beim Paderborner Osterlauf Zweite über 10 km, geschlagen nur von Irina Mikitenko. Eine gute Rolle spielen könnte auch Lydia Njeri (Kenia), die beim Berliner Halbmarathon Anfang April Dritte war.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 25.04.2009

Ulrike Maisch hofft auf Comeback beim Hamburg-Marathon


Ulrike Maisch startet am Sonntag in Hamburg.
Foto: photorun.net

Die Kenianer Joseph Riri und Daniel Cheribo sowie Deutschlands Europameisterin Ulrike Maisch und Emily Kimurya (Kenia) sind die Favoriten beim Hamburg-Marathon am Sonntag. Für die 24. Auflage des zweitgrößten deutschen Marathonlaufes haben 20.185 Läufer gemeldet. Rund 800.000 Zuschauer werden an der Strecke des Rennens erwartet, das zum ersten Mal zu den prestigeträchtigen ,Gold Label-Rennen’ des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) gehört. In Deutschland gehören neben Hamburg lediglich die Marathonläufe von Berlin und Frankfurt dieser Kategorie an.

Allerdings wird es für die Veranstalter des Hamburg-Marathons wohl unmöglich sein, diesen Standard zu halten, denn das Rennen, das in den vergangenen Jahren immer wieder hochkarätige Ergebnisse produziert hatte, steht aufgrund von Sponsorproblemen vor einer deutlichen spitzensportlichen Abwertung. Nachdem die Hamburger den Verlust ihres Titelsponsors Conergy verkraften mussten, sprang zwar das Unternehmen Möbel Kraft in letzter Sekunde in die Bresche, jedoch sind die Elitefelder mangels eines größeren Etats deutlich schwächer als zuletzt. Für die Breitensportler bleibe alles wie es war, für sie gebe es keinen Qualitätsverlust, hatte Race-Direktor Wolfram Götz versichert.

Bei den Männern gehören zwei Kenianer zu den Favoriten, die in vergangenen Jahren bereits hochklassige Zeiten erreicht haben. Joseph Riri ist der schnellste im Feld mit einer persönlichen Bestzeit von 2:06:49 Stunden. Diese Zeit erreichte er als Zweiter in Berlin 2004. Ein Jahr später gewann der heute 35-Jährige den Lake Biwa-Marathon in Japan in 2:09:00. Das sind bis heute seine einzigen beiden Zeiten unter 2:10 Stunden. Daniel Cheribos Bestzeit steht bei 2:08:38. Damit hatte er 2004 den Mailand-Marathon gewonnen. Doch seitdem konnte der Kenianer nicht mehr an ein derartiges Ergebnis anknüpfen. Für eine Überraschung könnte gegebenenfalls der unbekannte Äthiopier Adelo Roba sorgen. Ob der Wunsch der Veranstalter – eine Siegzeit von 2:08 Stunden – sich erfüllen lässt, bleibt abzuwarten. Vielleicht birgt das Elitefeld noch die eine oder andere Überraschung.

Ulrike Maisch stand schon lange als Starterin beim Hamburg-Marathon fest, schließlich hatte die Athletin aus Rostock nach ihrem sensationellen EM-Sieg in Göteborg 2006 einen Vier-Jahres-Vertrag mit den Hamburgern abgeschlossen. In den vergangenen zwei Jahren hatte Ulrike Maisch allerdings speziell in Hamburg kein Glück. 2007 musste sie ihren Start verletzungsbedingt absagen, 2008 stieg sie aufgrund von Verletzungs- und Gesundheitsproblemen nach 16 km aus. „Dieses Jahr muss es besser laufen. Ich will die WM-Norm für Berlin in Hamburg erreichen und werde mit einem entsprechenden Tempo ins Rennen gehen“, erklärte Ulrike Maisch. 2:32 Stunden muss sie rennen, um ein Ticket nach Berlin zu gewinnen. Seit ihrem EM-Triumph in Göteborg mit persönlicher Bestzeit von 2:30:01 hat sie die 2:32 Stunden jedoch nicht mehr unterboten. Das einzige Marathonrennen, bei dem sie an diese Zeit herankam, lief Ulrike Maisch in Frankfurt 2007. Damals wurde sie in 2:32:41 Stunden Sechste. Ihre schärfste Konkurrentin in Hamburg wird am Sonntag Emily Kimurya sein. Die Kenianerin hat eine persönliche Bestzeit von 2:28:19 und gewann den Hamburg-Marathon 2004.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 24.04.2009

London-Marathon am Sonntag: Ein Rennen der Superlative


Irina Mikitenko und Martin Lel gehen als Titelverteidiger in London an den Start.
Foto: photorun.net

Wer in London gewinnt, rangiert ganz oben in der Liste der besten Marathonläufer der Welt. Denn kein anderer City-Marathon ist so stark besetzt wie der in der britischen Metropole. Das ist auch am Sonntag nicht anders, wenn sieben Männer und acht Frauen in Greenwich am Start stehen, die bereits Weltspitzenzeiten von unter 2:07 beziehungsweise unter 2:22 Stunden gelaufen sind. London zahlt mit einer Siegprämie von 55.000 Dollar bei weitem nicht das höchste Sieggeld, doch das Budget für die Antrittsgelder ist nirgendwo höher. Einen siebenstelligen Betrag kann David Bedford für die Stars ausgeben – unter ihnen sind der Olympiasieger Sammy Wanjiru sowie Martin Lel (beide Kenia) und Irina Mikitenko (TV Wattenscheid), die sich im vergangenen Herbst die Dollar-Million für den World Marathon Majors (WMM)-Sieg teilten. Lel und Mikitenko gehen zudem als Titelverteidiger an den Start eines Rennens, das schon vorher einen Rekord gebrochen hat. Denn nie zuvor wollten mehr Läufer den Flora London-Marathon rennen: 155.000 Athleten bewarben sich um eine Startnummer, 49.995 wurden über ein Lotteriesystem schließlich angenommen.

Andere Rekorde wollen einige der besten Marathonläufer der Welt am Sonntag brechen: Die Tempomacher sollen die Favoriten in Richtung einer Endzeit von rund 2:04 Stunden führen. Damit könnte der Weltrekord, den der Äthiopier Haile Gebrselassie im vergangenen Jahr mit 2:03:59 Stunden in Berlin aufgestellt hatte, erheblich in Gefahr geraten. Vor allen Dingen zwei Kenianern traut man zu, nach Gebrselassie unter 2:04 Stunden zu laufen: Martin Lel und Sammy Wanjiru.

Der erst 22-jährige Olympiasieger Sammy Wanjiru zeigte in Peking bei seinem Gold-Rennen eine famose Leistung. Fast nach Belieben dominierte er die Konkurrenz trotz schwerer Bedingungen und lief mit 2:06:32 Stunden eine Zeit, die nie zuvor auch nur annähernd bei Olympischen Spielen erreicht worden war. Wanjiru galt danach als potenzieller Marathon-Weltrekord-Nachfolger von Gebrselassie. Im März allerdings musste sich der Halbmarathon-Weltrekordler (58:33) in Lissabon überraschend nur mit Rang sieben in 61:23 Minuten zufrieden geben. Doch vor dem London-Marathon am Sonntag ist Sammy Wanjiru optimistisch: „Wenn das Tempo stimmt, dann werde ich versuchen, den Weltrekord zu brechen.“

Bereits im vergangenen Jahr lieferten sich Sammy Wanjiru und Martin Lel in London einen heißen Kampf. Damals siegte Lel in 2:05:15 Stunden mit neun Sekunden Vorsprung vor Wanjiru. Lel könnte am Sonntag als erster Läufer in London zum vierten Mal gewinnen. 2005, 2007 und 2008 war er der Sieger. Einen Hattrick gab es bisher einmal in London: Der Mexikaner Dionicio Ceron triumphierte von 1994 bis ’96. Ein leichtes Rückenproblem könnte für Martin Lel allerdings zu einem Handikap werden. Falls die beiden kenianischen Asse aus der Gruppe des italienischen Managers Dr. Gabriele Rosa nicht stechen, könnte die Stunde eines Debütanten schlagen: Der Halbmarathon-Weltmeister Zersenay Tadese (Eritrea) läuft in London sein Debüt.

Außergewöhnlich stark ist auch das Frauenfeld, obwohl Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) aufgrund eines Zehenbruches passen muss. „Auch ohne Paula ist das Feld eines der stärksten, das wir in London bisher am Start hatten. Ich bin sicher, dass wir ein tolles Rennen sehen werden“, sagt Race-Direktor David Bedford, der neben Irina Mikitenko alle drei Medaillengewinner des olympischen Rennens von Peking verpflichtete: Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien/Bestzeit: 2:21:30), die Silbermedaillengewinnerin Catherine Ndereba (Kenia/2:18:47) und die drittplatzierte Chinesin Zhou Chunxiu (2:19:51), die an der Themse vor zwei Jahren gewonnen hatte. Gemessen an der persönlichen Bestzeit, die in einem solchen Rennen aber nur bedingt aussagekräftig sein kann, ist Irina Mikitenko mit ihrem deutschen Rekord von 2:19:19 die Nummer zwei im Feld.

Es war in London vor einem Jahr, als sich Irina Mikitenko in der Marathon-Weltklasse etablierte. Jetzt kehrt die Läuferin des TV Wattenscheid als Titelverteidigerin zurück.

Vor einem Jahr hatten in London weder ihre Konkurrentinnen noch die britischen Buchmacher Irina Mikitenko auf der Rechnung. Wettquoten von bis zu 18/1 wurden damals auf einen Sieg der Deutschen angeboten. Jetzt sind sie alle vorbereitet auf das nächste große Rennen der Irina Mikitenko. Wer heute auf die Läuferin aus Freigericht wettet, setzt auf die Favoritin und erhält im ungünstigsten Fall eine Quote von nur 5/4. Und auch Irina Mikitenko ist bereit. Beim Paderborner Osterlauf hat sie das 10-km-Rennen in hochklassigen 31:22 Minuten gewonnen – das ist die zweitschnellste Zeit des Jahres – und bewiesen, dass sie in Topform ist. „Ich habe gut trainiert und freue mich auf den London-Marathon. Mein Ziel ist bei jedem Rennen zu gewinnen“, sagt Irina Mikitenko, die ihren maximalen wöchentlichen Trainingsumfang verglichen zum letzten Jahr um zehn Prozent auf bis zu 220 km steigern konnte. Über die WMM-Serie 2008-2009, in der sie wiederum in Führung liegt, macht sie sich keine besonderen Gedanken: „Wenn ich in London gut laufe, kommen die Punkte von alleine.“

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 23.04.2009

„Ich habe gut trainiert und will in London gewinnen“

Am kommenden Sonntag startet Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) als Titelverteidigerin beim Flora London-Marathon. Die Konkurrenz könnte kaum hochkarätiger sein, denn alle drei Medaillengewinnerinnen des olympischen Rennens von Peking sind am Start: Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien/Bestzeit: 2:21:30), die Silbermedaillengewinnerin Catherine Ndereba (Kenia/2:18:47), die zugleich Weltmeisterin ist, und die drittplatzierte Chinesin Zhou Chunxiu (2:19:51), die an der Themse vor zwei Jahren gewonnen hatte. Gemessen an der persönlichen Bestzeit, die in einem solchen Rennen aber nur bedingt aussagekräftig sein kann, ist Irina Mikitenko mit ihrem deutschen Rekord von 2:19:19 die Nummer zwei im Feld. Vor ihrem Start gab die 36-Jährige das folgende Interview:


Irina Mikitenko ist gefragt bei der Pressekonferenz des London-Marathons am Donnerstag.
Foto: photorun.net

Mit welchen Zielen gehen Sie beim Flora London-Marathon an den Start?

Irina Mikitenko: Meine Einstellung ist bei jedem Rennen gleich: Ich möchte immer gewinnen – auch am Sonntag. Ich weiß, dass der Flora London-Marathon ein schweres und hartes Rennen wird, aber ich habe mich darauf eingestellt. An den Start zu gehen und zu sagen, vielleicht werde ich Dritte oder Vierte, das ist nicht mein Ding. Ich weiß, dass ich gut trainiert habe und werde mein Bestes geben.

Zu ihren Gegnerinnen gehören am Sonntag unter anderen alle drei Marathon-Medaillengewinnerinnen der Olympischen Spiele von Peking. Was für eine Art von Rennen erwarten Sie?

Irina Mikitenko: Das Frauen-Elitefeld in London ist sicher eines der besten, das es bei einem City-Marathon bisher gegeben hat. Es sind eine ganze Reihe von sehr starken Läuferinnen dabei. Da zuletzt keine von meinen Konkurrentinnen in einem Wettkampf gestartet ist, kann ich nicht sagen, wer am besten in Form ist und die stärkste Gegnerin sein könnte. In London weiß man nie, was kommt: Letztes Jahr habe ich ein schnelles Rennen erwartet, es wurde dann ein taktisches. Man muss für beides bereit sein, wobei ich hoffe, dass es schneller wird als das der Frauen am Montag in Boston. Wenn es taktisch werden sollte, muss man überlegen, wie man sich verhält und wann es clever ist, die Initiative zu ergreifen.“

Stehen Sie als Vorjahressiegerin unter spürbar größerem Druck, können Sie noch gut schlafen?

Irina Mikitenko: Die Erwartung ist sicherlich größer als vor einem Jahr – aber das kommt auch von mir selbst und aus meinem Umfeld. Ich lasse mich aber nicht unter Druck setzen. Ich kann auch noch sehr gut schlafen. Was mir hilft ist, dass ich weiß, was in London auf mich zukommt. Im letzten Jahr war alles neu für mich – von den Meilen-Streckenschildern bis zu den Verpflegungspunkten. Beim zweiten Start ist es immer einfacher. Ich freue mich auf den Flora London-Marathon.

Sie führen auch nach dem Boston-Marathon weiterhin in der dritten World Marathon Majors (WMM)-Serie 2008-2009. Wie genau beobachten Sie die Punktewertung?

Irina Mikitenko: Ich denke nicht so sehr an die WMM, denn ich muss jetzt erst einmal einen guten Wettkampf in London laufen und danach folgt das nächste Marathonrennen. Dann werden wir sehen, wo ich stehe. Aber wenn ich gut laufe, kommen die Punkte von alleine. Natürlich weiß ich, wie ich in der WMM-Serie stehe, denn das ist ja nicht schwer zu errechnen. Aber ich fange nicht an, vor einem Rennen zu überlegen, wie sich was in der Punktewertung ändern könnte. Wenn man das macht, wird es nichts mit dem Rennen.

Haben Sie durch Ihre großen Erfolge im vergangenen Jahr neue Sponsoren?

Irina Mikitenko: Es gibt seit kurzem eine neue Kooperation mit dem Schweizer Online-Trainingsplaner Vicsystem. In dieses System fließt jetzt mein Trainingswissen und meine Erfahrung ein. Hier erhalten Breitensportler und ambitionierte Läufer individuelle Trainingspläne. Es war immer mein Ziel, mein Wissen weitergeben zu können und damit anderen Läufern zu helfen.

Haben Sie sich den Boston-Marathon im Fernsehen angeschaut?

Irina Mikitenko: Ja, ich habe das Rennen gesehen und hatte mir gewünscht, dass Kara Goucher gewinnt. Denn sie hat viel Führungsarbeit geleistet – offenbar zu viel. So fehlten ihr am Ende ein paar Sekunden. Die Taktik spielt eine große Rolle bei diesen Rennen.

Sie haben wie im vergangenen Jahr in Kirgisien trainiert – wieso ausgerechnet dort?

Irina Mikitenko: Das Trainingsgebiet in Kirgisien kenne ich noch von früher. Als ich in Kasachstan lebte, habe ich schon dort trainiert. Zudem leben meine Schwiegereltern heute noch nicht weit weg, was auch den Vorteil hat, dass sie auf meine kleine Tochter aufpassen können während wir im Trainingslager sind. Entscheidend für Kirgisien spricht, dass ich dort in einer für mich idealen Höhe zwischen 1.600 und 1.700 Metern rennen kann. Das ist genauso hoch wie in St. Moritz, wo ich im Sommer trainiere. In Kirgisien gibt es keinen Schnee und wir hatten dort während der vier Wochen im März praktisch durchweg Sonne und beste Bedingungen. Ich trainiere nicht so gerne in höheren Lagen wie in Kenia oder den USA da die Regenerationszeit dann länger dauert. 1.600 bis 1.700 Meter passen für mich ideal, da kann ich 100 Prozent hart trainieren.

Wie viel haben sie maximal trainiert und wie ist die Form verglichen zum vergangenen Jahr?

Irina Mikitenko: Ich habe den maximalen wöchentlichen Trainingsumfang im Vergleich zum vergangenen Jahr um zehn Prozent steigern können. Bis zu 220 Kilometer bin ich pro Woche gelaufen, am Stück waren es maximal 35. Vergleiche zum letzten Jahr sind schwer, denn es ist nie alles immer genau gleich. Im Januar hatten wir zum Beispiel jetzt viel Schnee, was schwierig war für das Training. Bei meinem 10-km-Wettkampf beim Paderborner Osterlauf hatte ich trotz des Wärmeeinbruchs ein gutes Gefühl und die letzten Tempo-Trainingsläufe waren auch gut. Die Form dürfte so ähnlich sein wie vor einem Jahr – ob sie vielleicht besser ist, kann ich erst am Sonntag nach dem Rennen sagen.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 21.04.2009

Deriba Merga und Salina Kosgei stoppen US-Hoffnungen beim Boston-Marathon


Deriba Merga feiert in Boston den größten Sieg seiner Karriere.
Foto: photorun.net

Der Äthiopier Deriba Merga und die Kenianerin Salina Kosgei haben die 113. Auflage des Boston-Marathons gewonnen. Zugleich war das Traditionsrennen von Hopkinton ins Stadtzentrum von Boston der erste Lauf der World Marathon Majors (WMM) in diesem Jahr. Bei teilweise windigen, aber trockenen Wetterbedingungen lief der Äthiopier 2:08:42 und gewann vor dem Kenianer Daniel Rono (2:09:32). In einem vergleichsweise deutlich langsameren, taktischen Frauenrennen triumphierte Salina Kosgei in einem packenden Spurtduell in 2:32:16 Stunden mit einer Sekunde Vorsprung vor der Titelverteidigerin Dire Tune (Äthiopien). Die Hoffnungen auf den ersten US-Sieg seit fast 25 Jahren erfüllten sich auf der schwer zu laufenden, welligen Strecke an der amerikanischen Ostküste nicht. Allerdings schlugen sich sowohl Ryan Hall als auch Kara Goucher beachtlich. Beide belegten jeweils dritte Plätze in 2:09:40 beziehungsweise 2:32:25 Stunden. 26.331 Läufer, die zweithöchste Zahl in der Geschichte des Rennens, hatten für den 113. Boston-Marathon gemeldet. Eine halbe Million Zuschauer feuerte die Athleten an.

Möglicherweise war es noch etwas Unerfahrenheit, die den Amerikanern Hall und Goucher zum ganz großen Triumph fehlte. Denn beide leisteten auf der schweren Strecke viel Führungsarbeit. Ryan Hall war es, der bei den Männern, die 28 Minuten nach den Frauen gestartet waren, für ein furioses Anfangstempo sorgte und das Rennen zunächst enorm schnell machte. Nach 14:33 Minuten waren die ersten fünf Kilometer gelaufen – eine Zwischenzeit, die gut gewesen wäre für ein nie gesehenes Ergebnis von unter 2:03 Stunden! Doch das konnte auf der hügeligen Strecke von Boston nicht gut gehen. Ryan Hall hatte kurz vor der 5-km-Marke die Pace etwas gedrosselt. Durch seinen Vorstoß waren nur noch zwölf Läufer in der Führungsgruppe, die dann die Halbmarathonmarke nach 63:38 Minuten erreichte. Zu diesem Zeitpunkt lief der vierfache Boston-Sieger und Titelverteidiger Robert K. Cheruiyot an der Spitze des Feldes. Doch es war nicht sein Tag, denn der Kenianer bekam Probleme und fiel weit zurück, nachdem Deriba Merga nach gut 26 km einen entscheidenden Vorstoß gestartet hatte. Lediglich sein Landsmann Solomon Molla, der am Ende in 2:12:02 Siebenter wurde, und Daniel Rono, der in New York im vergangenen November Dritter gewesen war, gingen das Tempo von Merga zunächst noch mit. Doch beide fielen noch vor beziehungsweise an der 30-km-Marke (1:30:59 Stunden) zurück. Ryan Hall, der zwischenzeitlich auf Rang sechs zurückgefallen war, kämpfte sich immerhin noch auf Platz drei nach vorne. Fünfter hinter dem Äthiopier Tekeste Kebede (2:09:49) wurde der Frankfurt-Marathon-Sieger 2008, Robert Cheruiyot (2:10:06), der damit einmal mehr ein hochklassiges Rennen lief.

„Für mich begann das Rennen erst bei Kilometer 28 richtig. Es waren viele starke Athleten im Rennen, daher konnte ich mir auch später nicht sicher sein, dass ich gewinnen würde“, erklärte Deriba Merga, der bei Olympia im Marathon Platz vier belegt hatte und 2008 zudem in London mit 2:06:38 Stunden eine persönliche Bestzeit aufgestellt hatte. Im Januar hatte der 28-Jährige bereits den Houston-Marathon in der Kursrekordzeit von 2:07:52 Stunden gewonnen. Der Boston-Triumph, für den er ebenso wie die Siegerin Salina Kosgei 150.000 Dollar erhielt, ist der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere.


Salina Kosgei gewinnt nach 42,195 km mit nur einer Sekunde vor Dire Tune.
Foto: photorun.net

Deriba Merga machte es damit Dire Tune nach, die im vergangenen Jahr ebenfalls erst in Houston und dann in Boston gewonnen hatte. Seine Landsfrau schien ihren knappen Spurtsieg aus dem Jahr 2008 wiederholen zu können, doch auf den letzten Metern eines dramatischen Zweikampfes wurde sie von Salina Kosgei noch abgefangen.

Ein sehr zurückhaltendes Tempo laufend, hatte eine große, zwölfköpfige Frauen-Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 1:18:07 Stunden erreicht.

Nachdem sie zuvor schon mehrfach an der Spitze gelaufen war, forcierte Kara Goucher kurz vor der 30-km-Marke (1:50:52) das Tempo. Doch im Rennen gegen den Wind und über die Hügel wurde die Amerikanerin, die bei ihrem Debüt-Marathon in New York 2008 Dritte gewesen war, zwei Läuferinnen nicht los: Titelverteidigerin Dire Tune und Salina Kosgei. Bis zum letzten Kilometer hofften die Zuschauer auf den ersten US-Sieg seit 1985 (Lisa Weidenbach), doch auf der langen Zielgerade auf der Boylston Street verließen Kara Goucher die Kräfte.

Im vergangenen Jahr hatte Dire Tune im bis dahin knappsten Finish in der Geschichte des Bostoner Frauenrennens mit zwei Sekunden Vorsprung gewonnen. Dieses Mal nun war es noch knapper und die Äthiopierin die Geschlagene. Neun Sekunden hinter der Siegerin erreichte Kara Goucher das Ziel, gefolgt von Bezunesh Bekele (Äthiopien/2:33:08) und Helena Kirop (Kenia/2:33:24). „Dieser Sieg hat für mich eine große Bedeutung, denn der Boston-Marathon hat in Kenia einen hohen Stellenwert“, sagte Salina Kosgei, die 2006 beim Berlin-Marathon in 2:23:22 Zweite gewesen war, und fügte hinzu: „Ich wusste, dass es ein enges Rennen werden würde und habe am Schluss einfach alles versucht.“

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 20.04.2009

Doppelsieg für Kenia in Turin


Benson Barus gewann den Turin-Marathon.
Foto: photorun.net

Einen kenianischen Doppelsieg gab es beim Turin-Marathon. Bei kühlem und regnerischem Wetter siegte Benson Barus in 2:09:07 Stunden. Der Kenianer hatte nach einer Halbmarathonzeit von 64:40 Minuten bei 25 km das Tempo forciert und sich dann an der 30-km-Marke von seinen verbliebenen Konkurrenten Paul Samoei (Kenia) und Ruggero Pertile gelöst. Der Italiener sicherte sich später Platz zwei in 2:09:53. Samoei wurde Dritter mit 2:11:37. „Ich wollte 2:08 laufen, aber das war bei diesem Wetter nicht möglich“, sagte Benson Barus.

Im Frauenrennen hatte Agnes Kiprop frühzeitig die Führung übernommen und ihren Vorsprung stetig vergrößert. Die Kenianerin siegte schließlich in flotten 2:26:22 Stunden vor Tirfi Beyene (Äthiopien/2:29:04) und Bruna Genovese (Italien/2:30:51).

Ein weiterer bedeutender Marathon fand am vergangenen Wochenende in Nagano (Japan) statt. Hier gewann der Kenianer Isaac Macharia in 2:11:21 Stunden vor dem Äthiopier Girma Tolla (2:12:11) und Simon Wangai (Kenia/2:12:34). Schnellste Frau war hier die Russin Irina Timofeyeva mit 2.30:08. Sie gewann vor Irene Limika (Kenia/2:30:50) und Akemi Ozaki (Japan/2:31:18).

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 19.04.2009

Gilbert Kirwa und Andrea Mayr gewinnen Wiener Debütanten-Marathon


Andrea Mayr feiert ein tolles Marathon-Debüt.
Foto: photorun.net

Das durchaus mit einem gewissen Risiko belastete Experiment, ausschließlich mit Debütanten besetzte Elitefelder beim Wien-Marathon ins Rennen zu schicken, hatte einen überraschenden Erfolg: das Männerrennen produzierte das gemessen an der Breite in der Spitze hochklassigste Resultat in der Geschichte des Laufes. Denn gleich sechs Läufer blieben unter 2:11 Stunden und vier von ihnen unter 2:10. Der Sieger Gilbert Kirwa erzielte bei warmem Wetter mit am Ende rund 20° Celsius in der Sonne gute 2:08:21 Stunden. Das ist die drittschnellste Zeit in der Historie des Wien-Marathons.

Bei den Frauen feierten rund 350.000 Zuschauer einen Heimsieg: Die in Wien wohnende Andrea Mayr gewann das Rennen trotz eines Fußproblems. Sie ist die erste österreichische Siegerin seit 1987 und erst die zweite überhaupt beim Wien-Marathon. Doch damit nicht genug: in ihrem Debütrennen brach sie auch noch den nationalen Rekord. Die 29-Jährige war nach 2:30:43 Stunden im Ziel. Kürzere Läufe hinzugerechnet, hatten sich 29.054 Athleten aus 100 Nationen für den Wien-Marathon angemeldet. Etwas mehr waren es nur im vergangenen Jahr bei der 25. Jubiläumsauflage.

"Ich bin froh über diesen Sieg und die Zeit. Die Zuschauer haben mir sehr geholfen", sagte der 23-jährige Gilbert Kirwa, der von Beginn an in der großen Spitzengruppe lief. Die Halbmarathonmarke war nach 64:17 Minuten erreicht. Das war zwar etwas langsamer als geplant, jedoch wurde das Tempo bald darauf verschärft. Das wiederum hatte zur Folge, dass einer nach dem anderen aus der Spitzengruppe herausfiel. Darunter war auch der prominenteste Läufer im Feld: Reuben Kosgei, Kenias Hindernis-Olympiasieger von 2000, stieg später sogar aus.


Gilbert Kirwa gewinnt den Wien-Marathon.
Foto: photorun.net

Nach der 30-km-Marke (1:30:40) entwickelte sich ein Duell zwischen Gilbert Kirwa und Degefa Abebe Negewo (Äthiopien) während Joseph Maregu (Kenia) nur ein paar Meter hinter den beiden rannte. Nach rund 36 km startete Gilbert Kirwa dann seinen entscheidenden Vorstoß und sein Vorsprung wuchs fortan zunehmend. Seine Zielzeit von 2:08:21 war dann schließlich das drittbeste je in Wien gelaufene Ergebnis. Schneller waren lediglich Vorjahressieger Abel Kirui (Kenia/2:07:38) und der Marokkaner Lahoucine Mrikik (2:08:20 in 2006).

Ein ordentliches Debüt lief in Wien auch der frühere Hindernisläufer Günther Weidlinger. Am Ende erreichte der Österreicher allerdings nicht ganz sein Ziel, denn er verpasste den nationalen Rekord um 17 Sekunden. Als Neunter war er nach 2:12:39 im Ziel. "Ich lag lange Zeit gut im Rennen für den Rekord, aber die letzten zwei Kilometer waren der Horror. Ich konnte kaum noch rennen. Platz neun ist in Ordnung, aber ich bin enttäuscht, dass ich die Bestmarke verpasst habe", sagte Günther Weidlinger, der aber hinzufügte: "Ich freue mich auf meine nächsten Marathonrennen."

Ein perfektes Debüt gelang der Berglauf-Spezialistin Andrea Mayr. Mit 2:30:43 Stunden war die 29-Jährige deutlich vor den Äthiopierinnen Derbe-Godana Gebissa (2:31:31), Hayato-Zeineba Hasso (2:34:01) und Tiruwork Mekonnen (2:34:07) im Ziel an der Hofburg. Mit ihrer Siegzeit war Andrea Mayr acht Sekunden schneller als Eva-Maria Gradwohl bei ihrem österreichischen Rekord in Linz 2008. Und Mayr wurde am Sonntag erst zur zweiten nationalen Siegerin in der Geschichte des Wien-Marathons. Zuvor hatte 1987 Carina Lilge-Leutner gewonnen.

Andrea Mayr hatte überraschend bereits frühzeitig das Rennen kontrolliert. Ursprünglich wollte Tiruwork Mekonnen ein 2:25-Tempo angehen, doch bald nach dem Start sortierte sie sich hinter Andrea Mayr ein. Die zweifache Siegerin der World Mountain Running Trophy, die auch die nationalen Rekorde über 3.000 m Hindernis und im Halbmarathon hält, erlief schnell eine deutliche Führung. An der Halbmarathonmarke (1:14:47 Stunden) betrug der Vorsprung bereits über eine Minute auf die drei Äthiopierinnen, nach 30 km waren es über 90 Sekunden. Im letzten Abschnitt wurde Andrea Mayr, die vor gut fünf Wochen einen Ermüdungsbruch erlitten hatte und zudem unter Achillessehnenproblemen litt, zwar langsamer, aber es reichte gerade noch zum Sieg in Rekordzeit. "Als ich drei Kilometer vor dem Ziel auf die Uhr blickte, dachte ich: Schade, das wird nichts mit dem Rekord. Dann schaute ich noch einmal bei 42 Kilometer auf meine Stoppuhr und hatte noch 50 Sekunden Zeit – da dachte ich, das musst du schaffen."

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 18.04.2009

Ein Schüler von Tergat siegt in Belgrad


Victor Kigen gewinnt den Belgrad-Marathon.
Foto: Belgrad-Marathon

Paul Tergat war zwar nicht beim Belgrad-Marathon am Start, aber er hatte den richtigen Tipp: Kenias Läuferstar hatte auf den Debütanten Victor Kigen gesetzt, der das Rennen prompt gewann. Der Kenianer siegte am Sonnabend in 2:13:28 Stunden. „Paul hat mich gut vorbereitet, daher ist es keine Überraschung, dass ich hier gewonnen habe“, erklärte Victor Kigen, der in den letzten fünf Monaten in der Gruppe von Paul Tergat trainiert hatte. Der ehemalige Marathon-Weltrekordler Tergat wird selbst am 10. Mai sein nächstes Rennen laufen: die 25 km in Berlin.

Bei warmem Wetter mit Temperaturen von rund 20 Grad Celsius war das Tempo von Beginn an moderat. Auf den letzten zehn Kilometern forcierte der 25-jährige Victor Kigen dann die Pace und löste sich von den restlichen Konkurrenten. Im Schlussteil erlief er dabei noch einen Vorsprung von knapp einer Minute. Zweiter wurde Sylvester Cheboi in 2:14:25 Stunden, Rang drei belegte Julius Korir (beide Kenia) mit 2:14:28. „Ich habe mich gut gefühlt, als ich das Tempo erhöhte und dachte mir, dass die anderen wohl kaum noch einmal herankommen würden“, erklärte Victor Kigen.

Deutlich knapper fiel die Entscheidung um den Sieg bei den Frauen aus. Hier setzte sich Anne Kosgei (Kenia) in 2:34:51 Stunden mit einem Vorsprung von nur acht Sekunden vor Rasa Drazdauskaite (Litauen) durch. Die drittplatzierte Spanierin Maria Ruiz lief mit großem Rückstand nach 2:49:32 ins Ziel.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 18.04.2009

World Marathon Majors gehen in Boston in die nächste Runde


Auf Kara Goucher ruhen die Hoffnungen der Amerikaner im Frauenrennen von Boston.
Foto: photorun.net

Am traditionellen Montags-Termin wird der Boston-Marathon gestartet. Wenn das Rennen am 20. April zum 113. Mal veranstaltet wird, beginnt auch wieder eine neue Zwei-Jahres-Serie bei den World Marathon Majors (WMM). Zudem wird die laufende Serie 2008-2009 fortgesetzt. Hier steht Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) auf der Pole Position. Bei den Männern führt der Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia). Beide werden am 26. April beim London-Marathon starten. Die ersten fünf Männer und Frauen sammeln bei jedem WMM-Rennen wie zuletzt jeweils doppelt Punkte für zwei Serien.

In Boston geht dabei im Männerrennen ein Athlet an den Start, dem man zutrauen kann, als erster Weißer in der noch jungen WMM-Historie eine Rolle in einer Serie zu spielen: Ryan Hall. Vor gut zwei Jahren sorgte der heute 26-jährige US-Amerikaner beim Halbmarathon in Houston für einen Paukenschlag, als er die Stunden-Barriere unterbot und mit 59:43 Minuten einen US-Rekord aufstellte. Anschließend lief er in London ein starkes Marathondebüt mit 2:08:24, ein Jahr später steigerte er sich an der Themse auf 2:06:17. Damit ist Ryan Hall der schnellste Läufer im Feld beim Boston-Marathon, wo er auf der welligen Strecke auf eine Reihe von starken Kenianern treffen wird. Darunter ist auch Titelverteidiger Robert Kipkoech Cheruiyot, der in Boston zum fünften Mal gewinnen möchte.

Der einzige andere weiße Marathonläufer, der zurzeit vielleicht die Chance hätte, eine gute Rolle in einer WMM-Serie zu spielen ist Viktor Röthlin. Doch der Schweizer muss nach einer zweifachen Lungenembolie auf den geplanten Start beim London-Marathon verzichten.

Irina Mikitenko, die bereits die Serie 2007-2008 gewann und dadurch ein Preisgeld von einer halben Million US-Dollar erhielt, hat aufgrund ihrer beiden Siege in London und Berlin 2008 bereits 50 Punkte und einen guten Vorsprung. Sollte ihr ein zweiter Triumph an der Themse gelingen, für den es 50 WMM-Punkte gibt, hätte sie beste Chancen, zum zweiten Mal in Folge den WMM-Jackpot zu knacken. Auf Platz zwei liegen zurzeit mit jeweils 30 Zählern Alevtina Biktimirova (Russland) und Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien). Die Russin steht jedoch weder in Boston noch in London auf der Startliste und kann somit im Frühjahr keine weiteren Punkte gewinnen.

In Boston hoffen die Amerikaner auch im Frauenrennen auf eine US-Läuferin: Kara Goucher. Sollte sie unter anderen gegen Vorjahressiegerin Dire Tune (Äthiopien) gewinnen, könnte das Irina Mikitenko zusätzlich helfen bei der neuen Jackpot-Jagd. Denn Kara Goucher hat bisher erst 10 Punkte und wird damit in der aktuellen WMM-Wertung keine entscheidende Rolle mehr spielen können.

WMM-Stand 2008-2009:

Männer:
1. Samuel Wanjiru (KEN) 40 Punkte
2. Martin Lel (KEN) 26
3. Evans Cheruiyot (KEN) 25
Robert K. Cheruiyot (KEN) 25
Haile Gebrselassie (ETH) 25
Marilson Gomes dos Santos (BRA) 25
Abderrahim Goumri (MAR) 25
8. Abderrahime Bouramdane (MAR) 16
9. Jaouad Gharib (MAR) 15
James Kwambai (KEN) 15
David Mandago (KEN) 15

Frauen:
1. Irina Mikitenko (GER) 50 Punkte
2. Alevtina Biktimirova (RUS) 30
Constantina Tomescu-Dita (ROU) 30
4. Lidiya Grigoryeva (RUS) 25
Paula Radcliffe (GBR) 25
Dire Tune (ETH) 25
7. Catherine Ndereba (KEN) 16
Ludmila Petrova (RUS) 16
Askale Tafa Magarsa (ETH) 16
10. Rita Jeptoo (KEN) 15
Svetlana Zakharova (RUS) 15

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 18.04.2009

Novum beim Wien-Marathon: Ausschließlich Debütanten im Elitefeld


Günther Weidlinger, Reuben Kosgei, Joseph Maregu und Jonathan Maiyo bei der Pressekonferenz vor dem Wien-Marathon.
Foto: asiphoto.net

Für ein Novum sorgt der Wien-Marathon am Sonntag: Erstmals werden bei einem bedeutenden internationalen Rennen über die 42,195 km ausschließlich Debütanten die Elitefelder bei Männern und Frauen bilden. Im Zentrum des Interesses steht dabei neben den beiden Österreichern Günther Weidlinger und Andrea Mayr der Hindernis-Olympiasieger von 2000, Reuben Kosgei (Kenia). Kürzere Rennen hinzugerechnet, haben sich über 28.000 Läufer aus 100 Nationen für Österreichs größtes Straßenrennen angemeldet. Rund 300.000 Zuschauer werden am Sonntag an der Strecke erwartet.

„Wir hatten diese Idee eines reinen Debütanten-Elitefeldes bereits vor gut einem Jahr. Aber dann haben wir uns diesen Plan für dieses Jahr aufgehoben, denn aufgrund der Debüts von Günther Weidlinger und Andrea Mayr passt das natürlich perfekt. In Österreich gibt es ein großes Medieninteresse an diesen beiden“, erklärt der Race-Direktor des Vienna City-Marathons, Wolfgang Konrad. „Wir wollten, dass das Rennen in diesem Jahr eine andere Geschichte schreibt. Alle Eliteläufer starten den Marathon mit einem sehr ähnlichen Gefühl, wobei bestimmt auch etwas Unsicherheit dabei sein wird – die Topläufer werden ganz ähnliche Gefühle haben wie viele Breitensportler vor ihrem ersten Marathon. Ich glaube, dass es auch für die Zuschauer ein interessantes Rennen geben wird“, erklärte Wolfgang Konrad. Im nächsten Jahr allerdings werden die Wiener in jedem Fall wieder zur Normalität zurückkehren – alleine schon, weil Günther Weidlinger auch für 2010 bereits verpflichtet wurde.

So groß ist der Hype um Österreichs Marathon-Debütanten, dass die Organisatoren den Start des Elitefeldes erstmals um eine Minute nach vorne ziehen werden. Die Stars starten bereits um 8:59 Uhr am Sonntag. „Nur so können wir Günther Weidlinger und Andrea Mayr ein ruhiges Rennen garantieren. Ansonsten hätten einfach zu viele Freizeitläufer versucht, zu Beginn des Laufes so lange wie möglich mit den beiden zu rennen, um auch im Fernsehen gesehen zu werden“, erklärt Wolfgang Konrad.

Knapp neun Jahre nach seinem Olympiasieg über 3.000 m Hindernis wird Reuben Kosgei nun seine Marathon-Premiere laufen. „Ich bin im richtigen Alter für den Marathon. Und ich möchte auf der Straße genauso erfolgreich sein wie früher auf der Bahn“, erklärte der 29-jährige Kenianer, der allerdings einen durchaus riskanten Schritt wagt. Denn er wechselt direkt von den Hindernissen zum Marathon, ohne zuvor eine andere Straßendistanz gelaufen zu sein. „Mein letztes Rennen war ein Hindernisrennen im vergangenen Jahr. Ich wollte direkt zum Marathon wechseln“, erklärte Reuben Kosgei, der sich als Zielzeit rund 2:10 Stunden vorgenommen hat.

Während Günther Weidlinger in Richtung 2:12 Stunden laufen möchte, planen einige kenianische Debütanten deutlich schnellere Zeiten als Kosgei und Weidlinger: Joseph Maregu will die erste Hälfte in 64 Minuten laufen. Der 31-Jährige hat eine viel versprechende Halbmarathon-Bestmarke von 59:45 Minuten und war bei der WM über die ,halbe Distanz’ 2008 Neunter. „Diese Ergebnisse geben mir Zuversicht für den Marathon. Ich möchte ein schnelles Debüt rennen und 2:07 Stunden erreichen“, sagt Joseph Maregu. In diesen Zeitbereich will auch Jonathan Maiyo hineinlaufen, der eine Halbmarathon-Bestzeit von 60:10 Minuten aufweist. „Ich habe etwas Marathon-Erfahrung als Tempomacher“, sagt Maiyo. Der Kenianer führte Haile Gebrselassie bei dessen Marathon-Weltrekord in Berlin 2008 bis zur Halbmarathonmarke.

Das Frauen-Rennen sieht weniger spektakulär aus, aber das könnte täuschen. Denn die Äthiopierin Tiruwork Mekonnen hat nach einem Tempomacher für eine Zielzeit um 2:25 Stunden gefragt. Sie hat bisher nur eine Halbmarathon-Bestzeit von 1:13:34 Stunden – gelaufen ist sie die allerdings auf der schweren Strecke in Egmond. 2:30 Stunden zu unterbieten, wird das Ziel von Esther Mutuku (Kenia) sein. Die 24-Jährige erreichte im Halbmarathon bisher 1:12:28. Noch etwas schneller war über 21,0975 km Andrea Mayr. Die Österreicherin steigerte sich auf 1:12:14 Stunden und könnte am Sonntag für eine Überraschung sorgen.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 16.04.2009

Weidlinger und Mayr vor Marathondebüt in Wien


Andrea Mayr und Günther Weidlinger mit ihren Startnummern für den Vienna City-Marathon.
Foto: VCM / Manuel Platzer

Wohl noch nie sind österreichische Marathondebüts mit so viel Spannung erwartet worden wie jene von Günther Weidlinger und Andrea Mayr. Am kommenden Sonntag werden beide beim Wien-Marathon zum ersten Mal über die klassische Distanz antreten. Für den 31-jährigen Weidlinger, der vor allem im Hindernislauf Weltklasseleistungen gezeigt hat, ist die Vorgabe klar: Der österreichische Rekord von Gerhard Hartmann, der seit 13. April 1986 und somit seit über 23 Jahren bei 2:12:22 Stunden steht, soll fallen. Andrea Mayr, die als Berglaufwelt- und Europameisterin sowie WM-Teilnehmerin im Hindernislauf über vielfältige läuferische Qualitäten verfügt, setzt sich bei ihrem ersten Marathon die Marke von 2:35 Stunden als Richtwert.

Günther Weidlinger, der seit Ende September gezielt für den Wien-Marathon trainiert und in Trainingslagern unter anderem in Falls Creek (Australien), Chiclana (Spanien) und Viareggio (Italien) insgesamt 4.400 Kilometer absolviert hat, sagt: „Seit fast einem halben Jahr habe ich alles diesem Start untergeordnet. Der 19. April war stets ein fester Termin in meinem Kopf. Ich habe mich noch nie so akribisch und so lange auf einen einzigen Wettkampf vorbereitet.

Jetzt freue ich mich darauf, wenn es los geht und ich zeigen kann, was ich gemacht habe! Meine Vorbereitung konnte ich fast komplett wie geplant durchziehen. Ich war nie krank, eine Aduktorenzerrung im Januar hat mich nicht sehr behindert. Das Training hat mir großen Spaß gemacht, es war nicht so schwierig, wie manchmal behauptet. Beim Marathontempo fühle ich mich sehr wohl.“

Bereits seit über einer Woche steht er jeden Tag früh auf, um sich auf den Zeitablauf beim Wien-Marathon einzustimmen: „Um halb sechs oder früher stehe ich auf. Es ist ungewohnt, bereits um diese Zeit zu frühstücken und danach zu laufen, aber genau das muss ich auch am Sonntag können.“ Nervenflattern verspürt er noch nicht, aber: „Dazu ist noch nicht die Zeit. Die Nervosität wird ganz sicher kommen. Irgendwann, wenn ich sehe, wie in Wien rundherum alles für das Rennen vorbereitet und aufgebaut wird. Diese Nervosität brauche ich auch, sonst gehe ich zu locker an den Start.“

Seinen Rennplan legt Günther Weidlinger genau in Richtung der Rekordmarke aus. Er will mit Kilometerzeiten von 3:08 Minuten beginnen, die Halbmarathonmarke nach knapp über 1:06 Stunden passieren und bis Kilometer 35 in diesem Bereich laufen: „Sollte es mir dann gut gehen, kann ich immer noch vorsichtig zulegen.“ Doch egal, welche Zeit am Ende herauskommt, eines steht fest: „Ich werde auf keinen Fall beim WM-Marathon in Berlin starten. Eine Startzeit von 11 Uhr oder später ist verrückt. Es ist gut möglich, dass schon beim Start 30° Celsius gemessen werden und man bei 35 Grad ins Ziel kommt. Ein 10.000-m-Start von Günther Weidlinger bei der WM ist dagegen denkbar. In diesem Fall käme der Berlin-Marathon als möglicher zweiter Marathon am 20. September zu früh. Günther Weidlinger würde dann voraussichtlich den Frankfurt-Marathon Ende Oktober präferieren.

Andrea Mayr blickt ebenso wie Günther Weidlinger auf eine sehr gute Vorbereitung zurück. Das Marathontraining mit Blickrichtung Wien-Marathon hat die Ärztin im Dezember 2008 begonnen, nachdem sie zuvor im Berglauf mit Seriensiegen und einem prestigeträchtigen Erfolg beim Obudu Ranch Mountain Race in Nigeria überzeugt hat. Vor allem ihr österreichischer Halbmarathonrekord von 1:12:14 Stunden, den sie am 8. Februar bei der VCM Winterlaufserie in Wien gelaufen ist, unterstrich ihre starke Form: „Wenn ich am Sonntag Halbmarathon laufen würde, wäre dieser Rekord fällig. Diese Erfahrungswerte habe ich, da bin ich mir ziemlich sicher. Ich weiß aber nicht, wie es mir auf der Marathondistanz geht. Dazu habe ich keine Vergleichswerte.“ Über ihr Ziel sagt sie: „Bei guten Bedingungen möchte ich unter 2:35 Stunden laufen, das wäre WM-Norm für Berlin und für den ersten Marathon ganz gut. Es hängt davon ab, wie ich ins Rennen komme, mit welchen Emotionen ich unterwegs bin. Wenn es gut läuft, kann es auch schneller als 2:35 Stunden werden.“

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 15.04.2009

Auch Kigen und Cierpinski laufen Düsseldorf-Marathon


Wilfred Kigen, hier bei seinem dritten Frankfurt-Sieg in Serie 2007, läuft am 3. Mai in Düsseldorf.
Foto: photorun.net

Mit der Verpflichtung von Wilfred Kigen haben die Veranstalter des Metro Group Düsseldorf-Marathons ein Achtungszeichen gesetzt. Das Rennen am Rhein könnte damit am 3. Mai zum hochklassigsten deutschen Frühjahrsmarathon aufsteigen. Damit bestätigen die Düsseldorfer ihre Ambitionen, ihre Veranstaltung zu einem internationalen Toprennen zu entwickeln. Der kenianische Weltklasseläufer Kigen, der dreimal in Folge den Frankfurt-Marathon gewann und eine persönliche Bestzeit von 2:07:33 Stunden aufweist, wird erstmals in Düsseldorf an den Start gehen.

Aus deutscher Sicht steht der Düsseldorf-Marathon ohnehin schon im Blickpunkt. Neben André Pollmächer (LAC Chemnitz) wird am 3. Mai auch Falk Cierpinski (SG Spergau) starten. Damit kommt es erstmals zu einem Duell der beiden besten deutschen Marathonläufer, die das Zeug haben, Zeiten zu erreichen, die seit vielen Jahren keine deutschen Athleten mehr gelaufen sind. Falk Cierpinski, der Sohn des Doppel-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski, steigerte sich im vergangenen Jahr in Berlin auf 2:13:30 Stunden. André Pollmächer lief dann wenige Wochen später in Frankfurt bei seinem Debüt auf Anhieb 2:14:18.

Bei den Frauen hatten sich zuvor bereits Titelverteidigerin Melanie Kraus (Bayer Leverkusen), die Deutsche Meisterin des vergangenen Jahres Susanne Hahn (schlau.com Saarbrücken) und Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) für einen Start in Düsseldorf entschieden.

Im Männerrennen kommt es im Kampf um den Sieg voraussichtlich zu einem Duell zweier starker Kenianer: Denn neben Wilfred Kigen wird auch der Titelverteidiger und Streckenrekordler Bellor Yator (2:09:47 Stunden) in Düsseldorf am Start stehen. Dadurch hofft Christoph Kopp, der Sportliche Leiter des Rennens, auf eine Streckenbestzeit am Rhein.

Bemerkenswert ist, dass die Verpflichtung von Wilfred Kigen möglich wurde, weil Race-Direktor Jan Winschermann eigene Gelder zur Verfügung stellte. „Da das Elite-Budget derzeit eher gering ist, werde ich mit privaten Mitteln den Start von Wilfred Kigen möglich machen. So eine Chance kann man sich einfach nicht entgehen lassen, die Sportstadt Düsseldorf mit sportlichen Erfolgen nach vorne zu bringen“, erklärte Jan Winschermann.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 12.04.2009

Starke London-Generalprobe für Irina Mikitenko in Paderborn


Irina Mikitenko ist rechtzeitig vor dem London-Marathon in Topform.
Foto: photorun.net

„Super Zeit! Damit kann ich sehr gut leben“, freute sich Irina Mikitenko im Ziel des 10-km-Laufes beim Paderborner Osterlauf. Zwei Wochen vor dem London-Marathon zeigte sich die weltbeste Marathonläuferin des Vorjahres auf dem schnellen Paderborner Asphalt in glänzender Verfassung und verpasste mit ihrer Siegerzeit von 31:24 Minuten den seit 2002 von Linah Cheruiyot (Kenia) mit 31:19 Minuten gehaltenen Streckenrekord um lediglich fünf Sekunden. Zudem sorgte Susanne Hahn als Halbmarathon-Siegerin in 1:13:20 Stunden für einen weiteren deutschen Sieg.

„Irina und Susanne sind auf einem guten Weg zu ihren Frühjahrs-Marathonläufen. Mit einer derart überzeugenden Generalprobe lässt es sich schon gelassen dem Marathon entgegen sehen“, zeigte sich Bundestrainer Detlef Uhlemann zufrieden über den Auftritt der wenigen deutschen Spitzenläufern.

„Heute ging es für mich nicht um den Streckenrekord, sondern ich wollte gewinnen“, rückte Irina Mikitenko ihre persönlichen Prioritäten zurecht, nachdem sie immer wieder auf den knapp verpassten Kursrekord angesprochen wurde. „Ich war bereit für eine Endzeit von 31:30, deshalb bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden. Auf der zweiten Hälfte war ich ganz alleine in Führung und konnte mein eigenes Rennen machen. Am Anfang waren wir mit 3:00 Minuten für den ersten Kilometer viel zu schnell, aber die Kenianerinnen sind ohne Uhr und Zeitgefühl einfach losgestürmt. Das kann ich in der Marathonvorbereitung nicht unbedingt leicht mitgehen.“ Die Wattenscheiderin kam wie im Vorjahr direkt von ihrem mehrwöchigen Höhentraining aus Kirgisien nach Paderborn. „Im Vorjahr bin ich drei Tage zuvor aus der Höhe herunter gekommen. Dieses Jahr waren es, wegen des London-Marathons in zwei Wochen, fünf Tage. Das war für mich ein Unsicherheitsfaktor“.

Eine Minute nach Irina Mikitenko kam mit Sally Barsosio die frühere 10.000-m-Weltmeisterin ins Ziel, die mit 31 Jahren sogar noch sechs Jahr jünger ist als die Wattenscheiderin aus dem hessischen Freigericht. Auch die nächsten Plätze gingen mit Alice Mogire (33:22) und Lydia Njeri (33:26) an kenianische Läuferinnen.

Bei den Männern belegten ausschließlich kenianische Läufer die ersten zehn Plätze. An der Spitze setzte sich dabei Peter Kamais in 28:16 Minuten gegen Job Tanui durch, mit dem er das gesamte Rennen über den Takt vorgegeben hatte. Bei frühsommerlichen Bedingungen blieb man allerdings ein weiteres Mal deutlich über dem Streckenrekord, den seit 1993 Carsten Eich mit 27:47 Minuten hält.

Über die Halbmarathonstrecke setzte sich etwas überraschend die deutsche Marathonmeisterin 2008, Susanne Hahn (schlau.com Saarbrücken) mit 1:13:20 Stunden auf der Halbmarathonstrecke durch. „Ich kann bei Hitze laufen, auch wenn es natürlich nicht optimal ist“, sagte Susanne Hahn. „Wenn man gewinnt, ist man immer zufrieden. Aber für mich war es wichtig, gegen die Kenianerinnen ins Rennen hineinzukommen. Ich habe meinen Schritt gefunden, und das ist für meinen Marathonstart in Düsseldorf wichtig.“ Die Bonnerin konnte mit ihrem persönlichen Tempomacher Jürgen Austin-Kerl nicht nur nach 16 Kilometern die kenianische Gruppe mit Irene Cherop, Loise Kangogo und Chental Rionotükel einholen, sondern auch sofort mit einem Konter den Schlussangriff starten und mit 1:13:20 einen sicheren Vorsprung vor Irene Cherop herauslaufen. „Den Sieg wollte ich, die ursprünglich geplante Bestzeit war bei diesen Bedingungen natürlich außer Reichweite. Für Düsseldorf wünsche ich mir 13 bis 15 Grad, dann wird es schon klappen“, blickt Susanne Hahn bereits zur WM-Qualifikation am Rhein.

Bei den Männern gab es einen ausgesprochenen Verlegenheitssieger mit Stephen Koech. Der 33-jährige Kenianer verpasste nämlich den 10-km-Start, meldete sich um – und gewann die etwas mehr als doppelt so lange Distanz in 1:02:35 Minuten vor seinen Landsleuten Eliud Kiplagat (1:02:37), Philip Rugut (1:02:41) und Alexander Tidony (1:02:43).

Mit einem Teilnehmerrekord von 8.113 Athleten gab es für das neue Organisationsteam um den Grün-Weiß-Präsidenten Wolfgang Krenz und Organisationschef Peter Horak einen guten Einstand, wobei 3000 Teilnehmer über 10 km und knapp 2000 die Halbmarathonstrecke laufen wollten.

Text: race-news-service.com / Wilfried Raatz

seitenanfang...

race-news | 06.04.2009

Duncan Kibet gewinnt sensationellen Rotterdam-Marathon


Duncan Kibet wurde in Rotterdam zum zweitschnellsten Marathonläufer aller Zeiten.
Foto: photorun.net

Duncan Kibet triumphierte in einem ebenso dramatischen wie hochkarätigen Rotterdam-Marathon in der drittschnellsten Zeit aller Zeiten. Der Kenianer lief nach einem spannenden Zweikampf in 2:04:27 Stunden vor seinem zeitgleichen Landsmann James Kwambai ins Ziel. Das war nicht nur ein kenianischer Rekord sondern auch eine Kursbestzeit. Kibet stellte zudem eine Jahresweltbestzeit auf und kam bis auf 28 Sekunden an den Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrselassie heran, der im vergangenen September in Berlin 2:03:59 Stunden gelaufen war.

Als Dritter erreichte in Rotterdam der Kenianer Abel Kirui in 2:05:04 Stunden das Ziel, Vierter wurde sein Landsmann Patrick Makau Musyoki, der sein Debüt in ausgezeichneten 2:06:14 beendete. Fünfter wurde dann mit etwas Abstand Jackson Kipkoech mit 2:08:54. Gemessen an den ersten drei beziehungsweise vier Zeiten war dieser Rotterdam-Marathon der hochklassigste aller Zeiten. Zwei Läufer unter 2:04 Stunden hatte es in der Marathongeschichte zuvor nur einmal gegeben: In Berlin 2003, als Paul Tergat den Weltrekord auf 2:04:55 Stunden geschraubt hatte und dabei eine Sekunde vor seinem Landsmann Sammy Korir gewonnen hatte. Es war jener kenianische Rekord von Tergat, den Duncan Kibet nun in Rotterdam gebrochen hat. Schneller als Duncan Kibet war überhaupt nur Haile Gebrselassie, der neben seinem aktuellen Weltrekord 2007 in Berlin bereits 2:04:26 Stunden gelaufen war.

Angesichts der sensationellen Ergebnisse bei den Männern, die begünstigt wurden durch perfekte Wetterbedingungen, geriet das Frauenrennen etwas in den Hintergrund. Hier siegte die Russin Nailya Yulamanova in 2:26:30 Stunden.

Entscheidend für die schnellen Männerzeiten war wie bei den beiden Weltrekorden von Haile Gebrselassie in Berlin 2007 und 2008 eine hervorragende Tempoarbeit bis jenseits der 30-km-Marke. In Rotterdam war es Wilson Chebet (Kenia), der die vierköpfige Führungsgruppe mit Kibet, Kwambai, Kirui und Makau Musyoki nach 1:28:51 Stunden durch die 30-km-Marke führte und dann noch bis Kilometer 32 durchhielt. Zuvor hatte eine größere Gruppe die Halbmarathonmarke nach 1:02:35 Stunden erreicht.

Auf den letzten 10 Kilometern verlor dann zunächst Makau Musyoki und anschließend Kirui den Kontakt zur Spitze, an der Kwambai das Tempo bestimmte und fast schon wie der Sieger aussah. Im vergangenen Herbst hatte der Kenianer sich beim Berlin-Marathon ein starkes Duell mit Haile Gebrselassie geliefert und war in 2:05:36 Zweiter, nun führte er in der Schlussphase in Rotterdam teilweise mit ein paar Metern Vorsprung. Doch Duncan Kibet kam wieder an den Führenden heran und überspurtete ihn auf den letzten Metern. Erst vor einem Jahr war der heute 30-Jährige sein Marathondebüt in Wien gelaufen. Dabei wurde er hinter Abel Kirui in 2:08:33 Stunden Zweiter. Dann steigerte er sich im November als Sieger des Mailand-Marathons auf die dortige Kursrekordzeit von 2:07:53.

Im Frauenrennen führte lange Zeit die favorisierte Lydia Cheromei mit deutlichem Vorsprung vor Nailya Yulamanova. Doch im letzten Teil wurde die Kenianerin immer langsamer, so dass die Russin sie noch ein- und dann überholen konnte. In einer persönlichen Bestzeit von 2:26:30 siegte sie vor Lydia Cheromei (2:28:09) und Adriana Pirtea (Rumänien/2:36:36).

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 05.04.2009

Vincent Kipruto gewinnt hochklassigen Paris-Marathon


Über 30.000 Läufer starteten beim Paris-Marathon.
Foto: Paris-Marathon

Mit einem Paukenschlag endete der erste der großen Frühjahrs-Marathonläufe am Sonntag morgen in Paris: Der Kenianer Vincent Kipruto gewann das Rennen in 2:05:47 Stunden und wurde damit zu diesem Zeitpunkt zum sechstschnellsten Marathonläufer aller Zeiten. Es war zudem die achtbeste Zeit aller Zeiten. In diesem Jahr war vor Kipruto nur einer schneller: Haile Gebrselassie mit 2:05:29 Stunden in Dubai im Januar. Das Frauenrennen gewann die Äthiopierin Atsede Bayisa in 2:24:42 Stunden. Das ist die viertschnellste Zeit des Jahres bisher. Bei sehr gutem, kühlem Laufwetter gingen in Paris über 30.000 Läufer an den Start.

Der erst 21-jährige Sieger Vincent Kipruto war mit einer persönlichen Bestzeit von 2:08:16 Stunden, die er im vergangenen Jahr als Dritter des Reims-Marathons aufgestellt hatte, nach Paris gereist. Nun steigerte er sich auf sehr hohem Niveau um fast drei Minuten. Das Rennen war von Beginn an schnell. Eine achtköpfige Spitzengruppe erreichte die Halbmarathonmarke nach 62:46 Minuten.

Einer nach dem anderen fiel dann aus der Führungsgruppe heraus. Doch die Entscheidung fiel erst bei Kilometer 39. Hier gelang es Vincent Kipruto auch seinen letzten Verfolger hinter sich zu lassen: den Äthiopier Bado Worku. Während der Kenianer mit 2:05:47 Stunden den sechs Jahre alten Streckenrekord seines Landsmannes Mike Rotich (2:06:33) deutlich verbesserte und für diese Leistung 50.000 Euro erhielt, rannten auch die hinter ihm platzierten Läufer noch hervorragende Zeiten. Gleich fünf weitere Athleten erreichten Ergebnisse von unter 2:07 Stunden.

In seinem Debüt kam der zweitplatzierte Bado Worku nach 2:06:15 Stunden ins Ziel. Dritter wurde der Kenianer David Kiyeng, der seine Bestzeit um fast eineinhalb Minuten auf 2:06:26 steigerte. Auf den nächsten Plätzen folgten Yemane Adhane (Äthiopien/2:06:30), Rachid Kisri (Marokko/2:06:48) und David Mandago (Kenia/2:06:53). Auch diese drei Läufer nutzten die optimalen Bedingungen jeweils für neue Bestzeiten.

Vergleichsweise nicht ganz so schnell war das Frauenrennen in Paris. Hier entwickelte sich in der Schlussphase des Rennens ein äthiopischer Dreikampf: Die spätere Siegerin Atseda Bayisa lief gemeinsam mit ihren Landsfrauen Aselefech Mergia und Ashu Kasim an der Spitze. Kasim fiel dann als erste zurück. Und am Ende des Rennens konnte sich Bayisa von der Debütantin Mergia lösen. Mit 2:24:42 steigerte auch die Siegerin ihre Bestzeit deutlich. Mit einer Zeit von 2:29:08 war die Äthiopierin nach Paris gekommen. Für ihren Sieg erhielt die 21-Jährige eine Prämie von 25.000 Euro. Den Streckenrekord von Marleen Renders (Belgien), die 2002 in 2:23:05 gewonnen hatte, konnte sie nicht gefährden.

Zweite wurde Aselefech Mergia mit 2:25:02 Stunden, Rang drei ging an Christelle Dauney mit 2:25:43. Die Französin hatte auf den letzten Kilometern noch Ashu Kasim (2:25:49) auf Rang vier verwiesen und war dann in Landesrekordzeit ins Ziel gestürmt. Fünfte wurde mit deutlichem Abstand Julia Muraga (Kenia/2:29:10).

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 05.04.2009

Bernard Kipyego und Sabrina Mockenhaupt laufen Topzeiten in Berlin


Sabrina Mockenhaupt gewann den Berliner Halbmarathon mit einer deutschen Jahresbestzeit.
Foto: Wolfgang Weising / Vattenfall Berliner Halbmarathon

Der größte und hochkarätigste deutsche Halbmarathon hat seine Position eindrucksvoll bestätigt: Bernard Kipyego (Kenia) und Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) hießen die Sieger beim Vattenfall Berliner Halbmarathon, für den alles zusammen 25.193 Athleten aus 85 Nationen gemeldet hatten. Darunter waren 21.725 Läufer über die 21,0975-km-Strecke. Am Sonntag gab es jedoch nicht nur einen Teilnehmerrekord sondern auch nie zuvor erreichte Zuschauerzahlen: 170.000 Menschen feuerten die Athleten am Streckenrand an. Bernard Kipyego gewann das Rennen in der Weltklassezeit von 59:34 Minuten und lief eines der schnellsten Halbmarathon-Debüts aller Zeiten, während Sabrina Mockenhaupt ihre Bestzeit auf 68:45 steigerte und damit eine deutsche Jahresbestzeit aufstellte.

Bei idealen Temperaturen von rund 13° Celsius und trockenem Wetter war lediglich der leichte Wind etwas störend für die Topläufer. „Die Strecke ist wirklich schnell, aber der Wind war vor allem auf den ersten 10 Kilometern hinderlich“, erklärte Sabrina Mockenhaupt, die auch deswegen in der ersten Hälfte des Rennens noch etwas vorsichtiger anlief. Nach 32:50 Minuten hatte sie den 10-km-Punkt erreicht und war etwas langsamer als ursprünglich geplant. Zu diesem Zeitpunkt hatte Sabrina Mockenhaupt jedoch noch die Konkurrenz im Nacken: Die beiden Kenianerinnen Hellen Kimutai und Lydia Njeri ließen sich nicht so schnell abschütteln. „Dass die beiden lange Zeit mit mir liefen, hat mich etwas nervös gemacht. Da fehlt mir noch ein bisschen Routine“, sagte Sabrina Mockenhaupt und fügte hinzu: „Ich wollte in Berlin natürlich gewinnen.“

Kurz vor Kilometer 15 fiel dann die Vorentscheidung: Sabrina Mockenhaupt hatte sich gelöst und vergrößerte fortan ihren Vorsprung. Mit 68:45 Minuten verbesserte sie am Ende ihre vor gut einem halben Jahr in Köln aufgestellte Bestzeit um sechs Sekunden. Die 28-Jährige gewann vor den Kenianerinnen Hellen Kimutai (69:27) und Lydia Njeri (70:08). Sabrina Mockenhaupts Zeit ist die sechstbeste in der Geschichte des Vattenfall Berliner Halbmarathons. In der Jahresweltbestenliste steht sie damit auf Rang zehn. „Als ich gestern im Bett lag, habe ich mir überlegt, dass das gar nicht so einfach wird, meine Bestzeit von 68:51 Minuten zu unterbieten, denn das ist doch schon eine Hausnummer.“

Sabrina Mockenhaupt will sich nun über 10.000 m für die Weltmeisterschaften in Berlin qualifizieren. „Bezüglich der Qualifikationszeit von 31:45 Minuten mache ich mir jetzt nach dem guten Rennen in Berlin keine Sorgen mehr – ich bin sicher auf einem guten Weg.“ In der Zukunft will sie auf jeden Fall auch beim Berlin-Marathon starten, aber in diesem Jahr wird das eher schwierig. Nach dem 10.000-m-WM-Rennen Mitte August in Berlin käme ein Marathonstart in der Hauptstadt am 20. September aller Voraussicht nach etwas zu früh.

Im Männerrennen bestimmten die Kenianer vom Start weg das Geschehen an der Spitze. Den 10-km-Punkt passierte eine größere Spitzengruppe nach 28:18 Minuten. Nach und nach fielen auf den folgenden Kilometern Läufer zurück, doch eine Vorentscheidung fiel erst drei Kilometer vor dem Ziel. Hier hatten sich die drei Kenianer Bernard Kipyego, Sammy Kosgei und Wilson Kipsang Kiprotich von der restlichen Konkurrenz gelöst. Immer schneller wurden dann die Kilometerabschnitte gelaufen. Doch auch bei einem famosen 2:45-Minuten-Tempo über 1.000 Meter fiel keiner der drei Führenden zurück. So wurde das Rennen erst in einem dramatischen Zielsprint entschieden: Dabei setzte sich mit dem 22-jährigen Bernard Kipyego ein Debütant in der fünftschnellsten Zeit des Jahres (59:34) vor seinen Landsleuten Sammy Kosgei (59:36) und Wilson Kipsang Kiprotich (59:38) durch. Vierter wurde der Kenianer Samuel Gichochi Mwangi in 59:55. Der Vattenfall BERLINER HALBMARATHON verzeichnete erstmals in seiner Geschichte in einem Rennen vier Zeiten unter einer Stunde. Damit war der Berliner Lauf zugleich das bisher zweitschnellste Rennen dieses Jahres weltweit. Die Kenianer belegten bei ihrer eindrucksvollen Vorstellung in Berlin gleich die ersten zehn Plätze. Und zum achten Mal in Folge stellten sie bei diesem Rennen nun schon den Sieger. Bester deutscher Läufer war auf der schnellen Strecke Markus Koch (TV 1848 Coburg) auf Platz 29 mit 68:42 Minuten.

Obwohl Bernard Kipyego noch nie zuvor einen Halbmarathon gelaufen war, gehörte er in Berlin zu den großen Favoriten. Denn vor zwei Jahren hatte der Kenianer einen starken dritten Platz bei den Cross-Weltmeisterschaften belegt. Ebenfalls 2007 erzielte er mit 26:59,61 Minuten eine Weltklassezeit über 10.000 m. „Vor dem Start dachte ich, meine Chancen auf Sieg stehen bei 50 zu 50, aber während des Laufes nahm meine Zuversicht zu“, erklärte Bernard Kipyego, der hofft, sich mit seinem Berliner Erfolg für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Birmingham im Oktober qualifiziert zu haben.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 05.04.2009

Pollmächer und Schulz Deutsche Halbmarathonmeister


André Pollmächer wurde souverän Deutscher Meister über die Halbmarathondistanz.
Foto: www.photorun.net

Achtzehn Kilometer lang leistete Triathlet Steffen Justus (LAC Elm) dem klaren Favoriten André Pollmächer (LAC Erdgas Chemnitz) großartigen Widerstand, dann setzte sich letztlich doch der deutsche WM-Kandidat für die Marathondistanz mit einem lang gezogenen Steigerungslauf durch und sicherte sich die Deutsche Halbmarathonmeisterschaft in Aichach in 1:04:43 Stunden vor Justus (1:05:01). Dritter wurde Titelverteidiger Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen/1:06:45). Bei den Frauen kam die frühere 3.000-m-Hindernismeisterin Melanie Schulz (Laufclub Erfurt) zu einem sicheren Erfolg in 1:15:42 Stunden vor Stefanie Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen/1:16:02) und Bernadette Pichlmaier (LAG Mittlere Isar/1:17:25).

„Die Zeit ist in Ordnung, das Rennen verlief für mich planmäßig“, analysierte gewohnt nüchtern André Pollmächer seine starke Vorstellung in Aichach. „Allerdings bin ich über Steffen Justus erstaunt, dass er mich so lange gefordert hat.“ Der Chemnitzer, seit einigen Wochen wegen seiner Freundin Janina im bayerischen Neuburg an der Donau ansässig, ist nach zwei Trainingslagern in Südafrika und Mexiko in so guter Verfassung, um auch Bundestrainer Detlef Uhlemann mit einem ersten Leistungsnachweis zu überzeugen. „Mein Trainer hat mir zwar keine Zeitvorgabe mit auf den Weg gegeben, aber eine 64er Zeit sollte schon sein.“ Und im Hinblick auf die WM in Berlin lieferte er sogleich einen treffenden Nominierungsgrund: „In Düsseldorf ist mit Falk Czierpinski unser derzeit bester Marathonläufer am Start, an dem werde ich mich orientierten. Aber der Bundestrainer kann mich schon jetzt mit ruhigem Gewissen nominieren. Ich bin in Form!“

„Mich hat es überrascht, dass ich so lange mithalten konnte. Ich habe auch unterwegs André gefragt, ob er mich mitnehmen würde. Das hat er dann auch gemacht und mir somit zu einer guten Endzeit verholfen“, sagte Steffen Justus. Für ihn geht es zum Rad-Trainingslager nach Mallorca und dann zu den ersten Weltcuprennen im Mai. „Marathon würde mich schon interessieren, aber das lässt sich nicht mit Triathlon vereinbaren“, so die Antwort des für den LAC Elm startenden Neu-Saarländers, der übrigens als „München Hero“ im vergangenen Jahr sowohl den Triathlon als auch den Marathon in der bayerischen Landeshauptstadt gewinnen konnte. Und DLV-Langstreckentrainer Uhlemann zeigte sich ebenfalls angetan von dem forschen Auftritt des Triathleten. „Es ist schon toll, mit welcher Kaltschnäuzigkeit Steffen Justus das Rennen bestritten hat. So einen würde ich gerne ins Team nehmen.“

Eindrucksvoll bestimmte Melanie Schulz das Frauenrennen, nachdem die als Favoritin gehandelten Julia Viellehner wegen anhaltender Rückenbeschwerden nur als Zuschauerin in Aichach weilte. „Es geht einfach nicht“, erklärte sie unter Tränen. Des einen Leid, des anderen Freud. Für Melanie Kraus schloss sich mit dem Gewinn des Halbmarathontitels ein schmerzvoller Weg voller Krankheiten und Verletzungen. „Nach fünf Jahren endlich wieder ein Lichtblick“, fasste die Angehörige der Bundespolizei in Cottbus ihren Leidensweg zusammen. Am Donnerstag war sie erst aus dem kenianischen Trainingslager aus Nyahururu zurückgekehrt. „Ich hatte heute Luft für zwei“, sagte die Erfurterin im Ziel. Und sie blickt bereits voraus in Richtung Marathon, denn am 3. Mai wird sie neben Susanne Hahn, Melanie Kraus und Luminita Zaituc an der Startlinie in Düsseldorf stehen. „Das war heute die Feuerprobe. Danke an meinen Trainer Dieter Herrmann, der immer an mich geglaubt hat.“ Und der Erfurter Erfolgstrainer ergänzte: “Marathon ist noch etwas anderes. Man darf die Trauben nicht zu hoch hängen.“ Und er wehrte damit voreilige Spekulationen ab. „Mittelfristig sehe ich aber schon meine Zukunft auf der Straße!“

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 04.04.2009

Die neue Stärke der Sabrina Mockenhaupt: Der Lauf ist die Party


Sabrina Mockenhaupt startet am Sonntag als Favoritin beim Berliner Halbmarathon.
Foto: www.photorun.net

Für Sabrina Mockenhaupt ist der Vattenfall Berliner Halbmarathon das wichtigste Rennen im Frühjahr und ein Wegweiser: „Der Lauf am Sonntag ist eine Standortbestimmung für mich für die weitere Saison“, sagt die 28-jährige ,Mocki’. Morgen wird sie als Favoritin in Berlin an den Start gehen. Der erste Rahmenwettbewerb der 29. Auflage der Veranstaltung wird um 10.05 Uhr am Sonntag auf der Schlossbrücke in Berlin-Mitte gestartet, der Halbmarathon beginnt dann um 10.45 Uhr. Die Rekordzahl von alles zusammen über 25.000 Athleten aus 85 Nationen haben sich für die Veranstaltung gemeldet.

Gewohnt locker und zuversichtlich präsentierte sich Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) bei der Pressekonferenz vor dem Rennen. Doch der Eindruck könnte täuschen, denn Sabrina Mockenhaupt hat sich verändert. Deutlich ernsthafter als in früheren Jahren betreibt sie ihren Sport. „Ich gehe viel weniger shoppen und abends auch nicht mehr groß aus“, erklärt die 28-Jährige und fügt hinzu: „Abends bin ich oft zu müde, um noch wegzugehen. Dann lege ich mich lieber vor den Fernseher und schaue Topmodell. Ich bin gemütlich geworden.“

Die Änderungen in der Lebensweise haben sich im vergangenen Jahr bereits deutlich bei den Leistungen bemerkbar gemacht. Bei den Olympischen Spielen zeigte Sabrina Mockenhaupt ihr bisher stärkstes Rennen bei einer großen Meisterschaft. Im 10.000-m-Finale von Peking belegte sie Rang 13 und erzielte dabei eine persönliche Bestleistung von 31:14,21 Minuten. Im Herbst setzte sie die starke Form auch auf der Straße um: Zunächst gewann sie den Kölner Halbmarathon in persönlicher Bestzeit von 68:51 Minuten, dann verbesserte sie sich als Siegerin des Frankfurt-Marathons auf 2:26:22 Stunden.

Nach dem erfolgreichen Herbst 2008 warfen sie Krankheits- und Verletzungsprobleme zurück. „Ich bin in den Urlaub gefahren und in Thailand erst mal richtig krank geworden. Dann hatte ich Knie-, Fuß- und Beckenprobleme, so dass ich erst seit 11. Januar wieder trainieren konnte“, sagte Sabrina Mockenhaupt, die dann im Februar ohne spezifische Vorbereitung Deutsche Hallenmeisterin über 3.000 m wurde und später im März auch souverän den nationalen Crosstitel gewann.

Rund 170 Kilometer läuft Sabrina Mockenhaupt zurzeit wöchentlich im Training. Das ist mehr als früher, aber im Hinblick auf eine zukünftige Marathonkarriere noch ausbaufähig. Das weiß auch die aus dem Siegerland stammende Läuferin. Schritt für Schritt will sie sich Richtung Marathon orientieren und deswegen zurzeit nicht mehr als ein Rennen über die klassischen 42,195 km pro Jahr laufen. Deswegen und weil sie sich noch nicht stark genug fühlt im Marathon hat Sabrina Mockenhaupt sich gegen einen Marathonstart bei den Weltmeisterschaften in Berlin entschieden. „Der Marathon ist schon ein sehr hartes Brot“, sagt Sabrina Mockenhaupt, die sich stattdessen über 10.000 m für die WM qualifizieren will. „Mein Herz schlägt noch für die 10.000 Meter, obwohl ein Marathon natürlich auch ein großes Erlebnis ist.“

Um das Straßenlauf-Feeling erleben zu können, hat sich Sabrina Mockenhaupt für den Start beim morgigen Vattenfall Berliner Halbmarathon entschieden. Über avisierte Zielzeiten wollte sie kurz vor dem Rennen nicht mehr sprechen, allerdings möchte sie die 10-km-Marke in 32:40 bis 32:50 Minuten erreicht haben. Damit wäre eine Steigerung ihrer persönlichen Bestzeit von 68:51 im Bereich des möglichen. „Ich denke, dass ich in Berlin gut laufen kann.“

Nach dem Halbmarathon wird sich Sabrina Mockenhaupt auf die WM-Qualifikation über 10.000 m vorbereiten. Hier muss sie 31:45 Minuten laufen, was sie ohne Probleme umsetzen kann. „Ich suche zurzeit ein gutes Rennen in der ersten Juni-Hälfte“, sagt Sabrina Mockenhaupt. Der Europacup auf Madeira oder das Meeting in Utrecht bieten sich an.

Im Herbst könnte Sabrina Mockenhaupt zum Marathon zurückkehren. „Ich denke, ich werde in diesem Jahr eher in Deutschland laufen, denn für die großen Rennen im Ausland müsste ich schon mehr drauf haben als eine Bestzeit von 2:26 Stunden“, sagt Sabrina Mockenhaupt. Der Berlin-Marathon am 20. September ist durchaus eine weitere Startmöglichkeit in der deutschen Hauptstadt für die Läuferin. Der Frankfurt-Marathon Ende Oktober bietet ebenfalls eine gute nationale Startchance.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 03.04.2009

Die große Vorschau auf die Frühjahrs-Marathonrennen: Von Rotterdam über Boston und London bis Düsseldorf


Irina Mikitenko tritt als Vorjahressiegerin in London an.
Foto: www.photorun.net

Die kommenden vier Wochen haben es in sich in Sachen Marathon: Zu keiner anderen Zeit des Jahres werden so kurz hintereinander derart viele der hochkarätigsten und größten Läufe über die klassische Distanz gestartet. Paris und Rotterdam machen am kommenden Sonntag den Anfang, die beiden World Marathon Majors (WMM)-Rennen Boston und London finden ebenso wie Wien und Hamburg an den zwei Wochenenden nach Ostern statt. Und schließlich folgt der aus deutscher Sicht interessante Düsseldorf-Marathon am 3. Mai. Über 150.000 Läufer, darunter viele der weltbesten Straßenläufer, werden in den nächsten Wochen bei den bedeutenden Frühjahrs-Marathonrennen am Start sein. Obwohl Hamburg in diesem Jahr Schwierigkeiten hat, gilt: das Interesse an den großen Rennen ist ungebrochen.

London, Paris, Boston, Rotterdam – diese Klassiker sind alle längst ausgebucht, es gibt seit Wochen beziehungsweise sogar Monaten keine Startplätze mehr. Bis zu einer Million Zuschauer werden an den einzelnen Strecken erwartet. Besonders bei den britischen und amerikanischen Rennen spielt das Charity-Running eine immer größere Rolle. Mehr und mehr Breitensportler nutzen ihre Leistung dazu, um Spenden für gemeinnützige Organisationen zu sammeln. Beim Boston-Marathon wurden 2008 alleine für die offiziell mit der Veranstaltung verbundenen ,Charities’ über elf Millionen Dollar gesammelt. In London kam zuletzt sogar etwa die vierfache Summe zusammen. Seit den 80er Jahren sammelten die Teilnehmer des London-Marathons rund 400 Millionen Pfund (rund 430 Millionen Euro) für den guten Zweck.

London mit dem hochklassigsten Feld


Olympiasieger Sammy Wanjiru startet in London.
Foto: www.photorun.net

Führend sind die Londoner aber vor allem aus spitzensportlicher Sicht: Kein anderes Rennen der Welt schafft es mit entsprechenden Startgeldern ein derart hochklassiges Feld an den Start zu bringen. Zehn Läufer gelang es bisher, die 42,195 km in unter 2:06 Stunden zu rennen. Vier von ihnen treffen am 26. April in London aufeinander: Neben Vorjahressieger und Kursrekordler Martin Lel (2:05:15) sind dies Olympiasieger Sammy Wanjiru (beide Kenia), Abderrahim Goumri (Marokko) und Khalid Khannouchi (USA). Vier weitere London-Starter weisen Bestzeiten von unter 2:07 Stunden auf. Gespannt sein darf man auf das Debüt des Halbmarathon-Weltmeisters Zersenay Tadese (Eritrea).

Das Frauen-Feld ist kaum schwächer, obwohl Race-Direktor David Bedford zum zweiten Mal in Folge den verletzungsbedingten Ausfall von Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien/2:15:25) hinnehmen musste. Im Mittelpunkt steht dadurch Irina Mikitenko (TV Wattenscheid), die in London als Vorjahressiegerin an den Start geht. Damals gewann sie nach einem taktischen Rennen in 2:24:14 Stunden, in Berlin steigerte sie sich dann als erste Deutsche auf eine Zeit unter 2:20 Stunden (2:19:19). Zwei weitere Läuferinnen gehen mit Bestzeiten unter 2:20 an den Start: Die Weltmeisterin und Olympia-Zweite Catherine Ndereba (Kenia) ist mit 2:18:47 hinter Paula Radcliffe die zweitschnellste aller Zeiten, die Olympia-Dritte Zhou Chunxiu (China) lief bereits 2:19:51. Fünf Athletinnen kommen hinzu, die bisher unter 2:22 Stunden blieben. Darunter ist mit Constantina Dita (Rumänien) auch die Olympiasiegerin, so dass alle Medaillengewinnerinnen aus Peking in London laufen werden.

London und Boston sind die beiden Frühjahrsrennen, bei denen es um Punkte für die World Marathon Majors (WMM)-Serien geht. In der Wertung 2008-2009 führen dabei Sammy Wanjiru und Irina Mikitenko (Siegerin der Serie 2007-2008), die beide in London starten. Sollte der Deutschen ein erneuter Triumph in London gelingen, könnte dies schon vorentscheidend sein im Kampf um die 500.000-Dollar-Prämie in diesem Jahr.

Das Top-Marathonrennen in London: Zahlen, Zeiten, Stars

World Marathon Majors (WMM)-Rennen,
IAAF Gold Label Road Race
Termin: 26. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: 37.000
Zielzahl 2008: 34.602
Vorauss. Zuschauerzahl: eine Million
Anmeldungen noch möglich: Nein
Internetseite: www.london-marathon.co.uk

Siegprämie: 65.000 Dollar
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): 295.000 Dollar

Vorjahressieger:
Martin Lel (KEN) 2:05:15
Irina Mikitenko (GER) 2:24:14

Streckenrekorde:
2:05:15 Martin Lel (KEN/2008)
2:15:25 Paula Radcliffe (GRB/WR/2003)

Favoriten und Bestzeiten
Männer: Martin Lel (KEN/Vorjahressieger, Kursrekordler) 2:05:15, Sammy Wanjiru (KEN/Olympiasieger) 2:05:25, Abderrahim Goumri (MAR) 2:05:30, Khalid Khannouchi (USA) 2:05:36, Felix Limo (KEN) 2:06:14, Emmanuel Mutai (KEN) 2:06:15, Tsegaye Kebede (ETH) 2:06:40, Hendrick Ramaala (RSA) 2:06:55, Jaouad Gharib (MAR) 2:07:02, Yonas Kifle (ERI) 2:07:34, Tessema Abshiro (ETH) 2:08:26, Dathan Ritzenhein (USA) 2:11:06, Zersenay Tadese (ERI/Halbmarathon-Weltmeister) Debüt
Frauen: Irina Mikitenko (TV Wattenscheid/Titelverteidigerin) 2:19:19, Catherine Ndereba (KEN/Weltmeisterin) 2:18:47, Zhou Chunxiu (CHN) 2:19:51, Berhane Adere (ETH) 2:20:42, Lyudmila Petrova (RUS) 2:21:29, Constantina Dita (ROU) 2:21:30, Svetlana Zakharova (RUS) 2:21:31, Gete Wami (ETH) 2:21:34, Mara Yamauchi (GBR) 2:25:03, Martha Komu (KEN) 2:25:33, Inga Abitova (RUS) 2:33:55, Kate O’Neill (USA) 2:34:04

Amerikanische Siegchancen in Boston


Der Startschuss zum 113. Boston-Marathon fällt am 20. April.
Foto: www.photorun.net

In Boston, wo unter anderem der Sieger der WMM-Serie 2006-2007 Robert K. Cheruiyot I auf seinen Namensvetter Robert K. Cheruiyot II (Frankfurt-Marathonsieger 2008) treffen wird, hoffen die Amerikaner auf den ersten Heimsieg seit 1985: damals gewann Lisa Weidenbach. Der letzte Männersieg ist sogar noch zwei Jahre länger her – Greg Meyer gewann 1983. Am 20. April, dem traditionellen Montags-Termin, ruhen die Hoffnungen auf Ryan Hall. Der Amerikaner hatte sich im vergangenen Jahr in London auf 2:06:17 Stunden gesteigert. Man darf gespannt sein, wie er mit der schweren, welligen Strecke zurecht kommt, auf der Robert K. Cheruiyot I seinen fünften Sieg anstrebt. Bei den Frauen ist mit Kara Goucher ebenfalls eine aussichtsreiche Amerikanerin im Rennen.

Für Weltklasse-Ergebnisse bekannt ist auch der Rotterdam-Marathon. Auf der schnellen Strecke wurden vor der Jahrtausendwende dreimal Weltrekorde aufgestellt. Der Vorjahressieger William Kipsang (Kenia), der 2008 mit einem Kursrekord von 2:05:49 Stunden gewann, trifft am kommenden Sonntag unter anderen auf den aufstrebenden Sieger des Mailand-Marathons 2008, Duncan Kibet (Kenia), sowie auf einen perspektivenreichen Debütanten: Patrick Makau Musyoki (Kenia) ist der zweitschnellste Halbmarathonläufer aller Zeiten (58:52 Minuten).

Das Top-Marathonrennen in Boston: Zahlen, Zeiten, Stars

World Marathon Majors (WMM)-Rennen,
IAAF Gold Label Road Race
Termin: 20. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: 22.500
Zielzahl 2008: 21.948
Vorauss. Zuschauerzahl: 500.000
Anmeldungen noch möglich: Nein
Internetseite: www.baa.org

Siegprämie: 150.000 Dollar
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): 796.000 Dollar

Vorjahressieger:
Robert K- Cheruiyot (KEN) 2:07:46
Dire Tune (ETH) 2:25:25

Streckenrekorde:
2:07:14 Robert K. Cheruiyot (KEN/2006)
2:20:43 Margaret Okayo (KEN/2002)

Favoriten und Bestzeiten
Männer: Ryan Hall (USA) 2:06:17, Evans Cheruiyot (KEN) 2:06:25, Deriba Merga (ETH) 2:06:38, Daniel Rono (KEN) 2:06:58, Benjamin Limo (KEN) 2:07:09, Robert Kipkoech Cheruiyot (KEN/Vorjahressieger, Kursrekordler) 2:07:14, Robert Kiprono Cheruiyot (KEN) 2:07:21, Gudisa Shentema (ETH) 2:07:34, Gashaw Asfaw (ETH) 2:08:03, Stephen Kiogora (KEN) 2:08:24, Solomon Molla (ETH) 2:08:46, Timothy Cherigat (KEN) 2:09:34, Lee Troop (AUS) 2:09:49, Brian Sell (USA) 2:10:47.
Frauen: Galina Bogolomova (RUS) 2:20:47, Bezunesh Bekele (ETH) 2:23:09, Salina Kosgei (KEN) 2:23:22, Dire Tune (ETH/Vorjahressiegerin) 2:24:40, Helena Kirop (KEN) 2:25:01, Lidiya Grigoryeva (RUS) 2:25:10, Atsede Habtamu (ETH) 2:25:17, Kara Goucher (USA) 2:25:53, Alice Timbilili (KEN) 2.26:45, Elva Dryer (USA) 2:31:48.

Novum beim Wien-Marathon: Elitefelder nur mit Debütanten

Ein Novum veranstalten die Organisatoren des Wien-Marathons: Am 19. April wird das Spitzenfeld bei Männern und Frauen ausschließlich aus Debütanten bestehen. Im Mittelpunkt stehen dabei bei den Männern zwei ehemalige Hindernisläufer: Günther Weidlinger (Österreich) trifft auf den Olympiasieger von 2000, Reuben Kosgei (Kenia). Bei den Frauen gibt es Hoffnungen auf einen Heimsieg durch die im Berglauf erfolgreiche Andrea Mayr. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, ist der Wien-Marathon mit rund 26.000 Teilnehmern voraussichtlich die größte Frühjahrs-Laufveranstaltung im deutschsprachigen Raum.

Das Top-Marathonrennen in Wien: Zahlen, Zeiten, Stars

IAAF Silver Label Road Race
Termin: 19. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: rd. 7.000
Zielzahl 2008: 6.251
Vorauss. Zuschauerzahl: 300.000
Anmeldungen noch möglich: Ja
Internetseite: www.vienna-marathon.com

Siegprämie: 15.000 Euro
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): 64.500 Euro

Vorjahressieger:
Abel Kirui (KEN) 2:07:38
Luminita Talpos (ROU) 2:26:43

Streckenrekorde:
2:07:38 Abel Kirui (KEN/2008)
2:23:47 Maura Viceconte (ITA/2000)

Favoriten:
Männer: Reuben Kosgei (KEN/3.000-m-Hindernis-Olympiasieger 2000) Debüt, William Chebor (KEN) Debüt, James Yatich (KEN) Debüt, Jonathan Maiyo (KEN) Debüt, Günther Weidlinger (AUT) Debüt.
Frauen: Andrea Mayr (AUT) Debüt, Esther Muthuku (KEN) Debüt, Tiruwork Mekonnen (ETH) Debüt.

Keine goldenen Zeiten in Hamburg, Aufwärtstrend in Düsseldorf


Melanie Kraus, hier bei ihrem Sieg in Frankfurt 2007, läuft als Titelverteidigerin in Düsseldorf.
Foto: www.photorun.net

Im vergangenen Sommer konnte der Hamburg-Marathon einen Erfolg vermelden: Der zweitgrößte deutsche Marathon war vom internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) hochgestuft worden in die prestigeträchtige Kategorie ,Gold Label Road Race’. In den letzten Jahren hatte der Hamburg-Marathon immer wieder hochklassige Ergebnisse produziert. Doch heute sieht es nicht nach goldenem Glanz aus in Hamburg, wenn das Rennen am 26. April gestartet wird. Ein anderes deutsches Rennen befindet sich dagegen im Aufwind: der Metro Marathon Düsseldorf am 3. Mai.

Titelsponsor Conergy hatte sich in Hamburg zurückgezogen. Ganz kurzfristig sprang ein regionaler Sponsor ein (Möbel Kraft). Dadurch könnten sich die Hamburger spitzensportlich in diesem Jahr noch halbwegs retten. „Auch wir spüren die Finanzkrise“, sagt Wolfram Götz, versichert aber umgehend: „Die Breitensportler werden davon nichts merken.“ Für sie wird der Hamburg-Marathon laufen wie immer. Obwohl auch hier ein deutlicher Abwärtstrend verzeichnet wird, der die Hamburger in der schweren Phase noch zusätzlich trifft. Verzeichnete man zuletzt gut 23.000 Meldungen, sind es in diesem Jahr rund 19.000.

Eine gute Nachricht in der Krise ist, dass der NDR an der Live-Übertragung des Rennens festhalten will. Über wen spitzensportlich dabei berichtet werden kann, steht allerdings noch nicht fest. Ulrike Maisch (LAV Rostock) wird in Hamburg starten. Hintergrund ist ein mehrjähriger Vertrag mit der Europameisterin. Hinzukommen könnte auch Wilfred Kigen (Kenia), der Sieger des Jahres 2007. Welche weiteren Topläufer in Hamburg-Marathon eventuell laufen und ob und in welcher Höhe es Preisgeld gibt – dazu konnte Race-Direktor Wolfram Götz keine Auskunft geben. „Ich lebe seit vier Monaten von einem Tag zum nächsten“, sagt der langjährige Race-Direktor, der 2008 noch ein Preisgeld von 230.000 Dollar verteilen konnte.

In derartigen Preisgeld-Regionen ist der Metro Marathon Düsseldorf noch nicht und auch breitensportlich bleibt das Rennen am Rhein ein paar Nummern kleiner als der Lauf an der Alster. Doch es gibt interessante Trends in Richtung Düsseldorf. Der Marathon hat sich spitzensportlich gut entwickelt und bereits 2008 wurde das Gros der deutschen Topläuferinnen für das Rennen am Rhein verpflichtet. Früher war immer wieder Hamburg der Ort, an dem deutsche Läuferinnen sich für den Saisonhöhepunkt qualifizieren wollten. In diesem Jahr baut Düsseldorf in dieser Hinsicht seine Position sogar noch aus, denn auch im Männerfeld deutet sich eine interessante deutsche Konkurrenz an.

Mit 4.000 Meldungen über die Marathondistanz – Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet werden es gut 10.000 Läufer – rechnen die Düsseldorfer. Damit bleiben sie zumindest stabil im Vergleich zu 2008. Und die Finanzkrise scheint am Düsseldorfer Marathon vorbeizulaufen: „Wir haben in diesem Jahr Smart sowie den Versicherungskonzern Provinzial als neue Sponsoren gewinnen können. Und der Vertrag mit dem Metro-Konzern läuft noch bis einschließlich 2010“, sagt Race-Direktor Jan Winschermann.

Das Top-Marathonrennen in Düsseldorf: Zahlen, Zeiten, Stars

Termin: 3. Mai
Vorauss. Teilnehmerzahl: 3.500
Zielzahl 2008: 2.756
Vorauss. Zuschauerzahl: 400.000
Anmeldungen noch möglich: Ja
Internetseite: www.metrogroup-marathon.de

Siegprämie: 7.000 Euro
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): 35.750 Euro

Vorjahressieger:
Bellor Yator (KEN) 2:11:15
Melanie Kraus (GER) 2:33:36

Streckenrekorde:
2:09:47 Bellor Yator (KEN/2007)
2:26:44 Luminita Zaituc (GER/2004)

Favoriten und Bestzeiten:
Männer: Bellor Yator (KEN/Vorjahressieger, Kursrekordler) 2:09:48, Simon Kasimili (KEN), André Pollmächer (LAC Chemnitz) 2:14:18. Noch fraglich: Falk Cierpinski (SG Spergau) 2:13:30, Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) 2:14:30.
Frauen: Melanie Kraus (Bayer Leverkusen/Vorjahressiegerin) 2:27:58, Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) 2:29:33, Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) 2:27:55. Noch fraglich: Luminita Zaituc (LG Braunschweig/Kursrekordlerin) 2:26:01.

Das Top-Marathonrennen in Hamburg: Zahlen, Zeiten, Stars

IAAF Gold Label Road Race
Termin: 26. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: 16.000
Zielzahl 2008: 15.772
Vorauss. Zuschauerzahl: 750.000
Anmeldungen noch möglich: Nein
Internetseite: www.marathon-hamburg.de

Siegprämie: noch offen
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): noch offen

Vorjahressieger:
David Mandago (KEN) 2:07:23
Irina Timofeyeva (RUS) 2:24:14

Streckenrekorde:
2:06:52 Julio Rey (ESP/2006)
2:24:14 Irina Timofeyeva (RUS/2008)

Favoriten und Bestzeiten:
Männer: möglich: Wilfred Kigen (KEN) 2:07:33.
Frauen: Ulrike Maisch (LAV Rostock) 2:30:01
Weitere Topathleten fraglich bzw. nicht bekannt.

Weitere Top-Marathonrennen: Zahlen, Zeiten, Stars

In den nächsten vier Wochen finden kurz hintereinander eine Reihe der hochklassigsten und größten Marathonrennen des Jahres statt. Hier erhalten Sie einen Überblick und alle wichtigen Informationen zu diesen Läufen.

ROTTERDAM

IAAF Silver Label Road Race
Termin: 5. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: rd. 9.000
Zielzahl 2008: 6.903
Vorauss. Zuschauerzahl: 900.000
Anmeldungen noch möglich: Nein
Internetseite: www.fortismarathonrotterdam.nl

Siegprämie und Gesamtpreisgelder: Höhe abhängig von Leistungen (Veranstalter veröffentlicht keine Zahlen)

Vorjahressieger:
William Kipsang (KEN) 2:05:49
Lyubov Morgunova (RUS) 2:25:12

Streckenrekorde:
2:05:49 William Kipsang (KEN/2008)
2:21:47 Tegla Loroupe (KEN/1998)

Favoriten und Bestzeiten:
Männer: William Kipsang (KEN/Vorjahressieger, Kursrekordler) 2:05:49, Abel Kirui (KEN) 2:06:43, Richard Limo (KEN) 2:06:45, Duncan Kibet (KEN) 2:07:53, Jackson Kipkoech (KEN) 2:08:07, Lahouchine Mrikik (MAR) 2:08:20, Hillary Kimaiyo (KEN) 2:09:54, Luc Krotwaar (NED) 2:10:13, Patrick Makau Musyoki (KEN) Debüt.
Frauen: Lydia Cheromei (KEN) 2:25:57, Adriana Pirtea (ROU) 2:28:52, Nailya Yulamanova (RUS) 2:30:17.

PARIS

IAAF Gold Label Road Race
Termin: 5. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: 32.000
Zielzahl 2008: 28.883
Vorauss. Zuschauerzahl: nicht bekannt
Anmeldungen noch möglich: Nein
Internetseite: www.parismarathon.com

Siegprämie: 50.000 Euro
Gesamtpreisgeld (ohne Zeitprämien): 268.500 Euro (zeitabhängig)

Vorjahressieger:
Tsegaye Kebede (ETH) 2:06:40
Martha Komu (KEN) 2:25:33

Streckenrekorde:
2:06:33 Mike Rotich (KEN/2003)
2:23:05 Marleen Renders (BEL/2002)

Favoriten und Bestzeiten:
Männer: Driss El Himer (FRA) 2:06:48, David Mandago (KEN) 2:07:23, Boniface Usisivu (KEN) 2:07:50, David Kiyeng (KEN) 2:07:53, Shadrack Kiplagat (KEN) 2:07:53, Philip Singoei (KEN) 2:07:57, John Komen (KEN) 2:08:06, Vincent Kipruto (KEN) 2:08:16, Eshetu Wondimu (ETH) 2:08:41, Abraham Chelanga (KEN) 2:08:56, Jonathan Kipkorir (KEN) 2:09:22, Simin Munyutu (FRA) 2:09:22, Leonard Mucheru (KEN) 2:09:37, Alex Kirui (KEN) 2:09:37, Francis Kibiwott (KEN) Debüt, Dieudonne Disi (RWA) Debüt, Raji Assefa (ETH) Debüt.
Frauen: Worknesh Tola (ETH) 2:25:37, Julia Muraga (KEN) 2:26:00, Eyerusalem Kuma (ETH) 2:26:51, Natalya Volgina (RUS) 2:27:32, Christelle Daunay (FRA) 2:28:22, Atsede Bayisa (ETH) 2:29:08, Aselefech Mergia (ETH) Debüt, Azalech Maresha (ETH) Debüt.

Der Marathon-Monat in der Übersicht

5. April: Rotterdam, Paris
18. April: Belgrad
19. April: Wien, Turin
20. April: Boston
26. April: London, Hamburg, Zürich, Madrid, Enschede
3. Mai: Düsseldorf

Text: race-news-service.com

seitenanfang...

race-news | 02.04.2009

Kenianer wollen Stunde schlagen, Mockenhaupt will Gunst der Stunde nutzen


Der größte und hochklassigste deutsche Halbmarathon wird am Sonntag in Berlin gestartet.
Foto: www.photorun.net

Mit der Rekordzahl von 21.679 Läufern aus 85 Nationen wird am Sonntag der Vattenfall Berliner Halbmarathon gestartet. Es ist das erste Rennen mit internationaler Bedeutung in diesem Jahr in Deutschland. Denn was die Leistungen der Topläufer angeht, zählte der größte nationale Halbmarathon in den letzten Jahren stets zur internationalen Spitze. Daran wird sich auch am Sonntag nichts ändern. Die rund 150.000 Zuschauer, die Veranstalter SCC-Running bei gutem Wetter an der Strecke erwartet, sehen sicherlich wieder hochklassige Leistungen.

Im Rennen der Männer stellen die Kenianer einmal mehr die Favoriten. Sieben Mal in Folge gewannen sie zuletzt den Vattenfall Berliner Halbmarathon. Alles andere als Sieg Nummer acht am Sonntag wäre eine Überraschung. Und die Kenianer werden dabei einmal mehr schnelle Zeiten anstreben.

Die Schwelle zur erweiterten Weltspitze liegt bei den Männern im Halbmarathon heute bei genau einer Stunde. Die Stunde zu schlagen, das ist nach wie vor eine besondere Herausforderung. Es gibt nicht viele Strecken weltweit, auf denen dies heute regelmäßig gelingt. Eine davon ist der Kurs in Berlin. Sechsmal blieben Läufer auf der sehr flachen Strecke durch die deutsche Hauptstadt bisher unter 60 Minuten. Zum ersten Mal schaffte es in Berlin ein Spanier: Fabián Roncero siegte 2001 in 59:52 Minuten – eine Zeit, die heute noch als Europarekord steht. Inzwischen verbesserten die Kenianer diesen Kursrekord allerdings zweimal: 2006 gewann Paul Kosgei in 59:07, ein Jahr später triumphierte Patrick Makau Musyoki mit 58:56. Im vergangenen Jahr verpasste Makau Musyoki eine Zeit unter einer Stunde haarscharf – er gewann mit genau 60:00 Minuten.

Sechster wurde vor einem Jahr Wilson Kipsang Kiprotich in 61:03 Minuten. Seitdem hat sich der Kenianer jedoch deutlich gesteigert, so dass er am Sonntag als Favorit an den Start geht. Im Februar erreichte er beim Rennen im Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) als Zweiter die Spitzenzeit von 58:59 Minuten. Damit wurde er zum viertschnellsten Halbmarathonläufer aller Zeiten. Und zum Weltrekord fehlten ihm nur 26 Sekunden.

Ein anderer Kenianer, der am Sonntag mit guten Chancen an den Start geht, ist Samuel Karanja Karuku. Er gewann im Mai 2008 den 25-km-Lauf in Berlin in flotten 1:13:50 Stunden. Mit Rodgers Rop ist zudem ein erfolgreicher kenianischer Marathonläufer beim Berliner Halbmarathon dabei. Er schaffte 2002 ein seltenes Double, als er den Boston- und den New York-Marathon gewann. In Hamburg siegte er vor zwei Jahren in persönlicher Bestzeit von 2:07:32 Stunden. Seine Halbmarathon-Bestzeit steht bei 59:49 Minuten. Ist der 33-jährige Rodgers Rop inzwischen ein ,alter Hase’, läuft mit dem elf Jahre jüngeren Bernard Kipyego ein viel versprechender Landsmann sein Halbmarathon-Debüt in Berlin. Der 22-Jährige war bei der Crosslauf-WM 2007 Dritter und hat eine hervorragende 10.000-m-Bestzeit von 26:59,51 Minuten.

Wie Rodgers Rop bringt auch ein weiterer kenianischer Topläufer viel Erfahrung mit: Patrick Ivuti gehört seit Jahren zur Weltklasse im Langstreckenlauf. Der 30-Jährige ist der Sieger des Chicago-Marathons 2007. Er war aber auch auf der Bahn sehr erfolgreich: 2000 verpasste er bei Olympia in Sydney als Vierter über 10.000 m eine Medaille nur knapp. Im Halbmarathon hat Patrick Ivuti bisher eine Bestzeit von 59:27 Minuten. Nach einer Malaria-Erkrankung startete er im vergangenen Jahr bereits einmal in Berlin: Beim 25-km-Lauf wurde der Kenianer dabei hinter Samuel Karanja Karuku Zweiter.

Bei den Frauen steht in Berlin Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) im Mittelpunkt. Für die 28-Jährige ist das Rennen am Sonntag das wichtigste auf der Straße in diesem Frühjahr, nachdem sie ihre Marathonkarriere zunächst unterbrochen hat und sich im Sommer noch einmal auf die 10.000-m-Strecke konzentrieren möchte. Sabrina Mockenhaupt hofft, dass sie ihre im vergangenen Jahr in Köln aufgestellte Bestzeit von 68:51 Minuten unterbieten kann. „Ich weiß um die schnelle Strecke und möchte in Berlin meine Bestzeit angreifen“, sagt Sabrina Mockenhaupt.

Zeiten unter 69 Minuten gab es beim Berliner Halbmarathon noch nicht viele. Fünfmal blieben Läuferinnen bisher unter dieser Marke. Der Streckenrekord von Edith Masai (Kenia) ist mit 67:16 Minuten allerdings zurzeit außer Reichweite für Sabrina Mockenhaupt. Doch die Läuferin aus dem Siegerland hat sicherlich gute Chance, die beste Zeit einer deutschen Athletin bei diesem Klassiker zu erreichen. Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) lief vor zwei Jahren 69:46 Minuten und wurde damit Zweite.

Die Kenianerinnen Hellen Kimutai (69:59), Alice Mogire (71:07) und Lydia Njeri (71:16) sind die voraussichtlich stärksten Konkurrentinnen für Sabrina Mockenhaupt, nachdem die japanische Siegerin des Tokio-Frauenmarathons 2008, Yoshimi Ozaki, aufgrund von Rückenproblemen absagen musste.

Text: race-news-service.com

seitenanfang...



Germanroadraces Landessportbund Berlin