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race-news | 31.03.2009

Letzte Meldechance in Hamburg, Wien ist noch länger offen


Für einige große Straßenläufe gibt es noch kurzfristig Startnummern.
Foto: www.photorun.net

Wer sich kurzfristig noch für einen großen Frühjahrs-Marathon oder einen anderen international bedeutenden Straßenlauf anmelden möchte, der hat nicht mehr allzu viel Auswahl. Die Marathon-Klassiker in London, Boston, Rotterdam oder Paris sind restlos ausgebucht, teilweise schon seit etlichen Monaten.

Für den am 26. April stattfindenden Hamburg-Marathon gibt es am heutigen Dienstag die letzte Meldemöglichkeit. Eigentlich ist die Deadline bereits überschritten, doch da das Limit mit bisher rund 19.000 Meldungen nicht erreicht war, nehmen die Hamburger noch Meldungen an – allerdings nur noch bis heute (www.marathon-hamburg.de). „Bis Ende März kann man sich noch anmelden, am Mittwoch ist aber Schluss“, erklärte Race-Direktor Wolfram Götz.

Eine deutsche Alternative bietet der aufstrebende Düsseldorf-Marathon, der eine Woche später am 3. Mai gestartet wird. Hier gibt es noch Startnummern. Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden sich im Internet unter: www.metrogroup-marathon.de

Die größte Laufveranstaltung der nächsten Wochen im deutschsprachigen Bereich findet am 19. April in Wien statt: Der Vienna-City-Marathon hat inklusive seiner Rahmenwettbewerbe – darunter auch ein Halbmarathon – bereits über 25.500 Anmeldungen. Doch noch stehen genügend Startnummern für den Marathon sowie das Rennen über die halbe Distanz zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es online unter: www.vienna-marathon.com Nichts mehr geht dagegen beim Zürich-Marathon eine Woche später.

Während auch der Berliner Halbmarathon am kommenden Sonntag mit einer Rekordzahl von 21.679 Läufern dicht ist, sieht es bei zwei anderen deutschen Frühjahrs-Klassikern besser aus. Für den Paderborner Osterlauf, der am Ostersonnabend mit seinen Hauptrennen über die Halbmarathondistanz und 10 km stattfindet (Internet: www.paderborner-osterlauf.de) gibt es ebenso noch Startnummern wie für die BIG 25 in Berlin. Das traditionelle 25-km-Rennen mit Ziel im Olympiastadion wird am 10. Mai gestartet. Parallel finden auch ein 10-km-Wettbewerb sowie eine 5x5-km-Staffel statt. Weitere Informationen unter: www.berlin-laeuft.de

Text: race-news-service.com

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race-news | 30.03.2009

Kenianer dominieren Prag-Halbmarathon


Rose Kosgei lief in Prag die erste Halbmarathonzeit unter 70 Minuten.
Foto: www.photorun.net

Kenias Läufer haben den Prager Halbmarathon dominiert und dabei sowohl bei den Männern als auch den Frauen jeweils die ersten drei Plätze belegt. Dabei erzielten Nicholas Koech und Rose Kosgei jeweils Streckenrekorde. Rund 6.500 Athleten liefen bei kühlem Wetter am Sonnabend durch Prag.

Erst auf dem letzten Kilometer fiel im Männerrennen die Entscheidung, als sich Nicholas Koech von seinen beiden verbliebenen Konkurrenten löste. Er erreichte das Ziel schließlich in 60:07 Minuten. Damit verfehlte er zwar knapp eine Zeit unter der begehrten Stundenmarke, jedoch verbesserte der Kenianer den Kursrekord seines Landsmannes Patrick Ivuti um 53 Sekunden. Zweiter wurde Nicholas Kamakya mit nur zwei Sekunden Rückstand, Rang drei belegte Matthew Kipchirchir in 60:15.

Einen guten Testlauf vor dem Wien-Marathon in drei Wochen absolvierte Günther Weidlinger (Österreich). Der frühere Hindernisläufer, der am 19. April sein Marathondebüt rennen wird, war als Elfter nach 63:26 Minuten im Ziel. Ohne ans Limit zu gehen, erreichte er praktisch sekundengenau den angepeilten Drei-Minuten-Schnitt pro Kilometer.

Bei den Frauen erzielte Siegerin Rose Kosgei die erste Zeit unter 70 Minuten in Prag. Mit 69:03 Minuten verbesserte sie den bisherigen Streckenrekord (70:08) deutlich. Ihre Landsfrauen Irene Kwambai (69:27) und Pasalia Kipkoech (69:56) sowie die Äthiopierin Werknesh Kidane (69:59) blieben auf den nächsten Plätzen ebenfalls noch unter der 70-Minuten-Marke.

Text: race-news-service.com

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race-news | 29.03.2009

Micah Kogo bricht Haile Gebrselassies 10-km-Weltrekord


Micah Kogo ist der neue Weltrekordler im 10-km-Straßenrennen.
Foto: www.photorun.net

Micah Kogo hat am Sonntag in Brunssum (Holland) einen Weltrekord über 10 km aufgestellt. Bei dem Straßenrennen lief der Kenianer 27:01 Minuten und verbesserte damit die sieben Jahre alte Marke von Haile Gebrselassie um eine Sekunde. Der Äthiopier hat damit einen weiteren seiner Straßen-Weltrekorde verloren. Die Halbmarathon-Bestzeit hält mit Sammy Wanjiru ebenfalls ein Kenianer. Über 20 km allerdings bleibt Haile Gebrselassie Weltrekordler. Denn die vermeintliche Bestzeit des Kenianers Patrick Makau Musyoki, der im Februar in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) den Halbmarathon gewonnen hatte, konnte nicht anerkannt werden, da der 20-km-Punkt falsch markiert worden war. Doch die 10-km-Zeit von Micah Kogo zeigt nun einmal mehr: Die besten kenianischen Straßenläufer kommen immer dichter an den Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie heran.

In Brunssum profitierte Micah Kogo in der ersten Hälfte des Rennens von der Unterstützung seines Trainingspartners Abraham Chebii. Beide passierten die 5-km-Marke nach 13:28 Minuten. Danach setzte sich Micah Kogo ab und gewann schließlich in 27:01 vor seinem Landsmann Chebii (27:47). Dritter wurde mit Peter Kamais (28:20) ein weiterer Kenianer. Auch bei den Frauen belegte Kenia die ersten drei Plätze: Magdalene Mukunzi gewann in flotten 32:08 Minuten vor Leah Malot (32:55) und Anitha Kiptum (33:29).

Micah Kogo hatte in der Vergangenheit immer wieder sein enormes Potenzial gezeigt. 2006 hatte er beim Golden League-Meeting in Brüssel überraschend die 10.000-m-Jahresweltbestzeit von 26:35,63 Minuten aufgestellt. Dann gewann er 2007 bereits das 10-km-Rennen in Brunssum und verpasste dabei Haile Gebrselassies Weltrekord mit einer Zeit von 27:07 Minuten knapp. Im vergangenen Jahr war Micah Kogo bei den Olympischen Spielen in Peking über 10.000 m Dritter und damit bester Kenianer.

Text: race-news-service.com

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race-news | 28.03.2009

Äthiopien siegt auch ohne Bekele bei Cross-WM


Gebre Gebremariam gewinnt das 12-km-Rennen bei der Cross-WM.
Foto: www.photorun.net

Auch in Abwesenheit des Crosslauf-Serienweltmeisters Kenenisa Bekele ging die Goldmedaille über die Männer-Langstrecke nach Äthiopien: Etwas überraschend setzte sich auf einer schweren Strecke in Amman (Jordanien) am Sonnabend Gebre Gebremariam über 12 km vor Moses Kipsiro (Uganda) und Zersenay Tadese (Eritrea) durch. Keine Überraschung gab es im 8-km-Rennen der Frauen. Hier gewann mit Florence Kiplagat die Siegerin des kenianischen WM-Qualifikationsrennens, die zuvor bereits zum engen Favoritinnenkreis gehört hatte. Ihre Landsfrau Linet Masai gewann Silber vor der Äthiopierin Meselech Melkamu.

Aufgrund des verletzungsbedingten Fehlens des Titelverteidigers Kenenisa Bekele hatten die Kenianer auf das erste Einzel-Gold über die Männer-Langstrecke seit Paul Tergat 1999 gehofft. Doch dazu kam es in Amman nicht. Am Ende reichte es für den stärksten der Kenianer nicht einmal zu einem Podestplatz: Leonard Komon musste sich, allerdings nur knapp geschlagen, in 35:05 Minuten mit Rang vier begnügen.

Auf den letzten 150 Metern waren noch sechs Athleten in den Kampf um die drei Medaillen involviert. Das dramatische Sprint-Finish gewann der 24-jährige Gebre Gebremariam in 35:02 Minuten mit zwei Sekunden Vorsprung vor Moses Kipsiro und Zersenay Tadese. Hinter dem viertplatzierten Komon folgen Habtamu Fikadu (Äthiopien/35:06) und Matthew Kisorio (Kenia/35:08). Für Gebre Gebremariam war es der mit Abstand größte Erfolg seiner bisherigen Karriere, in der er allerdings bereits als 19-Jähriger im Olympiafinale über 5.000 m stand. Damals belegte er in Athen 2004 Platz vier. Im vergangenen Jahr war der Äthiopier bei der Cross-WM in Edinburgh als 17. ins Ziel gelaufen, so dass man ihn in Amman nicht zu den Topfavoriten gezählt hatte.

Den Kenianern gelang es aber immerhin die Goldmedaille in der Mannschaftswertung zu verteidigen. Hier siegte das Team knapp vor Äthiopien und Eritrea.

Der einzige deutsche Starter bei den Cross-Weltmeisterschaften, Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München), lag wie erwartet deutlich zurück. Er kam auf der schweren 12-km-Distanz, die teilweise einem Bergrennen ähnelte, als 104. von 145 gestarteten Läufern ins Ziel. Hallmann hatte mit 39:29 Minuten einen Rückstand von 4:27 Minuten zum Sieger.

Bei den Frauen schaffte es Florence Kiplagat in der Schlussphase des 8-km-Rennens noch ihre führende Landsfrau Linet Masai abzufangen. Masai hatte sich zeitweilig einen Vorsprung von rund 50 Metern erarbeitet und sah schon wie die sichere Siegerin aus. Doch am Ende gewann Kiplagat in 26:13 Minuten mit drei Sekunden Vorsprung. Die drittplatzierte Meselech Melkamu lief 26:19. Die nächsten Plätze belegten Lineth Chepkurui (Kenia), Wude Ayalew (Äthiopien/beide 26:23) und die aus Kenia stammende, amtierende Cross-Europameisterin Hilda Kibet (Niederlande/26:43).

Auch für die erst 22-Jährige Florence Kiplagat war dieser Sieg der größte Erfolg ihrer Karriere. Vor zwei Jahren hatte sie bei der Cross-WM in Mombasa (Kenia) immerhin schon einmal einen fünften Platz belegt. Es ist das erste Mal seit 1994, dass eine Läuferin im Trikot Kenias die Frauen-Langstrecke bei der Cross-WM gewann. Auch die Teamwertung ging erstmals seit acht Jahren nicht an Äthiopien sondern an Kenia. Äthiopien war hier Zweiter vor Portugal. Keinen guten Tag hatte Stephanie Twell (Großbritannien). Die dreifache Junioren-Cross-Europameisterin belegte Rang 38 in 28:46 Minuten.

Text: race-news-service.com

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race-news | 27.03.2009

Stephanie Twell: Englands neue Paula Radcliffe?


Stephanie Twell bei ihrem Sieg beim Cross-EM-Lauf der Juniorinnen 2008.
Foto: www.photorun.net

Bei den Cross-Weltmeisterschaften im jordanischen Amman wird am Sonnabend im Frauenrennen über 8 km eine Läuferin am Start sein, der man in der Zukunft Großes zutraut: Stephanie Twell. Die 19-jährige Engländerin war bis zum letzten Jahr als Juniorin derart erfolgreich, dass die britischen Medien gar nicht umhin kamen, als den Vergleich zu Paula Radcliffe zu ziehen. Bei den Crosslauf-Europameisterschaften gewann Stephanie Twell im Dezember in Brüssel zum dritten Mal in Folge den Juniorinnen-Titel – ein derartiger Hattrick ist in der Geschichte dieser Titelkämpfe bei den Junioren bisher keinem anderen Athleten gelungen. Die Bestzeiten der 1.500-m-Junioren-Weltmeisterin von Bydgoszcz 2008 sind teilweise schneller als jene von Paula Radcliffe im gleichen Alter. „Für mich ist es eine Ehre, mit Paula verglichen zu werden“, sagt Stephanie Twell, die vom Europäischen Leichtathletik-Verband (EAA) als Junioren-Athletin des Jahres 2008 ausgezeichnet wurde.

Zum Laufsport kam Stephanie Twell, die in England mit ihrem Spitznamen ,Steph’ angeredet wird, als Kind durch ihren Vater Andy. Der Major lief früher für die britische Armee als Mittelstreckler. Durch den Beruf des Vaters lebte Stephanie Twell als Kind auch knapp drei Jahre in Deutschland. In der Nähe von Detmold war Andy Twell damals stationiert. Und es war dort, wo sie zum ersten Mal an einem Rennen über 5 km teilnahm. „Damals war ich sieben oder acht Jahre alt, mein Vater nahm mich mit“, erzählt die Cross-Junioren-Europameisterin. Die Verbindung zu Deutschland ist übrigens eine weitere Parallele zu Paula Radcliffe, die zeitweilig hier lebte und die Sprache auch studierte. „Ich kann aber nur noch einige Worte Deutsch“, sagt Stephanie Twell, fügt aber hinzu: „Ich würde es aber gerne einmal lernen.“

Zurück in England zog die Familie nach Aldershot südwestlich von London. In der Nähe des bekannten Militärstützpunktes Farnborough lebt Stephanie Twell heute noch. „500 Meter von unserem Haus ist ein Stadion mit einer Bahn und gegenüber ein großes Feld. Wenn ich mit unserem Hund dort spazieren gegangen bin, habe ich immer wieder Athleten gesehen, die sich aufwärmten. Eines Tages fragte mich mein Vater, ob ich so etwas auch machen wolle. Dann habe ich gesagt, ja!“ So begann die Karriere der Stephanie Twell.

Das Glück der Läuferin war, dass sie bei ihrem lokalen Klub in Aldershot, für den sie immer noch startet, zu einem erfahrenen Trainer kam. Mick Woods ist heute, zehn Jahre später, weiterhin ihr Coach. Inzwischen ist Woods aber nicht nur für den Verein tätig sondern auch der Langstreckentrainer von UK Athletics im Hochleistungs-Trainingszentrum der St. Mary’s Universität. An jener Uni in Twickenham im Londoner Südwesten hat Stephanie Twell inzwischen ein Studium im sportwissenschaftlichen Bereich begonnen.

„Als Stephanie als Neunjährige zu mir kam, trainierte ich in Aldershot eine Gruppe von sehr talentierten Mädchen. Darunter war zum Beispiel auch die gleichaltrige Emma Pallent, gegen die Stephanie bereits bei Rennen in der Schule gelaufen war“, erzählt Mick Woods. Später kam auch die heute 17-jährige Charlotte Purdue hinzu. Als Twell bei der Cross-EM in Brüssel das britische Juniorinnen-Team zu einem einmaligen Durchmarsch führte (die Britinnen belegten die Ränge eins bis sechs) war Purdue Zweite und Pallent Fünfte. „An diesem Erfolg haben mein Trainer und meine Trainingsgruppe entscheidenden Anteil“, sagte Stephanie Twell, die nach wie vor auch in Aldershot trainiert und wohnt.


Der Radcliffe-Effekt: Stephanie Twell auf dem Podest bei der Cross-EM 2008 gemeinsam mit ihrer Trainingspartnerin Charlotte Purdue (links) und Lauren Howarth.
Foto: www.photorun.net

„Als die jungen Mädchen damals in Aldershot in einer Gruppe trainierten, waren sie alle sehr enthusiastisch. Im Fall von Stephanie wurde ihr Potenzial offensichtlich, als sie 14 Jahre alt war. Damals gewann sie die englische Schulmeisterschaft im Crosslauf“, erzählt Mick Woods. Ein Jahr später war sie als 15-Jährige die jüngste Läuferin im britischen Cross-WM-Team. Bei den Juniorinnen belegte sie damals Rang 60 und bei den folgenden Cross-Europameisterschaften 2005 war sie als 16-Jährige bereits Siebente. Crosslaufen mag sie, und das ist sicher auch ein Grund für die Stärke der Stephanie Twell. Erst als 16-Jährige konzentrierte sie sich stärker auf die 1.500-m-Strecke und steigerte prompt ihre Bestzeit enorm von 4:25,05 Minuten (2005) auf dann 4:12,76. 2007 war sie Zweite bei der Junioren-EM, im vergangenen Sommer erreichte Stephanie Twell 4:05,83 Minuten und blieb damit die Jahresweltbeste bei den Juniorinnen. Bei Olympia ging sie an den Start, verpasste aber das Finale knapp. „Sie hätte 2008 auch 4:03 oder 4:04 Minuten laufen können, wenn sie nicht aufgrund einer Verletzung einen zweimonatigen Trainingsausfall vor Saisonbeginn gehabt hätte“, sagt Mike Woods. Nur aufgrund der zeitweilig für Großbritannien gestarteten Südafrikanerin Zola Budd hält Stephanie Twell nicht die nationalen Jugendrekorde über die Mittelstrecke.

Aufgrund des 2008 nicht voll ausgeschöpften Potentials traut Mike Woods seiner Läuferin im WM-Jahr eine deutliche Steigerung zu. „Ich wäre nicht überrascht, wenn sie unter vier Minuten laufen würde.“ Bezüglich möglicher Finalchancen bei der WM in Berlin bleibt der Trainer aber zurückhaltend. „Ich rechne damit, dass in diesem Sommer die eine oder andere Russin wieder auftauchen wird.“ Doch Woods und Twell wollen ohnehin nichts überstürzen. Um das Schnelligkeitspotenzial der Läuferin optimal auszuschöpfen, soll der Schwerpunkt für die 19-Jährige noch bis mindestens zu den Olympischen Spielen 2012 in London bei den 1.500 m bleiben. Mit dem Übergang zu den 5.000 m würde Stephanie Twell, die sich in Stuttgart beim Weltfinale im September über 3.000 m auf 8:50,89 Minuten verbesserte, dann etwas länger warten als es Paula Radcliffe in den 90er Jahren tat. „Aber es steht fest für mich, dass ich später die Langstrecken und auch den Marathon laufen werde“, sagt Stephanie Twell.

Auch Höhentraining stand bisher noch nicht auf ihrem Programm, was aber in erster Linie damit zusammenhängt, dass sie durch ihr Studium zu wenig Spielraum für längere Trainingslager hat. „Zweimal in der Woche trainiert sie aber in Twickenham in einer Druckkammer. Es geht dabei nicht um einen unmittelbaren Effekt, sondern darum, dass sich der Körper daran gewöhnt. Denn zukünftig werden wir sicherlich auch in der Höhe trainieren“, erklärt Mike Woods, der dabei bereits an Font-Romeu in den französischen Pyrenäen denkt. Dort trainiert auch Paula Radcliffe. Die britische Lauf-Queen, die als 18-Jährige Bestzeiten von 4:16,82 (1.500 m) und 8:51,78 (3.000 m) hatte, ist immer das Vorbild von Stephanie Twell gewesen. „Ich habe Paula selbst das erste Mal laufen sehen, als sie den London-Marathon gewann. Ich war damals 12 oder 13 und bin beim Mini-Marathon gestartet“, erzählt Stephanie Twell, die sich auch erinnert, dass Radcliffe einmal in Aldershot an den Start ging. „Es war interessant zu beobachten, wie sie ihr Aufwärmprogramm abspulte.“

Inzwischen allerdings beobachtet auch Paula Radcliffe Stephanie Twell: „Stephanie hat gezeigt, dass sie auch großen Rennen gewachsen ist. Ihre Zielstrebigkeit und ihre Einstellung sind bewundernswert. Ich freue mich auf ihre zukünftige Entwicklung in den nächsten Jahren“, sagte Paula Radcliffe nach der Cross-EM in Brüssel.

Auf die Frage, was kommt nach Paula Radcliffe, gibt es in Großbritannien seit einiger Zeit eine Antwort: Sie heißt Stephanie Twell.

Text: race-news-service.com

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race-news | 26.03.2009

Kenia hofft auf großes Comeback bei der Cross-WM


Äthiopien dominierte in den vergangenen Jahren immer wieder bei der Cross-WM. In Amman will nun Kenia vorne sein.
Foto: www.photorun.net

Zum ersten Mal seit 1976 werden bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften in Amman (Jordanien) am Sonnabend beide Titelverteidiger fehlen. Während Kenenisa Bekele aufgrund seines im November erlittenen Ermüdungsbruches im rechten Knöchel noch nicht wieder fit ist – er plant ein Comeback beim Grand Prix-Meeting in Henegelo in rund zwei Monaten –, fällt auch seine äthiopische Landsfrau Tirunesh Dibaba verletzt aus. Die Abwesenheit der beiden Doppel-Olympiasieger von Peking (jeweils 5.000 und 10.000 m) wird das Rennen um die Cross-Goldmedaille sicherlich offener gestalten. Am Start sein wird allerdings mit Zersenay Tadese (Eritrea) jener Läufer, der vor zwei Jahren bei der Cross-WM triumphierte und Kenenisa Bekeles Siegserie unterbrechen konnte. Der 27-Jährige steckt allerdings auch mitten in de Vorbereitungen auf sein Marathon-Debüt in London am 26. April.

Seit 2007 gibt es bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften keine kürzere Strecke mehr, so dass in Amman neben den beiden Juniorenrennen nur die 12 km der Männer und die 8 km der Frauen auf dem Programm stehen.

Von der Abwesenheit des Kenenisa Bekele könnten in Amman vor allen die Kenianer profitieren. Über viele Jahre hatten sie die Cross-WM dominiert, doch von 2002 bis 2006 hieß der Sieger über die Mittel- und Langstrecke immer wieder Bekele. Ausgerechnet in Mombasa (Kenia) scheiterte der Äthiopier 2007, doch der Sieger kam damals trotzdem nicht aus Kenia: Zersenay Tadese (Eritrea) gewann das Gold. Ein Jahr später war wieder Bekele vorne. Seit Paul Tergat 1999 hat kein Kenianer mehr die Langstrecke bei der Cross-WM gewonnen.

Einer, der die Durststrecke der Kenianer beenden könnte, ist Moses Mosop. Der 23-jährige Silbermedaillengewinner von 2007 meldete sich nach Verletzungsproblemen bei den WM-Trials in Nairobi im Februar mit einem überlegenen Sieg zurück. „Ich hatte viele Probleme im letzten Jahr aufgrund von Verletzungen und habe daher die Cross-WM 2008 als auch die Olympischen Spiele verpasst. Aber jetzt bin ich wieder da“, erklärte Moses Mosop, der vor zwei Jahren hinter Zersenay Tadese Silber gewonnen hatte.

Stärkster Äthiopier könnte Gebregziabher Gebremariam sein, nachdem der jüngere Bekele-Bruder Tariku kurzfristig ebenfalls verletzt ausgefallen ist. Gute Konkurrenz kommt allerdings auch aus Uganda und aus Katar: Der 5.000-m-Olympia-Vierte Moses Kipsiro (Uganda) wird ebenso am Start sein wie der Hindernis-Weltrekordler Saif Saeed Shaheen (Katar), der in der Olympiasaison verletzt ausgefallen war. Für beide könnten 12 km allerdings etwas zu lang sein.

Bei dem 8-km-Frauenrennen gehören die Äthiopierinnen auch ohne Tirunesh Dibaba zu den großen Favoritinnen. Wude Ayalew hatte sich bei den WM-Trials durchgesetzt. Doch auch Gelete Burka, die 2006 die kürzere Cross-WM-Strecke gewonnen hatte, und die zweimalige Bronzemedaillengewinnerin Meselech Melkamu haben Chancen. Kenia schickt unter anderen die Trials-Siegerin Florence Kiplagat ins Rennen. Die Europameisterin von Brüssel, die frühere Kenianerin Hilda Kibet (Niederlande), hat gute Platzierungschancen. Gespannt sein darf man zudem auf das Debüt bei den Frauen von Stephanie Twell. Die Britin hatte auf europäischer Ebene über Jahre hinweg die Juniorinnenklasse dominiert. Familie Dibaba wird übrigens trotzdem in Amman präsent sein, denn im Rennen der Juniorinnen startet Genzebe Dibaba als Titelverteidigerin.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wird überraschend ebenfalls mit einem Läufer in Amman vertreten sein: Nach seinem zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Ingolstadt wurde Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München) für die Cross-WM nominiert. Im vergangenen Dezember hatten die German Road Races (GRR) in einem offenen Brief, der auch von Otto Klappert (Vorsitzender der IAAF-Crosslauf-Kommission) unterschrieben wurde, beklagt, dass der DLV bei verschiedenen Weltmeisterschaften nicht einmal mehr Teilnehmer an den Start schickt. Gemeint waren hauptsächlich die Crosslauf- und Halbmarathon-Titelkämpfe. Die Nominierung von Sebastian Hallmann wirkt nun wie eine Reaktion aufgeschreckter Funktionäre. Aber vielleicht ist es ein Anfang zu einer zukünftig systematischen Nominierung von Teams. Das wäre ein Weg, um nach Vorbild der US-Amerikaner oder Briten den Laufbereich zu stärken.

Text: race-news-service.com

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race-news | 23.03.2009

Pacemaker Kiptoo überrascht beim Rom-Marathon


Als Tempomacher gekommen, als Sieger gegangen: Benjamin Kiptoo in Rom.
Foto: www.photorun.net

Nicht zum ersten Mal hat ein Pacemaker bei einem großen Marathon die Favoriten überrascht: Der Kenianer Benjamin Kiptoo gewann den Rom-Marathon in hochklassigen 2:07:17 Stunden. Das war nicht nur ein Streckenrekord sondern auch die schnellste je in Italien gelaufene Marathonzeit. In diesem Jahr rannte bisher nur Haile Gebrselassie (Äthiopien) bei seinem Sieg in Dubai mit 2:05:29 Stunden schneller als Kiptoo. Eine Überraschung gab es auch im Frauenrennen, das die Äthiopierin Firehiwot Dado mit 2:27:08 für sich entschied.

Bei Kilometer 35 fiel im Rennen der Männer eine Vorentscheidung. Weder Benjamin Kiptoo noch sein ebenfalls als Pacemaker verpflichteter Landsmann Joseph Ngeny gingen aus dem Rennen. Stattdessen setzten sie sich von Philip Manyim und Paul Kirui ab. Während Kiptoo als Sieger seine bisherige Bestzeit – mit 2:09:24 hatte er im vergangenen Jahr den Brescia-Marathon gewonnen – um über zwei Minuten steigerte und den größten Sieg seiner Karriere feierte, schob sich Paul Kirui in 2:08:23 noch auf Rang zwei. „Ich habe mich nach 25 Kilometern gut gefühlt, deswegen habe ich es versucht“, erklärte Benjamin Kiptoo gegenüber der Internetseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF. Der Sieger und der zweitplatzierte Kirui kommen beide aus derselben Management-Gruppe des Italieners Dr. Gabriele Rosa. Die Kenianer belegten in Rom gleich die ersten zehn Plätze. Joseph Ngeny wurde Dritter mit 2:08:41 und auch Hosea Rotich blieb auf Rang vier mit 2:09:47 noch unter 2:10 Stunden.

Bei den Frauen ruhten die italienischen Hoffnungen auf Anna Incerti, die sich im vergangenen Jahr als Siegerin in Mailand auf 2:27:42 Stunden verbessert und vor drei Wochen den Rom-Ostia-Halbmarathon gewonnen hatte. Doch es war nicht der Tag der Anna Incerti. Die Italienerin bekam nach der 30-km-Marke Schwierigkeiten und kam am Ende nicht über Platz fünf hinaus. Immerhin blieb sie mit 2:29:33 zum zweiten Mal unter 2:30 Stunden.

Knapp zweieinhalb Minuten vor Anna Incerti war die äthiopische Außenseiterin Firehiwot Dado als Siegerin ins Ziel gelaufen. Sie war mit einer Marathon-Bestzeit von 2:37:34 Stunden ins Rennen gegangen und hatte bis dato international keine Rolle gespielt. Nun verbesserte sie sich in Rom um über zehn Minuten und gewann vor Tetyana Filonyuk (Ukraine/2:27:43) und Haile Lema Kebebush (Äthiopien/2:28:08).

Text: race-news-service.com

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race-news | 23.03.2009

Lel und Goucher in Topform in Lissabon


Kara Goucher siegte souverän in Lissabon.
Foto: www.photorun.net

In Lissabon haben Martin Lel und Kara Goucher vor ihren Marathonrennen im April der Konkurrenz ein klares Zeichen gegeben: sie sind in Topform. Der Kenianer, der als Titelverteidiger beim London-Marathon am 26. April an den Start gehen wird, gewann den Halbmarathon in Lissabon in 59:56 Minuten. Kara Goucher dominierte das Frauenrennen in Portugal und siegte mit 68:30. Die US-Amerikanerin bereitet sich auf den Boston-Marathon am 20. April vor. Rund 5.500 Läufer erreichten in Lissabon das Ziel. Einen parallel veranstalteten Lauf über gut 7 km hinzugerechnet, verzeichneten die Organisatoren die Rekordzahl von 38.000 Anmeldungen.

Im Männerrennen von Lissabon entwickelte sich ein Vierkampf. Am Ende setzte sich zwar Martin Lel relativ klar durch, doch die drei hinter ihm folgenden Läufer erreichten alle binnen acht Sekunden nach dem Sieger das Ziel. Jaouad Gharib (Marokko), der gegen Martin Lel schon mehrmals bei den großen Marathonrennen knapp verloren hatte und in London ebenfalls am Start sein wird, zeigte dabei auch viel versprechende Form. Er blieb auf der schnellen Lissaboner Strecke mit 59:59 Minuten ebenfalls noch unter einer Stunde. Die nächsten beiden Plätze belegten dann wieder Kenianer: Robert Cheruiyot wurde in 60:02 Dritter, Gedion Ngatumy belegte Rang vier mit 60:04.

Es war dagegen nicht der Tag des Marathon-Olympiasiegers Sammy Wanjiru. Der Kenianer, der auch beim London-Marathon laufen wird, musste sich mit deutlichem Rückstand in 61:23 Minuten mit Rang sieben begnügen. Wanjiru ist der Weltrekordler im Halbmarathon mit 58:33 Minuten.

Auch Falk Cierpinski hatte keinen guten Tag. Der Läufer der SG Spergau musste nach einsetzenden Seitenstechen das Tempo drosseln und kam schließlich mit deutlichem Rückstand in 66:24 Minuten ins Ziel.

Kara Goucher, die im vergangenen Jahr ihr Marathondebüt in New York als Dritte beendet hatte, lief bei zeitweilig windigem Wetter ein Rennen von der Spitze weg. Nach einer 15-km-Durchgangszeit von 49:34 konnte die schnellste US-Halbmarathonläuferin aller Zeiten (66:57) noch etwas zulegen und erreichte das Ziel in 68:30 Minuten. Zweite wurde Alice Timbilili (69:00) vor ihrer kenianischen Landsfrau Jane Kiptoo (69:07). Die zweifache New York-Marathon-Siegerin Jelena Prokopcuka (Lettland) wurde mit 69:58 Vierte.

Text: race-news-service.com

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race-news | 22.03.2009

35.000 rennen im Tokio-Marathon gegen den Wind


Eine windige Angelegenheit war der Tokio-Marathon.
Foto: www.photorun.net

Mit mächtigen Schritten entwickelt sich der Tokio-Marathon zu den wichtigsten Rennen der Welt über die klassischen 42,195 km. Früher ein reines Eliterennen der Männer, wurde die Veranstaltung nun bereits zum dritten Mal auch als Massenrennen gestartet. Dabei ging die Rekordzahl von 35.000 Läufern an den Start. Damit war dieses Rennen der größte Marathon, den Japan bisher gesehen hat. Wie schon bei der Massen-Premiere vor zwei Jahren litt die Veranstaltung allerdings unter schlechten Wetterbedingungen, obwohl das Rennen aus dem Februar in den März verlegt worden war. 2007 störte ein eiskalter Regen die Läufer, am Sonntag war es nun ein starker Gegenwind. Dadurch waren die Eliteathleten lange nicht so schnell wie Vorjahressieger Viktor Röthlin (Schweiz/2:07:23).

Im Männerrennen fiel die Entscheidung bei Kilometer 36: Auf einer Brücke zog der 29-jährige Salim Kipsang das Tempo an und konnte seine letzten beiden Konkurrenten entscheidend hinter sich lassen. Sammy Korir (Kenia), mit einer Bestzeit von 2:04:56 Stunden der drittschnellste Läufer aller Zeiten, und der Japaner Kensuke Takahashi waren geschlagen. Die beiden mussten vier Kilometer vor dem Ziel sogar noch den am Ende stark aufholenden Japaner Kazuhiro Maeda vorbeiziehen lassen. Kipsang konnte Maeda allerdings nicht mehr gefährden.

Nach 2:10:27 Stunden war Salim Kipsang, der 2007 seine Marathon-Bestzeit von 2:07:29 Stunden als Dritter in Berlin aufgestellt hatte, im Ziel und feierte den bisher größten Sieg seiner Karriere. 2005 hatte er bereits den Paris-Marathon in 2:08:04 gewonnen. Im vergangenen Jahr war der Kenianer so gut wie nicht in Erscheinung getreten. Jetzt meldete er sich zurück. Zweiter wurde Kazuhiro Maeda mit 2:11:01 Stunden, der damit seinem drittplatzierten Landsmann Kensuke Takahashi (2:11:25) auf den letzten Kilometern noch den WM-Startplatz für Berlin wegschnappte. Auf Rang vier lief Sammy Korir mit 2:11:57.

Zum ersten Mal wurde bei dem neuen Tokio-Marathon auch ein Frauen-Eliterennen integriert. In den vergangenen Jahren hatten die Veranstalter darauf noch verzichtet, um keine Konkurrenz zum traditionellen Frauen-Elite-Marathon im November aufzubauen. Dieses Rennen findet jedoch zukünftig nicht mehr statt. Die neue Ära begann mit einem Heimsieg: Die 29-jährige Mizuho Nasukawa gewann das Rennen in flotten 2:25:38 Stunden. Es war ihr erster großer Sieg bei einem bedeutenden Straßenlauf, jedoch konnte sie sich nicht für die WM qualifizieren, da das Rennen in diesem Jahr noch nicht zu den japanischen Qualifikationsläufen gehörte.

Trotz des Windes steigerte Mizuho Nasukawa ihre bisherige Bestzeit von 2:29:49 Stunden deutlich. Sie hatte allerdings Glück, dass sie relativ windgeschützt in einer Männergruppe laufen konnte, nachdem sie sich kurz vor der 30-km-Marke an die Spitze gesetzt hatte. Über drei Minuten hinter ihr folgte Yukari Sahaku (Japan/2:28:55) auf Rang zwei. Dritte wurde die WM-Dritte von Osaka 2007, Reiko Tosa (Japan), in 2:29:19. Alevtina Biktimirova (Russland) lief auf Rang vier mit 2:29:33.

Durch die Integration des Frauen-Eliterennens erfüllt der Tokio-Marathon alle notwendigen Voraussetzungen für eine zukünftige Aufnahme in die World Marathon Majors (WMM).

Text: race-news-service.com

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race-news | 20.03.2009

Dem "Marathon-Team" geht die Luft aus


Falk Cierpinski war im vergangenen Jahr der schnellste deutsche Marathonläufer.
Foto: www.photorun.net

Im deutschen Männer-Marathon sah man im vergangenen Jahr endlich ein entferntes Licht in einem sehr langen Tunnel: Falk Cierpinski (SG Spergau) steigerte sich über 2:15:48 in Hamburg auf 2:13:30 in Berlin, André Pollmächer (LAC Chemnitz) zeigte ein hoffnungsvolles Marathon-Debüt in Frankfurt mit 2:14:18 und in seinem Sog verbesserte sich am Main Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) auf 2:14:30. Drei Läufer unter 2:15 Stunden im deutschen Marathon – man muss lange zurückblättern, um derartige Ergebnisse zu finden, auch wenn sie natürlich immer noch meilenweit von der internationalen Spitze entfernt sind.

Umso viel versprechender aber schien nach dem Frankfurt-Marathon die Initiative dieses deutschen Trios, das aller Voraussicht nach in Berlin bei der WM an den Start gehen wird. Die drei besten deutschen Marathonläufer wollten künftig zusammenarbeiten. Doch aus dem vermeintlichen Fortschritt wurde nichts, das ,Marathon-Team’ kam nicht wie geplant zustande. Denn der Mann mit der größten Perspektive, der 25-jährige André Pollmächer, gehört nicht dazu. André Pollmächer wäre deswegen für die anderen so wichtig gewesen, weil er über die mit Abstand beste Grundschnelligkeit verfügt (unter 28 Minuten über 10.000 m), die heute nötig ist, um im Marathon zum Erfolg zu kommen.

Die Idee des ,Marathon-Teams’ entstand, nachdem sich der zweifache Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski (Vater und Trainer von Falk) bei André Pollmächer und seinem Trainer Bernd Dießner bezüglich einer möglichen Zusammenarbeit erkundigt hatte. „Ich habe Interesse daran, in einer Gruppe zu trainieren, denn es ist viel schwerer, wenn man sich alles alleine erarbeiten muss“, sagte André Pollmächer. Schnell einigte man sich darauf, die Haupt-Trainingslager in der WM-Vorbereitung – in Mexiko im Frühjahr sowie in St. Moritz im Sommer – gemeinsam zu bestreiten.

Doch plötzlich wurde das Trainingslager in Mexiko zum Knackpunkt. Bei einem Treffen beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt schwenkten die Anwesenden in Richtung Kenia um – das passierte in Abwesenheit von Pollmächer und Dießner sowie im Bewusstsein dessen, dass für Pollmächer Kenia nicht in Frage kommt. Der 10.000-m-Europacup-Sieger von 2007 hatte bei einem früheren Kenia-Trainingslager großes Pech und landete im Krankenhaus. Aufgrund dieser Erfahrungen und seinen Folgen will er nicht mehr nach Kenia reisen.

Während Waldemar Cierpinski zugibt, in Darmstadt umgeschwenkt zu sein, „weil die Bedingungen in der Nähe von Eldoret top sind und man in Mexiko erst mit dem Auto zu den Trainingsstrecken fahren muss“, ging es für André Pollmächer darum, in Mexiko die im Vergleich zu Kenia höheren Lagen zu nutzen. So gingen sie im Frühjahr getrennte Wege. Während Cierpinskis nach Kenia reisten, trainierte Pollmächer mit einem Trainingspartner aus der Gruppe seines Trainers Bernd Dießner in Mexiko.

"Das Trainingslager in Mexiko war sehr erfolgreich, ich bin voll im Plan für die WM", sagt André Pollmächer. Das Thema ,Marathon-Team’ hat sich für ihn jedoch erledigt. „Eine Zusammenarbeit in einem ,Marathon-Team’ wird es auch im Sommer nicht geben“, sagte der Läufer, der am 3. Mai in Düsseldorf seinen nächsten Marathon laufen wird.

Text: race-news-service.com

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race-news | 19.03.2009

Formel 1 bringt WM-Marathonläufer ins Schwitzen


Duschen auf der Strecke, wie hier beim Hitze-Marathon bei der WM in Osaka 2007, werden auch in Berlin nötig sein. Luke Kibet könnte im Sommer als Titelverteidiger antreten. Während der Kenianer mit der Hitze keine Probleme hat, ist das bei den deutschen Marathonläufern anders.
Foto: www.photorun.net

Die Marathonläufer sind die Leidtragenden einer Zeitplanverschiebung bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin. Wie der internationale Leichtathletik-Verbandes (IAAF) bestätigte, werden die Startzeiten der Rennen über die klassische Distanz noch um bis zu 45 Minuten weiter in Richtung Mittag verschoben. Der Berliner WM-Marathon könnte damit zu einer ähnlichen Hitzeschlacht werden wie die Rennen bei den Titelkämpfen in Athen (1997), Sevilla (1999) oder Osaka (2007). Den aussichtsreichen deutschen Läuferinnen um Irina Mikitenko kämen hohe Temperaturen nicht entgegen.

Hintergrund der Verschiebung ist, dass an jenem Wochenende (22. und 23. August) auch das Formel-1-Rennen ,Großer Preis von Europa’ in Valencia stattfindet. Der europäische Fernseh-Verbund European Broadcasting Union (EBU) hatte aufgrund der Zeitüberschneidungen von Leichtathletik und Formel 1 darauf bestanden, dass die Nachmittags- beziehungsweise Abendveranstaltungen in Berlin um zwei Stunden nach hinten verschoben werden. Dem hat die IAAF zugestimmt, so dass am Sonnabend das Programm im Olympiastadion erst um 20 Uhr statt wie ursprünglich geplant um 18 Uhr beginnt. Der Beginn am Sonntag war für 16 Uhr vorgesehen und wird nun auf 18 Uhr verschoben.

Während dies für die im Olympiastadion startenden Athleten bezüglich des Wetters vielleicht sogar von Vorteil sein kann, leiden die Marathonläufer noch mehr als ohnehin schon. Die Verschiebung ihrer Startzeiten hängt wiederum mit den Bedürfnissen des japanischen TV-Marktes zusammen. Aufgrund der verschobenen Anfangszeiten des Stadionprogramms und des Zeitunterschiedes nach Asien fallen diese Entscheidungen in Japan in die Nacht. Dem japanischen Fernsehen, einem wichtigen Markt für die internationale Leichtathletik aufgrund der Sponsoren, ging dadurch an den beiden letzten WM-Tagen ,Prime-Time-Action’ verloren. „Deswegen hat TBS, der TV-Rechteinhaber in Japan, uns gebeten, die Marathon-Startzeiten zu verändern“, erklärt der IAAF-Pressesprecher, Nick Davies. Der Männer-Marathon am Sonnabend soll nun anstatt um 11 Uhr entweder 15 oder 30 Minuten später gestartet werden. Das Rennen der Frauen am Tag darauf beginnt nach dem neuen Plan voraussichtlich 45 Minuten später, also um 11:45 Uhr. Die IAAF habe, erklärt Nick Davies, die Mitglieder ihrer technischen und medizinischen Gremien konsultiert. Diese gehen davon aus, dass der Temperaturunterschied durch die Verschiebung nicht zu groß sein wird. Offiziell beschlossen sind die neuen Startzeiten allerdings noch nicht. Sie werden voraussichtlich ein Thema bei der IAAF-Council-Sitzung an diesem Wochenende in Berlin sein.

Schon die 11-Uhr-Startzeit der Marathonläufe stieß bei Athleten auf Kritik. „Die Startzeit ist zu spät, da rennen wir in die Mittagshitze. Das ist nicht günstig für mich, denn ich kann bei Hitze nicht so gut laufen. Es ist schade, dass sich das bei einer Heim-WM nicht ändern lässt“, sagt Irina Mikitenko (TV Wattenscheid). Die nationale Rekordhalterin (2:19:19 Stunden) ist eine der deutschen Medaillenhoffnungen bei der WM.

Text: race-news-service.com

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race-news | 18.03.2009

GGR ehrt Anna Hahner und Robert Krebs als deutsche Nachwuchsläufer des Jahres 2008


Jürgen Stephan (links) und Anna Hahner wurden in Ingolstadt von GRR-Sprecher Wilfried Raatz ausgezeichnet.
Foto: wus-media

Anna Hahner (PSV Grün-Weiß Kassel) und Robert Krebs (SCC Berlin) sind die deutschen Nachwuchsläufer des Jahres 2008. Alljährlich vergibt die Interessengemeinschaft der deutschen Läufe, German Road Races (GRR), die GRR-Nachwuchs-Förderpreise an talentierte junge Läufer, die vielleicht schon in wenigen Jahren zu den Hoffnungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) bei internationalen Anlässen zählen können. Im Rahmen der Deutschen Crossmeisterschaften in Ingolstadt wurden am vergangenen Wochenende Anna Hahner (PSV Grün-Weiß Kassel) und Robert Krebs (SCC Berlin) für die Saison 2008 ausgezeichnet. Bei der gleichen Veranstaltung wurde auch der GRR-Trainerpreis vergeben. Die Wahl fiel hier für das Jahr 2008 auf den seit mehr als drei Jahrzehnten auf Vereins-, Landes- und Bundesebene arbeitenden Jürgen Stephan (Vellmar). GRR-Sprecher Wilfried Raatz überreichte in Ingolstadt die wertvollen Sachpreise des GRR-Kooperationspartners Polar.

Die 19-jährige Anna Hahner zählt zu den Aufsteigern der Saison 2008. Die ursprüngliche Tischtennisspielerin katapultierte sich innerhalb von kaum mehr als einem Jahr an die Spitze der deutschen Nachwuchsläuferinnen. Nur knapp verpasste die aus dem osthessischen Nüsttal-Rimmels bei Fulda stammende Anna die Meistertitel über 3000 m und 5000 m, als sie im Spurt geschlagen zweimal Rang zwei erreichte. Mit ihrer Bestzeit von 16:51,55 Minuten führt sie die DLV-Jugendbestenliste über 5000 m an, über 3000 m ist sie mit 9:43,17 Minuten Zweite. „Ich war total sprachlos, als ich von der Ehrung beim Darmstadt-Cross erfahren hatte“, sagte die Abiturientin, die sich um einen Lehramts-Studienplatz in den Fächern Französisch und Sport bewirbt. "Es war ein super Tag für mich, zumal ich mich auch für die die Cross-EM qualifizieren konnte."

Ebenfalls 19 Jahre alt ist Robert Krebs, der unter den Fittichen des früheren Weltklassegehers Axel Noack in der Saison 2008 mit einer Palette von Meisterschaftserfolgen aufwarten konnte. Er gewann den deutschen 5000-m-Titel im Berliner Olympiastadion, zudem wurde er jeweils Zweiter über 3000 m in der Halle und auf der Bahn. Auch über 10 km ist Robert Krebs mit 30:02 Minuten DLV-Jugendbester.

Trainer Jürgen Stephan führt seit nunmehr 38 (!) Jahren junge Talente an die nationale Spitze. Unter seinen Fittichen als Vereinstrainer bei der LG ACT Kassel-Baunatal und beim PSV Grün-Weiß Kassel, als hessischer Landes- und DLV-Bundestrainer konnten schon viele vornehmlich Jugendliche zu Leistungsträgern im Mittel- und Langstreckenbereich geformt werden. „Diese Auszeichnung kommt für mich völlig unerwartend und es ehrt mich, in einem Atemzug mit den bereits ausgezeichneten Klaus-Peter Weippert und Heiner Weber genannt zu werden“, freute sich Jürgen Stephan. "Man steckt im Laufe der Jahre sehr viel Idealismus und auch Geld in das Hobby. Deshalb freue ich mich besonders über diese Anerkennung durch German Road Races."

Text: race-news-service.com

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race-news | 18.03.2009

Viktor Röthlin muss auf London-Start verzichten


Viktor Röthlin beim olympischen Marathon in Peking 2008.
Foto: www.photorun.net

Europas zurzeit bester Marathonläufer muss auf den geplanten Start beim London-Marathon am 26. April verzichten. Viktor Röthlin leidet an einer Lungenembolie und darf deswegen vier Wochen lang keinen Sport treiben. Dies gab der Schweizer auf seiner Internetseite bekannt. Bei einer Lungenembolie kann es zu einem Ausfall von Lungengewebe kommen.

Viktor Röthlin wollte sich ursprünglich noch bis zum 20. März in Kenia im Höhentraining auf den Start beim London-Marathon vorbereiten. Doch der 34-jährige musste das Trainingslager vorzeitig abbrechen, um sich in der Schweiz in Behandlung zu begeben. Vor gut einem Monat hatte er beim Ras Al Khaimah-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten das Rennen vorzeitig aufgegeben. Damals litt Viktor Röthlin unter Magenproblemen.

In den vergangenen Jahren hatte sich Viktor Röthlin stets auf die großen Meisterschaftshöhepunkte vorbereitet. Bei den Weltmeisterschaften in Osaka gewann er 2007 sensationell eine Bronzemedaille. Auch bei den Olympischen Spielen in Peking war er als Sechster der beste nicht-afrikanische Marathonläufer. Vor einem Jahr hatte Viktor Röthlin zudem den Tokio-Marathon in persönlicher Bestzeit von 2:07:23 Stunden gewonnen. In diesem Jahr wollte sich Viktor Röthlin zum ersten Mal auf die großen Frühjahrs- und Herbstmarathonrennen konzentrieren und plante keinen WM-Start. Doch nun muss der Schweizer einen Rückschlag hinnehmen.

Text: race-news-service.com

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race-news | 16.03.2009

Arusei und Tola gewinnen Seoul-Marathon


Moses Arusei gewann in Seoul seinen ersten großen Marathon.
Foto: www.photorun.net

Der Kenianer Moses Arusei und die Äthiopierin Robe Tola haben den Seoul-Marathon in Korea gewonnen. Während es für den 25-jährigen Arusei der bisher größte Sieg in seiner Karriere war, hatte die erst 22-jährige Tola bereits vor drei Jahren beim Hamburg-Marathon triumphiert. Bei kühlem Wetter rannte Moses Arusei in Korea 2:07:54 Stunden. Für Tola wurden 2:25:37 gestoppt.

Nachdem im Männerrennen lange Zeit eine sehr große Gruppe von Läufern das Feld angeführt hatte, fiel die Vorentscheidung kurz hinter der 30-km-Marke. Moses Arusei gelang es mit einer Tempoverschärfung, sich von den verbliebenen Konkurrenten zu lösen. Bei Kilometer 35 hatte er dann einen Vorsprung von 15 Sekunden, den er fortan noch ausbaute. Mit 2:07:54 erreichte Moses Arusei die zweitbeste Zeit seiner Karriere. Im vergangenen Frühjahr war er in Paris als Zweiter hochklassige 2:06:50 Stunden gelaufen. Auch in Deutschland hatte Moses Arusei in der Vergangenheit Erfolg: Seinen ersten Marathon gewann er auf Anhieb in Dresden 2005 in 2:16:48. Ein Jahr später war er Zweiter in Frankfurt mit 2:10:30.

In Seoul siegte Moses Arusei am Ende klar vor dem Äthiopier Dejene Yirdawe, der 2:08:30 rannte und dabei seine persönliche Bestzeit gleich um über drei Minuten steigerte. Rang drei belegte Sylvester Teimet (Kenia) mit 2:10:11.

Das Frauenrennen in Seoul war in den vergangenen Jahren immer wieder eine Angelegenheit der Chinesinnen – nicht so am Sonntag. Als Robe Tola das Tempo anzog, war die letzte verbliebene Konkurrentin, Wei Yanan (China), schnell geschlagen. Bei Kilometer 35 führte die Äthiopierin, die 2006 den Hamburg-Marathon gewonnen hatte, bereits mit einem Vorsprung von über eine Minute. Am Ende siegte die 22-Jährige in 2:25:37 mit über zwei Minuten Vorsprung auf die Koreanerin Lee Sun-Young (2:27:48). Dritte wurde Wie Yanan mit 2:29:00.

Text: race-news-service.com

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race-news | 15.03.2009

Arne Gabius und Sabrina Mockenhaupt stark bei Cross-Meisterschaften


Sabrina Mockenhaupt gewann souverän bei den Deutschen Crossmeisterschaften.
Foto: www.photorun.net

Frühlingshaftes Wetter und ein schneller und dennoch fordernder Parcours sorgten für beste Voraussetzungen bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Ingolstadt. Und diese nutzten vor allem Arne Gabius, Wolfram Müller und Sabrina Mockenhaupt mit einer vorzüglichen Werbung in eigener Sache – sie richteten zugleich aber den persönlichen Fokus auf das große Leichtathletik-Ereignis in diesem Jahr, die Weltmeisterschaften im August in Berlin. In Anwesenheit von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und dem Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) Clemens Prokop gab dabei der örtliche Ausrichter MTV Ingolstadt eine exzellente Visitenkarte ab, die durchaus internationalen Ansprüchen genügt. Nicht zuletzt deshalb brachte der DLV-Präsident die Autostadt an der Donau ins Gespräch für Cross-Europameisterschaften. „Wir fühlen uns geehrt und stehen diesem Vorstoß natürlich nicht negativ gegenüber. Jedoch müssen wir die Vorleistungen prüfen, denn als kleiner Verein werden wir keinesfalls ein Risiko eingehen können“, so Reinhard Köchl, der Pressesprecher des MTV Ingolstadt.

„So einfach hätte ich mir den Titelgewinn nicht vorgestellt“, sagte eine sichtlich zufriedene Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) nach dem Zieleinlauf über ihren sechsten Crossmeistertitel. „Ich habe mit erheblich stärkerer Gegenwehr von Susanne Hahn gerechnet, da sie am vergangenen Sonntag am Bayerkreuz eine starke 10-km-Leistung abgeliefert hatte. Als aber keiner wirklich Tempo machen wollte, habe ich mir gedacht: Mach dein Ding.“ Und wie entfesselt lief die kleine Siegerländerin auf dem schnellen Kurs die fünf Runden herunter und baute dabei ihren Vorsprung auf letztlich vierzig Sekunden gegenüber Susanne Hahn aus. „Ich muss Prioritäten setzen und diese heißt WM-Qualifikation am 3. Mai in Düsseldorf“, sagte Susanne Hahn (schlau.com Saarbrücken). „Eigentlich liegen mir eher flache Strecken. Hindernisse mag ich ehedem nicht so, aber ich hatte genügend Zeit, mich darauf zu konzentrieren“, sagte „Mocki“ völlig entspannt im Ziel. Ihr Hauptaugenmerk ist zunächst auf ihren Start beim Berliner Halbmarathon gerichtet, wo sie Anfang April gerne Bestzeit laufen möchte. Berlin wird ehedem für Sabrina Mockenhaupt im Fokus stehen. „Bei der WM möchte ich auf meiner Königsdisziplin, den 10.000 Metern, starten.“

Erfreuliche Entwicklungen sind bei den Frauen auffällig. Hinter den gestandenen Athletinnen wie Sabrina Mockenhaupt und Susanne Hahn folgten in der Autostadt an der Donau mit Julia Hiller (21), Ingalena Heuck (22), Mareike Schrulle (20) und Verena Dreier (23) gleich vier junge Talente, die sich noch vor Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch platzieren konnten.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der übrigens mit scheinbarer Routine als Starter sowohl die Männer als auch die Frauen auf die Strecke an der alten Befestigungsanlage im Herzen Ingolstadts geschickt hatte, zeigte sich während des Langstreckenrennens im wahrsten Sinne des Wortes auf Augenhöhe mit Gabius, Hallmann, Hohl und Co. Er beließ es keineswegs mit der Überreichung der weißen Porzellanlöwen an Sabrina Mockenhaupt und Arne Gabius, sondern stiefelte fernab des Protokolls auf einen der beiden selektiven Hügel, um die Aktiven hautnah zu erleben. „Ich habe Hochachtung vor den Leistungen der Läufer. Die Strecke im Hindenburgpark ist eine zähe Herausforderung und ist in dieser Hinsicht auch mit der Politik zu vergleichen. Aber Crosslaufen ist nichts für mich. Ich bevorzuge ab dem Frühjahr wieder das Radfahren. Ich gebe aber zu, das Problem ist die Regelmäßigkeit“, erzählte ein gesprächiger Ministerpräsident, der seit 1972 Mitglied beim MTV Ingolstadt ist und als Handballer aktiv war.

Und Seehofer wurde Zeuge eines souveränen Auftritts von Arne Gabius (Asics Tübingen), der den nach krankheitsbedingten Trainingsausfällen klar unterlegenen Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München) und Titelverteidiger Stephan Hohl (TV Huchenfeld) keine Chance ließ. „Mein Trainer Dieter Baumann hat mir vorher gesagt, ich solle mich auf ein einsames Rennen einstellen. Genau das ist auch eingetreten. Ich habe das hohe Tempo der ersten beiden Runden einfach beibehalten, das war dann schon die Entscheidung. Das Rennen hat gezeigt, ich bin derzeit der Beste! Aber ehrlich gesagt, ich war froh, als die Glocke für die letzte Runde kam, denn es war auch für mich eine harte Sache.“ Der Hamburger im Trikot des LAV Asics Tübingen sitzt bereits auf gepackten Koffern, schließlich geht es umgehend ins kenianische Trainingslager nach Nyahururu – zur WM-Vorbereitung.

Sebastian Hallmann zeigte sich gegen seinen früheren Tübinger Vereinskollegen über 10,1 km mehr oder weniger chancenlos. „Mir fehlen sechs Trainingswochen. Mehr war damit nicht zu erreichen“, so die realistische Analyse des Freisingers. Bundestrainer Detlef Uhlemann überraschte den Vizemeister im Ziel mit einem Bonbon der besonderen Art: Der 32-jährige der LG Stadtwerke München soll als Einzelstarter die DLV-Farben bei den Cross-Weltmeisterschaften in der jordanischen Hauptstadt Ammann vertreten. Keineswegs unzufrieden war auch Stephan Hohl, der sicherlich gerne den Hattrick in Ingolstadt auf der Langstrecke geschafft hätte, aber auch ihn warf im Vorfeld eine hartnäckige Virusinfektion aus der Bahn. Die anfangs noch in diesem Trio mithaltenden Steffen Uliczka und Zelalem Martel gingen frühzeitig aus dem Rennen – und machten den Weg frei für überraschende Platzierungen im dichten Zieleinlauf für Lars Haferkamp, Richard Friedrich und Carlo Schuff auf den nächsten Rängen.

Mit Wolfram Müller (Asics Pirna) präsentierte sich ein weiterer WM-Kandidat in Ingolstadt in prächtiger Verfassung. Das spannende Duell auf der Mittelstrecke (3,1 km) gegen Olympiastarter Carsten Schlangen, Christoph Lohse und Stefan Eberhardt endete mit einem letztlich überaus deutlichen Erfolg für den 27-jährigen 1500-m-Spezialisten aus Pirna, der vor Wochenfrist bei den Hallen-Europameisterschaften als Vierter knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt war. Neun Sekunden hinter einem befreit zum Titel laufenden Wolfram Müller verdrängte Christoph Lohse bei Zeitgleichheit Carsten Schlagen auf Rang drei, der anfangs für Tempo sorgende Stefan Eberhard blieb als Vierter ohne Medaille. „Ich freue mich, dass es so glatt gelaufen ist. Vielleicht ist dies auch das Ergebnis von 10 Wochen kontinuierlichem Training. So kann es weiter gehen, vor allem auf dem Weg zur WM. Ich denke, dass wir im Sommer noch viele spannende Rennen erwarten dürfen, ehe die WM-Plätze feststehen“, sagte Wolfram Müller.

Text: race-news-service.com/Wilfried Raatz

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race-news | 15.03.2009

Gebrselassie in Den Haag geschlagen


Haile Gebrselassie rennt auch in Den Haag im Regen.
Foto: Standard Chartered Dubai Marathon

Für Haile Gebrselassie fiel zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Weltrekordjagd buchstäblich ins Wasser. Beim Halbmarathon in Den Haag wollte sich der 35-Jährige eigentlich den Weltrekord vom Kenianer Sammy Wanjiru (58:33 Minuten) zurückholen. Doch am Ende musste sich der Äthiopier sogar noch dem Kenianer Sammy Kirop Kitwara geschlagen geben, der über die 21,0975 km in 59:46 Minuten gewann. Regen und Wind hatten die Läufer beim traditionellen ,City-Pier-City’-Rennen behindert, bei dem Sammy Wanjiru vor zwei Jahren seinen Weltrekord aufgestellt hatte. Im Januar hatte Haile Gebrselassie bereits bei Regen und Wind in Dubai den Marathon-Weltrekord verpasst.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich Haile Gebrselassie schlagen könnte – ich dachte, der sei unschlagbar“, sagte Sammy Kirop Kitwara, der sich während des Rennens nicht von dem äthiopischen Marathon-Weltrekordler (2:03:59 Stunden) abhängen ließ. Am Ende gewann der 22-jährige Kenianer das Sprintduell gegen Haile Gebrselassie, der sich nicht ganz in Topform fühlte und drei Sekunden später nach 59:49 Minuten das Ziel erreichte. „Schade, denn die Strecke ist wirklich gut“, sagte Haile Gebrselassie bezüglich der verpassten Rekordchance. Auch die Jahresweltbestzeit des Kenianers Patrick Makau Musyoki von 58:52 Minuten blieb in Den Haag außer Reichweite.

Das Rennen der Frauen machten zwei Kenianerinnen unter sich aus. Am Ende gewann Pauline Wangui in 1:10:49 Stunden deutlich vor der Marathon-Weltmeisterin Catherine Ndereba, die nach 1:11:33 im Ziel war. Auf Rang drei kam die Holländerin Ilse Pol mit deutlichem Abstand in 1:14:39. Bei der 35. Auflage des ,City-Pier-City’-Rennens beteiligten sich insgesamt 26.000 Läufer.

Text: race-news-service.com

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race-news | 10.03.2009

Türkin Bekele gewinnt Gold bei Hallen-EM


Almitu Bekele feierte in Turin den größten Sieg ihrer Karriere.
Foto: www.photorun.net

Eine gebürtige Äthiopierin gewann am zweiten Tag der Hallen-Europameisterschaften in Turin den Titel über die 3.000-m-Strecke: Almitu Bekele, die seit 1998 in der Türkei lebt und auch für dieses Land startet, siegte in 8:46,50 Minuten. Damit stellte die 31-Jährige einen türkischen Hallenrekord auf und war deutlich vor Sara Moreira (Portugal/8:48,18) sowie Mary Cullen (Irland/8:48,47) im Ziel.

Es wurde nichts mit der erhofften zweiten Goldmedaille für die Russin Anna Alminova, die tags zuvor die 1.500 m für sich entschieden hatte. Sie wurde mit deutlichem Rückstand auf die Medaillenplätze Sechste in 8:51,36 Minuten. Vorne hatte Almitu Bekele das Geschehen kontrolliert. An der 1.000- und 2.000-m-Marke lag sie jeweils vorne in 3:00,58 beziehungsweise 5:58,33 Minuten. Nach diesem verhaltenen Tempo machte Almitu Bekele ernst. Den letzten Kilometer lief sie dann unter 2:50 Minuten.

"Das ist ein großer Erfolg für mich, nachdem ich meine Karriere nach der Geburt meines Sohnes mehrere Jahre unterbrochen hatte", erklärte Alemitu Bekele, die vor drei Jahren wieder mit dem Laufen begann. Jetzt ist die Türkin so stark wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr überzeugte sie bereits mit einem siebenten Platz im olympischen 5.000-m-Finale.

Spannend waren die Mittelstrecken-Entscheidungen am Sonntag in Turin. Das 800-m-Finale der Männer gewann der Olympiasieger von 2004, Yuriy Borzakovskiy (Russland), in 1:48,55 Minuten vor dem Spanier Luis Alberto Marco (1:49,14) und dem Schweden Mattias Claesson (1:49,32). Vergleichsweise deutlich schneller ging es über 800 m der Frauen zu. Dies lag daran, dass die Britin Marilyn Okoro ein hohes Tempo anging. Nach 56,10 Sekunden hatte sie die 400-m-Marke passiert. Doch das war zu ehrgeizig, am Ende blieb ihr nur Rang fünf. Vorne setzte sich in der Schlussrunde Mariya Savinova durch. Die Russin gewann in einer Jahresweltbestzeit von 1:58,10 Minuten vor ihrer Landsfrau Oksana Zbrozhek (1:59,20) und der Italienerin Elisa Cusma Piccione (2:00,23). „Ich hatte dieses Resultat eigentlich für die WM im Sommer in Berlin geplant, deswegen bin ich selbst etwas überrascht“, sagte Mariya Savinova nach ihrem Rennen zum Gold.

Über 1.500 m der Männer setzte sich der Portugiese Rui Silva in 3:44,38 Minuten nach einem taktischen Rennen vor dem Spanier Diego Ruiz (3:44,70) durch. Dritter wurde der Franzose Yoann Kowal in 3:44,75 Minuten. Eine feine Leistung zeigte Wolfram Müller (LG Asics Pirna), der in 3:44,95 als Vierter nicht weit weg war vom Bronzerang.

Text: race-news-service.com

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race-news | 08.03.2009

Fujinaga siegt in Nagoya, Takahashi rennt Abschieds-Marathon


Olympiasiegerin Naoko Takahashi lief beim Nagoya-Marathon ihr Abschiedsrennen und winkte dabei immer wieder den Zuschauern zu.
Foto: www.photorun.net

Die Japanerin Yoshiko Fujinaga hat den Nagoya-Marathon in 2:28:13 Stunden gewonnen, doch nicht minder bejubelt wurde Japans Nationalheldin Naoko Takahashi. Die Olympiasiegerin von Sydney 2000, die ein Jahr später in Berlin als erste Frau die 2:20-Stunden-Barriere durchbrochen hatte (2:19:46) und damit Leichtathletik-Geschichte schrieb, lief ihr Abschiedsrennen. Die 36-Jährige rannte dabei locker, immer wieder dem Publikum zuwinkend. Naoko Takahashi war bei dem reinen Frauen-Eliterennen nach 2:52:23 Stunden auf Platz 29 im Ziel.

Bei 35 km lag die 27-jährige Yoshiko Fujinaga noch knapp 30 Sekunden hinter der führenden Hitomi Niiya. Doch Niiya brach auf den folgenden Kilometern dramatisch ein und schleppte sich schließlich als Achte in 2:30:58 Stunden ins Ziel. Bei Kilometer 37 hatte Yoshiko Fujinaga die Spitze übernommen und lief einem deutlichen Sieg entgegen. Als sie nach 2:28:13 im Ziel war, hatte sie automatisch auch für das japanische WM-Marathonteam qualifiziert. Die Titelkämpfe finden im August in Berlin statt. „Ich habe während des Rennens nicht an die WM gedacht sondern mich nur auf meinen Lauf konzentriert“, sagte Yoshiko Fujinaga.

Bei guten Wetterbedingungen belegten die Japanerinnen Chika Horie (2:29:09), Yuko Machida (2:29:35), Mayumi Fujita (2:29:56) und Kiyomi Ogawa (2:29:58) mit Zeiten unter 2:30 Stunden die nächsten Plätze.

Text: race-news-service.com

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race-news | 07.03.2009

Mo Farah siegt eindrucksvoll bei der Hallen-EM


Mo Farah triumphiert in Turin über 3.000 m.
Foto: www.photorun.net

Mo Farah ist seiner Favoritenrolle auf eindrucksvolle Weise gerecht geworden. Der 25-jährige Brite gewann bei den Hallen-Europameisterschaften in Turin das 3.000-m-Finale in der Meisterschafts-Rekordzeit von 7:40,17 Minuten. Die bisherige Bestzeit des Spaniers Alberto Garcia stand bei 7:43,89 Minuten. Farah, der in dieser Saison bereits den britischen 3.000-m-Hallenrekord auf 7:34,47 gesteigert hatte, gewann vor 5.000 Zuschauern vor dem Franzosen Bob Tahri (7:42,14) und dem Spanier Jesus Espana (7:43,29). Damit blieben gleich alle drei Läufer unter dem alten EM-Rekord.

Sieht man von Junioren-Titelkämpfen ab, war es in Turin der erste Sieg über eine Bahn-Langstrecke bei einer großen internationalen Meisterschaft für Mo Farah. Der aus Somalia stammende Läufer war 2006 allerdings auch schon Crosslauf-Europameister. Im gleichen Jahr wurde er dann bei den Europameisterschaften im Sommer Zweiter über 5.000 m – geschlagen vom Turiner Bronzemedaillengewinner Jesus Espana.

Der Spanier hatte dieses Mal keine Chance gegen Mo Farah. Allerdings erlebte der Brite am Anfang des Rennens eine Schrecksekunde, als er stolperte und fast gefallen wäre. Sein Landsmann Mark Draper hatte die Führung übernommen, gefolgt von Mo Farah. Noch vor der 1.000-m-Marke ging Farah an die Spitze und gab sie nicht mehr ab. Einzig sein zeitweiliger Trainingspartner Bob Tahri konnte auch noch nach der 2.000-m-Marke mithalten. Doch 400 Meter vor dem Ziel war der Franzose ebenfalls geschlagen. „Dieser Titel bedeutet mir sehr viel, nachdem ich immer wieder Verletzungsprobleme hatte“, erklärte Mo Farah und fügte hinzu: „Ich war der klare Favorit und habe den Druck gespürt, denn jeder hat auf mich geachtet. Die beste Taktik war es, schnell zu rennen“, sagte Mo Farah, der erklärte, dass ihn das gemeinsame Training mit kenianischen Läufern inspirierte.

Im 1.500-m-Finale der Frauen gewann die Russin Anna Alminova nach einem taktischen Rennen in 4:07,76 Minuten. „Ich wollte etwas Kraft sparen, denn ich will morgen auch noch das 3.000-m-Finale gewinnen. Daher bin ich nicht von der Spitze aus gelaufen“, sagte die Russin, die sich an Natalia Rodriguez hängte, als die Spanierin nach 800 m die Führung übernahm. Eingangs der letzten 200-m-Runde sprintete Anna Alminova dann vorbei. „Realistisch gesehen, war das das Maximum, was ich mir erhoffen konnte“, erklärte Natalia Rodriguez bezogen auf ihren zweiten Platz in 4:08,72 Minuten. Dritte wurde die Slowenin Sonja Roman mit 4:11,42.

Text: race-news-service.com

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race-news | 06.03.2009

London-Marathon ohne Paula Radcliffe, Irina Mikitenko in der Favoritenposition


Paula Radcliffe, hier nach ihren Weltrekordrennen in London 2003, muss verletzungsbedingt erneut auf den Start beim Flora London-Marathon verzichten.
Foto: www.photorun.net

Wiederum stoppt Paula Radcliffe eine Verletzung vor dem London-Marathon: Die 35-Jährige erlitt am Dienstag beim Höhentraining in Albuquerque (USA) einen Bruch des zweiten Zehs am rechten Fuß. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Marathon-Weltrekordlerin, die die Bestzeit von 2:15:25 Stunden bei ihrem Sieg in London 2003 aufgestellt hatte, auf das Rennen aufgrund einer Zehenverletzung verzichten müssen. Anschließend erlitte sie einen Ermüdungsbruch im Oberschenkel, war deswegen bei Olympia in Peking nicht in Topform und hatte keine Medaillenchance. Im November meldete sich Paula Radcliffe dann mit einem Sieg beim New York-Marathon zurück. Jetzt hat sie erneut Verletzungspech.

Im Vorfeld des Zehbruches hatte Paula Radcliffe bereits an einem Überbein am rechten Fuß laboriert. Dieses Problem war gelöst, doch nun kam die neue Verletzung, die, so wird vermutet, eine Folge der ersten Verletzung sein könnte. „Ich bin sehr enttäuscht, dass ich in diesem Jahr wieder nicht beim Flora London-Marathon starten kann. Ich hatte mich auf das Rennen vor heimischem Publikum gefreut“, erklärte Paula Radcliffe, die den London-Marathon in den Jahren 2002, 2003 und 2005 gewonnen hatte. „Ich überlege zurzeit, ob ich mich an dem Fuß operieren lasse, um zukünftige Probleme zu vermeiden.“ Je nach Heilungsdauer könnte auch Paula Radcliffes Marathon-Start bei den Weltmeisterschaften in Berlin im August in Gefahr geraten.

„Das tut mir sehr leid für Paula, sie hat wirklich viel Pech in letzter Zeit. Ich wäre gerne in London gegen sie gelaufen“, erklärte Irina Mikitenko, die nun als Titelverteidigerin bei dem Rennen am 26. April auch in die Favoritenrolle gerutscht ist. „Ich weiß, dass es sehr schwer ist, wenn man so wie Paula nach einem Hoch gleich wieder Rückschläge erlebt“, sagte Irina Mikitenko.

Text: race-news-service.com

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race-news | 05.03.2009

André Pollmächer startet beim Düsseldorf-Marathon


André Pollmächer wird seinen zweiten Marathon in Düsseldorf laufen.
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Der Düsseldorf-Marathon wird in diesem Frühjahr im Hinblick auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Berlin im August im Mittelpunkt stehen. Denn gleich vier deutsche Topläufer werden am Rhein am Start sein. Bei den Männern steht dabei André Pollmächer (LAC Erdgas Chemnitz) nach seinem viel versprechenden Marathondebüt in Frankfurt im Mittelpunkt.

Für das Frauenrennen hatten die Düsseldorfer zuvor bereits Melanie Kraus (Bayer Leverkusen), Susanne Hahn (SV schlau.com Saar 05) und Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) verpflichtet. Während Melanie Kraus allerdings aufgrund ihres Rennens in Frankfurt im vergangenen Oktober bereits qualifiziert ist, wollen Susanne Hahn und Claudia Dreher den Sprung ins Team noch schaffen. Ebenfalls bereits gesetzt ist Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) nach ihrem Triumph in Berlin im vergangenen September. Da im Rahmen der WM auch der Marathon-Weltcup stattfindet, kann jedes Nationenteam fünf Läuferinnen ins Rennen schicken. Hahn und Dreher haben also in Düsseldorf gute Chancen, sich für Berlin zu qualifizieren.

André Pollmächer nimmt in seinem zweiten Marathon die WM-Norm von 2:13:00 Stunden ins Visier. Beim Frankfurt-Marathon hatte er diesen Richtwert mit 2:14:18 noch verfehlt. Trotzdem war dieses Rennen ein beachtliches Marathondebüt für einen deutschen Läufer. Der 25-Jährige gilt als die große Hoffnung für den schwachen deutschen Langstreckenbereich. 2007 sorgte André Pollmächer für Furore, als er den 10.000-m-Europacup gewann. Das hatte zuvor nur ein Deutscher geschafft: Dieter Baumann.

Text: race-news-service.com

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race-news | 02.03.2009

Vivian Cheruiyot stoppt Lornah Kiplagat in San Juan


Vivian Cheruiyot gewann in San Juan und besiegte dabei Lornah Kiplagat.
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Vivian Cheruiyot hat die beeindruckende Siegserie von Lornah Kiplagat beim World Best 10 km-Rennen gestoppt. In San Juan (Puerto Rico) siegte die Kenianerin in starken 31:12 Minuten mit 33 Sekunden Vorsprung vor Lornah Kiplagat. Die gebürtige Kenianerin, die seit einigen Jahren für Holland startet, hatte diesen hochkarätigen 10-km-Straßenlauf zuletzt fünfmal in Folge und insgesamt bereits sechsmal gewonnen.

Die 25-jährige Vivian Cheruiyot, die 2007 im WM-Finale von Osaka Silber über 5.000 m gewonnen hatte und über diese Distanz Landesrekordlerin ist, bezwang in San Juan eine Reihe weiterer Topathletinnen. In der zweiten Hälfte des Rennens löste sie sich von Lornah Kiplagat, nachdem zuvor bereits Dire Tune nicht mehr mithalten konnte. Die Äthiopierin, die vor kurzem den hochkarätigen Halbmarathon in Ras Al Khaimah gewonnen hatte, wurde Dritte in 31:55. Rang vier belegte die US-amerikanische 10.000-m-Olympiadritte Shalane Flanagan mit 32:25.

Bei den Männern bestimmten einmal mehr die Kenianer das Geschehen. Sie belegten gleich die ersten vier Plätze mit Zeiten von jeweils unter 28 Minuten. Dabei gewann Sammy Kitawara in 27:26 Minuten vor Silas Kipruto und Wilson Kipsang, die in 27:45 zeitgleich die Ränge zwei und drei belegten. Vierter wurde Sammy Kosgei (27:49). Ihm folgte Moses Kipsiro (Uganda) mit 28:01. Die beiden Siegzeiten sind jeweils Jahresweltbestmarken.

Text: race-news-service.com

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race-news | 02.03.2009

Paul Tergat meldet sich mit Marathon-Sieg in Japan zurück


Paul Tergat gewinnt erstmals seit 2005 wieder einen Marathon.
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Paul Tergat hat sich mit einem Sieg beim Lake Biwa-Marathon in Japan zurückgemeldet. Der 39-jährige Kenianer, der 2003 in Berlin mit 2:04:55 Stunden als erster Läufer die klassische Distanz unter 2:05 Stunden rannte, gewann den Traditionslauf in 2:10:22 Stunden. Es ist der erste Marathonsieg für Paul Tergat seit seinem Triumph in New York 2005. In der Folge stoppten den kenianischen Rekordhalter Verletzungen aber auch Verpflichtungen in der Armee seines Landes.

Im vergangenen November hatte Paul Tergat in New York Platz vier belegt, jetzt zeigte der Kenianer, dass er auch als 39-Jähriger noch gewinnen kann. Erst nach dem 40-km-Punkt fiel beim Lake Biwa-Marathon die Entscheidung. In der Schlussphase des Rennens löste sich der frühere Weltrekordler von seinem spanischen Konkurrenten Jose Rios, der bereits zweimal am Lake Biwa gewonnen hatte. Im Stadion freute sich Paul Tergat dann zunächst zu früh, denn er wusste nicht, dass er noch eine Runde in der Arena zu laufen hatte. Sein Vorsprung auf Rios war allerdings groß genug, so dass der Spanier daraus nicht mehr Kapital schlagen konnte. Nach den letzten 400 Metern war Paul Tergat schließlich in 2:10:22 Stunden im Ziel. Rios wurde in 2:10:36 vor Yarid Asmeron (Eritrea/2:10:49) Zweiter.

"Ich fühlte mich noch müde vom Jetlag und es war zudem ziemlich windig", erklärte Paul Tergat. "Aber ich bin froh und für die Zukunft optimistisch, nachdem ich dieses gutklassige Rennen gewinnen konnte." Seinen nächsten Start plant Paul Tergat am 5. April in Irland, wo ein 10-km-Rennen in Dublin auf dem Programm steht.

Text: race-news-service.com

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race-news | 01.03.2009

Irina Mikitenko Dritte in Rom


Irina Mikitenko lief in Rom auf Platz drei.
Foto: www.photorun.net

Mit einem dritten Platz ist Irina Mikitenko in das Wettkampfjahr 2009 gestartet. Die Läuferin des TV Wattenscheid, die im vergangenen Jahr alle ihre sieben Rennen gewonnen hatte und bei der World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008 triumphiert hatte, lief beim Rom-Ostia-Halbmarathon 71:01 Minuten. Die Italienerin Anna Incerti gewann in der Streckenrekordzeit von 69:24 Minuten und stoppte damit Irina Mikitenkos Siegserie. Platz zwei belegte die Französin Christelle Daunay (70:30), Vierte wurde Rosaria Console (Italien/73:20).

„Die Strecke war wie bei einem Berglauf, es ging ständig auf und ab. Darauf war ich nicht vorbereitet. Am Ende kamen dann auch noch Regen und starker Wind hinzu“, sagte Irina Mikitenko. Die 36-Jährige war jedoch mit Platz drei und der Zeit zufrieden. „Das war ein gutes Training mit ungeplanten Krafteinheiten am Berg. Auf einer normalen Strecke müsste ich jetzt etwa eine Minute schneller laufen können. Das ist in Ordnung für den jetzigen Zeitpunkt. Wenn ich jetzt schon 68 Minuten laufen würde, dann würde etwas in Richtung Trainingsaufbau für den London-Marathon nicht stimmen“, erklärte Irina Mikitenko, die am 26. April in der britischen Metropole als Titelverteidigerin an den Start gehen wird und dann unter anderen auf Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) treffen wird. Im Vorfeld des London-Marathons will die deutsche Marathon-Rekordhalterin (2:19:19 Stunden) noch bei einem 10-km-Rennen laufen.

Nach dem Start in Rom lief Irina Mikitenko bei Temperaturen zwischen 10 und 12 Grad Celsius ihr eigenes Tempo und überließ Anna Incerti die Spitze. Die Italienerin hatte im vergangenen Jahr im Marathon überzeugt und das Rennen in Mailand in 2:27:42 Stunden gewonnen. Die 29-Jährige gilt als große Hoffnung in Italien.

Bei den Männern dominierten die Kenianer den Halbmarathon in Rom. Elijah Keitany siegte in 60:59 Minuten vor seinen Landsleuten Evans Cheruiyot (61:07) und Stephen Kibet (61:19).

Text: race-news-service.com

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