race-news
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race-news | 30.01.2009
Paula Radcliffe plant Marathon-WM-Start in Berlin

Paula Radcliffe, hier bei ihrem Sieg in Helsinki 2005, will den WM-Marathon in Berlin laufen.
Foto: www.photorun.net
Paula Radcliffe plant einen Start im Marathon bei den Weltmeisterschaften im August in Berlin. Dies gab die britische Weltrekordlerin, die über die 42,195 km eine Bestzeit von 2:15:25 Stunden hat, gegenüber britischen Medien bekannt. Damit käme es in Berlin bei der WM voraussichtlich zu einem zweiten Marathon-Duell zwischen Paula Radcliffe und Irina Mikitenko (TV Wattenscheid). Zuvor werden beide am 26. April beim London-Marathon aufeinandertreffen.
Paula Radcliffe hat den Marathon-WM-Titel bereits einmal gewonnen. 2005 siegte sie in Helsinki in einem überlegen geführten Rennen mit 2:20:57 Stunden. Diese Zeit ist nach wie vor WM-Rekord. Gefragt nach ihren Plänen nach dem London-Marathon im April, sagte Paula Radcliffe: „Bis jetzt steht für mich nur ein weiteres Rennen fest: Der WM-Marathon in Berlin. Ich werde aber sicherlich noch ein paar kürzere Strecken laufen. Ob ich nach der WM noch bei einem Herbstmarathon an den Start gehen werde, entscheide ich erst nach Berlin.“ Für Paula Radcliffe hat der Gewinn der WM-Goldmedaille nach dem erneut verpassten Olympiasieg 2008 Priorität. Im Vorfeld von Peking litt Paula Radcliffe unter einer Kette von Verletzungen.
Zuletzt trainierte Paula Radcliffe in ihrem Stammquartier in den französischen Pyrenäen. „Ich bin dort auch im Schnee gelaufen und denke, dass dies meine Beinmuskulatur gestärkt hat“, sagte die 35-jährige Britin, die zurzeit aber unter einer Grippe leidet und nicht trainieren kann. In der nächsten Woche will Paula Radcliffe für acht Wochen ins Höhentraining nach Albuquerque (New Mexiko/USA) reisen, wo sie auch in früheren Jahren trainierte. Vor dem London-Marathon sucht Paula Radcliffe noch einen anspruchsvollen Testlauf. „Wir haben uns noch nicht festgelegt, aber es gibt Optionen für einen 10-km-Lauf oder einen Halbmarathon“, erklärte Paula Radcliffes Mann und Manager Gary Lough.
Text: race-news-service.com
race-news | 27.01.2009
Beide Vorjahressieger für Boston-Marathon verpflichtet

Dire Tune kehrt als Vorjahressiegerin zum Boston-Marathon zurück.
Foto: www.photorun.net
Mit beiden Vorjahressiegern wird am 20. April der 113. Boston-Marathon gestartet. Wie die Veranstalter mitteilen, haben sie sowohl Robert Kipkoech Cheruiyot (Kenia) als auch Dire Tune (Äthiopien) verpflichtet. Zuvor standen bereits die Starts der beiden US-Amerikaner Ryan Hall und Kara Goucher fest. Das Traditionsrennen über den welligen Kurs von Hopkinton nach Boston verzeichnet auch bei den Breitensportlern sehr großes Interesse. Im Vergleich zum Vorjahr registriert die Boston Athletics Association (BAA) ein Plus von rund 20 Prozent. Das Teilnehmerlimit für das Rennen, bei dem Qualifikationszeiten erfüllt werden müssen, liegt bei 25.000 Läufern. Es dürfte bald erreicht sein.
Der Boston-Marathon gehört zu der World Marathon Majors (WMM)-Serie, die bei dem Rennen am 20. April fortgesetzt wird (2008-2009-Serie) beziehungsweise neu beginnt (2009-2010). Bei den Frauen führt in der laufenden Serie Irina Mikitenko, die bereits die Serie 2007-2008 gewann. Die Läuferin des TV Wattenscheid wird am 26. April beim London-Marathon starten.
„Boston ist eines meiner Lieblingsrennen. Deswegen trainiere ich so hart wie es geht dafür, um dann zum fünften Mal zu gewinnen und einen neuen Streckenrekord zu erreichen“, erklärte Robert Kipkoech Cheruiyot, der 2003 sowie von 2006 bis 2008 jeweils den Boston-Marathon gewonnen hat. Vor drei Jahren stellte er dabei mit 2:07:14 Stunden einen Streckenrekord auf, der auch seine persönliche Bestzeit ist. Cheruiyot hatte vor kurzem bekannt gegeben, dass er zum Islam konvertiert sei und will künftig unter dem Namen Ahmed Omar Kipkoech Cheruiyot starten. Die Veranstalter des Boston-Marathons führen ihn allerdings noch mit seinem Vornamen Robert.
„Es war immer mein Traum, eines Tages beim Boston-Marathon starten zu können. Im vergangenen Jahr konnte ich ihn sogar gewinnen. Deswegen ist es für mich eine große Motivation, hier als Titelverteidigerin an den Start zu gehen“, erklärte Dire Tune, die im vergangenen Jahr in 2:25:25 Stunden in Boston gewann. Die 23-Jährige hat sich allerdings 2008 wohl keinen Gefallen damit getan, vier Marathonrennen zu laufen. Vor Boston war sie im Januar in Houston als Siegerin nach 2:24:40 Stunden im Ziel. Bei Olympia in Peking rannte sie dann im August auf Rang 15 und in New York belegte sie im November Platz sieben. Dieses Extremprogramm könnte durchaus negative Folgen auch für ihr Boston-Rennen haben.
Text: race-news-service.com
race-news | 26.01.2009
Yoko Shibui meldet sich in Osaka zurück und nutzt zweite Chance

Enormes Zuschauerinteresse verzeichnen die japanischen Top-Marathonrennen. Hier wird Yoko Shibui angefeuert.
Foto: www.photorun.net
Fast fünf Jahre nach ihrem Triumph beim Berlin-Marathon hat Yoko Shibui wieder einen großen Marathon gewonnen. Die Japanerin meldete sich am Sonntag mit einem Sieg in Osaka zurück. Die 29-Jährige war nach 2:23:42 Stunden im Ziel und nutze damit zugleich ihre zweite Chance, sich für die Weltmeisterschaften in Berlin im August zu qualifizieren. Im November war sie beim Tokio-Marathon auf den letzten Kilometern eingebrochen, nachdem sie in Führung gelegen hatte. Am Ende wurde Yoko Shibui dort Vierte mit 2:25:51 Stunden. Doch nur zwei Monate später schaffte die Japanerin jetzt doch noch die WM-Qualifikation. In Osaka war Yoko Shibui mit ihrer Siegzeit dabei so schnell wie seit 2004 nicht mehr. In Berlin hatte sie mit 2:19:41 Stunden einen japanischen Rekord aufgestellt, der 2005 allerdings von Mizuki Noguchi verbessert wurde.
Hinter Yoko Shibui belegten beim Osaka-Marathon drei Landsfrauen die nächsten Plätze: Die Debütantin Yukiko Akaba lief als Zweite flotte 2:25:40 Stunden und hat damit auch noch eine gute Chance, für das japanische Marathon-WM-Team nominiert zu werden. Dritte wurde Yumiko Hara in 2:26:57, gefolgt von Miki Ohira (2:27:08). Als beste Ausländerin platzierte sich Lidia Simon (Rumänien) auf Rang fünf in 2:27:14.
Im Gegensatz zu ihrem Stil der letzten Zeit – aggressives Front-Running an der Spitze – hielt sich Yoko Shibui in Osaka längere Zeit zurück und hatte mit diesem Rezept Erfolg. Wie Brett Larner in den Japan Running News berichtet, wurde die erste Hälfte des Rennens in nicht allzu schnellen 1:13:01 Stunden gelaufen. Doch in der Folge war es dann mehr und mehr Yoko Shibui, die das Tempo erhöhte. Bei Kilometer 30 (1:43:56 Stunden) führte sie vor Yukiko Akaba, Yumiko Hara, Miki Ohira, Madoka Ogi (Japan/am Ende Achte in 2:27:56), Ruth Wanjiru (Kenia/Siebente mit 2:27:38) und Lidia Simon. Doch schon bald darauf konnte keine mehr mit der späteren Siegerin mithalten. Am dichtesten dran blieb die Debütantin Yukiko Akaba, der man in Japan eine erfolgreiche Marathonkarriere zutraut. Vielleicht kann sie gegebenenfalls schon bei der WM in Berlin eine Rolle spielen.
Yoko Shibui ist ihr vorsichtigeres Anfangstempo in Osaka gut bekommen. Denn am Ende hatte sie dieses Mal noch viel Kraft und rannte die letzten 2,195 km in einer Topzeit von 7:02 Minuten. Schließlich lief sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere nach 2001 als Siegerin des Osaka-Marathons ins Ziel. Vor acht Jahren hatte sie mit 2:23:11 Stunden die damals schnellste Debützeit aller Zeiten erreicht.
Text: race-news-service.com
race-news | 19.01.2009
Gebrselassie will auf WM-Start in Berlin verzichten

Haile Gebrselassie will in Berlin im August nicht mehr Weltmeister werden.
Foto: www.photorun.net
Die Leichtathletik-WM in Berlin dürfte eines ihrer Gesichter verlieren. Vor wenigen Wochen hatten die Organisatoren mit einer bundesweiten Plakataktion begonnen, um für das Ereignis im August zu werben. Zentrale Figur ist dabei Haile Gebrselassie. Doch zu einem Start des äthiopischen Marathon-Weltrekordlers bei den Weltmeisterschaften im August wird es aller Voraussicht nach nicht kommen. „Ich glaube nicht, dass ich bei der WM in Berlin an den Start gehe“, erklärte Haile Gebrselassie in Rundfunkinterviews mit der BBC und Voice of America, nachdem er am Freitag den Dubai-Marathon gewonnen, aber bei strömendem Regen seinen eigenen Marathon-Weltrekord verpasst hatte.
Erst Ende September hatte Haile Gebrselassie, der in seiner einmaligen Karriere bisher 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufstellte, die Marathon-Bestmarke in Berlin auf 2:03:59 Stunden verbessert. Nach dem Berlin-Marathon hatte der 35-Jährige erklärt: „Berlin ist für mich eine Glücksstadt. Manchmal ist das so, dass man in einer bestimmten Stadt immer besonders erfolgreich ist. Hier war ich schon als Junior in der Marathon-Staffel sehr stark, die wir als äthiopisches Team gewonnen haben. Dann hatte ich auf der Bahn beim ISTAF Erfolg und nun beim Berlin-Marathon. Berlin ist für mich wie ein Heimspiel. Deswegen will ich auch bei den Weltmeisterschaften hier laufen.“
Doch inzwischen hat Haile Gebrselassie seine Pläne geändert. In den letzten Jahren seiner außerordentlichen Karriere hat für ihn die maximale Verbesserung seines eigenen Marathon-Weltrekordes gegenüber dem Medaillenkampf bei großen Meisterschaften eindeutig Priorität. Derartige Zeiten sind aber nur in einem City-Marathon mit Tempomachern erreichbar. 2008 verzichtete der Äthiopier sogar auf den olympischen Marathon, um stattdessen in Berlin in einem auf ihn zugeschnittenen Lauf erfolgreich den Weltrekord anzugreifen.
Gebrselassie fürchtet, dass die stärksten Kenianer um Olympiasieger Sammy Wanjiru den prestigeträchtigen Marathon-Weltrekord brechen könnten und will ihn deswegen weiter verbessern. „Nach wie vor geht es mir um die Zeit. Vielleicht kann ich nicht unter 2:03 Stunden laufen, aber ich weiß, dass ich den Weltrekord zumindest noch auf 2:03:20 bis 2:03:30 verbessern kann“, erklärte Haile Gebrselassie, nachdem er beim Rennen in Dubai lange Zeit auf Kurs für eine neue Bestzeit gelegen hatte, bevor Wind und einsetzender Regen sein Vorhaben zunichte machten. Mit 2:05:29 Stunden erzielte er immerhin noch die achtschnellste Zeit aller Zeiten. „Bei Weltmeisterschaften bin ich schon so oft gestartet“, erklärte der viermalige Weltmeister über 10.000 m. „Deswegen denke ich nicht mehr an die WM. Aber ich werde trotzdem nach Berlin zurückkehren: zum Berlin-Marathon.“
Text: race-news-service.com
race-news | 19.01.2009
Rennen der Rekorde in Houston

Deriba Merga triumphiert in Houston mit dem ersten Männer-Streckenrekord seit 1989.
Foto: www.photorun.net
Zu einem Rennen der Rekorde wurde die 37. Auflage des Houston-Marathons am Sonntag. Dem Äthiopier Deriba Merga gelang es nach einem eindrucksvollen Solorennen, den 20 Jahre alten Streckenrekord deutlich zu verbessern. Mit 2:07:52 Stunden machte der Houston-Marathon qualitativ einen großen Sprung nach vorne. Es war die erste Zeit unter 2:10 Stunden in der langen Geschichte des Laufes. Einen Kursrekord gab es auch bei den Frauen: Hier gewann Mergas Landsfrau Teyba Erkesso mit flotten 2.24:18 Stunden. Bei guten Wetterbedingungen gab es schließlich auch noch einen Teilnehmerrekord: Rund 23.000 Läufer waren bei dem Rennen über 42,195 km sowie über kürzere Distanzen am Start.
Mit dem 28-jährigen Deriba Merga setzte sich in Houston der große Favorit durch. Der Olympia-Vierte von Peking, der zuvor beim London-Marathon 2008 seine Bestzeit auf 2:06:38 Stunden verbessert hatte, sorgte von Beginn an für ein hohes Tempo. Zeitweilig mit Hilfe von Pacemakern laufend, erreichte er die Halbmarathonmarke in 1:02:44 Stunden. Damit war er auf Kurs zu seiner Traumzeit. Mergas eigentliches Ziel war es, die schnellste je in den USA erzielte Zeit von 2:05:42 Stunden zu unterbieten. Khalid Khannouchi (USA) hatte damit 1999 den Chicago-Marathon gewonnen. Doch alleine laufend, wurde es dann schwer für Deriba Merga. „Ich habe wirklich versucht, diesen Rekord zu brechen. Aber es war zeitweilig etwas windig und dann wurde es alleine schwierig. Nächstes Jahr mache ich es besser“, erklärte Deriba Merga, der am Ende über einen Kilometer Vorsprung vor dem zweitplatzierten Benson Cheruiyot (Kenia/2:11:33) hatte. Dritter wurde der Russe Yuriy Abramov mit 2:12:21. Der 20 Jahre alte Kursrekord von Richard Kaitany (Kenia) stand bei 2:10:04 Stunden.
Ebenso wie Deriba Merga erhielt auch Frauen-Siegerin Teyba Erkesso neben der Siegprämie von 35.000 Dollar weitere 10.000 für den Kursrekord. In ihrem Debüt gewann die Äthiopierin in 2:24:18 und verbesserte damit die Streckenbestzeit ihrer Landsfrau Dire Tune um 22 Sekunden. Tune hatte nach ihrem Sieg vor einem Jahr auch den Boston-Marathon im April gewonnen. Begleitet von einem Tempomacher lief Teyba Erkesso in Houston ihr eigenes Rennen und erreichte die Halbmarathonmarke in Führung liegend in 1:12:23 Stunden. Auf dem zweiten Abschnitt konnte sie sogar noch etwas zulegen. Zweite wurde die Rumänin Nuta Olaru in 2:27:25, Rang drei belegte Lioudmila Kortchaguina (Kanada/2:30:43).
Den parallel stattfindenden Halbmarathon, in den die US-Meisterschaften integriert waren, gewann Meb Keflezighi. Der 33-Jährige meldete sich damit nach einer langen Verletzungspause erfolgreich zurück. Der US-Amerikaner kontrollierte das Rennen von Beginn an und erreichte schließlich nach 61:25 Minuten mit zehn Sekunden Vorsprung vor Dathan Ritzenhein das Ziel. Dritter wurde Brett Gotcher (62:09). „Es war ein hochkarätiges Meisterschaftsrennen. Für mich ist das ein toller Start in das neue Jahr, nachdem ich 2008 verletzt war. Ich hoffe, 2009 wird ein besseres Jahr für mich“, erklärte Meb Keflezighi, der 2004 in Athen Olympia-Zweiter im Marathon war. Bei den Frauen setzte sich in Houston Magdalena Boulet (USA) in 71:47 Minuten vor ihren Landsfrauen Kelly Jaske (72:06) und Colleen de Reuck (72:16) durch.
Text: race-news-service.com
race-news | 16.01.2009
Haile Gebrselassie steht in Dubai im Regen

Kein Glück hatte ein klitschnasser Haile Gebrselassie in Dubai.
Foto: Standard Chartered Dubai Marathon
Haile Gebrselassie wurde in Dubai kalt erwischt: Der 35-jährige Äthiopier verpasste sein Ziel, den eigenen Weltrekord von 2:03.59 Stunden weiter zu verbessern, weil ihn sintflutartige Regenfälle kombiniert mit Wind und kühler Witterung stoppten. Trotz der für Dubai ungewöhnlichen Wetterbedingungen erzielte Haile Gebrselassie als überlegener Sieger des Rennens immer noch eine Weltklassezeit von 2:05:29 Stunden. Es ist die achtschnellste Zeit aller Zeiten. Von diesen Top-Acht-Ergebnissen lief Haile Gebrselassie alleine vier. Eine souveräne Siegerin gab es auch im Frauenrennen von Dubai: Die 25-jährige Bezunesh Bekele (Äthiopien) gewann in 2:24:02 Stunden. Beide Sieger kassierten jeweils eine Prämie von 250.000 Dollar. Es ist das höchste Sieggeld, das es bei einem Marathon zu verdienen gibt.
„Das ist die beste Leistung, die ich je bei einem derartigen Wetter erreicht habe“, erklärte Haile Gebrselassie, der Regen aufgrund des rutschigen Straßenpflasters fürchtet. Beim London-Marathon 2006 wurde er bei derartigen Bedingungen lediglich Neunter. „Im Regen kann ich nicht perfekt laufen. Es ist nicht das Problem, dass ich nass werde, sondern dass es rutschig wird.“ Aufgrund seines Laufstils kann es dann zu Balanceschwierigkeiten kommen.
Bei ungewöhnlich kühlen Temperaturen von etwa 12 Grad Celsius während des gesamten Rennens gab es den ersten Regenschauer bereits nach fünf Kilometern. Dieser warf Gebrselassie aber noch nicht aus dem Weltrekord-Fahrplan. Und im Gegensatz zum Vorjahr, als er sein Weltrekord-Ziel in Dubai aufgrund eines zu hohen Anfangstempos zunichte gemacht hatte, lief der Äthiopier dieses Mal das richtige Tempo. Geführt von Pacemakern erreichte Haile Gebrselassie die Halbmarathonmarke in 61:45 Minuten. Damit war er genau 19 Sekunden schneller als bei seinem Weltrekord Ende September in Berlin.
Doch schon kurz nach der Wende im Bereich der Streckenhälfte merkte Haile Gebrselassie, dass es schwierig wird mit dem Weltrekord. „Die Tempomacher waren perfekt, aber nach der Wende spürte ich, dass wir nun gegen den Wind rennen und wusste, dass es wahrscheinlich nicht reichen wird zum Rekord. Dann sah ich die schwarze Wolkenfront“, erklärte Haile Gebrselassie, der in seiner einmaligen Karriere bisher 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufgestellt hat.
Bei Kilometer 30 lag Haile Gebrselassie immer noch gut im Rennen bezüglich des Weltrekordes. Er war rund eine halbe Minute schneller als in Berlin. Doch nachdem bei 32 km der letzte Tempomacher ausgestiegen war und es extrem stark zu regnen begann, wurde Gebrselassie deutlich langsamer. Er lief die Kilometerabschnitte nun über 3:00 Minuten und verlor auf den letzten 10 km zu viel Zeit. „Als ich morgens wusste, dass es regnen würde, dachte ich mir schon, dass es schwer wird mit dem Rekord. Denn ich würde im Regen zu viel Kraft verlieren – genau das ist passiert.“
Mit großem Vorsprung erreichte Haile Gebrselassie vor vier Landsleuten das Ziel in Dubai: Deressa Edae Chimsa wurde Zweiter mit 2:07:54 Stunden, gefolgt von Eshetu Wendimu (2:08:41), Gashaw Melese (2:10:59) und Dereje Tesfaye (2:11:42).
Eine äthiopische Angelegenheit war auch das Frauenrennen, in dem Vorjahressiegerin Berhane Adere allerdings einmal mehr keine überzeugende Marathon-Leistung zeigte. Die frühere Weltklasseläuferin wurde am Ende nur Siebente in 2:27:47 Stunden, obwohl sie ein Ergebnis unter 2:20 angepeilt hatte. Der Regen war natürlich auch für die Frauen hinderlich. Doch Bezunesh Bekele, die nicht verwandt ist mit Weltrekordler Kenenisa Bekele, erzielte mit 2:24:02 Stunden trotzdem eine flotte Zeit. An der 30-km-Marke hatte sie sich gemeinsam mit der später drittplatzierten Helena Kiprop (Kenia/2:25:35) aus der Spitzengruppe abgesetzt. Zwei Kilometer später löste sich Bekele auch von der Kenianerin. Noch auf Rang zwei schob sich in der Schlussphase des Rennens Atsede Habtamu (Äthiopien) mit 2:25:17 Stunden. Vierte wurde die Russin Tatyana Petrova in 2:25:53.
Text: race-news-service.com
race-news | 15.01.2009
Haile Gebrselassie geht in Dubai erneut auf Rekordjagd

Kann er sich selbst übertreffen? Haile geht in Dubai auf die Jagd nach Gebrselassies Weltrekord.
Foto: Standard Chartered Dubai Marathon
Auf der wohl flachsten Marathonstrecke der Welt will Haile Gebrselassie am frühen Freitagmorgen seinen eigenen Weltrekord brechen. Erst vor wenig mehr als 100 Tagen war der äthiopische Ausnahmeläufer in Berlin zur ersten Zeit unter 2:04 Stunden gestürmt. Bei 2:03:59 waren die Uhren nach den 42,195 km am Brandenburger Tor für Haile Gebrselassie stehen geblieben. Doch der 35-Jährige glaubt, dass er noch schneller laufen kann und will deswegen beim Dubai-Marathon seinen eigenen Rekord angreifen.
In den letzten Jahren seiner außerordentlichen Karriere hat für Haile Gebrselassie die für ihn maximal mögliche Verbesserung des Marathon-Weltrekordes gegenüber dem Medaillenkampf bei großen Meisterschaften eindeutig Priorität. Ein Start bei der WM in Berlin scheint daher nicht mehr sicher. Im vergangenen Jahr verzichtete der Äthiopier sogar auf die Olympischen Spiele, um stattdessen in Berlin erfolgreich den Weltrekord anzugreifen. Nun läuft er in Dubai. „Ich denke, dass für mich eine Zeit zwischen 2:03:20 bis 2:03:30 Stunden möglich ist. Wenn alles perfekt zusammenpasst, kann ich vielleicht sogar 2:02:59 laufen“, sagt Haile Gebrselassie. Angetrieben fühlt er sich dabei auch von den zurzeit besten kenianischen Marathonläufern Sammy Wanjiru (Olympiasieger) und Martin Lel (WMM-Sieger 2007-2008), denen man zutraut, Haile Gebrselassies derzeitigen Weltrekord zu brechen. Jahrelang war der Äthiopier der Marke vergeblich hinterher gelaufen, jetzt will er den Rekord nicht so schnell wieder verlieren.
Beim Berlin-Marathon 2007 hatte Gebrselassie den Weltrekord zunächst auf 2:04:26 Stunden verbessert. Im Januar 2008 wollte er die Marke schon einmal in Dubai verbessern, scheiterte mit 2:04:53 aber relativ knapp. Sein Fehler war damals, dass er bei sehr guten Bedingungen ein zu schnelles Anfangstempo gewählt hatte und daher am Ende Schwierigkeiten bekam. Bei seinem erneuten Berlin-Start machte es Gebrselassie besser: Einer ersten Hälfte in 62:04 ließ er eine zweite mit 61:55 Minuten folgen.
„Ich bin besser in Form als vor meinem Weltrekord in Berlin. Damals hatte ich in der letzten Trainingsphase ein kleines Muskelproblem, dieses Mal lief alles glatt. Seit Berlin konnte ich sehr gut trainieren“, erklärte Haile Gebrselassie in Dubai. „Am Freitag möchte ich die erste Hälfte in einer Zeit von 61:40 bis 61:45 Minuten laufen. Das Ziel ist eindeutig Weltrekord. Aber dafür müssen natürlich alle Bedingungen perfekt sein – das Wetter, vor allem kein Wind, und die Tempomacher.“ 26 Mal hat Haile Gebrselassie in seiner langen Karriere bisher eine globale Bestmarke gebrochen (19 offizielle und sieben inoffizielle Rekorde).
In einem vollkommen auf Haile Gebrselassie zugeschnittenen Rennen haben die Veranstalter sowohl die Strecke als auch die Startzeit verändert. Der Lauf beginnt nun schon um 6.30 Uhr anstatt wie zuletzt um 7 Uhr, weil es im vergangenen Jahr in der Schlussphase des Eliterennens etwas zu warm geworden war. Der neue Kurs hat 2009 nur noch eine Ecke, zwei Wenden und drei Schrägen!
Zu Haile Gebrselassies Gegnern zählen am Freitag seine beiden Landsleute Tesfaye Tola (Bestzeit: 2:06:57), der beim Olympia-Marathon 2000 Dritter war, und Gashaw Asfaw Melese (2:08:03), der in Peking bei Olympia im Marathon Rang sieben belegte, sowie der Kenianer William Kiplagat (2:06:50). Doch besonders harte Konkurrenz ist das für Haile Gebrselassie nicht. Die 250.000-Dollar-Siegprämie – die höchste in einem Marathonrennen – sollte dem Äthiopier kaum zu nehmen sein. Für einen Weltrekord bekäme er einen satten Bonus von einer Million Dollar.
Es spricht vieles dafür, dass es in Dubai erneut einen äthiopischen Doppelsieg geben wird. Titelverteidigerin und Kursrekordlerin Berhane Adere, die vor einem Jahr 2:22:42 Stunden gelaufen war, ist wieder am Start. Sie trifft auf ihre Landsfrauen Bezunesh Bekele (Bestzeit: 2:23:09/Zweite in Dubai 2008) und Askale Magarsa, die sich in Berlin als Zweite auf 2:21:31 Stunden gesteigert hatte.
Text: race-news-service.com
race-news | 12.01.2009
13.000 laufen in Egmond über den Strand

Die Spitzengruppe kämpft auf dem Strand von Egmond gegen den Wind.
Foto: Egmond-Halbmarathon/Veranstalter
Mitten im Winter wird in Holland über den Strand gelaufen. Und das Halbmarathonrennen von Egmond verzeichnet immer größeres Interesse. Die Rekordzahl von rund 13.000 Läufern wurde bei der 37. Auflage des Rennens registriert. Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt und einem eisigen Wind stellten die Afrikaner dabei einmal mehr die Sieger.
Schnellster Läufer im Rennen von Egmond, das teilweise direkt über den Sandstrand führt, so dass Spitzenzeiten auf der Strecke nicht möglich sind, war Wilson Kipsang. Der Kenianer erreichte nach 65:36 Mintuen das Ziel und hatte 14 Sekunden Vorsprung auf den Holländer Michael Butter, der sich im Vergleich zum vergangenen Jahr um einen Rang verbesserte. Dritter wurde der Äthiopier Chala Dechase in 65:53. Dass die Zeiten an der Spitze etwas langsamer waren als in den letzten Jahren hing mit eisigen Wind zusammen.
Bei den Frauen gab es eine Überraschung, denn die 21-jährige Workitu Ayanu setzte sich vor Hilda Kibet durch. Die Äthiopierin Ayanu, die auf den Bahn-Langstrecken bereits gute persönliche Bestzeiten von unter 15 beziehungsweise unter 32 Minuten über 5.000 und 10.000 m vorweisen kann, gewann mit großem Vorsprung in 1:16:33 Minuten. Die aus Kenia stammende Hilda Kibet, die seit gut einem Jahr für Holland startet, war in 1:17:32 deutlich geschlagen. Die Cross-Europameisterin Kibet war als Favoritin an den Start gegangen, jedoch war sie in Egmond nicht in Topform. Eine gebürtige Holländerin, Ilse Pol, belegte Rang drei mit 1:19:21.
Text: race-news-service.com
race-news | 11.01.2009
Afrikas Crossläufer dominieren in Edinburgh

Der Cross-Kurs im Holyrood Park von Edinburgh.
Foto: www.photorun.net
Afrikas Läufer haben den hochklassig besetzten Crosslauf in Edinburgh dominiert. Das Rennen, das zu einer Serie des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) gehört, hat einmal mehr gezeigt, dass es die Europäer schwer haben, wenn es im Crosslauf zur Sache geht. Der Äthiopier Abebe Dinkesa und die Kenianerin Linet Masai waren die Sieger bei kühlem und windigem Wetter in Schottland.
Beim vorletzten Anstieg auf dem anspruchsvollen Kurs im Holyrood Park im Zentrum von Edinburgh ergriff Abebe Dinkesa die Initiative und löste sich aus der Spitzengruppe. Der 24-jährige Äthiopier gehörte vorher nicht zu den Topfavoriten, schaffte es aber, seinen Vorsprung von rund 20 Metern bis ins Ziel zu verteidigen. Für die 8,9 km lange Strecke benötigte Dinkesa, der in Edinburgh den größten Cross-Sieg seiner Karriere feierte, 26:51 Minuten. Auch auf Rang zwei gab es eine Überraschung: Der Kenianer Mang’ata Ndiwa belegte diesen Platz in 26:54 mit einer Sekunde Vorsprung vor dem eigentlichen Favoriten Zersenay Tadese (Eritrea), dem Cross-Weltmeister des Jahres 2007. Während Äthiopiens Superstar Kenenisa Bekele aufgrund eine Ermüdungsbruches im Knöchel in Edinburgh nicht als Vorjahressieger an den Start gehen konnte, wurde der Kenianer Eliud Kipchoge in 26:58 Minuten Vierter. Bester Europäer war der Cross-Europameister Sergiy Lebid (Ukraine), der als Zehnter nach 27:23 im Ziel war.
Besser schlug sich im Frauenrennen Großbritanniens Nachwuchshoffnung Stephanie Twell. Die 19-jährige Cross-Europameisterin der Juniorinnen belegte über 5,6 km einen beachtlichen vierten Platz in 19:16 Minuten und war nur zwei Sekunden von einem Podestplatz entfernt. Lediglich die dominierende Kenianerin Linet Masai (Kenia/19:02), die bei Olympia in Peking im 10.000-m-Finale als Vierte einen Juniorinnen-Weltrekord aufgestellt hatte, Mestawet Tufa (Äthiopien/19:13) und Viola Kibiwott (Kenia/19:14) waren schneller als Stephanie Twell. Als Achte kam die Cross-Vize-Europameisterin von 2008, Jessica Augusto (Portugal/19:34), ins Ziel.
Text: race-news-service.com
race-news | 09.01.2009
Frankfurt erhält Gold Label, Berlin zweitgrößter Marathon der Welt

Goldene Zeiten beim Frankfurt-Marathon.
Foto: www.photorun.net
Die hochkarätigsten und größten deutschen Laufveranstaltungen haben auch 2008 großen Erfolg gehabt. So hat Deutschland neben dem real,- Berlin-Marathon im neuen Jahr nun erstmals zwei weitere Rennen, die vom internationalen Leichtathletik-Verband IAAF in die Kategorie ,Gold Label Race’ eingestuft wurden. Aufgerückt in die ,Premier League’ des internationalen Laufsports ist nach dem Hamburg- nun auch der Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon.
Deutschlands ältester City-Marathon hat sich in Frankfurt in den letzten Jahren vor allem spitzensportlich aber auch breitensportlich stark entwickelt. So verbesserte Robert Kiprono Cheruiyot 2008 den Streckenrekord auf 2:07:21 Stunden. Sechs weitere Kenianer blieben am Main unter 2:10 Stunden und Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) gewann das Frauenrennen in flotten 2:26:22. Wie stark Frankfurt in der Breite der Spitze war, zeigt der Durchschnitt der schnellsten zehn Männerzeiten: Mit 2:09:16 wird dieses Rennen 2008 weltweit nur noch von London (2:07:49) und Paris (2:08:16) übertroffen. Mit 9.469 Marathonläufern im Ziel ist Frankfurt inzwischen der drittgrößte deutsche Lauf über die 42,195 km hinter Berlin und Hamburg. „Natürlich bin ich sehr stolz auf diese Auszeichnung“, sagt der Frankfurter Race-Director Jo Schindler. „Damit wird die herausragende Arbeit unseres gesamten Organisationsteams in den vergangenen Jahren gewürdigt.“
Weltweit haben zurzeit nur elf Marathonrennen sowie acht Läufe über kürzere Distanzen das IAAF Gold Label. Dass darunter nun drei deutsche Rennen sind, zeigt den hohen Standard der Veranstaltungen in Deutschland. Der Berlin-Marathon, vor Hamburg nach wie vor die klare Nummer eins, hat im vergangenen Jahr neben dem Weltrekord von Haile Gebrselassie (2:03:59 Stunden) auch in punkto Zielzahl eine Bestmarke aufgestellt: Mit 35.783 Läufern im Ziel war das Rennen die zweitgrößte Marathonveranstaltung der Welt. Lediglich der New York-Marathon war noch größer. Der Berliner Veranstalter SCC-Running bleibt zudem der mit Abstand größte deutsche Lauf-Organisator. Für gut 20 verschiedene Rennen wurde 2008 die Rekordzahl von 165.214 Meldungen gezählt – darunter sind allerdings jeweils rund 10.000 Skater und Radfahrer.
Und auch das größte Rennen der Welt fand 2008 in Deutschland statt: Beim Chase-Lauf in Frankfurt wurden 73.719 Läufer registriert.
Text: race-news-service.com
race-news | 07.01.2009
Verwechslung ausgeschlossen: Boston-Sieger Cheruiyot konvertiert zum Islam

Robert K. Cheruiyot, hier bei seinem Ausrutscher unmittelbar vor dem Ziel des Chicago-Marathons, will sich nach langer Verletzungspause und mit einem neuen Namen zurückmelden.
Foto: www.photorun.net
Robert K. Cheruiyot, einer der erfolgreichsten Marathonläufer der vergangenen Jahre, will sich nach langer Verletzungspause 2009 wieder zurückmelden. Der Kenianer hatte im April 2008 zum vierten Mal den prestigeträchtigen Boston-Marathon gewonnen und galt als einer der großen Favoriten für die Olympischen Spiele. Doch verletzungsbedingt konnte der 30-Jährige weder in Peking noch bei einem der Herbst-Marathonrennen an den Start gehen. Cheruiyot hatte 2007 die erste Serie der World Marathon Majors (WMM) gewonnen und hätte auch 2008 noch Chancen gehabt, wenn er im Herbst in Berlin, Chicago oder New York gewonnen hätte.
Wenn der Kenianer nun voraussichtlich beim Boston-Marathon an den Start gehen wird, dann unter einem neuen Namen: Ahmed Omar Kipkoech Cheruiyot will am 20. April zum fünften Mal gewinnen. Der Läufer, der eine Marathon-Bestzeit von 2:07:14 Stunden hat, ist zum Islam konvertiert. „Ich habe gemerkt, dass Glaube, Humanität und Erfolg untrennbar zusammen gehören“, erklärte Cheruiyot im Rahmen eines Benefiz-Fußballspiels in Nairobi im Dezember gegenüber der Internetseite des Leichtathletik-Weltverbandes iaaf.org. Auf einem Bild ist dabei zu erkennen, dass Cheruiyot sich während seiner Verletzungspause auch physisch verändert hat. Er hat deutlich an Gewicht zugenommen, so dass er zurzeit sicher nicht in der Lage ist, an seine Topleistungen anzuknüpfen. Dennoch hat der Kenianer große Pläne: Er will bei den Weltmeisterschaften in Berlin im August an den Start gehen und sein Fernziel ist das Marathon-Olympiagold in London 2012.
Im Oktober 2006 war das Bild von Cheruiyot um die Welt gegangen. Beim Sieg des Chicago-Marathons war der Kenianer kurz vor dem Ziel nach hinten ausgerutscht und hatte auf dem Boden rutschend die Ziellinie überquert. Dabei zog sich Cheruiyot eine Gehirnerschütterung zu.
Kenia hat derartig viele Lauftalente, dass auch zukünftig ein Robert K. Cheruiyot in der Marathon-Weltelite mitmischen kann. Der 20-Jährige Newcomer gewann den Frankfurt-Marathon im Oktober in der Kursrekordzeit von 2:07:21 Stunden. Verwechselungen der beiden, wie nach dem Frankfurt-Marathon, sind künftig dann ausgeschlossen.
Text: race-news-service.com
race-news | 04.01.2009
33.000 Läufer beim Xiamen-Marathon in China

Die Rekordzahl von 33.000 Meldungen verzeichnete der Xiamen-Marathon.
Foto: Xiamen-Marathon
Bereits am vierten Tag des neuen Jahres wurde der erste hochkarätige Marathon gestartet: In Xiamen verzeichneten die Veranstalter dabei die Rekordzahl von 33.000 Meldungen, wobei die Läufer teilweise auch über kürzere Distanzen an den Start gingen. Das chinesische Rennen wurde vom internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) in die höchstmögliche Kategorie eingeordnet und mit dem IAAF Gold Label für Straßenläufe ausgezeichnet.
Oft stellten in den vergangenen Jahren aufgrund der starken chinesischen Langstreckenläuferinnen die Frauen-Ergebnisse jene der Männer in den Schatten. Doch dieses Mal war es umgekehrt. Im Männerrennen lief dabei Samuel Muturi mit 2:08:51 Stunden einen Streckenrekord. Der Kenianer verbesserte die sechs Jahre alte Marke von Hailu Negussie (Äthiopien) um zwölf Sekunden.
Nachdem der in Führung liegende Vorjahressieger Kiprotich Kenei (Kenia) aufgrund eines Krampfes zurückgefallen war, sah es nach einem Erfolg des Äthiopiers Negari Terfa aus. Er lag bei 35 km fünf Sekunden vor Muturi. Doch der Kenianer schloss die Lücke und entschied das Rennen auf den letzten zwei Kilometern noch für sich. Am Ende hatte der erst 22-jährige Muturi, der zuvor eine Bestzeit von 2:11:08 Stunden aus dem vergangenen Jahr hatte, einen Vorsprung von zehn Sekunden auf Terfa (2:09:01). Dritter wurde der Marokkaner Rachid Kisri (2:10:33), Rang vier belegte Sammy Kurgat (Kenia) in 2:11:00.
Das Frauenrennen war eine rein chinesische Angelegenheit. Dabei siegte etwas überraschend die 20-jährige Chen Rong mit 2:29:52 Stunden. Die noch ein Jahr jüngere Vorjahressiegerin Zhang Yingying, die 2008 mit der Kursrekordrekordzeit von 2:22:38 Stunden ein Weltklasseergebnis erreicht hatte, war am Sonntag gut zehn Minuten langsamer. 2:32:57 Stunden reichten dennoch für Rang zwei vor Wang Jiali (2:33:58). Die olympische Bronzemedaillengewinnerin von Peking, Chunxiu Zhou, war zwar angekündigt, startete jedoch nicht. Die Chinesin gehört zum Elitefeld des London-Marathons am 26. April.
Text: race-news-service.com
race-news | 01.01.2009
Kwambai siegt in Sao Paulo, Weidlinger in Peuerbach

James Kwambai siegt in Sao Paulo.
Foto: www.photorun.net
Über 20.000 Läufer rannten zu Silvester durch Sao Paulo. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 28 Grad Celsius wurde die ,Großmutter aller Silvesterläufe’ in Brasilien gestartet. Bereits zum 84. Mal fand der „Corrida Internacional de Sao Silvestre“ statt. Auch bei dem hochklassig besetzten 15-km-Rennen in Sao Paulo dominierten dabei Läufer aus Afrika. Marathon-Spezialist James Kwambai (Kenia) und die Äthiopierin Ayalew Yimer waren die Sieger.
Im ersten Streckenabschnitt entwickelte sich im Männerrennen ein Zweikampf zwischen James Kwambai und seinem Landsmann Evans Cheruiyot. Beide kennen sich gut, denn sie gehören zur Trainingsgruppe des Italieners Dr. Gabriele Rosa. Und beide hatten im Herbst mit Weltklasseleistungen im Marathon auf sich aufmerksam gemacht: Während Kwambai in Berlin Haile Gebrselassie erstaunlich lange Paroli bot und schließlich als Zweiter in 2:05:36 Stunden eine Weltklassezeit erreichte, gewann Cheruiyot zwei Wochen später den Chicago-Marathon in ebenfalls hochklassigen 2:06:25. Nun trafen beide in Sao Paulo aufeinander. Nach der 10-km-Marke fiel in dem Duell die Vorentscheidung, als sich Kwambai lösen konnte. Cheruiyot konnte die Lücke nicht mehr schließen und fiel dann weiter zurück.
Nach 44:42 Minuten war James Kwambai in Sao Paulo im Ziel, Evans Cheruiyot lief 45:16. Kiprono Chemwolo Mutai machte dann den kenianischen Triumph perfekt. Als Dritter lief er 45:28. Marco Joseph (Tansania/45:37) und William Naranjo (Kolumbien/45:47) belegten die nächsten Ränge. „Es war ein exzellentes Rennen für mich, aber ich musste alles geben, um hier zu gewinnen“, erklärte James Kwambai gegenüber der Internetseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes iaaf.org.
Viel Beifall erhielt der Brasilianer Vanderlei de Lima, der in Sao Paulo seine Karriere beendete. Der 39-Jährige ließ es dabei etwas geruhsamer angehen und rannte auf Platz 102 in 52:12 Minuten. Vanderlei de Lima rückte beim olympischen Marathonlauf 2004 in Athen weltweit in den Blickpunkt, als er in Führung liegend von einem Zuschauer von der Straße gedrängt wurde und dadurch seinen Lauf für wenige Sekunden unterbrechen musste. Dennoch gewann er damals in Athen noch die Bronzemedaille. Zuvor hatte Vanderlei de Lima unter anderem die Marathonrennen von Tokio 1996 und Hamburg 2004 gewonnen.
Einen brasilianischen Triumph verhinderte zu Silvester die Äthiopierin Ayalew Yimer. Die 21-Jährige dominierte das Frauenrennen und übernahm etwa bei Kilometer acht die Führung. Schließlich lief sie nach 51:37 Minuten mit großem Vorsprung vor den beiden Brasilianerinnen Fabiana Cristine da Silva (52:28) und Marily dos Santos (52:48) ins Ziel. Ayalew Yimer hatte im November den Great Ethiopian Run über 10 km in Addis Abeba gewonnen und war zuvor auch schon in Deutschland erfolgreich. Beim Würzburger Residenzlauf 2006 siegte sie über 10 km in hochklassigen 31:30 Minuten. Ayalew Yimer sorgte für den zweiten äthiopischen Sieg in Sao Paulo nach Derartu Tulu 1994.

Günther Weidlinger gewinnt in Peuerbach.
Foto: www.photorun.net
Weidlinger macht es spannend in Peuerbach
Günther Weidlinger hat einmal mehr den hochklassigsten österreichischen Silvesterlauf gewonnen, bei dem rund 700 Athleten an den Start gingen. Für den 30-Jährigen war es bei seinem Heimspiel bereits Sieg Nummer sieben und damit löste er Carsten Eich als Rekordgewinner ab. Der Deutsche, der seine Karriere beendet hatte, hatte in Peuerbach zu Silvester sechsmal triumphiert.
Günther Weidlinger machte es spannend, denn er musste in dem schnellen Rennen über 6,8 km einem Rückstand hinterherlaufen. Denn etwa bei der Hälfte des Laufes lagen der Äthiopier Shumye-Tafere Alemayehu und der Marokkaner El-Quady Najim gemeinsam mit fünf Sekunden Vorsprung auf Weidlinger an der Spitze. Doch unter dem Jubel seiner Landsleute holte der Österreicher auf. Zwar fiel er dann noch einmal leicht zurück, doch mit der schnellsten Rundenzeit im gesamten Feld sicherte er sich im finalen achten Durchgang noch den Sieg. Günther Weidlinger lief 19:18 Minuten und ereichte dabei mit 2:50 Minuten einen sehr guten Kilometerschnitt. Der frühere Hindernisläufer bereitet sich zurzeit auf sein Marathondebüt vor, das er am 26. April in Wien laufen wird. Shumye-Tafere Alemayehu wurde in Peuerbach Zweiter mit 19:23 Minuten, Rang drei belegte zwei Sekunden später El-Quady Najim. Vierter wurde Buta Urige (Norwegen) mit weiteren zwei Sekunden Abstand.
Ebenfalls knapp endete das Eliterennen der Frauen über 5,1 km. Allerdings hatte die erst 19-jährige Äthiopierin Mare Dibaba-Hurssa das Rennen durchweg von der Spitze kontrolliert. Nach 16:15 Minuten war sie drei Sekunden vor Krisztina Papp (Ungarn) im Ziel. Rang drei belegte Sonja Stolic (Serbien) mit 16:22, gefolgt von Julia Viellehner (LG Passau/16:23) und Andrea Mayr (16:33). Die Österreicherin bereitet sich ebenfalls auf den Wien-Marathon vor.
Äthiopier gewinnen in Madrid und Amadora
Zwei äthiopische Siege gab es bei den beiden bekanntesten Silvesterrennen in Spanien und Portugal. Auf der schnellen Strecke in der spanischen Hauptstadt gewann Tadesse Tola in 27:53 Minuten. Der 21-Jährige, der im Sommer bereits den New Yorker Halbmarathon gewonnen hatte, ließ dabei einen früheren Landsmann hinter sich: Alemayehu Bezabeh läuft inzwischen für Spanien und wurde Zweiter mit 28:06. Schnellste Frau war in Madrid die Cross-Europameisterin des Jahres 2007, Marta Dominguez (Spanien/33:05).
Spannend war es beim 10-km-Rennen in Amadora (Portugal). Hier gewann der Äthiopier Imane Merga nach einem starken Schlussabschnitt in 29:27 Minuten vor dem Russen Sergey Ivanov (29:30), dem Marokkaner Yousef El Kalay (29:31) und Boniface Kiprop (Uganda/29:33). Dulce Felix (Portugal) gewann das Frauenrennen mit 32:55 Minuten.
US-Sieger in New York
Um Mitternacht wurde bei Feuerwerk im New Yorker Central Park gelaufen. In der winterlich kalten Metropole triumphierte dabei über 6,4 km ein US-Amerikaner: Sean Quigley war nach 18:45 Minuten vor seinem Landsmann Brian Olinger (18:53) im Ziel. Dritter wurde der Äthiopier Abiyot Endale mit 18:59. Schnellste Frau war die Äthiopierin Aziza Aliyu in 21:21 Minuten. Nur um eine Sekunde schlug sie dabei Emily Brown (USA), Rang drei belegte Buzunesh Deba (Äthiopien/22:05). Über 5.000 Läufer waren in New York am Start.
Text: race-news-service.com
race-news | 01.01.2009
Zehntausende verabschieden das Jahr 2008 laufend

Melanie Kraus siegte souverän in Bietigheim.
Foto: www.photorun.net
Der letzte Tag des Jahres steht längst nicht nur für Silvesterpartys, Feuerwerk und Pfannkuchen sondern auch für den Laufsport. Zehntausende von Läufern gingen alleine in Deutschland bei den über 100 Silvesterrennen an den Start. Die meisten Rennen haben lokalen Charakter, manche Teilnehmer starten auch verkleidet.
Während das Rennen in Trier traditionell das hochklassigste ist (siehe gesonderten Bericht), wurde der größte deutsche Silvesterlauf einmal mehr in Werl gestartet. Für die Veranstaltung in Westfalen, deren Kurs über 15 km nach Soest führt, hatten 7.700 Teilnehmer gemeldet. In einem Rennen ohne ausländische Topathleten sorgte Nachwuchsläuferin Heike Bienstein für die beste Leistung. Die Athletin der LG Olympia Dortmund, die noch vor gut zwei Wochen bei der Cross-EM in Brüssel im Rennen der unter 23-Jährigen als Sechste überzeugt hatte und das deutsche Team dabei zur Bronzemedaille geführt hatte, war nach 52:50 Minuten im Ziel. Dabei war sie deutlich schneller als bei ihrem Sieg vor einem Jahr an gleicher Stelle. Bei den Männern siegte Lars Haferkamp (Refrath) mit 47:45 Minuten.
Deutsche Topathleten waren nicht nur in Trier sondern auch in Bietigheim am Start. Bei der 28. Auflage des Rennens über 11,2 km verzeichneten die schwäbischen Veranstalter knapp 4.000 Meldungen. Rund 20.000 Zuschauer säumten die Strecke. Falk Cierpinski (SG Spergau), der Deutsche Meister über 10 km und schnellste deutsche Marathonläufer des Jahres 2008 (2:13:30 Stunden), gewann den Lauf in 32:45 Minuten mit sechs Sekunden Vorsprung vor Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München). Als Dritter folgte dann mit deutlicherem Abstand Christian Glatting (TV Wattenscheid), für den 32:57 gestoppt wurden.
Rund zwei Monate nach ihrem starken dritten Platz beim Frankfurt-Marathon war Melanie Kraus in Bietigheim nicht zu schlagen. Die Läuferin der LG Bayer Leverkusen war nach 37:15 Minuten im Ziel und hatte über eine Minute Vorsprung gegen allerdings nicht allzu starke Konkurrenz. Zweite wurde Veronica Ullrich (Regensburg/38:22), Rang drei belegte Mira Glocker (Tübingen) mit 38:56.
Einen ,Ausflug’ auf die Langstrecke unternahm 800-m-Hoffnung Sebastian Keiner (LC Erfurt). Beim Erfurter Silvesterlauf gewann der 19-Jährige, der 2008 über 800 m 1:45,98 Minuten erreicht hatte, das 4-km-Rennen bei Temperaturen von minus neun Grad in 11:45,55 Minuten. Schnellste Frau über diese Distanz war Theresa Berles (Erfurter LAC) mit 14:40,78. Über 10 km joggte in Erfurt auch der 800-m-Olympiasieger von Sydney 2000, Nils Schumann, locker mit.
Rund 2.500 Läufer zählte das Silvesterrennen am Maschsee in Hannover. Über die 5,6-km-Strecke siegten dabei Dirk Schwarzbach (TSV Kirchdorf) in 17:57 Minuten sowie Katrin Keil (Hannover) mit 21:45.
Bereits zum 33. Mal wurde der Berliner Silvesterlauf gestartet, dessen Hauptstrecke über 9,9 km über den Teufelsberg führt. Bei dem Pfannkuchenlauf – jeder Teilnehmer erhält einen im Ziel – war Gregor Buchholz (OSC Potsdam) in 31:34 Minuten der mit Abstand schnellste Läufer. Das Frauenrennen gewann bei Sonnenschein und Temperaturen im Bereich des Gefrierpunktes die Berlinerin Elisabeth Haas mit 38:57.
Der älteste deutsche Silvesterlauf findet im bayerischen Gersthof statt. Bei der 42. Auflage des Rennens nahe Augsburg beteiligten sich knapp 1.700 Läufer. Über die 9,7 km lange Strecke gewannen Heiko Middelhoff (MTV Ingolstadt/30:36 Minuten) und Kathrin Luxenhofer (Augsburg/36:48).
Text: race-news-service.com
race-news | 01.01.2009
Soi und Galkina gewinnen Toprennen in Bozen

Edwin Soi siegt zum zweiten Mal in Folge in Bozen.
Foto: BOclassic/live-style.it
Europas hochkarätigster Silvesterlauf findet seit Jahren in Bozen statt: Dabei siegten am Mittwoch zwei olympische Medaillengewinner von Peking. Bei den Männern wiederholte der Kenianer Edwin Soi seinen Vorjahreserfolg während bei den Frauen Russlands Hindernis-Olympiasiegerin und -Weltrekordlerin Gulnara Galkina gewann. Knapp 500 Läufer waren bei diesem kleinen aber feinen Silvesterrennen in Südtirol am Start. Etwa 15.000 Zuschauer säumten bei der 34. Auflage des BOclassic den Rundkurs durch die sehenswerte Bozener Innenstadt.
Seit 1990 hat es beim Bozener Silvesterlauf bis auf eine Ausnahme immer einen afrikanischen Sieger beim 10-km-Männerrennen gegeben. Auch 2008 bildete keine Ausnahme. Nachdem sich der Äthiopier Betona Warga die Prämie beim Halbzeitspurt an der 5-km-Marke gesichert hatte, übernahm Titelverteidiger Edwin Soi die Initiative. Der 22-jährige Kenianer, der bei Olympia im 5.000-m-Finale Rang drei belegt hatte, übernahm die Spitze vor dem Cross-Europameister Sergiy Lebid (Ukraine). Weltklasse-Marathonläufer Jaouad Gharib (Marokko) und Warga folgten, dahinter lag bereits mit rund 50 Metern Rückstand der italienische Marathon-Olympiasieger von 2004, Stefano Baldini. Eine Runde vor Schluss war dann auch Lebid geschlagen, er hatte nun einen Rückstand von 20 Metern auf den starken Edwin Soi. Der Kenianer erreichte nach 28:55 Minuten mit vier Sekunden vor Lebid das Ziel. Dritter wurde Warga mit 29:13, gefolgt von den Marathon-Spezialisten Gharib (29:22) und Baldini (29:33).

Gulnara Galkina gewinnt den 34. BOclassic.
Foto: BOclassic/live-style.it
Von Beginn an hatte im Frauenrennen über 5 km die 3.000-m-Hindernis-Olympiasiegerin Gulnara Galkina die Initiative ergriffen. Bei der Cross-EM war sie vor gut zwei Wochen auf dem schweren Kurs in Brüssel nicht gut zurecht gekommen und hatte Rang zwölf belegt. Doch nun bestimmte sie von der Spitze laufend das Renngeschehen über 5 km. Schon in der Anfangsphase des Laufes löste sich die 30-jährige Russin, die in Peking als erste Frau über die Hindernisse unter neun Minuten gelaufen war. Lediglich die Ungarin Aniko Kalovics, die in Bozen 2006 gewonnen hatte, konnte zunächst noch mithalten. Doch schon vor der letzten der vier Runden war auch Kalovics geschlagen. Galkina siegte schließlich mit 15:59 Minuten deutlich vor der Ungarin (16:07), die wiederum zwei Sekunden vor der Vorjahressiegerin Sylvia Kibet (Kenia) im Ziel war.
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