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race-news | 31.12.2008

Afrikaner dominieren das ,Sao Paulo von Trier’, Deutsche rückwärts vorne


Micah Kogo siegte souverän beim hochkarätigsten deutschen Silvesterlauf in Trier.
Foto: www.photorun.net

Zu stark waren die afrikanischen Starter für die deutschen Athleten beim Silvesterlauf in Trier. Bei dem ,deutschen Sao Paulo’ siegten bei Temperaturen von knapp unter null Grad und trockenem Winterwetter der favorisierte Micah Kogo (Kenia) und die Äthiopierin Mimi Belete. Rund 2000 Läufer aus 25 Nationen waren bei der 19. Auflage des Bitburger Silvesterlaufes am Start. Etwa 15.000 Zuschauer sorgten entlang des Rundkurses in der Innenstadt für mitreißende Stimmung. Sie durften sich dabei in einem Rahmenwettbewerb auch über einen deutschen Erfolg freuen.

Der als Berg- und Treppenläufer bekannte Thomas Dold, der mehrfach den ,Empire State Building Run-Up’ in New York gewann, stellte eine inoffizielle Weltbestmarke im Rückwärtslaufen auf. Der Athlet des SV Steinach erreichte über einen Kilometer eine Zeit von 3:20 Minuten.

Vorwärts lief es für die deutschen Athleten nicht ganz so gut in Trier, was aber sicher auch mit den verletzungs- beziehungsweise krankheitsbedingten Absagen von Irina Mikitenko und Sabrina Mockenhaupt zu tun hatte. So machten die Afrikaner die Podestplätze unter sich aus. Bei den Männern dominierte dabei erwartungsgemäß der erst 22-jährige Micah Kogo. Der Kenianer, der bei Olympia in Peking über 10.000 m als bester Läufer seines Landes Bronze gewonnen hatte, setzte sich über 8 km in 23:08 Minuten deutlich vor seinen beiden Landsleuten Shadrack Lagat (23:21) und Hosea Tuei (23:23) durch. Kogo hatte vor zwei Jahren als relativ unbekannter Läufer für Aufsehen gesorgt, als er das hochkarätige 10.000-m-Rennen von Brüssel in der sechstschnellsten Zeit aller Zeiten gewann (26:35,63 Minuten).

Bester deutscher Läufer in Trier war ein Mittelstreckler: Carsten Schlangen (LG Nord Berlin) wurde in 23:29 Minuten Vierter vor Arne Gabius (Asics Tübingen/23:35). Auch bei den Frauen platzierten sich zwei Deutsche auf den Rängen vier und fünf: Die 3.000-m-Hindernisläuferin Antje Möldner (SC Potsdam) rannte über 5 km 16:21 Minuten, Marathonläuferin Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) war nach 16:34 als Fünfte im Ziel.

Antje Möldner hatte dabei Pech, dass sie Platz drei nur um eine Sekunde verpasste. Über die 5-km-Distanz siegte Mimi Belete (Äthiopien) in 16:07 Minuten. Die 30-Jährige war dabei acht Sekunden vor ihrer ein Jahr jüngeren Schwester Almesh im Ziel. Dritte wurde mit Abebu Gelan (16:20) eine weitere Äthiopierin.

Pech hatten die Veranstalter im Vorfeld, weil eine ganze Reihe von prominenten Athleten absagen mussten. So fehlte Titelverteidiger Moses Kipsiro (Uganda) aufgrund einer Verletzung ebenso wie Vorjahressiegerin Sabrina Mockenhaupt (Verein für Marathon Köln). Die Siegerin des Frankfurt-Marathons Ende Oktober laboriert an einem Knieproblem, war aber ebenso wie Jan Fitschen (TV Wattenscheid) als Zuschauerin bei dem Rennen in Trier. Der 10.000-m-Europameister kann aufgrund einer langwierigen Fußverletzung noch nicht starten und wird auch auf die Hallensaison verzichten. Fitschen hofft, dass er für die WM in Berlin wieder Topform erreichen kann.

Vor wenigen Tagen fiel dann auch noch Deutschlands neuer Laufstar aus: Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) musste aufgrund einer starken Erkältung absagen. „Es tut mir leid, dass ich die Veranstalter und die Zuschauer in Trier enttäuschen muss, aber ich bin nicht fit und es macht keinen Sinn zu rennen. Ich wäre wirklich gerne an den Start gegangen“, erklärt Irina Mikitenko, die am Dienstag einen Tag vor dem Rennen Gast bei der Pressekonferenz der Veranstaltung war. Damit beendet die 36-jährige Läuferin des TV Wattenscheid ihr phänomenales Wettkampfjahr etwas früher als gedacht. 2008 hat Irina Mikitenko alle ihre sieben Rennen gewonnen, darunter die hochkarätigen Marathonläufe in London und Berlin. Außerdem triumphierte sie bei der zweiten World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008

Text: race-news-service.com

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race-news | 24.12.2008

Die Predigt vom Berliner Läufer-Gottesdienst


Foto: www.photorun.net

In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche findet am Abend vor dem Berlin-Marathon traditionell ein Läufer-Gottesdienst statt. Die Predigt von Pfarrer Klaus Feierabend, der selbst viele Mal Marathon gelaufen ist, hat stets einen Bezug zum Laufen. Nachfolgend veröffentlichen wir den Text seiner diesjährigen Predigt:
Guten Abend, Ihr meine lieben altbekannten und auch Ihr, meine vielleicht neuen Freunde!
Ich erinnere mich an meinen ersten Marathon. Der war vor 28 Jahren, noch auf der Strecke im Grunewald, ein letztes Mal vor der Entdeckung des Stadtkurses. Die Einsamkeit des Läufers war noch erlebbar, einige Stunden nach dem Start jedenfalls. Lag das daran, dass ich so schnell gewesen bin, oder hing ich hinten dran? Ich verrate es euch nicht, bin ja kein Angeber. Aber vielleicht doch dieser kleine Hinweis: Ich war ziemlich hinten dran, aber unter denen da hinten weit vorne. Ich sah nur noch Bäume dort am Kronprinzessinnenweg neben der Avus, oder war’s schon der Königsweg, und das nahe Mommsenstadion im inneren Sehnsuchtsblick? Wo waren die vielen anderen, nun vermisste ich sie doch ein bisschen, wenn auch nicht gerade den, der eine geschlagene Stunde hindurch seitlich hinter mir mit seinem überlauten Platsch-Platsch-Latschenschritt meine Nerven strapaziert hatte, weder überholte er mich, noch blieb er zurück. War das vielleicht mein eigenes Geräusch gewesen, dem ich nicht entkommen konnte? Hier jedenfalls, wo die Bäume anfingen, sich zu bewegen und Gesichter zu machen, wurde alles möglich und denkbar.

Da vorne hielt ja jemand an und schaute zurück, wartete auf mich. Offenbar suchte er einen laufenden Mitmenschen, weit und breit kein anderer als eben ich. Das waren noch Zeiten. Johannes hieß er, ein junger Doktor der Medizin. Wir sahen uns in den folgenden Jahren noch öfter, dann aber nur noch vor dem Start. Heute liefen wir gemeinsam die letzte halbe Stunde, für uns war sie 40 Minuten lang. Wir redeten ein bisschen über uns, erzählten uns einiges. Als ich ein kleines Päuschen machen wollte, ließ er das nicht zu: „Wie willst du das deiner Gemeinde erklären, die du doch laufend grüßen wolltest und nicht als sterbender Schwan!“ Genau als der erschien ich meiner allerliebsten und sorgenbeladenen Frau F., als wir im Stadion nebeneinander ins Ziel gelaufen und anschließend auf den Rasen gesunken waren. Von diesem Moment gibt’s ein Foto, denn außer der Großmutter meiner künftigen sechs Enkelkinder war noch jemand aus der Spandauer Nathan-Söderblom-Gemeinde dabei. ,Klick’ machte es, und so kann ich bis heute immer wieder nacherleben, was meine Frau F. vor sich hin geflüstert hatte, mit dem Gesichtsausdruck einer Diakonie-Praktikantin am ersten Tag im Altersheim auf der Intensivstation: „Mein Gott, mein Held stirbt und keiner schaut hin!“

Eine von euch, liebe Freunde, wissen, dass ich vor Jahren schon mal den kleinen Aufruhr erwähnt hatte, den mein erster Marathon im monatlichen Pfarrkonvent der Spandauer Kollegen auslöste: „Der lässt seine Gottesdienstgemeinde im Stich und treibt am Heiligen Sonntag Allotria!“ Im Stich!? Erstens war das sogar objektiv falsch, denn in jenen Jahren fand der Berlin-Marathon am offiziellen kirchlichen Erntedanktag statt, wenn ich mit meiner Gemeinde sowieso erst nachmittags den Gottesdienst feierte. Ich musste also nach dem Lauf sofort zurück nach Spandau, wo meine Gemeinde schon geduldig auf mich wartete. Ohne Duschen umziehen, Talar drüber und rauf auf die sakrale Ebene, lendenlahm aber immerhin mit vorbereiteter Predigt. Und zweitens war ich stolz auf meine vertrauten Christenmenschen, die ihren Gottesdienst auch alleine feiern konnten, wenn ich mal nicht da war. Die Klage der meist alten Kollegen, ein Gottesdienst ohne Pfarrer sei nicht möglich oder nicht erlaubt, fand ich völlig unevangelisch.

Im Pfarrkonvent musste ich meine Langlaufmarotte verteidigen und befand, dass die dickbäuchige Bewegungsarmut mancher Pfarrer auch kein Erweis des Heiligen Geistes sei. Andererseits, was ein richtiger Pfarrer ist, der fühlt sich immer im Dienst, selbst noch auf dem Lokus. Was machen wir, wenn wir uns angeblich außerhalb dienstlicher Pflichten befinden? Nun, einige machen, wie schon gesagt, dass sie unmäßig dick werden, andere machen ihren Ehefrauen Beine und lassen sich nur noch bedienen, einige trinken zu viel und rauchen wie die Hölle, andere machen Politik oder machen Bücher, wieder welche machen, was das Zeug hält, Bildungsreisen oder machen Karriere, machen in Archäologie oder Briefmarken oder Hundezucht. Etliche machen ihren süchtigen Ohne-Pause-Dauerdienst und sehr wenige, vielleicht zwei, laufen Marathon. Ich erfinde nichts, alles ist Wirklichkeit. Alle aber tun wir das Unsrige als einen Dienst am Herrn. Nicht alles ist gleichermaßen gesund. Als jemand auch noch den Verdacht äußerte, der Feierabend treibe seinen Unsinn nur deshalb, weil ihm seine Gemeinde abhanden gekommen sei, gab ich ihm recht mit folgendem Limmerick:
’Nem älteren Pastor, verfangen in Nöten,
dem waren die Christen gegangen längst flöten.
Doch beim Waldlauf-Relaxing im grünen Tann
traf Verabredungen er zum Pray for Fun.
So gelang es ihm, die Gemeinde zu löten.

Aber wisst ihr: Alle haben ein bisschen recht, auch die extremen Kritiker. Niemand sollte in Selbstgerechtigkeit erstarren. Und wenn ich nicht immer wieder mal Zuspruch bekäme aus der Erinnerung einzelner an damalige Zeiten, ich würde meine lange Gemeindepfarrer-Existenz nachträglich als ziemlich misslungen betrachten. Aber dass es solche mutmachenden Einwürfe von anderer Seite gibt, zuweilen auch durch nicht beteiligt gewesene, das ist mein Glück, welches ich bewusst empfinde, je älter ich werde.

Jetzt was geheimnisvoll Poetisches. Es führt zugleich in den Mittelpunkt des christlichen Glaubens, dorthin, wo klar wird, dass wir uns daran gewöhnen müssen, zeitlebens mehr Fragen zu haben, als Antworten zu bekommen. Hört mal gelassen zu, ohne euch mit vorschnellen Antworten den Weg zu verstellen:

Der 29. September, also der Tag übermorgen, ist traditionell dem Gedenken an den Erzengel Michael gewidmet, von dem es heißt, dass er mit seinen Scharen den Drachen besiegte, die Schlange, den Satan, der aus dem Himmel hinausgeworfen wurde auf die Erde, seitdem haben wir den Salat. Nun gibt es über Engel vieles zu sagen, und noch mehr, als zu sagen wäre, wird über sie geschrieben, eine neue Literaturgattung geradezu.

Was machen die Engel? Die Engel loben Gott! Aber Achtung, keineswegs darfst du dir das als endlosen Gesang vorstellen, in den dann alle Seligen einstimmen alle Zeit, also auch wir, wenn es soweit ist. Ich singe gerne, und meiner Frau F. singe ich fast täglich auf meiner kleinen Bank an ihrem Grabstein die Lieder, die ich von ihr habe, so bleiben wir einander nahe. Aber endlos singen, über die Jahrhunderte und Jahrmillionen hinweg!? Auch wenn der berühmte evangelische Theologe Karl Barth uns verriet, dass die Engel im Himmel Bach singen und ihrer Freizeit Mozart, wie wär’s mal mit einer Schweigeminute im Himmelsaal für ein paar hundert Jahre?

Was bedeutet überhaupt das Singen? Lobgesänge sind es. Singen ist Loben. Aber nun: Solches Loben dürfen wir uns nicht zu eindimensional vorstellen: Wer es nötig hat, andauernd und ohne Ende gelobt zu werden, ist reif für den Psychiater. Das könnte durchaus mir blühen, süchtig nach Anerkennung zu sein, das wäre ,allzu menschlich’, nämlich gottesfern. Die Engel auf dem Felde in der Weihnacht sagen uns etwas anderes: „Sie lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und also Friede auf Erden!“

Loben heißt demnach, dass wir uns seiner Schöpfung bedienen, nicht wie Vielfraße, sondern dankbar, indem wir ihr dienen und sie lieben als Gottes Lebensgeschenk uns zugute.

In einer Zeitschrift, die sich christlich dünkt, fand ich den Satz: „Man kann nicht für Gott entflammt sein und sich gleichzeitig für alle anderen Dinge, die um uns herum geschehen, begeistern. Wenn wir Seelengewinner sein wollen, haben wir unser Interesse auf das zu beschränken, was am wichtigsten ist.“

Ich antworte: Man kann nicht für Gott entflammt sein und gleichzeitig für alle anderen Dinge um uns herum Gleichgültigkeit zeigen.

Einem Pfarrer, der in seiner Beerdigungspredigt, die ich mithörte, ausschließlich über das Leben nach dem Tode sprach und nichts vom Leben hier und jetzt als sinnvoll, als erfüllte Zeit, als gottgeschenkte Freude gelten lassen konnte, wollte ich hinterher am liebsten sagen, wie sehr ich ihn bedauere, ihn mit seinem todtraurigen Glauben. Alle Menschen haben die Möglichkeit, dankbar zu sein für geschenkte Lebensgaben, für verliehene Begabungen, für alles, was sie können. Wir langlauffähigen Zeitgenossen denken dabei an laufbehinderte Mitmenschen und bewundern deren sportliche Leistungen oder künstlerischen Erfolge oder einfach ihre unbeirrbare Lebensfreude und ihr Einverständnis mit allen erlittenen Handicaps.

Lasst uns festhalten: Das Loben Gottes ist kein Stimmungskiller für gesangesmüde Irdische und Überirdische, sondern die natürliche Entsprechung der Schöpfertat: Gott gab Leben, also atmen wir, singen, reden, laufen wir. Aber das Schweigen und das Innehalten gehören zum großen Geschenk. Wir tun also das, wozu wir da sind. Insofern loben auch die Wasser, die Berge, die Bäume, die Tiere den Schöpfergott. Schwierige Gegenfrage: Und was ist mit den zerstörten Naturgewalten?! Ein großes Thema, nur kurz jetzt angeleuchtet: Die Naturkatastrophen sind die andere, die dunkle Seite der selben, einen Schöpfung, die immer das tut, was sie kann. Unser Lebensjubel steht mithin allemal auf der Kippe zur Trauerklage, beides liegt begründet in Gottes Schöpfertat. Lasst uns mal auf diese Melodie den Psalm 148 anhören:
„Halleluja! Lobet im Himmel den Herrn, lobet ihn in der Höhe!
Lobet ihn, alle seine Engel, lobet ihn, all sein Heer!
Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!
Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel und ihr Wasser über dem Himmel!
Die sollen loben den Namen des Herrn; denn er gebot, da wurden sie geschaffen.
Er lässt sie bestehen für immer und ewig; er gab eine Ordnung, die dürfen sie nicht überschreiten.
Lobet den Herrn auf Erden, ihr großen Fische und alle Tiefen des Meeres,
Feuer, Hagel, Schnee und Nebel, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten.
Ihr Berge und alle Hügel, fruchttragende Bäume und alle Zedern,
ihr Tiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel,
ihr Könige auf Erden und alle Völker, Fürsten und alle Richter auf Erden,
Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen!

Die sollen loben den Namen des Herrn; denn sein Name allein ist hoch, seine Herrlichkeit reicht, so weit Himmel und Erde ist.
Er erhöht die Macht des Volkes.
Alle seine Heiligen sollen loben, die Kinder Israel, das Volk, das ihm dient. Halleluja!“

Alle Menschen dieser Erde gehören zu seinem Volk. Ist das nicht großartig, und – wenn wir ehrlich sind – auch sehr selten, dass wir einem eigentlich ziemlich verschlossenen Bibeltext einmal so über die Schulter und in die Karten gucken können?! So wunderbar einfach entschlüsseln wir seinen Code.

Zum Schluss verrate ich euch mein jüngstes Geheimnis. Nach sechs Jahren Marathonabstinenz will ich im kommenden Jahr noch einmal dabei sein, falls das Training stimmt. Dann bin ich 75. Alt. Wie der Weisheitsspruch sagt: Torheit schützt auch vor Alter nicht! Es bleibt aber ein Geheimnis unter uns wenigen, abgemacht?

„Aber Pfarrer, es gibt Gegner deines Plans, die ihn dir ausreden wollen!“ Nun, als Prediger und also Experte für Gerüchte weiß ich: Je weiter es gestreut ist, umso geheimer bleibt’s.

Ich erzähle euch mit unverhohlener Begeisterung von meinem ersten Marathon. Morgen hast DU deinen ersten Marathon! Möge er auch DIR zur seligen Erinnerung gedeihen!

Und ihr alle: Lauft mutig und heiter los, morgen früh und beendet den Kurs, wo auch immer, aber heiter und mutig!

AMEN

Text: race-news-service.com

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race-news | 19.12.2008

Günther Weidlinger rennt Marathon-Debüt in Wien


Günther Weidlinger mit Haile Gebrselassie in Melbourne.
Foto: Vienna City Marathon

Am 29. September hat Günther Weidlinger damit begonnen, sich auf sein Marathondebüt vorzubereiten, das der Österreicher am 19. April 2009 beim Vienna City-Marathon laufen möchte. Vielleicht ist es ein gutes Omen, dass tags zuvor Äthiopiens Superstar Haile Gebrselassie in Berlin mit 2:03:59 Stunden einen Marathon-Weltrekord aufstellte und in Berlin wie auch in Wien Mark Milde für das Elitefeld zuständig ist. Außerdem war Günther Weidlinger über Jahre hinweg Weltklasse über 3.000 m Hindernis. Und beim Wien-Marathon ist mit Wolfgang Konrad der frühere österreichische Hindernis-Rekordler seit 25 Jahren Race-Direktor. Ein besseres Rennen hätte sich Günther Weidlinger für sein Debüt also kaum aussuchen können, zumal er natürlich vom Heimvorteil und einer entsprechenden Anfeuerung profitieren kann. Man darf gespannt sein, ob der 30-Jährige mittelfristig zur europäischen Marathonspitze aufschließen kann.

Zunächst ist Günther Weidlingers Marathonziel, entsprechend dem Debüt, noch zurückhaltend formuliert. Dennoch könnte er auf Anhieb in Österreich für einen Paukenschlag sorgen. Denn er avisiert eine Zeit von unter 2:12:22 Stunden an. Während man international damit auch von der europäischen Spitze noch ein gutes Stück entfernt ist, wäre eine derartige Zeit ein nationaler Rekord. Die Bestmarke von jenen 2:12:22 hält Gerhard Hartmann seit inzwischen 22 Jahren. Als Hartmann diese Zeit 1986 in Wien lief, war Günther Weidlinger gerade einmal acht Jahre alt.

„Die Rahmenbedingungen und die mediale Aufbereitung sind in Wien am besten für mich. Es ist sehr motivierend, dass jetzt der Tag X für meinen ersten Marathon feststeht. Das Wiener Gesamtpaket hilft mir auch bei der Vorbereitung für den Start der Marathonkarriere. Zudem ist es besonders reizvoll, den Rekord genau an der Stelle anzugreifen, wo er vor über zwei Jahrzehnten gelaufen worden ist“, erklärte Günther Weidlinger, während Wolfgang Konrad sich freut, den heimischen internationalen Topläufer für sein Rennen gewonnen zu haben: „Ich freue mich sehr, dass sich Günther für unseren Lauf entschieden hat. Es ist der richtige Schritt für ihn, für den Vienna City-Marathon und für den Laufsport in Österreich.“

In der Tat könnte ein erfolgreicher Günther Weidlinger dem österreichischen Laufsport sicherlich weiteren Schub geben. Schon jetzt hat der Vienna City-Marathon als größte Laufveranstaltung des Landes rund 30.000 Teilnehmer. Und Weidlinger wurde auch gleich für das folgende Jahr für Wien verpflichtet. „Mit den gewonnenen Erfahrungen aus Wien 2009 und einem darauf folgenden Herbstmarathon in diesem Jahr werde ich 2010 wieder beim Vienna City-Marathon starten. Diese Kontinuität ist für beide Seiten gut. Dann will ich eine deutlich schnellere Zeit anpeilen“, erklärte Günther Weidlinger, der die nationalen Rekorde über 1.500 m (3:34,69 Minuten), 3.000 m (Halle/7:44,19), 3.000m Hindernis (8:10,83), 5.000 m (13:13,44), 10.000 m (27:36,46), 10 km Straße (28:10) und im Halbmarathon (61:42) hält. Bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 wurde er über die Hindernisse beachtlicher Achter.

Günther Weidlinger hat in Vorbereitung auf sein Marathondebüt bereits ein erstes, sechswöchiges Höhentrainingslager absolviert. Vor wenigen Tagen kehrte er aus Falls Creek (Australien) zurück. In Down Under startete er dabei auch beim 15-km-Lauf in Melbourne. Bei dem hochkarätigen Rennen wurde Günther Weidlinger guter Fünfter. Der Sieger hieß Haile Gebrselassie.

Text: race-news-service.com

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race-news | 16.12.2008

Patrick Ivuti gewinnt Honolulu-Marathon


Patrick Ivuti
Foto: www.photorun.net

Eine kenianische Angelegenheit war einmal mehr der Honolulu-Marathon, bei dem am Sonntag rund 23.000 Läufer teilnahmen. Dabei siegte der Kenianer Patrick Ivuti in 2:14:35 Stunden vor seinen beiden Landsleuten Stephen Kinuyanjui (2:17:41) und Pius Mutuku (2:17:51). In einem anfangs verregneten Lauf übernahm Patrick Ivuti, der 2007 den Chicago-Marathon in einem dramatischen Sprint-Finish gewonnen hatte, etwa an der Halbmarathonmarke die Führung. Am Ende hatte der 30-Jährige fast drei Minuten Vorsprung. Ivutis Schwager Jimmy Muindi, der den Honolulu-Marathon sechsmal gewonnen hat und mit 2:11:12 Stunden auch der Kursrekordler ist, belegte Platz fünf mit 2:21:43.

Patrick Ivuti hatte im Frühjahr Pech, als ihn eine Malaria-Erkrankung zurückwarf. Dadurch musste er auf den geplanten Start beim Boston-Marathon verzichten. Statt dessen lief er unter anderem beim Berliner 25-km-Rennen, wo er im Mai den zweiten Platz belegte. Jetzt meldete er sich mit einem Marathon-Sieg zurück.

Bei den Frauen gab es einen japanischen Doppelsieg: Hier gewann die 31-jährige Kiyoko Shimahara in 2:32:36 Stunden vor Kaori Yoshida (2:34:35). Rang drei belegte die Kenianerin Alice Timbilili mit 2:37:31. Der Honolulu-Marathon ist traditionell sehr stark von Japanern geprägt. Zeitweilig reisten so viele Läufer aus Nippon nach Honolulu, dass das Rennen auf Hawaii der größte ,japanische’ Marathon war.

Text: race-news-service.com

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race-news | 14.12.2008

Sergiy Lebid zum achten Mal Cross-Europameister


Susanne Hahn war einmal mehr die beste deutsche Crossläuferin bei einer internationalen Meisterschaft.
Foto: www.photorun.net / Giancarlo Colombo

Sergiy Lebid hat sein Abonnement auf den Crosslauf-EM-Titel einmal mehr verlängert. In Brüssel gewann der Ukrainer die kontinentalen Titelkämpfe bereits zum achten Mal. Erstmals triumphierte dagegen die aus Kenia stammende Holländerin Hilda Kibet. Die deutschen Läufer spielten bei diesen Rennen auf einem tiefen und hügeligen Parcours erwartungsgemäß keine Rolle. Allerdings gab es immerhin eine Bronzemedaille für das deutsche Juniorinnenteam im Rennen der unter 23-Jährigen. Hier war Heike Bienstein (LGO Dortmund) als Sechste die beste Einzelläuferin im Team.

Sergiy Lebid hat nun in der Geschichte der Cross-Europameisterschaften mehr als die Hälfte der möglichen Einzeltitel gewonnen. Bemerkenswert ist auch, dass der Ukrainer bei allen bisherigen 15 Auflagen der Titelkämpfe am Start war. In kühlen aber trockenen Wetterbedingungen wurde es im Männerrennen über 10 km interessant, nachdem der schwedische Hindernisspezialist Mustafa Mohamed das Tempo anfangs der zweiten Hälfte forciert hatte. Zwischen sechs und neun Läufern rannten nun in der Führungsgruppe über den anspruchsvollen Kurs, der neben einigen Steigungen auch viele Matschpassagen aufwies. Der Brite Mo Farah, der den Cross-EM-Titel vor zwei Jahren gewonnen hatte und damals Lebids Siegserie unterbrochen hatte, übernahm dann zwei Runden vor Schluss die Führung. Der junge Spanier Ayad Lamdassem, der aus Äthiopien stammt und seit dem Sommer die spanische Staatsangehörigkeit besitzt, versuchte dem Briten zu folgen. Einige Meter zurück lagen Mustafa Mohamed und Sergiy Lebid.

"Wir waren dann zu dritt vorne und ich konnte Lebid nicht sehen. Deswegen dachte ich, dass wir eine Chance haben würden, ihn zu schlagen – aber er kam zurück“, erklärte Mo Farah. Es sah in der Tat so aus, als ob der Titelverteidiger geschlagen sein könnte, aber der Ukrainer arbeitete sich wieder von Platz vier an die Spitze. Hinter Mo Farah laufend, ging er in die letzte 1.500-m-Runde. Etwa 600 Meter vor dem Ziel trat Sergiy Lebid an und lief davon, als es ein kleines Stück aufwärts ging. Der Ukrainer war in 30:49 Minuten mit acht Sekunden Vorsprung vor Farah im Ziel. Mustafa Mohamed wurde Dritter mit 31:13, gefolgt von Ayad Lamdassem (31:17) und dem überraschend starken Belgier Pieter Desmet (31:19). Mit deutlichem Rückstand lief Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München) als bester Deutscher auf den 33. Platz in 32:14.

"Ich wusste, dass ich ihn ,töten’ musste, um eine Chance zu haben, deswegen bin ich an die Spitze gegangen. Aber als er anzog und sich dann so schnell von mir löste, war das Rennen gelaufen. Ich wollte gewinnen, deswegen bin ich jetzt enttäuscht, aber auch froh zugleich über die Silbermedaille“, erklärte Mo Farah und fügte grinsend hinzu: „Sergiy kommt immer wieder zurück und ist extrem stark. Ich hoffe aber, das war seine letzte Cross-EM!"

Doch der Ukrainer hat andere Pläne: „Die Cross-EM, das ist mein Event. Natürlich werde ich nächstes Jahr zurückkommen, und dann will ich wieder gewinnen“, sagte Sergiy Lebid, der aber auch hinzufügte: „Das war das härteste meiner Cross-EM-Rennen, denn Mo Farah hat es mir sehr schwer gemacht. Aber ich liebe den Crosslauf und vielleicht hat mir heute auch meine Erfahrung geholfen. Ich habe mich vollkommen auf die letzten beiden Runden konzentriert.“ Der 33-Jährige hat noch nicht entschieden, ob er im März auch bei den Cross-Weltmeisterschaften an den Start gehen wird.

Ihren ersten EM-Titel gewann Hilda Kibet, die vor gut einem Jahr die holländische Staatsbürgerschaft erhalten hatte. Der Star des 8-km-Frauenrennens, Gulnara Galkina, hatte in der Anfangsphase die Führung übernommen. Aber nach zwei der sechs Runden bekam die russische Hindernis-Olympiasiegerin Schwierigkeiten auf dem für sie eher ungewohnten Gelände. Am Ende musste sich die Weltrekordlerin über 3.000 m Hindernis mit Rang zwölf in 28:40 Minuten zufrieden geben. Damit lag sie fast eine Minute hinter Hilda Kibet.


Sergiy Lebid triumphierte zum achten Mal bei der Cross-EM.
Foto: www.photorun.net / Giancarlo Colombo

Im Mittelteil des Rennens hatten sich die Portugiesin Jessica Augusto und die Irin Mary Cullen an der Spitze um das Tempo bemüht. Nur Hilda Kibet konnte dem Duo folgen, so dass eine kleine Lücke zum Rest des Feldes entstand. Entscheidend war dann die vierte der sechs Runden durch den Brüsseler ,Parc de Laeken’, denn Hilda Kibet forcierte die Pace und ging in Führung. In einer der matschigen Kurven rutschte sie danach leicht, so dass Jessica Augusto noch einmal bis auf einige Meter herankommen konnte. Doch als Hilda Kibet ihren Rhythmus wieder gefunden hatte, war sie nicht mehr einzuholen und ging mit rund 30 Metern Vorsprung in die Schlussrunde.

Nach 27:45 Minuten war Hilda Kibet Europameisterin. Die Silbermedaille gewann Jessica Augusto (27:54), Dritte wurde mit Ines Monteiro (28:02) eine weitere Portugiesin, die die Irin Mary Cullen (28:04) noch abgefangen hatte. „Ich habe das Tempo zwei Runden vor Schluss forciert, denn ich wollte mich nicht auf einen Schlussspurt gegen die Hindernisläuferinnen einlassen“, erklärte Hilda Kibet bezüglich der beiden Portugiesinnen Augusto und Monteiro. Die Holländerin will nun im Januar in Egmond den Halbmarathon laufen und sich dann auf einen Frühjahrs-Marathon vorbereiten.

„Ich fühle mich als Siegerin, denn ich war die schnellste Europäerin“, erklärte Jessica Augusto bezüglich der kenianischen Vergangenheit von Hilda Kibet. „Ich freue mich allerdings auch über die Silbermedaille, denn das ist die erste Medaille im Frauenbereich für mich."

Beste deutsche Läuferin war einmal mehr Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken), die in 29:14 Minuten auf Platz 28 lief. „Ich konnte im Oktober vier Wochen nicht trainieren, nachdem ich umgeknickt war. Daher wusste ich, dass es heute schwer wird. Mir fehlte einfach das Training“, erklärte die 30-Jährige, die sich im nächsten Frühjahr für den WM-Marathon in Berlin qualifizieren möchte.

Bemerkenswert bei dieser Cross-EM war die Teamleistung der Briten. In allen sechs Rennen erreichten die Läufer von der Insel in der Mannschaftswertung Medaillen. Darunter waren dreimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. Mit der Juniorin Stephanie Twell haben die Briten zudem ein Lauf-Juwel, das schon heute mit Paula Radcliffe verglichen wird. Die 19-Jährige gewann zum dritten Mal diesen Cross-Juniorinnen-Titel und siegte in Brüssel dabei vor fünf Landsfrauen! Ein derartiger Durchmarsch ist einmalig in der Cross-EM-Geschichte.

Text: race-news-service.com

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race-news | 12.12.2008

Lebid jagt Titel Nummer acht bei Cross-EM in Brüssel


Susanne Hahn hat die besten Chancen aus deutscher Sicht bei der Cross-EM in Brüssel.
Foto: www.photorun.net

Sergiy Lebid ist einmal mehr der Mann, den es zu schlagen gilt. Der ukrainische Langstreckenläufer ist der mit Abstand erfolgreichste Athlet in der Geschichte der Crosslauf-Europameisterschaften, die am Sonntag in Brüssel zum 15. Mal gestartet werden. Der 33-Jährige hat bisher bereits sieben Mal gewonnen und geht als Titelverteidiger an den Start. Noch ein weiteres Novum erreichte Sergiy Lebid: Der Ukrainer war bei allen der bisher 14 Auflagen dieser Titelkämpfe am Start.

Ursprünglich sollten die Crosslauf-Europameisterschaften in Ostende stattfinden, doch aufgrund von Überschwemmungen im Frühjahr konnte die Strecke in einem Park nicht mehr zeitgerecht wieder hergestellt werden. Nun werden die Rennen im ,Parc de Laeken’ in Brüssel gestartet. Es ist jene Stätte, die sich bereits bei den Cross-Weltmeisterschaften 2004 bewährt hat.

Sergiy Lebid trifft am Sonntag über die 10-km-Strecke in seinem ersten unter anderen auf Mo Farah (Großbritannien). Der 25-Jährige hatte vor zwei Jahren die Lebid-Cross-EM-Siegserie nach fünf Goldmedaillen in Folgen gestoppt und den Titel gewonnen. Im vergangenen Jahr kam es aufgrund einer Verletzung von Farah nicht zur Revanche. Mustafa Mohamed (Schweden), Zehnter über 3.000 m Hindernis bei Olympia in Peking und Zweiter hinter Lebid vor einem Jahr in Toro (Spanien), hat ebenso Chancen wie der Ire Martin Fagan.

Eine Überraschung und ein Sieg bei seinem ersten Cross-EM-Start wird aber auch dem Spanier Alemayehu Bezabeh zugetraut. Der 22-jährige, aus Äthiopien stammende Läufer hat seit Juli 2008 die spanische Staatsbürgerschaft und wurde bei Olympia über 5.000 m als Elfter bester Europäer.

Der Star der Titelkämpfe startet allerdings im Frauenrennen über 8 km: Gulnara Galkina. Die 30-jährige russische 3.000-m-Hindernis-Olympiasiegerin, die in Peking mit 8:58,81 Minuten die erste Zeit unter neun Minuten erreichte, will in Brüssel ihren ersten Cross-Titel gewinnen. Ursprünglich kommt Galkina von der 5.000-m-Strecke, so dass sie über 8 km durchaus Chancen haben dürfte im Kampf gegen Spezialistinnen.

Mit Tetyana Holovchenko (Ukraine) startet die Cross-EM-Siegerin des Jahres 2006, mit Hayley Yelling (Großbritannien) ist die Siegerin von Heringsdorf 2004 dabei. Hilda Kibet – 27-jährige, frühere Kenianerin, die seit gut einem Jahr Holländerin ist – hat sicher auch Chancen, ebenso wie die Dritte des Vorjahres, Rosa Morató (Spanien). Titelverteidigerin Marta Dominguez (Spanien) startet dagegen nicht.

Zum ersten Mal seit Jahren hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) komplette Teams für die Cross-EM nominiert. Wunder darf man von den deutschen Athleten dabei in Brüssel nicht erwarten, zu stark ist die Konkurrenz. Je nach Form könnte allerdings die cross-erfahrene Susanne Hahn (Saarbrücken) eine Rolle spielen.

Text: race-news-service.com

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race-news | 12.12.2008

Zwei weitere Rekorde für Irina Mikitenko


Zwei Rekorde im Vorbeilaufen gab es für Irina Mikitenko in Berlin.
Foto: www.photorun.net

Irina Mikitenko ist jetzt auch offiziell deutsche Rekordhalterin über zwei weitere Distanzen. Beim Berlin-Marathon hatte die 36-jährige Läuferin des TV Wattenscheid die nationale Bestmarke über die klassische Distanz auf 2:19:19 Stunden geschraubt. Nun hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) auch ihre beiden Durchgangszeiten bei 25 und 30 km als Rekorde anerkannt. Diese Punkte erreichte Irina Mikitenko am 28. September nach 1:23:07 beziehungsweise 1:39:34 Stunden.

Möglich wurde die Anerkennung dieser beiden Rekorde, weil der Berliner Race-Direktor Mark Milde an den Punkten jeweils ein komplettes Kampfgericht positioniert hatte. Er hatte die Rekord-Möglichkeit vorher erkannt. Die Punkte erfüllen bezüglich ihrer Lage auf der Marathonstrecke auch die internationalen Regeln zur Anerkennung von Straßenlauf-Rekorden. Den bisherigen deutschen 25-km-Rekord hielt die Berlinerin Kathrin Weßel (Ullrich) mit 1:24:41 Stunden. Sie war diese Zeit 1992 bei den 25 km von Berlin gelaufen. Über die 30-km-Strecke führt der DLV nun auf Antrag von Mark Milde erstmals einen deutschen Rekord. International ist dies schon seit einigen Jahren üblich.

Gut möglich, dass Irina Mikitenko nach ihrem sensationellen Marathon-Jahr mit Siegen in London und Berlin in Kürze noch eine weitere Ehrung erfährt. Denn auf der Internetseite des DLV (leichtathletik.de) werden zurzeit die Leichtathleten des Jahres gewählt.

Text: race-news-service.com

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race-news | 10.12.2008

Luke Kibet: Nach einer Pechsträhne ist der Marathon-Weltmeister wieder optimistisch


Weltmeister Luke Kibet will in Berlin seinen Titel verteidigen.
Foto: Standard Chartered Singapur Marathon

Wenige Monate nach dem größten Triumph seines Lebens, begann das Jahr mit einem Schock für Kenias Marathon-Weltmeister und sein Land. Von den bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Folge einer umstrittenen Präsidentschaftswahl war Luke Kibet direkt betroffen. Bei den Unruhen in dem ostafrikanischen Land wurde der Marathonläufer durch Steinwürfe am Kopf verletzt und musste ins Krankenhaus. Schlimmer noch traf es seinen Mentor: Lukas Sang, der einst als 400-m-Läufer zum kenianischen Olympiateam gehörte, wurde getötet, als er zwischen rivalisierenden Gruppen vermitteln wollte.

„Lukas war wie ein älterer Bruder für mich“, erzählte Luke Kibet, nachdem er am vergangenen Sonntag den Standard Chartered Singapur-Marathon mit der Streckenrekordzeit von 2:13:01 Stunden gewonnen hatte. „Als ich mein erstes Rennen in Eldoret gelaufen bin, sind Moses Tanui und Lukas zu mir gekommen und haben mit mir gesprochen und mich beraten. Auch heute noch nennen mich die Menschen zu Hause ,Arap Lukas’ – das heißt: der Sohn von Lukas. Die Leute, die mich Anfang des Jahres verletzten, haben nur eine Stunde später Lukas getötet. Ich war sehr traurig.“

Auch in den nächsten Monaten hatte der heute 25-Jährige kein Glück. Nach einem Trainingsausfall von rund einem Monat infolge der Kopfverletzung war er noch nicht rechtzeitig in Form für den hochkarätigen London-Marathon im April. Doch er wurde zum Start überredet und kam schließlich als Zwölfter ins Ziel. Als Ersatzmann für den Olympia-Marathon in Peking vorgesehen, sagte man ihm einen Tag vor Abreise des Teams Bescheid, dass er aufgrund des Ausfalls von Robert K Cheruiyot nun doch in China starten soll. „Ich musste mich in Nairobi alleine um das Visum kümmern, keiner hat mir geholfen. Am 13. August bin ich nach Peking geflogen, der Lauf war am 24. August – ich war nicht fit für dieses Rennen“, erzählt Luke Kibet, der den Lauf vorzeitig aufgab. „Es war vor Singapur wahrlich kein gutes Jahr.“

Mit dem Laufen hat Luke Kibet einst in dem Ort Moiben in der Provinz Uasin Gishu begonnen. „Das ist genau 39 km entfernt von Eldoret“, erzählt der Kenianer, der als 13-Jähriger bei seiner Großmutter lebte. In Moiben kam er zwangsläufig mit Kenias Laufstars in Kontakt: Denn Weltklasseathleten wie Paul Tergat, Moses Tanui oder Joshua Chelanga rannten bei ihren Trainingsläufen unmittelbar an der Haustür seiner Großmutter vorbei. „Sie kamen jeden Morgen ungefähr um sieben Uhr, bevor ich zur Schule ging“, erzählt Luke Kibet. „Dann habe ich im Fernsehen gesehen, wie Joseph Keter und Moses Kiptanui bei den Olympischen Spielen 1996 Gold und Silber über die Hindernisse gewonnen haben. Nur vom Zusehen war ich geschwitzt vor Aufregung. Daraufhin sagte meine Großmutter: Warum versuchst Du es nicht selbst? Sie kaufte mir Schuhe und einen Trainingsanzug, und dann bin ich jeden Abend nach der Schule gerannt. Zunächst 30 Minuten und dann bis zu einer Stunde.“

Aufgrund des Eindrucks von den Olympischen Spielen, konzentrierte sich Luke Kibet zunächst auf die Hindernisstrecke. Er war zeitweilig immerhin die Nummer vier in Kenia, doch mit seiner Bestzeit von 8:25 Minuten – gelaufen in Höhenlage – war er immer noch zu weit weg, um international etwas gewinnen zu können. Deswegen versuchte sich Luke Kibet, der wie viele Topläufer bei den kenianischen Gefängnisanstalten angestellt ist, im Marathon. „Meinen ersten Marathon lief ich als Tempomacher in Enschede 2004. Ich sollte bis Kilometer 25 laufen, habe mich aber dann entschieden weiter zu rennen und wurde Zweiter in 2:11:06 Stunden“, erzählt der Kenianer, der inzwischen nach Eldoret gezogen war und dort in der Nähe im Camp von Moses Tanui trainierte.

Ein Jahr später verbesserte sich Luke Kibet als Dritter in Eindhoven auf 2:08:52. 2007 gewann er bei hohen Temperaturen den Wien-Marathon in 2:10:06 und dann wurde er Weltmeister. „Vor der WM haben alle in Kenia nur darüber gesprochen, wie schwach unser Marathonteam sei. Es sei kein bekannter Läufer darunter. Das hat mich umso mehr motiviert“, sagt Luke Kibet, der diesen Titel zum ersten Mal seit 20 Jahren nach Kenia holte. Jetzt ist es das Ziel des Weltmeisters, der einen vierjährigen Sohn und eine zweijährige Tochter hat, in Berlin 2009 seinen Titel zu verteidigen. „Mein langfristiges Ziel sind die Olympischen Spiele in London 2012.“

Text: race-news-service.com

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race-news | 07.12.2008

Weltmeister Kibet gewinnt Singapur-Marathon


Luke Kibet meldet sich in Singapur erfolgreich zurück.
Foto: Standard Chartered Singapur Marathon

Der Marathon-Weltmeister von Osaka 2007, Luke Kibet, hat einmal mehr seine Stärke bei schwierigen klimatischen Bedingungen bewiesen. Der 25-jährige Kenianer gewann den Standard Chartered Singapur-Marathon und stellte bei Temperaturen von über 20 Grad beim Start sowie einer hohen Luftfeuchtigkeit einen Streckenrekord auf. Mit 2:13:01 Stunden unterbot er dabei die alte Marke gleich um rund 90 Sekunden. Ebenso souverän setzte sich seine Landsfrau Edith Masai im Frauenrennen durch. Die mehrfache Cross-Weltmeisterin war nach 2:34:15 Stunden im Ziel.

Der Singapur-Marathon hat seine erstaunliche Entwicklung fortgesetzt. Es ist in diesem Teil der Welt das größte und am besten organisierte Rennen. Trotz der schwierigen Wetterbedingungen zählte die Veranstaltung am Sonntag rund 50.000 Teilnehmer. 15.000 von ihnen starteten im Marathon, 35.000 rannten entweder 10 km oder den Halbmarathon. Um die Teilnehmer zumindest etwas vor der feuchten Hitze zu schützen, fällt der Startschuss in Singapur morgens um 5.30 Uhr.

Bis zu Hälfte des Rennens lag eine größere Gruppe kenianischer Läufer gemeinsam an der Spitze. Doch schon bald danach übernahm Luke Kibet die Initiative. Der einzige, der dem Weltmeister folgen konnte, war ein Tempomacher: Johnstone Chepkwony. Der Kenianer hatte sich zwischenzeitlich entschieden, nicht auszusteigen. „Ich wusste, dass ich Luke Kibet nicht schlagen konnte, aber ich wollte weiterlaufen“, erklärte Johnstone Chepkwony. Der Mut des Kenianers zahlte sich aus. Am Ende lief er als Zweiter hinter Luke Kibet ins Ziel und verdiente damit 19.000 Dollar. Mit 2:15:12 Stunden hatte Chepkwony einen Vorsprung von drei Sekunden auf Amos Matui (Kenia), der das Rennen bereits 2005 und 2006 gewonnen hatte.

„Ich habe mich zurückgemeldet. Ein Kursrekord bei diesen Bedingungen – damit bin ich sehr zufrieden“, erklärte Luke Kibet, der ein Sieggeld von 35.000 Dollar kassierte. Bei Kilometer 32 hatte er sich entscheidend von Johnstone Chepkwony gelöst und lief dann noch einen großen Vorsprung heraus. „Es ist nie leicht, einen Marathon zu gewinnen – aber ich habe mich gut gefühlt. Im ersten Teil des Rennens habe ich mich zurückgehalten“, erklärte Luke Kibet, der 2007 auch den Wien-Marathon gewonnen hatte.

Auch mit 41 Jahren ist Edith Masai noch in Topform. Wie so oft in der Vergangenheit lief die Kenianerin ein offensives Rennen. An der Halbmarathonmarke war die Russin Silvia Skvortsova die letzte verbliebene Konkurrentin an der Spitze. „Ich habe mich gut gefühlt, daher habe ich sie schließlich bei 30 km hinter mir gelassen“, sagte Edith Masai, die schließlich mit 2:34:15 Stunden deutlich vor der Russin (2:37:10) im Ziel war. Dritte wurde Rose Chesire (Kenia) in 2:42:39. „Solange ich mich noch bewegen kann, werde ich weiter Rennen laufen“, kündigte Edith Masai an. Sie erhielt für ihren Sieg ebenfalls 35.000 Dollar.

Text: race-news-service.com

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race-news | 07.12.2008

Äthiopier Kebede bricht Kursrekord beim Fukuoka-Marathon


Am Verpflegungspunkt wäre Tsegay Kebede fast zu Fall gekommen ...
Foto: photorun.net

Der 21-jährige Äthiopier Tsegay Kebede hat den Fukuoka-Marathon mit einem Streckenrekord von 2:06:10 Stunden gewonnen und sich damit als zwölftschnellster Läufer aller Zeiten etabliert. Der Youngster verbesserte bei dem prestigeträchtigen Traditionsrennen jene Kursbestzeit, die der Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia) mit 2:06:39 Stunden bei seinem Marathondebüt vor einem Jahr aufgestellt hatte. Dass im marathon-verrückten Japan nie zuvor ein Läufer so schnell rannte wie jetzt Tsegay Kebede, wertet das Ergebnis des Äthiopiers zusätzlich auf.

Mit deutlichem Abstand wurde in Fukuoka bei kühlen, aber insgesamt guten Wetterbedingungen der Japaner Satoshi Irifune Zweiter. Er kam nach 2:09:23 Stunden ins Ziel und qualifizierte sich damit für den WM-Marathon in Berlin im nächsten Jahr. Seine Landsleute Arata Fujiwara und Tomoyuki Sato belegten die nächsten Plätze. Sie blieben mit 2:09:47 und 2:09:59 Stunden ebenfalls noch unter 2:10 und dürften damit auch Chancen haben, für die WM in Berlin nominiert zu werden. Bester Kenianer war Felix Limo als Fünfter mit 2:10:59. Der Spanier Jose Manuel Martinez war als Sechster mit 2:11:11 der schnellste europäische Läufer bei dem reinen Männer-Eliterennen durch Fukuoka.


... doch bald darauf ist der Äthiopier allein auf weiter Flur.
Foto: photorun.net

Nachdem die Tempomacher die große Gruppe der Favoriten nach 64:02 Minuten beziehungsweise 1:15:49 Stunden zur Halbmarathonmarke und zum 25-km-Punkt geführt hatten, wurde das Tempo forciert. Teilweise deutlich unter 3:00 Minuten rannten die Läufer an der Spitze die Km-Abschnitte. Doch keiner von ihnen konnte schließlich Tsegay Kebede Paroli bieten. Als bei Kilometer 30 mit John Kales (Kenia) der letzte Tempomacher aus dem Rennen ging, startete der Äthiopier einen Vorstoß. Den nächsten 5-km-Abschnitt lief Kebede in erstaunlichen 14:17 Minuten. Zum Vergleich: Als sein Landsmann Haile Gebrselassie beim Berlin-Marathon im September den Weltrekord auf 2:03:59 Stunden verbesserte, rannte er zwar insgesamt deutlich schneller, doch keiner seiner 5-km-Abschnitte war so schnell wie jener von Kebede in Fukuoka. Haile Gebrselassie hatte den Fukuoka-Marathon vor zwei Jahren in 2:06:52 Stunden gewonnen.

Mit diesem enormen Tempo hatte Tsegay Kebede in Fukuoka für eine Vorentscheidung gesorgt. Gut 70 Sekunden Vorsprung hatte der Äthiopier nach 35 km. Und der Abstand vergrößerte sich auch in der Folge immer mehr auf schließlich über drei Minuten.

Der 21-jährige Kebede war im vergangenen Jahr erstmals international in Erscheinung getreten, als er beim Amsterdam-Marathon 2:08:16 Stunden lief. Im April gewann er dann den Paris-Marathon und steigerte sich dabei auf 2:06:40. Bei den Olympischen Spielen in Peking gewann Tsegay Kebde mit 2:10:00 Stunden die Bronzemedaille. Nun brachte er sich mit dem Sieg in Fukuoka in eine Mifavoriten-Position für die Weltmeisterschaften in Berlin im nächsten Jahr.

Text: race-news-service.com

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race-news | 05.12.2008

Die Geschichte des Leonard Mucheru: Kenia – Bahrain und wieder zurück


Leonard Mucheru präsentiert hier seine Startnummer für den Mailand-Marathon vor dem Dom in der norditalienischen Stadt.
Foto: photorun.net

„Ich bin froh, dass ich mich jetzt wieder auf das Laufen konzentrieren kann und keine Probleme mehr habe”, sagt Leonard Maina Mucheru. Der Kenianer, der beim Mailand-Marathon vor kurzem als Dritter mit 2:10:05 Stunden eine persönliche Bestzeit aufstellte und über die klassische Distanz noch große Perspektiven sieht, hatte im Januar 2007 unfreiwillig für Schlagzeilen gesorgt, als er den Tiberias-Marathon in Israel gewonnen hatte. Das Problem war, dass der gebürtige Kenianer zu dieser Zeit für Bahrain startete und der arabische Staat Israel nicht anerkennt. Im Dezember 2003 hatte Mucheru die Staatsbürgerschaft Bahrains angenommen. Seitdem hieß er Mushir Salim Jawher. Eine Reihe von erfolgreichen kenianischen Athleten waren damals nach Katar oder Bahrain gewechselt – gelockt mit finanziellen Anreizen.

„Ich bereue es nicht, dass ich für Bahrain gelaufen bin – mit Ausnahme des Problems, das in Israel entstand“, erzählt Leonard Mucheru, der in Tiberias sein Debüt-Marathon in 2:13:13 Stunden gewann. Sein Start löste Empörung aus im Bahrain. Auf die Frage, ob sein Manager Dr. Gabriele Rosa ihn nicht gewarnt hatte, antwortet der Läufer: „Damals war Dr. Rosa noch nicht mein Manager. Ich wurde von Dorothee Paulmann betreut. Sie war sich dessen offenbar auch nicht bewusst. Ich hatte allerdings selbst beim Verband Bahrains vorher Bescheid gesagt, dass ich in Israel laufen möchte. Der Vertreter des Verbandes erklärte mir dann, dass ich in Bahrain kein Visum für Israel erhalten könnte. Als ich fragte, ob ich mir das Visum in Kenia besorgen könnte, sagte er mir, das sei in Ordnung. Das habe ich dann gemacht – aber als es hinterher die Probleme gab, hat er bestritten mir das gesagt zu haben.“

Im Gegensatz zu anderen Berichten erzählt Leonard Mucheru, dass er nie seine Staatsbürgerschaft verloren hatte. „Die Funktionäre des Verbandes sprachen davon gegenüber der Presse, aber ich hatte immer meinen Pass vom Bahrain. Das Problem war aber dann in den folgenden Monaten, dass es sehr lange dauerte, bis mir die Behörden entsprechende Visa gaben. Ich habe den Pass immer aus Kenia nach Bahrain geschickt, aber nun dauerte es plötzlich zwei Monate, bis ich ihn mit dem Visum zurück hatte. Dadurch konnte ich bei vielen Rennen nicht starten“, sagt der 30-jährige Läufer, der stets in Limuru in der Nähe von Nairobi lebte.

„Nach meinem Lauf in Israel haben die Bahrainer gesagt, ich müsste mich kommen und mich öffentlich entschuldigen. Das habe ich gemacht, aber ich hatte dabei kein gutes Gefühl“, berichtet Leonard Mucheru, für den das Hinauszögern der Visa ein entscheidender Punkt war, wieder die kenianische Staatsbürgerschaft zu beantragen. „Ich habe die Bahrainer gebeten, mich aus ihrer Staatsbürgerschaft zu entlassen, was sie taten. Dann haben mich der kenianische Verband und die Regierung Kenias unterstützt, so dass ich schnell wieder meine alte Staatsbürgerschaft zurück bekam.“ In diesem Jahr läuft Leonard Mucheru wieder für Kenia. Auf die Frage, wie die Kenianer auf seinen Staaten-Wechsel nach Bahrain reagiert hatten, antwortet der Läufer: „Natürlich ist nicht jeder damit einverstanden, aber ich weiß, dass sehr viele kein Problem damit haben. Zunächst waren die Menschen enttäuscht und sahen in mir einen Verräter. Aber dann haben sie gesehen, dass ich für Kenia nach wie vor sehr viel tat, obwohl ich für ein anderes Land startete. Ich habe das Geld, das ich aus Bahrain bekam, in Kenia investiert, denn ich blieb ja dort wohnen. 2003 haben wir angefangen, in Nairobi ein Unternehmen aufzubauen. Wir produzieren Tiernahrung und haben heute 63 Angestellte. Meine Frau hilft mir in der Firma.“ Das war vielleicht auch ein Grund, warum Mucheru die kenianische Staatsbürgerschaft 2007 sehr schnell wieder zugesprochen bekam.

Sein zwischenzeitlicher Wechsel nach Bahrain und der von anderen Athleten hat, so glaubt Leonard Mucheru, die Verantwortlichen in Kenia auch wachgerüttelt. „Sie haben gesehen, dass Regierungen anderer Länder viel mehr für ihre Athleten tun. Heute gibt es auch für kenianische Athleten finanzielle Prämien, wenn sie Medaillen gewinnen – das gab es früher nicht.“

Als Kenianer kehrte Leonard Mucheru im Januar zum Tiberias-Marathon zurück und gewann das Rennen mit der Streckenrekordzeit von 2:10:32. Dies ist zugleich seine persönliche Bestmarke. „Sie waren froh in Israel, als ich zurückkam, denn sie hatten befürchtet, dass ich meine Karriere möglicherweise beenden müsste aufgrund der Probleme im Jahr zuvor.“

Sein nächstes Ziel ist eine deutlich schnellere Marathonzeit: „Ich glaube, dass ich 2:05 Stunden laufen kann.“ Damit würde der Kenianer wieder für Schlagzeilen sorgen – allerdings für solche, die er vorzieht.

Text: race-news-service.com

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race-news | 02.12.2008

Irina Mikitenko trifft in London auf Paula Radcliffe und die Top-Drei aus Peking


Titelverteidigerin Irina Mikitenko trifft in London auf ein außerordentlich starkes Feld.
Foto: photorun.net

Als Titelverteidigerin wird Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) am 26. April beim Flora London-Marathon an den Start gehen. Die Verpflichtung der deutschen Rekordhalterin (2:19:19 Stunden) gaben die Veranstalter des Rennens heute ebenso offiziell bekannt wie die weitere Besetzung des Frauen-Elitefeldes. „Ich habe seit langem kein so starkes Feld bei irgendeinem Marathon gesehen“, sagte Irina Mikitenko. „Das wird ein sehr, sehr spannendes Rennen.“

Irina Mikitenko, die nach Siegen in London und Berlin 2008 sowie einem zweiten Platz in Berlin 2007 die World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008 gewann, trifft am 26. April auf Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien/2:15:25), Olympiasiegerin Constantina Tomescu-Dita (Rumänien) und Weltmeisterin Catherine Ndereba. Die Kenianerin hatte zudem in Peking wie schon 2004 olympisches Silber gewonnen. Außerdem sind Zhou Chunxiu (China), Martha Tomu (Kenia) und Mara Yamauchi (Großbritannien) beim Flora London-Marathon am Start. Sie hatten in Peking die Plätze drei, fünf und sechs belegt.

„Ich bin gespannt, wie sich dieses Rennen entwickeln wird. Bei einem derart starken Feld kann man nichts prognostizieren“, erklärte Irina Mikitenko. „Ich werde mich gut vorbereiten und hoffe, dass mich keine Verletzungen stoppen, so dass ich in London mein Bestes geben kann. Dann werden wir sehen, was möglich ist.“ Seit Anfang November ist Irina Mikitenko wieder im vollen Training. Zurzeit stehen dabei die Bereiche Ausdauer und Kraft im Vordergrund. Ein erstes, zweiwöchiges Trainingslager ist für Anfang Januar in Andalusien (Spanien) geplant.

Aufgrund ihrer Siege in London und Berlin liegt Irina Mikitenko zurzeit in der WMM-Serie 2008-2009 mit 50 Punkten alleine in Führung.

„Kein Zweifel, das ist das beste Feld, das wir bei den Frauen je in London am Start hatten. Neun Frauen haben Bestzeiten von unter 2:22 Stunden“, erklärte Race-Direktor David Bedford.

Das Elitefeld beim Flora London-Marathon 2009

Irina Mikitenko GER 2:19:19
Paula Radcliffe GBR 2:15:25
Catherine Ndereba KEN 2:18:47
Zhou Chunxiu CHN 2:19:51
Berhane Adere ETH 2:20:42
Lyudmila Petrova RUS 2:21:29
Constantina Dita ROU 2:21:30
Svetlana Zakharova RUS 2:21:31
Gete Wami ETH 2:21:34
Mara Yamauchi GBR 2:25:03
Martha Komu KEN 2:25:33
Inga Abitova RUS 2:33:55
Kate O’Neill USA 2:34:04
Liliya Shobukova RUS Debut
Jo Pavey GBR Debut

Text: race-news-service.com

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race-news | 01.12.2008

Fast 30.000 rennen durch Beirut


Alemayehu Shumye auf dem Weg zum Streckenrekord in Beirut.
Foto: BLOM Beirut-Marathon

Laufen in Beirut? Die krisengeschüttelte, in der Vergangenheit von Krieg gezeichnete Stadt erlebte am Sonntag bereits die sechste Auflage des Blom Beirut-Marathons. Und das Rennen wächst von Jahr zu Jahr. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, verzeichneten die Veranstalter knapp 30.000 Anmeldungen. Für den spitzensportlichen Höhepunkt sorgte dabei der Äthiopier Alemayehu Shumye, der den Beirut-Marathon in der Kursrekordzeit von 2:12:47 Stunden gewann.

„Es gab hier überhaupt keine Lauf-Kultur, als wir 2003 den ersten Beirut-Marathon gestartet haben“, erklärt May El Khalil, die das Rennen gründete. „Damals hatten wir etwa 1.000 Anmeldungen. Die meisten von ihnen hatten keine Ahnung, wie lang ein Marathon ist. Zum Glück hatten wir einen Zwei-Runden-Kurs, so dass die meisten nach der ersten Hälfte aufgaben. Die 5- und 10-km-Rennen wurden dann beliebter und in der Zwischenzeit kommen viele wieder, um den Marathon zu laufen“, erzählt May El Khalil, die in der Vergangenheit immer wieder organisatorische Herausforderungen meistern musste. So gab es immer wieder kurzfristige Streckenänderungen, um zum Beispiel zerstörten Häusern oder auch Demonstrationen auszuweichen. 2006 musste das Rennen sogar um eine Woche verschoben werden, weil ein Minister kurz zuvor einem Mordanschlag zum Opfer gefallen war.

Derartige Probleme gibt es zurzeit nicht. „Jetzt ist es ruhig in Beirut“, sagt der Race-Direktor Mark Dickinson, der sich deshalb mehr auf den Sport konzentrieren kann. In dieser Hinsicht war der Beirut-Marathon ein Erfolg. Der 20-jährige Alemayehu Shumye hatte einen Angriff auf den fünf Jahre alten Streckenrekord von 2:17:04 Stunden angekündigt und setzte dies eindrucksvoll in die Tat um. Nach 2:12:47 Stunden rannte der Äthiopier ins Ziel und verkündete: „Haile Gebrselassie ist mein Vorbild, ich möchte so erfolgreich werden wie er.“

Vor vier Jahren, nachdem er nach Addis Abeba gezogen war, begann Alemayehu Shumye mit dem Laufsport. In diesem Jahr war der Beirut-Marathon bereits sein dritter Lauf über die 42,195 km – und alle drei Rennen hat er gewonnen. Zunächst siegte er in Vercelli in der Nähe von Turin, dann lief er in Warschau seine Bestzeit von 2:11:50 Stunden. „Wenn es in Warschau nicht windig gewesen wäre, hätte ich dort schon 2:09 Stunden laufen können“, sagte der 20-Jährige, der mit großem Abstand den Beirut-Marathon vor dem Kenianer Michael Kipkorir (2:16:15) und Hussen Adem (Äthiopien/2:16:44) gewann.

Schnellste Frau war Alemtsehay Hailu (Äthiopien) mit 2:37:20. Tadelech Birra (2:37:58) und Wudnesh Nega (2:39:09) machten den äthiopischen Triumph im Libanon perfekt.

Text: race-news-service.com

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