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race-news | 30.11.2008

Nur Jetlag kann Haile in Melbourne stoppen


Haile Gebrselassie erhält aus den Händen von AIMS-Generalsekretär Hugh Jones die Trophäe für die schnellste Marathonzeit des Jahres.
Foto: Jiro Mochizuki/AIMS/Ethiopian Run

Zwischen zwei Marathonrennen hat Haile Gebrselassie am Sonntag in überlegender Manier den Great Australian Run gewonnen. Bei dem hochklassig besetzten 15-km-Lauf durch Melbourne siegte der Äthiopier in 42:40 Minuten. Nach seinem Weltrekordlauf beim Berlin-Marathon vor zwei Monaten (2:03:59 Stunden) präsentierte sich Haile Gebrselassie in starker Form. Er bereitet sich jetzt auf den Dubai-Marathon am 16. Januar vor. Auf der flachen Strecke in den Vereinigten Arabischen Emiraten wird der 35-Jährige versuchen, seine Berliner Rekordzeit nochmals zu verbessern. Vor einer Woche war Haile Gebrselassie im Rahmen des Great Ethiopian Run in Addis Abeba von der Association of International Marathons and Road Races (AIMS) vorfristig für die schnellste Marathonzeit des Jahres ausgezeichnet worden.

Haile Gebrselassie rannte in Melbourne allerdings nicht ganz so schnell wie geplant. Den angestrebten Weltrekord des Kenianers Felix Limo (41:29) verpasste der Äthiopier ebenso deutlich wie die Jahresweltbestzeit von Zersenay Tadese (Eritrea/42:02). Nachdem der Australier Craig Mottram nicht mehr mithalten konnte, entwickelte sich im zweiten Teil des Rennens ein Zweikampf zwischen Gebrselassie und Patrick Makau. Der Kenianer ist der Silbermedaillengewinner der Halbmarathon-WM. Knapp vier Kilometer vor dem Ziel gelang es dem Äthiopier mit einer Tempoverschärfung Makau hinter sich zu lassen. „Ich hatte nicht gedacht, dass Makau so stark sein würde. Deswegen wollte ich es nicht auf eine Spurt-Entscheidung ankommen lassen und habe nach 11 km forciert“, erklärte Haile Gebrselassie.

Angesprochen auf die verpasste Bestzeit von Felix Limo, antwortete der Ausnahmeläufer, der in seiner Karriere bisher 19 Weltrekorde und sieben inoffizielle Weltbestzeiten aufstellte: „Ich habe mich nicht so gut gefühlt, denn mir fehlte aufgrund des Jetlags Schlaf. Ich habe einen Fehler gemacht, denn ich hätte fünf oder sechs Tage eher anreisen sollen.“

Vor dem überraschend starken Australier Collis Brimingham (43:35) wurde Patrick Makau in Melbourne Zweiter mit 43:15. Während Craig Mottram auf Platz vier lief (44:08), belegte Günther Weidlinger (Österreich) einen guten fünften Rang mit 44:17.

Bei den Frauen zeigte sich Catherine Ndereba nach ihren zwei Marathonrennen wieder in starker Form. Die Kenianerin hatte bei Olympia im August eine Silbermedaille gewonnen und wurde dann vor vier Wochen in New York Fünfte. Jetzt setzte sie sich kurz vor der Hälfte des Rennens in Melbourne von ihren Konkurrentinnen ab und lief in 50:43 Minuten zu einem souveränen Sieg. „Es war hart, aber ich habe es geschafft, mein Tempo zu halten“, erklärte Catherine Ndereba, die vor Alice Mason (Neuseeland/51:27), Lisa Weightman (Australien/51:31) und der Japanerin Kaori Yoshida (51:44) gewann. Die Australierin Benita Johnson erreichte als Fünfte in 52:09 einen Platz vor der Marathon-Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien/52:33) das Ziel.

Text: race-news-service.com

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race-news | 27.11.2008

Lel und Wanjiru in London, Hall rennt Boston-Marathon


Ryan Hall, hier beim London-Marathon 2008, will als erster Amerikaner seit 1983 den Boston-Marathon gewinnen.
Foto: photorun.net

Die hochkarätigen Marathonrennen im Frühjahr, London und Boston, werfen ihre Schatten voraus: Die Veranstalter der zwei zu den World Marathon Majors (WMM) zählenden Läufe haben die ersten Verpflichtungen für ihre Männerfelder bekannt gegeben. Dabei treffen in London der Vorjahressieger und Streckenrekordler Martin Lel (Kenia) und sein Landsmann Sammy Wanjiru, der Olympiasieger von Peking, aufeinander. Gleich vier Athleten sind mit Bestzeiten von unter 2:06 Stunden in London am Start. Die Organisatoren des Boston-Marathons haben dagegen den zurzeit schnellsten weißen Marathonläufer unter Vertrag genommen: Der US-Amerikaner Ryan Hall hatte sich in diesem Jahr in London auf 2:06:17 Stunden verbessert.

Martin Lel könnte in London am 26. April als erster Läufer zum vierten Mal gewinnen und als zweiter nach dem Mexikaner Dionicio Ceron (1994 bis ’96) einen Hattrick schaffen. „Ich werde mein bestes geben, um diese Rekordzahl zu erreichen. Ich freue mich auf das Rennen, denn ich habe natürlich sehr gute Erinnerungen an den Flora London-Marathon“, erklärte der Kenianer, der im April in London mit dem Streckenrekord von 2:05:15 Stunden gewann und damit zum viertschnellsten Marathonläufer aller Zeiten wurde.

Schärfster Konkurrent von Martin Lel könnte in London einmal mehr der Olympiasieger Sammy Wanjiru sein, der im April als Zweiter 2:05:24 Stunden in der britischen Metropole lief. Wanjiru wird nach seinem Olympiasieg mittelfristig auch zugetraut, den Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrselassie (2:03:59) zu brechen. Außerdem werden in London mit dem Marokkaner Abderrahim Goumri (2:05:30) und dem US-Rekordhalter Khalid Khannouchi (2:05:36) zwei weitere Läufer am Start sein, die schon unter 2:06 rannten. Vier weitere Athleten mit Bestzeiten von unter 2:07 wurden verpflichtet. Außerdem darf man gespannt sein auf das Marathondebüt von Zersenay Tadese. Der Läufer aus Eritrea hatte zuletzt zum dritten Mal in Folge die Straßenlauf-WM gewonnen. Außerdem war er 2007 Cross-Weltmeister und bezwang dabei Kenenisa Bekele (Äthiopien). „Wir haben voraussichtlich das beste Feld in der Geschichte des Rennens am Start, denn elf Läufer haben Bestzeiten von unter 2:08 Stunden“, erklärte Race-Direktor David Bedford.

Sechs Tage früher wird am 20. April der 113. Boston-Marathon gestartet. Dabei hoffen die Amerikaner auf den ersten Heimsieg im Männerrennen seit 1983. Damals gewann Grey Meyer, nun gehört Ryan Hall zu den Favoriten. „Ich freue mich, dass ich die Chance habe, beim Boston-Marathon 2009 zu starten“, erklärte Ryan Hall und fügte hinzu: „Der Boston-Marathon ist der Großvater der World Marathon Majors – ein Sieg hier in Boston würde für mich gleichbedeutend sein mit einem Olympiasieg. Ein derartiger Erfolg würde endgültig beweisen, dass der US-Marathonlauf wieder so stark ist wie zu seinen besten Zeiten mit Salazar, Beardsley und Rodgers. Es gibt keinen besseren Ort als Boston, um dies zu zeigen.“

Ryan Hall hatte im Januar 2007 aufhorchen lassen, als er als erster Amerikaner den Halbmarathon unter einer Stunde lief (59:43). Bei seinem Marathondebüt in London lief er dann mit 2:08:24 Stunden so schnell wie kein anderer US-Läufer zuvor bei einem Debüt über die 42,195 km. Bei den Olympischen Spielen in Peking belegte Ryan Hall einen beachtlichen zehnten Platz.

Text: race-news-service.com

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race-news | 25.11.2008

32.000 Läufer beim Great Ethiopian Run in Addis Abeba


Ein Meer von Läufern in Addis Abeba: 32.000 Teilnehmer registrierte der Great Ethiopian Run.
Foto: Jiro Mochizuki / Great Ethiopian Run

Äthiopiens Weltklasseläufer sind weltweit schon lange eine Begriff, doch äthiopische Straßenläufe dagegen praktisch unbekannt. Aber das scheint sich zu ändern: Am Sonntag startete in Addis Abeba die 8. Auflage des ,Great Ethiopian Run’. Bei dem 10-km-Rennen waren neben einigen äthiopischen Topläufern rund 32.000 Teilnehmer am Start.

Bei den Männern endete das Rennen um den Sieg mit einer Überraschung: Mit Startnummer 56 war Chala Dechasa an den Start gegangen, als Nummer eins ging er nach Hause. Bis zur 6-km-Marke hatte Deriba Merga das Geschehen an der Spitze kontrolliert. Der Zweitplatzierte des Amsterdam-Marathons im Oktober wurde dann aber von Chala Dechasa eingeholt. Rund einen Kilometer vor dem Ziel setzte sich der Außenseiter ab und lief dem größten Triumph seines Lebens entgegen. In 28:55 Minuten gewann er vor seinen Landsleuten Feysa Lelisa (29:07) und Deriba Merga (29:11). Als bester Nicht-Äthiopier kam der Brite Mo Farah auf Rang 15 in 29:46 ins Ziel. „Ich hätte nie gedacht, dass ich hier gewinnen würde. Ich hatte mir einen Platz unter den Top Ten ausgerechnet, aber nicht den Sieg“, erklärte Chala Dechasa.

Im Frauenrennen löste sich Wude Ayalew kurz nach dem 5-km-Punkt von ihren Rivalinnen und lief einem letztlich deutlichen Sieg entgegen. Die Äthiopierin gewann in 33:31 Minuten vor ihren Landsfrauen Workitu Ayano (33:43) und Teyba Erkeso (34:06). „Im vergangenen Jahr habe ich die Qualifikation für die Olympischen Spiele knapp verpasst – das war ärgerlich. Mein Ziel ist es nun, mich in diesem Jahr für die WM in Berlin zu qualifizieren“, erklärte Wude Ayalew. Aufgrund des äthiopischen Kalenders spricht die Siegerin bezüglich der WM 2009 bereits von ,diesem Jahr’.

Text: race-news-service.com

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race-news | 24.11.2008

Sebastian Hallmann und Julia Viellehner beim Darmstadt-Cross vorne


Die Spitzengruppe der Männer in Darmstadt mit Thorsten Baumeister (Juniorensieger), Marcus Schöfisch (Zweiter bei den Junioren), dem am Ende zweitplatzierten Steffen Uliczka und dem Sieger Sebastian Hallmann (von links).
Foto: wus-media

Ein eisiger Wind wehte beim Darmstadt-Cross bei wenigen Plusgraden auf der Lichtwiese. Jedoch konnten die über 900 Teilnehmer mit eindrucksvollen und spannenden Auseinandersetzungen die zahlreichen Leichtathletikfans erwärmen. Allen voran zeigten dabei Sebastian Hallmann und Julia Viellehner mit ihren Temporennen in den Wettbewerben der Männer und Frauen begeisternde Leistungen. Sie durften sich zu Recht als Sieger auf der Lichtwiese feiern lassen. DLV-Cheftrainer Rüdiger Harksen konnte sich beim bestbesetzten deutschen Crosslauf ein gutes Bild über den aktuellen Leistungsstand der Crossläufer machen und wird sicherlich die Vorschläge der Bundestrainer unterstützen, mit einem kompletten Aufgebot zu den Cross-Europameisterschaften nach Brüssel (14. Dezember) zu reisen.

Auf dem schnellen Wiesenparcours löste sich Sebastian Hallmann bereits nach der Streckenhälfte von Hindernismeister Steffen Uliczka sowie dem nach einem Trainingsunfall nur mühsam folgenden Crossmeister Stephan Hohl und den beiden starken Junioren Thorsten Baumeister und Marcus Schöfisch. Hallmann kam nach dem Sparkassencross in Pforzheim vor zwei Wochen nun in 29:39 Minuten über 9.700 m zum zweiten Sieg innerhalb von 14 Tagen. „Mit geht es gut. Das ist das Ergebnis, wenn man endlich wieder verletzungs- und krankheitsfrei trainieren kann“, freute sich der Münchener über seinen überzeugenden Erfolg in Darmstadt.

Uliczka präsentierte sich lange Zeit als ebenbürtiger Konkurrent, auch wenn er im Schlussteil einem kleinen Rückstand hinterher laufen musste, der am Ende zehn Sekunden betrug. Der Mannheimer Jan Förster behauptete sich als Dritter des leistungsstarken Männerfeldes noch vor dem eher zu den kürzeren Distanzen tendierenden Christoph Lohse und dem amtierenden Crossmeister Stephan Hohl. Unangefochten war jedoch der Sieg von Stephan Hohl beim Deutschen Cross-Cup (DCC) vor Hallmann und Förster.

Unter Wert musste sich auch Marathonmann Falk Cierpinski als Achter geschlagen geben. Nach seinem mutigen Auftritt beim Berlin-Marathon kam der Sohn des zweifachen Marathon-Olympiasiegers nach einer regenerativen Pause direkt aus dem Trainingslager in Kienbaum nach Darmstadt. „Im Grundlagentraining kann ich derzeit nicht mehr erwarten. Aber Crosslaufen ist für mich wichtig, um mehr Härte zu bekommen, deshalb wollte ich auch in Darmstadt dabei sein.“

„Ich wollte hier gewinnen. Da ich eine Frontläuferin bin, macht es mir nichts aus, die Führungsarbeit zu übernehmen“, freute sich Julia Viellehner über ihren Sieg beim Darmstadt-Cross. Die Passauerin kam nach 23:16 Minuten auf der 6.700 m langen Distanz zu einem überzeugenden Sieg, wenngleich die wegen Verletzung in diesem Jahr kaum in Erscheinung getretene Birte Bultmann ihr nur sechs Sekunden Vorsprung gewährte. Julia Viellehner profitierte sicherlich vom vorzeitigen Ausscheidens der Pforzheim-Siegerin Simret Restle (Magenprobleme) und vom Trainingsdefizit der etablierten Susanne Hahn (Fünfte/ 24:02) und Ulrike Maisch (19./ 25:14).

„Wir dürfen uns aber von dem sicherlich guten Auftreten unserer Leistungsträger nicht täuschen lassen, hier fehlte die internationale Konkurrenz“, warnte Bundestrainer Detlef Uhlemann vor voreiligen Erwartungen bei den Europameisterschaften. „Hier kann ein etablierter Deutscher Cross-Cup mit internationaler Besetzung aber weiterhelfen. Aber davon sind wir noch um einiges entfernt. Das ist aber nach fünfjähriger Pause auch nicht zu erwarten gewesen.“

Text: race-news-service.com/Wilfried Raatz

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race-news | 23.11.2008

Duncan Kibet läuft Streckenrekord in Mailand, Anna Incerti in die Herzen der Italiener


Anna Incerti heißt die Überraschungssiegerin in Mailand.
Foto: www.photorun.net

Mit einem erwarteten und einem überraschenden Sieg endete der 9. Samsung Mailand-Marathon am Sonntag. Duncan Kibet und Anna Incerti sind die Gewinner des Rennens, bei dem die Rekordzahl von 5.875 Läufern aus 61 Nationen am Start war. Der 30-jährige Kenianer brach dabei den Streckenrekord: Nach 2:07:53 Stunden stürmte er ins Ziel auf dem eindrucksvollen Piazza Castello im Zentrum der Stadt. Elias Chelimo und Leonard Mucheru belegten mit 2:08:39 beziehungsweise 2:10:05 die nächsten Plätze, Vierter wurde Rachid Kisri (Marokko) mit 2:11:53. Oleksandr Kuzin (Ukraine) war als Achter in 2:13:43 bester Europäer.

Das Rennen hat seine Position als schnellster italienischer Männer-Marathon einmal mehr verteidigt. Trotz des eiskalten Wetters mit Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt beim Start stellten die drei erstplatzierten Kenianer auf der schnellen Mailänder Strecke jeweils persönliche Rekorde auf.

Im Gegensatz zu Kibets Sieg kam der Erfolg von Anna Incerti völlig unerwartet. Die 28-jährige Italienerin stellte mit 2:27:42 Stunden nicht nur eine flotte persönliche Bestzeit auf sondern sie bezwang auch die große Favoritin Pamela Chepchumba. Die Vorjahressiegerin aus Kenia wurde Zweite in 2:28:34. Rang drei belegte Merima Denboba (Äthiopien) mit 2:29:57. Zum ersten Mal seit der Premiere des Rennens gab es in Mailand damit einen italienischen Sieg. Im Jahr 2000 hatte Lucilla Andreucci ebenfalls das Frauen-Rennen gewonnen. Anna Incerti galt allerdings schon vor ihrem Mailand-Start als die kommende italienische Marathon-Hoffnung. Bei Olympia hatte sie als 14. eine beachtliche Platzierung erreicht. Dabei erreichte sie in Peking trotz der schweren Bedingungen auch eine persönliche Bestzeit von 2:30:55 Stunden – Anna Incerti war die einzige Marathonläuferin der Top 30 bei Olympia, der das gelang. Eine Zeit unter 2:30 Stunden hatte sie sich in Mailand vorgenommen.


Duncan Kibet bricht in Mailand den Streckenrekord.
Foto: www.photorun.net

Bei den Männern erreichte eine Gruppe von sechs Läufern die Halbmarathonmarke nach 64:02 Minuten. Hinter den beiden Tempomachern Elijah Keitani und Benson Cherono (Mailands bisheriger Streckenrekordler, der sich auf den Dubai-Marathon vorbereitet) rannten Duncan Kibet, Leonard Mucheru und Elias Chelimo (alle Kenia) sowie Rachid Kisri (Marokko). Bei Kilometer 30 (1:31:26) verlor zunächst Kisri Kontakt, dann stiegen die Tempomacher aus, so dass Kibet, Chelimo und Mucheru an der Spitze lagen – die drei kennen sich gut, denn sie gehören zur Management-Gruppe von Dr. Gabriele Rosa und seinem Sohn Federico. Mucheru konnte als erster nicht mehr mithalten. Der Kenianer hatte Pech, denn er bekam ein Zehenproblem während des Rennens. Dabei verlor er einen Zehnagel und lief mit Schmerzen. Dennoch erreichte Mucheru sein Ziel mit Platz drei und einer Bestzeit von 2:10:05.

Der Wind war in der Phase zwischen 25 bis gut 30 km besonders störend, so dass hier das Tempo langsamer war als zuvor. Aber sechs Kilometer vor dem Ziel ergriff dann Duncan Kibet mit einer deutlichen Tempoverschärfung die Initiative. Mit Kilometerzeiten von klar unter 3:00 Minuten – den 37. km rannte er in 2:52 – entschied er das Rennen zu seinen Gunsten. Aufgrund der enormen Pace auf den letzten Kilometern gelang es Duncan Kibet den Streckenrekord, der bei 35 km noch außer Reichweite schien, um fünf Sekunden zu unterbieten. „Ich bin froh, dass ich gewonnen habe und Kursrekord gelaufen bin. Ich glaube, ich habe das Potenzial, zukünftig noch schneller zu laufen“, sagte Duncan Kibet. „Bei Kilometer 28 spürte ich ein leichtes Problem in der Oberschenkelmuskulatur, deswegen habe ich danach das Tempo nicht forciert und mich etwas zurückgehalten. Zum Glück wurde es dann besser, so dass ich am Ende schneller laufen konnte.“ Vor seinem Sieg in Mailand war Duncan Kibet erst einmal Marathon gelaufen. In Wien – bei im Gegensatz zu heute sehr hohen Temperaturen – erreichte er im April als Zweiter auf Anhieb 2:08:33 Stunden.

Ganz anders lief das Frauenrennen in Mailand, denn hier hielt sich Anna Incerti zunächst zurück. Sie wählte ein langsameres Tempo als die beiden Führenden: Allerdings lief auch Pamela Chepchumba nicht so schnell wie erwartet, so dass Merima Denboba ihr folgte. An der Halbmarathonmarke betrug der Vorsprung der beiden Führenden auf Anna Incerti nur zwölf Sekunden. Chepchumba und Denboba hatten diesen Punkt nach 1:14:01 Stunden erreicht. Angefeuert vom Publikum schloss Anna Incerti bei Kilometer 23 zur Spitze auf. „Ich habe bemerkt, dass sie langsamer wurde und dachte, dass ich vielleicht eine Chance haben würde“, erklärte Anna Incerti. Nachdem zunächst Denboba zurückgefallen war, fiel die Entscheidung kurz vor Kilometer 40. Hier löste sich die Italienerin von Kenias Favoritin. Den Sieg in Mailand mit ihrer ersten Zeit unter 2:30 Stunden wertete Anna Incerti als größten Erfolg ihrer Karriere. „Ich hätte vorher nie gedacht, dass ich hier Pamela Chepchumba schlagen könnte“, erklärte die Italienerin, die ebenso wie Duncan Kibet 20.000 Euro Sieggeld erhielt. „Es ist mir schwer gefallen im Wind zu laufen und bei Kilometer 39 bekam ich Probleme“, erklärte Pamela Chepchumba, warum sie sich geschlagen geben musste und es nichts wurde mit dem Angriff auf den Streckenrekord.

Text: race-news-service.com

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race-news | 21.11.2008

Duncan Kibet und Pamela Chepchumba auf Rekordjagd in Mailand


Pamela Chepchumba kommt als Vorjahressiegerin nach Mailand zurück.
Foto: www.photorun.net

Duncan Kibet und Pamela Chepchumba sind die großen Favoriten beim Samsung Mailand-Marathon am Sonntag. Doch die beiden Kenianer wollen mehr als nur den Sieg: Beide Kursrekorde sowie bei den Männern die schnellste je in Italien gelaufene Marathonzeit sind das Ziel. Die Strecke ist entsprechend schnell und die Wettervorhersage relativ günstig: Es wird kalt, aber sonnig. Bei der 9. Auflage des Rennens erwarten die Veranstalter rund 6.000 Läufer.

Duncan Kibet ist voraussichtlich der Läufer, den es zu schlagen gilt. Der 30-jährige Kenianer rannte ein starkes Debüt beim Wien-Marathon im April. Dabei erreichte er trotz warmer Witterung als Zweiter 2:08:33 Stunden. Seine Halbmarathon-Bestzeit steht bei 60:22 Minuten. „Ich glaube, Duncan und Elias sind die Favoriten am Sonntag, aber ich erwarte auch vom Portugiesen Helder Ornelas ein gutes Rennen“, erklärt Federico Rosa, der in Mailand für die Topathleten zuständig ist. Der 24-jährige Elias Kemboi Chelimo hatte im vergangenen Jahr den Rom-Marathon in einer persönlichen Bestzeit von 2:09:36 Stunden gewonnen. In diesem Jahr war er Zweiter in Xiamen (China) mit 2:09:50. „Beide haben in Kenia in der Nähe von Eldoret sehr gut trainiert“, sagt Federico Rosa. Ein Teil ihrer Marathon-Vorbereitung absolvierten sie unter anderen gemeinsam mit Evans Cheruiyot. Der Kenianer gewann im Oktober den Chicago-Marathon in 2:06:25 Stunden.

Um den Kursrekord des Kenianers Benson Cherono (2:07:58 in 2006) zu brechen, wird eine Halbmarathonzeit von 63:45 Minuten angestrebt. Dies wäre auch schnell genug, um die schnellste jemals in Italien gelaufene Zeit zu erreichen: Diese lief der Äthiopier Semretu Alemayehu mit 2:07:45 Stunden bei seinem Sieg in Turin 2001. Dass Kursrekordler Cherono am Sonntag selbst als Tempomacher am Start sein wird, ist sicherlich ein Vorteil bei der Mailänder Rekordjagd.

Im Gegensatz zu vielen großen Marathonrennen haben in Mailand auch europäische Läufer zumindest sehr gute Platzierungschancen. Drei weitere Läufer mit Bestzeiten von unter 2:10 Stunden sind am Start – und alle kommen aus Europa: Der Ukrainer Oleksandr Kuzin hatte in Linz 2007 für eine große Überraschung gesorgt, wo er trotz warmen Wetters 2:07:33 Stunden erreichte. Er ist mit dieser Bestzeit der schnellste Läufer im Feld in Mailand. Mit Helder Ornelas (Portugal) kommt der Sieger des Mailand-Marathons 2005 zurück. Er erreichte damals seinen persönlichen Rekord von 2:09:59 Stunden. Und schließlich startet mit dem Italiener Danilo Goffi ein Läufer, der sehr viel Erfahrung hat. Goffis Bestzeit steht bei 2:08:33.


Christopher Isegwe, WM-Zweiter von 2005, hofft auf ein gutes Marathon-Comeback in Mailand.
Foto: www.photorun.net

Weitere Läufer, die am Sonntag gute Chancen haben, sind Leonard Mucheru Maina (Kenia), der sich in Teberias (Israel) in diesem Jahr auf 2:10:32 verbesserte, Norman Dlomo (Südafrika/2:10:39) und Christopher Isegwe (2:10:21). Der Tansanier hatte beim WM-Marathon 2005 überraschend die Silbermedaille gewonnen. Er möchte sich mit einer guten Leistung in Mailand zurückmelden. „Nach der WM in Helsinki hatte ich eine Knieverletzung und gesundheitliche Probleme – ich litt unter Malaria und bekam Magenschmerzen. Manchmal habe ich heute immer noch Magenprobleme, daher ist es schwer zu sagen, was ich am Sonntag laufen kann. Mein Ziel ist eine Zeit von etwa 2:10 Stunden“ erklärt Christopher Isegwe.

Der 32-jährige Isegwe kommt aus Tansanias Hauptstadt Arusha, wo er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt. In den letzten vier Monaten hat er seine Familie allerdings nicht gesehen. „Ich war im Höhentrainingslager im kolumbischen Paipa und bin von dort direkt hierher gekommen“, erklärt Christopher Isegwe. In Kolumbien konnte er in Höhen von rund 2.800 Metern trainieren. In Mailand plant er das gleiche Tempo zu laufen wie sein Landsmann Mohamed Msandeki Ikoki, der seine Bestzeit mit 2:12:42 Stunden vor einem Jahr in Istanbul erreichte. „Mein Ziel ist es, mich am Sonntag auf 2:09 bis 2:10 Stunden zu verbessern. Ich hoffe, dass wir uns während des Rennens gegenseitig helfen können“, erklärte Ikoki.

Bei den Frauen wird mit Pamela Chepchumba die Titelverteidigerin des Samsung Mailand-Marathons im Mittelpunkt stehen. Die 29-jährige Kenianerin lief im vergangenen Jahr bei dem Rennen ihre persönliche Bestzeit von 2:25:36 Stunden. Jetzt strebt die Halbmarathon-WM-Dritte ein Ergebnis von unter 2:25 an. Das hat in Mailand bisher erst eine Läuferin geschafft: Bei 2:24:59 steht der Streckenrekord von Margaret Okayo (Kenia/2002). Die Italiener hoffen am Sonntag auf Anna Incerti, der es beim olympischen Marathon in Peking gelungen war, als 14. eine persönliche Bestzeit von 2:30:55 Stunden aufzustellen. Das Ziel der 28-Jährigen wird es sein, sich auf unter 2:30 zu verbessern. Die italienische Jahresbestzeit von Vincenza Sicari steht bei 2:29:51. „Anna Incerti gilt als neue Marathon-Hoffnung Italiens“, sagt Federico Rosa. Während die Serbin Olivera Jevtic aufgrund eines Rückenproblems auf ihren Start verzichten muss, könnte die Äthiopierin Merima Denboba, die bisher 2:32:54 erreichte, in den Kampf um Platz zwei eingreifen.

Text: race-news-service.com

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race-news | 18.11.2008

Nuta Olaru gewinnt ersten San Antonio-Marathon und plant WM-Start in Berlin


Nuta Olaru gewinnt die Premiere des San Antonio-Marathons.
Foto: www.photorun.net

Nuta Olaru sorgte für das hochklassigste Ergebnis bei der Premiere des San Antonio-Marathons. Die 38-jährige Rumänin gewann das Rennen in Texas (USA) in 2:28:54 Stunden, während Kenias Weltklasseläuferin Margaret Okayo bei ihrem Marathon-Comeback ausstieg. Schnellster Mann in San Antonio war der Kenianer Meschack Kirwa, der den Lauf über die 42,195 km bei guten Wetterbedingungen in 2:14:36 gewann. Für das Rock ’n’ Roll San Antonio-Rennen hatten 30.000 Läufer gemeldet, von denen knapp 25.000 an den Start gingen. Neben dem Marathon wurde auch ein Lauf über die Halbmarathondistanz veranstaltet.

Erwartungsgemäß hatte sich Margaret Okayo zu Beginn des Rennens an die Spitze des Frauenfeldes gesetzt. Doch noch vor der 10-km-Marke hatte Nuta Olaru die Initiative übernommen. Die Rumänin lief schnell einen deutlichen Vorsprung heraus und erreichte die Halbmarathonmarke nach 1:13:12 Stunden. Zu diesem Zeitpunkt war die 32-jährige Margaret Okayo schon nicht mehr im Rennen. Die Kenianerin, die die Streckenrekorde des Boston- sowie des New York-Marathons hält und auch schon beim London-Marathon triumphiert hatte, gab bei Kilometer 15 aufgrund einer Fußverletzung auf.

„Die Strecke in San Antonio ist prima und das Wetter war perfekt. Es ist ein schönes Gefühl, die Premiere eines solchen Rennens gewonnen zu haben“, erklärte Nuta Olaru, die zwar im letzten Teil des Laufes langsamer wurde, aber noch deutlich vor Liza Hunter-Galvan (Neuseeland/2:29:37) und Karolina Jarzynska (Polen/2:33:19) im Ziel war. Nuta Olaru, die in ihrer Karriere schon bei etlichen Weltmeisterschaften sowie bei Olympischen Spielen am Start war und eine erstklassige Marathon-Bestzeit von 2:24:33 Stunden aufweist (Chicago 2004), will nun bei den Weltmeisterschaften in Berlin 2009 laufen.

Bei den Männern lief Meschack Kirwa in der entscheidenden Phase des Rennens einem sicheren Sieg entgegen. „An der 30-km-Marke wusste ich, dass ich gewinnen kann, denn ich hätte das Tempo noch steigern können. Die Anfeuerung an der Strecke hat mich angetrieben“, sagte der 34-jährige Kenianer, der in 2:14:36 Stunden genau eine Minute vor dem US-Amerikaner Matt Downin im Ziel war. Dritter wurde der Russe Dmitry Safranov mit 2:15:58.

Text: race-news-service.com

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race-news | 16.11.2008

Kenenisa Bekele bleibt im Sieben-Hügel-Rennen stecken


Mestawat Tufa, hier in Führung bei der Cross-WM, verpasste den 5-km-Weltrekord am Sonntag nur um eine Sekunde.
Foto: www.photorun.net

Dass der holländische Sieben-Hügel-Lauf einen äthiopischen Sieger produzieren würde, war keine Überraschung – dass dieser jedoch nicht Kenenisa Bekele hieß dagegen schon. Der Lauf-Superstar, Doppel-Olympiasieger von Peking über 5.000 und 10.000 m sowie x-facher Weltrekordler, wurde am Sonntag bei der 25. Auflage des Rennens mit rund 30.000 Teilnehmern überraschend nur Dritter. Der Sieg ging beim Jubiläumsrennen an seinen Landsmann Ayele Abshiro mit 42:17 Minuten. Für das hochkarätigste Ergebnis des Tages sorgte Mestawat Tufa (Äthiopien), die mit ihrer Siegzeit von 46:56 Minuten den Weltrekord nur um eine Sekunde verpasste.

Der 26-jährige Kenenisa Bekele hatte sich den 15-km-Lauf von Nijmegen nach Groesbeek und zurück als sein erstes ernsthaftes Straßenrennen ausgesucht. Der Bahn- und Crosslauf-Spezialist hatte jedoch kein Glück und war am Ende sogar langsamer als bei seinem ersten weniger ernsthaften 15-km-Straßenlauf im Jahr 2001. Damals lief er als 19-Jähriger 42:42 Minuten, nun benötigte er für die Distanz genau eine Minute länger. Der angepeilte Weltrekord von Felix Limo – der Kenianer war auf dieser Strecke vor sieben Jahren 41:29 Minuten gelaufen – geriet schon in der Anfangsphase des Rennens so gut wie außer Reichweite. Die 5-km-Durchgangszeit der Spitzengruppe (14:09 Minuten) war etwas zu langsam. Kenenisa Bekele hatte zu diesem Zeitpunkt drei Sekunden Rückstand auf den späteren zweitplatzierten Isaac Kiprop (Uganda/42:19) und Ayele Abshiro. Doch dann legte der Olympiasieger zu. Die 10-km-Marke erreichte er nach 27:57 Minuten mit 15 Sekunden Vorsprung vor Kiprop und Abshiro. Auf dem letzten 5-km-Abschnitt bekam Kenenisa Bekele jedoch Probleme und wurde wieder deutlich langsamer. 22 Sekunden vor seinem jüngeren Bruder Tariku (44:04) erreichte er schließlich das Ziel. Eine Knöchelverletzung hatte den Olympiasieger behindert.

Eine starke Vorstellung bot Mestawat Tufa, die nach Zwischenzeiten von 15:56 Minuten (5 km) und 31:32 (10 km) das Ziel in 46:56 erreichte. Damit hatte die 25-jährige Äthiopierin den Weltrekord der Japanerin Kayoko Fukushi, den diese im Rahmen des Marugame-Halbmarathons 2006 aufgestellt hatte, um eine Sekunde haarscharf verpasst. Die letzten 10 km war Tufa, die in diesem Jahr bei der Cross-WM hinter ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba Silber gewonnen hatte, in 31:00 Minuten gelaufen. Zum Vergleich: Die Jahreweltbestzeit von Irina Mikitenko (Deutschland) steht bei 30:57. Mit deutlichem Rückstand erreichten in Nijmegen die Kenianerinnen Martha Komu (50:06) und Gladys Otero (50:35) das Ziel.

Text: race-news-service.com

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race-news | 16.11.2008

Yoshimi Ozaki die letzte Siegerin des Tokio-Marathons


Yoshimi Ozaki gewinnt den letzten Tokio-Frauen-Marathon.
Foto: www.photorun.net

Mit einem Jubiläum und einem Heimsieg ist am Sonntag die Geschichte des Tokio-Marathons der Frauen zu Ende gegangen. Bei der 30. Auflage des Rennens triumphierte die 27-jährige Yoshimi Ozaki (Japan) in hochklassigen 2:23:30 Stunden. Das ist die neuntbeste Zeit des Jahres und mit dieser Leistung hat sich Yoshimi Ozaki für den WM-Marathon in Berlin 2009 qualifiziert. Der Frauen-Elitemarathon fand zum letzten Mal in Japans Hauptstadt statt.

„Ich bin überrascht und zugleich froh, dass ich diese letzte Auflage des Tokio-Marathons gewonnen habe“, erklärte Yoshimi Ozaki gegenüber der Internetseite der IAAF (iaaf.org). Die Japanerin war mit einer Bestzeit von 2:26:19 Stunden von ihrem Marathon-Debüt nach Tokio gereist. In dem Rennen ohne Tempomacherinnen hatte die vermeintliche Favoritin Yoko Shibui lange Zeit für eine schnelle Pace gesorgt. Als die Japanerin, die 2004 in Berlin als Siegerin mit 2:19:41 Stunden eine Weltklassezeit erreicht hatte, dann aber keinen großen Marathon mehr gewinnen konnte, die 10-km-Marke nach 32:55 Minuten erreichte (Zielzeit bei diesem Tempo: 2:19 Stunden), lief nur noch Magdaline Chemjor hinter Yoko Shibui. Doch auch die Kenianerin konnte bald darauf nicht mehr mithalten und musste für das zu schnelle Tempo bitter bezahlen. Am Ende kam sie abgeschlagen auf Rang 14 ins Ziel. Nachdem Yoko Shibui die erste Hälfte bei abgesehen von einer hohen Luftfeuchtigkeit guten Wetterbedingungen in 70:07 Minuten gelaufen war, hatte sie einen deutlichen Vorsprung.

Yoko Shibui sah schon wie die sichere Siegerin aus, doch auf den letzten Kilometern bekam sie plötzlich große Probleme. Hier steigt die Strecke des Tokio-Marathons an. Im Gegensatz zu Yoko Shibui lief Yoshimo Ozaki locker diesen Hügel hinauf und überholte zunächst Yuri Kano sowie dann rund vier Kilometer vor dem Ziel auch die führenden Shibui. Die zweitschnellste Japanerin aller Zeiten musste dann auch noch die Britin Mara Yamauchi ziehen lassen. Am Ende wurde Yoko Shibui Vierte in 2:25:51 Stunden. Hinter Yoshimo Ozaki belegten Kano (2:24:27) und Yamauchi (2:25:03) die Ränge zwei und drei. Die fünftplatzierte Kenianerin Salina Kosgei hatte mit 2:30:34 einen deutlichen Rückstand.

Das Ende des Frauen-Marathons von Tokio hängt zum einen mit dem neuen Tokio-Marathon im Februar zusammen und zum anderen damit, dass die Polizei in der Hauptstadt offenbar nicht mehr zweimal im Jahr für einen Marathon die Straßen sperren will. Das neue Massen-Rennen entstand 2007 aus dem traditionellen Tokio-Eliterennen der Männer. Aus Rücksicht auf den Frauen-Marathon im November wurden hier bisher keine Eliteläuferinnen sondern nur männliche Topathleten eingeladen. Trotzdem gab es natürlich auch im Februar eine Siegerin. So konnte zuletzt Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) den Tokio-Marathon gewinnen. Normalerweise hätte sie in einem derartigen Frauen-Eliterennen keine Siegchance. Beim stets hochkarätigen Tokio-Frauen-Marathon im November gab es allerdings auch schon zweimal eine deutsche Siegerin: Katrin Dörre-Heinig gewann das Rennen 1984 und ’85 im Trikot der DDR. Die Veranstalter des Frauen-Laufes, die nicht identisch sind mit den Organisatoren des neuen Tokio-Marathons, wollen ihr Rennen 2009 nun in der Nähe von Yokohama veranstalten.

Text: race-news-service.com

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race-news | 13.11.2008

Mailand will auf der Marathon-Skala nach oben


Der Start des Mailand-Marathons.
Foto: www.photorun.net

Mailand ist bekannt für Mode, das Opernhaus Scala, den Dom oder in sportlicher Hinsicht für die beiden Fußball-Giganten AC und Inter. Verglichen zu diesen Synonymen der norditalienischen Stadt spielt der Marathon noch keine so große Rolle – doch das soll sich ändern. Und im Vergleich zu Mailands Aushängeschildern ist ,La Marathona di Milano’ noch ein kleines Kind mit viel Potenzial, das es in der Zukunft zu entwickeln gilt. Wenn der Mailand-Marathon am 23. November zum neunten Mal gestartet wird, erwarten die Veranstalter ein Feld von rund 6.000 Läufern. Darunter werden eine Reihe von Weltklasseathleten sein, die schnelle Zeiten anpeilen. Bei den Männern dürfte der Mailand-Marathon seine Position als schnellster italienischer Marathon bestätigen.

„Es ist unser Ziel, die schnellste je in Italien gelaufene Zeit zu erreichen“, kündigte Federico Rosa an, der bei dem Rennen für das Elitefeld verantwortlich ist. Diese Marke steht bei 2:07:45 Stunden und ist bereits siebeneinhalb Jahre alt. Der Äthiopier Semretu Alemayehu hat sie bei seinem Sieg in Turin 2001 aufgestellt. Der Kursrekord in Mailand ist nur 13 Sekunden langsamer. Benson Cherono (Kenia) rannte vor zwei Jahren 2:07:58. Wenn die Topläufer hochklassige Zeiten jagen, wird ihnen eine Streckenänderung zugute kommen. Der flache City-Kurs wurde leicht verändert und soll noch etwas schneller sein. Start und Ziel befinden sich nun am Piazza Castello, was auch den Freizeitläufern entgegen kommt.

Nach einem überzeugenden Marathon-Debüt in Wien im Frühling gehört Duncan Kibet in der nächsten Woche in Mailand zu den Favoriten. Der 30-jährige Kenianer war in Österreich in 2:08:33 Stunden Zweiter. Seine hochklassige Halbmarathon-Bestzeit von 60:22 Minuten deutet darauf hin, dass er deutlich unter 2:08 Stunden laufen könnte. Einer seiner Rivalen wird der Marathon-Vize-Weltmeister des Jahres 2005 sein: Nur wenige werden sich an den Namen Christopher Isegwe erinnern, der in Helsinki vor drei Jahren für eine große Überraschung sorgte. Der Tansanier lief bei den Titelkämpfen mit 2:10:21 Stunden eine persönliche Bestzeit, stieg dann aber bei seinen folgenden beiden Marathonrennen in Melbourne und London 2006 jeweils aus. Nachdem er 2007 keine Wettkämpfe bestritt, lief er in diesem Herbst zwei 10-km-Rennen und meldet sich jetzt im Marathon zurück.

Der erfahrene Italiener Danilo Goffi wird ebenfalls in Mailand an den Start gehen. Der 35-Jährige war 1998 bei der EM in Budapest Zweiter und hat zufällig exakt die gleiche Bestzeit wie Duncan Kibet (2:08:33). Goffi rannte diese Zeit allerdings bereits vor zehn Jahren. Vor drei Jahren siegte er beim Turin-Marathon in 2:11:13. Mit Helder Ornelas wird am Sonntag kommender Woche ein zweiter starker Europäer im Rennen sein. Er gewann den Mailand-Marathon 2005 in 2:09:59.

Bei den Frauen kehrt die Vorjahressiegerin Pamela Chepchumba zurück. Die 29-jährige Kenianerin gewann 2007 in Mailand in der persönlichen Bestzeit von 2:25:36 Stunden. Es ist die zweitschnellste Frauen-Siegzeit in der Geschichte des Rennens. Erst vor rund einem Monat bewies Pamela Chepchumba ihre gute Form, als sie bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Rio den dritten Platz belegte. In Mailand trifft die Kenianerin unter anderen auf Olivera Jevtic (Serbien). Die 31-Jährige ist eine erfahrene Marathonläuferin, deren Bestzeit noch etwas schneller ist als jene von Chepchumba. 2003 gewann Jevtic den Rotterdam-Marathon in 2:25:23. Sie war Olympia-Sechste in Athen 2004 und gewann hinter Ulrike Maisch (Rostock) die Silbermedaille bei den Europameisterschaften 2006. Anna Incerti trägt Italiens Hoffnungen in Mailand. Die 28-Jährige zeigte eine eindrucksvolle Leistung bei den Olympischen Spielen. Trotz der schweren Bedingungen lief sie im Marathon in Peking als 14. mit 2:30:55 Stunden eine persönliche Bestzeit.

Für den Mailand-Marathon sowie ein parallel veranstaltetes Rennen über 4,2195 km (ein Zehntel der klassischen Distanz) werden Anmeldungen weiterhin entgegen genommen. Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite des Laufes (www.milanocitymarathon.it).

Text: race-news-service.com

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race-news | 11.11.2008

Marathon auf dem Weg zur 2500-Jahr-Feier in Marathon


Maria Polizou und Hiroka Chosa entzünden das „Marathon-Feuer“ in Marathon.
Foto: www.photorun.net

Die weitere Wertsteigerung des Marathons’ – das war das Thema des 2. Marathon-Symposiums der Association of International Marathons and Road Races (AIMS) in Marathon (Griechenland) am vergangenen Wochenende. Das Symposium fand am Tag vor dem 26. Athen-Marathon statt, der erstmals über 10.000 Teilnehmer hatte (Läufe über kürzere Distanzen eingerechnet). Race-Direktoren aus aller Welt waren nach Marathon gereist, um an dem Symposium teilzunehmen.

Der Berliner Horst Milde, AIMS-Board-Mitglied, und Kostas Panagopoulos vom Athen-Marathon waren die Vorsitzenden dieses Symposiums, das vom Bürgermeister der Stadt Marathon, Spiridon Zagaris, sowie vom griechischen Leichtathletik-Verband SEGAS und dem internationalen Leichtathletik-Verband IAAF unterstützt wurde. „Dieses zweite Symposium war ein noch größerer Erfolg gegenüber der Premiere vor einem Jahr. Marathon ist schlichtweg der beste Ort für eine derartige Veranstaltung, denn hier ist der Marathon zu Hause. Dies wurde am Wochenende eindrucksvoll symbolisiert“, erklärte Horst Milde.

Traditionell führt die Strecke des Athen-Marathons von Marathon nach Athen. Hier begann die Geschichte des Klassikers bei den Olympischen Spielen 1896. Ursprünglich führt der Marathon zurück auf die Legende des Pheidipidis. Er soll nach der erfolgreichen Schlacht der Griechen gegen die Perser 490 vor Christus nach Athen gerannt sein, um dort die Nachricht vom Sieg zu überbringen. Das Schlachtfeld – heute eine Erinnerungsstätte – liegt in der Nähe von Marathon.

In zwei Jahren gibt es aufgrund der geschichtlichen Vergangenheit ein großes Jubiläum für den Marathonlauf. Denn die Schlacht bei Marathon wird dann genau 2.500 Jahre her sein. Das Jahr 2010 war am Rande des Symposiums bereits ein großes Thema. „Wie wir alle wissen, wird das Jahr 2010 eine entscheidende Bedeutung haben für den Marathonlauf, denn 2.500 Jahre zuvor war es die Geburtsstunde des Marathons“, erklärte Hiroaki Chosa, der japanische AIMS-Präsident. „Der Athen-Marathon ist aufgrund seiner Historie einmalig – es ist der Marathon“, sagte Horst Milde, der glaubt, dass dieses Rennen das Potenzial hat, einer der größten Läufe der Welt zu werden. „2010 wird es der Marathon sein, den jeder rennen möchte. Es wird das Rennen des Jahrhunderts.“


Der Stein der Marathonläufer: Er steht jetzt am Startpunkt des Rennens in Marathon.
Foto: www.photorun.net

Während der Athen-Marathon eine einzigartige Position aufgrund seines historischen Hintergrundes hat, wurden die Race-Direktoren der anderen Läufe im Rahmen des AIMS-Symposiums dazu ermuntert, einmalige oder besonders charakteristische Aspekte ihrer Veranstaltungen herauszuarbeiten. „Wenn wir ein Rennen bei Eurosport für zwei oder drei Stunden übertragen, brauchen unsere Kommentatoren gute Geschichten über die sie sprechen können“, erklärte Patrick Maitrot, der Marketing-Direktor bei Eurosport. Es sei nicht genug, erklärte der Franzose, nur die Führungsgruppe mit den Athleten zu zeigen. Eine attraktive Stadt oder ein besonderer Ort sind ebenso wichtig wie ein großes Feld – denn derartige Aspekte sind weitere Themen über die neben den Athleten gesprochen werden kann. Maitrot erklärte, dass man bei Eurosport registriert, dass Unternehmen inzwischen ein großes Interesse daran haben, Werbespots im Rahmen von Marathonrennen zu schalten – das gilt sowohl für die TV-Übertragung als auch die Internet-Berichterstattung.

Aber, wie die internationalen Journalisten Bob Ramsak und Pat Butcher betonten, müssen die Veranstalter einen guten Medien-Service anbieten, um das Maximum an Publicity für ihre Rennen zu erreichen. „Jedes Rennen braucht einen erfahrenen Media-Direktor, der entsprechende Informationen und Statistiken vor, während und nach der Veranstaltung herausgeben kann“, erklärte Bob Ramsak. Während es offensichtlich ist, dass nationales und internationales Medieninteresse eng verknüpft sind mit der Qualität des Elitefeldes, schlug Pat Butcher vor, dabei möglicherweise ungewöhnliche Verpflichtungen zu tätigen, um somit weitere Medienthemen zu generieren. „Zum Beispiel hat der Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon in diesem Jahr den früheren Hindernis-Weltrekordler Bernard Barmasai verpflichtet. Das war eine gute Geschichte für internationale Medien im Vorfeld des Rennens. Es ist eine Möglichkeit, einen ehemaligen Superstart einzuladen“, erklärte Pat Butcher.

Die Teilnehmer des AIMS-Symposiums besuchten auch die Gedenkstätte bei Marathon, die an die Schlacht 490 vor Christus erinnert. Integriert in eine Eröffnungszeremonie des Marathon-Wochenendes war eine Vorstellung von Schauspielern, in der das Marathonrennen mit allen seinen Anstrengungen symbolisiert wurde. „Während der Marathon durch die ganze Welt läuft, sollten wir Griechenland, Marathon und Athen achten für ihre Symbolhaftigkeit und ihre historischen Werte als Geburtsstätte der antiken Olympischen Spiele, die später in modernen Zeiten in diesem Land ihre Fortsetzung fanden“, sagte Hiroaki Chosa. Gemeinsam mit der griechischen Marathon-Rekordhalterin Maria Polizou (2:33:40 Stunden) entzündete der Japaner das ,Marathon-Feuer’, das über einen Staffel-Fackellauf zum Startpunkt gebracht worden war. Kinder liefen die Distanz von rund fünf Kilometern von der Marathon-Gedenkstätte nach Marathon.

Am Marathon-Startpunkt wurde zudem ein Stein enthüllt, der an dem Startpunkt des Rennens von 1896 gefunden wurde. Abgebildet ist darauf die Zahl 40 – bei den ersten Olympischen Spielen betrug die Streckenlänge noch 40 km. Schließlich fand im Rahmen des AIMS-Symposiums eine weitere Zeremonie statt. Repräsentanten aus Xiamen (China) – dort findet jährlich ein großer Marathon statt – enthüllten zwei Statuen, die Marathonläufer zeigen. Zur Freude des Bürgermeisters von Marathon, Spiridon Zagaris, wurden diese Statuen aus Xiamen dem Marathon-Museum gestiftet.

Text: race-news-service.com

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race-news | 09.11.2008

Hallmann und Restle siegen beim Cross in Pforzheim


Simret Restle (links) gewann in Pforzheim vor Julia Viellehner.
Foto: wus-media

„Dem Veranstalter kann man gratulieren. Das war wirklich klasse“, freute sich Langstrecken-Bundestrainer Detlef Uhlemann über den gelungenen Einstieg des TV Huchenfeld in die Cross-Szene. Auf dem komplett einsehbaren Rundkurs auf dem Gelände des Lohwiesenhofes im Pforzheimer Stadtteil Huchenfeld stellte sich mit dem Sparkassen-Cross ein neuer Veranstalter vor, der mit Grevenbroich-Neukirchen und Darmstadt (23. November) zugleich Wertungslauf im Deutschen Cross-Cup 2008 ist. Vor zahlreichen Zuschauern präsentierte sich dabei 10.000-m-Meister Sebastian Hallmann im Duell mit dem Lokalmatador und Deutschen Crossmeister Stephan Hohl in einer ansprechenden Form und gewann mit 33:22 Minuten und elf Sekunden Vorsprung vor Hohl das erste Cross-Kriterium dieser Saison. Bei den Frauen sicherte sich Simret Restle den Sieg in 27:17 vor Julia Viellehner dank ihres besseren Finishs.

Während Steffen Uliczka nach einem leichten Sturz aus einer Vierergruppe mit Sebastian Hallmann, Stephan Hohl und dem stark auftrumpfenden Junior Thorsten Baumeister nach der Streckenhälfte heraus fiel, drückte vor allem der 20-jährige Baumeister immer wieder auf das Tempo. „Ich wollte schon wissen, wo ich am Anfang der Saison stehe. Mir ist das Tempo nicht schwer gefallen, also habe ich beschlossen, so lange wie möglich vorne mitzulaufen.“

Während sich Baumeister nach 8000 m im Ziel als Sieger der unter 23-Jährigen schon feiern lassen durfte, suchte Hallmann im Crossterrain mit Erfolg die Entscheidung. „Es ist ein saugeiles Gefühl, endlich wieder einmal gesund ein Rennen bestreiten zu können“, freute sich der Münchener im Ziel, nachdem er seit Jahren wegen vieler Krankheiten keine Saison komplett hatte bestreiten können. Trotz der großen Belastung als Mitorganisator zeigte sich auch Stephan Hohl nach viermonatiger Verletzungspause mit seiner Leistung zufrieden.

Bei den Frauen und Juniorinnen dominierte Julia Hiller von Beginn an das Rennen, was allerdings auch nicht verwunderlich war, da die Juniorinnen (unter 23 Jahre) anstelle der über 7.000 m führenden Frauendistanz nur 5.000 m laufen mussten. „Wir haben uns nicht aus dem Konzept bringen lasssen, sondern sind unser Rennen gelaufen“, gestanden unisono Simret Restle und Julia Viellehner als Frauen-Schnellste im Ziel. Den Kampf gegen Ulrike Maisch hatten beide schon früh entschieden, da die Marathon-Europameisterin nach längerer Verletzungspause erst vor kurzem wieder mit den ersten Wettkämpfen begonnen hatte. „Cross ist ehedem nicht mein Ding. Aber ich nutze diese Crossläufe, um wieder Wettkampfhärte zu bekommen“, sagte Ulrike Maisch.

„Heute haben wir teilweise noch große Abstände in den Wettbewerben der Männer und Frauen gesehen“, beurteilte Bundestrainer Uhlemann das in Pforzheim-Huchenfeld gezeigte Leistungsbild, sieht dieses aber angesichts des für die meisten Athleten nun gerade erst erfolgten Einstiegs in die Saison als keineswegs problematisch an. „Die Abstände werden sich in zwei Wochen in Darmstadt sicherlich verringern, weil dann alle antreten werden, die zu den Cross-Europameisterschaften wollen.“ Für Uhlemann ist die Teilnahme mit einer möglichst großen Mannschaft ein wichtiges Anliegen bei den Titelkämpfen in Brüssel im Dezember. Dabei weiß er, dass die in der gerade erst zu Ende gegangenen Straßen- und Marathonsaison erfolgreichen Spitzenläufer wie Irina Mikitenko, Sabrina Mockenhaupt und André Pollmächer nicht für eine Cross-EM Mitte Dezember zur Verfügung stehen werden. „Wir wollen in Brüssel natürlich Flagge zeigen, haben sicherlich auch bereits Fortschritte gemacht. Aber wie können uns nur vergleichen, wenn wir uns internationaler Konkurrenz stellen“, so Uhlemann. Er bittet aber zugleich um Nachsicht, „…wenn wir nicht in Medaillennähe laufen. Aber Fortschritte sind unverkennbar, und das ist wichtig“.

Text: race-news-service.com/Wilfried Raatz

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race-news | 09.11.2008

Kenianer Lekuraa gewinnt in Athen trotz Kopfschmerzen, Japanerin Mai Tagami läuft clever zum Sieg


Paul Lekuraa siegt knapp vor Julius Kiprotich.
Foto: photorun.net

Der eine hatte Kopfschmerzen, die andere lief ein cleveres taktisches Rennen: Paul Lekuraa und Mai Tagami gewannen den 26. Athen-Marathon, der inklusive der Läufe über kürzere Distanzen die Rekordzahl von 10.098 Meldungen registrierte. Der 25-jährige Kenianer stellte dabei trotz seines Handicaps mit 2:12:42 Stunden einen Veranstaltungsrekord auf. Den Streckenrekord hält der Olympiasieger von 2004, Stefano Baldini (Italien), mit 2:10:55. Lekuraas Zeit ist die achtbeste, die je auf der schweren Strecke von Marathon nach Athen gelaufen wurde. Bei windigem Wetter und steigenden Temperaturen von am Ende rund 20° Celsius lief die 28-jährige Mai Tagami 2:36:58 Stunden. Das ist die drittschnellste Siegzeit, die bei dieser Veranstaltung bisher erreicht wurde.

Nachdem im Männerrennen kurz nach der 30-km-Marke der höchste Punkt der rund 20 km ansteigenden Strecke erreicht worden war, liefen drei Kenianer mit deutlichem Vorsprung an der Spitze: Julius Kiprotich, der sich immer wieder um das Tempo bemühte, seine Konkurrenten aber nicht abhängen konnte, Paul Kogo und Paul Lekuraa. Auf dem Weg nach Athen entwickelte sich ein spannender Dreikampf, in dem der spätere Sieger die vermeintlich schlechtesten Karten zu haben schien. „Ich bin erst gestern in Athen angekommen, weil auf meinem Visum das Anreisedatum verwechselt worden war“, erklärte Paul Lekuraa und fügte hinzu: „Ich habe mich nicht gut gefühlt – ich hatte fast während des gesamten Rennens Kopfschmerzen und wollte zwischenzeitlich einmal schon aufgeben. Aber dann dachte ich mir, ich warte ab, vielleicht wird es besser. In der Endphase fühlte ich mich tatsächlich wieder gut und dachte mir, dass ich nun sogar gewinnen kann.“

Für den Sieg bedurfte es eines starken Spurtes im Athener Panathinaikon-Stadion – der Arena der ersten Olympischen Spiele 1896. Dabei setzte sich Paul Lekuraa vor einigen tausend begeisterten Zuschauern in 2:12:42 Stunden schließlich mit nur zwei Metern Vorsprung vor dem zeitgleichen Julius Kiprotich durch. Es war der fünfte kenianische Sieg in Folge beim Athen-Marathon. Dritter wurde Paul Kogo, der auf dem letzten Kilometer den Kontakt zur Spitze verloren hatte, und 2:12:49 lief. Auch er blieb noch deutlich unter dem bisherigen Veranstaltungsrekord von 2:14:40 Stunden, den Benjamin Korir 2007 aufgestellt hatte.

Es war kein geringerer als Paul Tergat, der den Sieger Paul Lekuraa für das Rennen empfohlen hatte. Der ehemalige kenianische Marathon-Weltrekordler sah im gemeinsamen Training, dass Lekuraa sehr gut in Form war. Tergat rief daher dessen Manager Zane Branson an und bat ihn, ein Rennen für Lekuraa zu finden. Branson wählte den Athen-Marathon. „Ich habe vier Monate lang mit Paul Tergat trainiert und war zuversichtlich vor meinem Start in Athen“, erklärte Paul Lekuraa, der aus der gleichen Gegend wie der Weltklasseläufer kommt. Beide trainieren in den Ngong-Hügeln nördlich von Nairobi. Lekuraas Bestzeit steht bisher lediglich bei 2:11:00 Stunden. Auf einer flachen Strecke hätte er dieses Ergebnis heute sicherlich deutlich unterboten. Eine Siegprämie von 6.000 Euro sowie einen Zeitbonus von 3.000 Euro verdiente Paul Lekuraa in Athen.


Mai Tagami gewinnt mit großem Vorsprung in Athen.
Foto: photorun.net

Ein perfektes Jubiläum feierte Mai Tagami in Athen: Sie lief in ihrem 20. Marathonrennen zum größten Erfolg ihrer Karriere. Im Gegensatz zu den Männern fiel die Entscheidung bei den Frauen sehr deutlich aus. Die Japanerin war nach 2:36:58 Stunden im Ziel und hatte fast vier Minuten Vorsprung auf Elena Tikhonova (Russland/2.40:45). Dritte wurde die Griechin Georgia Ampatzidou mit 2:40:53.

Mai Tagami lief auf der schweren Strecke ein taktisch cleveres Rennen. Nachdem sie erst vor einem Monat den Melbourne-Marathon in 2:38:46 Stunden gewonnen hatte, wartete sie nach dem Start in Marathon bis zur Halbmarathonmarke bevor sie die Intiative ergriff. Hier setzte sie sich von der einzig verbliebenen Rivalin, Elena Tikhonova, ab. „Auf der ersten Hälfte hatte ich trotz des ansteigenden Kurses kein Problem, denn das Tempo war nicht schnell. Als ich dann alleine lief, wurde es schwerer“, erklärte Mai Tagami, für die dieser Sieg der größte Erfolg ihrer Karriere ist. „Ich bin stolz, dass ich in Athen gewonnen habe“, sagte die Japanerin, die eine Siegprämie von 6.000 Euro erhielt. Mai Tagami möchte sich nun beim Osaka-Marathon Ende Januar für die Weltmeisterschaften in Berlin 2009 qualifizieren. „In Osaka möchte ich meine Bestzeit steigern“, erklärte Mai Tagami, die bisher 2:29:43 Stunden erreichte.

Ein Marathonrennen muss für Mai Tagami wie ein besseres Training sein, denn sie trainiert wöchentlich bis zu 300 km – also im Schnitt dann mehr als eine Marathondistanz pro Tag. Mai Tagami ist Vollprofi und startet wie viele japanische Marathonläufer für ein Unternehmen, von dem sie bezahlt wird. ,Aruse’ heißt ihr Arbeitgeber – es ist eine Geschäftskette für Glücksspiele! „Ich selbst spiele aber nicht“, erklärt Mai Tagami. Sie verlässt sich lieber auf ihr läuferisches Talent.

Text: race-news-service.com

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race-news | 07.11.2008

Cross-Cup soll nach belgischem Vorbild florieren


Der Crosslauf soll in Deutschland wieder mehr in den Blickpunkt rücken.
Foto: photorun.net

Mit einer guten Besetzung wird am Sonnabend die Premiere des Sparkassen-Crosslaufes in Pforzheim gestartet. Der TV 1880 Huchenfeld, der Heimatverein des aktuellen Deutschen Crossmeisters Stephan Hohl, ist dabei Ausrichter einer Veranstaltung, die zum Deutschen Cross-Cup 2008 zählt. Der Cross-Cup war nach fünfjähriger Pause im Februar in Grevenbroich-Neukirchen neu gestartet worden. Die aktuelle Serie wird mit dem Finale beim Darmstadt-Cross am 23. November beendet.

Trotz der parallel stattfindenden Waldlaufmeisterschaften in den Landesverbänden Baden und Württemberg erwarten die Organisatoren 300 Läufer aus allen Teilen Deutschlands. „Für den Anfang ist dies natürlich in Ordnung. Aber mittelfristig sollte die Resonanz natürlich noch deutlich größer werden“, sagt Stephan Hohl, der mit seinem Vater Wolfgang die Triebfeder der neuen Veranstaltung im Südwesten ist.

Ein interessantes Duell wird es dabei auf dem Wiesenterrain im Pforzheimer Stadtteil Huchenfeld vor allem bei den Männern geben, wenn über 10.000 m mit dem Lokalmatador Stephan Hohl, Sebastian Hallmann und Steffen Uliczka gleich drei Deutsche Meister an der Startlinie stehen werden. Das Rennen wird komplettiert durch Jan Förster (Rheinau), Richard Friedrich (Passau), den Deutschen Berglaufmeister Timo Zeiler (Trochtelfingen) und die starken Junioren Matti Markowski (Berlin) und Thorsten Baumeister (Trier). Aber auch das Frauenfeld (7000 m) kann sich mit der Cross-Siegerin von Neukirchen Heike Bienstein (Dortmund), Simret Restle (Frankfurt), Julia Viellehner (Passau), Anna-Lena Heuck (München), Veronika Ulrich (Regensburg) und der Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch (Rostock) durchaus sehen lassen.

Auf der ansprechend und modern gestalteten Internetseite www.deutscher-crosscup.de werden künftig nicht nur die aktuellen Zwischenstände im Deutschen Cross-Cup nachzulesen sein, sondern auch alle wichtigen News zum Thema Crosslaufen in Deutschland. Unter der Firmierung Cross GbR stellen sich dabei auch die Rechteinhaber des Deutschen Cross-Cups vor. Sprecher der Cross GbR ist mit Wilfried Raatz der Organisator des Darmstadt-Crosslaufes und zugleich der Crossberater des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Ihm zur Seite stehen für Sponsoring Wolfgang Hohl (Pforzheim) und für Finanzmanagement sowie Marketing Stephan Hohl (Pforzheim).

„Unter dem Markennamen Deutscher Cross-Cup möchten wir künftig die Cross-Serie auf solide wirtschaftliche und organisatorische Füße stellen. Wir haben uns hier die belgische Crosslaufserie als Vorbild genommen, die seit vielen Jahren eine überaus attraktive Serie von Querfeldeinlauf-Veranstaltungen für in- und ausländische Läufer darstellt“, so Wilfried Raatz. Die Macher des Deutschen Cross-Cup hoffen, bereits im kommenden Jahr im Verbund mit einem vierten Veranstalter neben Neukirchen, Pforzheim und Darmstadt eine Aufwertung der Cross-Serie erreichen zu können. „Unser Ziel ist es, eine attraktive Cross-Cup-Serie zu kreieren, bei der sich unsere besten Athleten im Duell gegeneinander messen können. Wichtig ist es uns aber auch, dass wir für unsere hoffnungsvollen Nachwuchskräfte einen interessanten Leistungsvergleich schaffen können!“

Text: race-news-service.com

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race-news | 07.11.2008

Japanerin Mai Tagami die Favoritin beim Klassiker von Marathon nach Athen


Mai Tagami vor dem Zappeion in Athen.
Foto: photorun.net

New York ist das Marathon-Spektakel, London bietet das hochklassigste Feld, Berlin als auch Chicago sind bekannt für sehr schnelle Rennen und Boston hat die Tradition. Diese fünf Läufe formen die World Marathon Majors (WMM). Der Athen-Marathon kann sich mit diesem Quintett nicht vergleichen, doch das Rennen ist in anderer Hinsicht einzigartig: Denn die 42,195 km werden auf der Strecke von Marathon bis ins Panathinaikon-Stadion gelaufen. Die Route ist damit fast identisch mit jener von 1896, als bei den ersten Olympischen Spielen der Marathon erstmals gelaufen wurde. Die Läufer des Athen-Marathons am Sonntag kehren somit zum Ursprung zurück.

Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, werden erstmals über 10.000 Läufer beim Athen-Marathon starten. Das Rennen mit seiner schweren Strecke – nur die ersten 10 km sind flach, dann geht es fast 20 km bergauf und anschließend rund 10 km bergab in die griechische Metropole – ist aufgrund seiner Historie eigentlich ein ,Muss’ für jeden ambitionierten Marathonläufer.

Aufgrund der sehr profilierten Strecke sind Weltklassezeiten von unter deutlich unter 2:10 Stunden beim Athen-Marathon nicht möglich. Der Streckenrekord steht bei 2:10:55 Stunden. Stefano Baldini (Italien) stellte ihn bei seinem Olympiasieg 2004 auf. Es war ebenfalls die Olympiasiegerin vor vier Jahren, die die schnellste Frauenzeit von Marathon nach Athen erreichte: Mizuki Noguchi (Japan) lief damals 2:26:20.

Eine Japanerin könnte auch am Sonntag im Panathinaikon-Stadion triumphieren: Mai Tagami ist mit der deutlich schnellsten Bestzeit nach Athen gereist. Die 28-Jährige lief 2004 in Hokaido bei sehr warmen und schwülen Bedingungen 2:29:43 Stunden. „Es ist das erste Mal, dass ich in Athen starte. Ich weiß um die historische Bedeutung dieses Rennens und freue mich, dass ich hier laufen kann. Wenn ich gewinne, wäre das der größte Erfolg meiner Karriere“, erklärte die Läuferin aus Chiba, die als 10-Jährige mit dem Laufsport begann und im Alter von 19 ihren ersten Marathon lief.

Mai Tagami, die 2002 beim Boston-Marathon Platz acht belegt hatte, wird trainiert von Yoshio Koide. Es ist jener Coach, der Naoko Takahashi 2000 zum Olympiasieg geführt hatte und ein Jahr später in Berlin zur ersten Zeit einer Frau unter 2:20 Stunden (2:19:46). „Das Training bei ihm ist sehr hart“, erzählt Mai Tagami, die in vielen Trainingswochen einen Kilometerumfang von 200 erreicht und manchmal sogar 300. „Ich laufe gerne viele Marathonrennen“, sagt die Japanerin, die erst im vergangenen Monat den Melbourne-Marathon in 2:38:46 Stunden gewonnen hat. Außerdem war sie in diesem Jahr bereits Sechste in Nagona und Vierte in Hokkaido.

Während die Russin Yelena Tikhonova, die 2005 den Mainz-Marathon in 2:38:05 Stunden gewonnen hatte, und die Ukrainerin Valentina Poltavska (Bestzeit: 2:38:10) die schärsten Konkurrentinnen von Mai Tagami sein werden, wäre alles andere als ein kenianischer Sieg bei den Männern eine Überraschung. Der Läufer mit der schnellsten Zeit, Migidio Bourifa (2:09:07 Stunden), kommt zwar aus Italien, ist aber nur als Pacemaker vorgesehen. Drei Kenianer sind mit Bestzeiten von unter 2:11 Stunden am Start: Benson Kimutai Chertum (2:10:06), Paul Kogo (2:10:39) und Elias Chebet Kipkosgei (2:10:40).

Text: race-news-service.com

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race-news | 04.11.2008

Irina Mikitenko nach dem WMM-Triumph: „Es war ein komisches Gefühl, in New York zuzuschauen“


Irina Mikitenko erhält in New York die höchste Prämie, die je ein deutscher Leichtathlet gewonnen hat.
Foto: photorun.net

Mit der ganzen Familie reiste Irina Mikitenko nach New York. Ihr Mann Alexander war ebenso dabei wie die beiden Kinder Alexander (14 Jahre) und Vanessa (3). Gekrönt wurde der ungewöhnliche Familienausflug mit dem Triumph in der zweiten Serie der World Marathon Majors (WMM), 2007-2008. Gemeinsam mit dem kenianischen Sieger Martin Lel teilt sich Irina Mikitenko eine Million US-Dollar. Beim letzten Rennen der Serie in New York konnten die Konkurrentinnen nicht mehr genügend Punkte sammeln, um die alleinige Führung zu übernehmen. Damit schaffte Irina Mikitenko ein Novum, denn mit den ersten drei Marathonrennen ihrer Karriere sammelte sie genügend Punkte, um das höchste Preisgeld im Marathon zu gewinnen. Es ist zugleich die höchste Prämie, die je ein deutscher Leichtathlet gewonnen hat.

„Ich habe die richtige Entscheidung getroffen, nicht in New York an den Start zu gehen. Dass ich trotzdem die WMM-Serie gewonnen habe, freut mich nun umso mehr“, erklärte Irina Mikitenko, die fünf Wochen zuvor den Berlin-Marathon gewonnen hatte. „Es war ein komisches Gefühl, nun in New York nur zuzuschauen. Aber ich habe mir gesagt, egal wie es ausgeht, ich kann sowieso nichts ändern. Als ich während des Rennens im Ziel stand, war ich sehr aufgeregt – da wäre ich eigentlich lieber gelaufen.“

Während Martin Lel bereits vor dem Rennen in New York als Sieger feststand, lagen die Läuferin des TV Wattenscheid und Gete Wami (Äthiopien) vor dem finalen Rennen der WMM-Serie 2007-2008 gemeinsam punktgleich an der Spitze. Da aber Wami als Sechste in 2:29:25 Stunden ihr Punktekonto nicht verbessern konnte – sie hätte Erste oder Zweite werden müssen – und auch Catherine Ndereba nicht an den beiden Führenden vorbeiziehen konnte – die Kenianerin hätte gewinnen müssen, wurde aber Fünfte in 2:29:14 – mussten die fünf Race-Direktoren der WMM bei den Frauen abstimmen. Denn auch in den direkten Vergleichen zwischen Wami und Mikitenko stand es mit 1:1 unentschieden. Das Votum fiel nach dem Rennen einstimmig aus: zugunsten von Irina Mikitenko. Ein entscheidendes Kriterium, das die Race-Direktoren in ihrer Abstimmung berücksichtigten, war, dass Irina Mikitenko ihre 65 Punkte in drei Rennen sammelte. Vier Läufe werden maximal gewertet. Gete Wami kam in vier Rennen auf 65 Zähler. Zudem lief die Äthiopierin in der Zwei-Jahres-Spanne bei zwei weiteren WMM-Rennen, insgesamt also sogar bei sechs. Auch in der Durchschnittszeit der gewerteten Läufe lag Mikitenko vor Wami.

Bevor die WMM Anfang 2006 gegründet wurden und das Regelwerk fixiert wurde, hatten die Race-Direktoren gut zehn Jahre zurückgerechnet. Nur einmal hätte es in den fiktiven WMM-Wertungen dabei einen Punkt-Gleichstand gegeben (und zweimal übrigens eine deutsche Siegerin: Uta Pippig 1995 und 1996). Daher wurde für diesen Fall der ,direkte Vergleich’ als Entscheidungs-Kriterium mit in die Regeln aufgenommen. Eine WMM-Entscheidung durch eine Abstimmung dürfte eher eine Ausnahme bleiben.

Irina Mikitenko hat nun auch in der WMM-Serie 2008-2009 sehr gute Chancen, denn sie liegt mit 50 Punkten aus zwei Rennen in Führung. Zwei zweite Plätze könnten 2009 möglicherweise schon reichen, um die WMM ein zweites Mal zu gewinnen. „Ich bin jetzt wieder in das Training eingestiegen und blicke optimistisch auf das nächste Jahr“, sagte Irina Mikitenko, die 2008 noch einmal an den Start gehen wird: beim Silvesterlauf in Trier am 31. Dezember.

Endstand, WMM-Serie 2007-2008

Männer

1.Martin Lel (KEN) 76 Punkte
 1st2007 London25
 1st2007 New York25
 1st2008 London25
 5th2008 Olympic Games1
2.Robert K. Cheruiyot (KEN) 55
 1st2007 Boston25
 4th2007 Chicago5
 1st2008 Boston25
 Abderrahim Goumri (MAR) 55
 2nd2007 London15
 2nd2007 New York15
 3rd2008 London10
 2nd2008 New York15
4. Haile Gebrselassie (ETH) 50
 1st2007 Berlin25
 1st2008 Berlin25
5. Samuel Wanjiru (KEN) 40
 2nd2008 London15
 1st2008 Olympic Games25
6. Jaouad Gharib (MAR) 35
 4th2007 London5
 2nd2007 Chicago15
 2nd2008 Olympic Games15
7.James Kwambai (KEN) 31
 2nd2007 Boston15
 5th2007 New York1
 2nd2008 Berlin15
8.Evans Cheruiyot (KEN) 25
 1st2008 Chicago25
 Patrick Ivuti (KEN) 25
 1st2007 Chicago25
 Luke Kibet (KEN) 25
 1st2007 World Championships25
 Marilson Gomes Dos Santos (BRA) 25
 1st2008 New York25

Frauen

1.Irina Mikitenko (GER) 65 Punkte
 2nd2007 Berlin15
 1st2008 London25
 1st2008 Berlin25
2.Gete Wami (ETH) 65
 2nd2007 London15
 1st2007 Berlin25
 2nd2007 New York15
 3rd2008 London10
3.Lidiya Grigoryeva (RUS) 55
 1st2007 Boston25
 4th2007 New York5
 1st2008 Chicago25
4.Zhou Chunxiu (CHN) 50
 1st2007 London25
 2nd2007 World Championships15
 3rd2008 Olympic Games10
 Paula Radcliffe (GBR) 50
 1st2007 New York25
 1st2008 New York25
6.Catherine Ndereba (KEN) 42
 1st2007 World Championships25
 5th2007 New York1
 2nd2008 Olympic Games15
 5th2008 New York1
7.Constantina Tomescu-Dita (ROU) 35
 3rd2007 London10
 1st2008 Olympic Games25
 4th2008 Chicago5
8.Alevtina Biktimirova (RUS) 30
 2nd2008 Boston15
 2nd2008 Chicago15
 Jelena Prokopcuka (LAT) 30
 2nd2007 Boston15
 3rd2007 New York10
 4th2008 Boston5
10.Berhane Adere (ETH) 25
 1st2007 Chicago25
 Dire Tune (ETH) 25
 1st2008 Boston25
Text: race-news-service.com

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race-news | 03.11.2008

Dos Santos, Radcliffe siegen in New York, Mikitenko gewinnt WMM


Paula Radcliffe meldet sich siegreich zurück.
Foto: photorun.net

Für Paula Radcliffe und Marilson Gomes dos Santos ist New York ein ideales Pflaster: Zum dritten Mal nach 2004 und 2007 triumphierte die Engländerin beim spektakulärsten Marathonrennen der Welt, zum zweiten Mal nach 2006 siegte der Brasilianer in Big Apple. Dos Santos war bei windigem Wetter und kühlen Temperaturen nach 2:08:43 Stunden im Ziel im Central Park, Radcliffe lief die 42,195 km in 2:23:56. Eine Marathon-Newcomerin triumphierte dagegen in der zweiten Serie der World Marathon Majors (WMM), 2007-2008: Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) ging zwar in New York nicht an den Start, stand aber nach dem Rennen als Siegerin der WMM-Serie fest. Gemeinsam mit dem Kenianer Martin Lel teilt sich die 36-Jährige den Jackpot von einer Million US-Dollar.

Während Martin Lel bereits vor dem Rennen in New York als Sieger feststand, lagen Irina Mikitenko und Gete Wami (Äthiopien) vor dem finalen Rennen der WMM-Serie 2007-2008 gemeinsam punktgleich an der Spitze. Da aber Wami als Sechste in 2:29:25 Stunden ihr Punktekonto nicht verbessern konnte – sie hätte Erste oder Zweite werden müssen – und auch Catherine Ndereba nicht an den beiden Führenden vorbeiziehen konnte – die Kenianerin hätte gewinnen müssen, wurde aber Fünfte in 2:29:14 – mussten die fünf Race-Direktoren der WMM bei den Frauen abstimmen. Denn auch in den direkten Vergleichen zwischen Wami und Mikitenko stand es mit 1:1 unentschieden. Das Votum fiel nach dem Rennen einstimmig aus: zugunsten von Irina Mikitenko. Weiteres zur WMM-Entscheidung lesen Sie auf dieser Seite in Kürze.

Rund 39.000 Läufer gingen bei der 39. Auflage des New York City-Marathons an der Verrazano Narrows Bridge an den Start. 105.000 Läufer hatten sich um eine Startnummer für den größten Marathon der Welt beworben. Die besten von ihnen rannten um Preisgelder von insgesamt 600.000 Dollar. 130.000 davon erhielten jeweils die beiden Sieger. Paula Radcliffe und Marilson Gomes dos Santos gewannen letztlich souverän, wobei der Rennverlauf bei Männern und Frauen jedoch ein ganz unterschiedlicher war.


Marilson Gomes dos Santos siegt in New York.
Foto: photorun.net

Bei dem sehr windigen Wetter begannen die Männer das Rennen mit einem verhaltenen Tempo. 15 Läufer erreichten die 10-km-Marke nach 31:41 Minuten, darunter die früheren New York-Marathon-Sieger dos Santos, Paul Tergat (Kenia/2005) und Hendrick Ramaala (Südafrika/2004). Drei Sekunden vor dieser Gruppe rannte zu diesem Zeitpunkt Abdi Abdirahman, der am Ende als bester US-Amerikaner Sechster in 2:14:17 Stunden wurde. Er wurde bald eingeholt und bis zur Halbmarathonmarke blieb die große Gruppe zusammen. Das Tempo war hier mit einer Zwischenzeit von 66:06 Minuten kaum schneller. Doch das sollte sich auf der zweiten Hälfte ändern, die der Sieger Marilson Gomes dos Santos in 62:37 absolvierte. Zunächst allerdings war es Abderrahim Goumri, der die Initiative ergriff. Der Marokkaner, der bereits vor einem Jahr Zweiter in New York gewesen war sowie in London die Ränge zwei (2007) und drei (2008) belegt hatte, forcierte das Tempo und die Führungsgruppe verkleinerte sich deutlich. Bei Kilometer 30 (1:32:12) waren noch fünf Läufer an der Spitze: Neben Goumri und dos Santos waren dies die Kenianer Daniel Rono und Paul Tergat, die schließlich die Ränge drei und vier in 2:11:22 und 2:13:10 belegen sollten, sowie der Marokkaner Abderrahime Bouramdane, der am Ende Fünfter mit 2:13:33 wurde. Die aussichtsreich ins Rennen gegangenen Kenianer Abel Kirui und Wilfred Kigen, ehemalige Sieger von Wien und Frankfurt, spielten keine Rolle mehr und gaben das Rennen später auf. Kurz vor Kilometer 35 ließ Goumri mit dos Santos auch den letzten Rivalen zurück und erlief einen Vorsprung von bis zu zehn Sekunden. Doch der Brasilianer kam zurück und überholte den Marokkaner kurz vor der 40-km-Marke. In 2:09:07 blieb Abderrahim Goumri erneut nur der zweite Platz bei einem großen Marathon. „Ich habe nie die Hoffnung verloren und habe mein Tempo hoch gehalten – deswegen habe ich gewonnen“, erklärte der 31-Jährige. „Es war ein hartes und schwieriges Rennen. Aber ich habe schon viele Rennen erlebt, die sich erst in letzter Minute entschieden.“

Bei den Frauen drückte Paula Radcliffe von Beginn an auf das Tempo. Die britische Marathon-Weltrekordlerin (2:15:25) passierte die Halbmarathonmarke in 1:13:23 Stunden und führte eine sechsköpfige Gruppe an. Auf den Fersen beziehungsweise im Windschatten von Radcliffe liefen die amerikanische Debütantin Kara Goucher, Ludmila Petrova (Russland), Rita Jeptoo (Kenia) sowie die zwei Äthiopierinnen Dire Tune und Gete Wami. Bereits vier Sekunden Rückstand hatte die Olympia-Zweite Catherine Ndereba (Kenia), die schließlich Fünfte wurde in 2:29:14 einen Platz vor Wami (2:29:25).

Lange Zeit des Jahres aufgrund von Verletzungen nicht in Topform, präsentierte sich Paula Radcliffe in New York stark. Die 34-Jährige erhöhte das Tempo derart, dass bald nur noch Ludmila Petrova mithalten konnte. Doch nach 33 km fiel auch die 40-jährige Russin zurück, die aber mit 2:25:43 Stunden als Zweite eine beachtliche Leistung erreichte. Dritte wurde Kara Goucher, die mit 2:25:53 Stunden das schnellste Marathondebüt einer Amerikanerin lief und in dieser Hinsicht Deena Kastor (2:26:58 in New York 2001) übertrumpfte.

„Es war mein großes Ziel, in New York zum dritten Mal zu gewonnen, deswegen bin ich sehr zufrieden“, sagte Paula Radcliffe und fügte hinzu: „Es war sehr windig und daher nicht leicht. Aber ich hatte mir vorgenommen, die zweite Hälfte schneller zu laufen als die erste.“

Text: race-news-service.com

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