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race-news | 30.10.2008
Frankfurt-Seriensieger Wilfred Kigen will nun in New York für Furore sorgen

Wilfred Kigen, der dreimalige Frankfurt-Sieger, startet am Sonntag in New York.
Foto: photorun.net
Dreimal hat er den Frankfurt-Marathon gewonnen, nun versucht er sich am Sonntag in New York: Wilfred Kigen ist einer jener kenianischen Läufer, die sich in Deutschland aufgrund ihrer großen Erfolge einen guten Namen gemacht haben. Kein anderer Läufer hat am Main bisher einen Hattrick geschafft. Doch in diesem Jahr entschied sich der 33-Jährige für ein anderes Rennen: Wilfred Kigen will sich beim hochkarätigen New York-Marathon in Szene setzen. Dort trifft er auf starke Konkurrenz – allen voran sein Landsmann Paul Tergat und Abderrahim Goumri (Marokko). Sie sind beide schon deutlich schneller gelaufen als Wilfred Kigen, der eine Bestzeit von 2:07:33 aufweist. Trotzdem hat der Frankfurt-Sieger der vergangenen Jahre auch in ,Big Apple’ durchaus Chancen.
Ursprünglich stammt Wilfred Kigen, der vom holländischen Manager Gerard van de Veen betreut wird, aus Eldoret, dem Mekka der kenianischen Läufer. Früher war er dort täglich zur Schule gerannt – so lief er acht Jahre lang 20 km pro Tag. Unbewusst legte Wilfred Kigen damit eine Grundlage für seine spätere Karriere. „Vielleicht wäre ich ohne dieses Training nie ein Läufer geworden“, sagt Wilfred Kigen, der erst im letzten Jahr seiner achtjährigen Schulzeit die ersten Rennen bestritt. „Ich war nicht schlecht, aber ich habe längst nicht immer gewonnen“, erzählt Wilfred Kigen, dessen Mutter in den 60er Jahren ebenfalls laufende Erfolge verbuchte. „Sie startete auf der Bahn und rannte auch bei Wettbewerben in Uganda – ich weiß nicht genau, welche Strecken sie gelaufen ist, aber ich kenne ihre Trophäen.“
Einen entscheidenden Einfluss auf die Karriere von Wilfred Kigen hatte jedoch ein anderer kenianischer Weltklasseläufer: Wilson Boit Kipketer, der 1997 Weltmeister über 3.000 m Hindernis war und kurz danach den Weltrekord auf 7:59,08 Minuten verbesserte, ist ein guter Freund. Beide sind, wie viele kenianische Weltklasseläufer, angestellt bei der Polizei, brauchen jedoch in der Regel nicht zu arbeiten.
„Wilson Kigen ist mein Cousin“, antwortet Wilfred Kigen auf die Frage, ob Verwandtschaft unter einer Reihe von weiteren starken kenianischen Läufern mit dem Namen Kigen dabei ist. Als Wilfred vor drei Jahren in Frankfurt gewann, war Wilson nur fünf Sekunden zurückliegend Dritter. Am vergangenen Sonntag wurde Wilson Kigen in Frankfurt in 2:08:16 Stunden sogar Zweiter. Demnächst könnte noch ein weiterer Kigen in Europa bei Straßenläufen auftauchen: „Ich habe drei Schwestern und drei Brüder. Einer meiner Brüder, Robert, ist 22 Jahre und läuft ebenfalls. Er gehört bereits zu Kenias Juniorenteam.“ Um Robert Kigen kümmert sich Wilfred intensiv – der Bruder lebt bei ihm. Auch seine übrige Familie unterstützt er mit seinen Einnahmen durch das Laufen. Sein Vater war Farmer, doch er starb 1995 bei einem Autounfall. Dass der Sohn Wilfred ein erfolgreicher Läufer wurde, hilft der Familie enorm.
Wilfred Kigen hat selbst fünf Kinder. Seine Frau arbeitet als Lehrerin und kann sogar Deutsch. Die Familie lebt in Ngong, etwa 30 Kilometer von Nairobi entfernt. „Ich kann dort sehr gut trainieren, obwohl es mit 1.800 Metern nicht so hoch liegt wie Eldoret oder Iten.“ In diesem Gebiet wohnt auch Paul Tergat, der in New York zu seinen Gegnern zählen wird. „Mit ihm habe ich früher zeitweise trainiert, doch dann ist er umgezogen und wohnt jetzt etwas weiter weg.“
Text: race-news-service.com
race-news | 29.10.2008
Paula Radcliffe will New York-Marathon gewinnen, Irina Mikitenko hofft als Zuschauerin auf WMM-Coup

Ein neues Duell zwischen Paula Radcliffe und Gete Wami kündigt sich beim New York-Marathon an.
Foto: photorun.net
Rechtzeitig vor dem ING New York City-Marathon am kommenden Sonntag ist Paula Radcliffe wieder in vielversprechender Form. Die Marathon-Weltrekordlerin, die in ,Big Apple’ ihren dritten Sieg beim dritten Start nach 2004 und 2007 erringen möchte, gewann am vergangenen Sonntag ein 10-Meilen-Rennen in Portsmouth (England) und stellte dabei trotz Regen und Wind mit 51:11 Minuten einen britischen Rekord auf.
Für das Marathon-Spektakel des Jahres haben rund 45.000 Athleten gemeldet. Für die schnellsten von ihnen geht es um Prämien von über 600.000 Dollar. Der New York City-Marathon ist zudem die finale Station der zweiten Serie der World Marathon Majors (WMM), 2007-2008. Während bei den Männern inzwischen Martin Lel (Kenia) als Sieger feststeht, ist das WMM-Rennen der Frauen noch offen. Hier liegt Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) gemeinsam mit Gete Wami in Führung. Während die Deutsche zuschauen wird, rennt die Äthiopierin, um eventuell noch entscheidende Punkte zu ergattern.
Um auch die zweite WMM-Serie zu gewinnen, müsste Gete Wami mindestens Zweite werden. Denn Wami hat bereits die Maximalzahl von vier Rennen in der Wertung, daher würden ihr die Plätze drei, vier und fünf nicht weiter helfen. Sollte Wami keinen der ersten beiden Ränge belegen, hätte auch noch Catherine Ndereba eine Chance. Die Kenianerin müsste dann gewinnen.
Sollte die Frauen-Serie tatsächlich punktgleich zwischen Mikitenko und Wami enden, würde der direkte Vergleich zählen: Auch hier steht es unentschieden, denn die Äthiopierin ließ 2007 die Deutsche in Berlin hinter sich und in London war es umgekehrt. So müsste schließlich eine Abstimmung unter den fünf WMM-Race-Direktoren entscheiden.
Gete Wami trifft in New York auf enorm starke Konkurrenz, was Irina Mikitenko nur recht sein kann. Dabei kommt es zu einer Neuauflage des Duells zwischen Gete Wami und Paula Radcliffe. Die britische Weltrekordlerin (2:15:25) will sich in New York im Marathon zurückmelden, nachdem sie aufgrund von Verletzungen ein verkorkstes Jahr erlebt hatte – zum zweiten Mal scheiterte sie dabei bei Olympischen Spielen im Rennen um Gold. In Athen war sie 2004 entkräftet ausgestiegen, in Peking war sie nach einem Ermüdungsbruch noch längst nicht in Bestform und wurde 23.
Hinter der Form von Gete Wami steht ein kleines Fragezeichen. Die Äthiopierin hatte zwar Anfang Oktober den Newcastle-Halbmarathon gewonnen, hatte aber auf den letzten Kilometern Muskelprobleme. New York ist nun in einer Zeitspanne von etwas über 13 Monaten bereits der fünfte Marathon für Gete Wami. Zwar gab sie das Rennen bei Olympia in Peking nach der 30-km-Marke auf, jedoch scheint sich Gete Wami bei diesem Programm insgesamt doch etwas zu übernommen zu haben.
Auch für Catherine Ndereba wird es in New York nicht leicht. Die Kenianerin hat den olympischen Marathon in den Knochen, in dem sie wie vor vier Jahren eine Silbermedaille gewann. Frischer könnte eine andere Kenianerin sein: Rita Jeptoo ist die Siegerin des Boston-Marathons 2006. Sie war 2005 und 2007 beim WM-Marathon jeweils Siebente. Für eine Überraschung sorgen könnten auch zwei Debütantinnen – gerade aufgrund der beschriebenen Situation einiger Favoritinnen. Kara Goucher (USA) und Kim Smith (Neuseeland) laufen ihren ersten Marathon. Goucher hatte im vergangenen Jahr überraschend Bronze über 10.000 m bei der WM gewonnen und lief dann als Siegerin des Newcastle-Halbmarathon die schnellste Zeit einer Amerikanerin aller Zeiten: 66:57 Minuten. Dabei besiegte sie überraschend Paula Radcliffe. Kim Smith war bei der WM 2007 Fünfte. Die Neuseeländerin hat sich langfristig auf den New York-Marathon vorbereitet.
Bei den Männern treffen die Sieger der Jahre 2004 bis 2006 aufeinander: Hendrick Ramaala (Südafrika), Paul Tergat (Kenia) und Marilson Gomes dos Santos (Brasilien). Unvergessen ist das Sprintduell um den Sieg zwischen Tergat und Ramaala 2005, als sich der Kenianer knapp durchsetzte. Paul Tergat ist laut Manager Federico Rosa in sehr guter Form. Er trifft unter anderen auf Abderrahim Goumri (Marokko), der in diesem Jahr den marokkanischen Marathon-Rekord in London auf 2:05:30 Stunden verbesserte. Nach dem derzeitigen Stand ist Goumri damit der zweitschnellste Läufer im Feld hinter dem Ex-Weltrekordler Tergat (2:04:55). Gespannt sein darf man, wie sich zum Beispiel der Frankfurt-Marathon-Sieger der letzten drei Jahre, Wilfred Kigen (Kenia/Bestzeit: 2:07:33) schlagen wird.
Text: race-news-service.com
race-news | 27.10.2008
Frankfurt produziert Kenias nächsten Weltklasseläufer: Robert K. Cheruiyot II

Die Aktien von Robert K. Cheruiyot schossen in die Höhe: Der Sieger des Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathons posiert an der Börse mit Race-Direktor Jo Schindler und Siegerin Sabrina Mockenhaupt.
Foto: photorun.net
Einen Robert K. Cheruiyot kannte man bisher im internationalen Straßenlauf als Sieger des Boston- und des Chicago-Marathons. Außerdem gewann jener Kenianer die erste Serie der World Marathon Majors (WMM) 2006-2007. Seit Sonntag gibt es Robert K. Cheruiyot II, der nicht verwandt ist mit seinem Namensvetter. Aus dem schier unerschöpflichen Talente-Pool kenianischer Langstreckler ist der nächste große Marathonläufer aufgetaucht: Der erst 20-jährige Robert Kiprono Cheruiyot gewann den Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon in der Streckenrekordzeit von 2:07:21 Stunden. 13 Landsleute (!) belegten die nächsten Ränge und demonstrierten einmal mehr die Übermacht der Läufer aus Ostafrika auf der Straße.
„Ich bin völlig überrascht, dass ich hier gewonnen habe, daran hatte ich während des Rennens zuvor nicht gedacht“, erklärt Robert Cheruiyot, der während der letzten sechs Monate in Kapkitany in der Nähe von Eldoret gemeinsam mit dem ebenfalls in Frankfurt startenden William Kiplagat trainierte. Kiplagat hat eine Bestzeit von 2:06:50 Stunden und wurde am Sonntag in 2:10:53 Zehnter. Erst kurzfristig schickte ihn sein Manager Jos Hermens nach Frankfurt. Da der Eliteetat zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschöpft war, bezahlte Hermens das Ticket. Die Verabredung war: läuft Cheruiyot unter 2:14 Stunden, bekommt er die Kosten erstattet. So erhält er nun neben der Prämie von 50.000 Euro auch den Flugpreis zurück. Es war Kiplagat, der zunächst Cheruiyot und dann Hermens zu dem Frankfurt-Start überredete. „Ich habe gesehen, dass er sehr stark ist“, erklärt William Kiplagat.
Robert Cheruiyot wuchs in Bomet auf, einer Gegend die für ihre Teeplantagen bekannt ist. Er hatte einen Schulweg von sieben Kilometern, den er viermal am Tag absolvierte. Mit täglichen Läufen von insgesamt 28 km wird er unbewusst die Grundlage gelegt haben für seinen Sensationssieg von Frankfurt. Als Schüler erreichte er über 5.000 m bereits 14:30 Minuten, dann lief er über 10 km 30:33. Zunächst trainierte er nach der Schule in Iten, einem bekannten Trainingscamp, mit einem anderen kenianischen Marathon-Weltklasseläufer: Christopher Cheboiboch. „Aber ich hatte das Gefühl, dass ich dabei keine Fortschritte gemacht habe“, erklärt Robert Cheruiyot, der sich dann der Gruppe von William Kiplagat anschloss. „Nach zwei Monaten Training wusste ich, dass er stark ist und das Training ernst nehmen würde. Auch wenn ich nicht selbst bei der Gruppe war, trainierte er diszipliniert nach meinen Vorgaben“, sagt William Kiplagat.
Beim Nairobi-Halbmarathon rannte Robert Cheruiyot im vergangenen Jahr eine 63-Minuten-Zeit. Doch außerhalb Kenias war er vor dem Frankfurt-Marathon noch nie an den Start gegangen. Jetzt nutzte der Youngster die Chance seines Lebens. Dabei sah man beim Rennen, dass er über keinerlei Erfahrung bei solchen Läufen verfügt. Statt hinter den Tempomachern zu rennen, lief Robert Cheruiyot meist neben der Gruppe.
Mit der Prämie will Kenias neuer Marathonstar seiner Familie aus einer Notlage heraus helfen: Im vergangenen Jahr starb sein Vater. Seine Mutter, die noch drei weitere Kinder hat, übernahm die kleine Farm mit drei Kühen. „Ich will ihr ein neues Haus bauen“, erzählt Robert K. Cheruiyot II, der im nächsten Jahr sicherlich bei einem der großen Frühjahrs-Klassiker an den Start gehen wird.
Text: race-news-service.com
race-news | 26.10.2008
Marathon-Newcomer Cheruiyot bricht Streckenrekord, Mockenhaupt triumphiert in Frankfurt

Sabrina Mockenhaupt gewinnt auch ihren zweiten Marathon.
Foto: photorun.net
In der Streckenrekordzeit von 2:07:21 Stunden hat der Kenianer Robert Kiprono Cheruiyot den 27. Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon vor seinen beiden Landsleuten Wilson Kigen (2:08:16) und Stephen Kiogora (2:08:24) gewonnen. Im hochklassigsten Rennen in der Geschichte des Laufes blieben sieben Läufer unter 2:10 Stunden. Eine derartige Dichte in der Spitze hat kein anderer deutscher Marathon in diesem Jahr erreicht. Zudem wird die Siegzeit in Deutschland 2008 nur von Berlin übertroffen. Weltweit steht Frankfurt in dieser Liste bisher an achter Stelle. Bester deutscher Läufer wurde André Pollmächer (LAC Chemnitz), der bei seinem guten Marathon-Debüt 2:14:18 Stunden lief und 18. wurde.
Bei den Frauen triumphierte Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) in der persönlichen Bestzeit von 2:26:22 Stunden vor Olesya Nurgalieva (Russland/2:27:37) und der Titelverteidigerin Melanie Kraus (Bayer Leverkusen/2:28:20). Erstmals blieben in Frankfurt fünf Läuferinnen unter 2:30 Stunden. Die beiden deutschen Läuferinnen blieben damit deutlich unter der WM-Norm für Berlin 2009 (2:32:00 Stunden).
Die Rekordzahl von 12.046 Marathonläufern hatte für das Marathonrennen gemeldet. Zählt man alle anderen Wettbewerbe hinzu, hatte der Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon zum ersten Mal über 20.000 Teilnehmer. Genau 20.451 Läufer hatten für die Veranstaltung gemeldet. Rund 300.000 Zuschauer säumten bei guten Wetterbedingungen mit allerdings etwas Wind die 42,195 km lange Strecke.

Robert Kiprono Cheruiyot siegt mit Streckenrekordzeit.
Foto: photorun.net
Für die Überraschung des Tages sorgte der erst 20-jährige Robert Cheruiyot. In eindrucksvoller Manier setzte er die kenianische Siegserie in Frankfurt fort. Zum siebenten Mal in Folge kommt der Gewinner aus Kenia. Und die Kenianer dominierten das Rennen gleich derart, dass sie die ersten 14 Läufer stellten. Nachdem eine große Gruppe von Läufern die Halbmarathonmarke in 63:57 Minuten erreicht hatte, fiel die Entscheidung bei zunehmendem Tempo kurz nach Kilometer 35. Hier setzte sich Cheruiyot, der nicht verwandt ist mit dem Boston- und Chicago-Marathon-Sieger Robert Kipkoech Cheruiyot, von seinen Konkurrenten ab und baute fortan seinen Vorsprung aus.
„Ich bin völlig überrascht, dass ich hier gewonnen habe – daran hatte ich während des Rennens 35 Kilometer lang nicht gedacht“, erklärte Robert Cheruiyot. Nicht zum ersten Mal gewann ein kaum bekannter kenianischer Läufer einen großen Marathon gleich beim Debüt. Dies war zum Beispiel in Chicago Evans Rutto (2:05:50/2003) und Ondoro Osoro (2:06:54/1998) gelungen.
Im Kampf um Platz zwei hatte Stephen Kiogora Pech, weil er in der letzten Kurve vor dem Zieleinlauf zu Fall kam. So erreichte er acht Sekunden hinter Wilson Kigen die Finish Line in der Frankfurter Festhalle. Sein Ziel erreicht hat der 25-jährige André Pollmächer, der sich in Frankfurt mit 2:14:18 Stunden bei seinem Debüt für das WM-Team 2009 qualifizierte. Pollmächer lag lange Zeit auf Kurs für eine Zeit von 2:13 Stunden. Auf den letzten vier Kilometern brach er dann jedoch alleine laufend ein und erreichte völlig erschöpft das Ziel. Doch mit André Pollmächer hat der deutsche Marathonlauf einen Athleten, der sich in der Zukunft noch deutlich steigern kann. Eine gute Leistung zeigte Martin Beckmann (LG Leinfelden), der lange mit André Pollmächer lief und schließlich als 20. in 2:14:30 eine Bestleistung erreichte.
Bei den Frauen lief Sabrina Mockenhaupt, geführt von Tempomachern, von Beginn an an der Spitze des Feldes. Nach 1:12:59 Stunden erreichte die 27-jährige Deutsche die Halbmarathonmarke. Unmittelbar hinter ihr lief hier noch Olesya Nurgalieva, die Siegerin des Rennens 2004. Doch kurz nach der 25-km-Marke konnte die Russin nicht mehr mithalten und fiel dann auf dem nächsten 10-km-Abschnitt noch deutlich zurück. Am Ende wurde zwar auch Sabrina Mockenhaupt langsamer, doch mit 2:26:22 Stunden steigerte sie ihre persönliche Bestzeit um gut drei Minuten und gewann nach Köln 2007 auch das zweite Marathonrennen ihrer Karriere. „Ich kann das noch gar nicht realisieren, aber ich freue mich schon sehr. Es war sehr unruhig am Anfang. Ich habe lange gebraucht, um meinen Rhythmus zu finden, denn das Tempo ging ständig rauf und runter. Zukünftig muss ich meine Trainingskilometer hochschrauben, denn da habe ich noch Potenzial. Im Gegensatz zu anderen Marathonläuferinnen laufe ich wirklich wenige Kilometer“, erklärte Sabrina Mockenhaupt. Schnellste Läuferin im Schlussteil des Rennens war Melanie Kraus, die von Platz sechs noch auf Rang drei nach vorne lief und in 2:28:20 die zweitbeste Zeit ihrer Karriere erreichte.
„Das war ein erfolgreicher Tag, spitzen- wie auch breitensportlich. Christoph Kopp hat wieder einmal ein Top-Feld nach Frankfurt geholt. Die Bedingungen waren heute super, auch wenn der Wind uns am Ende vielleicht doch etwas Zeit gekostet hat. Wir hatten einen Strecken- und einen Teilnehmerrekord – was will man mehr“, sagte Race-Direktor Jo Schindler.
Text: race-news-service.com
race-news | 25.10.2008
André Pollmächer – Deutschlands Langstrecken-Hoffnung rennt Marathon- Debüt in Frankfurt

André Pollmächer zusammen mit Sabrina Mockenhaupt vor dem Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon.
Foto: photorun.net
André Pollmächer hat sich vor kurzem beim Asics Grand 10 Berlin mit einem zweiten Platz und einer deutschen Jahresbestzeit über 10 km (28:44 Minuten) zurückgemeldet. Über ein Jahr war er verletzungsbedingt bei keinem Rennen mehr gestartet, nachdem er zuvor überraschend den Europa-Cup über 10.000 m gewonnen und sich dann auf 27:55,56 Minuten gesteigert hatte. Der 25-Jährige, der für LAC Chemnitz startet und von Bernd Dießner betreut wird, startet morgen beim Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon und gab das folgende Interview:
Im Sommer 2007 mussten Sie kurzfristig auf den 10.000-m-Start bei der WM verzichten – was genau war passiert und wie groß war die Enttäuschung, nicht in Osaka starten zu können?
André Pollmächer: Ich war in St. Moritz im Höhentrainingslager und bekam dort 14 Tage vor der WM Knieprobleme. Es war eine Überlastungs-Erscheinung. Ich hatte Schmerzen an der Außenseite des Knies und konnte nicht mehr trainieren, denn der Bereich war zu entzündet. Am Tag des WM-Finales war ich zwar wieder fit, aber ich hatte zwei Wochen lang nicht trainieren können. Da hätte ein Start keinen Sinn gemacht. Das war natürlich hart auf die WM verzichten zu müssen, denn ich habe eine große Chance verpasst. Aber es ließ sich nicht ändern.
Wann haben Sie dann wieder mit dem Training begonnen?
André Pollmächer: „Im Herbst habe ich wieder angefangen mit dem Training für die Olympiasaison und es lief zunächst alles gut. Aber im Januar habe ich mich erneut verletzt. Ich erlitt einen Knocheneinriss im Oberschenkel. Dadurch geriet Wasser ins Knochenmark, was auch sehr schmerzhaft war. Das Problem war, dass ich zu schnell versucht hatte ein hohes Leistungsniveau zu erreichen – ich wollte im Hinblick auf Olympia unbedingt die bestmögliche Form haben. Das Ziel konnte nicht sein 28:30 Minuten zu laufen sonder 27:45. Im April habe ich es dann noch einmal versucht, doch es brachte nichts. Diese Verletzung zu kurieren dauerte sehr lange – vor allem war Ruhe gefragt.“
Wie ging es dann weiter?
André Pollmächer: „Ich musste mir Zeit nehmen, um die Verletzung auszukurieren. Im April und den folgenden Monaten konnte ich nur Wasserlaufen und Schwimmen. Seit Juli ist wieder richtiges Lauftraining möglich und seitdem ist alles okay. Der Körper spielt wieder mit, ich konnte alles trainieren, was möglich war.“
Jetzt laufen Sie auf der Straße.
André Pollmächer: Ja, da es für die Bahnsaison zu spät war, habe ich mir überlegt, es auf der Straße zu versuchen. Ich habe viel Ausdauer trainiert und mich auf mein Marathon-Debüt vorbereitet. Ich werde beim Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon starten. Diesen Marathon sehe ich als ein ,Projekt’. Ich hoffe aber, dass ich in Frankfurt zumindest die Team-WM-Norm für Berlin 2009 erreiche. Im nächsten Frühjahr plane ich dann weiterhin einen Start über 10.000 m bei den Deutschen Meisterschaften sowie anschließend bei einem schnellen Rennen bei einem Meeting. In einigen Jahren allerdings sehe ich meine Perspektive ganz klar im Marathon.
Wie schnell wollen Sie in Frankfurt laufen?
André Pollmächer: Gut wäre für mich ein Ergebnis zwischen 2:13 und 2:15 Stunden, perfekt wäre eine Zeit unter 2:13, denn das ist die WM-Einzelnorm.
Wofür entscheiden Sie sich, wenn Sie beide WM-Normen erreichen?
André Pollmächer: „Darüber habe ich mir konkret noch keine Gedanken gemacht – aber sollte ich im Marathon die Einzel-Norm von 2:13 Stunden erreichen, dann würde ich in Berlin eher Marathon laufen, denn ich denke, über diese Distanz hätte ich bessere Chancen.“
Sie haben schon als 10.000-m-Läufer sehr hohe Umfänge trainiert – mehr als mancher Marathonläufer – haben Sie hier beim Marathontraining etwas verändert?
André Pollmächer: Das stimmt, ich habe schon früher zwischen 200 und 240 Trainingskilometer pro Woche absolviert. Daran hat sich jetzt nichts geändert. Allerdings sind die Intensitäten andere. Die extrem schnellen Trainingseinheiten gab es im Marathontraining nicht mehr. Dafür bin ich auch schon mal 40 km am Stück gelaufen. Das kommt mir insofern entgegen, weil ich schon immer ein Ausdauertyp war.
Text: race-news-service.com
race-news | 24.10.2008
Horst Milde: Der Vater des modernen Laufsports wird 70

Horst Milde bei der Präsentation der World Marathon Majors (WMM) in Boston 2006
Foto: photorun.net
Stellvertretend für die Entwicklung der großen Berliner Läufe, allen voran der Berlin-Marathon, steht ein Name: Horst Milde. Schon bei der Geburtsstunde der breitensportlich angelegten Laufveranstaltungen gehörte er zu den Initiatoren. Vom ersten Crosslauf am 8. November 1964 am Berliner Teufelsberg im Grunewald – damals als Student der Freien Universität Berlin – bis zu seinem Ausscheiden als Race-Direktor Anfang 2004 hat er mit seinem Organisationsteam in rund 40 Jahren genau 1.268.649 Menschen in 348 Veranstaltungen zum Laufen gebracht. Fünf Weltrekorde sah der Berlin-Marathon unter seiner Regie, darunter die bahnbrechenden Bestzeiten von Naoko Takahashi und Paul Tergat. Die Japanerin blieb als erste unter 2:20 Stunden, der Kenianer durchbrach als erster die 2:05-Stunden-Barriere.
Heute feiert Horst Milde in Berlin im Kreise seiner Freunde und Familie seinen 70. Geburtstag. Anfang 2004 übernahm sein Sohn Mark den Posten des Race-Direktors beim Berlin-Marathon. Auch Horst Mildes anderen beiden Kinder, Karsten und Gesine, haben jahrelang ehrenamtlich für die großen Berliner Läufe gearbeitet.
Als Leichtathlet startete Horst Milde, der aus dem Berliner Bezirk Tempelhof stammt und noch heute dort wohnt, für den TSV Tempelhof-Mariendorf. Später wechselte er als Mittelstreckenläufer zum SCC Berlin und wurde mit der 3x1.000-m-Staffel des Klubs, in der der 1500-m-Europameister von 1966 Bodo Tümmler lief, zweimal Deutscher Meister (1964 und 1965). Über 800 m hatte Horst Milde damals eine Bestzeit von 1:49,8 Minuten, über 1000 m lief er 2:25:00, über 1500 m 3:51,8 und über 400 m 49,1 Sekunden. Über 10.000 m erreichte Horst Milde 33:33 Minuten.
Als Horst Milde 1964 mit der Organisation der Läufe begann, studierte er an der Freien Universität (FU Berlin). Später übernahm der Diplom-Kaufmann und Konditormeister die Bäckerei und Konditorei Milde am Tempelhofer Damm. Das Familienunternehmen führte er gemeinsam mit seiner Frau Sabine in dritter Generation bis 1998. Das Büro in der Backstube wurde zur Ideenfabrik für die Laufbewegung in Berlin und Deutschland. Für eine Reihe von wegweisenden Initiativen zeichnet Horst Milde mit verantwortlich – ob es einst um die Einführung von nationalen Crosslauf-Meisterschaften ging, die Unterstützung des Chip-Zeitmesssystems vor der offiziellen Anerkennung oder die Premiere einer reinen City-Marathon-Rundstrecke bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Bei der WM 2009 in Berlin werden Start und Ziel am Brandenburger Tor sein. Bisher war zumindest das Ziel bei diesen Titelkämpfen immer im Stadion.
Als Organisator startete Horst Milde selber bei mehreren großen Marathonrennen – zweimal in New York sowie in London, Boston, Honolulu, Wien, Stockholm und Kopenhagen – und erreichte eine Bestzeit von 3:42:00 Stunden. Horst Milde war über ein Jahrzehnt lang Vorsitzender der Leichtathletikabteilung des SCC Berlin, zudem Volkslaufwart des Berliner Leichtathletik-Verbandes (BLV) und im Breitensportausschuss des Landessportbundes Berlin tätig. Heute ist er Mitglied im Board of Directors der Association of International Marathons and Road Races (AIMS) sowie Sprecher der German Road Races (GRR). In diesen Funktionen hat er nach wie vor entscheidenden Anteil an der Entwicklung des nationalen und internationalen Laufsportes. So unterstützt er zum Beispiel das offizielle AIMS-Museum (das Sportmuseum Berlin) und ist Vorsitzender des AIMS-Symposiums, das am 8. November zum zweiten Mal in Athen stattfinden wird.
HORST MILDES ZAHLEN
Gesamtteilnehmerzahl
seit November 1964: 1.268.649
Veranstaltungszahl
seit November 1964: 348
Gesamtteilnehmerzahl
im Rekordjahr 2003: 123.778
Gesamtteilnehmerzahl der
Jahre 1999 bis 2003: 473.576
Gesamtteilnehmer-Zuwachs
von 1999 bis 2003: 94,33 %
Text: race-news-service.com
race-news | 23.10.2008
Frankfurt-Marathon am Sonntag: Kursrekord soll Aufwärtstrend krönen

Am Sonntag fällt der Startschuß zum 27. Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon.
Foto: photorun.net
In Frankfurt geht es aufwärts – nicht unbedingt an der Börse, dafür aber beim Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon. Der älteste deutsche City-Marathon, der am kommenden Sonntag zum 27. Mal gestartet wird, erreichte in den vergangenen Jahren bei den Männern hochklassige Zeiten und konnte im Gegensatz zu fast allen deutschen Rennen über die 42,195 km auch bei den Teilnehmerzahlen deutlich zulegen. Die Rekordzahl von rund 12.500 Marathonläufern wird am Sonntag erwartet. Das sind rund zehn Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Zählt man die anderen Lauf-Wettbewerbe hinzu, dürfte die Veranstaltung zum ersten Mal die 20.000-Teilnehmer-Barriere durchbrechen.
Mit einer hochklassigen Besetzung wird das Rennen am Sonntag gestartet. Dabei stellen die Kenianer einmal mehr die Favoriten. Sechsmal in Folge haben die Athleten aus dem ostafrikanischen Läuferland Nummer eins am Main zuletzt triumphiert. Und alles andere als ein erneuter kenianischer Triumph wäre eine dicke Überraschung.
Gleich drei Läufer sind am Start, die Bestzeiten von unter 2:07:15 Stunden aufweisen: Die Kenianer William Kiplagat (2:06:50), Vincent Kipsos (2:06:52) und Benjamin Maiyo (2:07:09). Läuft der Sieger mit einer Zeit von unter 2:07 Stunden in das Ziel in der Frankfurter Festhalle, erhält er stolze 95.000 Euro – eine Rekordprämie in der Finanzmetropole. Nirgendwo anders in Deutschland gibt es für eine derartige Siegzeit mehr Geld. Um in Berlin mehr zu verdienen, muss schon der Weltrekord fallen.
William Kiplagat lief seine Bestzeit zwar schon vor neun Jahren, doch der 36-Jährige konnte auch danach überzeugen. 2003 gewann er den Klassiker in Rotterdam, zwei Jahre später siegte er in Seoul und 2007 war er Zweiter in Lake Biwa (Japan) sowie Achter und damit zweitbester Kenianer bei der WM in Osaka. Nur zwei Sekunden langsamer ist die Bestmarke von Vincent Kipsos, der mit 2:06:52 in Berlin 2002 Dritter war. Stärker als der 32-Jährige war in den letzten Jahren allerdings ein anderer Kenianer: Ben Maiyo. Der 30-Jährige war bei einigen der bestbesetzten Rennen der Welt am Start und enttäuschte nie. Unter anderem war er Zweiter in Chicago 2005 (2:07:09 Stunden) und Zweiter in Boston 2006 (2:08:21). Im vergangenen Jahr belegte er dort die Ränge fünf (Chicago) und sechs (Boston). Ben Maiyo wird trainiert vom deutschen Coach Dieter Hogen.
Zu beachten sein werden am Sonntag sicherlich auch die Kenianer Benson Barus (Bestzeit: 2:08:34), der vor kurzem den Udine-Halbmarathon in der Weltklassezeit von 59:41 Minuten gewann, und Stephen Kiogora (2:09:21), der 2006 Zweiter beim New York-Marathon war. Kiogora ist ein Trainingspartner von Ben Maiyo. Der Streckenrekord von 2:07:58, den Wilfred Kigen (Kenia) 2007 in Frankfurt aufstellte, ist bei guten Wetterbedingungen auf jeden Fall ein Ziel, vielleicht sogar eine Zeit um 2:07 Stunden.
Gespannt sein darf man auch auf das Marathondebüt von André Pollmächer (LAC Chemnitz). Dem 25-Jährigen, der 2007 überraschend als erster deutscher Läufer nach Dieter Baumann den 10.000-m-Europa-Cup gewann und dann unter 28 Minuten blieb, wird zugetraut auf Anhieb unter 2:15 Stunden laufen zu können.
Bei den Frauen gibt es bezüglich der Topzeiten noch etwas Nachholbedarf in Frankfurt. Hier steht der Kursrekord von Alevtina Biktimirova (Russland) seit 2005 bei 2:25:12 Stunden. Das Feld ist auch in diesem Jahr, wie bei den meisten großen Marathonrennen, vergleichsweise schwächer besetzt als das der Männer. Allerdings spricht einiges dafür, dass es nach dem Triumph von Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) 2007 erneut eine deutsche Siegerin geben kann. Die Titelverteidigerin trifft dabei auf Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon), deren Kölner Halbmarathonzeit von 68:51 Minuten Erwartungen weckt. Eine Zeit um 2:26 Stunden scheint möglich zu sein für Sabrina Mockenhaupt, die vor einem Jahr ihr Debüt in Köln in 2:29:33 gewann. Vielleicht kann sie sogar in den Bereich des Streckenrekordes laufen. Vier ausländische Läuferinnen könnten auch eine gute Rolle spielen: Die Vorjahres-Dritte Kirsten Otterbu (Norwegen/Bestzeit: 2:29:12), die russischen Zwillinge Olesya Nurgalieva (Frankfurt-Siegerin 2004/2:29:35) und Yelena (Zweite in Frankfurt 2004/2:29:49) sowie die kenianische Debütantin Irene Limika.
Der Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon wird sich am Sonntag als neue Nummer drei in Deutschland hinter Berlin und Hamburg einordnen. Bisher lagen die Kölner auf diesem Rang. Spitzensportlich stehen die Frankfurter schon länger auf Platz drei und rücken dichter an die Hamburger heran. Der Blick auf die Liste der besten je in Frankfurt gelaufenen Männerzeiten bestätigt diesen Trend: Die schnellsten Zeiten wurden alle in den letzten Jahren gelaufen. Unter den Top 20 Ergebnissen ist keines älter als 2003. Das hat auch damit zu tun, dass seit jenem Jahr 2003 mit Christoph Kopp ein international anerkannter Elite-Manager für die Verpflichtung der Topathleten in Frankfurt zuständig ist. Der Berliner hatte in früheren Jahren in gleicher Funktion entscheidenden Anteil an der rasanten spitzensportlichen Entwicklung des Berlin-Marathons. Im vergangenen Jahr gelang am Main ein beachtlicher internationaler Durchbruch. Während Wilfred Kigen mit 2:07:58 Stunden einen Streckenrekord aufstellte, blieben fünf weitere kenianische Landsleute unter 2:10 Stunden. Noch mehr Zeiten unter dieser Marke gab es 2007 nur bei zwei anderen Marathonrennen weltweit: in London und in Amsterdam. Wer den Durchschnitt der Top-10-Zeiten der Männerrennen des Jahres 2007 errechnete, sah die Frankfurter sogar noch weiter vorne. In dieser Liste führte Amsterdam mit 2:07:52 vor Frankfurt (2:09:35) und Berlin (2:09:38).
Text: race-news-service.com
race-news | 19.10.2008
Kenianer Paul Kirui und Lydia Cheromei in Amsterdam vorne

Lydia Cheromei feierte ein perfektes Marathon-Debüt in Amsterdam.
Foto: ING Amsterdam-Marathon
Einen kenianischen Doppelerfolg gab es beim Amsterdam-Marathon, der mit seiner schnellen Strecke einmal mehr hochklassige Siegzeiten produzierte. Bei den Männern setzte sich dabei mit Paul Kirui der Halbmarathon-Weltmeister von 2004 in 2:07:52 Stunden durch. Das Rennen der Frauen gewann die Debütantin Lydia Cheromei in 2:25:57.
Bei den Männern hatte sich eine gut zehnköpfige Spitzengruppe gebildet, die die 10-km-Marke nach 29:50 Minuten erreichte. Dieses sehr hohe Tempo, das gut ist für ein Ergebnis von knapp unter 2:06 Stunden, konnten die Topläufer jedoch nicht ganz halten. Die Halbmarathonmarke war dann nach 63:25 Minuten erreicht. Zu diesem Zeitpunkt begann sich die Spitzengruppe bereits auseinanderzuziehen. Vorne liefen unter anderen die vier Kenianer Paul Kirui, Robert Cheboror, Jonathan Kosgei und Dennis Ndiso sowie der Äthiopier Dejene Berhanu. Ndiso verlor dann ebenfalls bald den Kontakt. Nachdem die anderen vier den 30-km-Punkt nach 1:30:23 Stunden erreicht hatten, schloss von hinten kommend mit Jackson Koech ein weiterer Kenianer zur Spitze auf. Es war dann Paul Kirui, der nach Kilometer 37 den entscheidenden Vorstoß startete und bis Kilometer 40 einen Vorsprung von rund einer halben Minute herauslief. „Als ich hörte, dass die Läufer aus der zweiten Gruppe den Abstand zu uns verkürzt hatten, habe ich entschieden, es alleine zu versuchen“, erklärte der 28-jährige Paul Kirui. Das war offensichtlich die richtige Taktik, denn von hinten kommend holte Chala Dechase einen nach dem anderen ein. Nur einen konnte der Äthiopier nicht mehr erreichen: Paul Kirui. Dechase lief in 2:08:31 Stunden als Zweiter im Olympiastadion von Amsterdam ins Ziel.
Drei weitere Athleten blieben unter 2:10 Stunden: Cheboror wurde Dritter mit 2:09:13, gefolgt von seinen Landsleuten Kosgei (2:09:22) und Koech (2.09:42). Der 5.000-m-Weltmeister von 2005, Benjamin Limo (Kenia), lief bei seinem Marathondebüt in 2:12:46 Stunden auf Rang zwölf. Er war das hohe Anfangstempo zu keiner Zeit mitgegangen, erreichte die Halbmarathonmarke nach 64:41 Minuten und wurde dann aber im zweiten Abschnitt auch langsamer.
Paul Kirui lief zum zweiten Mal in Folge ein hochklassiges Marathonrennen in Amsterdam. Im vergangenen Jahr war er dort als Vierter mit 2:07:12 Stunden seine immer noch aktuelle persönliche Bestzeit gelaufen. Dieses Mal war der Kenianer zwar nicht ganz so schnell, dafür jedoch der Sieger.
Im Frauenrennen entwickelte sich ein Duell zwischen Lydia Cheromei und der Äthiopierin Adenech Zekiros. Gemeinsam mit Mengistu Asnakech (Äthiopien), die bis vor der 20-km-Marke ebenfalls noch mithielt und am Ende Fünfte wurde, passierten die beiden die 10 km in flotten 34:10 Minuten. Die Halbmarathonmarke erreichte das Duo dann nach 1:12:24, und auch bei 25 km (1:25:36) waren Cheromei und Zekiros noch gemeinsam an der Spitze. Dann allerdings konnte die Äthiopierin nicht mehr mithalten. Während Lydia Cheromei, die 2004 Vize-Weltmeisterin im Halbmarathon war und im September den Rotterdam-Halbmarathon in 68:35 Minuten gewonnen hatte, einem souveränen Sieg zustrebte (2:25:57), erreichte Adenech Zekiros schließlich als Zweite in 2:30:17 das Ziel. Dritte wurde Marta Markos (Äthiopien) in 2:32:32 Stunden.
19-jährige Chinesin siegt in Peking
Mit dem Peking-Marathon stand am Sonntag ein weiterer internationaler Top-Marathon auf dem Programm. Hier dominierten Kenias Männer das Rennen und belegten die ersten drei Plätze. Benjamin Kiptoo war in 2:10:14 Stunden vor Luka Chelimo (2:10:30) und Simon Wangai (2:10:52) im Ziel. Vierter wurde der Marokkaner Rachid Kisri mit 2:11:31. Für den Höhepunkt des Tages sorgte die erst 19-jährige Chinesin Xue Bai, die in 2:26:27 gewann. Bei den Olympischen Spielen war sie über 10.000 m gestartet und hatte Platz 21 belegt. Jetzt siegte sie in Peking vor zwei Landsfrauen: Rong Chen wurde in 2:28:25 vor Yingying Zhang (2:28:52) Zweite. Vierte wurde die Kenianerin Hellen Kimutai mit 2:29:19.
Text: race-news-service.com
race-news | 19.10.2008
Sulle rennt Streckenrekord beim Dresdener Jubiläums-Marathon

Phaustin Sulle gewinnt mit Streckenrekord.
Foto: www.photorun.net
Phaustin Baha Sulle hat sich zurückgemeldet und den 10. Morgenpost Dresden-Marathon mit einem Streckenrekord gekrönt. Der 26-jährige Läufer aus Tansania gewann das Rennen in 2:13:03 Stunden. Bei den Frauen triumphierte überraschend die 23-jährige Remalda Kergyte (Litauen) in 2:38:48. Bei dem Jubiläumsrennen gingen in Dresden bei fast idealem Wetter – rund zehn Grad Celsius, trocken, teilweise windig – 7.017 Läufer an den Start. Darunter waren auch Athleten, die über 10 km oder im Halbmarathon rannten. Über 50.000 Zuschauer säumten die Strecke durch die sehenswerte Dresdener Innenstadt und entlang der Elbe.
Die Männer begannen das Rennen mit hohem Tempo. Sie lagen somit vom Start weg deutlich unter dem bisherigen Streckenrekord. Vor zwei Jahren war der Kenianer Joseph Talam in Dresden 2:15:26 Stunden gelaufen. Nun erreichte eine vierköpfige Spitzengruppe, darunter zwei Tempomacher, die Halbmarathonmarke nach 65:21 Minuten. Als der letzte der ,Hasen’, Simon Kasimili (Kenia), bei Kilometer 25 (1:17:05 Stunden) aus dem Rennen ging, entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Phaustin Baha Sulle und Pharis Kimani (Kenia).
Zunächst sah es dabei so aus, als könnten beide in einen Bereich von 2:10 bis 2:11 Stunden laufen. Doch jenseits der 30-km-Marke wurde das Tempo langsamer. Die Entscheidung fiel dann kurz vor Kilometer 35, als Phaustin Baha Sulle, der Halbmarathon-Vizeweltmeister von 2000, das Tempo kurzzeitig etwas anziehen konnte. Damit löste er sich entscheidend von Pharis Kimani, der aber in seinem zweiten Marathonrennen als Zweiter in 2:14:40 Stunden mit einer persönlichen Bestzeit ins Ziel kam. Dritter wurde Vasil Remshchuk (Ukraine) in 2:17:27.

Kergyte überrascht in Dresdnen
Foto: www.photorun.net
„Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, denn aufgrund des Windes war es nicht ganz so leicht“, erklärte Phaustin Baha Sulle, der eine Bestzeit von 2:10:08 Stunden hat, die er in Dortmund 2004 erreichte. Danach hatte er lange Zeit Verletzungsprobleme. „2007 konnte ich keinen einzigen Wettkampf bestreiten und nur locker trainieren, denn ich hatte ein Problem mit meinem Hüftgelenk“, erklärte Phaustin Baha Sulle. „Aber jetzt läuft es immer besser und ich bin optimistisch für die Zukunft. Ich würde gerne im Januar beim Dubai-Marathon starten. Dort wäre mein Ziel eine Zeit zwischen 2:06 und 2:07.“
Bei den Frauen lag die klar favorisierte Tansanierin Fabiola John zeitweise bereits mit rund zwei Minuten in Führung. Die 23-Jährige, die in Edinburgh vor drei Jahren Zweite war und eine Bestzeit von 2:34:41 Stunden hat, erreichte die Halbmarathonmarke nach 1:17:40 Stunden deutlich vor Remalda Kergyte (1:19:31). Doch bald darauf machte die Litauerin Boden gut, während die am Ende zweitplatzierte John (2:40:53) immer langsamer wurde. „Bei 28 km wusste ich, dass ich noch eine Chance habe, sie einzuholen. Bei Kilometer 36 bin ich an ihr vorbeigezogen“, sagte Remalda Kergyte, die in Dresden den größten Erfolg ihrer Karriere feierte und sich für die WM in Berlin 2009 qualifizierte. „Ich will aber auch beim Morgenpost Dresden Marathon im nächsten Jahr an den Start gehen“, erklärte Remalda Kergyte, die sowohl 2006 als auch 2007 jeweils Zweite in Dresden war.
Bei den parallel stattfindenden Rennen über 10 km und im Halbmarathon sorgte der Berliner Lennart Sponar (Brooks Running Team BSV 92) für eine gute Leistung. Er siegte über 21,0975 km in 65:39 Minuten und belegt damit in der deutschen Jahresbestenliste Rang zwei.
Text: race-news-service.com
race-news | 13.10.2008
Schaffen Tadese und Kiplagat den Hattrick bei der Halbmarathon-WM?

Evans Cheruiyot gewinnt den Chicago-Marathon.
Foto: www.photorun.net
Der Kenianer Evans Cheruiyot und die Russin Lidiya Grigoryeva haben den hochkarätigen Chicago-Marathon gewonnen, der zu der World Marathon Majors (WMM)-Serie gehört. Während Cheruiyot bei Temperaturen von am Ende rund 25 Grad Celsius eine Weltklassezeit von 2:06:25 Stunden erreichte und Kenias Männer erwartungsgemäß das Rennen dominierten, konnte sich bei den Frauen etwas überraschend keine Afrikanerin unter den ersten sechs platzieren. Grigoryeva gewann nach einem lange Zeit taktischen Rennen in 2:27:17 Stunden. Für den Chicago-Marathon hatten sich 45.000 Läufer angemeldet.
Das Männerrennen hatte trotz des erneut warmen Wetters in Chicago – vor einem Jahr wurde das Rennen bei noch höheren Temperaturen sogar abgebrochen – schnell begonnen. Allerdings bildete sich für Chicagoer Verhältnisse relativ früh eine kleinere Führungsgruppe. An der Halbmarathonmarke, die nach 62:25 Minuten erreicht war, so dass sogar der Streckenrekord von Khalid Khannouchi (Marokko/2:05:42 im Jahr 1999) in Reichweite schien, waren drei Kenianer bereits unter sich: Neben dem späteren Sieger Evans Cheruiyot waren dies David Mandago, der im April den Hamburg-Marathon in 2:07:23 Stunden gewonnen hatte, und Emmanuel Mutai, der im Frühjahr in London als Vierter 2:06:15 gelaufen war.
Mutai war dann derjenige, der kurz vor der 30-km-Marke nicht mehr mithalten konnte. Während Cheruiyot und Mandago diesen Punkt nach 1:29:07 Stunden passierten und damit gut auf Streckenrekord-Kurs lagen, hatte Mutai hier bereits 15 Sekunden Rückstand. Der Hamburg-Sieger Mandago schien dann einen entscheidenden Vorstoß gestartet zu haben, als er kurz nach Kilometer 36 einige Meter Vorsprung hatte. Doch Cheruiyot gab sich nicht geschlagen, holte ausgerechnet auf einem ansteigenden Streckenstück wieder auf und löste sich seinerseits drei Kilometer vor dem Ziel entscheidend von seinem Landsmann, der in 2:07:37 Stunden Zweiter wurde. Von weiter hinten aufholend, lief der frühere Boston-Sieger Timothy Cherigat (Kenia) in 2:11:39 noch auf Rang drei. Die Kenianer belegten acht der ersten zehn Plätze.

Lidiya Grigoryeva hat Alevtina Biktimirova entscheidend hinter sich gelassen.
Foto: www.photorun.net
Für Evans Cheruiyot war dies der zweite Sieg im zweiten Marathonrennen. Vor knapp einem Jahr hatte der 26-Jährige den Mailand-Marathon in 2:09:16 gewonnen. Jetzt steigerte er sich erheblich und erreichte mit 2:06:25 die zehntbeste Zeit des Jahres. Evans Cheruiyot hat in der Vergangenheit immer wieder als Halbmarathonläufer hochklassige Ergebnisse erreicht. So war er erst vor einem Monat in Rotterdam in 59:29 Minuten Zweiter. 2007 hatte Cheruiyot bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Udine mit 59:05 Minuten Bronze gewonnen. Damit ist er der fünftschnellste Läufer über diese Strecke aller Zeiten. „Ich bin das erste Mal in Chicago – und das ist natürlich eine tolle Premiere für mich hier. Ich wusste während des Rennens nicht genau, wie schnell wir waren, denn ich habe mich darauf konzentriert, zu gewinnen. Aber ich habe gefühlt, dass wir schnell unterwegs waren“, erklärte Evans Cheruiyot.
Bei den Frauen war das Anfangstempo im Gegensatz zu den Männern verhalten. Zwölf Läuferinnen hatten die 20-km-Marke nach 1:12:11 Stunden erreicht, was auf eine Endzeit von 2:32 hinauslief. Doch dann kam Bewegung in die große Spitzengruppe. Kurz vor der Halbmarathonmarke (1:16:03) forcierten die beiden Russinnen Lidiya Grigoryeva und Alevtina Biktimirova das Tempo. Schon bei Kilometer 25 waren die zwei deutlich voraus. Nach 1:29:01 hatten sie diesen Punkt erreicht und einen Vorsprung von 19 Sekunden auf Bezunesh Bekele (Äthiopien). Mit 1:29:44 Stunden war der Rückstand für Olympiasiegerin Constantina Tomescu-Dita hier schon beträchtlich. Allerdings war es keine Überraschung, dass die Rumänin so kurz nach ihrem Peking-Triumph in Chicago nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen konnte. Während Alevtina Biktimirova, die mit einer Bestzeit von 2:25:12 Stunden die Streckenrekordlerin des Frankfurt-Marathons ist (2005), sich vergeblich mühte, ihre nationale Rivalin loszuwerden, leistete Grigoryeva zunächst keinerlei Führungsarbeit. Kurz vor der 35-km-Marke sorgte die 35-jährige Grigoryeva dann für die Entscheidung, als sie das Tempo erhöhte und Biktimirova schnell zurückließ. In 2:27:17 hatte sie im Ziel am Ende einen deutlichen Vorsprung vor Biktimirova (2:29:32). Auf Rang drei nach vorne schob sich die Japanerin Kiyoko Shimahara mit 2:30:19 Stunden. Für Lidiya Grigoryeva war es nach dem Sieg in Boston 2007 bereits der zweite Erfolg bei einem WMM-Rennen. Ihre persönliche Bestzeit von 2:25:10 hatte sie als Siegerin des Los Angeles-Marathons 2006 aufgestellt. In Chicago erhielt sie ebenso wie Cheruiyot ein Sieggeld von 125.000 Dollar. Dass sich bei dem WMM-Rennen keine afrikanische Läuferin unter den besten sechs platzierte, überraschte ein wenig. Allerdings ist das in Chicago in den letzten Jahren schon öfter vorgekommen. 2003 und 2005 waren besten Afrikanerinnen nicht einmal unter den Top Ten.
Ergebnisse, Chicago:
Männer:
1 Cheruiyot, Evans (KEN) 2:06:25
2 Mandago, David (KEN) 2:07:37
3 Cherigat, Timothy (KEN) 2:11:39
4 Korir, Wesley K (KEN) 2:13:53
5 Lauret, Martin (NED) 2:15:10
6 Mutai, Emmanuel (KEN) 2:15:36
7 Reneau, Mike (USA) 2:16:20
8 Kipsang, William (KEN) 2:16:41
9 Njenga, Daniel (KEN) 2:17:33
10 Limo, Richard (KEN) 2:18:48
Frauen:
1 Grigoryeva, Lidiya (RUS) 2:27:17
2 Biktimirova, Alevtina (RUS) 2:29:32
3 Shimahara, Kiyoko (JPN) 2:30:19
4 Tomescu-Dita, Constantina (ROM) 2:30:57
5 Davila, Desiree (USA) 2:31:33
6 De Reuck, Colleen (USA) 2:32:25
7 Bekele, Bezunesh (ETH) 2:32:41
8 Higgins, Paige (USA) 2:33:06
9 O'Neill, Kate (USA) 2:34:04
10 Adere, Berhane (ETH) 2:34:16
Text: race-news-service.com
race-news | 12.10.2008
Tadese und Kiplagat schaffen Hattrick bei Halbmarathon-WM in Rio

Lornah Kiplagat wurde zum dritten Mal in Folge Halbmarathon-Weltmeisterin.
Foto: www.photorun.net
Zersenay Tadese und Lornah Kiplagat bleiben das Maß der Dinge im Halbmarathon. Bei den Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro schafften sowohl der Läufer aus Eritrea als auch die frühere Kenianerin, die seit 2003 für die Niederlande startet, einen Hattrick. Zum dritten Mal in Folge gewannen sie bei diesen Titelkämpfen die Goldmedaille. Lediglich der Kenianerin Tegla Loroupe waren zuvor drei Siege in Folge bei dieser WM gelungen (1997 bis 1999). Die Weltmeisterschaften waren integriert in den jährlichen Rio de Janeiro-Halbmarathon mit seinen rund 15.000 Teilnehmern.
Der 26-jährige Zersenay Tadese gewann bei warmen Temperaturen von gut 20 Grad Celsius in 59:56 Minuten mit großem Vorsprung von fast zwei Minuten vor dem Kenianer Patrick Makau Musyoki (61:54) und Ahmad Hassan Abdullah (Katar/61:57). Ebenso souverän verteidigte Lornah Kiplagat ihre Titel. Die 34-Jährige war nach 68:37 Minuten im Ziel und hatte 1:20 Minuten Vorsprung vor der Äthiopierin Aselefech Mergia (Äthiopien/69:57) und Pamela Chepchumba (Kenia/70:01).
Bei den Männern zeigte Zersenay Tadese eine beeindruckende Vorstellung. Nachdem er zusammen mit einem Dutzend Läufern die 5-km-Marke nach 14:06 Minuten passiert hatte, war er bald darauf alleine auf weiter Flur. Den 10-km-Punkt erreichte Zersenay Tadese nach 27:55. Damit hatte er bereits einen Vorsprung von fast einer halben Minute auf sein Verfolgertrio mit Stephen Kibiwott, Patrick Makau Musyoki und Ahmad Hassan Abdullah, der früher als Albert Chepkurui für Kenia startete. Während der Cross-Weltmeister von 2007, Zersenay Tadese, seinen Vorsprung immer weiter ausbaute, ging es hinter ihm nur noch um Silber und Bronze. Dabei hatte schließlich Stephen Kibiwott als Vierter das Nachsehen. Um eine Sekunde musste er sich seinem früheren Landsmann Abdullah geschlagen geben.
Im Frauenrennen ließ Lornah Kiplagat der starken Konkurrenz aus Kenia und Äthiopien keine Chance. Während die Läuferinnen aus Ostafrika die Ränge zwei bis acht belegten, war Platz eins für sie außer Reichweite. Ähnlich wie Zersenay Tadese hatte sich Lornah Kiplagat frühzeitig von ihren Konkurrentinnen gelöst. Bei Kilometer sieben lief sie davon, die 10-km-Marke erreichte sie nach 31:31 Minuten mit zehn Sekunden Vorsprung auf die beiden Äthiopierinnen Aselefech Mergia und Genet Getaneh sowie die zwei Kenianerinnen Peninah Arusei und Pamela Chepchumba, die bereits vor einem Jahr die Bronzemedaille gewonnen hatte.
Das Rennen der Frauen verlief ähnlich wie das der Männer: Die Titelverteidigerin stürmte unaufhaltsam vorneweg, dahinter ging es um Silber und Bronze. Noch bei Kilometer 20 waren Mergia, Getaneh, Arusei und Chepchumba in einer Gruppe zusammen. Am Ende fehlten Getaneh zwei Sekunden und Arusei, die im Frühjahr den Berliner Halbmarathon sowie die 25 km in Berlin gewonnen hatte, elf zur Bronzemedaille.
Text: race-news-service.com
race-news | 11.10.2008
Schaffen Tadese und Kiplagat den Hattrick bei der Halbmarathon-WM?

Zersenay Tadese, hier bei seinem Sieg vor einem Jahr in Udine, könnte in Rio zum dritten Mal in Folge Halbmarathon-Weltmeister werden.
Foto: www.photorun.net
Zersenay Tadese und Lornah Kiplagat können bei der Halbmarathon-Weltmeisterschaft am Sonntag einen einmaligen Hattrick schaffen: Der Läufer aus Eritrea und die aus Kenia stammende Holländerin haben diese WM-Goldmedaille bereits in den vergangenen beiden Jahren gewonnen und gehen nun erneut als Favoriten an den Start. Der Titelkampf wird am Sonntag in Rio de Janeiro gestartet.
Die Brasilianer haben in Rio schon einmal jene Weltmeisterschaft ausgerichtet, die ein Vorläufer der heutigen Halbmarathon-WM war: 1989 fanden dort die 15-km-Titelkämpfe der Frauen statt. Parallel zu den Eliteläufen wird am Sonntag auch der jährliche Rio de Janeiro-Halbmarathon gestartet, bei dem rund 15.000 Teilnehmer erwartet werden. Die Strecke ist ein Punkt-zu-Punkt Kurs, der abgesehen von einem Hügel in der Anfangsphase flach ist und auch vorbei führt am Strand der Copacabana.
Im Männerrennen könnte die Entscheidung einmal mehr zwischen Zersenay Tadese und den starken kenianischen Halbmarathonläufern fallen. Während Kenenisa Bekele noch nicht den Schritt zum Straßenlauf gemacht hat, konzentriert sich Haile Gebrselassie auf die Marathondistanz. So werden die beiden äthiopischen Superstars in Rio nicht dabei sein. Zudem fehlt auch Sammy Wanjiru. Der kenianische Marathon-Olympiasieger ist mit 58:33 Minuten auch der Weltrekordler über die halbe Distanz. Doch so stark sind die kenianischen Läufer, dass sie seine Abwesenheit ohne weiteres kompensieren können. So stellt Kenia trotzdem den schnellsten Läufer im Feld in Rio: Patrick Makau Musyoki lief bisher 58:56 Minuten und ist damit hinter Wanjiru und Gebrselassie der drittschnellste aller Zeiten. Vor einem Jahr bei der WM in Udine hatte er hinter Tadese Silber gewonnen. Der 26-jährige Läufer aus Eritrea beeindruckte beim Sieg in Italien mit einer persönlichen Bestzeit von 58:59 Minuten. Ein neues Duell dieser beiden könnte wiederum sehr spannend werden. Neumal stellten die Kenianer bisher den Weltmeister bei diesen seit 1992 stattfindenden Titelkämpfen.
Bei den Frauen gibt es keine derartige Dominanz. Kenia verzeichnete in den bisherigen 16 Auflagen drei Siege. Alle drei gingen auf das Konto von Tegla Loroupe, die zwischen 1997 und 1999 einen Hattrick schaffte. Dreimal wurde auch die Britin Paula Radcliffe Halbmarathon-Weltmeisterin (2000, 2001 und 2003). Nach einer Kette von Verletzungsproblemen in diesem Jahr bereitet sich Radcliffe zurzeit auf den New York-Marathon vor und wird daher in Rio nicht am Start sein. Ähnlich wie für Bekele ist der Halbmarathon zurzeit auch für die äthiopischen Stars Tirunesh Dibaba und Meseret Defar noch kein Thema. So hat die frühere Kenianerin Lornah Kiplagat, die seit Jahren für Holland startet, durchaus Chancen, erneut zu triumphieren und es Tegla Loroupe nachzumachen. Auch hier dürften, soweit die Startlisten bei Redaktionsschluss bereits bekannt waren, voraussichtlich die Kenianerinnen zu den schärfsten Konkurrentinnen zählen. Besonders herauszuheben sind hier Pamela Chepchumba, die vor einem Jahr in Udine in persönlicher Bestzeit von 68:06 Minuten die Bronzemedaille gewonnen hatte, und Peninah Arusei, die im April beim Berliner Halbmarathon in flotten 68:22 Minuten gesiegt hatte.
Text: race-news-service.com
race-news | 10.10.2008
45.000 Läufer in Chicago am Sonntag, Kenianer favorisiert
Der Start beim Chicago-Marathon.
Foto: www.photorun.net
45.000 Läufer haben sich für den Chicago-Marathon angemeldet, der am kommenden Sonntag gestartet wird. Doch das Rennen sorgte in der Vergangenheit in erster Linie aus spitzensportlicher Sicht für Schlagzeilen, denn es ist einer der am besten besetzten Marathonläufe des Jahres. Nicht umsonst zählt der Chicago-Marathon neben Boston, London, Berlin und New York zu den World Marathon Majors (WMM). Viermal wurden in der Geschichte der Veranstaltung Weltrekorde aufgestellt, zuletzt im Jahr 2002 durch Paula Radcliffe (England) mit 2:17:18 Stunden.
Bezüglich der World Marathon Majors-Serie 2007-2008 kann es aufgrund des Starterfeldes in Chicago keine gravierenden Änderungen geben. Während bei den Frauen die Entscheidung erst beim New York-Marathon am 2. November fallen wird, spricht bei den Männern immer mehr für den Kenianer Martin Lel. Lediglich sein Landsmann Robert Cheruiyot, der die erste Serie 2006-2007 gewonnen hatte, könnte ihn mit einem Sieg noch überholen. Doch Cheruiyot soll unter Verletzungsproblemen leiden. Er ging in den vergangenen zwei Jahren stets in Chicago an den Start und gewann 2006. Doch dieses Mal steht er nicht auf der Startliste.
Der Sieger dürfte am Sonntag trotzdem aus Kenia kommen, denn die Ostafrikaner dominieren die Elite-Startliste. Vier Läufer werden mit Bestzeiten von unter 2:07 Stunden in Chicago an den Start gehen – alle kommen aus Kenia. Der schnellste von ihnen ist William Kipsang, der im April den Rotterdam-Marathon in 2:05:49 Stunden gewann. Emmanuel Mutai (2:06:15), Richard Limo (2:06:45) und Moses Arusei (2:06:50) sind die anderen drei.
Bei den Frauen steht neben der Neuauflage des Vorjahresduells Adere gegen Pirtea vor allem die Olympiasiegerin im Blickpunkt: Constantina Tomescu-Dita (Rumänien) wagt sich nur acht Wochen nach dem größten Triumph ihres Lebens schon wieder an einen hochkarätigen Marathon. In Chicago hat sie allerdings gute Erfahrungen gemacht: 2004 siegte sie, 2003 und 2005 wurde sie jeweils Zweite. Vor drei Jahren lief Tomescu-Dita hier zudem mit 2:21:30 ihre persönliche Bestzeit. Auch Adere startete übrigens in Peking, gab jedoch das Rennen auf. Für die Titelverteidigerin, die zum dritten Mal in Folge gewinnen könnte, wird es allerdings schon der fünfte Marathon innerhalb eines Jahres: Nach Chicago 2007 folgten in diesem Jahr Dubai, London und Peking. Das spricht nicht dafür, dass man von ihr etwas besonderes erwarten kann. Bezunesh Bekele (Äthiopien/Bestzeit: 2:23:09) sowie die beiden Russinnen Lidiya Grigoryeva (2:25:10) und Alevtina Biktimirova (2:25:12) haben vielleicht bessere Karten.
Text: race-news-service.com
race-news | 06.10.2008
Dieter Baumann startet bei 10-km-Premiere in Berlin

Dieter Baumann
Foto: www.photorun.net
Dieter Baumann wird bei der Premiere der ASICS Grand 10 Berlin am kommenden Sonntag an den Start gehen. Der Olympiasieger beginnt das 10-km-Rennen dabei mit einer Gruppe von Breitensportlern bereits fünf Minuten vor dem Hauptfeld. Je nachdem wie engagiert Baumann laufen wird, könnte es für die Topathleten gar nicht so einfach sein, den 43-Jährigen einzuholen.
Am Start sein werden unter anderen André Pollmächer (LAC Chemnitz) und Filmon Ghirmai (LAV Asics Tübingen), der von Baumann trainiert wird. Bei den ASICS Grand 10 Berlin erwarten die Veranstalter von ,Berlin läuft’ über 6.000 Teilnehmer, Meldungen werden nach wie vor angenommen.
Start und Ziel dieses Rennens, das am Sonntag um 12.30 Uhr gestartet wird, befinden sich am Schloß Charlottenburg. Der Clou der Strecke ist, dass die Teilnehmer ein Stück durch den Berliner Zoo laufen werden, vorbei unter anderem an Löwen und Nashörnern. Integriert in das Rennen werden eine 2x5-km-Staffel sowie Wettbewerbe für Firmen.
Mit seinem sensationellen Lauf zur olympischen 5.000-m-Goldmedaille wurde Dieter Baumann 1992 zum Superstar und Idol. Der Tübinger, der fünf Jahre später mit 12:54,70 Minuten in Zürich einen Europarekord über seine Spezialstrecke aufstellte, ist der einzige deutsche 5.000-m-Sieger in der Geschichte der Olympischen Spiele. Auch über 10.000 m lief Dieter Baumann hochklassige Rennen. Hier wurde er 1998 und 2002 bei den Europameisterschaften jeweils Zweiter.
Seit dem Ende seiner Karriere arbeitet Dieter Baumann unter anderem als Trainer von Topläufern und Berater von Breitensportlern. Er startet ab und zu bei großen Straßenläufen und präsentiert sich dabei meist in erstaunlicher Form. So lief er zum Beispiel vor einem Jahr beim Frankfurt-Marathon 2:30:00 Stunden und wurde in dem international hochklassigen Rennen 37. Als Charity-Läufer sammelte Dieter Baumann dabei nebenbei Spenden in Höhe von 30.000 Euro für verschiedene gemeinnützige Zwecke.
Text: race-news-service.com
race-news | 06.10.2008
Schäfer, Eich und deutsches Frauen-Team überzeugen in New York

Carsten Eich, hier als Tempomacher beim Frankfurt-Marathon, überzeugt auch nach dem Ende seiner Leistungssport-Karriere.
Foto: www.photorun.net
Mit einer mutigen Renngestaltung wurde der Rehlinger Hindernisläufer Raphael Schäfer mit Rang fünf beim Finale der JPMorgan Chase Corporate Challenge in New York belohnt. Er profitierte dabei zusammen mit dem Briten Phil Wicks von einem spektakulären Sturz dreier südafrikanischer Läufer, die am Ausgang der Unterführung des Hemsley Buildings zu Fall kamen. Auf der 5,6 km langen Wendepunktstrecke auf der Park Avenue dominierten ansonsten die Läufer der südafrikanischen Gesellschaften von Transnet Rail Engineering und Goldfields, die erstmals in der 26-jährigen Geschichte des Finales alle drei Mannschaftswertungen gewinnen konnten. Für die insgesamt mit vierzehn Mannschaften angereisten deutschen Firmenangehörigen gab es durch die im Vorjahr noch siegreichen Läuferinnen der hessischen Polizei und der gemischten Mannschaft von Roche Diagnostics zwei zweite Ränge.
„Heute war das Glück auf meiner Seite“, sagte Raphael Schäfer, der im Saarbrücker Innenministerium als Regierungsinspektor für Glückspiele zuständig ist. Der 27-Jährige hatte den Frankfurter JPMorgan Chase-Lauf gewonnen. Mit einer Hindernis-Bestzeit von 8:26 Minuten sah er wenig Perspektiven für internationale Meisterschaften und hatte sich nach einer erfolgreichen Karriere im Jugend- und Juniorenalter zunächst auf seine berufliche Entwicklung konzentriert. „Im kommenden Jahr versuche ich es wieder einmal über die Hindernisse“, erklärte Schäfer, der bei den Deutschen 10-km-Meisterschaften in Karlsruhe Fünfter mit 29:23 Minuten wurde. „Aber selbst mit einer 8:20, die ich vielleicht neben der beruflichen Belastung laufen kann, lässt sich international nichts ausrichten. Eine derartige Zeit interessiert beim DLV niemanden, deshalb werde ich mangels Unterstützung weiter zweigleisig fahren!“ Und bei einem Spektakel wie der JPMorgan Chase-Challenge startet er für seinen Arbeitgeber. „Auch wenn die Anreise sehr strapaziös war, ein derartiges Erlebnis möchte ich nicht missen.“
Das sieht auch der im Vorjahr vom Leistungssport zurückgetretene mehrfache deutsche 10-km- und Halbmarathonmeister Carsten Eich so. Der 38-jährige Bankangestellte der ING DiBa durfte als Nationalmannschaftsmitglied bislang nicht an dem Weltfinale der besten Betriebsmannschaften teilnehmen und genoss nun sichtlich seine Premiere in New York. „Ich laufe fast täglich, aber absolviere keine Tempoläufe mehr. Da ist natürlich gegen die schnellsten Läufer nichts auszurichten“, zeigte sich ,Freizeitläufer’ Eich als Fünfzehnter zufrieden. Zwei Ränge zurück folgte sein Kollege Christian Knoblich, der längst aus dem Läuferlager zum Radsport gewechselt ist und dort gelegentlich auch Rennen mitfährt. „Soweit es die Zeit mit Familie und drei Kindern zulässt, mache ich das“, sagt der frühere Hindernismeister, der 2001 sogar auf der Park Avenue in New York als Sieger einlaufen konnte.
Die Südafrikaner Tshamano Setone und Catherine Nkosi waren mit 16:03 beziehungsweise 18:52 Minuten die schnellsten Läufer über 5,6 km. Doch die Tagesschnellsten treten bei der JPMorgan Chase Challenge, die weltweit im Jahr 2008 über 240.000 Betriebsangehörige an die Startlinie gezogen hatte (größte der zwölf Veranstaltungen war das Rennen in Frankfurt mit 73.719 Läufern), zugunsten des Teamgedankens in den Hintergrund. Deshalb standen auch die Mannschaften bei der Siegerehrung im JP Morgan Chase-Hauptquartier im Mittelpunkt. Die als Titelverteidiger ins Rennen gegangenen hessischen Polizistinnen belegten mit Ellen Weber, Steffi Struschka, Sibylle Stegmaier und Eva Cieslik mit 1:30:12 Stunden Rang zwei, allerdings deutlich zurück hinter dem südafrikanischen Team Transnet Rail Engineering mit der neuen Streckenrekordlerin Catherine Nkosi. Bei den Männern landete das Team der ING DiBa mit Carsten Eich, Christian Knoblich, Habib Boukechab und Robert Dreu auf Rang sechs. Spannend ging es bei den Mixed-Teams hinter der siegreichen Goldfield-Mannschaft zu: Die bereits siebenmal siegreiche Vertretung von Roche Diagnostics landete mit dem früheren Marathonmeister Matthias Körner, Christian Hörauf, Katja Potthof und Nadine Bucci auf Rang zwei vor den in Frankfurt noch siegreichen Ministeriumsläufern aus dem Saarland.
Text: race-news-service.com/Wilfried Raatz
race-news | 05.10.2008
Äthiopischer Doppelsieg beim Great North Run mit 52.000 Läufern

Gete Wami meldet sich mit einem Sieg beim great North Run zurück.
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Einen äthiopischen Doppelsieg gab es beim Great North Run, der im nordenglischen Newcastle gestartet wird und am Meer in South Shields endet: Tsegay Kebede und Gete Wami gewannen den größten Halbmarathon der Welt. Für das Rennen über die 21,0975 km hatten sich 52.000 Läufer gemeldet. Kebede siegte in 59:45 Minuten souverän, Gete Wami setzte sich haarscharf in 68:51 durch.
Schon nach rund sieben Kilometern hatte auf dem welligen aber insgesamt abfallenden Kurs Tsegay Kebede mit einer Tempoverschärfung die Führung übernommen und sich aus der Spitzengruppe gelöst. Der Äthiopier lief fortan ein einsames Rennen mit hohem Tempo. „Ich dachte, ich könnte noch schneller laufen“, kommentierte der 21-Jährige seine persönliche Bestzeit, die in diesem Jahr die 14.-beste Zeit der Saison weltweit ist.
Tsegay Kebede, der im vergangenen Jahr den Paris-Marathon gewonnen hatte und bei den Olympischen Spielen im Marathon überraschend auf den Bronzerang gelaufen war, feierte im englischen Nordosten einen der größten Siege seiner noch jungen Karriere. Sein äthiopischer Landsmann Gebre Gebremariam wurde mit deutlichem Abstand in 61:29 Minuten Zweite, Rang drei belegte der US-Amerikaner Abdi Abdirahman mit 61:33. Marathon-Weltmeister Luke Kibet wurde in dem hochkarätigen Rennen in 61:34 Minuten Vierter.
Bei den Frauen meldete sich Gete Wami mit einem Sieg zurück. Die Entscheidung für die Äthiopierin, die beim olympischen Marathon in Peking aufgegeben hatte und nun beim New York-Marathon am 2. November mit einem Sieg oder Rang zwei die World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008 vor Irina Mikitenko (Deutschland) gewinnen möchte, war allerdings extrem spannend. Auf der letzten Meile sah es zunächst so aus als könne Jo Pavey (Großbritannien) für den ersten Heimsieg seit Paula Radcliffe 2003 sorgen. Die Britin führte mit einem kleinen Vorsprung. Doch im Endspurt war Pavey nicht stark genug. Gete Wami siegte schließlich in 68:51 mit einer Sekunde Vorsprung vor der Kenianerin Magdalene Mukunzi. Pavey kam nach 68:53 ins Ziel. „Ich war froh über diese persönliche Bestleistung, zugleich aber auch frustriert so knapp verloren zu haben“, erklärte die Engländerin und fügte hinzu: „Dennoch habe ich heute einen großen Schritt nach vorne gemacht.“
Gete Wami hatte während der letzten rund sechs Kilometer Muskelprobleme im Oberschenkel, lief aber dennoch zum Sieg. „Dies ist ein großer Sieg, ich habe mich mit speziellen Trainingseinheiten auf den Great North Run vorbereitet“, erklärte Gete Wami, die bereits die WMM-Serie 2006-2007 gewonnen hatte. Angesprochen auf den Start von Paula Radcliffe in New York, gegen die sie im vergangenen Jahr dort knapp verloren hatte, erklärte Gete Wami: „Sie ist eine harte Gegnerin und ich mag es, gegen sie zu laufen. Aber ich bin überrascht, dass sie in New York starten wird.“
Text: race-news-service.com
race-news | 05.10.2008
Kurgat läuft Kursrekord, Mockenhaupt starken Halbmarathon in Köln

Sammy Kurgat, im letzten Jahr Dritter in Frankfurt, siegte nun in Köln.
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Der Kenianer Sammy Kurgat hat den Köln-Marathon in einer Streckenrekordzeit von 2:10:03 Stunden gewonnen und den Vorjahressieger Daniel Too am Ende um gut eine halbe Minute distanziert. Schnellste Frau war die Äthiopierin Robe Guta, die das Rennen in 2:29:39 vor der überzeugenden Luminita Zaituc (LG Braunschweig) gewann. Eine starke Vorstellung zeigte im Halbmarathon Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon). Sie siegte in starken 68:51 Minuten.
Rund 26.000 Läufer aus 65 Nationen hatten für die zwölfte Auflage des Köln-Marathons gemeldet. Bei dem Spektakel in der Domstadt gingen jeweils rund 10.000 Teilnehmer über die Halbmarathon- sowie die Marathon-Distanz an den Start. Außerdem gab es zahlreiche Rahmenwettbewerbe wie zum Beispiel Schülerläufe und Staffeln.
Der 33-jährige Sammy Kurgat passierte in einer rund zehnköpfigen Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach viel versprechenden 64:32 Minuten. Bei Kilometer 30 (1:31:55 Stunden) lagen immer noch acht Läufer an der Spitze. Doch in der Folge verlor einer nach dem anderen Kontakt. Zwar wurde auch Sammy Kurgat etwas langsamer, jedoch hatte er schließlich mit 2:10:03 einen komfortablen Vorsprung auf Daniel Too (2:10:37) und Thomas Chemitei (2:11:20). Die Kenianer dominierten das Männerrennen: sie belegten die ersten sechs Plätze und stellten acht der Top Ten.
Dass Sammy Kurgat eine Zeit von unter 2:10 Stunden nur um vier Sekunden verpasste wird ihn weniger ärgern als die Veranstalter, die sich allerdings über einen Streckenrekord freuen durften. Bei nasskaltem Wetter verbesserte Sammy Kurgat (Bestzeit: 2:08:38) die Marke seines Landsmannes James Rotich um 19 Sekunden. Der Kenianer war 2004 2:10:22 gelaufen. Kurgat hatte ursprünglich auf der Startliste des stark besetzten Frankfurt-Marathons gestanden, der am 26. Oktober gestartet wird. Doch aufgrund eines Manager-Wechsels lief er nun in Köln. Der Sieger wird jetzt vom Italiener Federico Rosa betreut. Vorher war der Deutsche Alexander Hempel sein Manager.
Im Frauenrennen entwickelte sich schnell ein Zweikampf der jungen, erst 21-jährigen Äthiopierin Robe Guta und Luminita Zaituc (LG Braunschweig), die am kommenden Donnerstag ihren 40. Geburtstag feiern wird und dann in der Masters-Klasse starten kann. Nach 1:13:56 Stunden hatten die beiden die Halbmarathonmarke erreicht, 1:45:43 zeigten die Uhren bei 30 km. Am Ende setzte sich die knapp 20 Jahre jüngere Robe Guta in 2:29:39 vor Luminita Zaituc durch, die aber mit 2:30:00 als Zweite nach Irina Mikitenko (2:19:19 in Berlin) die WM-Norm für Berlin 2009 unterbot. Dritte wurde mit deutlichem Abstand Alem Gebreezgi (Äthiopien/2:39:09). Siegerin Roba Guta lief in Köln erstmals unter 2:30 Stunden. In Dubai hatte sie im Januar 2:33:44 Stunden erreicht, im Halbmarathon war sie vergleichsweise bereits deutlich stärker mit 67:46 (2007).
Sabrina Mockenhaupt war die einzige Topathletin, die in Köln über die Halbmarathondistanz an den Start ging. Sie sorgte dabei, unterstützt von Tempomacher Oliver Mintzlaff, in 68:51 Minuten für eine starke persönliche Bestzeit sowie einen Streckenrekord. Zum ersten Mal lief die 27-Jährige über die 21,0975 km unter 70 Minuten und mit ihrem Ergebnis stellte sie die deutsche Jahresbestzeit von Irina Mikitenko (Wattenscheid), die im Frühjahr in Paderborn gewonnen hatte, ein. In der Jahresweltbestenliste teilen sich die beiden nun den siebenten Platz. Allerdings werden hier bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in der kommenden Woche in Rio sicherlich noch einige schnellere Zeiten hinzukommen. Im Hinblick auf ihren Marathonstart am 26. Oktober in Frankfurt kann Sabrina Mockenhaupt nun sicherlich optimistisch sein. Eine Zeit um 2:26 Stunden scheint auf jeden Fall möglich zu sein.
Text: race-news-service.com
race-news | 03.10.2008
Haile läuft Dubai-, Paula New York-Marathon

Gebrselassie will seine Berliner Weltrekordzeit in Dubai unterbieten.
Foto: www.photorun.net
Die nächsten Starts der aktuellen Marathon-Weltrekordler stehen fest: Haile Gebrselassie wird auch im nächsten Jahr den Dubai-Marathon laufen. Das Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten findet am 16. Januar statt. Währenddessen wird Paula Radcliffe am 2. November als Titelverteidigerin beim New York-Marathon an den Start gehen.
Haile Gebrselassie hatte am vergangenen Sonntag den Berlin-Marathon gewonnen und dabei als erster Läufer eine Zeit unter 2:04 Stunden erreicht. Der Äthiopier verbesserte seinen eigenen Weltrekord um 27 Sekunden auf 2:03:59. Auf der superflachen Strecke von Dubai, die praktisch überhaupt keine Höhenunterschiede aufweist und zudem fast nur geradeaus führt, will Haile Gebrselassie seine Bestmarke weiter steigern. „Ich denke 2:03:30 Stunden kann ich rennen“, erklärte der Ausnahmeläufer in Berlin. „Vielleicht sind sogar 2:02:59 drin, wenn alles perfekt zusammenpasst.“ Im Vorfeld des Berlin-Marathons hatte Haile Gebrselassie unter einem leichten Wadenproblem gelitten, das ihn aber im Rennen nicht behinderte.
Im Januar war Haile Gebrselassie aufgrund eines zu schnellen Anfangstempos bei seiner Weltrekordjagd in Dubai gescheitert. Dennoch erreichte er mit 2:04:53 Stunden die bis heute drittschnellste Zeit aller Zeiten. Für einen Weltrekord zahlen die Scheichs in Dubai eine Rekordprämie von einer Million US-Dollar. 250.000 gibt es alleine für den Sieg.
Paula Radcliffe will am 2. November zum dritten Mal nach 2004 und 2007 den New York-Marathon gewinnen. Die Engländerin, die mit 2:15:25 Stunden den Weltrekord hält, hat in Big Apple gute Erfahrungen gemacht und jeweils in schwierigen Situationen gewonnen. 2004 triumphierte sie nach der Enttäuschung bei den Olympischen Spielen von Athen, wo sie das Rennen als Favoritin aufgegeben hatte, 2007 rannte sie ihren ersten Marathon nach der Geburt ihrer Tochter. In diesem Jahr hatten Paula Radcliffe immer wieder Verletzungen zurückgeworfen, so dass sie bei den Olympischen Spielen weit weg von ihrer Bestform ins Rennen ging. Als 23. erreichte sie in Peking das Ziel.
Text: race-news-service.com
race-news | 02.10.2008
Irina Mikitenko: „Die 2:20-Barriere war ein Traum“

Irina Mikitenko jubelt beim Zieleinlauf in Berlin.
Foto: www.photorun.net
Irina Mikitenko hat beim real,- Berlin-Marathon als erste deutsche Frau die 2:20-Stunden-Barriere durchbrochen. Neben einem deutschen Rekord war dies auch ein Altersklassen-Weltrekord für über 35-Jährige: Hier hielt bisher Lyudmila Petrova (Russland) die Bestmarke mit 2:21:29, die sie 2006 in London gelaufen war. Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) ist nun im Alter von 36 die viertschnellste Marathonläuferin aller Zeiten und hat die siebtschnellste Zeit aller Zeiten erreicht. Die Mutter zweier Kinder gab nach dem Rennen in Berlin das folgende Interview:
Wir fühlt man sich als viertschnellste Frau aller Zeiten?
Irina Mikitenko: „Sehr gut – das ist einfach der Wahnsinn. Ich hätte das nie geglaubt. Ich habe mir schon eine Zeit um die 2:21 Stunden zugetraut, aber unter 2:20 zu laufen, stand nicht heute eigentlich nicht auf dem Plan. Es ist mein Traum gewesen, einmal den Marathon unter 2:20 zu laufen.“
Hat Ihr Mann und Trainer, Alexander Mikitenko, Sie wieder versucht zu bremsen wie in London und Berlin im vergangenen Jahr?
Irina Mikitenko: „Ja, das hat er. Der Plan war, dass er bis Kilometer 30 der Chef ist und ich danach selbst entscheiden kann wie ich renne. Aber bei Kilometer 35 hat er immer noch gesagt, ich laufe zu schnell. Da hab ich dann gedacht, das geht doch nicht und habe ihm klar gemacht, dass ich jetzt so laufe wie ich es denke. Schließlich habe ich bei den vergangenen zwei Marathonläufen [in Berlin 2007 und in London 2008] schon einiges an Erfahrung gesammelt und kann meinen Körper ganz gut einschätzen.“
Wer hat denn zu Hause das Sagen, Sie oder Ihr Mann?
Irina Mikitenko: „Na ich. Das ist doch meistens so, dass die Frauen zu Hause Chef sind. Im Training aber sollte immer der Trainer das Sagen haben.“
Wann war Ihnen im Rennen klar, dass Sie gewinnen könnten?
Irina Mikitenko: „In der ersten Hälfte bin ich nach Plan gelaufen und habe mein eigenes Rennen gemacht. Die anderen Frauen sind ja ziemlich schnell losgelaufen. Nach der Hälfte, als ich dann eine nach der anderen überholt habe, wusste ich, dass ich auch gewinnen könnte. Von da an habe ich dann auch die Zeit im Auge gehabt. Aber im Ziel konnte ich es trotzdem nicht fassen.“
Empfanden Sie, wie andere Läufer auch, die Bedingungen in Berlin optimal?
Irina Mikitenko: „Die Bedingungen waren perfekt. Das Wetter war sehr gut und der Wind nicht so stark. Am meisten muss ich mich aber bei meinen Pacemakern und den Zuschauern an der Strecke bedanken. Meine Pacemaker haben mir bis zum Schluss geholfen und die Zuschauer waren einfach spitze. Ich bin nicht einen Meter gerannt, ohne meinen Namen und Beifall zu hören. Das war schon Wahnsinn. Ich habe noch nie so viele Menschen bei einem Marathon gesehen. Alles zusammen hat mich das so angetrieben, dass diese tolle Zeit herausgekommen ist.“
Wie geht es jetzt für Sie weiter?
Irina Mikitenko: „Zunächst muss ich mich erst einmal erholen. Dann werde ich aufgrund der Situation in der World Marathon Majors-Serie nach New York fliegen. Allerdings werde ich dort nicht laufen. Eine Leistung wie in Berlin kann man nicht alle fünf Wochen zeigen. In New York zu laufen und dann keine Leistung zu bringen, das ist nicht mein Ding. Wenn ich zukünftig starte, dann möchte ich in dem Bereich laufen können wie am Sonntag in Berlin. Fünf Wochen sind einfach eine viel zu kurze Regenerationszeit, zumal ich auch im nächsten Jahr noch gute Wettkämpfe laufen möchte. Geld ist nicht alles, ich war in diesem Jahr schon sehr erfolgreich, bin zufrieden und habe ja auch einiges verdient.“
Sie können es sich in New York also auf der Ehrentribüne gemütlich machen und dann vielleicht am Ende eine höhere Prämie verdienen als alle anderen Läufer dort. Schauen Sie auf die World Marathon Majors-Wertung, in der sich der beste Mann und die beste Frau eine Million US-Dollar teilen?
Irina Mikitenko: „Wie gesagt, Geld ist nicht alles. Ich laufe vor allem, weil es mir Spaß macht und ich würde auch nicht meine Gesundheit wegen des Geldes aufs Spiel setzen – deswegen starte ich auch nicht in New York. Aber ich schaue jetzt natürlich auf die WMM-Serie, denn ich habe ja immer noch eine Chance zu siegen. Es hängt alles von drei anderen ab – Gete Wami, Catherine Ndereba und Chunxiu Zhou. Es wäre natürlich toll, diese riesige Prämie zu gewinnen. Man hat ja als Sportler auch keine endlos lange Karriere. Aber wenn es jetzt nicht klappt, habe ich ja im nächsten Jahr auch noch eine Chance, denn in der Serie 2008-2009 liege ich inzwischen in Führung.“
Ihre Familie ist sicher stolz auf Sie?
Irina Mikitenko: „Oh ja. Mein Mann sowieso. Auch meine beiden Kinder sind stolz auf mich – sie machen aber auch mich stolz. Nachdem ich in London gewonnen hatte, haben sie bei meiner Heimkehr ein großes Plakat mit Luftballons am Haus aufgehängt, auf dem stand: Mama, wir sind stolz auf Dich. Das macht einen als Mutter auch stolz!“
Schauen sich die Kinder denn Ihre Rennen im Fernsehen an?
Irina Mikitenko: „Meistens ja. Es hängt ein bisschen von den Uhrzeiten ab. Mein Großer [Alexander, 14 Jahre] schaut eigentlich immer am Fernseher zu. Vanessa [3 Jahre] ist noch etwas zu klein für das ganze Rennen. Aber sie bekommt natürlich auch alles mit. Vielleicht schaffen wir es irgendwann einmal, beide zu einem Rennen mitzunehmen.“
Gibt es bei Ihnen zu Hause eine Wand oder ein Regal mit Erinnerungen an Ihre Erfolge?
Irina Mikitenko: „Ja, wir schon vor einiger Zeit angefangen alles zu sammeln. Von jedem Rennen habe ich Souvenirs, Startnummern, Trikots und andere Dinge aufgehoben. Man lebt schließlich nur einmal und Erfolge schaut man sich auch im Rückblick gerne noch einmal an. Aus London habe ich beispielsweise mein Zielfoto. Es ist schön, Freunden etwas zeigen zu können und das ist auch für mich selbst motivierend.“
Inwieweit hat sich seit den Erfolgen Ihre Einstellung vor einem Rennen verändert?
Irina Mikitenko: „Die Erwartungen, die ich an mich selbst stelle und die von Außenstehenden kommen, sind größer geworden. Der Druck ist aber nicht viel größer geworden. Ich möchte immer gut laufen von daher entscheide ich mich nur für ein Rennen, wenn ich stark genug bin und davon überzeugt, vorne mit dabei zu sein. Meine Vorbereitung hat sich im Gegensatz zu früher auch verändert. Ich habe viel lernen müssen bei den Vorbereitungen für die ersten beiden Marathonrennen. Früher habe ich viel weniger Umfänge trainiert. Heute kommen schon mal 200 km pro Woche zusammen. Aber ich kann mich auch in dieser Hinsicht noch steigern in der Zukunft.“
Sie haben sich in diesem Jahr einige Träume erfüllt – was kann da im Jahr 2009 noch kommen?
Irina Mikitenko: „Das Jahr 2008 war wirklich toll. Erst siegte ich in London und dann in Berlin, wo ich im letzten Jahr erst meine Marathon-Karriere begonnen hatte. Eigentlich hatte ich mir für dieses Jahr in Berlin ,nur’ den Sieg vorgenommen. Dass es dann eine so schnelle Zeit wurde, kann ich irgendwie immer noch nicht glauben. Im nächsten Jahr ist die WM in Berlin mein großes Ziel. Es wäre klasse, wenn ich den Erfolg vom real,- Berlin-Marathon bei der WM wiederholen könnte. Beim Flora London-Marathon möchte ich natürlich im nächsten April meinen Titel verteidigen und vielleicht schaffe ich es dann auch noch, etwas von der Stadt zu sehen.“
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