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race-news | 30.08.2008
Pamela Jemilo setzt Sieg- und Rekordserie in Zürich fort

Pamela Jelimo war auch in Zürich nicht zu stoppen.
Foto: www.photorun.net
Pamela Jelimo hat ihre Sieg- und Rekordserie in Zürich fortgesetzt. Die 18-jährige Kenianerin gewann elf Tage nach ihrem 800-m-Olympiasieg auch bei dem AF Golden League-Meeting in der Schweiz und sorgte mit einem Afrikarekord, Juniorinnen-Weltrekord sowie einer Jahresweltbestzeit für die hochklassigste Leistung bei dem Traditions-Meeting. Unterstützt von Tempomacherinnen stürmte Kenias erste 800-m-Olympiasiegerin in Zürich nach 1:54,01 Minuten ins Ziel. Damit hatte sie fast vier Sekunden Vorsprung auf Maryam Jamal (Bahrain/1:57,80). Dritte wurde ihre Landsfrau Janeth Jepkosgei mit 1:58,26. Pamela Jelimo blieb auch in ihrem zwölften 800-m-Rennen ungeschlagen.
Die Kenianerin bleibt damit neben der kroatischen Hochspringerin Blanka Vlasic im Rennen um den AF Golden League-Jackpot von einer Million Dollar. Gewinnen beide Athletinnen auch am kommenden Freitag beim abschließenden Meeting der Serie in Brüssel, teilen sie sich die Dollar-Million.
„Ich bin nach diesem Rennen und nach Olympia sehr müde, deswegen glaube ich eher nicht, dass ich in diesem Jahr noch den Weltrekord erreichen kann – vielleicht eher nächstes Jahr“, erklärte Pamela Jelimo, die in Zürich die zwei Stadionrunden so schnell lief wie seit 25 Jahren keine Frau mehr. Nur Weltrekordlerin Jarmila Kratochvilova (Tschechische Republik/1:53,28 Minuten in München 1983) und Nadezhda Olizarenko (Ukraine/1:53,43 Minuten in Moskau bei den Olympischen Spielen 1980) waren noch schneller als Pamela Jelimo. 1989 war die Kubanerin Ana Fidelia Quirot als Weltcup-Siegerin in Barcelona 1:54,44 Minuten gelaufen.
Bei den Männern überzeugte der Doppel-Olympiasieger Kenenisa Bekele (Äthiopien) in Zürich mit einer Jahresweltbestleistung über 5.000 m. Er war nach 12:50,18 Minuten deutlich vor Moses Kipsiro (Uganda/12:59,48) und Moses Masai (Kenia/13:00,15) im Ziel. Aufgrund der Belastungen von Peking hatte Bekele keine Jagd auf seinen eigenen Weltrekord von 12:37,35 Minuten gestartet. Während sich über 1.500 m der Olympiasieger Rashid Ramzi (Bahrain/3:32,86) dem Kenianer Haron Keitany (3:32,06) geschlagen geben musste, siegte über 3.000 m Hindernis Paul Koech mit 8:04,26 vor dem Franzosen Mahiedine Mekhissi-Benabbad (8:08,95).
Text: race-news-service.com
race-news | 27.08.2008
Das Marathon-Jubiläum: 100 Jahre 42,195 km

Sammy Wanjiru, der spätere Sieger, übernimmt die Führung beim Marathon in Peking. Der Kenianer lief 2:08:32 Stunden und war damit fast 50 Minuten schneller als John Hayes vor 100 Jahren.
Foto: www.photorun.net
Der Marathon der Männer, der in Peking am Sonntag als letzte Leichtathletik-Disziplin gestartet wurde und den der Kenianer Sammy Wanjiru gewann, gehört zu den ältesten leichtathletischen Disziplinen. Bereits 1896 bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen stand das Rennen auf dem Programm. Die heutige Streckenlänge allerdings feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. Denn erst bei den Olympischen Spielen in London wurden am 24. Juli 1908 erstmals jene 42,195 km gelaufen, die heute Standard sind und für viele hunderttausend Freizeitläufer eine ebenso große wie beliebte Herausforderung.
Es klingt kurios, aber ohne den Ausbruch des Vesus zwei Jahre zuvor wäre die Distanz heute sicherlich eine andere. Eigentlich sollten die Olympischen Spiele 1908 nämlich in Rom stattfinden und nicht in London. Doch die Vulkan-Katastrophe mit über 100 Toten führte dazu, dass die Italiener die Spiele zurückgaben. Die Engländer sprangen ein.
Bei vorherigen Auflagen der Olympischen Spiele war die Marathondistanz nicht genau festgelegt. Sie betrug rund 40 Kilometer. Das wäre auch in Rom so gewesen. In London jedoch wurden daraus 1908 zum ersten Mal 42,195 km. Dass diese Länge herauskam, hängt wiederum mit dem britischen Königshaus zusammen. Die Strecke wurde damals vom Eingang des Olympiastadions rückwärts vermessen. 40 Kilometer waren in Eton erreicht. Doch der Startpunkt sollte direkt an der Ost-Terrasse des Schlosses Windsor liegen, damit die königliche Familie bequem zuschauen konnte. Von Eton betrug die Distanz bis dorthin noch gut eine Meile. Damit war die Strecke 42 Kilometer lang.
Doch dabei blieb es nicht, denn auch im Olympiastadion war eine Anpassung nötig. Das Ziel musste vor der königlichen Loge platziert werden. So kamen noch einmal 195 Meter hinzu: 42,195 km. Der Londoner Marathon des Jahres 1908 wurde allerdings nicht gleich zum Standardmaß. Das IOC beschloss 1914 zunächst eine Marathonlänge von genau 42 Kilometern. Doch nachdem die olympische Strecke in Amsterdam 1920 aufgrund der örtlichen Gegebenheiten auf 42,75 km verlängert worden war, begann die Diskussion von neuem. Es war schließlich die Weltrekord-Kommission des 1913 in Berlin gegründeten internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF, die ein Jahr nach den Spielen von Amsterdam beschloss, dass die Distanz fortan 42,195 km betragen soll.
Die 195 zusätzlichen Meter im Londoner Stadion kosteten übrigens 1908 Dorando Pietri den Olympiasieg. Der Italiener erreichte als erster das Stadion, brach jedoch erschöpft zusammen. Taumelnd schleppte er sich dann in Richtung Ziellinie. Als der US-Amerikaner John Hayes, der sich seine Kräfte besser eingeteilt hatte, das Stadion erreichte, konnten es einige Offizielle nicht mehr mit ansehen. Sie führten den Italiener über die Ziellinie, was zur Folge hatte, dass Dorando Pietri disqualifiziert wurde. Der Sieger hieß John Hayes in 2:55:18,4 Stunden.
Text: race-news-service.com
race-news | 25.08.2008
Olympia spezial: Viktor Röthlin wieder bester weißer Marathonläufer

Viktor Röthlin war bester nicht-afrikanischer Marathonläufer in Peking.
Foto: www.photorun.net
Viktor Röthlin hat beim olympischen Marathon in Peking einmal mehr seine Ausnahmestellung unter den nicht-afrikanischen Marathonläufern bewiesen. Der 33-jährige Schweizer war wie schon vor einem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Osaka der beste weiße Läufer im Rennen über die 42,195 km. Während er in Japan 2007 überraschend eine Bronzemedaille gewonnen hatte, wurde er nun bei Olympia Sechster in 2:10:35 Stunden. Nur um 35 Sekunden verpasste Viktor Röthlin, der in der letzten Phase des Rennens stark aufholte, die Bronzemedaille. Damit war er der beste nicht-afrikanische Marathonläufer bei den Olympischen Spielen – eine hochklassige Leistung des Schweizers.
Es gab nicht wenige in der Schweiz, die Viktor Röthlin eine Bronzemedaille zugetraut hatten. Darunter war auch Markus Ryffel, der 1984 bei Olympia über 5.000 m Silber gewonnen hatte und für Röthlin schon als Kind ein Vorbild war. Doch es gibt keinen Grund, über Platz sechs enttäuscht zu sein. Wie bahnbrechend dieser olympische Erfolg für einen Schweizer Marathonläufer war, zeigt ein Blick in die Statistiken: Die beste Schweizer Platzierung bei einem olympischen Marathon datiert aus dem Jahr 1948! Damals wurde Kaspar Schiesser 22. in 2:52:09 Stunden.
„Hier in Peking Sechster zu werden und bester weißer Läufer zu sein, ist ein großer Erfolg für mich“, sagte Viktor Röthlin. „Ich hatte gehofft, dass die Kenianer eine Halbmarathonzeit von 64:30 Minuten anpeilen würden. Das wäre ideal für mich gewesen. Aber sie sind deutlich schneller gelaufen – zu schnell für mich. Es war zwar hart, alleine zu laufen, aber ich wollte nicht in einem Bus meinen olympischen Marathon beenden sondern ins Stadion einlaufen. Auf der Strecke war es zeitweise schwierig, da ich alleine laufend manchmal die Orientierung verloren hatte, wo ich eigentlich lag. Aber etwa alle fünf Kilometer bekam ich von unserem Team Informationen, das hat geholfen. Als dann einer der Amerikaner zu mir aufschloss, hat mich das wachgerüttelt. Dann ging es einfacher, und zudem habe ich dann nach und nach zurückfallende Läufer eingeholt. Das motiviert natürlich“, erzählte Viktor Röthlin, der nicht damit rechnet, in London 2012 noch dabei zu sein. „Das war meine beste Chance bei Olympia – vor vier Jahren war ich noch nicht gut genug, in vier Jahren werde ich zu alt sein. In London kommentiere ich dann vielleicht den Marathon.“
Viktor Röthlin, der als Läufer nur einen Trainer hatte (Robert Haas) und sich seit 2000 selbst coacht, trainiert regelmäßig mit den Kenianern um den London-Marathon-Sieger Martin Lel, der bei Olympia Fünfter wurde. Im Sommer bereitete er sich unter anderem auf der Seiser Alm in Südtirol auf den Olympia-Marathon vor. In der Höhenlage trainierten zeitweise auch die Kenianer um Martin Lel.
Auch wenn es zurzeit nicht so aussieht, als ob Viktor Röthlin in vier Jahren noch bei Olympia starten würde, dürfte er bei diversen City-Marathonrennen noch eine sehr gute Rolle spielen können. Vielleicht kann er dabei seine hochklassige Bestzeit von 2:07:23 Stunden, mit der er im Winter den Tokio-Marathon gewonnen hatte, noch unterbieten. Das Motto auf seiner web-Page lautet: “If you can dream it you can do it.”
Text: race-news-service.com
race-news | 24.08.2008
Olympia aktuell: Sammy Wanjiru – Kenias Stolz im Marathon

Sammy Wanjiru gewinnt die erste olympische Marathon-Goldmedaille für Kenia.
Foto: www.photorun.net
Sammy Wanjiru hat sich in Peking den Status eines kenianischen Volkshelden erlaufen. Der 21-Jährige wurde am Sonntag zum ersten Marathon-Olympiasieger seines Landes. Obwohl die Kenianer seit Jahren die Marathonszene dominieren, war es zuvor in der olympischen Geschichte nie einem ihrer Topläufer gelungen, den Klassiker über 42,195 km zu gewinnen. Im letzten Wettbewerb der olympischen Leichtathletik stellte Sammy Wanjiru einen olympischen Rekord auf: Nach 2:06:32 Stunden lief er ins Ziel im Olympiastadion, wo am Morgen rund 60.000 Zuschauer auf die Marathonläufer warteten.
Für den kenianischen Youngster war es erst der dritte Marathon seiner Karriere: Im Dezember 2007 hatte er sein Debüt in Fukuoka (Japan) gewonnen und war dabei mit 2:06:39 Stunden das drittschnellste Marathondebüt aller Zeiten gelaufen. Im April wurde er dann knapp geschlagener Zweiter beim London-Marathon in 2:05:24 Stunden. Sieger war damals sein Landsmann Martin Lel (2:05:15), der in Peking als Fünfter mit 2:10:24 ins Ziel kam.
Hinter Sammy Wanjiru gewann der Marokkaner Jaouad Gharib die Silbermedaille mit 2:07:16 Stunden, auf den Bronzerang lief Tsegay Kebede in 2:10:00. Erst im Stadion hatte der Äthiopier seinen Landsmann Deriba Merga (2:10:21) überholt und noch auf Rang vier verdrängt. Als bester nicht-afrikanischer Läufer zeigte der WM-Dritte Viktor Röthlin (Schweiz) einmal mehr eine hochklassige Leistung. Als Sechster lief er 2:10:35 Stunden.
In einem Meisterschaftsrennen bei warmem Wetter mit Temperaturen die im Laufe des Rennens von 24 auf 30 Grad Celsius stiegen und einer von 52 auf 39 Prozent fallenden Luftfeuchtigkeit ist die Siegzeit von 2:06:32 Stunden außerordentlich stark. Bei einem City-Marathonrennen mit Tempomachern und kühlen Temperaturen sollte Sammy Wanjiru in der Lage sein, den Weltrekord von Haile Gebrselassie (Äthiopien/2:04:26 Stunden) brechen zu können. Den 24 Jahre alten olympischen Rekord von Carlos Lopes verbesserte der Kenianer in Peking um fast drei Minuten. Der Portugiese hatte 1984 in Los Angeles in 2:09:21 Stunden gewonnen.
„Unsere Athleten haben für Kenia schon viele Medaillen gewonnen, aber ich bin froh, dass ich diese hier gewonnen habe. Es ist ein tolles Gefühl, Geschichte geschrieben zu haben für Kenia“, sagte Samuel Wanjiru, der im vergangenen Jahr bereits Haile Gebrselassie den Halbmarathon-Weltrekord abgenommen hatte und auf 58:33 Minuten gesteigert hatte.
Beim olympischen Rennen durch Peking überraschten die Kenianer, weil sie von Anfang an ein für Meisterschaftsrennen ungewöhnlich schnelles Tempo vorlegten. „Es war unser Plan, schnell loszulaufen, denn wir wollten die Spreu vom Weizen trennen und vor allem die Europäer und Amerikaner hinter uns lassen“, erklärte Martin Lel. Diese Taktik ging auf. Schnell zog sich das Feld der 95 Läufer weit auseinander. Als die Halbmarathonmarke nach extrem schnellen 62:34 Minuten erreicht war, waren die Afrikaner unter sich: Neben Sammy Wanjiru und Martin Lel rannten der Äthiopier Deriba Merga und Yonas Kifle (Eritrea) sowie der Marokkaner Jaouad Gharib an der Spitze. Rund fünf Kilometer vor dem Ziel löste sich Wanjiru dann von seinem letzten, verbliebenen Konkurrenten Gharib.
„Es war ein hartes Rennen aufgrund der hohen Temperaturen“, erklärte Sammy Wanjiru, der teilweise in Japan lebt und die Sprache beherrscht. Im Alter von 16 Jahren hatte er ein Stipendium bekommen und war nach Japan gezogen. Eine Reihe von kenianischen
Weltklasseläufern hatten dies bereits vor ihm gemacht. „Das war am Anfang nicht einfach, aber ich hatte einen sehr rücksichtsvollen Lehrer, der mir sehr geholfen hat“, erzählte Sammy Wanjiru, dessen Trainer Koichi Morishita ist. Der Japaner hatte beim olympischen Marathon in Barcelona 1992 die Silbermedaille gewonnen. Für den Olympia-Marathon hat Wanjiru allerdings in Kenia trainiert. Sein nächstes Ziel ist klar: „Im nächsten Jahr werde ich in Berlin starten. Aber nicht bei der WM sondern beim Berlin-Marathon. Auf der schnellen Strecke möchte ich den Weltrekord brechen und unter 2:04 Stunden laufen“, erklärte der Olympiasieger.
Glänzend schlug sich einmal mehr Viktor Röthlin. Der 33-jährige Schweizer, der in diesem Jahr bereist den Tokio-Marathon gewonnen hatte, musste dabei weite Teile des Rennens alleine laufen. „Hier Sechster zu werden und bester Weißer zu sein, das ist super für mich. Eine Medaille wäre natürlich der Supergau gewesen, leider hat es dazu nicht gereicht“, erklärte Viktor Röthlin und fügte hinzu: „Das Tempo war am Anfang zu schnell für mich. Ich wollte hier nicht im Bus enden sondern ins Stadion laufen. Ich denke, ich habe eine sehr gute Balance gefunden. Ich bin am Limit gelaufen, aber nicht über das Limit hinaus gegangen“, sagte Viktor Röthlin. „Diese Olympischen Spiele waren meine Chance, denn vor vier Jahren war ich noch nicht so weit und in vier Jahren werde ich zu alt sein.“
Text: race-news-service.com
race-news | 23.08.2008
Olympia aktuell: Bekele schafft das Doppel, Yego und Langat siegen für Kenia

Bekele hat über 5.000 m seine zweite Goldmedaille gewonnen.
Foto: www.photorun.net
Einen Tag nach dem Triumph seiner Landsfrau Tirunesh Dibaba zog Kenenisa Bekele nach und gewann ebenfalls seine zweite Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von Peking. Sechs Tage nach dem 10.000-m-Sieg setzte sich der Äthiopier auch über die 5.000 m durch. Dabei war er im Spurt einmal mehr nicht zu schlagen und war am Ende in 12:57,82 Minuten sogar mit rund fünf Sekunden Vorsprung im Ziel. Die Zeit ist ein olympischer Rekord. Die beiden Kenianer Eliud Kipchoge (13:02,80) und Edwin Soi (13:06,22) belegten die Plätze zwei und drei.
Nach dem Finnen Hannes Kolehmainen (1912), dem Tschechen Emil Zatopek (1952 plus Gold im Marathon), dem Russen Vladimir Kuts (1956), dem Finnen Lasse Viren (1972 und 1976) sowie dem Äthiopier Miruts Yifter (1980) schaffte nun auch Kenenisa Bekele den olympischen Doppelsieg. Und noch etwas war neu bei Bekele: Bei der anschließenden Pressekonferenz brauchte er keinen Dolmetscher mehr sondern beantwortete die Fragen auf Englisch direkt. Zwar verstand Bekele noch nicht alles auf Anhieb, aber auch auf diesem Gebiet macht er Fortschritte.
„Das ist ein fantastischer Erfolg für mich“, sagte Kenenisa Bekele. „Nach einem 10.000-Meter-Finale noch 5.000 Meter zu laufen, das ist hart, denn man hat schon viel Energie über die längere Strecke verloren.“ Auf dem letzten Kilometer des 5.000-m-Rennens hatte Bekele an der Spitze das Tempo forciert. Schließlich konnten nur noch Kipchoge und Soi mithalten. Doch auf der letzten Runde hatten sie gegen den Spurt von Bekele keine Chance. Keine Chance hatte in diesem Tempo-Steigerungslauf Weltmeister Bernard Lagat: Der US-Amerikaner wurde Neunter in 13:26,89 Minuten.
Im dritten Versuch hat Kenenisa Bekele nun erstmals nach einem 10.000-m-Rennen bei einem globalen Titelkampf auch über 5.000 m gewonnen. Bei der WM 2003 in Paris hatte ihn Eliud Kipchoge geschlagen, ein Jahr später in Athen war Hicham El Guerrouj (Marokko) schneller. „Bei Olympia in Athen war ich noch zu jung und machte wahrscheinlich taktische Fehler im Lauf, vor allem beim Spurt. Jetzt bin ich stärker und denke mehr über das Rennen nach“, erklärte der 26-jährige Bekele, dessen Bruder Tariku Sechster wurde in 13:19,06 Minuten. Fünfter war der dritte Äthiopier, Abreham Cherkos (13:16,46). „Wir hatten den Rennverlauf besprochen, aber wir machten dann nicht das, was wir besprochen hatten“, antwortete Kenenisa Bekele auf die Frage, ob es taktische Absprachen mit seinen Landsleuten gegeben habe. „Wir wollten eigentlich das Rennen nach 2.000 Metern schnell machen, aber dann haben wir es schon nach einer Runde gemacht. Schade, dass die anderen keine Medaille gewonnen haben.“
Gefragt, ob er sich vorstellen könne, wie einst Emil Zatopek und Lasse Viren, bei den Olympischen Spielen 2012 in London auch noch im Marathon zu rennen, wenn es der Zeitplan zuließe, antwortete Bekele: „Das ist eine schwere Frage, ob ein Dreifach-Start möglich wäre – das kann ich jetzt einfach noch nicht beantworten.“
Einen in solch einem Finale seltenen Start-Ziel-Sieg schaffte über 800 m der Kenianer Wilfred Bungei. Der 28-jährige Hallen-Weltmeister des Jahres 2006 feierte in 1:44,65 Minuten den größten Triumph seiner Karriere und gewann das erste kenianische Olympiagold über 800 m bei den Männern seit William Tanui, der 1992 in Barcelona triumphiert hatte.
Vom Start übernahm Bungei zunächst gemeinsam mit seinem Landsmann Alfred Yego die Spitze und passierte die 400-m-Marke nach 53,35 Sekunden. Als auf der Gegengerade dann der Angriff von Ahmed Ismail (Sudan) kam, hielt Bungei gegen. Der Kenianer war stark genug, um den Vorsprung bis ins Ziel zu verteidigen. Ismail wurde Zweiter in 1:44,70 Minuten, Yego, der zwischenzeitlich auf Rang fünf zurückgefallen war, holte auf den letzten 70 Metern noch auf und gewann Bronze in 1:44,82. „Ich war schon früher ein Frontrunner, aber eigentlich hatte ich das hier so nicht geplant“, erklärte Wilfred Bungei, der 2004 bei Olympia in Athen Fünfter gewesen war. Sein bisher größter Erfolg war ein zweiter Platz bei der WM 2001 in Edmonton. „Ich werde jetzt nach Kenia zurückkehren und meinen Olympiasieg feiern. Danach überlege ich, ob ich meine Karriere fortsetze.“
„Dies ist ein toller Abend für die Kenianer. Als wir ins Stadion kamen, wussten wir nicht so genau, was wir erreichen könnten – jetzt haben wir zwei Goldmedaillen gewonnen“, sagte Wilfred Bungei. Die zweite Goldmedaille für das Läuferland war dabei eine echte Überraschung und ein Durchbruch für Kenia: Nancy Langat wurde Olympiasiegerin über 1.500 m. Nie zuvor hatte eine Kenianerin über diese Strecke bisher eine Medaille gewonnen, nicht einmal eine Platzierung unter den ersten Acht gab es bei Olympischen Spielen. Nun stürmte Nancy Langat am Tag nach ihrem 27. Geburtstag zum Gold in persönlicher Bestzeit von 4:00,23 Minuten.
300 Meter vor dem Ziel hatte sich die Favoritin Maryam Jamal (Bahrain) an die Spitze gesetzt und schien dem Sieg entgegenzulaufen. Doch Nancy Langat wurde sie nicht los. Und die Kenianerin ging ihrerseits noch auf der Gegengeraden an der Weltmeisterin von Osaka 2007 vorbei. Jamal brach dann auf der Zielgeraden ein und blieb am Ende als Fünfte in 4:02,71 Minuten ohne Medaille. Silber und Bronze gingen an die beiden Ukrainerinnen Iryna Lishchynska (4:01,63) und Nataliya Tobias (4:01,78), Vierte wurde die Britin Lisa Dobriskey (4:02,10). „Das hätte ich nicht für möglich gehalten – ich bin stolz“, sagte Nancy Langat.
Text: race-news-service.com
race-news | 22.08.2008
Olympia aktuell: Tirunesh Dibaba schreibt mit Doppelsieg Sportgeschichte

Tirunesh Dibaba (links) verwies auch über 5.000 m Elvan Abeylegesse auf Rang zwei.
Foto: www.photorun.net
Tirunesh Dibaba hat in Peking olympische Leichtathletik-Geschichte geschrieben. Die 23-jährige Äthiopierin gewann nach dem 10.000-m-Lauf zum Auftakt nun eine Woche später auch das Rennen über 5.000 m. Im Spurt setzte sie sich dabei nach einem langsamen, taktischen Lauf letztlich souverän durch. Nach 15:41,40 Minuten stürmte Tirunesh Dibaba ins Ziel. Silber ging wie über 10.000 m an die Türkin Elvan Abeylegesse (15:42,74), Meseret Defar (Äthiopien) gewann mit 15:44,12 die Bronzemedaille.
Tirunesh Dibaba ist damit die erste Frau, der dieser olympische Doppeltriumph gelang. Fünf Männer schafften das in der Historie der Spiele bisher: der Finne Hannes Kolehmainen (1912), der Tscheche Emil Zatopek (1952 siegte er zudem im Marathon), der Russe Vladimir Kuts (1956), der Finnen Lasse Viren (1972 und 1976) sowie der Äthiopier Miruts Yifter (1980). Die Frauen-Langstreckenrennen stehen allerdings erst seit neuerer Zeit auf dem olympischen Programm. „Das ist ein riesiger Erfolg für mich. Ich hatte damit nicht gerechnet, als ich nach Peking kam“, erklärte Tirunesh Dibaba.
Das hochkarätig besetzte Finale begann im Bummeltempo. Es war die 3.000-m-Hindernis-Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Gulnara Galkina-Samitova (Russland), die das Feld nach 3:39,20 Minuten durch die 1.000-m-Marke führte. Sie wurde am Ende nur Zwölfte in 15:56,97. Richtig schnell wurde nur der letzte Kilometer gelaufen: In knapp 2:37 Minuten absolvierte Tirunesh Dibaba diesen 1.000-m-Abschnitt. Sie übernahm dabei gut eine Runde vor Schluss die Führung von Elvan Abeylegesse und forcierte das Tempo dann 200 Meter vor dem Ziel noch einmal entscheidend. „Ich wusste, dass ich hier noch eine zweite Medaille gewinnen könnte. Und ich bin mit Silber sehr zufrieden. Tirunesh Dibaba ist ein wirklich starke Athletin“, erklärte Elvan Abeylegesse.
Beim Erreichen von zuvor Unerreichtem hat Tirunesh Dibaba trotz ihrer erst 23 Jahre bereits Erfahrung. Bei den Weltmeisterschaften 2003 in Paris wurde sie zur bis heute jüngsten Goldmedaillengewinnerin in einer Einzeldisziplin in der Geschichte dieser Titelkämpfe, die 1983 in Helsinki begann. Die äthiopische 5.000-m-Siegerin war damals 18 Jahre und 90 Tage alt. Ein Jahr später sorgte Tirunesh Dibaba wieder für ein Superlativ: In Athen wurde sie Dritte über 5.000 m und damit zur jüngsten olympischen Medaillengewinnerin ihres Landes aller Zeiten. Ein Novum erreichte sie als 20-Jährige bei der WM 2005 in Paris. Dort schaffte sie als erste in der Geschichte dieser Titelkämpfe einen Doppelsieg über 5.000 und 10.000 m.
„Mein Ziel ist es, Äthiopiens erfolgreichste Olympionikin zu werden. Erst möchte ich alles auf der Bahn gewinnen, was möglich ist. Danach kommt der Marathon“, sagt Tirunesh Dibaba. Nach Peking ist sie auf dem richtigen Weg, ihre Ziele zu erreichen.
Text: race-news-service.com
race-news | 21.08.2008
Olympia aktuell: Favoriten stolpern über 800 Meter

Vor vollen Rängen finden im 90.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion in Peking die Lauf-Wettbewerbe statt.
Foto: www.photorun.net
Eine Überraschung gab es im olympischen 800-m-Halbfinale der Männer. Der große Favorit, Abubaker Kaki (Sudan), verpasste das Finale, das am Sonnabend stattfindet. Der 19-jährige Junioren-Weltrekordler und Hallen-Weltmeister verlor in der zweiten Runde seines Rennens etwa 250 Meter vor dem Ziel den Anschluss an die Spitze und wurde schließlich Letzter mit 1:49,19 Minuten. Dieses Rennen gewann Nabil Madi (Algerien) in 1:45,63 Minuten während die beiden Kenianer Wilfred Bungei (1:46,23) und der amtierende Weltmeister Alfred Yego Kirwa (1:44,73) die weiteren zwei Läufe für sich entschieden.
Die Kenianer sind nun am Sonnabend Favoriten, zumal mit Yuriy Borzakovskiy (Russland) auch der Titelverteidiger im Semifinale hängen blieb. Er wurde Dritter seines Laufes in 1:46,53 Minuten. „Ich erwarte eine spannende Spurtentscheidung im Finale – dafür bin ich bereit“, sagte Alfred Yego Kirwa.
Außerdem standen am Donnerstag im Olympiastadion von Athen die Halbfinalläufe über 1.500 m der Frauen auf dem Programm. Hier waren die Weltmeisterin Maryam Jamal (Bahrain/4:05,14 Minuten), Iryna Lishchynska (Ukraine/4:13,60) und Nancy Lagat (Kenia/4:03,02) die Sieger der einzelnen Rennen. Großbritanniens Youngster Stephanie Twell, deren Leistungen manchmal in England mit denen von Paula Radcliffe als Juniorin verglichen werden, verpasste das Finale knapp. Die 19-Jährige wurde Sechste ihres Rennens in 4:06,68 Minuten. Deutsche Läufer sind in Peking nicht mehr am Start.
Text: race-news-service.com
race-news | 21.08.2008
Olympia spezial: Pamela Jelimo startet eine neue Ära für Kenia

Pamela Jelimo (links) und Janeth Jepkosgei dominierten das 800-m-Finale in Peking.
Foto: www.photorun.net
Pamela Jelimo sorgte in dieser Saison bereits vor Olympia für viel Aufsehen. Die frühere 400-m-Läuferin eroberte die 800-m-Distanz im Sturm. Erst 18 Jahre alt, hat sie alle ihre Rennen über die zwei Stadionrunden gewonnen. Das olympische Finale war erst 800-m-Lauf Nummer elf in ihrer Karriere. Nachdem ihre Freundin und Trainingspartnerin Janeth Jepkosgei (Kenia), die 800-m-Weltmeisterin von Osaka, in der ersten Runde des Finales von Peking für das Tempo gesorgt hatte, ging Pamela Jelimo an die Spitze und siegte schließlich in 1:54,87 Minuten vor ihrer Landsfrau – damit hatte sie zum vierten Mal in diesem Jahr einen Juniorinnen-Weltrekord aufgestellt und zum dritten Mal einen Afrika-Rekord.
Doch noch mehr erreichte auch Pamela Jelimo in China: Sie ist die erste kenianische Frau, die über eine Mittelstrecke eine olympische Medaille gewonnen hat. Im vergangenen Jahr hatte Janeth Jepkosgei die erste 800-m-Medaille bei einer WM für Kenias Frauen gewonnen. Für Pamela Jelimo ist sogar der 25 Jahre alte Weltrekord der Tschechin Jarmila Kratochvilova, die 1983 in München 1:53,28 Minuten gelaufen ist, in reichweite – das zeigte das olympische Finale ohne Tempomacherinnen einmal mehr.
Pamela Jelimo wurde einst von ihrer Mutter inspiriert, mit der Leichtathletik zu beginnen. Die Mutter rannte früher 200 und 400 m. Doch das war zu einer Zeit, als Kenias Frauen in der internationalen Leichtathletik noch keine Rolle spielten. Pamela Jelimo war bis zum letzten Jahr selbst noch eine 200- und 400-m-Läuferin. Doch von der Weltspitze war sie damals weit entfernt. Es war dann unter anderen Janeth Jepkosgei, die sie überzeugte, sich über 800 m zu versuchen. „Das war nicht leicht, mich zu überreden, denn ich wollte zunächst 400-Meter-Läuferin bleiben. Und ich musste dann sehr viel trainieren, um besser zu werden.“ Als Pamela Jelimo dann jedoch überraschend Afrika-Meisterin wurde und dabei die legendäre Maria Mutola (Mozambique) schlug, die in Peking Fünfte wurde, stand für sie fest: die 800 m sind ihre Strecke.
„Es ist gut, dass jetzt auch die kenianischen Frauen Medaillen gewinnen – und einige von ihnen sind sehr schnell. Pamela Jelimo und Janeth Jepkosgei sind für mich wie Schwestern, denn sie kommen aus dem gleichen Dorf wie ich“, erklärte der 800-m-Weltrekordler Wilson Kipketer.
Text: race-news-service.com
race-news | 20.08.2008
Olympia aktuell: Bekele und Lagat im 5.000-m-Finale

Weltmeister Bernard Lagat qualifizierte sich souverän für das 5.000-m-Finale.
Foto: www.photorun.net
Weltrekordler Kenenisa Bekele (Äthiopien) und Weltmeister Bernard Lagat (USA) erreichten an einem Tag ohne Finals über die Mittel- und Langstrecken bei den Olympischen Spielen den Endlauf über 5.000 m. In diesem hochkarätigen Rennen am Sonnabend werden neben Bekele, der bereits über 10.000 m in Peking Gold gewonnen hat, und Lagat aber auch noch die Kenianer Eliud Kipchoge (Weltmeister 2003), Thomas Longosiwa und der spurtstarke Edwin Soi (IAAF Athletics Final-Sieger 2007) sein.
Zwei US-Amerikaner setzten sich in zwei von drei Vorläufen durch: Matt Tegenkamp siegte im ersten Rennen in 13:37,36 Minuten vor Eliud Kipchoge (13:37,50) und Bernard Lagat testete in Lauf Nummer drei schon einmal sein Spurtvermögen: Der US-Amerikaner, der über 1.500 m als Weltmeister das olympische Finale verpasst hatte und damit den angestrebten Doppelsieg nicht mehr erreichen kann, war in 13:39,70 Minuten vor James C’Kurui (Katar/13:39,96) und Kenenisa Bekele (13:40,13) im Ziel. Das langsamere zweite Rennen entschied Edwin Soi mit 13:46,41 für sich.
„Ich bin froh, dass ich gewonnen habe. Das war zwar nicht geplant, aber als ich lief, dachte ich am Ende, warum nicht. Ich habe meinen Fans gezeigt, dass ich mein bestes gebe, um eine Medaille zu gewinnen“, sagte der frühere Kenianer Bernard Lagat. „Ich weiß, dass sich viele gefragt haben, wie es nach meinem Ausscheiden über 1.500 Meter weitergehen würde. Jetzt habe ich es gezeigt. Mein Ziel ist das 5.000-Meter-Gold.“
Neben den 5.000-m-Halbfinalrennen standen im Olympiastadion von Peking auch die 800-m-Vorläufe auf dem Programm. Hier erreichten alle Favoriten die zweite Runde, die am Donnerstag stattfindet. Der Kenianer Wilfred Bungei, Olympia-Fünfter vor vier Jahren in Athen, erzielte die schnellste Vorlauf-Zeit mit 1:44,90 Minuten. Er setzte sich vor dem russischen Titelverteidiger Yuriy Borzakovskiy (1:45,15) durch. Der Gold-Favorit Abubaker Kaki (Sudan) gewann seinen Vorlauf in 1:46,98 Minuten.
Text: race-news-service.com
race-news | 20.08.2008
Olympia aktuell: Rashid Ramzi knapp vor Asbel Kiprop über 1.500 m

Rashid Ramzi auf dem Weg zu seinem ersten Olympia-Gold in Peking.
Foto: www.photorun.net
Rashid Ramzi ist der neue Olympiasieger über 1.500 m. Der 28-Jährige aus Bahrain gewann sein erstes olympisches Gold in 3:32,94 Minuten vor dem Kenianer Asbel Kiprop (3:33,11) und dem Neuseeländer Nicholas Willis, der überraschend in 3:34,16 zur Bronzemedaille lief. „Das ist ein riesiger Erfolg für Bahrain, denn wir sind nur ein sehr kleines Land. Aber auch in Marokko freuen sich die Menschen über diesen Erfolg“, erklärte Rashid Ramzi, der aus dem nordafrikanischen Land stammt.
Es war lange Zeit der Kenianer Augustine Choge, der das Tempo an der Spitze bestimmte. Erst 250 Meter vor dem Ziel ging Rashid Ramzi vorbei und zog einen langen Spurt an. Gefährlich nahe kam ihm auf der Zielgeraden Asbel Kiprop, doch der Doppel-Weltmeister von 2005 (800 und 1.500 m) hielt gegen und sicherte sich das Gold. „Ob ich jetzt auch über 5.000 Meter antreten werde, habe ich noch nicht entschieden. Ich habe zurzeit auch noch ein paar Schlafprobleme aufgrund der Zeitumstellung“, antwortete Rashid Ramzi auf die Frage, ob er nun jenen Doppelsieg anstrebt, den vor vier Jahren in Athen Hicham El Guerrouj (Marokko) schaffte.
Im Kampf um Bronze setzte sich Nicholas Willis durch. „Für mich ist das ein riesiger Erfolg und auch für Neuseeland – wir haben schließlich eine so große Tradition in den Mittelstrecken mit zum Beispiel Peter Snell oder John Walker. Ich denke, dieser neue Erfolg für Neuseeland kann auch Youngster motivieren, mit dem Laufen anzufangen“, erklärte der 25-jährige Nicholas Willis.
Dibaba gegen Defar im 5.000-m-Finale
Über 5.000 m der Frauen standen am Dienstagabend die Vorläufe auf dem Programm. Am Start stand auch die 10.000-m-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba, die damit einen olympischen Doppelsieg anstrebt. Die Äthiopierin gewann ihren Vorlauf in 15:09,89 Minuten vor der Kenianerin Sylvia Kibet (15:10,37) und der Türkin Alemitu Bekele (15:10,92). „Ich habe mich noch etwas müde gefühlt von den 10.000 Metern, aber jetzt kann ich mich etwas ausruhen und auf das Finale konzentrieren“, sagte Tirunesh Dibaba, die in diesem Jahr mit 14:11,15 Minuten ihrer Landsfrau Meseret Defar den 5.000-m-Weltrekord abgenommen hatte. Erstmals seit der Saison 2006 kommt es nun am Sonnabend im olympischen Finale zu einem Duell der beiden Äthiopierinnen.
Meseret Defar gewann das zweite Halbfinalrennen in 14:56,32 Minuten vor Vivian Cheruiyot (Kenia/14:57,27) und Lilia Shobukhova (Russland/14:57,77). Auch die Silber- und Bronzemedaillengewinnerinnen des 10.000-m-Rennens stehen im Finale über die halbe Distanz: Elvan Abeylegesse (Türkei) belegte in 14:58,79 Minuten Rang fünf im zweiten Halbfinale, die US-Amerikanerin Shalane Flanagan folgte einen Platz dahinter mit 14:59,69. „Das war nicht der Endlauf, ich werde wesentlich besser sein im Finale“, erklärte Elvan Abeylegesse, während Shalane Flanagan erklärte: „Das war hart heute und hat eigentlich keinen Spaß gemacht. Aber ich bin im Finale, nur das zählt.“ Neben ihr haben auch die beiden anderen US-Amerikanerinnen Jennifer Rhines (6. im ersten Rennen in 15:15,12) und Kara Goucher (7. im zweiten Lauf in 15:00,98) das Finale erreicht.
Text: race-news-service.com
race-news | 20.08.2008
Olympia spezial: Hindernisläuferin Galkina erste unter neun Minuten

Gulnara Galkina-Samitova gewann mit der ersten Zeit von unter neun Minuten Gold im Hindernislauf.
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Als erste über 3.000 m Hindernis unter neun Minuten zu laufen, das war das große Ziel von Gulnara Galkina-Samitova, die daran noch Anfang Juni in Oslo trotz Unterstützung von Tempomacherinnen gescheitert war. Nun schaffte sie es bei den Olympischen Spielen auch ohne ,Hasen’. Nach 8:58,81 Minuten war die 30-jährige Russin im Ziel – fast neun Sekunden vor der zweitplatzierten Kenianerin Eunice Jepkorir. Noch mehr Leichtathletik-Geschichte schrieb Gulnara Galkina-Samitova in Peking, denn sie wurde zur ersten Hindernis-Olympiasiegerin in der Historie der Spiele. Die für Frauen noch relativ neue Disziplin stand bisher nicht auf dem olympischen Programm.
Vor vier Jahren war Gulnara Galkina-Samitova trotzdem bei Olympia am Start: In Athen wurde sie über 5.000 m Sechste. Schon ein Jahr vorher, 2003, war sie zum ersten Mal über die Hindernisse gelaufen. In jener Saison erreichte sie bereits 9:08,33 Minuten. Vor allem ein Trainerwechsel sei der Grund für ihre Verbesserung auf unter neun Minuten, erklärte Gulnara Galkina-Samitova, die vor einem Jahr in Osaka bei der WM mit dem schwül-heißen Wetter nicht zurecht gekommen war und als Weltrekordlerin (damals: 9:01,59) nur Rang sieben belegt hatte. Am Sonntagabend in Peking war es dagegen kühl, das half bei der Rekordjagd. Trainiert wird Gulnara Galkina-Samitova, die mit dem 400-m-Läufer Anton Galkin (44,83 Sekunden) verheiratet ist, jetzt vom nationalen Langstreckentrainer Gennady Suvorov. Früher war der 76-jährige Minulla Chinkin ihr Coach.
Wenige Stunden vor dem Finale erhielt Gulnara Galkina-Samitova einen Glücksbringer. Als sie nachmittags mit ihrem Trainer einen Kaffee trinken ging, trafen sie Valeriy Borchin, den Olympiasieger über 20 km Gehen. „Er schenkte mir den Blumenstrauß, den er bei der Siegerehrung erhalten hatte. Mein Trainer sagte, wenn ich die Blumen annehme, werde ich gewinnen“, erzählte Gulnara Galkina-Samitova. „Ich werde sie weiter verschenken. Die Blumen sollen noch anderen Mitgliedern unseres Teams Glück bringen.“
Text: race-news-service.com
race-news | 19.08.2008
Olympia aktuell: Olympia aktuell: Zweimal Gold für Kenia binnen 20 Minuten

Pamela Jelimo auf dem Weg zum Olympiasieg über 800m.
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Es war der große Tag für die Kenianer: Binnen 20 Minuten gewannen sie am Montagabend im Olympiastadion von Peking zweimal Gold sowie zwei weitere Medaillen. 90.000 Zuschauer feierten die Athleten in der Arena. Die Chinesen erwiesen sich einmal mehr als ausgesprochen faires Publikum, nachdem sie am Vormittag die denkbar größte Enttäuschung erlebt hatten: Das verletzungsbedingte Aus von Hürdensprinter Liu Xiang hatte die ganze Nation geschockt.
Zum siebenten Mal in Folge gewannen die Kenianer die Goldmedaille im 3000-m-Hindernislauf. Dabei setzte sich mit Brimin Kipruto der Silbermedaillengewinner der Spiele von Athen 2004 durch. Der 23-Jährige kam nach 8:10,34 Minuten ins Ziel, nachdem er eingangs der letzten Runde noch ein paar Meter hinter der sechsköpfigen Spitzengruppe gelaufen war. Doch auf den letzten 400 Metern war der Kenianer nicht zu stoppen. „Ich denke, in Kenia werden sie heute diesen Sieg feiern“, sagte Brimin Kiprop, der vor dem überraschend starken Mahiedine Mekhissi Benabbad im Ziel war. Der 23-jährige war die Überraschung des Rennens und lief mit 8:10,49 Minuten eine persönliche Bestzeit im olympischen Finale. „Ich hatte keine Ahnung, wer dieser Franzose ist“, sagte Brimin Kipruto später.
Rang drei belegte Kenias Richard Mateelong in 8:11,01 Minuten während der Titelverteidiger Ezekiel Kemboi (Kenia) im Schlussspurt noch auf Rang sieben in 8:16,38 Minuten zurückgefallen war. „Ich habe versucht, während des Rennens ruhig zu bleiben und dem Führenden hinterher zu laufen – das hat heute gut funktioniert“, erklärte Mahiedine Mekhissi Benabbad und fügte nach seiner starken Olympiapremiere hinzu: „Ich bin stolz darauf, für Frankreich, diese Medaille gewonnen zu haben – ich kann es noch gar nicht richtig glauben.“
Über 800 m schrieb Pamela Jelimo kurz nach dem Hindernisfinale der Männer ein Stück kenianische Sportgeschichte: Nie zuvor hatte eine Kenianerin in der olympischen Geschichte eine Medaille über diese Strecke gewonnen. Nun gab es sogar gleich zwei, denn hinter der Olympiasiegerin Pamela Jelimo wurde die Weltmeisterin von Osaka, Janeth Jepkosgei, Zweite. Die erst 18-jährige Jelimo verbesserte einmal mehr ihre Bestzeit und gewann das Finale in 1:54,87 Minuten – damit steigerte sie auch ihren eigenen Juniorinnen-Weltrekord sowie die Afrika-Bestzeit. Janeth Jepkosgei, die in der ersten Runde Führungsarbeit geleistet hatte bevor ihre Landsfrau die Spitze übernahm, lief 1:56,07. Die Marokkanerin Hasna Benhassi lief in 1:56,73 Minuten zur Bronzemedaille.
„Ich bin froh über meinen zweiten Platz – Silber ist für mich wie eine Goldmedaille“, erklärte Janeth Jepkosgei und fügte hinzu: „Pamela ist die bessere Läuferin, wir sind gut befreundet.“
Text: race-news-service.com
race-news | 17.08.2008
Olympia aktuell: Bekele verteidigt Titel, Galkina durchbricht Neun-Minuten-Barriere im Hindernislauf

Keninisa Bekele war nicht zu stoppen auf dem Weg zum Sieg.
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Kenenisa Bekele hat seinen Titel als 10.000-m-Olympiasieger eindrucksvoll verteidigt. Im Pekinger Finale siegte er im mit 90.000 Zuschauern einmal mehr ausverkauften Olympiastadion mit der olympischen Rekordzeit von 27:01,17 Minuten vor seinem Landsmann Sileshi Sihine (27:02,77) sowie den beiden zeitgleichen Kenianern Micah Kogo und Moses Masai (beide 27:04,11). Nach der Auswertung des Zielfotos bekam Kogo die Bronzemedaille. Haile Gebrselassie (Äthiopien) wurde bei seiner vierten Olympiateilnahme hinter Zersenay Tadese (Eritrea/27:05,11) Sechster mit 27:06,68 Minuten.
Bester Nicht-Afrikaner war überraschend der Türke Selim Bayrak als Elfter in Landesrekordzeit von 27:29,33 Minuten. Galen Rupp war als 13. mit 27:36,99 Minuten der schnellste US-Amerikaner. Die Afrikaner diktierten von Beginn an das Tempo an der Spitze, wobei die Führung immer wieder wechselte. Auch Haile Gebrselassie, der überraschend auf den Marathon verzichtet hatte und statt dessen in Laufschuhen den eigentlich von vornherein aussichtslosen Kampf um eine Medaille aufnahm, lag zwischenzeitlich in Führung.
Als es in dem temporeichen Finale in die letzte Runde ging, lagen immer noch sieben Läufer an der Spitze. Doch als Kenenisa Bekele dann ernst machte, war schnell offensichtlich, dass der Äthiopier einmal mehr nicht zu schlagen sein würde. Wie schon vor vier Jahren und bei den letzten beiden Weltmeisterschaften blieb Sileshi Sihine nur Rang zwei hinter seinem prominenten Landsmann. „Ich habe mich sehr gut vorbereitet und bin froh, dass ich nun zum zweiten Mal eine olympische Goldmedaille gewonnen habe“, erklärte Kenenisa Bekele, der möglicherweise auch noch über 5.000 m an den Start gehen wird. Befragt, ob er sich nun mit Haile Gebrselassie, der ebenfalls zweimal 10.000-m-Olympiasieger war (1996 und 2000), vergleichen könne, antwortete Kenenisa Bekele: „Bevor ich das tun kann, muss ich erst noch viele Jahre lang große Rennen gewinnen.“
„Ich wäre gerne weiter vorne gewesen, aber das Tempo war am Ende zu hoch für mich“, erklärte Haile Gebrselassie und fügte hinzu: „Ich wusste, dass Kenenisa gewinnen würde. Und wenn er über 5.000 Meter antritt, wird er auch über diese Strecke siegen.“ Gebrselassie wird sich nun weiter auf seinen Start beim Berlin-Marathon Ende September vorbereiten wird. Dort möchte er seinen eigenen Weltrekord von 2:04:26 Stunden auf unter 2:04:00 verbessern.
Russin Galkina läuft Weltrekord

Gulnara Galkina-Samitova jubelt über Gold und Weltrekord in Peking.
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Für ihre enorme Tempojagd wurde die Russin Gulnara Galkina-Samitova im 3.000-m-Hindernisfinale nicht nur mit der Goldmedaille sondern auch mit einem Weltrekord belohnt. Die 30-Jährige war nach 8:58,81 Minuten im Ziel und durchbrach damit als erste Frau auf der Hindernisstrecke die Neun-Minuten-Barriere. Sie selbst hatte mit 9:01,59 Minuten vor vier Jahren den bisherigen Weltrekord aufgestellt.
Im Kampf um Platz zwei schnappte sich die Kenianerin Eunice Jepkorir in 9:07,41 Minuten die Silbermedaille, nachdem sie kurz vor dem Ziel Ekaterina Volkova überholt hatte. Die Russin wurde in 9:07,64 Minuten Dritte. „Mein Coach hatte mir gesagt, ich soll die Situation im Blick behalten und nicht nur laufen sondern auch rechnen – als ich dann vor der letzten Runde auf die Uhr schaute, wusste ich, dass ich den Weltrekord brechen könnte“, erklärte Gulnara Galkina-Samitova, die im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften nicht über Rang sieben hinausgekommen war. In Osaka bei der WM 2007 war sie noch Dritte, jetzt wurde sie in Peking bereits Zweite – die kenianischen Frauen holen im Hindernislauf auf. Das gilt nicht nur für die Bronzemedaillengewinnerin Eunice Jepkorir. „Ich habe versucht, Gold zu gewinnen, aber das Tempo war auf den letzten drei Runden einfach zu hoch. Ich bin aber sehr zufrieden, dass ich eine Medaille gewonnen habe und meine Zeit verbessert habe“, sagte die Kenianerin.
Pleite für Bernard Lagat über 1.500 Meter
Der Traum vom olympischen Doppelsieg platzte für Bernard Lagat (USA) bereits im 1.500-m-Halbfinale. Überraschend scheiterte der amerikanische Weltmeister, der in Osaka vor einem Jahr auch noch die 5.000 m gewonnen hatte, am Sonntagabend in Peking. In seinem Rennen wurde der frühere Kenianer lediglich Sechster, so dass er die direkte Qualifikation der ersten fünf verpasste. Am Ende hätte er statt 3:37,79 Minuten lediglich drei Hundertstel schneller sein müssen, um über die Zeitwertung noch den Endlauf zu erreichen. Doch Bernard Lagat wirkte längst nicht so überzeugend wie noch vor einem Jahr bei der WM und dürfte in dieser Form wohl auch über 5.000 m Schwierigkeiten haben, das hohe Ziel Goldmedaille zu erreichen. „Ich habe alles gegeben, was geht, aber es reichte leider nicht. Es wurde viel geschubst und gedrängelt in diesem Rennen, ich versuchte, das Tempo mitzugehen – es ging nicht“, erklärte Bernard Lagat.
Ebenfalls ausgeschieden ist der beste deutsche Mittelstreckenläufer: Von Carsten Schlangen (LG Nord Berlin) hatte man allerdings bei seiner Olympia-Premiere auch keine Final-Teilnahme erwarten dürfen. Im schwächeren der beiden Rennen war er aber nicht ganz chancenlos und hielt sich lange Zeit achtbar. Als Achter lief er schließlich 3:37,94 Minuten.
Der Kenianer Asbel Kiprop (3:37,04) und Rashid Ramzi (Bahrain/3:37,11) gewannen die beiden Halbfinalrennen. Der Endlauf findet am Dienstag statt.
Text: race-news-service.com
race-news | 17.08.2008
Olympia spezial: Constantina Tomescu-Dita gewinnt Marathon-Gold

Constantina Tomescu-Dita triumphiert im Marathon
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Constantina Tomescu-Dita heißt die Marathon-Olympiasiegerin von Peking. Die 38-jährige Rumänin gewann nach einem Alleingang in der zweiten Hälfte souverän in 2:26:44 Stunden vor Catherine Ndereba. Wie vor vier Jahren in Athen gewann die Kenianerin, die nach 2:27:06 im Ziel war, damit die Silbermedaille. Dritte wurde die Chinesin Chunxiu Zhou mit nur einer Sekunde Rückstand auf Ndereba. Eine Reihe von potenziellen Favoritinnen stieg während der 42,195 km aus, obwohl das Wetter längst nicht so extrem war wie befürchtet. Es herrschten 23 bis 24 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit lag um 70 Prozent, der Smog spielte keine Rolle. Die von Verletzungen geplagte Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) lief in 2:32:38 Stunden auf Rang 23. Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) zeigte als 38. in 2:35:17 ein im Rahmen ihrer Möglichkeiten gutes Rennen, Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) kam mit 2:38:31 nicht über Rang 52 hinaus. Hunderttausende Zuschauer an der Strecke sowie rund 50.000 Zuschauer im Stadion sorgten am frühen Morgen für eine begeisternde Atmosphäre.
Der Sieg von Constantina Tomescu-Dita kam sicherlich etwas überraschend. Zur Gruppe der ganz großen Favoritinnen hatte die Rumänin nicht gezählt. Allerdings ist die erste olympische Marathon-Goldmedaille für Rumänien auch keine Sensation. 2005 hatte Constantina Tomescu-Dita bereits WM-Bronze gewonnen, im gleichen Jahr war sie zudem Halbmarathon-Weltmeisterin. Mit einer Bestzeit von hochklassigen 2:21:30 Stunden gehört sie seit Jahren zur Weltklasse über die 42,195 km. Auch bei großen City-Marathonrennen spielte Constantina Tomescu-Dita schon mehrfach eine starke Rolle. So gewann sie zum Beispiel 2004 in Chicago und war ein Jahr später Zweite in London.
Dennoch, auch die Mutter eines 13-jährigen Sohnes hatte nicht mit dem Olympiasieg gerechnet. „Hier waren sehr viele starke Läuferinnen am Start. Ich habe deswegen nicht an Gold gedacht, aber eine Chance für Silber oder Bronze gesehen“, erklärte Constantina Tomescu-Dita und fügte hinzu: „In der ersten Hälfte des Rennens wollte ich nur mitlaufen. Als das Tempo dann langsam war, habe ich forciert und mich dann gewundert, dass keine der anderen Läuferinnen mit mir mitging.“ Im zweiten Teil lief die Rumänin ein einsames Rennen an der Spitze und vergrößerte den Vorsprung zeitweilig bis auf 70 Sekunden. Zu spät, erst auf den letzten Kilometern, forcierten die Läuferinnen der siebenköpfigen Verfolgergruppe, unter anderen mit den Chinesinnen Chunxiu Zhou und Xiaolin Zhu sowie Weltmeisterin Catherine Ndereba, die Pace. Sie konnten Tomescu-Dita nicht mehr einholen. „Vielleicht hatten die anderen Läuferinnen zu viel Respekt vor dem Wetter und sind deswegen nicht mit mir mitgelaufen. Aber das war abgesehen von etwas Schwüle nicht so schlecht“, sagte Constantina Tomescu-Dita, die seit 2005 in der Höhenlage von Boulder (Colorado) lebt. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Silbermedaille, das ist ein großer Erfolg“, sagte Catherine Ndereba. Die Kenianerin ist nach Rosa Mota erst die zweite Marathonläuferin, die zwei olympische Medaillen gewonnen hat. Die Portugiesin war Dritte 1984 und siegte dann vier Jahre später.
Während Titelverteidigerin Mizuku Noguchi (Japan) aufgrund von extremen Müdigkeitsproblemen nach einem Trainingslager in der Schweiz auf ihren Start in Peking kurzfristig verzichtet hatte, stieg die Bronzemedaillengewinnerin von Athen, Deena Kastor (USA), aufgrund einer Fußverletzung bereits nach fünf Kilometern aus. Ebenfalls nicht ins Ziel kamen die Äthiopierinnen Gete Wami und Berhane Adere, die in den letzten Jahren bei großen City-Marathonrennen sehr erfolgreich waren.
„Ich bin glücklich und zufrieden mit meiner Leistung. Es war immer mein großes Ziel, bei einem Olympiamarathon an den Start zu gehen und ins Ziel zu kommen“, sagte Melanie Kraus und fügte hinzu: „Ich habe mir das Rennen gut eingeteilt und konnte am Ende noch zulegen.“ Ob sie nun als Titelverteidigerin beim Frankfurt-Marathon an den Start gehen wird, „darüber werde ich in der kommenden Woche nachdenken“.
Eine erstaunliche Leistung hat Paula Radcliffe vollbracht, obwohl sie kurz vor der 30-km-Marke den Kontakt zur Spitzengruppe verlor und schließlich abgeschlagen als 23. in 2:32:38 Stunden ins Ziel kam. Vor nicht einmal drei Monaten war bei ihr ein Ermüdungsbruch im Oberschenkel diagnostiziert worden und die Ärzte gaben ihr praktisch keine Chancen auf einen Start in Peking. Die 34-Jährige setzte alles auf eine Karte und startete. Doch es fehlten einfach zu viele Trainingswochen, um nach dem dramatischen Marathon-Aus 2004 in Athen nun im zweiten Anlauf Olympia-Gold zu gewinnen. Während des Rennens bekam sie zudem Muskelprobleme in der Wade und musste kurzzeitig anhalten. „Wir wussten, dass es ein Risiko sein würde, nach der Verletzung hier an den Start zu gehen. Ich habe in den letzten Wochen alles versucht und fühlte mich gut – aber ich konnte einfach nicht schneller laufen, das war frustrierend“, sagte Paula Radcliffe mit Tränen in den Augen nach dem Rennen.
Die Hoffnung auf olympisches Gold hat sie aber noch nicht aufgegeben: Bei den Spielen in London 2012 will sie es im Heimspiel noch einmal versuchen. Mut macht ihr dabei auch der Sieg der 38-jährigen Constantina Tomescu-Dita, denn in vier Jahre wird Paula Radcliffe ebenfalls 38 sein. „Das zeigt einmal mehr, dass im Marathon auch noch mit Ende 30 etwas geht.“ Die Rumänin ist nicht die erste Marathon-Siegerin in diesem Alter. Als der Portugiese Carlos Lopes 1984 in Los Angeles triumphierte, war er auch schon 37 Jahre alt.
Text: race-news-service.com
race-news | 16.08.2008
Olympia aktuell: Kenianer rennen in die Finals

Weltmeisterin Janeth Jepkosgei lief souverän ins 800-m-Finale
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Der Montag könnte Kenias großer Tag werden bei den Olympischen Spielen in Peking. Dann stehen die Finals über 3.000 m Hindernis bei den Männern sowie über 800 m der Frauen auf dem Programm. Mit fünf Athleten werden die Kenianer in den zwei Finals sein – darunter sind jeweils die Favoriten auf Gold.
Über die Hindernisse haben die Kenianer den Olympiatitel quasi im Abonnement: Seit den Spielen von Los Angeles 1984 gewann immer einer ihrer Läufer über diese Strecke. Und alles spricht dafür, dass die Kenianer am Montag zum siebenten Mal in Folge olympisches Gold über 3.000 m Hindernis gewinnen werden. Titelverteidiger Ezekiel Kemboi qualifizierte sich als Vierter seines Halbfinals in 8:17,55 Minuten ebenso für den Endlauf wie seine beiden Landsleute Richard Mateelong (8:19,87) und Brimin Kipruto(8:23,53). Die schnellste Zeit erzielte in einem flotten Rennen der Äthiopier Yakob Jarso mit 8:16,88 Minuten. „Das ist nur die Qualifikation gewesen – ich habe mich ausgeruht, um für das Finale fit zu sein“, erklärte Ezekiel Kemboi.
In ihrer letzten Saison erreichte Altmeisterin Maria Mutola (Mozambique) bei ihrer sechsten Olympiateilnahme zum fünften Mal das Finale über 800 m. Die 35-Jährige war 2000 in Sydney Olympiasiegerin. Die große Favoritin kommt allerdings auch hier aus Kenia: Pamela Jelimo gewann ihr Halbfinalrennen ebenso souverän in 1:57,31 Minuten wie ihre Landsfrau den dritten Lauf: Weltmeisterin Janeth Jepkosgei setzte sich hier in 1:57,28 durch. Lauf-Finals standen am Sonnabend in Peking nicht auf dem Programm.
Text: race-news-service.com
race-news | 16.08.2008
Olympia spezial: „Ich will Youngster inspirieren, alles ist möglich“ – Shalane Flanagan

Shalane Flanagan gewann Bronze über 10.000 m
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Shalane Flanagan lief bei den Olympischen Spielen in Peking zum größten Erfolg ihrer Karriere. Die 27-jährige US-Amerikanerin, die aus Boulder (Colorado) stammt und in Marblehead (Massachusetts) lebt, gewann vor rund 90.000 Zuschauern im Olympiastadion der chinesischen Metropole die Bronzemedaille über 10.000 m. Es ist erst die zweite US-Medaille einer Frau über eine Bahn-Langstrecke bei Olympia. 1992 hatte Lynn Jennings in Barcelona ebenfalls Bronze über 10.000 m gewonnen.
Shalane Flanagan stellte in ihrem famosen Kampf gegen Afrikas beste Langstreckenläuferinnen mit 30:22,22 Minuten nicht nur einen US- sondern auch einen Amerikarekord auf. Sie selbst hatte die Marke in diesem Jahr zuvor auf 30:34,49 Minuten verbessert. Zuvor war Deena Kastor mit 30:50,32 Minuten die Rekordhalterin. In der Liste der besten Läuferinnen aller Zeiten liegt Shalane Flanagan nun an 13. Stelle. Nach ihrem Triumph nahm Shalane Flanagan Stellung zu ihrem Rennen:
Mit welchen Erwartungen sind Sie in das Rennen gegangen?
Shalane Flanagan: „Immer, wenn ich an der Startlinie stehe, möchte ich gewinnen – Gold, Silber oder Bronze, ich will auf jeden Fall vorne dabei sein. Ich war dann so konzentriert auf mein Rennen und habe alles gegeben, dass ich am Ende zunächst gar nicht wusste, dass ich Dritte war. Wenn ich das eher gewusst hätte, wäre ich wahrscheinlich ausgeflippt. Aber ich war auch so begeistert aufgrund meines starken Rennens.“
Haben Sie denn jetzt schon richtig realisiert, dass Sie Bronze gewonnen haben?
Shalane Flanagan: „Ich habe immer daran geglaubt, dass ich das schaffen kann, insofern ist das schon ein bisschen real. Aber bevor ich die Medaille nicht um den Hals hängen habe, glaube ich es nicht!“ (die Siegerehrung fand erst am folgenden Tag statt, d.Red.)
Es gab eine Phase im Rennen, da liefen Sie ein Stück hinter der fünfköpfigen Führungsgruppe – haben Sie da noch an eine Medaille geglaubt?
Shalane Flanagan: „Im Finale habe ich überhaupt nicht über Medaillen nachgedacht. Ich bin einfach mein eigenes Rennen gelaufen, habe mein Bestes gegeben und dabei versucht, innerlich ruhig zu bleiben. Ich habe aber gehofft, dass ich noch die eine oder andere einholen würde.“
Wussten Sie, dass Sie auf Rekordkurs sind?
Shalane Flanagan: „Nein, denn ich habe nicht auf die Zwischenzeiten geschaut. Ich merkte, dass wir sehr schnell liefen, aber ich habe mich einfach nur darauf konzentriert, alles zu geben.“
Wem verdanken Sie den heutigen Erfolg?
Shalane Flanagan: „Meinem Coach (John Cook, d.Red.), denn er hat mich gut vorbereitet und mir gesagt, das hier ist ein Rennen wie jedes andere (so dass ich mich nicht zu verrückt gemacht habe). Ich hatte volles Vertrauen in mein Training.“
Was bedeutet dieser Erfolg für Sie?
Shalane Flanagan: „Es ist eine Ehre für mich, für Team USA eine olympische Medaille gewonnen zu haben. Ich habe Deena Kastor als Vorbild gesehen, sie hat in Athen gezeigt, dass das möglich ist. Ich hoffe, dass ich jetzt wiederum andere inspirieren kann – vor allem natürlich die Youngster. Ich konnte Ihnen mit meiner Leistung zeigen, dass alles möglich ist.“
Eigentlich ist ja eher die 5.000-m-Strecke ihre Lieblingsdisziplin – hat sich das heute geändert?
Shalane Flanagan: „Das weiß ich noch nicht so genau – aber eigentlich mag ich die kürzeren Strecken lieber.“
Text: race-news-service.com
race-news | 16.08.2008
Olympia spezial: Sabrina Mockenhaupt überzeugt mit Bestzeit

Sabrina Mockenhaupt beim besten Rennen ihrer Karriere in Peking
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Mit dem stärksten Rennen ihrer Karriere lief Sabrina Mockenhaupt bei den Olympischen Spielen in Peking auf Rang 13 über 10.000 m. Das ist die beste Platzierung der 27-Jährigen bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften bisher. Die Läuferin des Kölner Vereins für Marathon kam mit 31:14,21 Minuten so dicht wie noch nie an den deutschen Rekord heran, obwohl zu der Marke der Berlinerin Kathrin Weßel, die 1991 in Frankfurt 31:03,62 Minuten gelaufen war, noch gut zehn Sekunden fehlen. Bisher stand die persönliche Bestzeit von Sabrina Mockenhaupt bei 31:21,28 Minuten aus dem Jahr 2005.
„Ich bin richtig glücklich. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut laufen würde. Unter 32 so hochkarätigen Läuferinnen 13. zu werden, das ist super“, erklärte Sabrina Mockenhaupt, die sich am Anfang des schnellen Rennens auf Rang 28 einsortiert hatte und dann nach und nach einen Platz nach dem anderen gut machte.
Vor zwei Monaten war die zweitschnellste deutsche 10.000-m-Läuferin aller Zeiten noch auf einem Tiefpunkt. In Leverkusen, wohin sie gewechselt war, um bei Paul-Heinz Wellmann zu trainieren, kam sie nicht zu recht. Sabrina Mockenhaupt zog die Notbremse und ging kurzfristig wieder zurück in die Heimat zu ihrem alten Coach Heinz Weber. „Dieser Wechsel zurück war sehr wichtig für den Erfolg in Peking – ich habe mich noch nie so gut auf einen Event vorbereitet wie jetzt“, erklärte Sabrina Mockenhaupt, die bei Olympia vor vier Jahren Platz 15 belegt hatte. Bei Weltmeisterschaften kam sie bisher nicht über Rang 17 hinaus, im vergangenen Jahr verpasste sie die Qualifikation für die WM in Osaka.
Das nächste Ziel von Sabrina Mockenhaupt ist nun der Marathon: In Frankfurt wird sie am 26. Oktober ihr zweites Rennen über die klassische Distanz laufen. Im vergangenen Oktober hatte sie ihre Premiere in Köln zwar gewonnen, doch bei den 2:29:33 Stunden hatte sie sich schwer getan. Gemessen an ihrer 10.000-m-Zeit müsste sie dieses Ergebnis eigentlich deutlich unterbieten können. Frankfurt könnte ein nächster Höhepunkt werden in der Karriere von Sabrina Mockenhaupt.
Text: race-news-service.com
race-news | 15.08.2008
Olympia aktuell: Tirunesh Dibaba gewinnt Rekordrennen über 10.000 Meter, Sabrina Mockenhaupt stark

Tirunesh Dibaba wird zum ersten Mal Olympiasiegerin
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Besser hätten die olympischen Laufwettbewerbe nicht beginnen können: Rund 90.000 Zuschauer erlebten in Peking einen der hochklassigsten 10.000-m-Läufe der Frauen aller Zeiten. Zwar fiel kein Weltrekord, doch nie zuvor blieben zwei Läuferinnen in einem Rennen unter 30 Minuten: In einem mitreißenden Zweikampf lief Tirunesh Dibaba (Äthiopien) in Afrikarekordzeit und Olympischer Bestzeit von 29:54,66 Minuten zu ihrem ersten Olympia-Gold.
Nach 29:56,34 Minuten war Elvan Abeylegesse, die eingangs der letzten Runde noch geführt hatte, als Zweite im Ziel. Dem mächtigen Spurt von Dibaba war sie nicht ganz gewachsen. Doch die Türkin konnte sich mit einem Europarekord trösten. Nur die Chinesin Wang Junxia war 1993 in Peking schneller als die beiden. Ihr Weltrekord steht seitdem bei 29:21,78 Minuten.
Doch damit war die Rekordserie dieses Rennens noch nicht abgeschlossen: Dritte wurde die US-Amerikanerin Shalane Flanagan, die mit 30:22,22 eine Amerika-Bestzeit aufstellte, als Vierte rannte die Kenianerin Linet Masai mit 30:26,50 einen Juniorinnen-Weltrekord. Fünf weitere persönliche Bestmarken erzielten die folgenden Läuferinnen bei warmen, aber fast idealen Bedingungen in Peking. Darunter war auch Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon), die als 13. in 13:14,21 Minuten ins Ziel kam. Es war ihr bestes Rennen bei einer großen Meisterschaft.
Lornah Kiplagat (Holland) hatte von Beginn an Tempo gemacht, um die spurtsstarke Konkurrenz zu schwächen. Nach 15:09,98 Minuten hatte sie die 5.000-m-Marke passiert – doch ihre Verfolgerinnen wurde sie nicht los. Die Tempoarbeit hatte zwar das Rennen schnell gemacht, der Holländerin jedoch nicht den erhofften Erfolg gebracht: Am Ende wurde sie Achte in 30:40,27 Minuten. Vorne übernahm im letzten Drittel des Rennens dann Elvan Abeylegesse die Initiative, doch Tirunesh Dibaba blieb ihr auf den Fersen und siegte einmal mehr im Spurt. „Es war ein hartes Rennen und eine schnelle Zeit – Gott sei dank habe ich es gewonnen“, erklärte die Äthiopierin während die drittplatzierte Shalane Flanagan meinte: „Ich war so konzentriert, dass ich erst im Ziel merkte, dass ich Bronze gewonnen hatte – ich habe einfach mein Bestes gegeben.“
Auch Sabrina Mockenhaupt hielt sich gut: Nachdem sie anfangs weit zurückgelegen hatte, kämpfte sie sich immer weiter nach vorne und wurde mit einer persönlichen Bestzeit belohnt. „Ich bin richtig glücklich – in einem Feld von 32 so starken Athletinnen 13. zu werden, das ist ein Erfolg“, erklärte die 27-Jährige.
Favoriten in den Vorläufen souverän
In drei anderen Wettbewerben hatten zuvor die Vorläufe auf dem Programm gestanden. Dabei gaben sich die Favoriten keine Blöße. Überraschend stark präsentierte sich über 1.500 m der Weltmeister von 2005, Rashid Ramzi (Bahrain), der in den vergangenen Jahren keine Rolle gespielt hatte. Er erzielte mit 3:32,89 Minuten die mit Abstand schnellste Zeit. Ohne Probleme erreichten unter anderen der Weltmeister Bernard Lagat (USA/3:41,98) und der Kenianer Augustine Choge (3:35,47) die nächste Runde.
Eine feine Leistung gelang dem einzigen deutschen Mann, der bei Olympia bei den Lauf-Wettbewerben am Start ist: Carsten Schlangen (LG Nord) qualifizierte sich als Sechster seines Vorlaufes aufgrund der flotten Zeit von 3:36,34 Minuten für das Halbfinale, das am Sonntag stattfindet. „In so einem vollen Stadion zu laufen, das ist schon Wahnsinn. Am Start hatte ich ganz schön Herzklopfen“, beschrieb Carsten Schlangen seine Olympia-Premiere. „Im Ziel dachte ich zuerst, ich sei ausgeschieden. Doch dann erfuhr ich schnell, dass es gereicht hat. Damit ist das Hauptziel erreicht – die nächste Runde will ich auch genießen, aber dabei nicht aufgeben“, erklärte der Berliner, der bei der Auslosung das deutlich leichtere Halbfinalrennen erwischte.
Bereits am Sonnabend stehen die 800-m-Halbfinalrennen der Frauen auf dem Programm. In der ersten Runde lief die große Favoritin Pamela Jelimo (Kenia) in ihrem Rennen als Siegerin 2:03,18 Minuten. Während sich Weltmeisterin Janeth Jepkosgei (Kenia) in 1:59,72 ebenfalls sicher mit einem Vorlaufsieg qualifizierte, lief die 35-jährige Olympiasiegerin von 2000, Maria Mutola (Mozambique) mit 1:58,91 Minuten die schnellste Zeit.
Deutscher Rekord durch Antje Möldner
Spannend waren die Vorläufe über 3.000 m Hindernis der Frauen, denn von 51 Läuferinnen in drei Rennen qualifizierten sich nur 15 für das Finale. Eine hochklassige Zeit lief dabei Gulnara Galkina-Samitova (Russland) mit 9:15,17 Minuten im Alleingang. Souverän erreichten ihre beiden Landsfrauen Ekaterina Volkova (9:23,06) und Tatiana Petrova (9:28,85) den Endlauf – ebenso die Kenianerinnen Ruth Nyangau (9:19,75) und Eunice Jepkorir (9:21,31).
Glänzend schlug sich die Potsdamerin Antje Möldner, die als erste Deutsche eine Zeit unter 9:30 Minuten erreichte. Mit 9:29,86 verpasste sie dabei die Final-Qualifikation nur um etwas mehr als eine Sekunde. „Ich habe viel Respekt gehabt vor den Olympischen Spielen, daher fehlte sicher auch etwas Mut während des Rennens“, erklärte Antje Möldner, die lange Zeit sehr zurückhaltend gelaufen war und dann am Ende noch mächtig aufholte. „Auch wenn ich die Final-Qualifikation verpasst habe, bin ich sehr froh über dieses Rennen mit dem deutschen Rekord.“
Text: race-news-service.com
race-news | 14.08.2008
Olympia spezial: Duell Dibaba gegen Defar über 5.000 m?

Immer spannend ist ein Zweikampf zwischen Tirunesh Dibaba (vorne) und Meseret Defar.
Foto: www.photorun.net
Am morgigen Freitag beginnen bei den Olympischen Spielen in Peking die Leichtathletik-Wettbewerbe. Hier folgt Teil 2 eines Überblicks über die Mittel- und Langstreckenentscheidungen bei Olympia:
FRAUEN (Teil 2)
800 m (Finale: 18. August)
Die Newcomerin des Jahres ist auch die große Favoritin: Pamela Jelimo überraschte in dieser Saison mit einer Serie von Siegen. Die 18-jährige Kenianerin steigerte sich dabei auf 1:54,97 Minuten und hält den Juniorinnen-Weltrekord. Eine Läuferin rannte in dieser Saison etwas schneller: Die 1.500-m-Hallen-Weltmeisterin Yelena Soboleva (1:54,85). Doch die Russin gehört zu jener Gruppe von Athletinnen, die in einen großen Dopingskandal verwickelt sind. Sie wurde vom Weltverband IAAF suspendiert. Eine andere Russin ist am Start: Tatyana Andrianova lief in diesem Jahr bisher starke 1:56,00. Die Weltmeisterin Janeth Jepkosgei (Kenia) wird ebenfalls zu beachten sein.
1500 m (Finale: 23. August)
Ohne Yelena Soboleva und ihre ebenfalls suspendierte Landsfrau Tatyana Tomashova (Russland) rückt Maryam Jamal (Bahrain) in den Mittelpunkt. Die frühere Äthiopierin, die im vergangenen Jahr im Rennen gegen Soboleva den WM-Titel gewann, ist in Peking jetzt die Favoritin. Sie ist nach dem russischen Dopingskandal die einzige Athletin bei Olympia, die in dieser Saison schon unter 4:00 Minuten gelaufen ist (3:59,99).
5.000 m (Finale: 23. August)
Sollte Tirunesh Dibaba nach den 10.000 m auch über die kürzere Distanz antreten, käme es zum Showdown mit ihrer Landsfrau Meseret Defar. Dibaba hatte Defar in diesem Jahr den Weltrekord abgenommen (14:11,15). Doch Defar war anschließend nicht viel langsamer mit 14:12,88. Hinter den beiden hätte im Kampf gegen die dritte Äthiopierin Meselech Melkamu und die Kenianerinnen voraussichtlich die Russin Liliya Shobukova die besten Chancen.
10.000 m (Finale: 15. August)
Die große Favoritin heißt Tirunesh Dibaba. Die erst 23-jährige Äthiopierin hat schon vier Weltmeistertitel gesammelt, doch Olympiasiegerin war sie noch nicht. 2004 in Athen wurde sie über 5.000 m aber bereits Dritte. Während die weiteren Äthiopierinnen sowie die Kenianerinnen sicherlich eine Rolle spielen, geht eine US-Amerikanerin mit der schnellsten Zeit dieses Jahres der Finalteilnehmerinnen ins Rennen: Shalane Flanagan rannte 30:34,49 Minuten in Stanford (Kalifornien). Zu beachten sein wird auch Kara Goucher, die bei der WM 2007 überraschend Bronze gewonnen hatte. Doch es gibt in diesem Rennen zumindest noch zwei weitere Läuferinnen, die ganz vorne dabei sein wollen: Die frühere Kenianerin Lornah Kiplagat (Niederlande) und die Chinesin Zhang Yingying. Für Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) wird es in diesem starken Feld nicht leicht, eine Platzierung unter den ersten 15 zu erreichen.
3.000 m Hindernis (Finale: 17. August)
Mit der Russin Gulnara Galkina gibt es eine klare Favoritin. Sie lief in diesem Jahr zwei der drei schnellsten Zeiten der Saison. Mit 9:08,22 Minuten führt die Weltrekordlerin (9:01,59) die Jahresbestenliste an. Doch im vergangenen Jahr erlebte sie bei der WM mit Rang sieben eine Pleite. Stattdessen gewannen zwei andere Russinnen, die in Peking ebenfalls am Start sein werden, Gold und Silber: Yekaterina Volkova triumphierte vor Tatyana Petrova. Mit Eunice Jepkorir (im vergangenen Jahr bei der WM Dritte) gibt es jetzt aber auch eine Kenianerin, die vorne mitmischen kann. Mit Antje Möldner (SC Potsdam) kann sich auch eine deutsche Läuferin für das Finale qualifizieren. In ihrem ersten Jahr als Hindernisläuferin erreichte sie bisher 9:34,21 Minuten.
Text: race-news-service.com
race-news | 13.08.2008
Olympia spezial: Bekele gegen Lagat über 5.000 m?

Bernard Lagat jagt zwei Goldmedaillen in Peking.
Foto: www.photorun.net
Wenn am Freitag die Olympischen Spiele mit dem Start der Leichtathletik-Wettbewerbe ,richtig’ beginnen, steht auch die erste Lauf-Entscheidung auf dem Programm: das 10.000-m-Finale der Frauen. Die große Favoritin heißt Tirunesh Dibaba. Die äthiopische Weltmeisterin ist in Peking eine von drei Läuferinnen, die realistische Chancen haben, zweimal Gold zu gewinnen. Dibaba wird voraussichtlich auch über 5.000 m an den start gehen. Einer von zwei Männern kann ebenfalls Doppel-Olympiasieger werden: Der US-Amerikaner Bernard Lagat (USA) will es Hicham El Guerrouj nachmachen. Der Marokkaner hatte vor vier Jahren in Athen über 1.500 m und 5.000 m triumphiert. Über die längere Distanz steht ihm allerdings eventuell Kenenisa Bekele (Äthiopien) im Weg, der zunächst über 10.000 m antritt und danach entscheiden wird, ob er auch über die kürzere Strecke startet.
Nachfolgend Teil 1 eines Überblicks über die Mittel- und Langstreckenentscheidungen bei den Olympischen Spielen von Peking:
MÄNNER (Teil 1)
800 m (Finale: 23. August)
Ein Juniorenläufer ist der Favorit: Der 19-jährige Abubaker Kaki ist in diesem Jahr bereits souverän Hallen-Weltmeister geworden und hält mit 1:42,69 Minuten auch die Jahresweltbestzeit, die zugleich Junioren-Weltrekord bedeutet. Während der vermeintlich stärkste Kenianer nicht dabei ist, waren zwei andere fast so schnell wie Kaki: Yuriy Borzakovskiy (Russland) und Youssef Saad Kamal (Bahrain) liefen jeweils 1:42,79. Borzakovskiy ist der Titelverteidiger, Kamal kommt ursprünglichen aus Kenia und ist der Sohn des zweifachen 800-m-Weltmeisters Billy Konchellah (1987 und 1991).
1.500 m (Finale: 19. August)
Ein relativ offenes Rennen kündigt sich über 1.500 m an. Dabei hat der Weltmeister Bernard Lagat (USA) gute Chancen, wenn er die Form des vergangenen Jahres erreichen kann. Gemessen an den Bestzeiten dieses Jahres, ist der Kenianer Augustine Choge der schnellste im Feld (3:31,57). Der Jahresschnellste, Daniel Komen (Kenia/3:31,49) verpasste die Qualifikation. Für Carsten Schlangen (LG Nord Berlin) wäre das Erreichen des Halbfinales ein Erfolg.
5.000 m (Finale: 23. August)
Auch über die 5.000 m fehlt der schnellste der Welt in diesem Jahr: Moses Masai (Kenia/12:50,55) läuft stattdessen die 10.000 m. Wenn er startet, dürfte Kenenisa Bekele (Äthiopien) der Favorit sein. Doch so klar wie über 10.000 m scheint das nicht. In Athen hatte sich Bekele bei seinem Doppelstart im Spurt gegen Hicham El Guerrouj geschlagen geben müssen. In Peking sind Bernard Lagat (USA) sowie eventuell Kenenisas Bruder Tariku und Moses Kipsiro (Uganda) die Favoriten. Bei einem nicht zu schnellen Rennen wird der enorm spurtstarke Kenianer Edwin Soi zu beachten sein.
10.000 m (Finale: 17. August)
Der große Favorit ist natürlich der Titelverteidiger Kenenisa Bekele. Der Äthiopier ist unter normalen Umständen kaum zu schlagen. Sein Landsmann Sileshi Sihine hatte schon bei den letzten beiden Weltmeisterschaften sowie bei Olympia 2004 jeweils Silber gewonnen und scheint wiederum der erste Anwärter auf Platz zwei zu sein. Die Frage ist, inwieweit die drei Kenianer Moses Masai, Martin Mathathi und Micah Kogo sowie Zersenay Tadese (Eritrea) mithalten können. In Bestform haben sie eine Chance. Für Haile Gebrselassie (Äthiopien) dürfte es schwer werden, eine Medaille zu gewinnen.
3.000 m Hindernis (Finale: 18. August)
In Abwesenheit des verletzten Weltrekordlers Saif Saaeed Shaheen (Katar) spricht alles für einen weiteren kenianischen Triumph über die Hindernisse. Richard Matelong, Titelverteidiger Ezekiel Kemboi und Brimin Kipruto starten für Kenia. Es kann allerdings sein, dass der als Ersatzläufer nominierte Jahresweltbeste Paul Koech (8:00,57 Minuten) für einen von ihnen antritt. Er war bei den Trials unglücklich gescheitert. Mit Tareq Taher (Bahrain) ist ein weiterer starker gebürtiger Kenianer im Rennen.
Text: race-news-service.com
race-news | 11.08.2008
Olympia spezial: Vorteil China im Frauen-Marathon?

Chunxiu Zhou gehört zu den großen Favoritinnen.
Foto: www.photorun.net
Gibt es am kommenden Sonntag zum ersten Mal in der olympischen Marathon-Geschichte eine Goldmedaille für China? Chunxiu Zhou und vielleicht auch Xiaolin Zhu haben in Peking sicherlich Chancen, diesen chinesischen Traum zu erfüllen. Sie gehören zu einer großen Gruppe von Favoritinnen, zu denen unter anderen die Titelverteidigerin Mizuki Noguchi (Japan), die britische Weltrekordlerin Paula Radcliffe, die kenianische Weltmeisterin Catherine Ndereba oder die Äthiopierinnen Gete Wami und Berhane Adere zählen. Doch im Gegensatz zu den Chinesinnen hatten eine Reihe ihrer schärfsten Konkurrentinnen in der letzten Zeit Probleme. Das könnte für Zhou und Zhu sprechen.
Eine große Favoritin gibt es am Sonntag in Peking nicht – das war bei den vergangenen Auflagen der olympischen Frauen-Marathonläufe anders. Doch zugleich hat bei den letzten vier Olympischen Spielen keine jener Läuferinnen gewonnen, die in den Jahren zuvor ihre Distanz geprägt hatten. Die Polin Wanda Panfil war 1992 in Barcelona in der Favoritenposition. Doch sie kam nicht unter die ersten zehn. Die Olympiasiegerin hieß Valentina Yegorova (Russland). Uta Pippig ging 1996 als Nummer eins in Atlanta ins Rennen, nachdem sie zuvor fünf bedeutende Marathonrennen in Folge gewonnen hatte. Die Berlinerin gab schließlich mit einem Ermüdungsbruch auf, Gold gewann die Äthiopierin Fatuma Roba. Die nächste große olympische Favoritin hieß Tegla Loroupe, die 1998 den 13 Jahre alten Weltrekord von Ingrid Kristiansen (Norwegen) gebrochen hatte. Doch in Sydney 2000 stoppten Magenprobleme die Kenianerin, die auf Rang 13 ins Ziel kam. Gold gewann die Japanerin Naoko Takahashi, die ein Jahr später in Berlin als erste unter 2:20 Stunden lief.
Das Marathon-Drama um Paula Radcliffe ist noch in relativ frischer Erinnerung. Die Weltrekordlerin lief im Marathon zuvor in einer Klasse für sich, doch auf der schweren, hügeligen Strecke von Marathon nach Athen war sie 2004 am Ende. Acht Kilometer vor dem Ziel war Paula Radcliffes Traum vom Olympiasieg geplatzt, weinend saß sie auf dem Rinnstein am Straßenrand. Japans Mizuki Noguchi triumphierte an historischer Stätte.
Nachfolgend nennen wir acht Favoritinnen, die am Sonntag mit Gold-Chancen ins Rennen gehen:
Mizuki Noguchi (Japan)
Bestzeit: 2:19:12
Die Marathon-Olympiasiegerin von Athen 2004 lief ein Jahr später auch erstmals unter 2:20 Stunden: In Berlin steigerte sich Mizuki Noguchi auf 2:19:12. Diese Zeit ist heute noch japanischer Rekord. In den folgenden Jahren hatte die 30-Jährige immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, doch mit einem grandiosen Sieg beim Tokio-Marathon 2007 in 2:21:37 Stunden qualifizierte sie sich für Peking. Mizuki Noguchi kämpfte in den letzten Wochen jedoch mit extremer Müdigkeit, so dass nicht sicher ist, ob sie in Topform sein wird.
Catherine Ndereba (Kenia)
Bestzeit: 2:18:47
Die Kenianerin gehört seit vielen Jahren zu den besten Marathonläuferinnen der Welt. 2001 lief sie als zweite Frau unter 2:20 Stunden und hielt mit 2:18:47 zeitweise den Weltrekord. Bei den Olympischen Spielen vor vier Jahren gewann sie hinter Mizuki Noguchi Silber. 2003 und 2007 gewann Catherine Ndereba die Marathon-WM-Goldmedaille. In Japan gewann sie dabei im vergangenen Jahr in extremer Hitze. Die 36-Jährige zeigte im Frühjahr allerdings wenig überzeugende Leistungen. Zuletzt meldete sie sich aber mit einem Sieg beim New York-Halbmarathon zurück – ist sie rechtzeitig für Peking in Topform?
Paula Radcliffe (Großbritannien)
Bestzeit: 2:15:25
Die Marathon-Weltrekordlerin war über Jahre hinweg die dominierende Figur über die 42,195 km. Doch bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gab sie in extremer Hitze entkräftet auf und verfehlte damit das große Ziel der olympischen Goldmedaille. Auch über 10.000 m hatte sie vier Jahre zuvor eine Olympiamedaille als Vierte verpasst. Paula Radcliffe meldete sich nach einer Babypause im vergangenen November mit einem Sieg beim New York-Marathon zurück. Doch in der Olympiavorbereitung hatte die 34-Jährige immer wieder Pech. Eine Zehenverletzung stoppte sie im Frühjahr, im Mai wurde ein Ermüdungsbruch im Oberschenkel diagnostiziert – trotzdem gab Paula Radcliffe nicht auf. Wie gut sie in Form ist, muss man abwarten, zumal sie vor kurzem auch noch ein Spinnenbiss mit folgendem Fieber mehrere Tage lang vom Training abgehalten hat.
Gete Wami (Äthiopien)
Bestzeit: 2:21:34
Gete Wami gelang im vergangenen Herbst eine außerordentliche Leistung: Nach einem souveränen Sieg beim Berlin-Marathon ging sie gut einen Monat später auch noch in New York an den Start und wurde Zweite – knapp geschlagen nur von Paula Radcliffe. Die 33-Jährige wurde damit zur ersten Siegerin einer World Marathon Majors-Serie. Doch dieser Doppelstart hat viel Kraft gekostet. Im Frühjahr beim London-Marathon war Gete Wami längst nicht in Topform und stürzte obendrein. Sie wurde dann Dritte. Der olympische Marathon wird bereits ihr viertes Rennen über diese Distanz binnen zwölf Monaten. Das könnte ein Manko sein.
Berhane Adere (Äthiopien)
Bestzeit: 2:20:42
Berhane Adere ist die zweite äthiopische Marathonläuferin, die in den vergangenen Jahren große Erfolge feierte. Die 35-Jährige ist auch die aktuelle Landesrekordlerin über diese Strecke. Die frühere 10.000-m-Weltmeisterin (2003) geht erstmals bei einer großen interkontinentalen Meisterschaft im Marathon an den Start. Doch auch für sie wird es nach Siegen in Chicago 2007 und Dubai 2008 sowie einem siebenten Rang in London im April bereits der vierte Marathon binnen zwölf Monaten – ein gewagtes Programm.
Deena Kastor (USA)
Bestzeit: 2:19:36
Deena Kastor rannte nach einem beeindruckenden taktischen Rennen vor vier Jahren bei Olympia in Athen zur Bronzemedaille. Die US-Amerikanerin lief dann auch als erste Frau ihres Landes unter 2:20 Stunden: 2006 gewann sie den London-Marathon in 2:19:36. Doch in der Folge hatte sie gesundheitliche und verletzungsbedingte Probleme und konnte ihre Ziele nicht mehr ganz erreichen. Souverän gewann die 35-Jährige im April allerdings die US-Olympia-Trials in Boston. Der Olympiasieg ist ihr ganz großes Ziel. Reicht es für Deena Kastor?
Chunxiu Zhou (China)
Bestzeit: 2:19:51
Chunxiu Zhou ist die voraussichtlich stärkste der drei chinesischen Marathonläuferinnen. Bereits vor zwei Jahren lief die 29-Jährige unter 2:20 Stunden und hält damit den nationalen Rekord. 2007 gewann Chunxiu Zhou den London-Marathon und schaffte damit ein Novum für China. Denn noch nie hatte ein Chinese eines der großen Marathonrennen der World Marathon Majors gewonnen. Um sich einzig auf den olympischen Marathon zu konzentrieren, ist Chunxiu Zhou in diesem Jahr kein Rennen über die 42,195 km gelaufen. Vor heimischem Publikum ist die Vize-Weltmeisterin von Osaka 2007 sicherlich eine ganz heiße Favoritin.
Xiaolin Zhu (China)
Bestzeit: 2:23:57
Xiaolin Zhu hatte im vergangenen Jahr überzeugt und sich damit als Chinas Nummer zwei für den olympischen Marathon qualifiziert. Zunächst gewann sie das Rennen in Xiamen, dann lief sie überraschend bei den Weltmeisterschaften im heiß-schwülen Osaka auf Rang vier. Obwohl ihre Bestzeit nicht ganz so stark ist wie die ihrer schärfsten Konkurrentinnen hat sie bei der WM als Meisterschaftsläuferin überzeugt und dürfte auch beim Heimspiel eine Rolle spielen.
Text: race-news-service.com
race-news | 09.08.2008
Olympia spezial: Haile Gebrselassie startet zum vierten Mal bei den Spielen

Haile Gebrselassie
Foto: www.photorun.net
Vielleicht ist Haile Gebrselassie der größte Läufer aller Zeiten. Der Äthiopier brach in seiner Karriere 18 offizielle und 7 inoffizielle Weltrekorde, hinzu kamen zwei Olympiasiege und vier Weltmeistertitel über 10.000 Meter. Damit steht der 35-jährige äthiopische Volksheld zumindest in einer Reihe mit dem legendären Finnen Paavo Nurmi, der bis Anfang der 30er Jahre 35 Weltrekorde aufgestellt hatte, oder Emil Zatopek. Der Höhepunkt in der Karriere des Tschechen waren die Olympischen Spiele 1952 in Helsinki, wo er Gold über 5.000 m, 10.000 m sowie im Marathon gewann.
Was Haile Gebrselassie noch fehlt, ist der Marathon-Olympiasieg. Obwohl sich der Äthiopier in den letzten Jahren als schnellster Läufer über die 42,195 km etabliert hatte, verzichtet er in Peking überraschend auf einen Start über die klassische Distanz. Haile Gebrselassie hat aufgrund der verschmutzten Luft in Chinas Metropole Angst vor bleibenden Gesundheitsschäden. Deswegen wird er bei den Olympischen Spielen nun zum vierten Mal über 10.000 m starten. 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney hat er jeweils gewonnen, 2004 in Athen war er Fünfter. Ein Sieg in Peking am kommenden Sonntag wäre jedoch eine große Überraschung, denn zu stark sind vor allen zwei Landsleute: Titelverteidiger Kenenisa Bekele, der seinem Vorbild inzwischen einen Rekord nach dem anderen abjagt, aber auch Sileshi Sihine, der bereits vor vier Jahren Silber gewonnen hatte.
Nimmt sich Haile Gebrselassie mit seinem olympischen Marathon-Verzicht selbst die Chance, seine Karriere zu krönen? Normalerweise kann die Antwort nur ,Ja’ heißen, denn in den letzten drei Jahren war der vierfache Familienvater jeweils der schnellste Marathonläufer der Welt. In Berlin brach er dabei im September 2007 mit 2:04:26 Stunden den Weltrekord von Paul Tergat (Kenia). In diesem Jahr verpasste er in Dubai mit 2:04:53 die Marke dann nur relativ knapp. Mit dieser Zeit führt er erneut die Jahresweltbestenliste an.
Dass Peking nicht die letzte Chance des 35-Jährigen auf olympisches Marathongold ist, glaubt dagegen sein Manager Jos Hermens. „Ich bin sicher – und er übrigens auch –, dass er auch noch bei den Olympischen Spielen in London 2012 gewinnen kann“, sagt der Holländer und fügt hinzu: „Sein ganz großes Ziel ist es aber zunächst, den Weltrekord auf 2:03 Stunden zu verbessern. Ein Marathonlauf in Peking könnte das möglicherweise ausschließen aufgrund der vielleicht nachwirkenden gesundheitlichen Belastung in der schlechten Luft.“ So wird Haile Gebrselassie nun aller Voraussicht nach beim Berlin-Marathon am 28. September auf erneute Rekordjagd gehen.
Ein interessanter Aspekt in der Marathonkarriere von Haile Gebrselassie ist allerdings auch, dass es ihm im Gegensatz zu seinen früheren 10.000-m-Läufen bisher nicht gelungen ist, ein Rennen gegen sehr starke Konkurrenz zu gewinnen. Sind die Läufe in Berlin, Amsterdam oder Dubai stets mit Tempomachern nur auf ihn zugeschnitten gewesen, so galt dies zum Beispiel in London nicht. Dreimal ist er beim in der Regel bestbesetzten City-Marathon des Jahres gestartet und kam dabei nicht über Rang drei hinaus. Leicht wäre es also in Peking auch im Marathon für Haile Gebrselassie nicht geworden, zumal die Konkurrenz aus Kenia mit Martin Lel und Sammy Wanjiru immer stärker wird. Hat der vielleicht größte Läufer aller Zeiten hier eine entscheidende Schwäche? Die Olympischen Spiele 2008 werden darauf leider keine Antwort geben können.
Größte Erfolge bei Meisterschaften
Olympische Spiele
1. 10.000 m 1996
1. 10.000 m 2000
5. 10.000 m 2004
Weltmeisterschaften
1. 10.000 m 1993
2. 5.000 m 1993
1. 10.000 m 1995
1. 10.000 m 1997
1. 10.000 m 1999
3. 10.000 m 2001
2. 10.000 m 2003
Hallen-WM
1. 3.000 m 1997
1. 3.000 m 1999
1. 1.500 m 1999
1. 3.000 m 2003
Halbmarathon-Weltmeister 2001
Text: race-news-service.com
race-news | 08.08.2008
Olympia spezial: Kenia hofft auf das erste Marathon-Gold

Martin Lel, hier bei seinem Sieg in London im April, gehört in Peking zu den großen Favoriten.
Foto: www.photorun.net
Dramatik und Sensationen – kein anderes Marathonrennen bietet diese Komponenten so oft wie das olympische. Bei Olympischen Spielen sind die Läufe über die klassischen 42,195 km schwer vorhersehbar. In der Sommerhitze und auf oft profilierten Strecken stattfindend, haben diese Entscheidungen ihre eigenen Gesetze. Meistens gewinnen dabei nicht die Favoriten.
Bei den Frauen scheiterten bei den letzten vier Olympischen Spielen allesamt Läuferinnen, die in den Jahren zuvor ihre Distanz geprägt hatten. Die letzte Favoritin, die dann auch Gold gewann, war die Portugiesin Rosa Mota 1988 in Seoul. Bei den Männern war es nicht viel anders – wer hätte bei den letzten vier Auflagen vorher schon auf den Italiener Stefano Baldini (2004), den Äthiopier Gezahegne Abera (2000), den Südafrikaner Josia Thugwane (2000) oder den Koreaner Hwang Young-Cho (1992) getippt? Hitze und voraussichtlich schlechte Luft – das erwartet die Läufer nun in Peking.
Der Mann, der in den letzten drei Jahren jeweils die schnellste Marathonzeit des Jahres gelaufen war, verzichtet in China auf dieses Rennen: Haile Gebrselassie (Äthiopien) hat Angst, dass die unsaubere Luft eventuell bleibende Schäden hinterlassen könnte. Bei der enorm starken Konkurrenz wäre ein Sieg von ihm allerdings alles andere als eine Selbstverständlichkeit gewesen. Ohne Gebrselassie erscheint es noch eher möglich, dass die Kenianer erstmals einen Marathon-Olympiasieger stellen könnten. Die Laufnation Nummer eins dominiert bei den City-Rennen das Geschehen, doch olympisches Marathon-Gold blieb Kenia bisher versagt. In Peking sind nun drei Läufer am Start, die Siegchancen haben. Deutsche Marathonläufer werden bei den Olympischen Spielen im Männerrennen nicht am Start sein, da keiner die Qualifikation schaffte.
Nachfolgend nennen wir acht Favoriten. Neben ihnen werden am letzten Tag der Spiele (24. August) sicherlich vor allen die asiatischen Läufer aus Japan, China und vielleicht auch Korea eine Rolle spielen:
Martin Lel (Kenia)
Bestzeit: 2:05:15 Stunden
Martin Lel hat sich zu dem Läufer entwickelt, den es zu schlagen gilt – zumindest bei den großen City-Marathonrennen. Denn dort hat der Kenianer zuletzt die hochkarätigsten Rennen gewonnen. 2007 und 2008 siegte er in London, dazwischen im Herbst 2007 auch in New York. Der 29-Jährige steigerte bei seinem Triumph in London im April seine persönliche Bestzeit auf 2:05:15 Stunden. Das ist die fünftschnellste Zeit aller Zeiten. Der Kenianer gewann in London den vor den olympischen Spielen hochkarätigsten Marathon des Jahres. Martin Lel gehört zur Trainingsgruppe des italienischen Managers Dr. Gabriele Rosa, der auch der kenianische Marathon-Rekordler und frühere Weltrekordler Paul Tergat (2:04:55) angehört.
Sammy Wanjiru (Kenia)
Bestzeit: 2:05:24 Stunden
Der neueste kenianische Weltklasse-Marathonläufer: Sammy Wanjiru rannte erst im vergangenen Dezember in Fukuoka sein Debüt über die klassische Distanz. Auf Anhieb gewann er dieses Traditionsrennen und erreichte dabei mit 2:06:39 Stunden eine hochkarätige Zeit. In London verbesserte er sich im April auf 2:05:24 Stunden und wurde dabei einzig von Martin Lel geschlagen. Seine starken Marathon-Leistungen kamen dabei nicht überraschend, denn Sammy Wanjiru ist der Mann, der Haile Gebrselassie den Halbmarathon-Weltrekord abgenommen hat. 58:33 Minuten lief der Kenianer, der in Japan lebt, 2007 über die halbe Distanz. Das ist nach wie vor die beste Zeit aller Zeiten und deutet darauf hin, dass Wanjiru im Marathon noch lange nicht am Limit ist.
Robert Kipkoech Cheruiyot (Kenia)
Bestzeit: 2:07:14 Stunden
Robert Cheruiyot gehörte in den letzten Jahren zu den erfolgreichsten Marathonläufern der Welt. Der 29-jährige Kenianer hat vor allen beim Boston-Marathon für Furore gesorgt, den er in diesem Jahr bereits zum vierten Mal gewann. Dort hält er mit seiner persönlichen Bestzeit von 2:07:14 Stunden (2006) auch den Streckenrekord. Robert Cheruiyot gewann im vergangenen Jahr die erste Serie der World Marathon Majors (WMM). 2006 hatte er auch den Chicago-Marathon gewonnen. Er gehört zur Trainingsgruppe des Italieners Dr. Gabriele Rosa.
Stefano Baldini (Italien)
Bestzeit: 2:07:22 Stunden
Stefano Baldini geht in Peking als Titelverteidiger an den Start. Der Italiener hatte vor vier Jahren in Athen in extremer Hitze überraschend die Goldmedaille gewonnen und damit seine Karriere gekrönt. Der 37-Jährige hat bisher noch keinen der bedeutendsten City-Marathonläufe (Boston, London, Berlin, Chicago, New York, die sich zu den World Marathon Majors zusammengeschlossen haben) gewonnen. Aber bei Meisterschaften ist er meistens topfit. So wurde Stefano Baldini 1998 und 2006 jeweils Marathon-Europameister und belegte Dritte Plätze bei den Weltmeisterschaften 2001 und 2003. Bereits 1996 war er Halbmarathon-Weltmeister.
Abderrahim Goumri (Marokko)
Bestzeit: 2:05:30 Stunden
Von den starken marokkanischen Marathonläufern ist er zurzeit die Nummer eins: Abderrahim Goumri zeigte in den letzten eineinhalb Jahren drei hervorragende Leistungen bei den hochklassig besetzten Rennen in London und New York. Zunächst wurde er 2007 Zweiter in London. Lediglich drei Sekunden hinter Martin Lel erreichte Abderrahim Goumri bei seinem Debüt das Ziel. Die gleiche Platzierung gelang ihm dann in New York, wo wiederum Martin Lel etwas schneller war. Der 32-Jährige steigerte sich in diesem Jahr im April in London als Dritter hinter Lel und Wanjiru auf die Weltklassezeit von 2:05:30 Stunden.
Ryan Hall (USA)
Bestzeit: 2:06:17 Stunden
Der Amerikaner gilt als zurzeit stärkster nicht-afrikanischer Marathonläufer. Im vergangenen Jahr war Ryan Hall in die Weltklassegruppe der Straßenläufer gestürmt. Zunächst lief er als erster Amerikaner den Halbmarathon in unter einer Stunde (59:43), dann erreichte er bei seinem Marathondebüt in London erstklassige 2:08:24 Stunden. Souverän gewann er im November in New York die US-Olmypia-Trials. Im April kam der 25-Jährige zurück zum London-Marathon und steigerte sich als Fünfter auf erstklassige 2:06:17 Stunden. Ryan Hall könnte in Peking für eine Überraschung sorgen.
Deriba Merga (Äthiopien)
Bestzeit: 2:06:38 Stunden
Nach dem Verzicht von Haile Gebrselassie ist er der voraussichtlich stärkste äthiopische Marathonläufer. Im vergangenen Jahr etablierte sich Deriba Merga in der Weltelite, als er in Fukuoka als Zweiter 2:06:55 Stunden erreichte. Beim London-Marathon im April verbesserte sich der 27-Jährige dann als Sechster auf 2:06:38. Deriba Merga war bei der Halbmarathon-WM 2007 Vierter mit persönlicher Bestzeit von 59:16 Minuten.
Viktor Röthlin (Schweiz)
Bestzeit: 2:07:23 Stunden
Viktor Röthlins Leistungen sprechen dafür, dass er bei Olympia für eine Überraschung sorgen könnte. Der 33-jährige Schweizer hat nach seinem Sieg beim Zürich-Marathon im Frühjahr 2007 in 2:08:20 Stunden für Aufsehen gesorgt, weil er bei der WM im heiß-schwülen Osaka Bronze gewonnen hatte. Viktor Röthlin, der bei der EM 2006 bereits Zweiter war, verbesserte dann bei seinem Sieg beim Tokio-Marathon Anfang dieses Jahres seinen Schweizer Rekord auf 2:07:23 Stunden. Bei Olympia 2000 war er 36., in Athen gab er vor vier Jahren auf. Jetzt will Röthlin seine Karriere krönen.
Text: race-news-service.com
race-news | 04.08.2008
Guter Olympiatest für Susanne Hahn in Berlin, schnelle Zeiten in USA

Susanne Hahn gewann in Berlin.
Foto: www.photorun.net
Einen erfolgreichen letzten Wettkampf-Test vor dem olympischen Marathon gab es für Susanne Hahn (SV Schlau.com Saarbrücken) in Berlin. Bei der City-Nacht über 10 km siegte sie auf dem Kurfürstendamm in 33:11 Minuten. Damit war Susanne Hahn deutlich vor der zweitplatzierten Melanie Kraus (Bayer Leverkusen/33:56) im Ziel. Kraus wird neben Hahn in knapp zwei Wochen in Peking ebenfalls im Marathon an den Start gehen. Dritte wurde in Berlin die Holländerin Barbara Zutt in 35:45 Minuten.
Unter alles zusammen 9.200 Teilnehmern war ein Holländer der schnellste Läufer: Martin Lauret gewann das Rennen in 29:07 Minuten vor Falk Cierpinski (SG Spergau), der nach 29:16 im Ziel war. Dritter wurde Stefan Koch (TV Wattenscheid) mit 29:21.
Deutlich hochklassigere Siegzeiten gab es am Wochenende beim Beach to Beacon-Rennen in Cape Elizabeth (USA). Bei dem 10-km-Lauf siegte der Kenianer Ed Muge in 27:52,4 Minuten mit weniger als einer Sekunde Vorsprung vor dem Äthiopier Terefe Maregu Zewdie. Dritter wurde Kiplomo Kimutai (Kenia) mit 27:58, Rang vier belegte sein Landsmann und Vorjahressieger Duncan Kibet (28:21). Schnellste Frau war die Kenianerin Edith Masai, die in der Woche zuvor bereits den Bix 7-Meilenlauf gewonnen hatte. Die bereits 41-Jährige rannte hochklassige 31:55,6 Minuten. Masai war vor Lyudmila Biktasheva (Russland/32:03) und Yuri Kano (Japan/32:17) im Ziel.
Text: race-news-service.com
race-news | 03.08.2008
Olympia-Aus für Irina Mikitenko

Aus dem Rennen um die olympischen Medaillen ist Irina Mikitenko.
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Irina Mikitenko muss auf ihren geplanten Start bei den Olympischen Spielen verzichten. Ein Rückenproblem stoppt die Marathonläuferin des TV Wattenscheid, die in Topform in Peking durchaus für eine Überraschung hätte sorgen können. Mit ihrem Sieg beim London-Marathon im April gegen hochkarätige Konkurrenz hatte sie sich in der Weltelite etabliert. Doch nun muss Irina Mikitenko auf den olympischen Klassiker verzichten. Bereits seit mehreren Wochen behinderten die 35-Jährige Rückenprobleme beim Training. So konnte sie keine schnellen Ausdauerläufe absolvieren, die in der Vorbereitung auf den Marathon eine entscheidende Rolle spielen. Am Ende lief Irina Mikitenko die Zeit davon. Sie hatte keine Chance mehr, rechtzeitig für Olympia in Form zu kommen.
Maximal 36 Startplätze hat jede Nation über die Mittel- und Langstrecken sowie die Hindernisläufe bei den Olympischen Spielen. Dass die deutschen Leichtathleten in Peking mit nun nur noch fünf Läufern vertreten sein werden, spiegelt einmal mehr die Lauf-Misere beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wider. Es gibt zwar ein paar positive Entwicklungen, doch bis zum Anschluss an die internationale Spitze ist es noch immer ein weiter Weg. Dies gilt besonders für die Männer des DLV: Einzig der Berliner 1.500-m-Läufer Carsten Schlangen (LG Nord) schaffte die Olympia-Qualifikation. Wenn er das Halbfinale erreicht, wäre das schon ein Erfolg bei seiner ersten großen Meisterschaft im Sommer. Bei den Frauen sieht es etwas besser aus. Hier könnten die 3.000-m-Hindernisläuferin Antje Möldner (SC Potsdam) und vielleicht auch Sabrina Mockenhaupt (Köln-Marathon) über 10.000 m für eine gute Platzierung sorgen.
Währenddessen haben die Äthiopier ihr Olympia-Team nominiert. Dabei lassen die Afrikaner offen, ob ihre beiden Superstars Kenenisa Bekele und Tirunesh Dibaba jeweils neben den 10.000 m auch über 5.000 m starten werden. Beide sind über die kürzere Distanz als Ersatzläufer nominiert und könnten somit vielleicht zwei Goldmedaillen gewinnen.
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