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race-news | 27.04.2008

Timofeyeva bricht Kursrekord in Hamburg, Olympia-Aus für Maisch


Für Ulrike Maisch endete der Hamburg-Marathon bereits bei Kilometer 16. Damit verpasste sie die Olympia-Qualifikation.
Foto: www.photorun.net

Der Kenianer David Mandago war der schnellste Läufer im Feld beim Hamburg-Marathon, bei dem es durch Irina Timofeyeva einen neuen Streckenrekord gab. Während Mandago nach hochklassigen 2:07:23 Stunden ins Ziel lief, rannte die Russin 2:24:14. Damit verbesserte sie die alte Marke, die Katrin Dörre-Heinig und Robe Tola (Äthiopien) gemeinsam gehalten hatten, um 21 Sekunden. Dörre-Heinig war 1999 in Hamburg 2:24:35 gelaufen, Tola erreichte genau diese Zeit bei ihrem Sieg vor zwei Jahren. 23.230 Läufer hatten sich für Deutschlands zweitgrößtes Marathonrennen gemeldet.

Trotz des Kursrekordes bei den Frauen war es jedoch das Männerrennen, bei dem die besseren Leistungen erzielt wurden. Bei guten Wetterbedingungen erreichte eine große Gruppe von rund 20 Läufern die Halbmarathonmarke nach 63:17 Minuten. Darunter war auch der vierfache Hamburg-Sieger Julio Rey. Der Spanier mit ,Local-Hero-Status’ hatte das Rennen 2001, 2003, 2005 und vor zwei Jahren gewonnen, als er mit 2:06:52 sowohl einen Kursrekord als auch eine spanische Bestmarke aufstellte. Rey gehörte wieder zu den ganz großen Favoriten, doch an der 25-km-Marke hatte er den Kontakt zur Spitzengruppe verloren. Wie er später in einem Interview mit dem NDR erklärte, hatte er sich im ersten Teil des Rennens gut gefühlt, dann jedoch Probleme in einem Bein bekommen. Am Ende kam Julio Rey in 2:13:20 Stunden auf Rang 16 ins Ziel.

An der Spitze löste sich David Mandago entscheidend nach der 35-km-Marke. „Ich hatte nicht erwartet, dass ich hier gewinnen könnte und hatte auch nicht mit einem so schnellen Rennen gerechnet“, sagte der Kenianer in einem Interview nach dem Rennen. Durch Mandagos Überraschungssieg verpasste einmal mehr Wilfred Kigen einen Triumph an der Alster. Wie schon im Vorjahr, als Kigen eine Sekunde hinter seinem Landsmann Rodgers Rop ins Ziel kam, wurde der Kenianer wieder Zweiter. Der dreifache Frankfurt-Marathon-Champion lief nun in Hamburg 2:07:48. Rang drei belegte der Äthiopier Tariku Jufar in 2:08:10.

Obwohl Falk Cierpinski die Norm für die Olympischen Spiele verfehlte, schlug sich der für die SG Spergau startende Sohn des Doppel-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski achtbar. Mit einer Bestzeit von 2:19:06 Stunden angereist, steigerte er sich als 22. auf 2:15:48. Die erste Hälfte hatte er mit Ziel Olympianorm von 2:13:00 Stunden in 66:03 absolviert. Auch wenn es am Ende für Peking wohl nicht ganz reichen wird, hat sich Falk Cierpinski als derzeit bester deutscher Marathonläufer etabliert. Und in der Zukunft wir er sich sicherlich noch steigern können. Martin Beckmann (LG Leinfelden Echterdingen) hatte das Rennen aufgegeben, Ullrich Steidl (Hanau) kam als 25. nach 2:18:26 ins Ziel.

Irina Timofeyeva brach in Hamburg nicht nur den Kursrekord sondern auch ihre persönliche Bestleistung. Vor sieben Jahren war die Russin 2:25:29 Stunden gelaufen. Nun passierte die 38-Jährige in der Spitzengruppe in Hamburg die Halbmarathonmarke nach 1:11:47 und war schließlich nach 2:24:14 im Ziel. Am Ende hatte sie über vier Minuten Vorsprung vor Pamela Chepchumba (Kenia/2:28:36) und Asha Gigi (Äthiopien/2:29:28), die nach der ersten Hälfte noch mit der Russin vorne gelegen hatten. „Es war ein hartes Rennen, besonders auf den letzten 10 Kilometern. Aber die Zuschauer haben mir sehr geholfen“, sagte Irina Timofeyeva, nachdem sie sich im Ziel von Magenkrämpfen erholt hatte.

Eine Pleite erlebte Ulrike Maisch (LAV Rostock) im Kampf um die Olympia-Qualifikation. Die Überraschungs-Europameisterin von 2006 gab das Rennen nach 16 km auf. Bitter enttäuscht erklärte sie später, dass sich ihre Beine so schwer wie nie in einem derartigen Wettkampf angefühlt hätten.

Ergebnisse, Männer:
1. David Mandago KEN 2:07:23
2. Wilfred Kigen KEN 2:07:48
3. Tariku Jufar ETH 2:08:10
4. Tessema Abshior ETH 2:08:26
5. Sammy Kurgat KEN 2:08:55
6. Laban Kipkemboi KEN 2:09:46

Frauen:
1. Irina Timofeyeva RUS 2.24:14
2. Pamela Chepchumba KEN 2:28:36
3. Asha Gigi ETH 2:29:28
4. Yesenia Centeno ESP 2:31:16

Text: race-news-service.com

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race-news | 27.04.2008

Abel Kirui krönt großes Wiener Jubiläum mit Kursrekord


Abel Kirui gewinnt das Jubiläumsrennen mit einem Streckenrekord
Foto: www.photorun.net

Die Kenianer haben einmal mehr ihre Dominanz über die Marathonstrecke bewiesen: Beim 25. Vienna City-Marathon belegten sie nicht nur die ersten acht Plätze sondern sorgten für die qualitativ besten Ergebnisse in der Geschichte des Rennens. Passend zum Jubiläum stellte Abel Kirui dabei einen Streckenrekord auf. Der 25-Jährige war nach 2:07:38 Stunden im Ziel am Heldenplatz. Es war die erste Zeit unter 2:08 Stunden, die in Wien gelaufen wurde. Den zwei Jahre alten Streckenrekord des Marokkaners Lahoucine Mrikik verbesserte Abel Kirui dabei um 42 Sekunden. Zwei weitere Läufer blieben unter 2:09 Stunden: Duncan Kibet erreichte bei seinem starken Debüt 2:08:33, Paul Biwott war nach 2:08:53 im Ziel.

Bei warmem Wetter mit Temperaturen von am Ende über 20 Grad Celsius gewann Luminita Talpos zum zweiten Mal in Folge in Wien: Die 35-jährige Rumänin lief 2:26:43 Stunden – das ist die drittschnellste je bei diesem Rennen gelaufene Zeit. Tomo Morimoto (Japan) belegte Platz zwei in 2:29:01, Beatrice Omwanza (Kenia) wurde Dritte mit 2:37:36.

Alle Lauf-Wettbewerbe zusammengerechnet, hatte der 25. Vienna City-Marathon erstmals in seiner Geschichte über 30.000 Meldungen: Genau 30.072 Athleten aus über 100 Nationen hatten sich registriert für das größte Laufspektakel, das Österreich bisher gesehen hat. Rund 300.000 Zuschauer, so viele wie nie zuvor, säumten die Strecke.

Im vergangenen Jahr hatte es nach dem Start das Problem gegeben, dass die Favoriten das Tempo der Pacemaker nicht angenommen hatten. Das passierte dieses Mal nicht. Und die Tempomacher machten einen ausgezeichneten Job. Nach 30:11 Minuten wurde die 10-km-Marke passiert, 63:44 zeigten die Uhren nach der ersten Hälfte. Fast auf die Sekunde genau wie geplant, erreichten die letzten zwei Tempomacher dann Kilometer 30 nach 1:30:26 Stunden. Als sie dort aus dem Rennen gingen, lagen noch vier Kenianer gemeinsam an der Spitze: Abel Kirui, Duncan Kibet, Paul Biwott and William Rotich.

Es war dann besonders Abel Kirui, der immer wieder das Tempo bestimmte. Duncan Kibet konnte ihm als einziger folgen. Der Debütant hatte gemeinsam mit den Marathon-Größen Martin Lel und Robert Cheruiyot trainiert. Die folgenden Kilometerabschnitte absolvierten Kirui und Kibet dann in 2:55 und 2:56 Minuten. Als der spätere Sieger dann bei 35 km (1:45:04) im Prater-Park auch seinen letzten verbliebenen Konkurrenten hinter sich ließ, schien aufgrund der enormen Pace eine Zeit unter 2:06:30 Stunden möglich. Doch ab Kilometer 37 wurde Abel Kirui in der Sonne laufend langsamer. „Als ich alleine laufen musste, wurde es hart und warm. Aber trotzdem habe ich mein Ziel, den Streckenrekord, erreicht – das hatte ich den Veranstaltern vorher versprochen. Nächstes Jahr möchte ich wieder kommen und schneller laufen“, sagte Abel Kirui, der vor einem Jahr in Wien Dritter war.

Der Sieg beim Vienna City-Marathon ist der bisher größte Erfolg in der Karriere des Abel Kirui. Seine Marathon-Bestzeit von 2:06:51 Stunden war der Kenianer im vergangenen Jahr in Berlin gelaufen – geschlagen wurde er damals nur von Haile Gebrselassie. Im Herbst möchte er wieder in der deutschen Hauptstadt Marathon laufen. Zufrieden sein konnte auch Duncan Kibet. „Ich glaube, ich bin heute aufgestiegen und kann mich jetzt als Marathonläufer bezeichnen“, sagte der Kenianer nach seinem Debüt in 2:08:33. „Ich werde mich sicherlich weiter verbessern können und will im Herbst meinen zweiten Marathon laufen.“

Bei den Frauen begann das Rennen zunächst wie erwartet: Tomo Morimoto übernahm die Führung, gefolgt von Luminita Talpos und Beatrice Omwanza. Die Japanerin galt als Favoritin, schließlich hatte sie vor zwei Jahren das Rennen in der zweitschnellsten je in Wien gelaufenen Zeit von 2:24:33 Stunden gewonnen. Diese persönliche Bestzeit wollte die 24-Jährige nun angreifen. Doch daraus wurde nichts.

Es war nicht der Tag der Tomo Morimoto, die im Winter knapp die Olympia-Qualifikation verpasst hatte. „Es lief von Beginn an nicht richtig. Und bei Kilometer 17 bekam ich Probleme“, sagte Tomo Morimoto. Die Titelverteidigerin Luminita Talpos übernahm dann die Führung. Die Halbmarathonmarke erreichte die Rumänin vier Sekunden vor der Japanerin nach 1:12:38. Danach vergrößerte sie ihren Vorsprung ständig. Erst nach der 30-km-Marke (1:43:00) wurde auch Luminita Talpos im wärmer werdenden Wetter langsamer.

„Für mich war das keine Überraschung, dass ich hier wieder gewonnen habe – das war ebenso mein Ziel wie die Olympiaqualifikation“, sagte die Siegerin, die ihre fünf Jahre alte persönliche Bestzeit um 49 Sekunden steigerte. Damit sollte sie einen Startplatz in Peking sicher haben.

Resultate, Männer:
1. Abel Kirui KEN 2:07:38
2. Duncan Kibet KEN 2:08:33
3. Paul Biwott KEN 2:08:53
4. Willliam Rotich KEN 2:12:18
5. Andrew Limo KEN 2:12:27
6. Samson Loywapet KEN 2:13:23

Frauen:
1. Luminita Talpos ROM 2:26:43
2. Tomo Morimoto JPN 2:29:01
3. Beatrice Omwanza KEN 2:37:36
4. Oksana Kuzmicheva RUS 2:39:54

Text: race-news-service.com

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race-news | 25.04.2008

Wien-Marathon-Jubiläum: Knapp 30.000 Läufer und Jagd auf Kursrekorde


Duncan Kibet und Abel Kinui (rechts) vor dem Wien-Marathon
Foto: www.photorun.net

Der 25. Wien-Marathon verspricht am Sonntag nicht nur das größte sondern auch das hochklassigste Lauf-Event zu werden, das es in Österreich bisher gegeben hat. Schon vor dem Start hat die Jubiläumsveranstaltung Rekorde gebrochen: Ohne Nachmeldungen, die nur noch am Freitag möglich waren, hatten für die Veranstaltung alles zusammen 29.228 aus über 100 Nationen gemeldet. Diese Zahl dürfte noch auf knapp 30.000 ansteigen. Das Elitefeld ist derart besetzt, dass beide Streckenrekorde gebrochen werden können. Die Kursbestzeiten werden zurzeit vom Marokkaner Lahoucine Mrikik (2:08:20 Stunden/2006) und der Italienerin Maura Viceconte (2.23:47/2000) gehalten.

Gemessen an ihren Bestzeiten sind die Kenianer Wilson Onsare und Abel Kirui die Favoriten am Sonntag. Beide liefen bereits unter 2:07 Stunden. Onsare ist dabei mit 2:06:47 etwas schneller, allerdings ist seine Marke auch schon fünf Jahre alt. Daher gilt eher Abel Kirui als Favorit. Bisher hat er eine Bestleistung von 2:06:51 Stunden, die er im vergangenen September als Zweiter des Berlin-Marathons aufstellte – damals war nur einer schneller als Abel Kirui: Haile Gebrselassie, der mit 2:04:26 einen Weltrekord aufstellte.

Kiruis Marathonkarriere hatte 2006 in Berlin begonnen, als er als Pacemaker bei Gebrselassies Weltrekordversuch rannte. Nachdem er die 35-km-Marke nach 1:45:23 Stunden passiert hatte, lief er weiter und war nach 2:17:47 im Ziel. In der Zwischenzeit denkt er selbst daran, einen Weltrekordversuch zu unternehmen: „Der Weltrekord ist wirklich ein Ziel für mich. Ich will ihn brechen – warum sollte es mir nicht gelingen“, sagte Abel Kirui in der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Start. Damit löste er sowohl bei den Veranstaltern als auch den Journalisten Erstaunen aus. Denn ein derartiges Tempo ist in Wien nicht geplant. Der 25-jährige Kirui erklärte anschließend allerdings, dass dies ein Ziel für die Zukunft sei. „Am Sonntag möchte ich die erste Hälfte in 63:30 Minuten laufen. Und vielleicht geht es im zweiten Abschnitt noch etwas schneller.“

Seine Landsleute werden Abel Kiruis Hauptkonkurrenten sein. „Bei gutem Wetter möchte ich meine persönliche Bestzeit steigern“, sagte Paul Biwott, der bisher 2:08:17 zu stehen hat. Duncan Kibet und Philemon Kisang sind zwei weitere Kenianer, denen eine Überraschung zuzutrauen ist. Beide rennen ihr Debüt und haben viel versprechende Bestzeiten über die Halbmarathon-Strecke. Kibet lief vor zwei Jahren in San Jose (USA) 60:22, Kisang erreichte 60:55 bei seinem Sieg in Mailand vor einem Jahr. Das hochklassige Stramilano-Rennen entschied er auch Anfang April wieder für sich.

„Ich werde auf jeden Fall mit der Spitzengruppe mitlaufen“, sagte Duncan Kibet. Der 29-Jährige hatte die vielleicht bestmöglichen Trainingspartner in seiner Vorbereitung auf das Debüt. Er gehört zur Gruppe des italienischen Managers Dr. Gabriele Rosa. „Ich habe mein komplettes Training zusammen mit Martin Lel und Robert Cheruiyot absolviert“, sagte Duncan Kibet. Lel hatte am 13. April den London-Marathon gewonnen, Cheruiyot triumphierte acht Tage später in Boston.


Tomo Morimoto und Luminita Talpos posieren vor den Werbeplakaten, auf denen sie selbst abgebildet sind.

Nachdem sie die Olympia-Nominierung knapp verpasst hatte, entschloss sich Tomo Morimoto zu einem neuen Start beim Wien-Marathon. „Vor zwei Jahren habe ich hier meinen ersten Marathonsieg gefeiert. Ich bin zudem eine gute Zeit gelaufen, die immer noch meine persönliche Bestzeit ist. Ich habe gute Erinnerungen an Wien und habe mich daher entschlossen, hier an den Start zu gehen“, erklärte die 24-jährige Japanerin, die als Ersatzläuferin für Peking vorgesehen ist. 2006 war sie in Wien 2:24:33 gelaufen. „Diese Zeit möchte ich am Sonntag verbessern.“ Gut möglich, dass am Ende der Streckenrekord von 2:23:47 Stunden fällt.

Mit der Startnummer 1 geht allerdings eine andere Läuferin an den Start: Vorjahressiegerin Luminita Talpos. Bei sehr hohen Temperaturen war die Rumänin vor einem Jahr 2:32:21 Stunden gelaufen. „Mein Ziel ist die Olympiaqualifikation. Wahrscheinlich wird dafür eine Zeit um 2:28 Stunden reichen. Aber ich fühle mich in Form für einen schnelleren Lauf. Ich hoffe, dass ich mich auf 2:25 verbessern kann“, sagte Luminita Talpos, die bisher 2:27:32 erreichte.

Eine andere, die vielleicht ganz vorne mitlaufen kann, ist Beatrice Omwanza. Die Bestzeit der Kenianerin steht bei 2:27:19 Stunden, gelaufen in Berlin 2004. „Dass ich diese Zeit in den vergangenen Jahren nicht mehr verbessern konnte, hing mit meinen Trainingsbedingungen zusammen. Ich habe bis zum letzten Jahr parallel gearbeitet für die kenianische Post. Aber inzwischen habe ich diesen Job aufgegeben und konzentriere mich vollkommen auf das Laufen“, sagte Beatrice Omwanza.

Text: race-news-service.com

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race-news | 24.04.2008

Rey kommt nach Hamburg zurück, Maisch im Rennen um Olympia-Ticket


Über 20.000 Läufer werden am Sonntag in Hamburg starten.
Foto: Conergy Hamburg-Marathon

Mit dem Hamburg-Marathon wird am Sonntag das größte deutsche Frühjahrsrennen über die 42,195-km-Distanz gestartet. 23.230 Läufer haben gemeldet, die Veranstalter gehen von gut 20.000 Startern aus. Spitzensportlich im Mittelpunkt werden der spanische Seriensieger Julio Rey und der Kenianer Wilfred Kigen stehen. Im Rennen der Frauen hofft Europameisterin Ulrike Maisch (LAV Rostock) die Qualifikation für Peking zu schaffen.

Bereits viermal hat der Spanier Julio Rey den nach Berlin zweitgrößten deutschen Marathon gewonnen: 2001, 2003, 2005 und 2006. Bei seinem Sieg vor zwei Jahren stellte der inzwischen 36-Jährige mit 2:06:52 Stunden einen spanischen Rekord sowie eine Kursbestzeit auf. Beide Rekorde sind nach wie vor aktuell. Man darf gespannt sein, in welcher Form der Spanier am Sonntag sein wird. Gleiches gilt für Wilfred Kigen. Eine Reihe von Kigens kenianischen Landsleuten hatten während der Unruhen in Kenia nicht wie gewohnt trainieren können. Wilfred Kigen war bei seinen letzten Rennen in Deutschland stets in Topform und hat vor einem Jahr in Hamburg nur ganz knapp im Sprintduell gegen Rodgers Rop verloren. Kigen stellte dabei mit 2:07:33 Stunden eine persönliche Bestzeit auf. Im Oktober gewann er dann zum dritten Mal in Folge den Frankfurt-Marathon.

Nicht der Sieg sondern die Olympianorm ist das Ziel zweier deutscher Läufer am Sonntag in Hamburg: Martin Beckmann (LG Leinfelden Echterdingen) hat bisher eine Bestzeit von 2:15:04 Stunden, die er 2004 in Berlin lief. Diese müsste er in Hamburg um mindestens 2:04 Minuten steigern, um das Ticket nach Peking zu lösen. Das wird kein leichtes Unterfangen, zumal er bei seinem Sieg bei den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften Anfang April in 66:08 Minuten seine Bestzeit über die halbe Distanz deutlich verpasste. Zudem sind für Hamburg Temperaturen von bis zu 20 Grad vorhergesagt.

Noch weiter weg scheint das Ziel Peking für Falk Cierpinski (SG Spergau) zu sein. Der Sohn des zweifachen Marathon-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski hatte sich in Berlin im vergangenen September auf 2:19:06 Stunden gesteigert. Doch in Hamburg müsste sich der frühere Triathlet nun um über sechs Minuten verbessern, um zu Olympia zu kommen. Allerdings wurde er von seinem Vater innerhalb der letzten eineinhalb Jahre behutsam an die Marathonstrecke herangeführt, so dass deutliche Steigerungen vielleicht möglich sind.

Nur die Olympianorm erreicht zu haben, wird bei den Frauen nicht ausreichen, um nach Peking zu fliegen. Schon vor ihrem London-Triumph stand Irina Mikitenko als Marathonstarterin bei Olympia fest. Somit sind nur noch zwei Plätze frei. Nach ihrem überzeugenden Rennen in der Hitze von Osaka, wo sie bei der WM Rang 20 belegte, und dem Triumph beim Frankfurt-Marathon in 2:28:56 Stunden hat Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) die besten Karten. Sie startet in einer Woche beim Düsseldorf-Marathon.

„Die Olympia-Norm von 2:31 Stunden wird nicht reichen, da schon vier deutsche Frauen schneller gelaufen sind“, sagt Ulrike Maisch, die 2006 in Göteborg bei den Europameisterschaften sensationell Gold gewonnen hatte. Damals lief sie auch ihre Bestzeit von 2:30:01 Stunden. „2:29 Stunden sind sicher nötig, um am Ende in Peking dabei zu sein. Ich traue mir auch 2:28 zu“, erklärte die Rostockerin, die in der Folge von Göteborg aufgrund von Fußproblemen über ein Jahr lang keinen Marathon mehr laufen konnte. In Frankfurt meldete sie sich dann im vergangenen Oktober mit 2:32:41 und Rang sechs zurück.

Sollte sich Ulrike Maisch qualifizieren, blickt sie aufgrund der klimatischen Bedingungen skeptisch nach Peking. „Im August wird es dort sehr heiß, 30 bis 35 Grad. Alle haben zwar die gleichen Bedingungen, aber für mich ist es viel zu warm. Ich mag es, wenn es wie bei der EM in Göteborg 15 Grad sind. Ich denke mit Schrecken an die Bedingungen, die uns erwarten. Und dennoch will ich bei Olympia laufen.“

Text: race-news-service.com

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race-news | 22.04.2008

,Marathon Feuer’ sorgt für Verwirrung auf dem Weg zu City-Rennen


Franjo Mihalic, Marathon-Olympia-Zweiter von 1956, übergibt das Marathon-Feuer in Belgrad an seine serbische Landsfrau Oliveira Jevtic.
Foto: Belgrad-Marathon

Während das Olympische Feuer zurzeit in Asien unterwegs ist, sorgt ein ,Marathon Feuer’ auf dem Weg zu verschiedenen großen City-Rennen für Verwirrung. Die Initiative eines Staffellaufes mit dem Feuer aus Marathon, dem klassischen Ursprung des Rennens in der Nähe von Athen, stammt von der Association of International Marathons and Road Races (AIMS) und dem Direktor des Athen-Marathons, Makis Asimakopoulos, dessen Rennen am 9. November stattfindet.

Die Flamme aus Marathon wurde in einer Staffel bereits im Rahmen des Xiamen-Marathons in China durch die Stadt getragen. Am vergangenen Wochenende war das Feuer dann in Belgrad unterwegs, wo unter anderem der heute 87-jährige Franjo Mihalic als Staffelläufer rannte. Er hatte bei Olympia 1956 Silber im Marathon gewonnen und übergab die Fackel an seine Landsfrau Olivera Jevtic, die im vergangenen Jahr den Belgrad-Marathon gewonnen hatte und am Sonntag nun den Halbmarathon im Rahmen der Veranstaltung in 71:41 Minuten für sich entschied. Über die klassische Distanz siegten in Belgrad William Kipchumba (Kenia) in 2:14:03 und Natalija Chatkina (Weißrussland) mit 2:46:24.

Als die Sieger in Belgrad feststanden, war Makis Asimakopoulos mit einer weiteren Fackel bereits unterwegs zum Boston-Marathon. Er flog über Frankfurt und hatte die Behörden auf das Feuer hingewiesen. Auf dem größten deutschen Flughafen begann man zu rotieren, denn die Frankfurter gingen davon aus, dass es sich bei der Fackel aus Marathon um das Olympische Feuer handeln würde.

Text: race-news-service.com

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race-news | 22.04.2008

Robert Cheruiyot gewinnt zum vierten Mal in Boston


Robert Cheruiyot gewann zum vierten Mal den Boston-Marathon
Foto: www.photorun.net

Robert Cheruiyot hat zum vierten Mal den Boston-Marathon gewonnen. In beeindruckender Manier bestimmte der Kenianer die 112. Auflage des Rennens von der Spitze weg und erreichte bei guten Witterungsbedingungen allerdings zeitweiligem Wind eine Zeit von 2:07:46 Stunden. Gemessen an der zwar abfallenden aber trotzdem schwer zu laufenden, hügeligen Strecke ist das eine hervorragende Zeit. Nur dreimal war der Sieger in der langen Geschichte des Boston-Marathons zuvor schneller. Robert Cheruiyot selbst stellte vor zwei Jahren mit 2:07:14 Stunden den aktuellen Streckenrekord auf. In einem packenden Duell setzte sich bei den Frauen die Äthiopierin Dire Tune mit 2:25:25 Stunden durch. Zwei Sekunden später überquerte Alevtina Biktimirova (Russland) den Zielstrich.

Die beiden Sieger erhielten in Boston ein Rekordpreisgeld: Kurzfristig hatten die Veranstalter die Siegprämie auf 150.000 Dollar erhöht. Rund eine halbe Million Zuschauer feuerten die Läufer auf den legendären 42,195 km von Hopkinton nach Boston an. 25.283 Läufer hatten für den Klassiker gemeldet, darunter 10.439 Frauen. 21.963 erreichten das Ziel.

In einem gemächlichen Tempo hatten die Topläufer das Rennen begonnen: Nach 15:36 Minuten passierte die Spitzengruppe die 5-km-Marke. Danach wurde es jedoch zunehmend schneller. Und immer wieder war es der 29-jährige Robert Cheruiyot, der schon in einer relativ frühen Phase auf das Tempo drückte. Bei 15 km (45:03) war die Topgruppe plötzlich auf Kurs für einen neuen Streckenrekord von unter 2:07 Stunden. Durch die enorm schnelle Pace reduzierte sich die Läuferzahl an der Spitze aber zusehends: An der Halbmarathonmarke (Durchgangszeit: 63:07) konnten nur noch fünf Läufer mit Cheruiyot mithalten: Abderrahime Bouramdane (Marokko), der am Ende in 2:09:04 Stunden Zweiter wurde, James Kwambai, James Macharia (beide Kenia), Kasime Adillo und Tesfaye Girma (beide Äthiopien).

Als es in die berüchtigten Hügel des Boston-Marathon-Kurses ging, war Robert Cheruiyot bereits alleine an der Spitze und vergrößerte seinen Vorsprung ständig. Kilometer 30 erreichte der Titelverteidiger nach 1:29:11 Stunden. Sein Tempo lief nun auf ein Ergebnis von knapp unter 2:06 Stunden hinaus. Doch am Heartbreak Hill, zehn Kilometer vor dem Ziel, wurde auch der erste Sieger der World Marathon Majors (Serie 2006 – 2007) langsamer. „Wenn man alleine laufen muss, wird man irgendwann müde“, sagte Robert Cheruiyot. „Aber ich wusste, dass es für den Sieg reichen würde.“

Robert Cheruiyot gehört zur Trainingsgruppe des Italieners Gabriele Rosa und seines Sohnes Federico. Einer seiner Trainingspartner ist Martin Lel, der acht Tage zuvor den London-Marathon gewonnen hatte. Die Gruppe trainierte in der Vorbereitung auf die April-Marathonrennen zeitweilig in Namibia, um Gefahren bei den Unruhen in Kenia aus dem Weg zu gehen. „Ich hatte Glück, dass ich mein Training in einem friedlichen Land fortsetzen konnte“, sagte Robert Cheruiyot, der nun hofft, dass ihn der kenianische Verband für den olympischen Marathon nominieren wird.

Bei den Frauen war die Siegzeit nicht ganz so hochkarätig, das Rennen jedoch umso dramatischer. An der Halbmarathonmarke lag immer noch eine zehnköpfige Gruppe an der Spitze. Die Zwischenzeit war mit 1:14:45 Stunden allerdings auch nicht besonders aufregend. Es war dann Jelena Prokopcuka (Lettland), die in den Jahren 2006 und 2007 jeweils Platz zwei in Boston belegt hatte, die die Initiative ergriff. Für sie selbst ging diese Tempoverschärfung jedoch nach hinten los. Sie fiel bald zurück, und am Ende blieb ihr nur Rang vier in 2:28:12. Damit war sie aber immer noch deutlich schneller als die Titelverteidigerin Lidiya Grigoryeva (Russland), die lediglich Neunte wurde mit 2:35:37.

An der Spitze hatte immer wieder Alevtina Biktimirova das Tempo forciert. Doch eine Konkurrentin wurde die Russin, die 2005 den Frankfurt-Marathon in 2:25:12 gewonnen und 2007 in Honolulu triumphiert hatte, nicht los: Dire Tune. Die erst 22-jährige Äthiopierin, die bereits im Januar in Houston ihre Bestzeit und den Kursrekord auf 2:24:40 gesteigert hatte, konterte jede Tempoverschärfung. Schulter an Schulter rannten die beiden noch auf der langen Zielgerade. Erst als noch weniger als 400 Meter zu laufen waren, löste sich Dire Tune und siegte schließlich mit zwei Sekunden Vorsprung im engsten Finish, das es in Boston bei den Frauen bisher gegeben hat. „Ich bin nach Boston gekommen, um zu gewinnen. Das habe ich geschafft“, sagte Dire Tune.

Ergebnisse, Boston-Marathon:

Männer:
1. Robert Cheruiyot KEN 2:07:46
2. Abderrahime Bouramdane MAR 2:09:04
3. Khalid El Boumlili MAR 2:10:35
4. Gashaw Asfaw ETH 2:10:47
5. Kasime Adillo ETH 2:12:24
6. Timothy Cherigat KEN 2:14:13

Frauen:
1. Dire Tune ETH 2:25:25
2. Alevtina Biktimirova RUS 2:25:27
3. Rita Jeptoo KEN 2:26:34
4. Jelena Prokopcuka LAT 2:28:12
5. Askale Tafa Magarsa ETH 2:29:48
6. Bruna Genovese ITA 2:30:52

Text: race-news-service.com

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race-news | 21.04.2008

Kastor bleibt cool und löst souverän Olympia-Ticket


Deena Kastor gewinnt die US-Trials in Boston
Foto: www.photorun.net

Deena Kastor hat in Boston das US-amerikanische Olympia-Qualifikationsrennen der Frauen gewonnen und damit das Ticket nach Peking gelöst. Die 35-Jährige ließ sich auch durch einen zeitweise großen Rückstand nicht irritieren und siegte auf der Rundstrecke in der Innenstadt letztlich souverän in 2:29:35 Stunden. Am Tag vor dem 112. Boston-Marathon belegten Magdalena Lewy Boulet (2:30:19) und Blake Russell (2:32:40) die Ränge zwei und drei. Dieses Trio wird damit bei den Olympischen Spielen für die USA im Marathon an den Start gehen. Die Trials der Männer hatten bereits im November 2007 am Tag vor dem New York-Marathon stattgefunden. Die Ausscheidungsrennen müssen, so die Regel des US-Verbandes, separat organisiert werden und dürfen daher nicht in einen klassischen City-Marathon integriert werden.

Die aus Polen stammende Magdalena Lewy Boulet hatte sich bereits unmittelbar nach dem Start vom Feld abgesetzt und lief durchweg alleine. Zunächst vergrößerte sie ihren Vorsprung vor der großen Verfolgergruppe mit Deena Kastor ständig. Nach 14 Meilen (22,5 km) rannte die 34-jährige Lewy Boulet 1:55 Minuten vor dem Feld. „Ich wusste, dass ich die Initiative ergreifen musste, um eine Chance zu haben. Ich hätte aber nicht gedacht, dass keine andere Läuferin mitlaufen würde“, erklärte Magdalena Lewy Boulet, die sich erstmals für Olympia qualifizierte und zuvor eine Bestzeit von 2:30:50 Stunden hatte. Die gebürtige Polin hatte Anfang der 90er Jahre auch drei Jahre in Deutschland gelebt.

Als Deena Kastor in der zweiten Hälfte des Rennens die Initiative ergriff, schmolz der große Vorsprung von Magdalena Lewy Boulet zusehends. Gut vier Kilometer vor dem Ziel hatte die US-Rekordlerin Deena Kastor (2:19:36 Stunden) ihre Konkurrentin eingeholt und zog ihrerseits davon. „Ich habe viele Meilen des Rennens gedacht, dass ich Magdalena unterschätzt haben könnte“, sagte Deena Kastor später. „Aber ich habe meine beiden Ziele heute erreichte: erstens die Olympiaqualifikation und zweitens den Sieg.“ Während sie bei Olympia 2004 in Athen überraschend Bronze gewonnen hatte, hatte Blake Russell den Start in Griechenland vor vier Jahren als Vierte der Trials knapp verpasst. „Ich bin richtig froh. Vor vier Jahren habe ich gelernt, dass in den letzten Meilen viel passieren kann. Jetzt habe ich es geschafft“, sagte Blake Russell.

In ihrem letzten Marathonlauf als Leistungssportlerin kam die 50-jährige Joan Benoit Samuelson bei dem Olympia-Ausscheidungsrennen auf Rang 90. Mit 2:49:08 Stunden stellte sie einen US-Rekord für ihre Altersgruppe auf. Damit erreichte die erste Marathon-Olympiasiegerin von 1984 ihr Zeitziel von unter 2:50 Stunden. Die Qualifikation für Peking war wie erwartet außer Reichweite. Als Joan Benoit Samuelson 1979 erstmals den Boston-Marathon gewonnen hatte, waren rund 50 ihrer heutigen Konkurrentinnen noch gar nicht geboren.

Text: race-news-service.com

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race-news | 20.04.2008

Doris Changeywo verpasst Kursrekord in Würzburg nur knapp


Terefe Maregu verpasste den Sieg in Würzburg nur knapp.
Foto: www.photorun.net

Der Würzburger Residenzlauf hat seinen Ruf als einer der schnellsten 10-km-Läufe weltweit einmal mehr untermauert. Bei der 20. Auflage im Unterfränkischen ließen sich bei der Rekord-Teilnehmerzahl von 6.428 Läufern die internationalen Topläufer dann auch nicht lange bitten und zeigten eine zumindest in der Spitze starke Frühjahrsform. Die Cross-WM-Vierte Doris Changeywo (Kenia) sorgte für das Highlight: Sie schrammte drei Wochen nach ihrem bislang größten Erfolg von Edinburgh mit 31:35 Minuten nur um fünf Sekunden am Streckenrekord der Äthiopierin Wude Yimer vorbei, die 2006 eine Zeit von 31:30 Minuten erreicht hatte. Auch bei den Männern wurde flott gelaufen. Den Sieg holte sich dabei Doris’ Landsmann Job Tanui, der bei seinem ersten 10-km-Wettkampf überhaupt in 28:05 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor dem äthiopischen Favoriten Terefe Maregu gewann.

Nach sechs Kilometern löste sich Doris Changeywo mit scheinbarer Leichtigkeit von ihrer hartnäckigen Konkurrentin, der Vorjahressiegerin Peninah Arusei, und lief auf dem schnellen Vier-Runden-Kurs rund um die Residenz noch mehr als eine halbe Minute Vorsprung heraus. „Mit der Zeit bin ich sehr zufrieden. Anders als vor zwei Wochen in Dublin, wo ich nur 32:15 Minuten schaffte. Mein Ziel ist die Olympiateilnahme über 10.000 Meter. In China möchte ich unbedingt dabei sein“, sagte die 24-jährige Kenianerin. Der geschlagenen Vorjahressiegerin fehlte nach ihrem Erfolg beim Berliner Halbmarathon in der Weltklassezeit von 1:08:22 Stunden gewiss noch etwas die Spritzigkeit, um gegen ihre schnelle Landsfrau bestehen zu können. Dennoch lief sie vierzig Sekunden schneller als im Vorjahr.

Für Job Tanui war Würzburg nicht nur sein erstes Straßenrennen, sondern auch die Premiere über 10 km. Der zeitweilig in Linz angesiedelte 34-Jährige fehlte zwar zuletzt bei Rennen aufgrund von muskulären Problemen, scheint sich aber in seiner Heimatstadt Eldoret wieder in eine gute Form gebracht haben. Mit 28:05 Minuten gab er beim Jubiläumslauf in Würzburg eine bemerkenswerte Kostprobe seines Vermögens ab. Der Bahnläufer mit einer 3.000-m-Bestmarke von 7:47 möchte in diesem Sommer die 5.000-m-Szene aufmischen und rechnet mit einer Endzeit von „knapp unter 13 Minuten“, wie er im Gespräch formulierte. Sichtlich enttäuscht hingegen war Terefe Maregu, der als Sieger des 5-km-Straßenlaufes in Carlsbad (USA) in 13:07 Minuten mit einer vorzüglichen Empfehlung nach Unterfranken angereist war. „Ich habe mich durch das Tempospiel der Kenianer irritieren lassen und zu spät meinen Spurt angezogen.“ Der Vorjahreszweite Matthew Koech (Kenia) wurde in 28:17 diesmal Dritter.

Für die deutschen Starter hingen die Trauben angesichts der afrikanischen Übermacht natürlich sehr hoch. Dennoch schlug sich Wolfram Müller (LG Asics Pirna) als Elfter in 29:48 beachtlich. „Als eigentlicher 1.500-m-Läufer bin ich mit dem Saisoneinstieg sehr zufrieden. Es ist ein richtiger Schritt in Richtung Olympia.“ Der frühere U-23-Europameister zeigte sich in einer dritten Verfolgergruppe bestens aufgehoben und spielte nach einer kleinen Schwächephase in der Schlussrunde seine Grundschnelligkeit aus. „Ich habe zwar immer auf dem leichten Bergabstück etwas verloren, konnte dies aber beim Anstieg wieder wettmachen.“ Der 27-Jährige aus Pirna setzt in der Olympiasaison eher auf die 5000-m-Distanz, wo er „eine 13:20 für nicht utopisch hält“. Bei den Frauen kam die deutsche Hindernismeisterin und German-Road-Races-Nachwuchs-Preisträgerin Julia Hiller (LAC Quelle Fürth) als Zwölfte in 35:13 Minuten ins Ziel. Hingegen kam die 3000-m-Hindernisrekordlerin Melanie Schulz (LC Erfurt) auf dem schnellen Rundkurs nicht zurecht und belegte abgeschlagen Rang fünfzehn.

Text: race-news-service.com/ Wilfried Raatz

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race-news | 20.04.2008

Joan Benoit Samuelson startet 24 Jahre nach Los Angeles bei Olympia-Trials


Joan Benoit Samuelson beim Beach to Beacon-Straßenlauf 2007, den sie selbst gründete.
Foto: www.photorun.net

Es ist knapp ein Vierteljahrhundert her, da schrieb Joan Benoit Samuelson Sportgeschichte. Damals, 1984 in Los Angeles, stand erstmals auch für Frauen der Marathonlauf auf dem olympischen Programm. Die erste Siegerin über die klassische Distanz von 42,195 km, die lange Zeit als für Frauen unzumutbar galt, war die US-Amerikanerin. Bereits wenige Kilometer nach dem Start hatte sich die Weltrekordlerin abgesetzt. Selbst Marathon-Ikonen wie die Norwegerinnen Grete Waitz und Ingrid Kristiansen oder die Portugiesin Rosa Mota kamen nicht mehr an die damals 27-Jährige heran, die in 2:24:52 Stunden souverän gewann. Seitdem ist Joan Benoit Samuelson in den USA eine Legende des Laufsports. Und sie rennt immer noch.

In wenigen Wochen wird Joan Benoit Samuelson 51 Jahre alt. Während ihre früheren Rivalinnen ihre Karrieren längst beendet haben, startet die Amerikanerin heute ein letztes Mal bei einem Rennen in Verbindung mit den Olympischen Spielen. In Boston wird sie dabei sein, wenn – einen Tag vor dem Boston-Marathon – das US-Olympia-Qualifikationsrennen der Frauen veranstaltet wird. Dieser Lauf muss, so besagen es die Regeln des amerikanischen Verbandes, separat stattfinden und darf daher nicht in den 112. Boston-Marathon integriert werden.

In einer nach Bestzeiten sortierten Startliste der US-Trials steht Joan Benoit Samuelson mit 2:21:21 Stunden an zweiter Stelle. Diese Leistung allerdings ist 23 Jahre alt. Mit einem Überraschungssieg hatte 1979 die Marathonkarriere der Amerikanerin begonnen. Nach einem Testrennen ging sie als Außenseiterin beim Boston-Marathon an den Start. Sie machte sich keine Gedanken über Tempo und Taktik, lief einfach los und gewann in Kursrekordzeit von 2:35:15 Stunden. Als sie damals in Boston siegte, waren rund 50 ihrer heutigen Konkurrentinnen nicht einmal geboren. Vier Jahre später triumphierte sie wiederum spektakulär in Boston: 1983 steigerte Joan Benoit Samuelson die damalige Weltbestzeit von Grete Waitz um fast drei Minuten auf 2:22:43.

„Ich dachte mir, ich sollte meine Marathonkarriere dort beenden, wo ich sie begonnen habe“, sagte Joan Benoit Samuelson vor ihrem heutigen Start gegenüber der Zeitung ,Boston Globe’. Dabei hat die grauhaarige 50-Jährige, die sich 2006 beim Marathon in Twin Cities mit einer Zeit von 2:46:27 Stunden für die Trials qualifizierte, keine Illusionen. Obwohl abgesehen von Deena Kastor keine Läuferin mit Weltklasseniveau am Start sein wird, wird Joan Benoit Samuelson die Qualifikation nicht schaffen können. Dafür müsste sie unter die ersten drei kommen und 2:32 Stunden oder schneller laufen. So wird Boston und nicht Peking ihr letzter professioneller Marathonlauf.

Text: race-news-service.com

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race-news | 18.04.2008

Doppelter Boston-Marathon am Sonntag und Montag


Start zum Boston-Marathon in Hopkinton
Foto: www.photorun.net

Zum 112. Mal wird am Montag der Boston-Marathon gestartet. Bei dem hochklassigen Rennen, das zur Serie der World Marathon Majors (WMM) gehört, gehen voraussichtlich gut 20.000 Läufer an den Start. Star des Rennens ist der Kenianer Robert Cheruiyot, der den Klassiker bereits in den Jahren 2003, 2006 und 2007 gewonnen hat. Der Titelverteidiger, der zudem bei der ersten WMM-Serie 2006-2007 triumphierte, könnte den Boston-Marathon als erster Kenianer zum vierten Mal gewinnen. Tags zuvor findet am Sonntag der erste Marathon dieses außergewöhnlichen Lauf-Wochenendes statt: die US-Olympia-Qualifikation der Frauen. Das Ausscheidungsrennen der Männer hatte im November in New York am Tag vor dem New-York-Marathon stattgefunden.

Bei den Trials am Sonntag heißt die große Favoritin Deena Kastor. Die US-Rekordhalterin, die mit 2:19:36 Stunden als erste Amerikanerin unter 2:20 lief und damit vor zwei Jahren den London-Marathon gewonnen hatte, ist die mit Abstand schnellste Frau im Feld. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen hatte Deena Kastor überraschend die Bronzemedaille im Marathon gewonnen. In Peking ist Gold ihr Ziel.

Während das Olympia-Qualifikationsrennen auf einem Rundkurs in der Innenstadt stattfindet, führt der traditionelle Punkt-zu-Punkt-Kurs des Boston-Marathons vom Vorort Hopkinton ins Zentrum. Auf der schwer zu laufenden, hügeligen Strecke haben Kenias Männer in der jüngeren Vergangenheit meistens dominiert. Nur zweimal kamen die Sieger in den letzten 15 Jahren nicht aus Kenia. Konkurrenten des 29-jährigen Robert Cheruiyot, der mit 2:07:14 Stunden auch der Kursrekordler in Boston ist, sind unter anderen seine Landsleute Patrick Ivuti, der Chicago-Sieger von 2007, Stephen Kiogora, der im vergangenen Jahr Dritter war, und Christopher Cheboiboch, der 2007 in Las Vegas gewann.

Bei den Frauen treffen drei Läuferinnen aufeinander, die den Boston-Marathon bereits gewonnen haben: Neben der russischen Titelverteidigerin Lidiya Grigoryeva starten die beiden Kenianerinnen Rita Jeptoo und Margaret Okayo. Jeptoo hatte das Rennen 2006 gewonnen, Okayo hält seit 2002 mit 2:20:43 Stunden den Kursrekord. Für Männer und Frauen geht es am Montag um ein Rekord-Preisgeld. 796.000 Dollar an Prämien, so viel wie nie zuvor, werden in Boston ausgeschüttet. Die Sieggelder wurden von 100.000 Dollar auf 150.000 Dollar erhöht.

Text: race-news-service.com

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race-news | 15.04.2008

Irina Mikitenkos Marathon-Programm: Peking – London – Berlin


Irina Mikitenko mit Race-Direktor David Bedford und dem Londoner Männer-Sieger Martin Lel (Kenia).
Foto: www.photorun.net

Nach dem Triumph in London am Sonntag in 2:24:14 Stunden stehen für Irina Mikitenko die nächsten Marathontermine fest: Bei den Olympischen Spielen will die 35-Jährige eine starke Rolle spielen, an einem Start der Vorjahressiegerin und einem möglichen Duell mit der britischen Weltrekordlerin Paula Radcliffe wird danach im April 2009 in London kein Weg vorbei führen. Und dann möchte Irina Mikitenko bei den Weltmeisterschaften in Berlin antreten.

Dabei wird es Irina Mikitenko nicht übertreiben: „Ich laufe lieber zwei gute Marathonrennen im Jahr als drei mittelgute.“ Die Folgen von mehr Starts konnte sie am Sonntag live bei ihren vermeintlich schärfsten Konkurrentinnen erleben: Sowohl für Berhane Adere als auch für Gete Wami (beide Äthiopien) war es der dritte Marathon-Start binnen weniger als sieben Monaten. Beide waren nicht in Topform in London und hatten in der Endphase des Rennens keine Chance gegen Irina Mikitenko.

„Ich habe in London gezeigt, dass ich als deutsche Athletin ganz vorne mitlaufen und sogar gewinnen kann“, sagt die Läuferin des TV Wattenscheid, die in Freigericht in der Nähe von Frankfurt wohnt. Mit Blick Richtung Olympische Spiele wagt Irina Mikitenko jedoch keine Prognose. „Ich bin sicher, dass es in Peking ein taktisches Rennen geben wird und kein schnelles. Wer am besten vorbereitet ist, der wird gewinnen.“ Bezüglich der Luftverschmutzung bei Olympia sagt sie: „Das wird sicher ein hartes Rennen, aber die Bedingungen sind für alle gleich.“

Im Hinblick auf eine weitere Steigerung ihrer Bestzeit setzt sie auf den London-Marathon 2009. „Ich würde mich freuen auf ein Duell mit Paula Radcliffe und hoffe, dass sie im nächsten Jahr hier am Start ist“, erklärte Irina Mikitenko, die aus Kasachstan stammt und seit zehn Jahren für Deutschland startberechtigt ist.

Die Urgroßeltern der London-Siegerin kamen aus Deutschland, ihre Eltern verfügten noch über einen deutschen Pass. 1996 zog Irina Mikitenko dann mit ihrem Mann und Trainer Alexander nach Deutschland, konzentrierte sich aber lange Zeit auf die Bahn-Langstrecken. Über Jahre hinweg war sie bei den großen internationalen Höhepunkten, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele, immer wieder die beste deutsche Läuferin. Bei Olympia 2000 wurde sie Fünfte über 5.000 m. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes 2005 konzentrierte sich Irina Mikitenko auf die Straßenläufe und lief dann in Berlin 2007 ihr Marathon-Debüt (Zweite in 2:24:51).

„Wenn man immer nur in Deutschland läuft, kann man sich nicht weiterentwickeln“, erklärt Irina Mikitenko, warum sie die internationale Konkurrenz sucht und sich nicht für einen Start in Hamburg, Düsseldorf oder gar bei den Deutschen Meisterschaften in Mainz entschieden hat sondern in London lief.

Das Familienleben koordiniert die zweifache Mutter neben dem umfangreichen Training, denn ihr Mann und Coach Alexander ist als Metallarbeiter voll berufstätig. Als vor kurzem im Kindergarten die Erkältungsviren umher flogen, sprang Mikitenkos 14-jähriger Sohn ein und passte während der Osterferien auf seine zweieinhalbjährige Schwester auf damit seine Mutter trainieren konnte. Irina Mikitenko wollte vor dem London-Marathon keine Ansteckung riskieren und ließ die Tochter zu Hause. Das Laufsport-Unternehmen Mikitenko funktioniert perfekt.

Text: race-news-service.com

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race-news | 14.04.2008

Kursrekord beim Rotterdam-Marathon


Sensation perfekt: Irina Mikitenko triumphiert in London
Foto: www.photorun.net

Eine Weltklasse-Männersiegzeit gab es am Sonntag auch beim Rotterdam-Marathon: An einem Tag, an dem bereits in London drei Läufer unter 2:06 Stunden blieben, fiel in der holländischen Küstenstadt der Streckenrekord. William Kipsang rannte mit 2:05:50 die erste Zeit unter 2:06 bei dem traditionell immer wieder sehr schnellen Rennen von Rotterdam. Schnellste Frau war die Russin Lyubov Morgunova in 2:25:12.

Eine Gruppe von sieben Läufern hatte im Rennen auf den bisherigen Kursrekord von Felix Limo (Kenia), der vor vier Jahren 2:06:16 gelaufen war, die Halbmarathonmarke nach 62:54 Minuten erreicht. Die Entscheidung zugunsten von William Kipsang fiel kurz vor Kilometer 35. Hier setzte sich der 30-Jährige von seinen Landsleuten ab. Nachdem er im vergangenen Jahr im Rotterdamer Hitzerennen Dritter gewesen war, triumphierte er dieses Mal vor vier weiteren Kenianern: Daniel Rono wurde in 2:06:58 Stunden Zweiter, der ehemalige 10.000-m-Weltmeister Charles Kamathi belegte Rang drei mit 2:07:33. Richard Limo (2:08:43) und Paul Kirui (2:09:46) folgten. William Kipsang hatte vor dem Rotterdam-Marathon eine Bestzeit von 2:06:39 Stunden, mit der er 2003 in Amsterdam gewonnen hatte. In Den Haag hatte er sich vor einem Jahr im Halbmarathon auf 60:25 Minuten gesteigert.

Im Frauenrennen führte lange Zeit die am Ende zweitplatzierte Äthiopierin Zekeros Adanech (2:27:32). Doch im Schlussteil des Rennens zog Lyubov Morgunova an ihr vorbei und siegte in persönlicher Bestzeit. Rang drei belegte die Spanierin Alessandra Aguilar mit 2:29:03.

Text: race-news-service.com

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race-news | 13.04.2008

Irina Mikitenko gewinnt sensationell London-Marathon


Sensation perfekt: Irina Mikitenko triumphiert in London
Foto: www.photorun.net

Mit einer sensationellen Leistung ist Irina Mikitenko in London in die Marathon-Weltelite gestürmt. Die 35-jährige Läuferin des TV Wattenscheid gewann das hochklassigste Rennen über die klassische Distanz in diesem Frühjahr in 2:24:14 Stunden. Irina Mikitenko ist erst die zweite deutsche Siegerin des London-Marathons nach Katrin Dörre-Heinig, die das Rennen dreimal zwischen 1992 und 1994 gewonnen hatte. Es ist zudem der erste deutsche Sieg bei einem der World Marathon Majors (WMM)-Rennen seit 1996. Damals hatte Uta Pippig beim 100. Boston-Marathon triumphiert.

Irina Mikitenko verbesserte in dem Lauf mit rund 35.000 Teilnehmern zudem den deutschen Rekord von 2:24:35 Stunden, den Katrin Dörre-Heinig 1999 in Hamburg aufgestellt hatte. Die schnellste deutsche Zeit allerdings lief Uta Pippig 1994 in Boston mit 2:21:45. Da in Boston Start und Ziel weit auseinander liegen (Punkt-zu-Punkt-Strecke), werden diese Ergebnisse nach den aktuellen Regeln nicht mehr als offizielle Rekorde geführt.

Das Männerrennen gewann bei fast perfekten Wetterbedinungen – nur am Ende setzte starker Regen ein – der Vorjahressieger Martin Lel. Der 29-jährige Kenianer stellte mit der Weltklassezeit von 2:05:15 Stunden einen Streckenrekord auf und triumphierte vor seinem Landsmann Sammy Wanjiru (2:05:24) sowie Abderrahim Goumri (Marokko/2:05:30). Zum ersten Mal blieben in einem Marathonrennen drei Läufer unter 2:06 Stunden. Den Weltrekord hält der Äthiopier Haile Gebrselassie mit 2:04:26 Stunden. Lel kassiert für den Sieg und den Streckenrekord 130.000 US-Dollar.

Nicht ganz so viel verdiente Irina Mikitenko für ihr mutiges Rennen. Neben der Siegprämie von 55.000 Dollar erhält sie weitere 10.000 für ihre Zeit unter 2:25 Stunden. Doch wertvoller ist der größte Sieg ihrer Karriere sicherlich auch im Hinblick auf zukünftige Startgelder.

In Berlin war Irina Mikitenko vor gut einem halben Jahr als Zweite bereits ein starkes Debüt in 2:24:51 Stunden gelaufen. Mit einem mutigen Rennen rannte sie nun in London in ihrem zweiten Marathon zum ersten Sieg. Immer wieder war es die Deutsche, die das Tempo an der Spitze bestimmte und forcierte. Die favorisierte Gete Wami (Äthiopien), die im vergangenen die erste Serie der World Marathon Majors gewonnen hatte, und die aktuelle Chicago-Marathon-Siegerin Berhane Adere (Äthiopien) hielten sich zurück. Offenbar hatten sie die frühere Weltklasse-5000-m-Läuferin Irina Mikitenko nicht auf der Rechnung.

„Ich habe mich topfit gefühlt und wollte noch schneller laufen“, sagte Irina Mikitenko, die glaubt, dass eine Zeit um 2:21 Stunden für sie möglich ist. „Bei Kilometer 30 wusste ich, dass ich eine Siegchance haben würde.“ Vier Kilometer vor dem Ziel löste sie sich von den letzten zwei Konkurrentinnen. Svetlana Zakharova (Russland/2:24:39) und Gete Wami (2:25:37), die bei Kilometer 30 ins Stolpern gekommen und sogar hingefallen war, hatten der Schlussoffensive von Irina Mikitenko nichts mehr entgegen zu setzen. Sie belegten die Ränge zwei und drei.

Nach diesem wegweisenden Erfolg dürfte Irina Mikitenko auch beim olympischen Marathon in Peking eine gute Rolle spielen können. Allerdings fehlten in London unter anderem die Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) und die Athen-Olympiasiegerin Mizuki Noguchi (Japan).

In der neuen Serie 2008 – 2009 der World Marathon Majors (WMM), bei denen die Läufer in Boston, London, Berlin, Chicago, New York sowie bei Olympia und Weltmeisterschaften Punkte sammeln, liegt nun erstmals eine Deutsche auf Rang eins. Die Sieger erhalten am Ende 500.000 Dollar.

Ergebnisse, London-Marathon:
Männer:
1. Martin Lel KEN 2:05:15
2. Sammy Wanjiru KEN 2:05:24
3. Abderrahim Goumri MAR 2:05:30
4. Emmanuel Mutai KEN 2:06:15
5. Ryan Hall USA 2:06:17
6. Deriba Merga ETH 2:06:38
7. Yonas Kifle ERI 2:08:51
8. Felix Limo KEN 2:10:34

Frauen:
1. Irina Mikitenko GER 2:24:14
2. Svetlana Zakharova RUS 2:24:39
3. Gete Wami ETH 2:25:37
4. Salina Kosgei KEN 2:26:30
5. Ludmila Petrova RUS 2:26:45
6. Souad Ait Salem ALG 2:27:41
7. Berhane Adere ETH 2:27:42
8. Constantina Dita ROM 2:27:45

Text: race-news-service.com

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race-news | 12.04.2008

35.000 Londoner Läufer mit Lottoglück


Start zum London-Marathon
Foto: www.photorun.net

Rund 35.000 Läufer werden am Sonntag beim größten Frühjahrs-Marathon an den Start gehen: Beim Flora London-Marathon hatten sich 92.000 Läufer um eine Startnummer beworben. Über eine Lotterie bekamen dann im vergangenen Herbst 48.363 Athleten die begehrte Nummer zugelost. Aufgrund des großen Zeitabstandes zwischen dem Anmeldeprozedere und dem Rennen ist die Ausfallquote relativ hoch, so dass erfahrungsgemäß rund 35.000 starten werden. Im vergangenen Jahr war der London-Marathon damit das zweitgrößte Rennen über die 42,195 km hinter dem New York-Marathon.

295.000 US-Dollar Preisgeld werden am Sonntag für die besten Läufer ausgeschüttet. Mit hohen Antrittsgeldern wurden zudem die Stars gelockt. Bei den Männern gehört Titelverteidiger Martin Lel erneut zu den Topfavoriten. Er könnte zum dritten Mal gewinnen, nachdem der Kenianer bereits 2005 triumphiert hatte. „Ich weiß, dass es schwer wird, den Titel zu verteidigen aber ich bin in guter Form“, erklärte Martin Lel. Der Kenianer, der zur Gruppe des italienischen Managers Dr. Gabriele Rosa gehört, war in seinem Training durch die Unruhen in Kenia gehandikapt. „Es war nicht ideal. Wir mussten zunächst auf eine Teeplantage ausweichen. Im Februar sind wir dann nach Namibia ausgewichen. Dort waren die Laufstrecken nicht so flach wie in Kenia.“

Diese Probleme hatte ein anderer kenianischer Mitfavorit nicht: denn Sammy Wanjiru lebt in Japan. Wanjiru ist in London mehr als ein Geheimtipp. Es ist der Kenianer, der Haile Gebrselassie dessen Halbmarathon-Weltrekord abnahm. Im vergangenen Jahr rannte er 58:33 Minuten. In Fukuoka (Japan) startete Wanjiru dann im Dezember sein Marathondebüt. Der erst 21-Jährige lief auf Anhieb eine Weltklassezeit von 2:06:39 Stunden und gewann mit einem Kursrekord. Ein weiterer Kenianer kann in London eine gute Rolle spielen: Emmanuel Mutai gewann im vergangenen Oktober den Amsterdam-Marathon in der zweitschnellsten Zeit des Jahres von 2:06:29.

Im bestbesetzten Frühjahrs-Marathon hofft Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) auf eine Top-Platzierung. Für die englischen Buchmacher ist sie im Rennen um den Sieg nur eine Außenseiterin mit Quoten zwischen 10/1 und 18/1.

Zu ihren Gegnerinnen zählen am Sonntag zwischen Greenwich und dem Buckingham Palast unter anderen die beiden Äthiopierinnen Gete Wami und Berhane Adere. Wami wurde nach ihrem Sieg in Berlin vor Mikitenko im September auch noch Zweite beim New York-Marathon und sicherte sich dadurch als erste Siegerin der World Marathon Majors-Serie 2006 - 2007 eine Prämie von 500.000 US-Dollar. Adere hat nach ihrem Sieg in Chicago im Oktober auch noch den Dubai-Marathon im Januar gewonnen. Beide sind allerdings seit Herbst 2007 viel gelaufen, was ein Manko sein könnte. Aufgrund einer Zehenverletzung nicht am Start sein wird Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien).

Text: race-news-service.com

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race-news | 11.04.2008

Sorgt Irina Mikitenko in London für Furore?


Irina Mikitenko, hier an der Tower-Bridge, will am Sonntag beim London-Marathon eine Top-Platzierung erreichen
Foto: www.photorun.net

Gut sechs Monate nach ihrem glänzenden Marathon-Debüt in Berlin wird Irina Mikitenko am Sonntag zum zweiten Mal über die klassische Distanz antreten: Beim erstklassig besetzten London-Marathon hat die Athletin des TV Wattenscheid dabei sehr gute Platzierungschancen und könnte ihre starke Berliner Debützeit von 2:24:51 Stunden weiter verbessern. „Die Form stimmt und meine Trainingsläufe waren besser als vor dem Berlin-Marathon“, sagt Irina Mikitenko vor dem Rennen mit über 35.000 Teilnehmern.

Allerdings gibt es ein Manko: Probleme mit dem linken Fuß behinderten sie in den letzten Wochen. „Ich konnte trotzdem mein Trainingsprogramm fast komplett absolvieren und habe jetzt auch keine Schmerzen mehr. Wenn der Fuß hält, dann müsste ein gutes Ergebnis herauskommen“, sagt die 35-Jährige, die sich nach einer starken Karriere über die Bahn-Langstrecken nun vollkommen auf den Marathon konzentriert.

Die starke Konkurrenz und die Strecke, auf der man schnell laufen kann“, antwortet Irina Mikitenko auf die Frage, warum sie sich für den Start beim London-Marathon entschieden hat. Dabei nimmt sie sich keine bestimmte Zeit vor sondern will so gut es geht mitlaufen in dem Weltklassefeld. „Das ist ein guter Test für die Olympischen Spiele“, sagt die zweifache Mutter, die teilweise ein Trainingspensum von mehr als 200 Kilometer wöchentlich absolviert hat. Vier Wochen lang trainierte sie dabei in Kirgisien in der Nähe ihrer früheren Heimat Kasachstan. „Ich hatte dort sehr gute Trainingsbedingungen in Höhen von 1600 bis 1700 Metern. Auch die Temperaturen waren mit 15 bis 16 Grad sehr angenehm. Ich kenne dieses Gebiet von früher, bis 1996 bin ich immer dorthin gefahren“, erklärt Irina Mikitenko.

Dass sie gut in Form ist, hat Irina Mikitenko bereits vor knapp vier Wochen in Paderborn bewiesen. Dort gewann sie den Halbmarathon in persönlicher Bestzeit von 68:51 Minuten. Damit steht sie in der Jahresweltbestenliste an vierter Stelle und war auf einer regelkonformen Strecke so schnell wie keine Deutsche seit Uta Pippig 1995. In London könnte sie nun ebenfalls an Erfolge anknüpfen, die es für deutsche Marathonläufer bei den hochklassigsten City-Rennen seit der Ära Uta Pippig – Katrin Dörre-Heinig nicht mehr gegeben hat.

Die Nominierung für Peking ist Irina Mikitenko aufgrund der starken Leistung in Berlin bereits sicher. Das hat ihr Langstrecken-Bundestrainer Detlef Uhlemann signalisiert. Damit kämpfen in den nächsten Wochen fünf Marathonläuferinnen nur noch um zwei Olympia-Tickets. Beste Chancen hat dabei Melanie Kraus (Bayer Leverkusen), die nach einem achtbaren 20. Platz bei der WM im Oktober auch den Frankfurt-Marathon gewann. Sie startet am 4. Mai in Düsseldorf und trifft dort auf Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) und Luminita Zaituc (LG Braunschweig). Am gleichen Tag läuft Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) bei den Deutschen Meisterschaften in Mainz und eine Woche zuvor startet die Überraschungs-Europameisterin von 2006, Ulrike Maisch (LAV Rostock), beim Hamburg-Marathon.

Text: race-news-service.com

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race-news | 09.04.2008

Aprilwetter prägt deutsche Marathonrennen in Freiburg und an der Weinstraße


Birgit Bartels gewann zum dritten Mal in Freiburg
Foto: Wilfried Raatz

Bei richtigem Aprilwetter gingen die beiden ersten größeren Marathonveranstaltungen dieses Frühjahres in Freiburg und an der Deutschen Weinstraße über die Runden. Allerdings machte der April seinem Namen alle Ehre, denn wechselhafter konnten die Bedingungen kaum sein. Drohende Regenwolken, aber mit bis zu 8° Celsius ideale Laufbedingungen und ein Hauch von Frühlingssonne im Breisgau, nach Sonnenschein in der Vorstartphase dann der befürchtete Regen an der Deutschen Weinstraße – unterschiedlicher hätte der Start in die Frühjahrs-Laufsaison kaum sein können. Und es bestätigte sich ein Trend, der schon im vergangenen Jahr bei den Marathonveranstaltungen mit Teilstrecken deutlich feststellbar war: Die Beteiligung auf der klassischen Marathondistanz nimmt ab, während der Halbmarathon eher im Trend ist. Hier haben sich die Zahlen in Freiburg und Bockenheim auf hohem Niveau stabilisiert beziehungsweise sind leicht angestiegen.

Beim Freiburg-Marathon gaben 11.646 Läufer ihre Meldungen ab, im Ziel auf dem weitläufigen Messegelände wurden beim Halbmarathon mit 7.206 Finishern nur geringfügig weniger Läufer registriert, während beim Lauf über die klassische Marathondistanz mit 1.659 Finishern ein Minus von 11 Prozent zu verzeichnen war. Die pfiffigen Freiburger mit Veranstalter-Chef Gernot Weigl an der Spitze kompensierten diesen leichten Rückgang bei der fünften Auflage allerdings mit über 1100 jugendlichen Staffelläufern, die erstmals die tolle Atmosphäre mit 42 Bands entlang der Strecke genießen durften. Scheinbar beste Voraussetzungen für die nun schon dreifache Siegerin Birgit Bartels, die in beeindruckender Manier nicht nur elf Minuten Vorsprung auf die Zweite Elke Brenner (Neckar-Enz) herauslaufen, sondern mit 2:49:22 Stunden auch ihre eigene Streckenbestzeit aus dem Vorjahr um eine Minute steigern konnte. „Es lief einfach toll. Mächtig viel Zuschauer haben mich angefeuert, das hat mir geholfen“, so die 38-Jährige aus Kirchzarten.

Bei den Männern setzte sich mit fünf Minuten Vorsprung der für die LG Brandenkopf startende Premierensieger Ulrich Benz mit der Startnummer 13 in 2:28:21 Stunden durch. Dabei überstand der 31-Jährige nach 37 km sogar eine Schwächephase, als er sich übergeben und dadurch eine kleine Gehpause einlegen musste. Etwas schwächere Halbmarathonzeiten als im Vorjahr gab es für den überraschend siegreichen Marcel Jaranek (1:09:42) vor den zeitgleichen Lokalmatadoren Max Frei und Hartwig Potthin, für die beide 1:10:15 notiert wurden. Auch bei den Frauen ging der Sieg an eine Einheimische, die 23-jährige Medizinstudentin Anja Schnabel gewann in 1:20:42.

Ausnahmezustand herrschte im kleinen Weinstädtchen Bockenheim, dem Dreh- und Angelpunkt des Marathons Deutsche Weinstraße. Dies sicherlich im besten Sinne, denn auf dem Festgelände drängelten sich zu früher Morgenstunde bei (noch) leichtem Sonnenschein und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt dreitausend Läufer aus 30 Nationen. Das zunehmend schlechter werdende Wetter vermieste freilich dem einen oder anderen hart gesottenen Ausdauersportler das hehre Vorhaben. Denn mit den beiden polnischen Läufern Tomasz Chawawko (2:31:38) und Jaroslaw Janicki (2:31:44) an der Spitze kehrten lediglich 716 Marathonläufer von der großen Schleife aus Richtung Bad Dürkheim zurück an das „Haus der Deutschen Weinstraße“, ein Minus von 22 Prozent gegenüber 2006. Bekanntlich wird der Marathon Deutsche Weinstraße unter der Federführung des Landkreises Bad Dürkheim nur alle zwei Jahre organisiert. Beim Halbmarathonwettbewerb, der schon einige Wochen zuvor mit 1500 Voranmeldungen „dicht“ gemacht wurde, waren letztlich 1662 Läufer im Ziel, das sind 46 weniger als vor zwei Jahren.

Die Diskrepanz erklärt sich aus nahe liegenden Gründen, denn der Marathon Deutsche Weinstraße überlässt allen Startern die Entscheidung der Streckenlänge bis zur Halbmarathonkehre in Klein-Karlbach, so dass der eine oder andere sich kurzerhand für nur die halbe Strecke entschied. Diese wurden aber nicht minder herzlich im Ziel am die Straße überbrückenden „Haus der Deutschen Weinstraße“ begrüßt. Ein Solorennen lieferte dabei der frühere Duathlet Matthias Hecktor aus dem Böltz-Club TuS Heltersberg in 1:11:01 Stunden ab, erst fünf Minuten später kam Lokalmatador Rafael Bender (1:16:15) ins Ziel. Schon als Neunte erreichte die stark auftrumpfende Tierärztin Susanne Brema nach 1:21:19 das Ziel, gefolgt von der aus dem nahen Eisenberg stammenden Josefa Matheis, die vor gerade acht Monaten ihr zweites Kind bekam. Auf der Marathondistanz ging der Sieg an die Polin Joanna Chmiel, die als Zwölfte des Gesamteinlaufes 2:52:37 Stunden benötigte. Die Resultate sind allerdings angesichts des Höhenprofils zu relativieren, denn schließlich müssen die Marathonläufer 495 Höhenmeter, die Halbmarathonläufer 240 Höhenmeter überwinden. Pfälzer Riesling und der berühmte Saumagen gehören dabei ebenso zur Wegzehrung wie die allerorts übliche Marathonkost.
Nach dem Bienwald-Marathon in Kandel und dem Marathon Deutsche Weinstraße führen beim erstmals durchgeführten Metropol-Region-Marathon-Cup vor dem Finale beim MLP Marathon Mannheim Rhein-Neckar Susanne Brema vor Eva Rauschenberg und Nadine Bucci beziehungsweise Jürgen Binder vor Peter Bog und Mekki Saad.

Text: race-news-service.com / Wilfried Raatz

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race-news | 08.04.2008

Fotofinish in Carlsbad


Vivian Cheruiyot siegte beim prestigeträchtigen 5-km-Rennen von Carlsbad
Foto: www.photorun.net

Ein dramatisches Finish gab es im Männerrennen des 5-km-Laufes von Carlsbad (Kalifornien). Der Äthiopier Terefe Maregu Zewdie siegte in 13:34 Minuten mit nur einer Sekunde Vorsprung vor dem Briten Mo Farah. Eine weitere Sekunde zurück folgten in 13:36 Minuten gleich drei Läufer: Haron Lagat (Kenia) wurde Dritter, Collis Birmingham (Australien) und Josphat Boit (Kenia) belegten die nächsten Plätze. Es war nicht der Tag der US-Hoffnung Alan Webb. Der Amerikaner gab das Rennen knapp einen Kilometer vor dem Ziel entkräftet auf.

Bei den Frauen gab es einen Dreifach-Erfolg für die Kenianerinnen: Vivian Cheruiyot, die WM-Zweite von Osaka 2007 über 5.000 m, siegte in 15:14 Minuten vor Rose Kosgei (15:21) und Genoveva Kigen (15:41). Vierte wurde US-Läuferin Sara Slattery mit 15:59. Vor acht Jahren hatte der Kenianer Sammy Kipketer in Carlsbad den noch aktuellen Weltrekord von 13:00 Minuten aufgestellt.

Chebii und Changeywo siegen beim Great Ireland Run

Hochkarätig besetzt war auch der Great Ireland Run in Dublin. Bei dem 10-km-Lauf gewann der frühere Weltklasse-Bahnlangstreckler Abraham Chebii. Der Kenianer lief 28:48 Minuten und war vor seinem früheren Landsmann Abdullah Ahmad Hassan (Katar/28:51) im Ziel. „Ich hatte während des ganzen Rennens zu kämpfen, um zu gewinnen. Auf den letzten 300 Metern bin ich gesprintet“, sagte Abraham Chebii, der dieses Rennen bereits vor einem Jahr gewonnen hatte. Dritter wurde der Cross-Europameister Sergey Lebid (Ukraine/28:59).

Bei den Frauen musste sich Jo Pavey der Kenianerin Doris Changeywo geschlagen geben, die in 32:15 Minuten gewann. Die Britin war auf dem hügeligen Kurs sieben Sekunden später im Ziel. Dritte wurde Aniko Kalovics (Ungarn) in 32:45 Minuten. „Doris war in sehr guter Form, aber mein Resultat zeigt mir, dass ich für den Sommer auf dem richtigen Weg bin“, erklärte Jo Pavey. Auf Rang sieben lief Benita Johnson in 33:36. Die Australierin gab bekannt, dass sie auf den geplanten Start beim London-Marathon am nächsten Sonntag aufgrund eines Trainingsrückstandes verzichtet.

Text: race-news-service.com

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race-news | 07.04.2008

50.000 Läufer beim Stramilano


Kurz vor dem Start des Stramilano
Foto: www.photorun.net

Traditionell zu den größten und hochklassigsten Läufen der Welt gehört der Stramilano. Bei dem 12-km-Rennen für die breite Masse und dem mit zahlreichen Topathleten gespickten Halbmarathonrennen gingen am Sonntag 50.000 Athleten an den Start.

Beim Stramilano, bei dem in den 90er Jahren die Kenianer Moses Tanui und Paul Tergat Weltrekorde über die 21,0975 km aufgestellt hatten, versagten dieses Mal jedoch die Tempomacher. Daher waren die Siegzeiten in Mailand nicht so schnell wie üblich. Am Ende gewann der Kenianer Philemon Kisang Kipchumba in 62:14 Minuten vor Wilson Businei (Uganda/62:18) und John Korir Cheruiyot (Kenia/62:24). Der Sieger Kipchumba wird nun beim Wien-Marathon am 27. April an den Start gehen, während die schnellste Frau des Stramilano, Maria Zeferina Baldaia, den Hamburg-Marathon am gleich Tag rennen wird. Die Brasilianerin war in 1:13:50 Stunden deutlich vor Hafida Gadi Richard (Frankreich/1:14:21) und Ornella Ferrara (Italien/1:15:00) im Ziel.

Deutsche Meisterschaften im Abseits

Während in Berlin am Sonntag der mit Abstand größte deutsche Halbmarathon gestartet wurde, bei dem die Rekordzahl von 17.733 Läufern das Ziel erreichte, veranstaltete der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) just an diesem Wochenende die Deutschen Meisterschaften über die 21,0975 km. Aufgrund der Sponsor-Verpflichtungen gegenüber Nike fand das Rennen in Calw (Baden Württemberg) statt. Hier siegten Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen/66:08 Minuten) und Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken/73:04).

Text: race-news-service.com

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race-news | 06.04.2008

Patrick Makau Musyoki gewinnt Berliner Halbmarathon nach Sprintduell


Patrick Makau Musyoki wiederholte seinen Vorjahressieg in Berlin - es war allerdings knapp.
Foto: Matthias Thiel / Vattenfall BERLINER HALBMARATHON

Fast in der Manier eines Mittelstrecklers gewann Patrick Makau Musyoki den 28. Berliner Halbmarathon. In einem dramatischen Sprint-Finish setzte sich der 23-jährige Kenianer in sekundengenau 60 Minuten gegen Eshetu Wondimu durch. Der Äthiopier wurde in 60:01 Zweiter. Siegerin Peninah Arusei erzielte mit 68:22 Minuten die drittschnellste Zeit des Jahres und die drittschnellste Zeit in der Geschichte des Rennens. Einmal mehr bestätigte der Berliner Halbmarathon seine Position als eines der größten und hochkarätigsten Rennen weltweit über die genau 21,0975 km lange Strecke.

Alle Wettbewerbe zusammengerechnet, hatte für den Berliner Halbmarathon die Rekordzahl von 24.551 Athleten aus 86 Nationen gemeldet – darunter waren 20.660 Läufer über die ,halbe Distanz’. Über 150.000 Zuschauer säumten die Strecke trotz des kühlen Wetters.

„Wir wollten schneller laufen, aber es war zu kalt. Aber ich will nächstes Jahr wieder kommen, um meinen Kursrekord zu brechen“, sagte Patrick Makau Musyoki, der dennoch die siebtbeste Zeit des Jahres und das siebtschnellste Ergebnis in der Geschichte des Rennens erreichte. Vor einem Jahr hatte Patrick Makau Musyoki mit 58:56 Minuten einen Kursrekord und damit die viertschnellste Zeit aller Zeiten erreicht. Dieses Mal deuteten schon die ersten Zwischenzeiten darauf hin, dass der Rekord nicht fallen würde. Nach 14:07 beziehungsweise 28:22 Minuten hatte die Spitzengruppe die Km-Punkte 5 und 10 erreicht. Nach 10 km war das Rennen damit schon fast eine Minute langsamer als 2007, was allerdings auch daran lag, dass der Tempomacher keine Rolle spielte. Schon nach wenigen Kilometern lief Charles Ngolepus (Kenia) nicht mehr in der Spitzengruppe.

42:48 und 57:00 wurden dann bei 15 und 20 km für die Spitzengruppe gestoppt, die noch gut einen Kilometer vor dem Ziel aus vier Läufern bestand. Neben Musyoki und Wondimu waren dies der am Ende drittplatzierte Elijah Keitany (Kenia/60:10) und William Todoo (Kenia), der schließlich Vierter wurde in 60:12. Erst auf den letzten Metern löste sich Makau Musyoki von Eshetu Wondimu, der vor einem Jahr in 60:08 Minuten bereits Vierter war in Berlin. Fünf Läufer blieben heute unter 61 Minuten. Deutsche Topathleten waren bei den Männern nicht am Start. Schnellster Deutscher war Rico Schwarz (ASV Erfurt) in 67:15 auf Rang 19.

Das kühle Wetter verhinderte auch bei den Frauen eine noch schnellere Zeit. „Bei wärmerem Wetter hätte ich noch schneller laufen können“, erklärte Peninah Arusei, die ihre Bestzeit um gut eine Minute steigerte. Für ihren Sieg erhielt sie ebenso wie Patrick Makau Musyoki 2.500 Euro. „Ich habe mich anfangs umgeschaut und war dann zuversichtlich, dass ich gewinnen würde“, kommentierte Arusei ihr Solorennen, das sie vor Pauline Wangui (Kenia/69:51) und der früheren Kenianerin Isabellah Andersson (Schweden/71:24) gewann.

Lange Zeit sah es sogar so aus als ob Peninah Arusei die Jahresweltbestzeit ihrer Landsfrau Philes Ongori (67:57 Minuten in Marugame/JPN) unterbieten könnte. Nach 31:56 Minuten hatte sie die 10-km-Marke erreicht, nach 48:12 war sie bei 15 km. Doch auf den letzten Kilometern verlor Peninah Arusei etwas an Fahrt und verpasste die Marke somit um 25 Sekunden.

Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg), die einzige deutsche Topläuferin im Feld, musste sich aufgrund von Magenproblemen übergeben und gab das Rennen bei Kilometer 18 auf. Beste Deutsche war Sandra Boitz (SC DHfK Leipzig) auf rang 13 in 1:21:39.

Ergebnisse, Männer:
1. Patrick Makau Musyoki KEN 60:00
2. Eshetu Wondimu ETH 61:01
3. Elijah Keitany KEN 60:10
4. William Todoo KEN 60:12
5. Joseph Maregu KEN 60:48
6. Wilson Kipsang KEN 61:03

Frauen:
1. Peninah Arusei KEN 68:22
2. Pauline Wangui KEN 69:51
3. Isabellah Andersson SWE 71:24
4. Dulce Maria Rodriguez MEX 71:25
5. Milka Jerotich KEN 72:18
6. Beatrice Omwanza KEN 72:40

Text: race-news-service.com

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race-news | 04.04.2008

Patrick Makau Musyoki geht in Berlin auf Rekordjagd


Erstmals werden in Berlin und damit auch bei einem deutschen Halbmarathon über 20.000 Läufer an den Start gehen.
Foto: www.photorun.net

Patrick Makau Musyoki, einer der stärksten Halbmarathonläufer weltweit, will beim Berliner Halbmarathon am Sonntag eine neue Rekordjagd starten. Der Kenianer, der im vergangenen Jahr im italienischen Udine Vize-Weltmeister über die Halbmarathondistanz wurde, geht als Streckenrekordhalter und Vorjahressieger an den Start. Er nimmt auf der schnellen Strecke zumindest die Kursbestzeit und vielleicht auch den Weltrekord über die 21,0975-km-Strecke ins Visier. Seine eigene Berliner Bestmarke steht bei 58:56 Minuten, die globale Marke von Sammy Wanjiru (Kenia) bei 58:33.

Der Berliner Halbmarathon hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten und hochklassigsten Läufe weltweit über diese Distanz entwickelt. Erstmals in der Geschichte des Rennens haben sich über 20.000 Halbmarathonläufer angemeldet. Sie kommen aus 84 Nationen. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet werden bis zu 24.500 Athleten erwartet.

„Wenn die Wetterbedingungen stimmen und die anderen Läufer sich an der Tempoarbeit beteiligen, dann können Rekorde fallen. Das erste Ziel ist der Streckenrekord. Während des Rennens werden wir sehen, ob auch der Weltrekord möglich ist“, sagte der 23-jährige Patrick Makau Musyoki bei der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Rennen. Makau Musyoki verfehlte in Berlin 2007 den Weltrekord um gerade einmal 23 Sekunden. Er ist seitdem der drittschnellste Halbmarathonläufer aller Zeiten und hält die viertschnellste Zeit. Lediglich Sammy Wanjiru (Kenia/58:33 und 58:53 Minuten) sowie Haile Gebrselassie (Äthiopien/58:55) rannten schneller.

Acht Läufer mit hochkarätigen Bestzeiten von unter 61 Minuten sind am Sonntag am Start, darunter sechs Kenianer. Neben Makau Musyoki ist auch Joseph Maregu bereits unter einer Stunde gelaufen. Der 31-jährige Kenianer gewann 2007 den Lille-Halbmarathon in 59:45 Minuten. „Die Historie zeigt, dass in Berlin sehr schnelle Rennen möglich sind – sowohl im Marathon als auch im Halbmarathon“, sagte Joseph Maregu. „Ich bin gut in Form und freue mich auf mein erstes Rennen in Deutschland“, sagte Maregu, der vor drei Wochen beim Den Haag-Halbmarathon in 60:12 Minuten nur vier Sekunden hinter Makau Musyoki ins Ziel kam.

Bei den Frauen sind die Kenianerinnen Peninah Arusei und Pauline Wangui am Sonntag favorisiert. „Ich habe gute Erfahrungen bei Rennen in Deutschland gemacht. In Berlin war ich schon dreimal beim 25-km-Lauf am Start“, sagte Peninah Arusei, die die 25 km vor zwei Jahren gewann. „Jetzt starte ich das erste Mal bei einem Halbmarathon in Deutschland und hoffe, dass ich meine Bestzeit steigern kann“, sagte die 29-Jährige, die bisher im Halbmarathon 69:23 Minuten erreichte.

Gute Platzierungschancen hat in dem hochkarätigen Rennen die einzige deutsche Topläuferin, Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg). „Ich kann sicherlich keine Weltklassezeiten im Bereich des Streckenrekordes von 67 Minuten laufen, aber ich hoffe auf ein gutes Rennen“, sagte die 36-Jährige, die ihre Bestzeit von 71:55 Minuten vor 13 Jahren in Berlin gelaufen war. Deutsche Topläufer sind nach dem verletzungsbedingten Aus von Stefan Koch (TV Wattenscheid) beim Berliner Halbmarathon nicht vertreten.

Zeitgleich zum Berliner Halbmarathon finden in Calw (Baden Württemberg) am Wochenende die Deutschen Meisterschaften über diese Distanz statt. Hier gehen Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) und Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) als Favoriten an den Start.

Text: race-news-service.com

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race-news | 03.04.2008

Der Marathon-Monat April: Masse und Klasse an jedem Wochenende


Zieleinlauf beim Boston-Marathon.
Foto: www.photorun.net

Von London bis Boston oder von Rotterdam bis Hamburg und Wien – im April ballen sich die Top-Marathonläufe wie in keinem anderen Monat. Bei den Klassikern werden wiederum große fünfstellige Teilnehmerfelder erwartet sowie internationale Topzeiten der Spitzenathleten.

Was die Besetzung anging und oft auch die Ergebnisse war der London-Marathon in den letzten Jahren das Maß der Dinge. Das Sieggeld ist zwar mit 65.000 Dollar längst nicht das höchste, doch bei den Antrittsgagen ist das anders: Kein anderer kann so viel Startgeld investieren wie Race-Direktor David Bedford. Nirgendwo anders treten die Stars in derart geballter Form auf wie in London. So werden unter anderen der Olympiasieger Stefano Baldini (Italien) und der Weltmeister Luke Kibet (Kenia) am Start stehen. Paul Tergat, Kenias zweitschnellster Marathonläufer aller Zeiten, musste aufgrund eines Trainingsrückstands passen. Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) war ebenfalls bereits verpflichtet, musste dann aber aufgrund einer Zehenverletzung absagen.

Auch aufgrund einer Pollenallergie, die ihn im vergangenen Jahr in London stoppte, startete Haile Gebrselassie im Januar in Dubai und nicht im April in der britischen Metropole. Die Jahresweltbestzeit des Äthiopiers von 2:04:53 Stunden dürfte 2008 kaum zu verbessern sein. Der Mann, dem man dies zurzeit vielleicht am ehesten zutrauen kann, startet allerdings in London: Der Halbmarathon-Weltrekordler Sammy Wanjiru (Kenia), der in Fukuoka im Dezember 2007 sein Marathon-Debüt in hochklassigen 2:06:39 Stunden gewann. Wanjiru trifft in London unter anderen auf den Vorjahressieger und New-York-Gewinner 2007, Martin Lel (Kenia). Beide wollen sich für das kenianische Marathon-Olympiateam qualifizieren.


Die Spitzengruppe passiert beim London-Marathon die Tower Bridge
Foto: www.photorun.net

London markiert in diesem Jahr auch den Saisonauftakt der World Marathon Majors (WMM). Zu der Serie hatten sich vor gut zwei Jahren die Rennen von Boston, London, Berlin, Chicago und New York zusammengeschlossen. Der Mann und die Frau, die über zwei Jahre hinweg die meisten Punkte sammeln, teilen sich einen Jackpot von einer Million Dollar. In der laufenden Serie 2007-2008 führen Martin Lel (50 Punkte) und Gete Wami (Äthiopien/55), die die erste Serie 2006-2007 gewonnen hatte. Beide werden in London starten. Das trotz der Radcliffe-Absage stärkstbesetzte Frauen-Rennen des Frühjahres hat sich Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) ausgesucht. Nach ihrem beeindruckenden Debüt in Berlin 2007 in 2:24:51 Stunden darf man gespannt sein, inwieweit sie sich in London verbessern kann.

Dass die WMM-Rennen von London, Chicago und Berlin seit Jahren immer wieder die spitzensportlichen Höhepunkte produzierten, dokumentiert sich in der Top-10-Liste der besten Zeiten aller Zeiten. Lediglich eine der jeweils zehn Zeiten wurde nicht bei einem der WMM-Rennen gelaufen: Dubai bei den Männern und Peking bei den Frauen sind je einmal vertreten.

Das zweite WMM-Rennen des Frühjahres wird acht Tage nach London in den USA gestartet: Der 112. Boston-Marathon findet am traditionellen Montags-Termin statt. Hier geht der Sieger der ersten WMM-Serie, Robert Kipkoech Cheruiyot (Kenia), als Titelverteidiger an den Start. Bei den Frauen kommt es zum Marathon-Comeback der Kursrekordlerin Margaret Okayo (Kenia/2:20:43).

Ein Rennen, das qualitativ bei den Männern immer wieder zu den besten des Jahres gehört, ist der Rotterdam-Marathon. Gleich elf Läufer mit persönlichen Bestzeiten von unter 2:08 Stunden stehen auf der Startliste – in dieser Hinsicht übertreffen die Holländer sogar den London-Marathon. Dreimal wurden auf der flachen Rotterdamer Strecke Weltrekorde gelaufen: Carlos Lopes (Portugal) lief 2:07:12 (1985), Belayneh Densamo (Äthiopien) rannte 2:06:50 (1988) und Tegla Loroupe (Kenie) kam 1998 nach 2:20:47 ins Ziel.

Gut 20.000 Läufer werden am letzten April-Sonntag in Hamburg erwartet, nachdem das Meldelimit auf 25.000 aufstockt worden war. Wilfred Kigen könnte der Mann sein, den es zu schlagen gilt. Im vergangenen Jahr unterlag der Kenianer erst auf den letzten Metern in einem Sprintduell seinem Landsmann Rodgers Rop, der nun in Rotterdam laufen wird. Der dreifache Frankfurt-Sieger Kigen könnte in Hamburg allerdings auf den spanischen Kursrekordler Julio Rey (2:06:52) treffen. Die Olympianormen von 2:13 beziehungsweise 2:31 Stunden sind das Ziel von Falk Cierpinski (SG Spergau) und Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch (LAV Rostock).

Eröffnet wird die Serie der großen April-Marathonrennen am kommenden Sonntag in Paris: Dort werden gut 30.000 Läufer erwartet. Darunter sind der Japanerin Takaoka Toshinari (Bestzeit: 2:06:16) und die Äthiopierin Worknesh Tola (2:25:42). In der internationalen Bedeutung weiter nach vorne geschoben hat sich in den letzten Jahren der Wien-Marathon, der am 27. April zum 25. Mal stattfindet. Alle Laufwettbewerbe zusammengezählt, liegen für Österreichs größtes Laufevent schon jetzt über 25.000 Meldungen vor. In Wien wird die Japanerin Tomo Morimoto (Bestzeit: 2:24:33), die die Olympia-Qualifikation ganz knapp verpasst hatte und als Ersatzläuferin für Peking nominiert ist, auf die Vorjahressiegerin Luminita Talpos (Rumänien/Bestzeit: 2:27:32) treffen.

NAMEN UND DATEN ZU TOP-RENNEN IM APRIL

LONDON

Termin: 13. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: 36.000

Favoriten und Bestzeiten
Männer: Felix Limo (KEN) 2:06:14, Emmanuel Mutai (KEN) 2:06:29, Sammy Wanjiru (KEN) 2:06:39, Martin Lel (KEN) 2:06:41, Hendrick Ramaala (RSA) 2:06:55, Jaouad Gharib (MAR) 2:07:02, Stefano Baldini (ITA) 2:07:22, Yonas Kifle (ERI) 2:07:34, Abderrahim Goumri (MAR) 2:07:44, Ryan Hall (USA) 2:08:24, Luke Kibet (KEN) 2:08:52, Aleksey Sokolov (RUS) 2:09:07, Meb Keflezighi (USA) 2:09:53
Frauen: Berhane Adere (ETH) 2:20:42, Constantina Tomescu-Dita (ROM) 2:21:30, Gete Wami (ETH) 2:21:34, Svetlana Zakharova (RUS) 2:21:31, Benita Johnson (AUS) 2:22:36, Salina Kosgei (KEN) 2:23:22, Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) 2:24:51

ROTTERDAM

Termin: 13. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: 21.000 (davon rd. 10.000 Marathonläufer)

Favoriten und Bestzeiten:
Männer: Robert Cheboror (KEN) 2:06:23, William Kipsang (KEN) 2:06:39, Paul Kiprop Kirui (KEN) 2:06:44, Richard Limo (KEN) 2:06:45, Driss el Himer (FRA) 2:06:48, Joshua Chelanga (KEN) 2:07:05, Benjamin Maiyo (KEN) 2:07:09, Salim Kipsang (KEN) 2:07:29, Rodgers Rop (KEN) 2:07:32, Francisco Javier Cortez (ESP) 2:07:48, Jimmy Muindi (KEN) 2:07:50, Daniel Kipkoech Yego (KEN) 2:08:16, Solomon Bushendich (KEN) 2:08:52, Elijah Chemwolo Mutai (KEN) 2:09:27, Daniel Rono (KEN) 2:09:36, Charles Kamathi (KEN) 2:11:25, Janne Holmen (FIN) 2:12:10, Francis Kibiwott (KEN) Debüt
Frauen: Malgorzata Sobanska (POL) 2:26:08, Ljubov Morgunova (RUS) 2:26:33, Akemi Ozaki (JPN) 2:28:39, Nadja Wijenber (NED) 2:28:45, Jemima Chelagat (KEN) 2:29:41, Shiru Deriba (ETH) 2:30:30

BOSTON

Termin: 21. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: 21.000

Favoriten und Bestzeiten
Männer: William Kiplagat (KEN) 2:06:50, Robert Kipkoech Cheruiyot (KEN) 2:07:14, Patrick Ivuti (KEN) 2:07:46, Shadrack Kiplagat (KEN) 2:07:53, Gashaw Asfaw (ETH) 2:08:03, Christopher Cheboiboch (KEN) 2:08:17, Abderrahime Bouramdane (MAR) 2:08:20, Yirefu Birhanu (ETH) 2:09:01, Stephen Kiogora (KEN) 2:09:21, Timothy Cherigat (KEN) 2:09:34, James Kwambai (KEN) 2:10:20, Kasime Adillo (ETH) 2:10:20, James Mwangi Macharia (KEN) 2:10:27, James Koskei (KEN) 2:14:02.
Frauen: Margaret Okayo (KEN) 2:20:43, Jelena Prokopcuka (LAT) 2:22:56, Askale Tafa Magarsa (ETH) 2:23:23, Rita Jeptoo (KEN) 2:23:38, Robe Tola Guta (ETH) 2:24:35, Dire Tune (ETH) 2:24:40, Lidiya Grigoryeva (RUS) 2:25:10, Alevtina Biktimirova (RUS) 2:25:12, Bruna Genovese (ITA) 2:25:28, Tetyana Kuzina-Hladyr (UKR) 2:25:44, Magdaline Chemjor (KEN) 2:28:16.

HAMBURG

Termin: 27. April
Vorauss. Teilnehmerzahl: 20.000

Favoriten und Bestzeiten:
Männer: Wilfred Kigen (KEN) 2:07:33, vorauss. Julio Rey (ESP) 2:06:52.
Deutscher Starter: Falk Cierpinski (SG Spergau) 2:19:06.
Frauen: Ulrike Maisch (LAV Rostock) 2:30:01
Weitere Topathleten sind noch nicht bekannt.

Text: race-news-service.com

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race-news | 01.04.2008

Das einmalige Six-Pack von Kenenisa Bekele


Kenianer Bekele gewann Cross-WM-Gold Nummer sechs über die 12-km-Strecke
Foto: www.photorun.net

Zum sechsten Mal gewann Kenenisa Bekele am Sonntag die Goldmedaille über die 12-km-Langstrecke bei den Cross-Weltmeisterschaften. In Edinburgh schaffte der Äthiopier damit ein Novum. Von 2002 bis 2006 hatte Kenenisa Bekele zuvor diesen Titel gewonnen. Team-Medaillen hinzugerechnet, hat der erst 25-Jährige nun bereits 27 Cross-WM-Medaillen gewonnen, so viele wie kein anderer bei diesen Meisterschaften.

„Für die Äthiopier haben die Cross-Weltmeisterschaften eine hohe Bedeutung. Dass Bekele im vergangenen Jahr nicht gewonnen hatte, war eine Katastrophe“, erzählte Jos Hermens, der holländische Manager des 10.000-m-Olympiasiegers und Weltrekordlers. Durch die Aufgabe Bekeles war auch das Team in der Mannschaftswertung aus dem Rennen. Hier setzten sich die Kenianer durch.

Die Cross-WM und deren hoher Stellenwert in Äthiopien ist auch der Grund, warum Kenenisa Bekele bei der Hallen-WM Anfang März in Valencia seinen 3.000-m-Titel nicht verteidigte (oder nicht verteidigen durfte?). „Kenenisa hatte gut trainiert“, sagte Jos Hermens und fügte hinzu: „In meinen Augen hätte er ohne Probleme auch in Valencia starten können – vor zwei Jahren hat er ja auch beides gewonnen, Halle und Cross. Das Problem ist, dass die Hallen-WM in Äthiopien nicht viel bedeutet. Die Funktionäre haben keine Ahnung von dem Wert dieser Titelkämpfe und können das nicht einschätzen.“

Bekele jagt gerne Superlative. Darunter sind auch die Weltrekorde seines ,Vorgesetzten’ Haile Gebrselassie. Erst im Februar verbesserte er dessen Hallen-Weltbestzeit über zwei Meilen in Birmingham. Das Crosslaufen war nicht die Domäne des Haile Gebrselassie. Hier herrschte zuvor Paul Tergat mit fünf WM-Siegen in Folge auf der Langstrecke (1995 bis 1999). Diese fünf Siege schaffte Bekele auch: von 2002 bis 2006. Das Mittelstrecken-Gold nahm er dabei jeweils ,nebenbei’ mit. Doch nun übertraf er mit Langstrecken-Sieg Nummer sechs endgültig Paul Tergat.

„Wenn Kenenisa gut trainieren kann und dadurch gut in Form ist sowie zusätzlich verletzungsfrei bleibt, dann kann er alles gewinnen“, sagt Jos Hermens, der auch erzählt, dass sich Bekeles psychologische Situation aufgrund seiner Heirat im November 2007 beruhigt habe. Im Januar 2005 war seine damalige Verlobte während eines gemeinsamen Joggings im Wald zusammengebrochen und an Herzversagen verstorben. Schon im März verteidigte er damals seine Titel bei der Cross-WM, doch das Trauma verfolgte Kenenisa Bekele noch lange.

Im Olympiajahr wird Kenenisa Bekele voraussichtlich am 24.Mai in Hengelo auf die Bahn zurückkehren. „Vielleicht läuft er dann erst einmal die 5.000 Meter. Aber das werden wir in Edinburgh besprechen“, sagt Jos Hermens und fügt hinzu: „Von mir aus könnte Kenenisa in Peking auch einen Doppelstart über 5.000 und 10.000 Meter machen.“

Wann Kenenisa Bekele anfangen wird, auch im Straßenlauf Weltrekorde zu jagen und dabei speziell die Marathon-Bestleistung von Haile Gebrselassie steht noch nicht fest. „Ich persönlich fände es gut, wenn er damit bis nach den Olympischen Spielen von London 2012 warten würde“, sagt Jos Hermens, der auch Haile Gebrselassie betreut und diesem möglicherweise die Hauptdarstellerroller im Marathon noch eine Olympiade lang lassen möchte. „Aber ich kann mir vorstellen“, sagt Hermens, „dass Kenenisa in zwei Jahren einen Marathon laufen möchte.“

Text: race-news-service.com

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