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race-news | 30.03.2008
Bekele trotz Handikap bei Cross-WM nicht zu schlagen

Auf dem Weg zu einer weiteren einmaligen Leistung war Kenenisa Bekele auch durch ein plötzliches Handikap nicht zu stoppen: Bei den Cross-Weltmeisterschaften in Edinburgh musste der Äthiopier im 12-km-Rennen kurz stoppen, nachdem er einen Schuh fast verloren hatte. Am Ende jedoch gewann Kenenisa Bekele zum sechsten Mal die Langdistanz bei diesen Titelkämpfen. Ein halbes Dutzend Einzeltitel über die 12-km-Strecke hat bei der Cross-WM nie zuvor ein Athlet gewonnen.
Für die Äthiopier war es im kühlen Edinburgh ein perfekter Tag, denn sie gewannen auch die anderen drei Einzel-Goldmedaillen: Tirunesh Dibaba siegte über 8 km während in den Juniorenrennen Ibrahim Jeilan (8 km) und Genzebe Dibaba (6 km) triumphierten. Den für die Afrikaner prestigeträchtigen Team-Titel der Männer gewannen allerdings einmal mehr die Kenianer. Die einzige deutsche Starterin bei der Cross-WM, Susanne Hahn (SV schlau.com Saar 05), hielt sich wieder ordentlich bei diesen hochkarätig besetzten Titelkämpfen. Die 29-Jährige belegte Rang 33.
Im Rennen der Männer erlebte Kenenisa Bekele nach rund 4 km eine Schrecksekunde, als ihm ein anderer Läufer in den Hacken trat und er dadurch fast einen Schuh verlor. „Ich bekam einen Schreck, denn wenn du einen Schuh verlierst kannst du nicht mehr rennen“, sagte Kenenisa Bekele später. „Deswegen stoppte ich, um den Schuh wieder richtig anzuziehen. Zum Glück passierte dies in einer frühen Rennphase. Wenn es später passiert wäre, hätte es gefährlicher werden können.“ Doch auch so lag der 10.000-m-Olympiasieger und -Weltrekordler ein gutes Stück zurück und musste eine Aufholjagd starten. Sehr schnell erreichte der 25-Jährige wieder die Spitzengruppe, in der allerdings auch erst in der zweiten Hälfte des Rennens die Pace entscheidend forciert wurde.
Es war lange Zeit der Titelverteidiger Zersenay Tadesse (Eritrea), der vor einem Jahr in Mombasa (Kenia) bei der Cross-WM überraschend die Siegserie von Bekele gestoppt hatte, der die Initiative an der Spitze übernommen hatte. Neben Tadesse und Bekele setzten sich in einer Vierergruppe noch die beiden Kenianer Leonard Komon und Joseph Ebuya ab. Am Ende allerdings konnte wieder einmal keiner Kenenisa Bekele stoppen. Erst auf dem letzten Teil des Rundkurses startete er seinen entscheidenden Angriff und siegte schließlich in 34:38 Minuten vor Komon (34:41), Tadesse (34:43) und Ebuya (34:47). „Ich habe bei dieser WM zwar schon fünfmal die Mittel- und die Langstrecke gewonnen, doch dieser sechste Triumph ist etwas besonderes“, sagte Kenenisa Bekele, der von 2002 bis 2006 jeweils doppelt Gold gewonnen hatte. Seit 2007 gibt es bei der Cross-WM nur noch die Langstrecke.
Abgesehen von Läufern aus Katar (in der Regel ehemalige Kenianer) war der US-Amerikaner Jorge Torres auf Rang 19 in 36:03 der beste Nicht-afrikanische Läufer. Auf Platz 24 folgte mit Juan Carlos de la Ossa (Spanien/36:15) der beste Europäer.
Im 8-km-Rennen der Frauen meldete sich Tirunesh Dibaba eindrucksvoll zurück. Die erst 22-jährige Äthiopierin war in diesem Jahr zuvor noch bei keinem einzigen Crossrennen an den Start gegangen. Zudem hatte sie nach gesundheitlichen Problemen und einer langen Pause – nach ihrem 10.000-m-WM-Sieg im August war sie 2007 kein Rennen mehr gelaufen – nur einen Wettkampf bestritten: In der Halle gewann sie beim Meeting in Boston im Winter über 3.000 m. Doch als es jetzt ernst wurde in Edinburgh war Tirunesh Dibaba wieder da. Dabei sah es rund eine Runde vor Schluss eher nach einem Sieg ihrer Landsfrau Gelete Burka aus. Sie hatte sich von der Spitzengruppe abgesetzt, konnte das Tempo jedoch nicht ganz halten und wurde am Ende nur Sechste in 25:35 Minuten.
Tirunesh Dibaba hatte im Rennen um die 30.000-Dollar-Siegprämie, die auch Bekele erhielt, einmal mehr den besten Spurt. Zum dritten Mal nach 2005 und 2006 gewann sie WM-Gold über die Langstrecke. In 25:10 Minuten war Dibaba dabei fünf Sekunden vor ihrer Landsfrau Mestawet Tufa im Ziel. „In der Mitte des Rennens bekam ich Seitenstiche, deswegen war ich zeitweilig nicht ganz vorne. Aber ich wusste, dass ich den Anschluss an die Spitze wieder herstellen kann“, sagte Tirunesh Dibaba.
Bronze gewann die Kenianerin Linet Masai in 25:18. Beste Europäerin war hier die seit kurzem für Holland startende Hilda Kibet. Die frühere Kenianerin lief 25:35 und wurde in Abwesenheit ihrer Landsfrau Lornah Kiplagat (ebenfalls Ex-Kenianerin), die auf die Titelverteidigung verzichtet hatte, Fünfte. Achtbar schlugen sich in dem starken Feld Benita Johnson (Australien) auf Rang 11 in 25:56, Liz Yelling (Großbritannien/15. mit 26:13) und Emily Brown (USA/18. in 26:36).
Text: race-news-service.com
race-news | 27.03.2008
Neues Duell Bekele gegen Tadesse bei Cross-WM

Kenianer Bekele will als erster Läufer am Sonntag die sechste Cross-Goldmedaille über die Langstrecke gewinnen.
Foto: photorun.net
Ein neues Duell zwischen Kenenisa Bekele (Äthiopien) und Zersenay Tadesse (Eritrea) wird im Mittelpunkt der Cross-Weltmeisterschaften stehen, die am kommenden Sonntag in Edinburgh stattfinden. Bekele hat insgesamt bei diesen Titelkämpfen bereits zehn Einzel-Goldmedaillen bei den Männerrennen gewonnen (Mittel- und Langstrecke), doch 2007 stoppte Tadesse diese Serie. Tadesse wurde 2007 auch Straßenlauf-Weltmeister. Bei diesen Titelkämpfen war der 10.000-m-Olympiasieger und -Weltrekordler Bekele jedoch nicht am Start.
In Edinburgh wird wie zuletzt in Kenia bei den Männern und Frauen nur noch die Langdistanz über 12 beziehungsweise 8 km auf dem Programm stehen. Der Kurs im Holyrood Park von Edinburgh ist nicht einfach, denn auf der mehrfach zu durchlaufenden Rundstrecke befindet sich ein steiler Hügel.
Ohne den in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Läufern zählenden Eliud Kipchoge werden die Kenianer nach Edinburgh reisen. Der 5.000-m-Weltmeister von 2003 war bei dem nationalen Qualifikationsrennen aufgrund von Rückenproblemen ausgestiegen. Als aussichtsreichster Kenianer geht nun, von der Papierform her, Gideon Ngatunyi ins WM-Rennen. Er gewann die Qualifikation und war vor einem Jahr bei der WM Vierter. Ob es die Kenianer über die 12 km mit Bekele und Tadesse aufnehmen können, erscheint fraglich. Zu beachten sein werden auch der WM-Dritte über 5.000 m von Osaka, Moses Kipsiro (Uganda), und Craig Mottram (Australien).
Bei den Frauen ist im 8-km-Lauf ebenfalls eine Äthiopierin die Favoritin: Tirunesh Dibaba hat bei den Cross-Weltmeisterschaften 2005 und 2006 bereits jeweils Gold gewonnen. Doch im vergangenen Jahr verpasste sie in Kenia den Hattrick. Damals wurde Tirunesh Dibaba hinter Lornah Kiplagat Zweite. Die gebürtige Kenianerin Kiplagat, die inzwischen für Holland startet, verzichtet jedoch auf die Titelverteidigung in Edinburgh. Auf die Form von Tirunesh Dibaba darf man gespannt sein, schließlich ist sie in diesem Jahr noch gar kein Crossrennen gelaufen. Im August 2007 hatte sie in Osaka trotz eines Sturzes die WM-Goldmedaille über 10.000 m spektakulär verteidigt, danach aber krankheitsbedingt auf weitere Starts in jenem Jahr verzichtet.
Mit Gelete Burka ist eine weitere starke Äthiopierin im Rennen: Sie war bei der WM 2007 Vierte und gewann das nationale Qualifikationsrennen für die Titelkämpfe in Schottland. Die Äthiopierinnen und die Siegerin der Kenia-Trials, Grace Momanyi, werden unter anderen auf die Überraschungs-Siegerin der Cross-WM 2004 treffen, Benita Johnson (Australien).
Über 8 km startet die einzige Deutsche in Edinburgh: Susanne Hahn (SV schlau.com Saar 05 Saarbrücken) hat bei Cross-Weltmeisterschaften ihre bisher besten internationalen Leistungen erzielt. 2005 rannte sie über die Langstrecke auf einen beachtlichen 22. Rang. Dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) knapp eineinhalb Jahre vor der WM in Berlin nur mit einer einzigen Starterin in Schottland vertreten ist, ist keine gute Werbung für 2009.
Text: race-news-service.com
race-news | 25.03.2008
Kenianischer Doppelsieg in Dallas

Wilson Kiprotich war in Dallas als Erster im Ziel - trotz des Vorsprungs der schnellsten Frauen.
Foto: photorun.net
Flotte Zeiten gab es in Dallas (USA) bei einem 8-km-Rennen. Für einen kenianischen Doppelsieg sorgten dabei Wilson Kiprotich und Rose Kosgei, die in 22:18 beziehungsweise 26:20 Minuten triumphierten.
Bei perfekten Wetterbedingungen startete Wilson Kiprotich eine Jagd auf die Weltbestzeit von 22:04 Minuten. Von Beginn an übernahm er dabei die Initiative und lag mit einer 5-km-Zwischenzeit von 13:43 Minuten hervorragend im Rennen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine schärfsten Konkurrenten bereits hinter sich gelassen: Die Kenianer Haron Lagat (22:33), Richard Kipligat (22:49) und Lamech Mokono (22:59) belegten am Ende die nächsten Plätze. „Ich fühlte mich gut und lief stark, aber der Wind verhinderte dann eine Rekordzeit“, erklärte der 27-jährige Sieger, der den zwei Jahre alten Kursrekord seines Landsmannes Sammy Kipketer um sechs Sekunden verpasste.
Dreieinhalb Minuten vor den Männern war das Frauen-Elitefeld gestartet. In diesem Vergleich mit Handikap hatte am Ende Wilson Kiprotich klar die Nase vorne: bei Kilometer sechs überholte er Rose Kosgei. Die Kenianerin konnte zwar nicht den Vorsprung gegen die schnellsten Männer ins Ziel retten, dominierte aber das Rennen der Frauen klar. In 26:20 Minuten gewann die frühere Junioren-Crossweltmeisterin, die aufgrund der Unruhen in Kenia zeitweise nicht hatte trainieren können, vor der Polin Dorota Gruca (26:59) und ihrer Landsfrau Margaret Chirchir (27:13).
Text: race-news-service.com
race-news | 23.03.2008
Irina Mikitenko glänzt mit Streckenrekord in Paderborn

Irina Mikitenko lief in Paderborn ein starkes Rennen.
Foto: photorun.net
Die „weihnachtliche“ Osterzeit ist scheinbar eher etwas für die Kälte erprobten Mitteleuropäer als für die sieggewohnten Afrikaner. Diesen Schluss muss man zweifellos ziehen angesichts der überragenden Auftritte von Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) und Markus Pröll (Österreich) bei der 62. Auflage des Paderborner Osterlaufes. Knapp 24 Stunden nach ihrer Rückkehr aus dem kirgisischen Trainingslager stellte sich Irina Mikitenko an der Pader in glänzender Verfassung vor: In neuer persönlicher Bestzeit von 1:08:51 Stunden steigerte die 36-Jährige die 1997 von Joyce Chepchumba (Kenia) aufgestellte Streckenbestzeit von 1:09:24 um eine dreiviertel Minute und lief die schnellste Zeit einer deutschen Läuferin auf deutschem Boden. Den deutschen Rekord hält seit 1995 die Berlinerin Uta Pippig, die in Kyoto 1:07:58 Stunden erzielte. Der Kenianer Charles Ngolepus gewann das Männerrennen in der Kursrekordzeit von 1:01:24.
Mit dem Österreicher Markus Pröll brach über 10 km unerwartet ein Europäer in die Siegerphalanx der afrikanischen Läufer ein, die seit 1999 ununterbrochen den Sieger stellen konnten. Der 28-jährige Hindernisläufer mit einer Bestzeit von 8:13 Minuten düpierte mit einem starken Endspurt die sieggewohnten Läufer aus Kenia und Tansania und gewann in 28:46 Minuten am Maspernplatz knapp vor gleich sechs dunkelhäutigen Athleten. Bei den Frauen kam zwar Sabrina Mockenhaupt (Köln Marathon) nicht an die überragende Vorjahressiegerin Peninah Arusei (Kenia) heran und musste sich mit Rang zwei zufrieden geben, durfte dafür aber über einen neuen 10-km-Hausrekord von 32:07 Minuten jubeln.
Mit 7.802 Anmeldungen gab es bei der 62. Auflage des Paderborner Osterlaufes zwar heuer keine Rekordmeldezahl zu verzeichnen, dennoch war Horst Wiczynski, der seit 34 Jahren beim Osterlauf die Fäden ziehende Präsident des ausrichtenden SC Grün-Weiß Paderborn, mehr als zufrieden, schließlich gab es auf der Halbmarathondistanz durch Irina Mikitenko und Charles Ngolepus zwei neue Streckenrekorde, mit Markus Pröll seit 1998 erstmals wieder einen europäischen Sieger auf der 10 km-Strecke.
„Eigentlich waren die Umstände zu dieser Bestzeit für mich nicht günstig“, sagte Irina Mikitenko im Ziel. „Dafür lief es aber überraschend gut. Ich habe vom Start weg weder einen Mann noch eine Frau um mich herumgehabt und bin einfach nach Gefühl losgelaufen. Erst nach 10 km haben wir mit der Zeit gearbeitet.“ Die Wattenscheiderin kam erst am Freitag von einem vierwöchigen Trainingslager aus Kirgisien zurück, wo sie auf 1600 m Höhe bei durchschnittlich 16 bis 18 Grad Celsius trainieren konnte. Der Blick geht unweigerlich in Richtung London-Marathon, wo sie am 13. April nach ihrem erfolgreichen Marathondebüt von Berlin einen weiteren Schritt in Richtung Weltspitze unternehmen möchte. „In London bin ich keine Favoritin und kann mich unbekümmert hinter den Spitzenläuferinnen orientieren.“ Eine komfortable Situation für die 36-jährige zweifache Mutter, die inzwischen viel Spaß für das längere Straßenlaufen entdeckt hat. „Natürlich werde ich auch das eine oder andere 10-km-Rennen laufen, denn nur zwei Starts im Marathon sind im Jahr doch viel zu wenig.“
Bei den Männern stürmte trotz der ungünstigen Bedingungen der Kenianer Charles Ngolepus nach 1:01:24 ebenso zu einem neuen Streckenrekord und verbesserte die bisherige Bestmarke seines Landsmannes Moses Kigen aus dem Jahr 2006 um sechs Sekunden. Bester Deutscher im Feld der 2300 Halbmarathonläufer wurde als 13. der Bergläufer Timo Zeiler (TSV Trochtelfingen) in 1:08:07.
„Ich wollte unter 29 Minuten bleiben“, sagte ein glücklicher Markus Pröll. Der aus Freistadt in Oberösterreich stammende Hindernisspezialist, der den Sieg bei den U-23-Europameisterschaften 2003 als seinen bislang größten Erfolg bezeichnete, attackierte nach acht Kilometern gegen sechs afrikanische Konkurrenten erfolgreich. „Die wollten mich immer wieder ausbremsen. Deshalb habe ich es mit einem langen Spurt probiert“, freute sich Pröll, der sich wegen einer Sehnenverletzung im linken Fuß erst spät in der Saison mit seiner Spezialdisziplin beschäftigen wird und zuvor die Jagd auf die Olympianorm über 5.000 m und 10.000 m beginnen möchte. „Mit diesem Sieg fängt für mich die Saison wirklich gut an. Der erste Test stimmt mich zuversichtlich, dass ich die Olympianorm von 28:08 laufen kann.“
Hinter Markus Pröll kamen mit einer Sekunde Rückstand die beiden Kenianer Boash Mayaka und John Kales zeitgleich auf die Plätze zwei und drei. Als Achter schlug sich Falk Czierpinski (SG Spergau) in diesem Klassefeld mit 29:48 recht ordentlich, während Stefan Koch (TV Wattenscheid) wegen einer Verletzung das Ziel nicht erreichte.
Bestens vorbereitet gingen zumindest die beiden Tageschnellsten im Frauenfeld ins Rennen, denn trotz des eher ungemütlichen Wetters mit Schneeregen und Temperaturen um drei, vier Grad Celsius gab es sowohl für Peninah Arushei als auch für Sabrina Mockenhaupt es eine persönliche Bestmarke. „Die Kenianerin konnte ich nicht schlagen, die war einfach zu stark“, sagte Sabrina Mockenhaupt im Ziel. Vier Wochen nach ihrem überraschenden Sieg beim Tokio-Marathon stellte sich Claudia Dreher bereits wieder in einem Wettbewerb, nachdem sie am Vorabend erst aus dem Trainingslager in Potchefstroom in Südafrika zurückkehrt war. „Ich habe den Marathon gut verkraftet und werde jetzt etwas für meine Tempohärte tun müssen“, sagte Claudia Dreher, die inzwischen für den SV Ihleläufer Burg startet und sich trotz der starken Konkurrenz innerhalb der deutschen Marathonfrauen für Peking qualifizieren möchte. Als Siebente lief sie in 34:44 ins Ziel und lag dabei knapp vor der früheren Weltklasseläuferin Claudia Lokar, die sich mit 35:09 Minuten als ambitionierte Hobbyläuferin mit nunmehr 44 Jahren zeigte. Im weiteren deutschen Vergleich hatten Veronika Ulrich (35:11) und auch Luminita Zaituc (36:28) klar das Nachsehen.
Text: race-news-service.com/Wilfried Raatz
race-news | 21.03.2008
Wien-Marathon feiert im April 25-jähriges Jubiläum

Start zum ersten Wien-Marathon 1984: Damals sollten bei vielen Rennen American Football-Spieler einen Fehlstart verhindern.
Foto: Vienna City-Marathon/Archiv
„Wir werden Zeiten erleben, in denen mehr als zehnmal so viele Starter antreten“, meinte Helmut Zilk am 25. März 1984 prophetisch. Der damalige österreichische Bundesminister für Unterricht und Kunst hatte zuvor den Startschuss zum „1. Wiener Frühlingsmarathon“ abgegeben. Seit dieser Premiere mit 794 Marathonläufern im Ziel, darunter nur 25 Frauen, hat die Veranstaltung eine kaum vorhersehbare Entwicklung gemacht. Am 27. April feiert der Wien-Marathon nun sein 25. Jubiläum.
Der Vienna City-Marathon (VCM) ist als Österreichs größte Sportveranstaltung nicht nur ein Fixpunkt der heimischen Szene, er hat auch hohe internationale Popularität. Läufer aus über 80 Nationen kommen jährlich nach Wien. Angefeuert werden sie von 250.000 Zuschauern.
Die ersten Jahre des Wien-Marathons wurden sportlich vom Tiroler Gerhard Hartmann geprägt. Dreimal in Folge konnte er als Gewinner einlaufen, seine Siegerzeit von 2:12:22 Stunden aus dem Jahr 1986 ist bis heute österreichischer Marathonrekord. Nach einer Eingewöhnungsphase wurde der Marathon von den Wienern sehr gut angenommen, rund 200.000 Zuschauer waren laut Schätzungen der Polizei schon in den ersten Jahren an der Strecke. Der attraktive Kurs entlang der historischen Sehenswürdigkeiten und durch den grünen Prater sowie das Rahmenprogramm lockten zunehmend auch ausländische Teilnehmer nach Wien.
Nach der fünften Auflage geriet der größte österreichische Marathonlauf jedoch in eine Krise. Die Anfangseuphorie war verflogen, die Teilnehmerzahlen stagnierten. Der frühere Weltklasse-Hindernisläufer Wolfgang Konrad sprang helfend in die Organisation des Wien-Marathons ein und übernahm 1989 als Race-Direktor die Verantwortung – kein anderer Marathon-Chef eines großen europäischen Rennens ist heute so lange im Amt wie er. Konrad formulierte bei einem Pressegespräch 1989 drei Ziele, für die es anfangs nur ein mildes Lächeln gab: Eine Verdoppelung der Teilnehmerzahlen von damals 2.900, eine Siegerzeit unter 2:10 Stunden und eine Live-Übertragung im Fernsehen. Alles sollte gelingen:

Läufer passieren beim Vienna City-Marathon die Oper
Foto: photorun.net
Bereits 1990 gab es über 4.000 Meldungen. Bis 2007 wuchs diese Zahl auf 26.249 Läufer in sechs Wettbewerben. Bereits 1989 gewann Alfredo Shahanga aus Tansania in der damaligen Topzeit von 2:10:29 Stunden. Diese Wien-Bestzeit unterbot sein Bruder Gidamis im folgenden Jahr und machte mit dem Streckenrekord von 2:09:28 den Wien-Marathon in der Welt bekannt. Moges Taye (2:09:21 / 1998), Willy Cheruiyot (2:08:48 / 2000), Samson Kandie (2:08:35 / 2004) und Lahoucine Mrkik (2:08:20 / 2006) haben den Männerrekord in der Folge weiter verbessern können. Bei den Frauen gelang der Italienerin Maura Viceconte im Jahr 2000 in Wien mit 2:23:47 Stunden eine Weltklassezeit.
Die sportliche Entwicklung ging durch die Zusammenarbeit mit dem Berliner Mark Milde weiter aufwärts, der seit 2002 für die Zusammenstellung des Elitefelds verantwortlich ist. Marathonstars wie Moses Tanui (zweifacher Sieger des Boston-Marathons), Joseph Chebet (Sieger der Marathons von New York und Boston), Lidia Simon (Weltmeisterin 2001, Olympia-Zweite 2000), Mubbark Shami (Vizeweltmeister 2007) oder Luke Kibet (Weltmeister 2007) waren seither in Wien am Start.
1993 wurde der Wien Marathon zum ersten Mal live im ORF-Fernsehen gesendet – es war ein Meilenstein für die Popularisierung des Laufsports in Österreich. Die Übertragungen erreichen jährlich rund 300.000 Zuschauer bei einem Marktanteil von bis zu 50 Prozent.
Der Vienna City Marathon startete auch bemerkenswerte technische Innovationen: 1995 wurde hier weltweit zum ersten Mal bei einem Marathon vollständig auf die Chip-Zeitnehmung gesetzt. Heute ist längst ein internationaler Standard daraus geworden. Im Jahr 2000 gelang dem VCM mit dem SMS-Ergebnisservice eine weitere Weltpremiere. Den Teilnehmern wurden dabei unmittelbar nach dem Zieldurchlauf ihre Zeit und die Platzierung per SMS aufs Handy geschickt.
2005 wurde zudem begonnen, das kulturelle Erbe von Wien mit einer der imposantesten kulturellen Marathonstrecken in der „Welthauptstadt der Musik“ verstärkt ins Zentrum zu rücken. Mit den Klängen des Donauwalzers am Start und dem „Marathon Sound of Vienna“-Musikprogramm, das mehrere Kilometer der Strecke durchgehend beschallt hat, wurden Laufen und Musik zu einem zeitgemäß inszenierten Laufevent kombiniert. 2006 gelang es, anlässlich des Mozartjahres zum 250. Geburtstag des Musikgenies eine Kooperation mit den Wiener Philharmonikern zu bilden. Gemeinsam mit Starpianist Prof. Rudolf Buchbinder spielte das berühmteste Orchester der Welt im „Mozart-Marathon“ fünf Klavierkonzerte in Folge. Dieser Auftritt wurde live auf die Laufstrecke übertragen und in die ORF-Fernsehübertragung eingespielt. In diesem Jahr werden die Wiener Sängerknaben bei einem Exklusivkonzert für die VCM-Teilnehmer auftreten.
Text: race-news-service.com
Korir kommt in Seoul zurück
Der Kenianer Sammy Korrir gewann den Seoul-Marathon in starken 2:07:32 Stunden. Der 36-Jährige, der 2004 hinter Paul Tergat die damals zweitschnellste Marathonzeit aller Zeiten erzielt hatte (2:04:56), hatte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Er war nun fünf Sekunden vor seinem Landsmann Jason Mbote im Ziel. Dritter wurde mit Edwin Komen (2:07:45) ein weiterer Kenianer. Bei den Frauen gab es einen chinesischen Doppelsieg: Zhang Shujing gewann in 2:26:11 vor Wang Xueqin (2:28:39).
Haile Gebrselassie siegt in Lissabon, verpasst aber Weltrekord
Haile Gebrselassie hat den Lissabon-Halbmarathon am Sonntag in der Jahresweltbestzeit von 59:15 Minuten mit deutlichem Vorsprung vor dem früheren kenianischen 10.000-m-Weltmeister Charles Kamathi gewonnen. Kamathi war nach 60:45 im Ziel. Schnellste Frau war in Lissabon Salina Kosgei in flotten 69:57 Minuten. Die Kenianerin hatte dabei am Ende in einer Spurtentscheidung nur zwei Sekunden Vorsprung vor ihrer Landsfrau Pamela Chepchumba.
"Ich hole mir den Weltrekord zurück so bald es geht", hatte Haile Gebrselassie im vergangenen Jahr erklärt, nachdem Samuel Wanjiru ihm die Bestmarke abgenommen hatte und dann weiter auf 58:33 gesteigert hatte. Gebrselassies Halbmarathon-Bestzeit steht bei 58:55 - das war vor Wanjirus Zeiten Weltrekord. Der Äthiopier konnte sich nun in Lissabon wenigstens damit trösten, dass er die Jahresweltbestzeit von Wanjiru um zehn Sekunden verbesserte. Extra für Haile Gebrselassie, der in Berlin 2007 den Marathon-Weltrekord auf 2:04:26 Stunden verbessert hatte, hatten die Lissaboner Veranstalter die Strecke verändert. Durch die Verschiebung des Startes von einer Brücke wurde der Kurs rekordtauglich - zuvor hatte die Strecke ein zu starkes Gefälle.
Text: race-news-service.com
race-news | 16.03.2008
Patrick Makau Musyoki gewinnt in Den Haag
Hochkarätig war am Sonntag auch ein zweiter Halbmarathon: In Den Haag gewann dabei Patrick Makau Musyoki. Der Kenianer siegte damit bereits zum dritten Mal in diesem Jahr bei einem großen Rennen über die ,halbe Distanz'. Er lief dieses Mal in 60:08 Minuten erneut eine Weltklassezeit. Vier Sekunden zurück folgte sein Landsmann Joseph Maregu vor einem weiteren Kenianer: Dennis Ndiso lief 60:33.
Schnellste Frau war in Den Haag, wo Wanjiru den aktuellen Halbmarathon-Weltrekord aufstellte, die Kenianerin Pauline Wangui in 2:07:32. Überraschend belegte Susanne Hahn (Saarbrücken) in für sie guten 71:29 Minuten Rang zwei. SIe bereitet sich auf den Mainz-Marathon vor, wo sie die Olympia-Norm erreichen möchte. Dritte wurde in einem vergleichweise schwächeren Frauen-Feld die Holländerin Nadja Wijenberg (76:32).
Korir kommt in Seoul zurück
Der Kenianer Sammy Korrir gewann den Seoul-Marathon in starken 2:07:32 Stunden. Der 36-Jährige, der 2004 hinter Paul Tergat die damals zweitschnellste Marathonzeit aller Zeiten erzielt hatte (2:04:56), hatte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Er war nun fünf Sekunden vor seinem Landsmann Jason Mbote im Ziel. Dritter wurde mit Edwin Komen (2:07:45) ein weiterer Kenianer. Bei den Frauen gab es einen chinesischen Doppelsieg: Zhang Shujing gewann in 2:26:11 vor Wang Xueqin (2:28:39).
Haile Gebrselassie siegt in Lissabon, verpasst aber Weltrekord
Haile Gebrselassie hat den Lissabon-Halbmarathon am Sonntag in der Jahresweltbestzeit von 59:15 Minuten mit deutlichem Vorsprung vor dem früheren kenianischen 10.000-m-Weltmeister Charles Kamathi gewonnen. Kamathi war nach 60:45 im Ziel. Schnellste Frau war in Lissabon Salina Kosgei in flotten 69:57 Minuten. Die Kenianerin hatte dabei am Ende in einer Spurtentscheidung nur zwei Sekunden Vorsprung vor ihrer Landsfrau Pamela Chepchumba.
"Ich hole mir den Weltrekord zurück so bald es geht", hatte Haile Gebrselassie im vergangenen Jahr erklärt, nachdem Samuel Wanjiru ihm die Bestmarke abgenommen hatte und dann weiter auf 58:33 gesteigert hatte. Gebrselassies Halbmarathon-Bestzeit steht bei 58:55 - das war vor Wanjirus Zeiten Weltrekord. Der Äthiopier konnte sich nun in Lissabon wenigstens damit trösten, dass er die Jahresweltbestzeit von Wanjiru um zehn Sekunden verbesserte. Extra für Haile Gebrselassie, der in Berlin 2007 den Marathon-Weltrekord auf 2:04:26 Stunden verbessert hatte, hatten die Lissaboner Veranstalter die Strecke verändert. Durch die Verschiebung des Startes von einer Brücke wurde der Kurs rekordtauglich - zuvor hatte die Strecke ein zu starkes Gefälle.
Text: race-news-service.com
race-news | 12.03.2008
Weltrekord als Bonus für Yelena Soboleva

Yelena Soboleva (links) feiert mit ihrer zweitplatzierten Landsfrau Yulia Fomenko den russischen Doppelsieg und ihren Weltrekord.
Foto: photorun.net
„Ich hatte nicht erwartet, dass ich hier den Weltrekord brechen würde, ich lief nur um den Sieg“, sagte Yelena Soboleva, nachdem sie die Hallen-Weltmeisterschaften von Valencia am Sonntag mit einer 1.500-m-Bestzeit von 3:57,71 Minuten gekrönt hatte. „Hinzu kam, dass ich an der 1.000-Meter-Marke die Uhr nicht gesehen hatte, so dass ich nicht wusste wie wir liegen. Natürlich merkte ich, dass es schnell war.“
Den 1.500-m-Weltrekord hat Yelena Soboleva in der Halle bereits zum dritten Mal gebrochen. Vor zwei Jahren steigerte sie die Marke der US-Amerikanerin Regina Jacobs (USA/3:59,98) in Moscow auf 3:58,28 Minuten. Im Februar verbesserte sie sich dann, wiederum bei den nationalen Meisterschaften in Moskau, auf 3:58,05. Verglichen zum Freiluft-Weltrekord der Chinesin Qu Yunxia, die 1993 in Peking 3:50,46 gelaufen war, bewegt sich die Hallen-Bestzeit noch in eher erreichbaren Kategorien. „Den Freiluft-Weltrekord zu brechen, daran brauche ich gar nicht denken – das kann ich nicht“, sagt Yelena Soboleva.
Im Gegensatz zu ihren beiden Weltrekorden hatte Yelena Soboleva vor den Titelkämpfen in Valencia nie bei einer großen Meisterschaft gewonnen. Jetzt hat sie den Durchbruch auch bei einem großen Titelkampf geschafft – und das gleich mit einem Weltrekord. „Nach Osaka habe ich viel daran gearbeitet, meine Geschwindigkeit auf den letzten 500 Metern des Rennens zu verbessern“, erzählt Yelena Soboleva. Es gab zwei Gründe warum sie und ihre Landsfrau Yulia Fomenko, die in persönlicher Bestzeit von 3:59,41 Minuten Zweite wurde, für ein schnelles Rennen sorgten. „Ich mag es nicht, in einem Pulk voller Läuferinnen zu rennen. Wenn ich gut laufen will, brauche ich Platz“, sagt die Weltmeisterin. Der Zweite Grund war allerdings der entscheidende: „Mir war klar, dass ich die besten Chancen haben würde, wenn wir das Rennen schnell machen.“
Yelena Soboleva gab aber auch zu, dass sie gar nicht so zuversichtlich gewesen ist bezüglich ihrer WM-Chancen nach den russischen Meisterschaften. „Ich habe mich danach müde gefühlt.“ Am Tag vor dem 1.500-m-Rennen hatte sie zudem die 800 m in der russischen Rekordzeit von 1:56,49 Minuten gewonnen. Damit ist sie über diese Strecke die viertschnellste aller Zeiten in der Halle. Der 800-m-Hallenweltrekord von Jolanda Ceplak (Slowenien), die zurzeit aufgrund einer Dopingsperre nicht starten darf, steht bei 1:55,82 Minuten. In der ewigen Weltrangliste folgen dann Stephanie Graf (Österreich/1:55,85) und die früher für die DDR startende Christine Wachtel (1:56,40).
Nach den Moskauer Titelkämpfen verordnete ihr Trainer Matvey Telyatnikov ihr eine zehntägige Pause. „Dadurch schien die Vorbereitungszeit auf Valencia etwas zu kurz zu sein, aber mein Coach hatte recht. Er sagte, ich sollte schnell laufen und würde damit keine Probleme haben.“ Heute in Moskau lebend, kommt die Hallen-Weltmeisterin aus Bryansk in der Nähe der Hauptstadt.
Auf die Frage, ob sie sich jetzt als Olympiafavoritin sieht, antwortet die 25-Jährige: „Das ist schwierig zu sagen. Zunächst einmal muss ich mich ja qualifizieren. Das ist angesichts der starken russischen Mittelstrecklerinnen nicht so leicht. Unsere Meisterschaften sind ja fast schon so hart wie die Spiele selbst. Aber ich will auch nicht gegen eine Russin verlieren.“ In Peking plant sie, wie in Valencia, nur über 1.500 m an den Start zu gehen.
Text: race-news-service.com
race-news | 11.03.2008
Gebrselassie verzichtet auf Olympia-Marathon, Japan nominiert Läufer

Haile Grebrselassie wird auf ein Rennen durch Peking verzichten. Hier ist er beim Dubai-Marathon unterwegs zum Sieg.
Foto: photorun.net
Die Erfüllung seines Traums muss vier Jahre warten oder bleibt vielleicht sogar unerfüllt: Haile Gebrselassie gab bekannt, dass er auf den geplanten Marathonstart in Peking verzichtet. Hintergrund dieser Entscheidung des äthiopischen Weltrekordlers, der in Berlin im vergangenen Jahr die Bestzeit auf 2:04:26 Stunden geschraubt hatte, ist die Luftverschmutzung in der chinesischen Metropole.
Gebrselassie, der beim London-Marathon vor einem Jahr aufgrund einer Pollenallergie aufgab, befürchtete Atemprobleme und mögliche Folgen für die Zukunft seiner Karriere, wenn er in verschmutzter Luft in Peking 42,195 km laufen würde. Der 34-Jährige will sich nunmehr über 10.000 m für die Olympischen Spiele qualifizieren. Im Kampf gegen seinen Landsmann Kenenisa Bekele dürfte Haile Gebrselassie aber kaum Siegchancen haben in Peking.
„Haile befürchtet, dass er sich in Peking den Rest seiner Karriere ruinieren könnte aufgrund der schlechten Luft und seiner Atemprobleme“, erklärte Gebrselassies holländischer Manager Jos Hermens. „Haile und ich denken, dass er 2012 bei den Olympischen Spielen in London immer noch so stark sein kann, dass er den Marathon auch dann noch gewinnen kann.“ Wenn die Spiele in London stattfinden, wird Gebrselassie allerdings bereits 39 Jahre alt sein. Angesichts der immer stärker werdenden Konkurrenz erscheint das sehr fraglich.
Während Haile Gebrselassie verzichtet, sind die Japaner heiß darauf, in Peking Marathon zu rennen. Nach dem letzten von insgesamt sechs Qualifikationsläufen nominierte Japans Verband die sechs Athleten für den Marathon: Neben Olympiasiegerin Mizuki Noguchi und der WM-Dritten von Osaka, Reiko Tosa, ist Yurika Nakamura im Team. Sie hatte am Sonntag bei ihrem Debüt den Marathon von Nagoya gewonnen und damit Tomo Morimoto, die beim Osaka-Marathon Zweite war, verdrängt. Bei den Männern starten Tsuyoshi Ogata, Atsushi Sato und Satoshi Osaki, deren Bestzeiten im Bereich zwischen 2:07 und 2:09 Stunden liegen.
Text: race-news-service.com
race-news | 10.03.2008
Yelena Soboleva krönt Hallen-WM mit Weltrekord über 1.500 Meter

Yelena Soboleva gewinnt die 1.500 m in Weltrekordzeit.
Foto: photorun.net
Überraschungen, hochklassige Rennen und sogar einen Weltrekord – die Lauf-Entscheidungen am Schlusstag der Hallen-Weltmeisterschaften in Valencia boten alles. Höhepunkt war dabei das 1.500-m-Finale der Frauen. Kein taktisches Rennen wie so oft sondern eine Tempojagd gab es in diesem Endlauf, in dem Yelena Soboleva die Titelkämpfe mit einem Weltrekord krönte.
Die 25-jährige Russin wurde in 3:57,71 Minuten Weltmeisterin in einem Finale, in dem noch drei weitere Läuferinnen die Vier-Minuten-Marke durchbrachen: Yuliya Fomenko (Russland) lief 3:59,41 während Gelete Burka (Äthiopien/3:59,75) und die Weltmeisterin von Osaka, Maryam Jamal (Bahrain) die nächsten Plätze belegten. Burka und Jamal stellten zudem Kontinentalrekorde auf. Die beiden Russinnen hatten im Finale von Beginn an für ein hohes Tempo gesorgt. Zunächst war es Soboleva, die im Februar bereits in Moskau den Weltrekord auf 3:58,05 Minuten verbessert hatte, die die Initiative für drei Runden übernahm. Dann lief Fomenko vorneweg und passierte die 1.000-m-Marke in 2:39,90 Minuten. Eine Runde vor Schluss ging dann Soboleva wieder vorbei. „Ich hatte nicht erwartet, dass ich hier den Weltrekord brechen würde, ich lief nur um den Sieg“, sagte Yelena Soboleva. Die Aufteilung der Tempoarbeit allerdings hatte sie vorher mit Yuliya Fomenko abgesprochen, „weil ich in einem schnellen Rennen bessere Siegchancen habe“.
Eine andere Sensation gab es im 800-m-Finale: Die Weltmeisterin heißt Tamsyn Lewis und kommt aus Australien! Für Maria Mutola hat es nicht gereicht zur achten 800-m-Goldmedaille bei den Hallen-Weltmeisterschaften. Am Ende gewann die Läuferin aus Mozambique aber immerhin Bronze in 2:02,97, nachdem sie gleich nach dem Start an die Spitze gegangen war und das Tempo langsam gehalten hatte. Die siebenfache Hallen-Weltmeisterin passierte die 400-m-Marke in 63,11 Sekunden. Doch das war wohl zu langsam, so dass ihre Taktik nicht ganz aufging. Zwischenzeitlich hatten die spätere Sensationssiegerin Tamsyn Lewis (Australien/2:02,57) und Tetiana Petlyuk (Ukraine), die schließlich in 2:02,66 Zweite wurde, die Initiative übernommen. Die Australierin, die nie zuvor in einem großen Finale stand, sorgte für eine der großen Überraschungen dieser Titelkämpfe. „Ich kann einfach nicht glauben, dass ich hier gewonnen habe“, sagte die 29-jährige Lewis, die nie zuvor bei einer globalen Meisterschaft ein großes Finale erreicht hatte.
Über 3.000 m heißt der Weltmeister wiederum Bekele: Vor zwei Jahren in Moskau hatte Kenenisa den Titel über 3.000 m in Moskau gewonnen, in Valencia wurde er nun bestens vertreten durch seinen jüngeren Bruder Tariku. Der 21-jährige Äthiopier gewann das Rennen in 7:48,23 Minuten vor Paul Koech (Kenia/7:49,05) und seinem Landsmann Abreham Cherkos (7:49,96). Nach gut der Hälfte des Rennens hatten die beiden Äthiopier, Koech und der am Ende fünftplatzierte Craig Mottram (Australien) die Initiative ergriffen. Bekele machte dann aus dem Finale einen Steigerungslauf, den er souverän gewann.
Richtig hochklassig war auch das 800-m-Finale. Der 18-jährige Abubaker Kaki Khamis hat sich im Olympiajahr seinen ersten globalen Titel gesichert und sich damit zumindest in eine Mitfavoritenrolle gebracht für Peking. Nachdem der Sudanese im vergangenen Jahr im November mit einer Topzeit von 1:43,90 Minuten überrascht hatte, siegte er nun von der Spitze aus laufend in Valencia. Die 400-m-Marke passierte Abubaker Kaki Khamis nach sehr schnellen 51,26 Sekunden, im Ziel war er schließlich in der Jahresweltbestzeit von 1:44,81 Minuten. Damit wurde er zum fünftschnellsten Läufer in der Halle aller Zeiten. „Mein Coach sagte mir, ich solle einfach rennen so schnell es geht – es war die richtige Taktik“, erklärte Abubaker Kaki Khamis. Der Südafrikaner Mbulaeni Mulaudzi war in 1:44,91 Minuten Zweiter und erzielte damit einen Landesrekord. Yusuf Saad Kamel (Bahrain) stellte als Dritter mit 1:45,26 einen Kontinentalrekord auf.
Text: race-news-service.com
race-news | 09.03.2008
Debütantin Nakamura siegt in Nagoya, Takahashi bricht ein

Naoko Takahashi ist die beliebteste Läuferin Japans - doch alle Anfeuerung half nichts: In Nagoya endete der Traum von Olympia in Peking.
Foto: photorun.net
Zwei dicke Überraschungen gab es beim Nagoya-Marathon, dem letzten japanischen Qualifikationslauf für die Olympischen Spiele: Mit Yurika Nakamura setzte sich eine Debütantin durch, während Volksheldin Naoko Takahashi einen Albtraum erlebte. Die erst 21-jährige Yurika Nakamura lief bei guten Wetterbedingungen 2:25:51 Stunden und war deutlich vor ihren Landsfrauen Yoshimi Ozaki (2:26:19) und Yuri Kano (2:26:39) im Ziel. Das Drama für die japanischen Marathonfans ereignete sich viel weiter hinten im Feld des reinen Frauen-Eliterennens: Naoko Takahashi kam schließlich als 27. in 2:44:18 Stunden ins Ziel.
Yurika Nakamura zeigte ein starkes Rennen. Nachdem sie in der Spitzengruppe laufend die erste Hälfte in relativ langsamen 1:14:43 Stunden erreicht hatte, ergriff sie nach der 30-km-Marke die Initiative. Die einzige Chance, die Qualifikation für Peking zu schaffen lag zu diesem Zeitpunkt darin, das Rennen deutlich schneller zu machen. Das tat die 21-Jährige: „Ich habe das Tempo hoch gehalten, da ich dachte, es könnte eine andere von hinten kommen. Zudem wusste ich, dass ich unter 2:26 Stunden rennen müsste“, sagte Yurika Nakamura, die nun gute Chancen hat, für Olympia nominiert zu werden.
Fest vorgesehen für Peking ist bereits Reiko Tosa aufgrund ihrer Bronzemedaille bei der WM in Osaka im vergangenen Sommer. Als ebenso sicher gilt die Nominierung der Olympiasiegerin von Athen, Mizuki Noguchi, die in 2:21:37 Stunden den Tokio-Marathon im November gewonnen hatte. Beim dritten Startplatz werden die Funktionäre nun zwischen Yurika Nakamura und Tomo Morimoto entscheiden müssen, die beim Osaka-Marathon als Zweite 2:25:34 Stunden gelaufen war. Hinter der Britin Mara Yamauchi war sie hier die beste Japanerin. Für Nakamura spricht allerdings, dass sie das Rennen in Nagoya gewonnen hat – auch wenn sie etwas langsamer war als Morimoto.
Die 35-jährige Naoko Takahashi war in Nagoya bereits bei Kilometer neun zurückgefallen. Nach ihrem Olympiatriumph 2000 sowie Siegen in Berlin 2001 (erste Frau unter 2:20 mit 2:19:46) und 2002 hatte sie immer wieder Verletzungsprobleme und konnte so gut wie nicht mehr an ihre Bestform anknüpfen.
Ergebnisse, Nagoya-Marathon (Frauen-Eliterennen):
1. Yurika Nakamura JPN 2:25:51
2. Yoshimi Ozaki JPN 2:26:19
3. Yuri Kano JPN 2:26:39
4. Yumiko Hara JPN 2:27:14
5. Chika Horie JPN 2:27:16
6. Megumi Oshima JPN 2:29:03
Text: race-news-service.com
race-news | 09.03.2008
Meseret Defar schafft Hattrick bei der Hallen-WM über 3.000 Meter

Meseret Defar auf dem Weg zum Sieg bei der Hallen-WM in Valencia
Foto: photorun.net
Zum dritten Mal in Folge heißt die 3.000-m-Goldgewinnerin bei den Hallen-Weltmeisterschaften Meseret Defar. Die Äthiopierin sicherte sich in Valencia souverän den Titel in 8:38.79 Minuten. Dabei musste die erst 24-Jährige sich nicht verausgaben, um die Konkurrenz deutlich hinter sich zu lassen. Ihre Landsfrau Meselech Melkamu wurde in 8:41,50 Zweite. Rang drei belegte die Marokkanerin Mariem Alaoui Selsouli, die mit 8:41,66 Minuten ihre erste große Medaille gewann. „Wir wollten Gold und Silber für Äthiopien gewinnen, das ist uns gelungen. Genauso wollen wir es auch bei Olympia in Peking im Sommer machen“, sagte Meselech Melkamu.
Meist an zweiter oder dritter Stelle laufend, hatte Meseret Defar das Rennen jederzeit unter Kontrolle. Die Portugiesin Jessica Augusto führte nach dem ersten Kilometer in 2:59,33 Minuten, doch danach wurde es zunehmend schneller. Mariem Alaoui Selsouli leistete zwischendurch Führungsarbeit, doch Meseret Defar konnte sie nicht gefährden, als die Äthiopierin schließlich antrat. Das passierte erst zwei Runden vor Schluss, als immer noch sechs Läuferinnen an der Spitze waren. In der letzten Runde legte die Titelverteidigerin dann noch einmal zu und ließ auch Melkamu hinter sich.
"Das war ein einfaches Rennen für mich. Ich musste erst auf den letzten zwei Runden richtig rennen, davor hatte ich alles unter Kontrolle", sagte Meseret Defar, der mit dem Hattrick etwas gelang, was bisher nur Gabriela Szabo schaffte. Die Rumänin hatte diesen Titel bei der Hallen-WM zwischen 1995 und 1999 gewonnen. Szabo war zudem 2001 Zweite. Sollte Meseret Defar auch 2010 triumphieren, hätte sie eine einmalige Siegserie erreicht.
Zunächst aber gibt es natürlich ganz andere Prioritäten für Meseret Defar im Jahr 2008. Dabei geht es nicht nur um Peking. Ende April finden die Afrika-Meisterschaften in Addis Abeba statt. "Es ist das erste Mal, dass diese Titelkämpfe in Äthiopien stattfinden. Dadurch sind sie wichtig für mich", erklärte Meseret Defar, die bereits entschieden hat, dass sie sowohl bei den Kontinental-Titelkämpfen als auch bei Olympia in Peking über 5.000 m laufen wird. Das ist die Strecke, über die sie 2004 in Athen Olympia-Gold gewann. "Ich werde definitiv keinen Doppelstart machen – weder in Addis Abeba noch in Peking."
Angesprochen auf ihre schärfste Rivalin der letzten Jahren, ihre Landsfrau Tirunesh Dibaba, sagte Meseret Defar: „Ich weiß nicht, wie sie plant. Aber wenn sie in Peking beide Distanzen rennt und wir über 5.000 Meter aufeinander treffen, habe ich damit keine Probleme.“
Nachdem sie 2006 einen und 2007 vier Weltrekorde (darunter zwei Weltbestzeiten über die Zwei-Meilen-Distanz) aufgestellt hatte, fügte Meseret Defar in diesem Winter eine weitere globale Bestmarke hinzu: Sie rannte beim Hallen-Meeting in Boston über zwei Meilen 9:10,50 Minuten. Im vergangenen Sommer hatte sie auch davon gesprochen, in diesem Jahr den 10.000-m-Weltrekord angreifen zu wollen. Doch nach dem Triumph von Valencia war Meseret Defar deutlich zurückhaltender bezüglich dieses Vorhabens. "Ich kann noch nicht sagen, ob das im Sommer ein Ziel sein wird. Ich entscheide das mit meinem Trainer einige Zeit nachdem ich aus Valencia wieder zurückgekommen bin."
Text: race-news-service.com
race-news | 07.03.2008
Paula Radcliffe verzichtet verletzt auf London-Marathon

Katharina Heinig bei der Cross-EM 2007
Foto: photorun.net
Die Olympiasaison beginnt nicht gut für Paula Radcliffe: Aufgrund einer Zehenverletzung gab die Engländerin ihren Verzicht auf den Start beim London-Marathon am 13. April bekannt. Bei diesem Rennen hatte Paula Radcliffe 2003 den Weltrekord mit 2:15:25 Stunden aufgestellt. Gut ein Jahr später war sie als große Favoritin beim olympischen Marathon in Athen angetreten, gab dann jedoch in brütender Hitze auf. Jetzt will Paula Radcliffe im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Peking nichts riskieren und entschied sich daher gegen einen Start in London.
Paula Radcliffe zog sich die Zehenverletzung während ihres Höhentrainingslagers in Albuquerque (USA) zu, wo sie seit Jahren immer wieder trainiert und sich seit Anfang Januar aufhielt. „Ich bin sehr enttäuscht, auf den London-Marathon verzichten zu müssen. Dieses Rennen wäre ein perfekter Test gewesen für die Olympischen Spiele“, erklärte Paula Radcliffe, die in London 2002, 2003 und 2005 gewonnen hatte. Nach einer Babypause hatte die 34-Jährige ihr Comeback beim New York-Marathon im vergangenen November gewonnen und sich dort auch für die Olympischen Spiele qualifiziert.
"In einem Trainingsaufbau für einen Marathon gibt es keine Abkürzungen. Mir fehlt durch die Verletzung jetzt einfach die Zeit, um rechtzeitig so in Form zu kommen, dass ich in London gut laufen könnte“, sagte Paula Radcliffe und fügte hinzu: „Ich muss mich ab jetzt darauf konzentrieren, in Peking so gut wie möglich vorbereitet an den Start zu gehen." Die Zehenverletzung sieht sie im Hinblick auf Olympia als nicht bedeutend an.
Trotz des Ausfalls von Paula Radcliffe wird der London-Marathon auch bei den Frauen hochklassig besetzt sein. Gleich fünf Läuferinnen mit Bestzeiten von unter 2:23 Stunden stehen in der Startliste. In der britischen Metropole wird zudem auch Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) rennen. Die Läuferin hatte im vergangenen Jahr bei ihrem Debüt in Berlin als Zweite mit 2:24:51 Stunden überzeugt.
Text: race-news-service.com
race-news | 07.03.2008
GRR zeichnet Heinigs Tochter Katharina aus

Katharina Heinig bei der Cross-EM 2007
Foto: photorun.net
Jährlich vergibt die Interessengemeinschaft der deutschen Läufe (German Road Races/GRR) die GRR-Nachwuchs-Förderpreise an talentierte junge Läufer, die vielleicht schon in wenigen Jahren zu den Hoffnungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) bei internationalen Meisterschaften zählen können. Im Rahmen der Deutschen Crossmeisterschaften am Sonnabend in Ohrdruf (Thüringen) werden Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) und Matti Markowski (OSC Berlin) für 2007 ausgezeichnet. „Wenn man sich anschaut, wer in den vergangenen Jahren mit diesem Preis ausgezeichnet wurde, dann macht mich diese Auszeichnung schon stolz“, freut sich der 19-jährige Berliner Langstreckler über den GRR-Förderpreis. „Ich war zunächst einmal sprachlos“, konnte Katharina Heinig ihre Überraschung nicht verbergen, „zumal ich gerade nach diesem Jahr mit so einer Auszeichnung überhaupt nicht rechnen konnte.“ Schließlich hatte sie aus Verletzungsgründen nur eine Teilsaison bestreiten können, die sie allerdings in gleich drei Disziplinen an die Spitze der deutschen Bestenliste brachte.
Katharina Heinig ist die Tochter der früheren Weltklasse-Marathonläuferin Katrin Dörre-Heinig und des früheren Marathon-Bundestrainers Wolfgang Heinig, bringt viel Talent mit und steht nicht zuletzt durch die prominenten Eltern eher im Rampenlicht. „Obwohl ich stolz auf meine erfolgreichen Eltern bin, möchte ich mir doch selbst einen Namen machen“, erklärt Katharina Heinig, angesprochen auf die Vor- und Nachteile, die sie als Tochter so prominenter Eltern genießen kann oder erleiden muss. „Das Talent habe ich von meiner Familie mitbekommen, aber etwas daraus zu machen, das liegt alleine an mir. Da hilft mir der Name nicht wirklich.“
Die deutsche Bestenliste der 18- und 19-Jährigen führt sie als Jahrgangsjüngere über 3000 m, 5000 m und über 10 km an, mit zumeist 30 Sekunden Vorsprung vor der Konkurrenz. Sie liebt volle Stadien und Querfeldeinläufe, doch ihre Lieblingsdisziplin ist die Straße. „Das habe ich schon als Schülerin am liebsten gemocht“, gesteht sie, die von Vater Wolfgang Heinig zunächst in einer Schülergruppe beim FSV Erbach vielseitig trainiert wurde und ab und an bei kurzen Straßenläufen der einen Kopf größeren Konkurrenz davon lief. Durch ihre Spitzenposition auf der Bahn und der Straße kann sie flugs einem hartnäckigen Vorurteil entgegen treten, nämlich dass wenig erfolgreiche Bahnläufer schneller zur Straße wechseln und damit zum Erfolg kommen würden. "Auf der Straße ist es keinesfalls einfacher, an die Spitze zu kommen. Das ist ein Irrtum."
9:32,41 Minuten über 3000 m, 16:48,54 Minuten über 5000 m sind ein erster Meilenstein, die auf der Straße erzielte 10 km-Zeit von 36:16 Minuten ein weiterer. „Da ich mich in den vergangenen Jahren auf den Unterdistanzen weiter entwickeln wollte, ist die Straße natürlich zu kurz gekommen. Das wird sich sicherlich ändern“, blickt die 18-jährige Gymnasiastin schon etwas voraus. „Für mich ist klar, dass ich Halbmarathon und Marathon laufen werde. Natürlich möchte ich in die Fußstapfen meiner Mutter treten, aber das wird ein langer und sehr harter Weg.“ Sie hat das harte Training einer Marathon-Spitzenläuferin aus erster Hand erfahren, scheut sich jedoch nicht, diesen Weg zu gehen. Ob sie allerdings das Laufen als professionelle Athletin bestreiten wird, möchte sie zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht beantworten. „2009 möchte ich erst einmal mein Abi machen. Dann wird sich zeigen, ob ich einen Studienplatz bekommen oder den Sprung in eine Sportfördergruppe schaffen kann. Das lasse ich jetzt noch einmal offen.“ Auch wenn im Hause Heinig der Weg zur Marathonfrau vorgezeichnet scheint, hat sie zunächst nahe liegende Pläne. Und diese sind durchaus greifbar: Start bei der WM der unter 20-Jährigen in Bydgoszcz (Polen) und bei der Cross-EM, weitere Leistungssteigerungen auf der Bahn und der 10-km-Straßendistanz. "Wichtig ist für mich, dass mir der Sport Spaß und Freude macht. Alles weitere muss daraus entstehen."
Matti Markowski erfreute nicht nur Nachwuchs-Bundestrainer Dietmar Chounard bei den Europameisterschaften der unter 20-Jährigen in Hengelo. Die deutschen 10.000-m-Läufer belegten die Plätze zwei, fünf und elf. „Die drei haben gezeigt, dass deutsche Langstreckler konkurrenzfähig sind und durchaus auch Medaillen holen können.“ Und damit meinte er vorrangig Matti Markowski, der in persönlicher Bestzeit von 29:51,58 Minuten hinter dem Ukrainer Dmytro Lashyn überraschend Silber holte. Der 19-Jährige vom OSC Berlin ist damit über seinen Schatten gesprungen – mit einer starken Endzeit und der Silbermedaille, was niemand erwarten durfte.
Die 10.000 m-Strecke bezeichnet der Abiturient mit den möglichen Studienwünschen Sport, Journalismus oder Schauspiel als seine Lieblingsstrecke. „... weil man da nicht so schnell rennen muss wie bei einem 5000-Meter-Lauf“, wie er offen zugibt. Unter seiner Trainerin Renate Güttler, einer früher recht erfolgreichen Langstrecklerin, hofft er auf weitere Steigerungen über die Unterdistanzen 1500 m und 5000 m, aber im Fokus stehen die 25 Stadionrunden, auf denen er gerne einmal an einer großen internationalen Meisterschaft teilnehmen möchte. „Eine 27:50er Zeit wäre ein Traum“, sagt er.
Text: race-news-service.com (GRR/Wilfried Raatz)
race-news | 06.03.2008
Naoko Takahashi will über Nagoya nach Peking

Naoko Takahashi
Foto: photorun.net
Fünf Athleten schickt Japan zu den am Wochenende stattfindenden Hallen-Weltmeisterschaften nach Valencia. Doch viel interessanter ist für die Japaner das, was am Sonntag in Nagoya stattfindet: der letzte japanische Qualifikationslauf für die Olympischen Spiele in Peking. Dabei steht bei dem Frauen-Eliterennen die Olympiasiegerin von Sydney 2000, Naoko Takahashi, im Blickpunkt. Die 35-jährige Japanerin, die in Berlin 2001 als erste Frau unter 2:20 Stunden lief (2:19:46), trifft in Nagoya unter anderen auf die Vorjahressiegerin Yasuko Hashimoto und Hiromi Hiroyama, die bei den Asien-Spielen zuletzt Silber gewann. Mit Takami Ominami und Naoko Sakamoto sind weitere starke Japanerinnen im Rennen um sicherlich nur noch ein verbliebenes Peking-Ticket.
Fest nominiert für Olympia ist bereits Reiko Tosa aufgrund ihrer Bronzemedaille bei der WM in Osaka im vergangenen Sommer. Als sicher gilt zudem die Nominierung der Olympiasiegerin von Athen, Mizuki Noguchi, die mit einer eindrucksvollen Leistung in 2:21:37 Stunden den Tokio-Marathon im November gewonnen hatte. Am besten im Rennen um den dritten Startplatz liegt zurzeit Tomo Morimoto, die beim Osaka-Marathon als Zweite 2:25:34 Stunden gelaufen war. Hinter der Britin Mara Yamauchi war sie hier die beste Japanerin.
Naoko Takahashi hatte nach ihrem Olympiatriumph sowie Siegen in Berlin 2001 und 2002 immer wieder Verletzungsprobleme und konnte nur selten an ihre Bestform anknüpfen. 2005 schien die japanische Volksheldin auf dem Weg zurück zu sein, als sie den Tokio-Marathon in 2:24:39 Stunden gewann. Doch ein Jahr später wurde sie in diesem Rennen nur Dritte in 2:31:22. Ursprünglich wollte sie 2007 erneut in Tokio starten, entschied sich dann jedoch für Nagoya als Qualifikationslauf. Wenn sie am Sonntag gewinnt und zudem noch schneller läuft als Tomo Morimoto in Osaka dürfte Takahashi am Montag nominiert werden. Vor vier Jahren hatte sie als Titelverteidigerin die Olympia-Qualifikation verpasst. Nagoya allerdings ist kein schlechtes Pflaster für Takahashi: Hier gewann sie 1998 und zwei Jahre später, als sie sich für Olympia in Sydney qualifizierte.
Text: race-news-service.com
race-news | 03.03.2008
Shami gewinnt Lake Biwa-Marathon

Mubarak Shami siegt beim Lake Biwa-Marathon
Foto: photorun.net
Ein gutes halbes Jahr nach seiner einzigen Marathon-Niederlage hat Mubarak Shami wieder gewonnen: Der gebürtige Kenianer, der seit mehreren Jahren für Katar startet, siegte beim 63. Lake Biwa-Marathon in Japan in flotten 2:08:23 Stunden. Bei dem reinen Männer-Eliterennen verbesserte Yared Asmeron (Eritrea) seine Bestzeit um rund sieben Minuten und belegte in 2:08:34 Rang zwei vor drei Japanern: Für Satoshi Osaki (2:08:36), Yuzo Onishi (2:08:54) und Tomoya Shimizu (2:09:23) ging es dabei auch um die Startmöglichkeit bei den Olympischen Spielen. Zumindest Osaki dürfte sich bei dem letzten der drei Qualifikationsrennen der japanischen Männer ein Ticket nach Peking erkämpft haben. Die in Japan mit Spannung erwartete Nominierung wird am 10. März, einen Tag nach dem Nagoya-Marathon der Frauen, bekannt gegeben.
Am Lake Biwa erreichte bei Temperaturen um 10 Grad Celsius eine ungewöhnlich große Spitzengruppe von 23 Läufern nach 63:23 Minuten die Halbmarathon-Marke. Nachdem der letzte Tempomacher, Isaac Macharia (Kenia), nach 30 km (1:30:17 Stunden) aus dem Rennen gegangen war, setzte sich der favorisierte Shami gemeinsam mit Asmeron ab. Sechs Kilometer vor dem Ziel ließ löste sich der spätere Sieger dann entscheidend. Allerdings wurde es am Ende noch einmal knapp, als Shami unter Rückenproblemen litt. „Ich rannte auf den letzten Kilometern gegen den Wind und mir war kalt“, sagte Mubarak Shami.
Der 27-Järhige Shami hatte 2005 seine Marathon-Premiere in Wien gewonnen und danach unter anderem bei den Asien-Spielen 2006 sowie in Paris 2007 triumphiert. Erst bei der WM in Osaka im vergangenen Sommer wurde er erstmals im Marathon besiegt. Damals gewann er aber trotzdem die Silbermedaille. Nun kehrte er wieder zu seinem Standard zurück: Platz eins.
Große Felder in Los Angeles und Paris
Rund 25.000 Läufer starteten beim Los Angeles-Marathon, der in den letzten Jahren jedoch an internationaler Klasse verloren hat. Bei den Männern bestimmten die Kenianer das Geschehen: Hier siegte Laban Moiben in 2:13:50 Stunden vor Christopher Kiprotich (2:14:17). Russinnen hatten im Frauenrennen die Nase vorne: Tatyana Aryasova siegte in 2:29:09 vor ihrer Landsfrau Yuliya Gromova (2:34:13).
Ein Halbmarathon mit 20.000 Läufern fand in Paris statt. Dabei blieben gleich acht Läufer unter 62 Minuten: Stephen Kibiwott (Kenia) gewann in 61:04 vor dem Äthiopier Gudisa Shentema (61:09) und dem zeitgleichen Kenianer Jacob Yator. Schnellste Frau war Linah Cheruiyot (Kenia) in 69:45 Minuten vor der zweifachen New-York-Marathon-Siegerin Jelena Prokopcuka (Lettland/70:01).
Text: race-news-service.com
race-news | 03.03.2008
,Emma’ größter Gegner für 3000 Halbmarathonläufer in Frankfurt
So sehr sich Hillary Kemboi, Slavko Petrovic und Regina Nguria auch mühten, gegen die starke Präsenz von ,Emma’ kamen die Topläufer beim City-Halbmarathon von Spiridon Frankfurt nicht an. Das in Mitteleuropa vorherrschende Orkantief verwirbelte im wahrsten Sinne des Wortes alle Bemühungen um eine gutklassige Siegerzeit. Die wenigen Asse an der Spitze, aber sicherlich auch die rund 3000 Starter bei der sechsten Auflage des Halbmarathons dürften mit den Endzeiten wenig zufrieden sein. Schließlich waren schon alleine die Siegerzeiten der in Frankfurt stationierten Kenianer Hillary Kemboi und Regina Nguria mit 1:09:39 und 1:21:01 Stunden weitab ihres Leistungsvermögens.
So mancher Läufer hatte schon am frühen Sonntagmorgen unter www.spiridon-frankfurt.de nachgeschaut, ob angesichts der orkanartigen Unwetter möglicherweise die Veranstaltung in der Mainmetropole gar ausfallen würde. Doch das war für Spiridon Frankfurt kein Thema, alleine der am Streckenrand liegende Astbruch zeugte von einem stürmischen Vortag. Rund 3000 Läuferinnen und Läufer gingen dann am Erich-Ollenhauer-Ring am Nordwestzentrum über die Messmatten, die im Vorjahr erzielte Rekordbeteiligung von 2861 wurde wieder übertroffen. 2735 kamen ins Ziel, vielen war die Kraftanstrengung am Sonntagmorgen doch zu heftig. Sie beendeten das Rennen vorzeitig. Schon nach einer knapp drei Kilometer langen Schleife sah man so manchen Entnervten in der geräumigen Sporthalle wieder, weder abgekämpft noch verschwitzt, sondern lediglich leicht frustriert. Dafür konnten die Spiridon-Macher keineswegs etwas, wohl aber für unzureichende Absperrungen im Schlussteil, so dass die weit auseinander gerissene Verfolgergruppe sogar noch bis falsch lief.
Das änderte jedoch nichts an der Überlegenheit von Hillary Kemboi, der erst am Freitag aus Kenia wieder nach Deutschland gekommen war. Der 24-Jährige tourt seit 2005 im Tross von Alexander Hempel mit eher bescheidenem Erfolg. Was er mit einer Bestzeit von 28:56 in den Beinen allerdings über die längeren Distanzen zu leisten vermag, das werden die Frühjahrsrennen in Europa zeigen. Anfangs ließ Kemboi den ungestüm voraus eilenden Kroaten Slavko Petrovic – der übrigens von dem Frankfurter Spiridon-Läufer Thomas Weber trainiert wird und als bestes Resultat 28:22,32 Minuten aus dem 10.000-m-Europacuprennen 2005 vorzuweisen hat – gewähren, um dann auf der Innenstadt-Schleife nach 13 km bereits für klare Verhältnisse zu sorgen. „Slavko wird in Rotterdam versuchen, die Olympianorm zu laufen“ blickt Thomas Weber für seinen Schützling schon voraus, mit dem er seit eineinhalb Jahren zusammen arbeitet. Hinter Slavko Petrovic (1:10:56) folgte mit erheblichem Rückstand auf Rang drei der beste deutsche Läufer Marco Schwab mit 1:13:54.
Ebenso klar waren die Verhältnisse bei den Frauen. Die ebenfalls 24-jährige Regina Nguria ließ es nach einer 10-km-Zwischenzeit von glatten 37:00 Minuten auch auf dem Rückweg von der Innenstadt in den Nordwesten Frankfurts lockerer angehen und kam nach 1:21:01 ins Ziel. Auch wenn die 20-jährige Kerstin Straub im Ziel nur als Dritte der Frauen eingelaufen war, ihr zweiter Rang war angesichts des Blockstarts in 1:24:21 nicht in Gefahr. Denn die 10-km-Studentenmeisterin und Zweite der U20-Berglauf-Europameisterschaften startete einen Startblock später als Andrea Meuser, für die 1:25:55 gestoppt wurden.
Ins Spiridon-Konzept der Zug- und Bremsläufer eingebunden war auch der mehrfache frühere Langstreckenmeister Kurt Stenzel, der die Gruppe um 1:24 Stunden führte. Auch Iris Biba wurde im großen Feld gesichtet, doch die frühere EM- und WM-Starterin war ebenfalls als Tempokontrolle für ihre in Mömbris angestammte Trainingsgruppe im Einsatz. „Ambitionen habe ich keine mehr, dazu ist der Zug einfach abgefahren. Das ist aber auch gut so“, wehrte die frühere 2:29-Marathonfrau vorschnelle Comeback-Vermutungen ab.
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