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race-news | 30.01.2008
Beide Vorjahressieger, Huckabee und Armstrong laufen Boston-Marathon
Beide Vorjahressieger sowie Mike Huckabee und Lance Armstrong werden beim 112. Boston-Marathon am 21. April an den Start gehen. Die Veranstalter des Rennens gaben die Verpflichtung von Robert Cheruiyot (Kenia) und Lidiya Grigoryeva (Russland) bekannt, die im vergangenen Jahr bei Regen und Sturm triumphiert hatten. Der Kenianer könnte das Rennen nach 2003, 2006 und 2007 bereits zum vierten Mal gewinnen. Cheruiyot hält mit 2:07:14 Stunden auch den Kursrekord beim Boston-Marathon. Grigoryeva hatte zuvor bereits die Marathonrennen in Los Angeles (2006) und Paris (2005) gewonnen.
Parallel gaben die Veranstalter bekannt, dass Mike Huckabee, einer der republikanischen Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahlen im Herbst, beim Boston-Marathon starten wird. Huckabee lief bisher viermal einen Marathon, darunter auch in New York 2006, und hat eine Bestzeit von 4:26:05 Stunden. Außerdem wird Lance Armstrong in Boston laufen. Der siebenmalige Sieger der Tour de France rannte bisher zweimal in New York und verbesserte sich 2007 auf 2:46:43.
Text: race-news-service.com
race-news | 30.01.2008
Deutscher Cross-Cup: Zurück in die Zukunft?
Nach fünfjähriger Pause wird in Neukirchen, Kreis Grevenbroich, am kommenden Wochenende der Deutsche Cross-Cup neu gestartet. Drei Rennen bilden die Cup-Wertung, verteilen sich allerdings nicht über eine Saison sondern über das Kalenderjahr.
Das beharrliche Bemühen der sich sorgenden Laufexperten hatte letztlich Erfolg. Mit einem verbesserten und attraktiveren Angebot in den Wintermonaten soll der hiesigen Laufszene eine Plattform gegeben werden, um sich in leistungsstarken Wettbewerben messen zu können. „Eine begrüßenswerte Initiative“, sagt Langstrecken-Bundestrainer Detlef Uhlemann, der sich auf die alte/neue Herausforderung Deutschen Cross-Cup (DCC) freut.
Ende der neunziger Jahre hießen die Herausforderungen im Deutschen Cross-Cup Berlin, Darmstadt, Köln, Neuss, Walldorf/ Baden, Waiblingen, Hockenheimring oder Herxheim. Bis auf den Darmstadt-Cross ist an den früheren Schauplätzen Funkstille eingetreten. Die Gründe dafür sind eher hausgemacht, liegen eher im Desinteresse vor Ort. Eines ist allerdings allen gemein: Es fehlt(e) am Geld. Der beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für den Crosslauf verantwortliche Beauftragte Wilfried Raatz (Darmstadt) backt bei der Neuauflage deshalb finanziell „kleine Brötchen“, schließlich soll das zarte Pflänzchen Deutscher Cross-Cup mit Geduld und Weitblick aufgepäppelt werden – mit nur kleinem Budget, sprich Prämien für die Spitzenplätze.
Mit dem Darmstadt-Cross ist dabei die Premium-Veranstaltung als Finalort im Crosskonzept gesetzt. Schließlich ist das Rennen auf der idealen Lichtwiese unweit des Hochschulstadions seit zwei Jahrzehnten bereits das Mekka des deutschen Crosslaufes. Unter der Federführung des DLV-Crossberaters Wilfried Raatz haben die Darmstädter Organisatoren eine Topveranstaltung mit partiellem internationalen Flair auf die Beine gestellt, dabei 2005 die Deutschen Crossmeisterschaften und mehrfach die Deutschen Studentenmeisterschaften übernommen und mit EM-Qualifikationsläufen das Maß im deutschen Crosslauf dargestellt. Beim Darmstadt-Cross werden am 23. November 2008 nicht alleine die Cross-Cup-Sieger geehrt, sondern wiederum die Startplätze für die Cross-Europameisterschaften in Ostende am 7. Dezember vergeben.
Mit dem Energie-Cross Neukirchen der SG Neukirchen-Hülcherath in Grevenbroich hat sich dank der Initiative von Adam Rosenbaum ein Crosslauf entwickelt, der im wettkampfarmen Februar einen beachtlichen Stellenwert erlangt hat. Am 2. Februar wird auf dem Sportzentrum der SG bereits die 15. Auflage gestartet. „Wir rechnen mit 600 bis 700 Startern“, sagt Adi Rosenbaum, übrigens einstmals Trainer von Detlef Uhlemann. „Es ist unheimlich schwer, für eine Crosslauf-Veranstaltung Sponsoren zu finden. Doch wir arbeiten daran...".
Die dritte Cross-Cup-Veranstaltung in Pforzheim (9. November) wird vom TV Huchenfeld organisiert, ein Verein, der mit der Ausrichtung bislang noch ohne Erfahrung ist. Doch mit Stephan Hohl stellt der Pforzheimer Stadtteilverein immerhin den aktuellen Deutschen Crossmeister. Auf einer komplett einsehbaren Wiese am Stadtrand wollen die Huchenfelder einen Cross der kurzen Wege organisieren und rechnen vor allem mit einem großen Andrang aus dem leistungsstarken süddeutschen Raum.
Gewertet werden dabei neben den Aktiven (Männer, Frauen) und den Senioren vor allem stark differenziert die Nachwuchsklassen. Neben den Prämien und Sachleistungen bei den einzelnen Veranstaltungen in Neukirchen, Pforzheim und Darmstadt stehen attraktive Preise auch für die Gesamtwertung im Deutschen Cross-Cup parat. „Jeder Veranstalter muss natürlich hier in die Tasche greifen“, umreißt der DLV-Crossbeauftragte Wilfried Raatz das Konzept, „mittelfristig muss es allerdings das Ziel sein, diese Ausgaben durch Sponsorenmittel abzudecken."
Für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) ist der Deutsche Cross-Cup ein wesentliches Element zur Förderung des Laufnachwuchses, weshalb man in der Darmstädter Leichtathletik-Zentrale dieses Projekt nachhaltig unterstützen möchte und vor allem ideelle Unterstützung zugesagt hat. Mit einem finanziellen Zuschuss wird sich German Road Races (GRR), die Interessensgemeinschaft der deutschen Läufe, beim Deutschen Cross-Cup engagieren. „Für uns ist das Crosslaufen so etwas wie die Grundausbildung des Laufens, da hier Ausdauer, Kraftausdauer, Technik sowie Willensschulung gefordert werden“, unterstreicht der Berliner GRR-Sprecher Horst Milde die Bedeutung des Crosslauf.
Auch wenn die unter 23-jährigen DLV-Junioren mit einem siegreichen Vergleich gegen die Schweiz in Lausanne viel versprechend in die Saison 2008 gestartet sind, ist weiterhin offen, ob der DLV bei der Cross-WM in Edinburgh (30. März) vertreten ist. „Susanne Hahn ist zwar faktisch qualifiziert, doch entscheidend ist, für welchen Frühjahrsmarathon sie sich entscheiden wird und ob sich dann noch die Cross-WM einpassen lässt. Entsprechend unserer Nominierungskriterien ist ein Start der Junioren nicht vorgesehen. Wir werden uns nach Neukirchen entscheiden, ob wir wie für Mombasa eine Ausnahme machen werden“, umreißt Uhlemann die internationalen Planungen in Sachen Cross.
Text: race-news-service.com/wr
race-news | 30.01.2008
Britin Mara Yamauchi überrascht in Osaka
Eine Überraschung gab es beim Osaka-Marathon: Die Britin Mara Yamauchi triumphierte bei dem traditionsreichen reinen Frauen-Eliterennen in Japan. Die 34-Jährige war nach 2:25:10 Stunden im Ziel und verbesserte damit ihren persönlichen Rekord um drei Sekunden. Während Mara Yamauchi, die in Japan lebt und dort verheiratet ist, sicher gesetzt ist für das britische Olympia-Team, bleibt das Rennen in Japan um das wahrscheinlich einzig verbliebene Peking-Ticket unentschieden.
In Osaka wurde die Wien-Marathon-Siegerin des Jahres 2006, Tomo Morimoto, Zweite in 2:25:34 Stunden vor der Kenianerin Julia Mombi (2:26:00). Doch die Zeit von Morimoto könnte zu langsam sein für einen Peking-Startplatz. Fest nominiert für Olympia ist Reiko Tosa, als sicher gilt zudem der Start von Olympiasiegerin Mizuki Noguchi. Für den dritten Startplatz können sich die Japanerinnen auch noch in Nagoya Anfang März qualifizieren.
Bei kaltem Wetter mit Temperaturen um 5 Grad Celsius war es eine Debütantin, die zunächst die Initiative ergriff. Viel hatte man sich in Japan von Kayoko Fukushi erhofft. Die 25-Jährige, im Halbmarathon mit 67:26 Minuten nationale Rekordhalterin, war bereits nach 33:11 Minuten an der 10-km-Marke. Dies entsprach einem Tempo für eine Zeit von 2:20 Stunden. Bei Halbzeit (1:10:32) hatte Kayoko Fukushi einen Vorsprung von fast zwei Minuten auf die Verfolgerinnen. Doch die Newcomerin hatte noch nicht das Vermögen, dieses Tempo durchzuhalten. Bald nach der 30-km-Marke brach sie derart ein, dass sie nur noch joggen konnte und sogar mehrfach fiel, weil sie sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Abgeschlagen kam sie dann in 2:40:54 auf Platz 19 ins Ziel.
Es war zuvor die Stunde der Mara Yamauchi, die kurz vor der 35-km-Marke an Fukushi vorbeigezogen war und am Ende ihren ersten Marathonsieg feiern konnte. Die 34-jährige Britin hatte in den letzten zwei Jahren bereits starke Resultate im Marathon erreicht: 2006 war sie Sechste in London in 2:25:13, im vergangenen Jahr dann ebenfalls Sechste bei dem Rennen (2:25:41), und im Sommer bei der WM in Osaka lief sie auf Rang neun. Dass sie den Kurs von Osaka kannte, habe ihr geholfen, sagte die Siegerin. „Ich wollte eigentlich noch schneller rennen, aber ein Sieg ist ein Sieg“, erklärte Mara Yamauchi.
Ergebnisse, Osaka-Marathon:
1. Mara Yamauchi (GBR) 2:25:10
2. Tomo Morimoto (JPN) 2:25:34
3. Julia Mombi (KEN) 2:26:00
4. Miki Ohira (JPN) 2:26:09
5. Madoka Ogi (JPN) 2:26:55
6. Lidia Simon (ROM) 2:27:17
7. Mika Okunaga (JPN) 2:27:52
8. Aki Fujikawa (JPN) 2:28:06
9. Constantina Tomescu (ROM) 2:28:15
10. Christelle Daunay (FRA) 2:28:23
Text: race-news-service.com
race-news | 30.01.2008
Meseret Defar startet mit Weltrekord ins Olympiajahr
Mit einem Weltrekord ist Meseret Defar in das Olympiajahr gestartet. Die 24-jährige Äthiopierin rannte beim Hallen-Meeting in Boston die selten gelaufene Zwei-Meilen-Distanz in 9:10,50 Minuten. Dabei verbesserte Meseret Defar die alte Marke, die die US-Amerikanerin Regina Jacobs mit 9:23,38 vor sechs Jahren ebenfalls bei dem Meeting in Boston aufgestellt hatte, gleich um fast 13 Sekunden. Die Zeit von Jacobs hatte allerdings nicht das Kaliber vergleichbarer Hallen-Weltbestzeiten über die Langstrecken wie 3.000 oder 5.000 m.
Meseret Defar, die bereits in Athen vor vier Jahren als 20-Jährige Olympia-Gold über 5.000 Meter gewonnen hatte, wurde von Tempomacherin Marina Muncan (Serbien) in 2:53 Minuten durch die 1.000-m-Marke geführt. Alleine laufend, passierte sie dann die 2- und 3-km-Punkte in 5:44 und 8:35. „Ich brauchte heute nicht alles geben, um diese Zeit zu erreichen“, sagte Meseret Defar. Über die gut 3,2 km lange Strecke führt der internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) keine Weltrekorde, daher ist offiziell von ,Weltbestzeit’ die Rede.
Im vergangenen Jahr hatte Meseret Defar vier Weltrekorde aufgestellt: In Stuttgart war sie im Winter in der Halle über 3.000 m 8:23,72 Minuten gerannt, dann brach sie beim Freiluft-Meeting in Carson (USA) die Zwei-Meilen-Marke mit 9:10,47 bevor sie in Oslo zum Auftakt der Golden League im Juni 14:16,63 über 5.000 m erreichte. In Brüssel verbesserte sie schließlich die Zwei-Meilen-Zeit auf 8:58,58. Zum siebenten Mal in ihrer Karriere brach Meseret Defar jetzt in Boston eine globale Bestmarke.
Hinter Meseret Defar blieb die Neuseeländerin Kim Smith mit 9:13,94 Minuten ebenfalls noch deutlich unter der Zeit von Regina Jacobs. Jen Rhines (USA) wurde mit 9:35,29 Dritte. Im 3.000-m-Rennen setzte sich Tirunesh Dibaba in 8:33,37 Minuten vor ihrer Schwester Ejegayehu (8:36,59) und Megan Metcalfe (Kanada/8:52,85) durch. Tirunesh Dibaba, sicherlich die schärfste Konkurrentin für Meseret Defar im Kampf um Olympiagold, war in Boston vor einem Jahr Weltrekord über 5.000 m gelaufen (14:27,42).
Hochklassig war in Boston auch das 3.000-m-Rennen der Männer. Hier hatte Craig Mottram einen perfekten Start ins Olympiajahr. Der Australier stellte mit 7:34,50 Minuten einen nationalen Rekord auf und siegte vor Markos Geneti (Äthiopien/7:41,81) sowie Andrew Baddeley (Großbritannien/7:45,10).
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 20.01.2008
Hailes Marathon-Programm: Peking – New York – Dubai?
Haile Gebrselassie sorgt trotz des verpassten Weltrekordes beim Dubai-Marathon auch über die klassische Distanz zunehmend für einmalige Leistungen. Inzwischen ist der 34-jährige Äthiopier der einzige Läufer, der zweimal die klassischen 42,195 km unter 2:05 Stunden gelaufen ist. 2:04:26 rannte er bei seinem Weltrekord in Berlin im September, 2:04:53 nun in Dubai. Die einzigen beiden anderen Läufer, die bisher unter den 2:05 Stunden blieben sind die Kenianer Paul Tergat (2:04:55) und Sammy Korir (2:04:56). Und Haile Gebrselassie will im Marathon weiter für Furore sorgen. Denkbar sind nach dem olympischen Rennen in Peking laut seines holländischen Managers trotz des kurzen Zeitabstandes Starts beim New York-Marathon im November und erneut in Dubai in einem Jahr.
"2:04 zu laufen, sieht vielleicht leicht aus, ist es aber nicht“, sagte Haile Gebrselassie nach dem Rennen in Dubai. 18 offizielle sowie sieben inoffizielle Bestmarken hat der 34-Jährige bisher gebrochen – von 2.000 Metern in der Halle bis zum Marathon. In seiner einmaligen Karriere, in der er 1993 in Stuttgart bei der WM über 10.000 Meter seinen ersten ganz großen Titel gewann, hat er fast alles erreicht. Zweimal war er Olympiasieger über 10.000 m. Eines seiner letzten großen Ziele war es, den Marathon-Weltrekord seines kenianischen Rivalen Paul Tergat zu brechen. Dies gelang ihm in Berlin im vergangenen Jahr. Doch Haile Gebrselassie wollte mehr. In Dubai wollte er als erster die Distanz in unter 2:04 Stunden rennen. Aber das Vorhaben misslang. Das zu schnelle Anfangstempo machte das Vorhaben zunichte. Trotzdem bleibt Haile Gebrselassie optimistisch bezüglich zukünftiger Steigerungen: „Wenn man einen Weltrekord brechen möchte, muss alles zu 100 Prozent stimmen – offenbar hatte ich in Dubai nicht ganz 100 Prozent. Ich denke aber, dass es für mich möglich ist, auch unter 2:03 Stunden zu laufen."
Für das Projekt Marathon-Weltrekord hatten die Veranstalter um den irischen Cheforganisator Peter Connerton sogar die Strecke des Rennens geändert. Es gibt nur noch acht Ecken, eine Wende, ein paar Kurven und überhaupt keine Steigungen – der Dubai-Marathon dürfte jetzt über den schnellsten Kurs der Welt verfügen. Erstmals wurden die Straßen für die knapp 15.000 Läufer komplett gesperrt. Als bei Sonnenaufgang am Freitag früh die Rekordjagd begann, herrschten perfekte Wetterbedingungen: kühle 11 Grad und Windstille. Das Manko in Dubai sind allerdings die fehlenden Zuschauer. Nur wenige Menschen standen an der Strecke.
Die Enttäuschung über den verpassten Weltrekord, war Haile Gebrselassie zunächst deutlich anzusehen. Doch im Zielbereich gefeiert von über hundert äthiopischen Fans, kam sein Lächeln zurück. „Ich habe heute in Dubai gelernt, dass ich mich zukünftig am Anfang mehr zurückhalten muss“, sagte der 34-Jährige. Dann sprach er über das nächste ganz große Karriereziel: Das olympische Gold im Marathon fehlt ihm noch. „Peking wird mein nächstes Marathonrennen. Da kann viel passieren, speziell bei den klimatischen Bedingungen."
Wie Manager Jos Hermens bestätigte, ist nach Olympia im August ein Start beim New York-Marathon am 2. November denkbar. „Ich könnte mir auch vorstellen, dass Haile danach wieder nach Dubai kommt und einen neuen Rekordversuch unternimmt“, erklärte der Holländer. „Dubai im nächsten Jahr? Warum nicht“, sagt Haile Gebrselassie. Ob er allerdings tatsächlich drei Marathonrennen binnen eines halben Jahres rennen wird, das werden sich Haile und Hermens sicher noch einmal gut überlegen.
Text: race-news-service.com
Foto: Standard Chartered Dubai Marathon
race-news | 18.01.2008
Haile verpasst die Weltrekord-Dollar-Million in Dubai knapp
Superstar Haile Gebrselassie hat es trotz perfekter Wetterbedingungen auf der wohl flachsten Strecke der Welt nicht geschafft, seinen eigenen Marathon-Weltrekord zu brechen. Um nur 28 Sekunden hat der Äthiopier die höchste Prämie in der Geschichte des Laufsports verpasst. Eine Million Dollar hatten die Veranstalter des Standard Chartered Dubai-Marathons mit Hilfe des Investment-Unternehmens Dubai-Holding neben dem Sieggeld von 250.000 Dollar für einen neuen Weltrekord ausgelobt. 2:04:26 Stunden war der äthiopische Ausnahmeläufer in Berlin am 30. September des vergangenen Jahres gerannt, als er den Weltrekord des Kenianers Paul Tergat um 29 Sekunden unterboten hatte. Nach 2:04:53 war er nun in Dubai im Ziel. Das Rennen der Frauen gewann in den Vereinigten Arabischen Emiraten Gebrselassies Landsfrau Berhane Adere in hochklassigen 2:22:42 Stunden.
Immerhin war das Resultat von Haile Gebrselassie in Dubai die zweitschnellste Zeit aller Zeiten über die klassischen 42,195 km. Nur der zweifache 10.000-m-Olympiasieger selbst, der in seiner Karriere bisher 18 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufstellte, war jemals schneller. Und Haile Gebrselassie konnte sich mit der höchsten Siegprämie der Marathon-Geschichte trösten. „Es tut mir leid, dass ich es nicht geschafft habe, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Aber es ist auch für mich nicht so einfach wie viele denken, einen Weltrekord zu brechen“, sagte Haile Gebrselassie, der sich nun auf den Marathon-Olympiastart in Peking vorbereiten wird. Danach ist ein Start beim New York-Marathon denkbar.
Auf der komplett flachen Strecke ging Gebrselassie bei perfekten Wetterbedingungen (11° Celsius beim Start, kein Wind) nach einem furiosen Beginn auf den letzten zehn Kilometern die Puste aus. Tempomacher hatten Haile Gebrselassie nach superschnellen 28:39 Minuten zur 10-km-Marke gezogen, nach 61:27 Minuten war die erste Hälfte gelaufen – keine schlechte Siegzeit in einem Halbmarathonrennen. Doch die Pacemaker hatten übertrieben. Dabei war es ausgerechnet ein Läufer aus dem eigenen Stall von Hailes Manager Jos Hermens, Jackson Koech (Kenia), der am Anfang wesentlich zu schnell losgerannt war. „Vielleicht war er in guter Form“, nahm es Haile Gebrselassie später bei der Pressekonferenz mit Humor, nachdem ihm die Enttäuschung über den verpassten Rekord zunächst anzusehen war.
Das zu schnelle Tempo hatte sich am Ende bitter gerächt, Gebrselassie wurde alleine laufend müde und der Weltrekord geriet außer Reichweite. „Ich muss mich zukünftig am Anfang mehr zurückhalten“, sagte der 34-Jährige, der aber mit großem Vorsprung vor den Kenianern Isaac Macharia (2:07:16) und Sammy Korir (2:08:01) ins Ziel kam. „Ich habe schon kurz vor dem Ausscheiden des letzten Tempomachers Abel Kirui bei Kilometer 30 gesehen, dass Haile müder wird“, erklärte Jos Hermens. Der Holländer hatte ebenso wie Gebrselassie selbst in der Anfangsphase des Laufes die Gelegenheit verpasst, das Tempo zu drosseln. „Die Bedingungen waren einfach unglaublich. Ich dachte, dies könnte ein sehr spezieller Tag werden und vielleicht geht es auch mit diesem Supertempo“, erklärte Jos Hermens, der aber auch sagte: „Haile hätte selbst das Tempo jederzeit drosseln können – er ist ja der Chef im Rennen.“
Bei 30 km war Haile Gebrselassie mit einer Zwischenzeit von 1:28:01 Stunden noch 53 Sekunden schneller als in Berlin im September. Doch in der Folge verlor er sichtbar an Fahrt, der Vorsprung im Vergleich zu seinen Berliner Zwischenzeiten schmolz bei steigenden Temperaturen in der Sonne von Dubai. Bei 40 km war es vorbei mit dem Millionentraum. Nach 1:58:20 passierte Gebrselassie diese Marke, nunmehr 13 Sekunden langsamer als in Berlin.
„Mir war das Tempo am Anfang zu schnell. Daher habe ich mich gleich zurückfallen lassen und bin in einer zweiten Gruppe mein eigenes Tempo gerannt“, erklärte Sammy Korir. Der Kenianer, mit einer Bestzeit von 2:04:56 Stunden der nach wie vor drittschnellste Läufer aller Zeiten, war nach diversen Verletzungsproblemen zufrieden mit seiner Zeit von 2:08:01 und Rang drei.
Im Rennen der Frauen stieg die Cross- und Halbmarathon-Weltmeisterin Lornah Kiplagat (Kenia) kurz nach der Halbmarathonmarke aus. Dadurch war der Weg frei für die Äthiopierin Berhane Adere, die im Oktober den Chicago-Marathon gewonnen hatte. Für ihren Erfolg in der Kursrekordzeit von 2:22:42 erhielt auch sie ein Sieggeld von einer Viertelmillion Dollar. Hier belegten ihre Landsfrauen Bezunesh Bekele (2:23:09) und Askale Tafa (2:23:23) die nächsten Ränge.
Mit großer Spannung wartete in den frühen Morgenstunden in Berlin der Race-Direktor des Berlin-Marathons, Mark Milde, auf die Zwischenzeiten und Ergebnisse, die er per SMS aus Dubai erhielt. “Ich war angespannt, denn es war mir klar, dass dies von Haile ein absolut ernsthafter Rekordversuch war. Meine Hoffnung war, dass das Wetter schlecht sein könnte oder dass Haile zu schnell anläuft – letzteres ist dann passiert, wie mir die Zwischenzeiten zeigen“, erklärte Mark Milde, der aber auch hinzufügte: „Mir ist natürlich bewusst, dass Rekorde da sind, um gebrochen zu werden. Aber jetzt bin ich erst einmal froh, dass unser Rekord noch steht.“
Dennoch: Der Dubai-Marathon hat sich am Freitag früh unter den schnellsten Rennen der Welt etabliert. Und mittelfristig ist es durchaus denkbar, dass in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Weltrekord fällt. „Wir haben mit diesem Rennen heute den bisher größten Schritt nach vorne gemacht“, erklärte der englische Race-Direktor des Laufes, Peter Connerton.
Ergebnisse Standard Chartered Dubai-Marathon mit Preisgeld (Dollar):
Männer:
| 1 | Gebrselassie, Haile | ETH | 2:04:53 | 250,000 | 2 | Macharia, Isaac | KEN | 2:07:16 | 100,000 | 3 | Korir, Sammy | KEN | 2:08:01 | 50,000 | 4 | Shentema, Gudisa | ETH | 2:09:27 | 25,000 | 5 | Tesfaye Tola | ETH | 2:09:38 | 15,000 | 6 | Kipkoech, Raymond | KEN | 2:09:39 | 14,000 | 7 | Chisma, Deressa | ETH | 2:10:16 | 13,000 | 8 | Fikadu, Asnake | ETH | 2:11:04 | 12,000 | 9 | Gashaw Melese | ETH | 2:12:03 | 11,000 | 10 | Rotich, William Todo | KEN | 2:12:20 | 10,000 |
Frauen
| 1 | Adere, Birhane | ETH | 2:22:42 | 250,000 | 2 | Bezunesh Bekele | ETH | 2:23:09 | 100,000 | 3 | Magarsa, Askale Tafa | ETH | 2:23:23 | 50,000 | 4 | Cheruiyot, Rose | KEN | 2:25:48 | 25,000 | 5 | Chelengat, Alice | KEN | 2:27:29 | 15,000 | 6 | Roba, Asha Gigi | ETH | 2:28:24 | 14,000 | 7 | Gemechu, Shitaye | ETH | 2:30:20 | 13,000 | 8 | Tola, Roba Guta | ETH | 2:33:44 | 12,000 | 9 | Teka, Kidst | ETH | 2:35:58 | 11,000 | 10 | Kimani, Lucia | KEN | 2:37:37 | 10,000 |
race-news | 18.01.2008
Rekordgagen in Dubai ermöglichen neue Haile-Rekordjagd
Mit dem höchsten Sieggeld das es bei einem Marathon je zu verdienen gab und einer Weltrekord-Rekordprämie haben die Veranstalter des Dubai-Marathons den Superstar geködert: Haile Gebrselassie will am Freitag bei dem Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten versuchen, seine erst vor knapp vier Monaten in Berlin aufgestellte Bestmarke von 2:04:26 Stunden zu unterbieten.
Jeweils 250.000 US-Dollar gibt es in Dubai alleine für den Sieger und die Siegerin. Für einen Weltrekord winken am Persischen Golf eine Million Dollar. Damit stellt der Dubai-Marathon in finanzieller Hinsicht selbst die Rennen der World Marathon Majors (WMM) in den Schatten. 125.000 Dollar beträgt zurzeit das maximale Sieggeld eines WMM-Rennens, 500.000 Dollar gibt es für Platz eins am Ende einer Zwei-Jahres-Periode. Zum Vergleich: In Berlin erhielt Haile Gebrselassie für seinen Weltrekord im September 130.000 Dollar. Fast das zehnfache könnte er nun in Dubai verdienen.
„Idealerweise verbessert Haile in Berlin den Marathon-Weltrekord nur ein kleines bisschen und bricht ihn dann deutlich noch einmal in Dubai.“ Das sagte der geschäftstüchtige Manager von Haile Gebrselassie, der Holländer Jos Hermens, vor rund einem halben Jahr, als bei einer Pressekonferenz in Dubai der Start des äthiopischen Superstars bekannt gegeben wurde. Teil eins des Wunschplans von Jos Hermens hat der 34-jährige Gebrselassie gut erfüllt: In Berlin unterbot er die Marke des Kenianers Paul Tergat um 29 Sekunden. Das lässt noch Spielraum.
Doch Berlin gilt als ausgesprochen schnelle Strecke, zudem herrschen Ende September immer wieder, wie auch 2007, ideale Wetterbedingungen – und die Begeisterung der Zuschauer setzt zusätzliche Kräfte frei. Fünfmal wurde in den letzten zehn Jahren in Berlin ein Marathon-Weltrekord gebrochen, so oft wie nirgendwo anders in der Welt. Doch auch die Strecke in Dubai soll schnell sein, und die Wetterprognosen für das Rennen am Freitag sind gut. Sehr flach ist der Kurs auf jeden Fall. Dass die Begeisterung in den Vereinigten Arabischen Emiraten der in Berlin nahe kommt, damit ist aber kaum zu rechnen, wenn der Lauf um 7 Uhr früh gestartet wird. Doch vielleicht kann Haile Gebrselassie, der in seiner Karriere 18 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde gelaufen ist, bei seinem letzten Marathon vor Olympia einmal mehr eine famose Leistung auf die Straße zaubern.
„Dies wird ohne Frage ein monumentaler Tag in der Leichtathletik-Geschichte der Vereinigten Arabischen Emirate. Dass Haile bei uns startet, hebt den Dubai-Marathon auf einen neuen Level“, erklärte der englische Race-Direktor Peter Connerton, der insgesamt 11.000 Teilnehmer erwartet. Darunter sind aber auch Läufer, die über 5 und 10 km antreten.
„Wir beide sind sicher, dass er unter 2:04 Stunden laufen kann“, sagt Jos Hermens über sich und seinen Star-Athleten. „Natürlich ist das möglich“, erklärt auch Haile Gebrselassie, fügt aber hinzu: „Ich bin in Berlin 2:04 gelaufen – aber an diesem Tag war alles perfekt, das Wetter, der Kurs, die Tempomacher. Das müsste alles wieder perfekt sein, um den Rekord zu brechen.“ Bezüglich der Tempomacher scheint die Ausgangslage günstig zu sein: Fabiano Joseph (Tansania), der Halbmarathon-Weltmeister von 2005, und Rodgers Rop (Kenia), der in Berlin 2007 für Gebrselassie bis zur 30-km-Marke Tempo gemacht hat, wurden verpflichtet. Die Konkurrenz kann sich ebenfalls sehen lassen: Dazu zählen die Kenianer Sammy Korir – drittschnellster Marathonläufer aller Zeiten mit 2:04:56 – und William Todoo Rotich, der vor einem Jahr in Dubai in 2:09:53 gewann.
Der Frauen-Weltrekord, den die Britin Paula Radcliffe 2003 in London mit 2:15:25 Stunden aufgestellt hatte, ist zurzeit sicher noch außer Reichweite. Das gilt selbst für eine Lornah Kiplagat (Niederlande). Die gebürtige Kenianerin, die im vergangenen Jahr Cross-Weltmeisterin wurde und dann in der Weltrekordzeit von 66:25 Minuten auch den globalen Halbmarathon-Titel gewann, geht als Favoritin an den Start – sofern sie die Strapazen aufgrund der Unruhen in Kenia überstanden hat. Ihre Trainingspartnerin Hilda Kibet – inzwischen ebenfalls für Holland statt für Kenia startberechtigt – und eine dritte Ex-Kenianerin, Lucia Kimani (Bosnien) sind die Konkurrentinnen.
race-news | 15.01.2008
Irina Mikitenko trifft beim London-Marathon auf Paula Radcliffe
Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird wieder eine deutsche Topläuferin beim in der Regel hochkarätigsten City-Marathon der Saison an den Start gehen: Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) läuft am 13. April beim London-Marathon. Die 35-Jährige war im September in Berlin als Zweite hinter Gete Wami (Äthiopien) das schnellste Marathondebüt einer deutschen Athletin gelaufen. Mit ihren erstklassigen 2:24:51 Stunden war sie beim Debüt deutlich schneller als zum Beispiel Katrin Dörre und Uta Pippig, die über Jahre hinweg zu den besten Marathonläuferinnen der Welt zählten. In London wird Irina Mikitenko unter anderen auf Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien/2:15:25) und Gete Wami (Äthiopien/World Marathon Majors-Siegerin 2007) treffen.
Mit ihrem erstklassigen Debüt hat sich Irina Mikitenko bei den anderen Top-Veranstaltungen der World Marathon Majors (WMM), zu denen neben Berlin auch Boston, London, Chicago und New York gehören, ins Gespräch gebracht und nun für den Start in London entschieden. „Mein Ziel in London wird es sein, diese Zeit weiter zu verbessern. Ich kann nicht genau sagen, wie viel schneller ich laufen kann, ich weiß aber, dass ich meine Berliner Zeit unterbieten kann“, sagt Irina Mikitenko, die sich zurzeit noch eine Woche lang in Spanien in einem Trainingslager aufhält. Nach überstandener Mittelohrentzündung, aufgrund derer sie auf den Silvesterlauf in Trier verzichten musste, konnte sie in Spanien bisher gut trainieren.
Nach der Rückkehr aus Spanien wird sie sich zunächst zu Hause in Freigericht auf London vorbereiten, später ist ein Höhentrainingslager geplant. „Es ist gut für mich, gegen so starke Konkurrenz wie sie in London am Start ist zu laufen“, sagt Irina Mikitenko, die auch bei Olympia in Peking Marathon laufen möchte. Sie ist die erste deutsche Läuferin, die in einer WMM-Wertung Punkte gesammelt hat. In der Serie 2007-2008 liegt sie an achter Stelle. Die Siegerin erhält 500.000 Dollar.
Als große Favoritin wird in London Paula Radcliffe an den Start gehen, die dieses Rennen bereits in den Jahren 2002, 2003 und 2005 gewann. Radcliffe könnte die zweite Läuferin nach der Norwegerin Ingrid Kristiansen werden, die den London-Marathon viermal gewinnt. „Ich liebe es, vor heimischem Publikum zu laufen. Und ich weiß, dass mir ein vierter Sieg in London die nötige zusätzliche Motivation für die Olympischen Spiele geben würde. Das Feld in London ist immer hochklassig“, erklärte Paula Radcliffe.
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 15.01.2008
Dire Tune läuft Topzeit beim Houston-Marathon
Die erst 22-jährige Dire Tune hat nicht nur ihren Titel beim 36. Houston-Marathon erfolgreich verteidigt sondern zugleich mit einer starken Bestzeit auf sich aufmerksam gemacht. Die Äthiopierin gewann das Rennen in der Streckenrekordzeit von 2:24:39 Stunden und sorgte damit für das Highlight der Veranstaltung, die auch die US-Meisterschaften über die Halbmarathondistanz beinhaltete. Bei den Männern gewann der Kenianer David Cheruiyot in 2:12:31 Stunden den Marathon.
Dire Tune hatte vor einem Jahr ihr Marathondebüt in Houston in 2:26:52 Stunden gewonnen und steigerte sich nun um gut zwei Minuten. Gleich über zehn Minuten Vorsprung hatte sie vor ihrer Landsfrau Worknesh Tola (2:35:37). Dritte wurde die Russin Yulia Vinokurova in 2:38:41. Dire Tune lag im Gesamtklassement mit den Männern mit ihren 2:24:39 Stunden an zehnter Stelle! Hinter Cheruiyot belegten Kasime Adilo (Äthiopien/2:12:53) und Tomas Abyu (Großbritannien/2:13:45) die nächsten Ränge.
US-Meister im Halbmarathon wurden James Carney (Boulder) in 62:21 Minuten und Kate O’Neill (Palo Alto/Kalifornien) mit 71:57. Alle Wettbewerbe zusammengerechnet wurde in Houston die Rekordzahl von 20.768 Läufern im Ziel registriert. Die Startnummern für die beiden Hauptwettbewerbe waren bereits Ende September vergriffen. Schätzungsweise eine Million Dollar sammelten die Läufer durch das Charity-Running.
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 15.01.2008
Äthiopier die schnellsten in Egmond
Die Äthiopier haben die 36. Auflage des Egmond-Halbmarathons dominiert und am Ende einen Doppelsieg gefeiert. Bei dem holländischen Rennen, dessen Strecke traditionell teilweise über den Strand führt, hatten die Veranstalter über 10.000 Anmeldungen registriert. Mulugeta Wami und Shuru Deriba hießen die äthiopischen Sieger von Egmond.
Bei teilweise windigem Wetter lief Mulugeta Wami nach 64:33 Minuten ins Ziel. Dabei hatte er einen klaren Vorsprung vor dem Marokkaner Adil Annani (64:47) und dem Holländer Michel Butter (64:49). Ursprünglich hätte in Egmond der Marathon-Weltmeister Luke Kibet an den Start gehen sollen, jedoch war Kibet wie berichtet bei den Unruhen in Kenia am Kopf verletzt worden und darf zwei Wochen nicht trainieren.
Mit acht Sekunden Vorsprung gewann Shuru Deriba (Äthiopien) in 1:13:22 Stunden das Frauenrennen über die anspruchsvollen 21,0975 km vor Hilda Kibet (Kenia/1:13:30), die am kommenden Freitag beim Dubai-Marathon starten wird. Dritte wurde hier Tiruwork Mekonnen (Äthiopien) in 1:13:34. Spannend war das Handikap-Rennen zwischen dem schnellsten Mann und der schnellsten Frau. Die besten Läuferinnen waren mit einem Vorpsrung von 8:46 Minuten ins Rennen gegangen. Kurz vor dem Ende des Rennens überholte Wami dann seine Landsfrau Deriba und lief drei Sekunden eher über den Zielstrich.
Text: race-news-service.com
Foto: Veranstalter Egmond-Pier-Egmond
race-news | 15.01.2008
Bekele meldet sich mit Sieg zurück
Kenenisa Bekele hat sich bei seinem ersten Rennen nach seiner Hochzeit im November 2007 standesgemäß mit einem Sieg zurückgemeldet: Der 25-jährige Äthiopier gewann das hochkarätige Crossrennen in Edinburgh über 9,3 km in 27:42 Minuten mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Zersenay Tadesse (Eritrea). Schnellste Frau war über 6,7 km war Gelete Burka (Äthiopien) in 19:58.
Für Kenenisa Bekele war es nicht nur ein perfekter Auftakt des Olympiajahres sondern zugleich eine gelungene Revanche und Generalprobe zugleich. Der fünfmalige Cross-Weltmeister hatte beim Versuch, als erster Läufer die Querfeldein-WM zum sechsten Mal zu gewinnen, im vergangenen Jahr in Mombasa (Kenia) überraschend aufgegeben. Dort war es dann Zersenay Tadesse, der Weltmeister wurde. Doch nun gelang Bekele die Revanche auf jenem Terrain, auf dem am 30. März auch die Cross-WM stattfinden wird. Dann will der Äthiopier einen neuen Anlauf nehmen.
Dritter wurde in Edinburgh auf dem teilweise eisigen Kurs der Kenianer Eliud Kipchoge, der zeitgleich mit Tadesse ins Ziel kam. Bei den Frauen setzte sich Gelete Burka frühzeitig von ihren Konkurrentinnen ab. Zweite wurde die Junioren-Cross-Weltmeisterin Linut Masai in 20:13. Die Kenianerin war mit Hilfe einer Polizeieskorte von dem von Unruhen geprägten Eldoret nach Nairobi gefahren, um dann nach Großbritannien fliegen zu können. Dritte wurde Vivian Cheruiyot (Kenia/20:34) vor der zeitgleichen Junioren-Cross-Europameisterin Stephanie Twell (Großbritannien).
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 11.01.2008
Läufer verzichten auf Trainingslager in Kenia
In der Folge der andauernden politischen Unruhen in Kenia haben europäische Läufer auf ihre geplanten Trainingslager im ,Land der Läufer’ verzichtet beziehungsweise diese vorzeitig verlassen. Das Zentrum der kenianischen Laufstars, vor allem die Orte Eldoret und Iten, sind offenbar nach wie vor nicht sicher.
Während eine Reihe von deutschen Langstreckenläufern, darunter Hindernisläufer Filmon Ghirmai (LAV Asics Tübingen) und Marathonläuferin Melanie Kraus (Bayer Leverkusen), ihre geplanten Trainingslager in Kenia absagten, war Viktor Röthlin froh, nach fünf Tagen Kenia wieder in der Heimat zu sein. Der Schweizer Marathon-WM-Dritte war erst am 28. Dezember, also kurz vor Beginn der Unruhen, die bisher mehrere hundert Tote zur Folge haben, in Eldoret angekommen. „Aufgrund der Unruhen war es vor Ort nicht möglich, sich frei zu bewegen. Auch die Lebensmittel- und Treibstoffversorgung war nicht mehr sichergestellt. Ich hatte zwar nie Angst, aber stand doch unter dauernder Anspannung“, berichtet Röthlin auf seiner Homepage, nachdem er am 3. Januar zurückgekehrt war. „Es wollten viele Menschen das Krisengebiet um Eldoret verlassen und es war nicht klar, ob und wie wir die Rückreise organisieren können. Entsprechend erleichtert sind wir, dass wir nun wieder in der Schweiz sind.“
Gegenüber der französischen Sportzeitung L’Équipe berichtete der 3.000-m-Weltrekordler Daniel Komen, dass er zu Hause eine Art Flüchtlingslager eingerichtet habe, in dem sich fast 50 Menschen eingefunden haben. „Dass Präsident Kibaki sich geweigert hat, seine Niederlage einzugestehen, hat die Wut ausgelöst. Ich verspüre eine immense Traurigkeit, weil wir zusammenleben müssen. Ich weiß nicht, wie man die Situation lösen kann. Es hat sich etwas beruhigt, aber die Lage bleibt ungewiss“ erklärte Komen der L’Équipe. Das Blatt berichtet auch, dass der italienische Trainer Renato Canova, der unter anderen den 25-km-Weltrekordler Paul Kosgei betreut, über die Dörfer gefahren sei, seine Läufer eingesammelt habe und sie dann nach Nairobi gebracht habe.
Um in die Hauptstadt zu gelangen, ist die Junioren-Cross-Weltmeisterin Linet Masai in einem von Polizei eskortierten Konvoi gefahren. So kann sie am Sonnabend beim hochkarätigen Crosslauf in Edinburgh an den Start gehen. In der Woche zuvor war es ihr nicht gelungen, nach Nairobi zu reisen, so dass sie auf ein Rennen in Belfast verzichten musste.
Mitarbeiter der UN haben sich beim deutschen Manager Volker Wagner gemeldet, weil die Vereinten Nationen überlegen, bestimmte Personen aus Kenia auszufliegen, um sie in Sicherheit zu bringen. Die frühere Marathon-Weltrekordlerin Tegla Loroupe, die von Wagner betreut wird, ist UN-Botschafterin für Sport und sehr aktiv bei einer Reihe von Projekten. Loroupe, die erste kenianische Frau die den New York-Marathon gewann, lebt in Kapenguria rund eineinhalb Stunden von Eldoret entfernt.
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 11.01.2008
Radcliffe-Effekt: Kate Reed überzeugt erneut
Im Sog von Paula Radcliffe erlebt der britische Langstreckenlauf der Frauen einen Höhenflug. Nach den großen Erfolgen der englischen Marathon-Weltrekordlerin hatte sich mit Jo Pavey bereits eine zweite Britin in der Weltklasse etabliert. Jetzt scheint die Leichtathletik auf der Insel von einem Radcliffe-Effekt zu profitieren: Die erst 18-jährige Stephanie Twell gilt nicht erst seit ihrer Titelverteidigung als Cross-Junioren-Europameisterin als große Hoffnung. Für Aufsehen sorgte in den letzten Tagen zudem Kate Reed.
Die 25-jährige Läuferin aus Bristol belegte zunächst beim Silvesterlauf in Madrid den zweiten Rang und wurde dabei nur von Kenias Weltklasseläuferin Vivian Cheruiyot knapp geschlagen. Am vergangenen Wochenende gewann Kate Reed dann das 6-km-Crossrennen von San Giorgio su Legnano in der Nähe von Mailand. Während der Kenianer Edwin Cheruiyot Soi (29:46) das 10-km-Rennen der Männer vor dem zeitgleichen Europameister Sergiy Lebid (Ukraine) gewann, distanzierte Reed in 19:55 Minuten die folgende Konkurrenz mit Aniko Kalovics (Ungarn/20:13), Elena Romagnolo (Italien/20:17) und Catherine Kurui (Kenia/20:24) deutlich. „Der Kurs kam mir entgegen, es war nicht zu matschig“, sagte die 25-Jährige.
Die einzige Britin, die vorher in San Giorgio su Legnano gewonnen hatte, heißt: Paula Radcliffe. „Ich habe jetzt einen großen Schritt nach vorne gemacht. Mein nächstes Ziel ist es, mir selbst zu beweisen, dass ich die Äthiopierinnen und Kenianerinnen herausfordern kann“, sagte Kate Reed, die seit kurzem vom Holländer Jos Hermens gemanagt wird. Die Läuferin wird sich jetzt in Südafrika auf die Hallensaison vorbereiten, in der sie auch bei der WM in Valencia starten möchte. Danach steht ein Start bei der Cross-WM in Edinburgh auf dem Programm.
race-news | 11.01.2008
Yingying bricht in Xiamen Juniorinnen-Weltrekord und komplettiert Chinas Olympiateam
Die Siegerin des Xiamen-Marathons in China, Zhang Yingying, komplettiert das chinesische Frauen-Marathonteam für die Olympischen Spiele im August in Peking. Die 18-Jährige gewann das Rennen in der Juniorinnen-Weltrekordzeit von 2:22:38 Stunden und brach damit zugleich den Streckenrekord. Zhou Chunxiu und Zhu Xiaolin waren bereits vor Zhang Yingying für den Olympiamarathon nominiert worden.
Damit werden die Chinesinnen neben der Titelverteidigerin Mizuki Noguchi (Japan), Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia), World Marathon Majors-Siegerin Gete Wami (Äthiopien) und Weltrekordlerin Paula Radcliffe sicherlich zu den Favoritinnen im Rennen um den Olympiasieg gehören. Zhou Chunxia hatte im vergangenen Jahr den London-Marathon in der Jahresweltbestzeit von 2:20:38 Stunden gewonnen und war dann Zweite bei der WM. Zhu Xiaolin siegte 2007 bei den nationalen Meisterschaften in 2:26:08 und wurde dann Vierte bei der WM.
Zhang Yingying gewann den Xiamen-Marathon vor zwei Landsfrauen: der nur ein Jahr älteren Bai Xue (2:23:27) und Wie Yanan (2:25:10). Der Juniorinnen-Weltrekord hatte vorher bei 2:23:37 gestanden, aufgestellt durch die Chinesin Min Liu in Peking 2001. Den Streckenrekord von Xiamen hielt Zhou Chunxia mit 2:23:38 (2004).
Bei den Männern gewann der Kenianer Kiprotich Kenei in 2:09:49 knapp vor seinem Landsmann Elias Kemboi (2:09:50). Dritter wurde der Chinese Deng Haiyang in 2:10:43. Wie die IAAF auf ihrer Internetseite berichtet, dürfte Haiyang als dritter Läufer nach Ren Longyun und Han Gang für Peking nominiert werden.
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 11.01.2008
Unruhen in Kenia erfassen auch die Laufstars
Tegla Loroupe: „Es wird immer schlimmer“
Die Unruhen in Kenia in der Folge der umstrittenen Präsidentschaftswahl von Mwai Kibaki machen auch vor den Läufer-Stars des Landes nicht halt. Ein zu Tode geschlagener Olympiateilnehmer, ein verletzter Weltmeister und eine Crosslauf-Junioren-Weltmeisterin, die keine Chance hat, zu ihrem geplanten Wettkampf nach Europa zu gelangen – das sind nur drei Beispiele für die Gewalt und das Chaos, das derzeit besonders im Westen des Landes herrscht und auch die Topläufer trifft. Genau in dieser Gegend – dem Great Rift Valley mit der Stadt Eldoret – ist das Gros der kenianischen Weltklasseläufer zu Hause.
Es war in Eldoret, wo mindestens 30 Menschen starben, als die Kirche, in der sie Zuflucht gesucht hatten, in Brand gesteckt wurde. Es war ebenfalls in Eldoret, wo kurz zuvor Lucas Sang erschlagen wurde. 1988 gehörte er in Seoul zum kenianischen Olympiateam über 4x400 m. Die Kenianer wurden damals Achter im olympischen Finale – Sang lief als Zweiter und übergab den Stab dann an Paul Ereng, der zuvor das 800-m-Olympiagold gewonnen hatte. Mit 45.08 Sekunden war Sang damals die schnellste Zeit der vier Kenianer gelaufen. Später wechselte Lucas Sang auf die 800-m-Strecke. Doch angesichts der starken Konkurrenz wurde er schließlich zum Pacemaker. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere arbeitete er als Farmer in Eldoret.
„Lucas war zu Fuß auf dem Weg zurück nach Hause in Kumumu, als er angegriffen wurde“, berichtete ein schockierter Moses Tanui – früherer 10.000-m-Weltmeister und Geschäftspartner von Sang – gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP.
„Ich habe Angst um meine Läufer“, sagt der deutsche Manager Volker Wagner, der eine Reihe von kenianischen Weltklasseathleten betreut. Regelmäßig sind Gruppen seiner Läufer in der Nähe von Detmold untergebracht, doch ausgerechnet jetzt sind alle in Kenia. Darunter ist auch die frühere Marathon-Weltrekordlerin Tegla Loroupe. In einem Telefonat hat die Läuferin ihrem Manager erklärt: „Das Training ist mir zu gefährlich. Es wird hier immer schlimmer.“ Tegla Loroupe lebt in Kapenguria, rund eineinhalb Stunden von Eldoret entfernt nahe der ugandischen Grenze. „In der Zwischenzeit“, erzählt Volker Wagner, „traut sie sich nicht einmal mehr in die Stadt. Jemand anders hat ihr eine Telefonkarte besorgt, damit der Kontakt zur Außenwelt nicht abbricht.“
Für viele Läufer ist ein Training offenbar nicht mehr möglich. Zu Volker Wagners Gruppe gehört auch Abel Kirui, der sich beim Berlin-Marathon als Zweiter auf 2:06:51 Stunden steigerte. „Abel trainiert zurzeit nur in den frühen Morgenstunden – danach ist es ihm zu gefährlich“, berichtet Volker Wagner.
Zu den vielen bei den Unruhen Verletzten gehört auch einer der neuesten kenianischen Läuferstars: Luke Kibet. Der Marathon-Weltmeister von Osaka, der im vergangenen Jahr auch den Wien-Marathon gewonnen hatte, erlitt eine Kopfwunde, die im Krankenhaus versorgt werden musste. Es gibt unterschiedliche Angaben, wie es zu der Verletzung von Luke Kibet kam, der vom Holländer Frans Denissen und Volker Wagner gemeinsam betreut wird. Die Rede ist zum einen von einem Stein oder einer Eisenstange, die er an den Kopf bekam, zum anderen wird von einem Macheten-Angriff (Buschmesser) gesprochen. Auch ist nicht ganz klar, ob dies im Rahmen seines Dienstes passierte. Kibet ist Angestellter der Gefängnisanstalten. Viele kenianische Läufer sind vom Staat angestellt – im Gefängnis, im Militär oder bei der Post. So befinden sie sich derzeit in einer heiklen Lage.
Seinen geplanten Start beim Halbmarathon in Egmond (Niederlande) musste Luke Kibet aufgrund seiner Kopfverletzung absagen. Ob er überhaupt eine Chance gehabt hätte, nach Holland zu reisen, wäre ohnehin fraglich gewesen. Am 13. April soll der 24-Jährige beim London-Marathon an den Start gehen, zuvor ist ein Rennen beim Lissabon-Halbmarathon geplant.
Vergeblich hatte Linet Masai, die Junioren-Crossweltmeisterin, in den vergangenen Tagen versucht, Kenia zu verlassen, um bei einem Rennen in Belfast an den Start zu gehen. Die 18-Jährige hatte keine Chance, von Eldoret nach Nairobi zu kommen. „Sie konnte keinen Platz in einem Flug bekommen. Menschen standen die ganze Nacht über an und Linet gelang es nicht einmal, überhaupt in das Flughafenterminal von Eldoret zu kommen“, berichtet ihr Londoner Manager Ricky Simms und fügt hinzu: „Auf dem Flughafen werden nur Maschinen mit 25 Plätzen eingesetzt – und gestern wollten 800 Menschen aus Eldoret wegfliegen. Angestellte der Regierung und des Militärs erhalten Priorität. Linet unternahm dann einen weiteren Versuch um drei Uhr morgens, hatte aber wiederum keine Chance.“
Sehr schwierig ist die Lage auch in Iten, einem beliebten Höhentrainingslager. Hier trainieren beispielsweise die kenianischen Läufer der KIMbia-Gruppe des deutschen Coaches Dieter Hogen. In dem Ort in der Nähe von Eldoret unterhalten die Cross- und Halbmarathon-Weltmeisterin Lornah Kiplagat (Niederlande) und ihr Mann Pieter Langerhorst ein Trainingscamp. Auf der Internetseite des internationalen Sportjournalisten-Verbandes AIPS wird Langerhorst mit den Worten zitiert: „Die Situation ist absolut unglaublich.“ Er und Kiplagat, die sich eigentlich auf ihren Start beim Dubai-Marathon am 18. Januar vorbereiten muss, haben schlaflose Nächte hinter sich. Sie hatten in ihrem Trainingscamp auch eine Gruppe von europäischen Läufern, die in der Zwischenzeit jedoch erfolgreich ausgeflogen werden konnten. Langerhorst erzählt auch, dass sie am Neujahrstag keine andere Wahl hatten als einer Gruppe von Kämpfern Essen zu geben. „Sie hätten uns ansonsten überfallen, um an das Essen zu kommen.“ Wie Volker Wagner zudem berichtet, wurden in Iten mehrere Häuser in Brand gesteckt.
Verschiedene Crossrennen, unter anderem in Eldoret, wurden bereits abgesagt. Wenn an diesem Wochenende dennoch voraussichtlich eine Reihe von Kenianern europäische Crossrennen gewinnen werden, sind dies Athleten, die von ihren Managern zurzeit außerhalb Kenias untergebracht sind. Zu ihnen zählt zum Beispiel Patrick Musyoki Makau, der Vize-Weltmeister im Halbmarathon. Er startet beim Cross in Belfast.
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 04.01.2008
Erfolgreiche deutsche Laufveranstalter
Deutsche Laufveranstalter gehören zu den erfolgreichsten der Welt. So fand 2007 einmal mehr der weltweit größte Lauf in Frankfurt statt: Für die JP Morgan Chase Corporate Challenge in der Börsenmetropole am Main hatten im vergangenen Jahr 67.270 Läufer gemeldet. In diesem Jahr wird das Rennen am 11. Juni gestartet.
Ein weiteres Rekordjahr verzeichnete der größte deutsche Laufveranstalter: Die Berliner Organisatoren von SCC-Running registrierten bei ihren 20 Veranstaltungen im vergangenen Jahr 149.728 Meldungen, darunter sind allerdings auch gut 10.000 Inline-Skater. Zehn Jahre in Folge verzeichneten die Berliner damit steigende Gesamt-Meldezahlen. 2002 war erstmals die Hunderttausender-Marke überschritten worden, im Jahr 2006 lag die Gesamtzahl bereits bei 144.599 Athleten. Der Zuwachs 2007 beträgt knapp vier Prozent und liegt damit im Bereich des Vorjahres.
Der Berlin-Marathon legte bei den Läufern im Gegensatz zu den Skatern leicht zu: Erstmals hatten über 40.000 Läufer gemeldet. Gemessen an der Zielzahl von knapp 32.500 dürfte der Berlin-Marathon den Paris-Marathon wieder überholt haben und damit 2006 hinter New York und London der drittgrößte der Welt gewesen sein. Spitzensportlich sorgte das Rennen in Berlin für das Highlight des Jahres im Straßenlauf, denn Haile Gebrselassie (Äthiopien) verbesserte den Weltrekord auf 2:04:26 Stunden.
Während der Hamburg-Marathon sich konstant stark in den Toplisten der größten und hochklassigsten Marathonläufe hält, haben zwei deutsche Rennen qualitativ stark zulegt im vergangenen Jahr: Frankfurt und Düsseldorf. Am Rhein gab es die erste Siegzeit unter 2:10 Stunden, am Main blieben gleich sechs Männer unter 2:10 und es gab einen Teilnehmerrekord.
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 02.01.2008
Fünfter Sieg für Prokopcuka in Portugal
Bereits zum fünften Mal gewann Jelena Prokopcuka den Silvesterlauf von Amadora (Portugal). Die zweifache Siegerin des New York-Marathons aus Lettland absolvierte den 10-km-Kurs in 33:16 Minuten und verwies dabei Ana Dias deutlich auf Rang zwei (33:34). Die Platzierung der Portugiesin beinhaltete eine gewisse Tragik, denn bereits zum sechsten Mal verpasste Dias den Sieg als Zweite dieses Rennens. Dritte wurde Sara Moreira (Portugal/33:40). Bei den Männern hatte auch in Amadora Kenia die Nase vorne: Moses Masai, der Marathon-Junioren-Weltrekordler mit 2:10:13 Stunden, siegte in 28:25 Minuten vor seinem Landsmann Barnabas Kosgei (28:43). Der Portugiese Leao Carvalho wurde mit 29:07 Dritter.
Kursrekorde im mitternächtlichen Central Park
Einer der wenigen Silvesterläufe, die um Mitternacht gestartet werden, ist der Midnight Run im New Yorker Central Park. Knapp 5.000 Teilnehmer starteten ins Neue Jahr. Dabei gab es bei der 29. Auflage des Rennens über vier Meilen (6,4 km) zwei Kursrekorde: Andrew Carlson (USA) siegte in 18:12 Minuten vor Macharia Yuot (Sudan/18:33) und Demesse Tefera (Äthiopien/18:35). Bei den Frauen stellte Carmen Douma-Hussar (Kanada) mit 20:54 eine neue Bestzeit auf. Sie war in einem Sprintfinish knapp vor der zeitgleichen Aziza Aliyu (Äthiopien) im Ziel. Dritte wurde Sara Slattery (USA) in 21:41.
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 2.01.2008
Kenianer gewinnen heißes Sao Paulo-Rennen
Das Rennen in Sao Paulo ist das Silvesterlauf-Spektakel schlechthin. Zum 83. Mal wurde am letzten Tag des Jahres dieser Klassiker über 15 km gestartet. Bei sehr warmem Wetter mit Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius feierten die Kenianer dabei einen Doppelsieg: Robert Cheruiyot und Alice Timbilil hießen die Sieger beim Sao Silvestre.
Robert Cheruiyot, der 2007 zum ersten Sieger der World Marathon Majors wurde und im vergangenen Jahr beim Boston-Marathon triumphiert hatte, hatte sich bereits auf dem siebenten Kilometer von seinen Konkurrenten gelöst, zu denen mit Patrick Ivuti ein weiterer kenianischer Weltklasse-Marathonläufer zählte. Der 29-jährige Cheruiyot vergrößerte seinen Vorsprung ständig und war schließlich nach 45:57 Minuten fast eine Minute vor Ivuti (46:52) im Ziel. Dritter wurde der Brasilianer Anoe dos Santos Dias in 47:06, Rang vier ging an Jacinto Loopez (Kolumbien/47:23).
Im Rennen der Frauen verwies die 24-jährige Alice Timbilil ihre brasilianischen Konkurrentinnen auf die Plätze. Die Kenianerin, die 2005 bei der Cross-WM über die Langstrecke hinter Tirunesh Dibaba (Äthiopien) Silber gewonnen hatte, übernahm nach rund 5 km die Führung und erreichte das Ziel in 53:07 Minuten. Dabei hatte sie knapp eine halbe Minute Vorsprung auf die Brasilianerin Marizete de Paula Resende (53:36). Dritte wurde deren Landsfrau Maria Zeferina Baldaia in 54:43.
Britin Reed verpasst Überraschung in Madrid nur knapp
Zu den hochklassigsten europäischen Silvesterläufen zählt das Rennen in Madrid. Über 10 km verpasste dabei eine Britin eine große Überraschung nur knapp. Bis zur Ziellinie musste sich die Kenianerin Vivian Cheruiyot den Angriffen von Kate Reed erwehren. Am Ende siegte Cheruiyot – Vize-Weltmeisterin über 5.000 Meter in Osaka 2007 – in flotten 31:50 Minuten mit zwei Sekunden Vorsprung vor der Läuferin aus England, die bei der Cross-EM im Dezember Rang sechs belegt hatte. Dritte wurde Cross-Europameisterin Marta Dominguez (Spanien/32:27) mit deutlichem Rückstand.
Auch bei den Männern war ein Kenianer vorne: Kiprono Menjo siegte in 28:35 Minuten, blieb dabei aber gut 100 Sekunden über dem Streckenrekord aus dem Vorjahr. Menjo war drei Sekunden vor Alemayehu Bezabeh (Äthiopien) im Ziel. Dritter wurde Chema Martinez (Spanien) in 28:41.
Weidlinger und Viellehner siegen in Peuerbach
Der Silvesterlauf in Peuerbach (Österreich) ist traditionell ebenfalls gut besetzt. Dabei gab es am Montag einen Heimsieg durch den Hindernis-Spezialisten Günther Weidlinger, der das Rennen über 6,8 km souverän in 18:51 Minuten gewann. Der Österreicher hatte bei seinem vierten Peuerbach-Sieg elf Sekunden Vorsprung auf Jamel Chatbi (Italien). Dritter wurde Job Tanui (Kenia) in 19:10. Im letzten Rennen seiner leistungssportlichen Karriere kam Carsten Eich (Rheinmarathon Düsseldorf) auf Platz 19 ins Ziel.
Eine Überraschung gelang im Frauenrennen über 5,1 km der jungen deutschen Läuferin Julia Viellehner (TSV Winhöring): Die 22-Jährige siegte in 16:37 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor der Tschechin Petra Kaminkova. Dritte wurde die Ungarin Christina Papp mit 16:40.
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
race-news | 02.01.2008
Hallmann Sieger, Kraus Zweite in Bietigheim
Einen deutschen Sieger gab es bei der 27. Auflage des Bietigheimer Silvesterlaufes, für den sich 4.250 Läufer gemeldet hatten. Schnellster im Rennen über 11,2 km war am letzten Tag des Jahres Sebastian Hallmann (LAV Asics Tübingen) in 33:03 Minuten. Ihr erfolgreichstes Jahr schloss währenddessen Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) mit einer weiteren überzeugenden Leistung ab. Die Sensations-Siegerin des Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathons wurde in Bietigheim Zweite.
Schwächer als erwartet war die ausländische Konkurrenz beim zweitgrößten deutschen Silvesterlauf, so dass die stark vertretenen deutschen Topläufer alle drei Podiumsplätze belegten. Hinter Sebastian Hallmann setzte sich im Kampf um Platz zwei der Hindernis-Spezialist Filmon Ghirmai (LAV Asics Tübingen) in 33:09 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) durch.
Bei den Frauen lief Milka Jerotich (Kenia) zu einem souveränen Sieg in 37:19 Minuten vor der Marathonläuferin Melanie Kraus (37:43). Dritte wurde die seit kurzem für Deutschland startberechtigte Simret Restle (Eintracht Frankfurt) in 38:24. Luminita Zaituc (LG Braunschweig) hatte krankheitsbedingt auf ihren geplanten Start verzichten müssen.
7.800 rennen von Werl nach Soest
Beim größten deutschen Silvesterlauf wurden am 31. Dezember 7.800 Anmeldungen registriert. Das Rennen von Werl nach Soest über 15 km, bei dem ausschließlich der breitensportliche Charakter im Vordergrund steht, gewannen Alexander Brushinski (SG Wenden) in 48:03 Minuten und Heike Bienstein (LG Olympia Dortmund/54:35).
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