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Deutsche Diabetes Gesellschaft -(idw) - 46. DDG-Jahrestagung: Leistungssportler Daniel Schnelting über Erfahrungen mit Diabetes und Sport
[26.12.2011] - Diabetes Typ 1 tritt im Kindes- und Jugendalter auf. Viele Menschen mit der chronischen Krankheit meiden Sport aus Angst vor Unterzuckerungen. Denn körperliche Aktivität hat unmittelbaren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Häufig kommt es zu starken Blutzuckerschwankungen. Sinkt der Blutzucker zu sehr ab, drohen lebensgefährliche Ohnmachts-Zustände; ist der Blutzucker zu hoch, entsteht ein Energiemangel im Körper, der das Blut übersäuert und bis zum Koma führen kann.

Deutsche Diabetes Gesellschaft -(idw) - 46. DDG-Jahrestagung
LSB - NRW - Andrea Bowinkelmann
„Ich kann nur Leistungen bringen, wenn meine Blutzuckerwerte stimmen“, erzählt Daniel Schnelting. Er strebt heute einen Zielwert von 140 mg/dl an. Um das sicherzustellen, misst er an einem normalen Trainingstag seinen Blutzucker sieben bis neun Mal, an einem Wettkampftag noch häufiger. „Für mich ist das Routine wie Zähneputen“, erzählt der 25-Jährige. Je nachdem wie seine Werte sind, reguliert er dann die Insulindosis, die er sich spritzt und entscheidet, was er isst.
„Beim Sport habe ich immer Traubenzucker, Bananen und zuckerhaltige Getränke dabei, um schnell reagieren zu können.“ Auch seine Konkurrenten im Sprint wissen über seine Krankheit Bescheid. Mit großer Disziplin strebt Schnelting nicht nur nach sportlichen Höchstleistungen, sondern hält er auch seinen Diabetes im Griff. „Man darf sich nicht in Watte packen“, ist er sich sicher. „Außer vielleicht in den Weltraum fliegen, kann ich als Mensch mit Diabetes fast alles machen“, freut sich der Leichtathlet, der neben seinem Leistungssport auch noch sein Studium gemeistert hat.
Bei dem Symposium der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD) beschäftigen sich Ärzte und Diabetesberater im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft am 2. Juni 2011 mit dem Zusammenspiel von Ernährung, körperlicher Aktivität, Blutzuckermessung und Insulindosierung. Die physiologischen Wechselwirkungen sind entscheidend, um eine gute Stoffwechseleinstellung vornehmen zu können. Das wiederum ist eine Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Diabetes Typ 1 leistungsfähig sind und bleiben - sei es im Sport oder in anderen Lebensbereichen.
Daniel Schnelting berichtet auf dem Fachkongress neben Ärzten und Wissenschaftlern über seine Erfahrungen und gibt Tipps für den alltäglichen Umgang mit der Krankheit vor, während und nach dem Sport. Am Tag zuvor hat er noch einen Wettkampf zu bestehen: Als einziger deutscher Starter läuft er bei einem internationalen Wettkampf in Dessau seine Paradedistanz - die 200 Meter.
Anne-Katrin Döbler, Julia Hommrich, Christine Schoner
Quelle: idw / germanroadraces.de
Herzwochen 2011 - Herz unter Druck - Bundesweite Informationskampagne der Deutschen Herzstiftung zum Bluthochdruck
[02.12.2011] - Die Deutsche Herzstiftung wählte den Bluthochdruck zum Thema der Herzwochen 2011, die unter dem Motto „Herz unter Druck" bundesweit vom 1. bis zum 30. November stattfanden. Hier besteht dringlicher Aufklärungsbedarf. Bluthochdruck ist der bedeutendste Risikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen.

Nach Schätzungen haben in Deutschland zwischen 18 und 35 Millionen Menschen einen zu hohen Blutdruck, der nicht nur Menschen mittleren Alters und ältere, sondern auch jüngere Bevölkerungsgruppen betrifft. „Leider kennen immer noch Millionen von Männern und Frauen ihren Blutdruck überhaupt nicht, weil sie ihn nicht messen lassen. Diese Menschen laufen Gefahr einer schleichenden schwerwiegenden Schädigung ihrer Gefäße und Organe", warnt der Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.
Bluthochdruck ist tückisch: Man sieht ihn nicht und man spürt ihn nicht.
Eine schleichende Erkrankung, die jahrelang keine Beschwerden verursacht und unbehandelt oder gar unentdeckt bleiben kann. Deshalb führen oft erst schwerwiegende Folgen eines unbehandelten Hochdrucks viele Patienten zum Arzt: z. B. Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen oder Verschluss der Beingefäße. Ein weiteres großes Problem: Die Patienten, die ihre Erkrankung kennen, lassen sich häufig nicht oder nicht ausreichend behandeln.
Viele Bluthochdruckpatienten nehmen ihre Medikamente nicht wegen tatsächlicher oder vermuteter Nebenwirkungen, vermindern die Dosierung oder brechen die Therapie ganz ab. Häufig werden die Patienten nicht ausreichend über Wirkungen und Nebenwirkungen der Blutdruckmedikamente aufgeklärt.
Blutdruck frühzeitig messen lassen
Deshalb ist es das Ziel der bundesweiten Herzwochen, die breite Öffentlichkeit für die Gefahren des Bluthochdrucks und für die Wichtigkeit der Blutdruckmessung zu sensibilisieren. Jeder über 35 sollte seinen Blutdruck kennen und ihn regelmäßig kontrollieren. Viel zu wenig bekannt ist, dass ein normaler oder niedriger Blutdruck im Laufe des Lebens sich sehr oft in einen hohen Blutdruck verwandelt. „Die Herzstiftung appelliert an alle Menschen, regelmäßig ihren Blutdruck beim Arzt messen zu lassen.
Bluthochdruckpatienten sollten ihre Situation ernst nehmen, das heißt, ihren Lebensstil ändern und ihre Medikamente konsequent einnehmen", betont Prof. Meinertz. Die Deutsche Herzstiftung propagiert, frühzeitig - beginnend beim Kinderarzt, später beim Hausarzt - regelmäßige Blutdruckmessungen bei jeder Routineuntersuchung und eine konsequente Behandlung, wenn die Werte zu hoch sind.
Informationsangebot: Hochdruckexperten klären auf, Messaktionen bundesweit
Die breite Öffentlichkeit soll durch diese Aufklärungskampagne die Möglichkeit bekommen, von unabhängigen Experten auf dem Gebiet des Bluthochdrucks Informationen über den heutigen Stand der Medizin, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten sowie zu den wichtigsten Entwicklungen zu erhalten. Blutdruckmessungen werden im Rahmen von Messaktionen möglich sein, die z. B. in Kooperation mit den Krankenkassen, Kliniken oder Apotheken während der Herzwochen durchgeführt werden.
Inhaltliche Grundlage der Kampagne ist die neue Experten-Broschüre „Bluthochdruck heute - Lebensstil, Medikamente, neue Verfahren" mit Beiträgen von renommierten Herzspezialisten und Pharmakologen, die über den heutigen Stand der Medizin, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten laienverständlich informieren.
Zu den Fragestellungen gehören:
- Wie wird Bluthochdruck gemessen? (Arzt, Apotheker, Selbstmessung, Langzeitmessung)
- Ursachen des Bluthochdrucks: Welche Rolle spielen Vererbung, Alter und Lebensstil?
- Welche Folgen hat der Bluthochdruck? (Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen, Erblindung)
- Wann muss Bluthochdruck behandelt werden? (leichter, mittlerer und schwerer Bluthochdruck)
- Welche Bedeutung hat der Lebensstil bei der Behandlung des Bluthochdrucks? (Gewicht, Bewegung, Ernährung, Salz)
- Blutdrucksenkung durch Bewegung: Jeder Schritt ist besser als keiner
- Welche Medikamente senken den hohen Blutdruck? Was sind ihre Nebenwirkungen? Warum eine Kombinationstherapie?
- Problem der Impotenz durch Bluthochdruck
- Blutdruckkrise - was tun?
- Stress durch Bluthochdruck / Stressbewältigung
Unterstützt wurden die Herzwochen von zahlreichen Aktionspartnern wie Krankenhäusern, niedergelassenen Kardiologen, Krankenkassen, Apotheken, Gesundheitsämtern, Volkshochschulen und Betrieben. Insgesamt fanden über 1.000 Veranstaltungen wie Vorträge, Seminare, Telefonaktionen und Gesundheitstage statt.
Veranstaltungstermine der Herzwochen können ab Mitte Oktober im Internet unter www.herzstiftung.de abgerufen oder unter Telefon 069/95 51 28-333 erfragt werden.
Deutsche Herzstiftung e.V.
Michael Wichert / Pierre König
Tel. 069/955128-114/-140
Fax: 069/955128-345
wichert@herzstiftung.de
koenig@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de
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