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Training im Winter - Tipps von Dr. Willi Heepe dem langjährigen Medical-Director des real,- BERLIN-MARATHON


Dr. Willi Heepe ist praktischer Arzt und Sportmediziner. Seit über zwanzig Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Tätigkeit als niedergelassener Arzt in der medizinischen Betreuung von Menschen, denen ein Leben in Bewegung Herzensangelegenheit ist. Hierzu gehören professionelle Ausdauersportler, aber auch Patienten mit Bluthochdruck und Herzerkrankungen.
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[27.02.2010] - Vorbeugende Maßnahmen sind Wechselduschen, regelmäßiges Saunabaden und die üblichen Ratschläge: viel frisches Obst und vitaminreiche Kost. Die zusätzliche Einnahme von Vitaminpillen oder ähnlichem ist kritisch zu bewerten und liegt mehr im Glaubensbereich als im reell dokumentierten Bereich.

Der Winter stellt besondere Anforderungen an Läufer. Dazu gehören höhere Infektionsraten, häufigeres Auftreten von Erkältungserkrankungen, zum Teil aus dem Bagatellbereich, zum Teil auch ernsthaft, thermische Belastungen sowie geänderte Lichtverhältnisse.

HUSTEN ODER SCHNUPFEN

Kein Läufer wird um eine Bagatell-Erkrankung herumkommen. Husten, Schnupfen oder Heiserkeit zwingen aber lediglich zu einer kurzen Unterbrechung des Sports. Nach Abklingen der Symptome kann meistens die sportliche Aktivität wieder aufgenommen werden.

FIEBER UND GRIPPE

Bei einer Fieberattacke oder einer fieberhaften grippalen Erkrankung, sollte grundsätzlich eine Trainingspause von mindestens einer Woche eingelegt werden. Wenn möglich sollte in dieser Zeit laborchemisch eine Ausschlussuntersuchung von Entzündungsparametern erfolgen. Die so genannten Akute-Phase-Proteine sollten gestimmt werden, damit eine kardiale Beteiligung, die auch heute noch äußerst gefährlich ist, ausgeklammert werden kann.

Besteht der Verdacht auf eine Beteiligung, nicht nur des muskulären Systems, sondern auch des Herzkreislaufsystems, sind sorgfältige Untersuchungen nötig, wie Ruhe- und Belastungs-EKG, Echokardiografie etc. sowie weitergehende Laboruntersuchungen. Nach einer schweren Grippe muss eine Sportpause von vier bis sechs Wochen eingehalten werden. Auf diese Tatsache muss ganz besonders hingewiesen werden, weil wir immer wieder Herzmuskelschädigungen sehen durch ein zu frühes Aufnehmen des Sportes.

VORBEUGUNG

Vorbeugende Maßnahmen sind Wechselduschen, regelmäßiges Saunabaden und die üblichen Ratschläge: viel frisches Obst und vitaminreiche Kost. Die zusätzliche Einnahme von Vitaminpillen oder ähnlichem ist kritisch zu bewerten und liegt mehr im Glaubensbereich als im reell dokumentierten Bereich.

BEHUTSAM BEGINNEN

Zu beachten ist, dass längere Warmlaufphasen einzuhalten sind. Nicht nur die Atmung und die Schleimhäute der oberen Luftwege sollten sich an die kalte Luft gewöhnen. Insofern sollte man zunächst auch ein paar Schritte gehen, ein paar Lockerungsübungen machen und dann behutsam mit dem Laufen beginnen, um sich erst ganz allmählich an normale Atemvolumina zu gewöhnen. Gefährdet sind besonders ehemalige Raucher. Da die Schädigung der Schleimhaut auch nach Aufhören des Rauchens nicht innerhalb von Wochen verschwindet sondern bis zu Jahren anhalten kann, ist diese Klientel besonders zu warnen.

LAUFEN BEI KÄLTE

Im Prinzip bestehen gegen den Laufsport auch bei Temperaturen von minus 5 bis minus 10 Grad keine Einwände. Sollte jedoch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit vorliegen und das Kälteempfinden höher liegen, sollte jeder individuell für sich entscheiden, ob er sich einer Strapaze bei hohen Minusgraden aussetzt oder nicht. Bei extrem trockener Kälte werden auch niedrigere Temperaturen gut toleriert.

Allerdings sollte der Laufsport jenseits von minus 15 bis minus 20 Grad generell eingestellt werden, weil die Atemwege die geatmete Luft dann nicht mehr ausreichend erwärmen können und eine regionale Infektion inklusive von Lungenentzündungen häufig unvermeidbar ist.

LAUFKLEIDUNG IM WINTER

Die Bekleidung sollte nach dem Zwiebelschalenprinzip aufgebaut sein. Ausreichende luftdurchlässige Faserbekleidung ist zu bevorzugen. Gefährlich ist saugende Baumwollkleidung, die die Flüssigkeit aufnimmt, aber bei Beendigung des Sports zu sehr rascher Auskühlung mit meistens fatalen Folgen führt. Wenn man mit dieser Kleidung läuft, muss sofort nach Beendigung des Sportes die Kleidung gewechselt werden.

Wobei eine kurzfristige Auskühlung, auch der Sprung in kaltes Wasser, keine schädigenden Folgen sondern durchaus wärmekompensierende Folgen im Körper hat. Weil die Hautgefäße verengt werden bleibt die Wärme im Körper, und der Körper kann langsam abkühlen.

LAUFEN BEI DUNKELHEIT

Eine Schwierigkeit im Winter ist die eingeschränkte Tageshelligkeit. Viele gewohnte Waldläufer werden mit Bürgersteigen im Stadtbereich vorlieb nehmen müssen. Das ist nicht negativ zu bewerten, wobei man aber auf Nebenstraßen ausweichen sollte, um das Einatmen der Abgase auf ein Minimum zu drosseln. Die Entwicklung einer geeigneten Laufbeleuchtung steht noch aus. Ich habe mir selbst eine Lauflampe konstruiert mit einem Nahfeld und einem Fernscheinwerfer.

Damit kann ich auch bei völliger Dunkelheit unkompliziert laufen und bleibe weiterhin zeitunabhängig. Erinnert werden sollte daran, dass Läufer die Straßen oder Seitenwege benutzen, sich ausreichend mit Leuchtstreifen oder ähnlichem versehen. Denn in dieser Jahreszeit ist das Sehvermögen vieler älterer oder nicht richtig bebrillter Autofahrer deutlich eingeschränkt.

Viele Läufer sind bei Unfällen schwer geschädigt worden.

Dr. Willi Heepe

Praxis Dr. Willi Heepe - Berlin

Praxis Dr. med. Willi Heepe
Lützowplatz 5
10785 Berlin
Deutschland

Telefon: +49 (30) 99 19 49 20
Fax: +49 (30) 26 93 13 01

E-Mail-Adresse: wh@praxis-willi-heepe.de

Dr. Willi Heepe ist praktischer Arzt und Sportmediziner.

Seit über zwanzig Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Tätigkeit als niedergelassener Arzt in der medizinischen Betreuung von Menschen, denen ein Leben in Bewegung Herzensangelegenheit ist. Hierzu gehören professionelle Ausdauersportler, aber auch Patienten mit Bluthochdruck und Herzerkrankungen.

Dr. Heepe ist Fachbuchautor; seine Artikel zum Ausdauersport erscheinen regelmäßig in aktuellen Zeitschriften (beispielsweise Runners World und Lauf Zeit). Er ist außerdem ein geschätzter Dozent zu den Themen Sportmedizin, Ausdauertraining und Kardiologie.

Willi Heepe war viele Jahre lang Medizinischer Direktor des Berlin-Marathons. Er ist fünfzigmaliger Marathonfinisher und auch im Alter von 70 Jahren ein aktiver Repräsentant jener »Laufkultur«, für deren Entwicklung er sich in Deutschland schon so lange engagiert.

 

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Studie: Ausdauertraining bremst Alterung der Blutgefäße


Becht-Forschungspreis 2009 der Deutschen Stiftung für Herzforschung geht an Dr. med. Christian Werner - Deutsche Herzstiftung e.V.
© Deutsche Herzstiftung

[18.02.2010] - Der August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis wird alljährlich von der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der patientennahen Herz-Kreislaufforschung verliehen

Wer sich über längere Zeit mit Ausdauertraining fit hält, verlangsamt den Alterungsprozess der Zellen seines Blutgefäßsystems. Warum das so ist, zeigen erstmals wissenschaftliche Erkenntnisse aus einer Studie von Dr. med. Christian Werner vom Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar.

Für seine Arbeit „Sportliche Aktivität beeinflusst die Telomer-Biologie und reduziert Alterungsvorgänge in zirkulierenden mononukleären Zellen und in der Gefäßwand“ erhält der Wissenschaftler den diesjährigen mit 15 000 Euro dotierten August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis der Deutschen Stiftung für Herzforschung.

Die Preisverleihung fand am 9. Oktober 2009 auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung in Dresden statt.

Telomere als Marker für den Alterungsprozess von Zellen

Eine wichtige Rolle beim Alterungsprozess von Zellen spielen die Enden der Chromosomen, die als Telomere bezeichnet werden. Erst in dieser Woche erhielten drei amerikanische Forscher für ihre Entdeckung, wie Chromosomen durch Telomere und das Enzym Telomerase geschützt werden, den Medizin-Nobelpreis 2009. Die Arbeit von Dr. Christian Werner konnte sowohl experimentell als auch in einer Studie mit Sportlern und Nicht-Sportlern verschiedenen Alters erstmals zeigen, dass Ausdauertraining das Enzym Telomerase in Blutzellen aktiviert.

Dieser Effekt tritt bereits bei jungen Athleten auf und setzt sich bis in höhere Altersgruppen fort. Während sich bei älteren Nicht-Sportlern - als Ausdruck des Zell-Alterungsprozesses –deutlich verkürzte Telomere fanden, war die Telomer-Länge bei den älteren Sportlern messbar weniger verkürzt und damit „konserviert“.

„Die von Dr. Christian Werner vorgelegten Forschungsergebnisse an jungen und älteren Athleten sowie an nicht-sportlichen Kontrollpersonen helfen zu erklären, welche molekularen Mechanismen hinter den positiven Effekten von Ausdauersport auf das Herz-Kreislauf-System stehen“, so Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung. „Sie sind für die Vorsorge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hochrelevant, da das Altern der Hauptrisikofaktor für deren Entstehung ist.“

Als Schwesterorganisation der Deutschen Herzstiftung fördert die DSHF Projekte von hohem wissenschaftlichem Niveau in der klinischen Forschung und Grundlagenforschung.

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.

Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-345
koenig@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de

 

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