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GRENZERFAHRUNGEN - Was passiert im Körper? Ultraläufe aus sportmedizinischer Sicht - Dr. med. Willi Heepe in LAUFZEIT


Dr. med Willi Heepe in LAUFZEIT - Kardiologe, Marathonläufer und langjähriger Medical-Direktor des BERLIN-MARATHON ©privat

[29.10.2009] - Spätestens seit Untersuchungen aus den 20-er Jahren ist bekannt, daß körperliche Belastung den Blutzuckerspiegel im Blut senkt. Dazu ist Insulin notwendig. Ohne Insulin kann die Glucose, der Brennstoff des Körpers, nicht in die Muskelzellen kommen.

Der Laufsport ist über die Jahre erwachsen geworden. Die gesundheitliche Bedeutung des Laufens ist nicht mehr strittig trotz Todesfällen bei Laufveranstaltungen und noch immer unreflektierten negativen Kritiken. Beinahe gilt inzwischen ein Mann (Frau) muss einen Baum gepflanzt haben, ein Haus gebaut haben, einen Sohn gezeugt haben, ein Buch geschrieben haben und letztlich auch einen Marathon gelaufen haben.

Galt vor 30 Jahren noch das Synonym laufen gleich "Waldlaufen" so sind heute durch den technischen Fortschritt der gesamten Lauflogistik Straßenläufe sowie Training auf Straßen ein Selbstverständnis geworden. Alte Vorurteile haben sich in Luft aufgelöst. Sportmedizinische Untersuchungen und Analysen beim Marathonläufern/innen gehören heute zum Standard.

Was aber ist mit der kleinen Schar der Ultraläufer weltweit? Welche gesundheitlichen Risiken liegen in Läufern jenseits des Marathonlaufens? Haben die ultralangen Läufe noch ein positives gesundheitliches Potenzial? Wirklich wissenschaftlich relevante repräsentative Daten dazu gibt es kaum.

Das Phänomen muss von mehreren Seiten beleuchtet werden.

  • 1. Die Typologie des Ultraläufers/in mental und körperlich
  • 2. Die Belastung des Ultraläufers/in orthopädisch, internistisch, psychisch
  • 3. Weitere Aspekte:
    Energiehaushalt und Stoffwechsel
    Elektrolyte und Flüssigkeit
    Wirkung von "Freien Radikalen"
    Trainingsgestaltung
  • 4. Quo vadis Ultra Lauf

Der Laufsport ist aus mentaler Sicht ein ganz besonderer Sport. Er lebt von konsequent durchgeführtem Training. Er lebt davon das sich sehr schnell ein körperliches Wohlbefinden einstellt. Ich nenne dieses Gefühl die körperliche Freiheit. Dabei relativiert man mental die gesamte Welt. Dass sich einstellende Glücksgefühl ist Repräsentant des eigenen Gesundheits-Managements. Hierin liegt auch die Gefahr das Konto zu überziehen und bei allen Widrigkeiten des Lebens mit dem Laufen davon zu fliegen. Als Mediziner oder Therapeut das richtige Maß zu vermitteln setzt Erfahrung, Wissen und Augenmaß voraus. Für jede Leistung gibt es ein richtiges quantitatives und qualitatives Trainings-Maß.

Wo liegt es bei den Ultraläufen? Wie viel Zeit opfere ich dem Berufsleben, dem Familienleben und meinem eigenen Leben oder Erleben. Alle Ultraläufer/innen bedürfen sorgfältiger sportmedizinischer Begleitung und sorgfältiger Trainingssteuerung. Das besondere Augenmerk gilt dabei dem Skelettsystem, den Muskeln und Sehnen, sowie ganz besonders den Gelenken. Wir wissen viel zu wenig über die gesundheitlichen Facetten des Ultralaufens. Wir sind auf Beobachtungen, Einzelmessungen und Schilderungen des/der Ultraläufer/innen angewiesen.

Behutsam darf man sagen, geeignet ist allenfalls der asthenische, hagere, extrem schlanke Typ. Allen athletischen, muskulären und pyknischen Körper-Typen würde ich schon aus Gewichtsgründen abraten an Ultraläufen teilzunehmen. Man stelle sich nur vor welche physikalische Leistung der Körper absolviert wenn er als Durchschnittsläufer mit 75 kg Gewicht 40.000 bis 50.000 mal während eines Marathonlaufes dieses Gewicht anhebt und bis zu einem Meter vorwärts katapultiert. In jeden einzelnen Schritt eines Läufers geht das Gewicht exponenzial in die Belastung ein.

Unter Berücksichtigung dieser Fakten sollten Ultraläufer/innen ihr Unterfangen mit einem Blick in den Spiegel beginnen. Eine endgültige kritische Bewertung dieses Themas kann man erst nach repräsentativen sorgfältigen Untersuchungen vornehmen. In meiner persönlichen Analyse kommt aus breiter Erfahrung diesem Sport keine positive Wertung zu. Zu viele Überlastungsschäden mit nicht unerheblichen Dauerschäden habe ich gesehen. Ausnahmeläufe sind damit ausgenommen. Ganz nach dem Buch des Nestors der deutschen Laufbewegung Werner Sonntag: "§einmal musst du nach Biel ..."

Nicht ohne kardialen Check-up

Wir wissen, das im "steady state" (Gleichklang aller Kreislaufparameter) die Durchblutung insbesondere im Gehirn deutlich zunimmt und dass man beim Laufen besser denken und hören kann. Aber wie viele Stunden? Wie erträgt man die Monotonie? Wo ist das Ziel?

Wir wissen, dass ein Energieverbrauch durch sportliches Tun jenseits 3000 kcal über dem Grundumsatz pro Woche keinen gesundheitlichen Gewinn mehr bringt. Das entspricht einem Lauf einem Laufpensum zwischen 40 und 70 km pro Woche. Mit diesem minimalen Training wird man jedoch kein Ultraläufer. Es tun sich Fragen auf.

Heißt Ultralaufen dem Leben davonlaufen? Warum nur noch laufen, war da nicht noch etwas anderes? Oder? Allerdings gilt unverändert, "des Menschen Wille ist sein Himmelreich". Noch immer lautet das Primat im Lauf sport ist jeder für sich selbst verantwortlich. Womit ich Veranstalter mit absolut unsinnigen Veranstaltungen nicht aus der Verantwortung entlassen möchte (zum Beispiel Zugspitzlauf oder "Unter Tage Lauf et cetera).

Die Herzkreislaufbelastung der Ultraläufer ist bei geeignetem Vortraining akzeptabel, jedoch lassen Ultraschalluntersuchungen, Laboranalysen und elektrocardiographische Befunde nach extremen Belastungssituationen auch hier eine deutliches Warnsignal aufleuchten. Gibt es Spätschäden? Bei welcher Intensität und bei welcher Laufzeit beginnt das Risiko? Wie steuere ich die Trainingsintensität? Eins ist sicher: Ohne eine sorgfältige Leistungsdiagnostik und einen sorgfältigen kardialen Check-up sollte kein Training für Ultraläufe erfolgen.

Was wissen wir über den Stoffwechsel und den Energiehaushalt bei Ultraläufen? Nun ein Ultralauf ist nur mit einem exzellent trainierten Fett-Stoffwechsel zu bewerkstelligen. Dazu sind ein bis zweimal wöchentlich extrem lange Trainingseinheiten erforderlich exakt im im Bereiche des Fett-und Mischstoffwechsesl. Kohlenhydrate müssen während der langen Läufe zugeführt werden. Dieses ist meistens recht unproblematisch; bedarf aber einer guten Logistik.

Der Flüssigkeitshaushalt wird schon problematischer. Durst ist ein schlechter Indikator. Jeder Ultraläufer/in muss seinen Gewichtsverlust in Abhängigkeit von Temperatur und Belastungsintensität genau kennen, damit er seine Flüssigkeitszufuhr danach richten kann. Was soll man trinken? Wie sieht ein ideales Getränk für lange Leistungen aus? Ausschließlich Wasser führt zu Kochsalzverlust und wird bei langen Läufen kritisch . Ein Getränk mit der Grundlage Wasser und einer niedrigeren Kochsalz und niedrigen Glukosekonzentration kommt dem Ideal am nächsten. Spurenelemente bis hin zum Magnesium sollten regelmäßig in der Vorbereitung genommen werden, da sie im Wettkampf keinesfalls die Zelle erreichen und keine Verluste ausgleichen. Auch hier gehört viel Erfahrung und Übung im Training dazu.

Mit Spaß und Gelassenheit

Interessanter wird das Thema "Freie Radikale". Diese entstehen in ermüdeten Muskeln bei einem Überangebot von Sauerstoff. Viele versuchen mit so genannten "Radikalenfängern" in Form des Vitamin C oder Vitamin diese zur binden und damit u.a. Muskelschmerzen vorzubeugen. In der Tat gelingt dieses teilweise.

Jedoch belegen jüngere Forschungen, dass die "Freien Radikalen" im Körper quasi eine Schutzimpfung darstellen gegen das spätere Auftreten von Diabetes mellitus, eine der häufigsten Erkrankungen der Gegenwart. Auch in diesem Punkt muss plus und minus abgewogen werden.

Das Trainingsmaß richtet sich einerseits nach dem Körpertyp,andererseits nach dem Muskeltyp und im Wesentlichen nach dem angestrebten Wettkampfziel. Extrem kritisch würde ich das Training mit definiertem Zeitzielen sehen, dabei sind immer Schäden abzusehen, die sich allein aus den Unwägbarkeiten einer solchen Veranstaltung ergeben.

Wer gelegentlich an Ultraveranstaltungen mit Gelassenheit, ohne Zeitvorgabe teilnimmt wird keinen Schaden davontragen und es gelegentlich wieder tun. Dabei sollte er den Zustand des eigenen Ichs, den klimatischen Unwägbarkeiten, die regionale Situation und die Organisation berücksichtigen. Ich habe selbst dreimal erfolgreich am Swiss-Alpin-Marathon teilgenommen und werde es eventuell noch einmal tun.

Vielleicht liegt der Kompromiß bei einmal einem ultralangen Kanten im Jahr. Und dies mit Spaß und Gelassenheit.

Dr. med Willi Heepe in LAUFZEIT - 7 & 8/2009

Kardiologe, Marathonläufer und langjähriger Medical-Direktor des BERLIN-MARATHON

Neue Praxisanschrift:
Lützowplatz 5
10785 Berlin

Telefon:030/23 00 53 80
e-mail: heepe-berlin@t-online.de

Dr. med Willi Heepe

LAUFZEIT

 

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Diabetes und Ausdauersport - Beitrag zum 2. Münsteraner Marathon-Medizin-Symposium


PD Dr. med. Anton Gillessen, Münster - Diabetes und Ausdauersport - Beitrag zum 2. Münsteraner Marathon-Medizin-Symposium - PD Dr. med. Anton Gillessen, Münster ©privat

[20.10.2009] - Spätestens seit Untersuchungen aus den 20-er Jahren ist bekannt, daß körperliche Belastung den Blutzuckerspiegel im Blut senkt. Dazu ist Insulin notwendig. Ohne Insulin kann die Glucose, der Brennstoff des Körpers, nicht in die Muskelzellen kommen.

Diabetes und Ausdauersport - Diabetiker können wie Gesunde Sport treiben.
So lautet eine plakative Formulierung aus einer Behandlungsleitlinie für Diabetiker.

Damit Sie mit gutem Gefühl auch Marathon und andere Ausdauersportarten betreiben können, sind einige wichtige Voraussetzungen nötig: Wesentlich ist zunächst eine langfristig stabile Blutzuckereinstellung. Diabetiker, bei denen der Blutzucker heftig schwankt, immer wieder Entgleisungen vorkommen, der HB-A1c-Wert, der die langfristige Blutzuckereinstellung hinweist sollte unter 7,5, besser unter 7% liegen, bevor man mit dem Marathontraining loslegt.

Folgeschäden des Diabetes an Herz, Nieren, Blutdruck, Augen sind nicht vorhanden oder ebenfalls unter ärztlicher Kontrolle. Der Blutzucker sollte vor und bei längeren Läufen während des Laufs regelmäßig gemessen werden. Hierzu eignen sich neue mobil einsetzbare Messgeräte besonders gut. Bei Ausgangsblutzuckerwerten über 250 mg/dl darf auf keinen Fall gestartet werden, wenn nicht zuvor ein Test auf Keton im Urin eine schwere Entgleisung ausschließt und der zu hohe Blutzuckerwert vorsichtig korrigiert wird.

Grundsätzlich ist es zwar günstig mit einem etwas erhöhte BZ-Wert von 150-200 zu starten um nicht alle Kalorien beim Lauf zu sich nehmen zu müssen, aber über 250 ist zuviel. Dann kann’s also mit dem Marathon-Training losgehen.

Spätestens seit Untersuchungen aus den 20-er Jahren ist bekannt, daß körperliche Belastung den Blutzuckerspiegel im Blut senkt. Dazu ist Insulin notwendig. Ohne Insulin kann die Glucose, der Brennstoff des Körpers, nicht in die Muskelzellen kommen. Gleichzeitig liefert der Körper aus Speichern in Leber und Muskel neu Glucose nach. Diese Freisetzung von Blutzucker (Glycogenolyse) geschieht bei trainierten Menschen schneller und hält länger an als bei Untrainierten. Die Lipolyse ist der Vorgang bei dem aus Körperfett Energie zur Verfügung gestellt wird.
Übrigens schon zu Beginn der Belastung, allerdings zu einem geringen Anteil.

 


Darstellung des Anteils am Energieverbrauch bei langer Muskelarbeit

 

Nun kann die Blutzuckereinstellung bei Diabetikern, die Insulin spritzen durch eine Veränderung der Nahrungsaufnahme, also durch zusätzliche schnell oder langsam wirkende Kohlenhydrate (BE) und zusätzlich durch Reduzierung der Insulingabe erfolgen. Meist ist bei langen Läufen beides erforderlich. Die erforderlichen Veränderungen bei der Reduzierung der Insulindosis und Aufnahme von BE’s ist individuell sehr verschieden und jeder Läufer muss hier seine eigene Erfahrung sammeln.

Das geht nur mit häufigem Messen vor, während und auch noch bis zu 48 Stunden nach dem Lauf. Denn gerade bei sehr langen Läufen droht der Blutzuckerspiegel auch noch viele Stunden nach dem Lauf zu sinken, weil die Glucosespeicher mit dem Blutzucker aus der Nahrung wieder aufgefüllt werden. Insbesondere in der Nacht nach dem Marathon sollte eine nächtliche Kontrolle des BZ Sicherheit schaffen.

    Faustregeln für die Korrekturen können etwa folgendermaßen sein:
  • Vor, während und auch nach dem Lauf besonders häufig BZ messen und korrigieren
  • Insulindosisreduktion: - 1 I.E: Normalinsulin je 20 min. (moderater) Sport morgens stärker als abends reduzieren. Individuell bis zu 80% weniger Insulin!
  • Kurzwirksames und langwirksames Insulin (Basalrate) reduzieren
  • Schutz vor Unterzuckerung pro Std. mittlere Belastung 30 – 40 g Glucoseäquivalente (= 3 – 4 Kohlenhydratportionen)
  • Schnell wirksame BE‘s beim Laufen immer griffbereit haben.

Bei den vielen Läufern, deren Diabetes mit Tabletten behandelt wird, sog Typ-2-Diabetikern, sollte genauso der Blutzucker kontrolliert werden. Auch bei diesem Typ der Blutzuckerkrankheit ist ein zu hoher Zuckerwert (über 250 mg/dl) gefährlich, da er beim Laufen nicht unbedingt abfällt, sondern bei entgleister Stoffwechsellage sogar weiter ansteigen kann. Daher gilt:

BZ über 250 = nicht starten. Zuerst Keton im Urin messen und BZ ausgleichen !

Bei den Medikamenten muss beachtet werden, dass einige davon nach Absprache mit Ihrem Arzt vor dem Lauf in der Dosis angepasst werden sollten. Besonders die Medikamente die Insulinfreisetzung stimulieren bergen die Gefahr der Unterzuckerung während des Laufs.

Angepasst werden sollten:
Sulfonylharnstoffe,Glinide, Glitazone, Alpha-Glucosidase-Hemmer

Ideal bei Diabetes ist eine engmaschige Betreuung von einem darin erfahrenen Diabetesberater und Arzt und sehr hilfreich ist auch die Betreuung im Wettkampf durch erfahrene Diabetologen mit Vorplanung, Absprache der Kontrollen und Messstationen an der Strecke, wie es beim Berlin-Marathon seit Jahren erprobt ist.

Insgesamt gilt, dass Ausdauersport wie der Langlauf gerade für Diabetiker eine sehr empfehlenswerte und für ihre Erkrankung förderliche Sportliche Betätigung ist. Betroffene Diabetiker sollten sich durch die genannten Empfehlung zur Optimierung ihres Blutzuckers nicht abhalten lassen diese gesunde und zudem wunderschöne Sportart für sich zu wählen, denn:

Diabetiker können Alles schaffen.

PD Dr. med. Anton.Gillessen
Herz-Jesu-Krankenhaus
Münster
02501-172441
Diabetes(at)Herz-Jesu-kh-ms
Infos bei:
Ulrike Thurm; Bernhard Gehr:
Diabetes- und Sportfibel
2. überarbeitete Auflage 2005
Kirchheim-Verlag 19,90 Euro

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Gehen lässt Kinder besser lesen und rechnen



[10.10.2009] - Bewegung ist gesund und gut für Kinder – und sie verbessert auch offenbar deren Hirnleistungen. Diese nicht ganz neue Erkenntnis unterstreicht eine aktuelle Studie amerikanischer Forscher aus Illinois, die 20 neunjährige Jungen und Mädchen untersuchten, die nach 20 Minuten auf dem Laufband eine Reihe von Tests absolvieren mussten.

Zunächst mussten die Probanden auf einem Bildschirm die Unterschiede in ähnlichen Bildern erkennen, danach wurde ihre Lese-, Schreib- und Rechenleistung überprüft. Alle Leistungen stiegen nach der Bewegung deutlich an, besonders die Leseleistung.

Die Ergebnisse hatten jedoch keine statistische Signifikanz, schränken die Forscher um Studienleiter Charles H. Hillman ein.Besonders bei schwierigen Aufgaben arbeiteten die Kinder nach dem Gehen auf dem Laufband genauer. Näheren Aufschluss darüber sollte eine Messung der Hirnströme mittels EEG-Gerät liefern. „Neben den Auswirkungen im Verhalten zeigten sich auch Auswirkungen in den ereigniskorrelierten Potenzialen“, erklärt der Kinesiologe der University of Illinois Hillman.

Das sogenannte P3-Potenzial, ein eng mit der Aufmerksamkeit zusammenhängender Messfaktor, war nach der körperlichen Tätigkeit größer. Diese Erkenntnisse sollten auch mehr in der Schule genutzt werden, meinen Fachleute. Denn dass Bewegung schulische Leistung fördert, sei bekannt, schließlich löse körperliche Aktivität mehrere positive Prozesse aus. So fördert körperliche Bewegung die Sauerstoffaufnahme, wodurch das Gehirn besser versorgt und das Herz-Kreislauf-System durch bessere Durchblutung gestärkt wird. Experten beobachten: Je jünger die Kinder sind, desto eher seien Lehrer bereit, auf das natürliche Bewegungsbedürfnis auch im Unterricht selbst einzugehen. Sinnvoll sei beispielsweise Wirbelsäulengymnastik, die muskuläre Ungleichgewichte ausgleicht und durch Förderung des aufrechten Rückens auch das Selbstwertgefühl von Schülern steigern kann. Wenn die Schülerinnen und Schüler älter werden, schwindet allerdings das Interesse an der Umsetzung.

Quellen:Hillman CH, Pontifex MB, Raine LB, Castelli DM, Hall EE, Kramer AF, The effect of acute treadmill walking on cognitive control and academic achievement in preadolescent children, in: Neuroscience. 2009 Mar 31;159(3):1044-54.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19356688?dopt=Abstract
Bewegung lässt Kinder besser lesen und rechnen,
http://pressetext.de/news/090401035/

 

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