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Bewegung hilft Patienten mit diastolischer Herzschwäche - Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung an Göttinger Forscher verliehen

Bewegung hilft Patienten mit diastolischer Herzschwäche - Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung an Göttinger Forscher verliehen.
© Deutsche Herzstiftung
[26.09.2009] - (Frankfurt am Main) Bei einer häufigen Form der Herzmuskelschwäche, die auf Medikamente kaum anspricht, kann körperliches Training den Patienten wirksam helfen. Das belegt erstmals eine Studie unter Federführung Göttinger Forscher. Der Kardiologe Dr. med. Frank Edelmann von der Klinik für Innere Medizin der Universität Göttingen erhält dafür den diesjährigen mit € 10 000 dotierten Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung.
„Die neuen Erkenntnisse zu der als diastolische Herzinsuffizienz bezeichneten Form der Herzschwäche sind für zukünftige Behandlungsstrategien von großer Bedeutung, da es bisher keine geeigneten Therapieempfehlungen für diese Erkrankung gibt“, sagte Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, anlässlich der Preisverleihung in Frankfurt am Main.
Die diastolische Herzinsuffizienz betrifft bereits rund jeden Zweiten der schätzungsweise 1,4 Millionen Patienten mit chronischer Herzschwäche in Deutschland. Ursache der Erkrankung ist eine Störung der Dehnbarkeit der linken Herzkammer: Obwohl das Herz – anders als bei der systolischen Herzinsuffizienz – noch normal pumpt, kann es nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut aus der Lunge gefüllt werden, um dieses in den Körperkreislauf weiterzuleiten.
In der Folge kommt es zu Wassereinlagerungen in der Lunge, die sich durch Atemnot ausdrückt, sowie in den Beinen mit sichtbaren Schwellungen. Schließlich nehmen körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität immer mehr ab, und die Lebenserwartung der Patienten ist bei fortschreitender Erkrankung deutlich eingeschränkt.
Verbesserte Leistungsfähigkeit und Lebensqualität
„Die Studie hat gezeigt, dass körperliches Training ein gutes Mittel sein kann, um den Symptomen der diastolischen Herzschwäche zu begegnen und die Erkrankung nicht nur aufzuhalten, sondern auch zu bessern“, kommentiert Dr. Frank Edelmann die Ergebnisse der von ihm geleiteten Studie. Dabei führten Patienten mit diastolischer Herzschwäche, die noch keine Beschwerden in Ruhe hatten, über drei Monate ein kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining (auf dem Fahrrad-Ergometer und an weiteren Geräten) durch. Hierunter zeigte sich im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne Training, dass sich ihre körperliche Leistungsfähigkeit nach drei Monaten um 20 bis 30 Prozent verbessert hatte.
Die Dehnbarkeitsstörung und Belastung der linken Herzkammer hingegen nahmen deutlich ab, und diese konnte sich wieder besser füllen. „Die Patienten“, so Kardiologe Edelmann, „fühlten sich trotz ihrer Erkrankung vitaler, was sich auch positiv auf ihre seelische Gesundheit und Lebensfreude auswirkte.“ Weitere wissenschaftliche Studien sollen nun zeigen, inwieweit sich das körperliche Training positiv auf die Lebenserwartung auswirkt.
Der Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung e.V. wird alljährlich für eine wissenschaftlich herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bevorzugt aus einem patientennahen Forschungsbereich, vergeben. Wilhelm P. Winterstein und Frau Ursula, die bei der Preisverleihung anwesend waren, sind seit mehr als zehn Jahren die Stifter dieses Wissenschaftspreises.
Informationen
Deutsche Herzstiftung e.V.
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-345
E-Mail: koenig@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de
Stichwort: Gesundheit - Neun Fragen an Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer, Sportmediziner an der Universität Frankfurt und Mitglied des Beirates Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zum Nationalen Aktionsplan INFORM „Gemeinsam Gesundheit fördern“

Stichwort: Gesundheit - Neun Fragen an Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer, Sportmediziner an der Universität Frankfurt und Mitglied des Beirates Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zum Nationalen Aktionsplan INFORM „Gemeinsam Gesundheit fördern“
© DOSB
[15.09.2009] - Auch kleine Bewegungseinheiten ab 10 Minuten können in die Bilanz einfließen. Neben dem Ausdauertraining ist auch Krafttraining wichtig, das alle großen Muskelgruppen erfasst. Dies sollte zweimal in der Woche erfolgen und so intensiv sein, dass etwa 8-12 Wiederholungen möglich sind.
DOSB PRESSE: Herr Professor Banzer, der DOSB unterstützt den Nationalen Aktionsplan IN FORM, der das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Bevölkerung nachhaltig und dauerhaft positiv beeinflussen soll. Worum geht es dabei?
BANZER: Die Leitlinien basieren auf einer äußerst umfangreichen Analyse der wissenschaft-lichen Literatur zu Gesundheitseffekten körperlicher Aktivität. Demnach sollten sich gesunde Erwachsene mindestens 150 Minuten in der Woche mit moderater Intensität bewegen, am besten verteilt auf mindestens drei Wochentage. Dies kann nicht nur Sport im klassischen Sinne sein, es kann in den verschiedensten Formen geschehen. Ein flotter Spaziergang, Gartenarbeit oder eine auf dem Tanzparkett durchschwitzte Partynacht sind ebenso geeignet, den Körper in Schwung zu halten. Moderate und intensive Aktivitäten können kombiniert werden, wobei eine Zeiteinheit intensiver körperlicher Aktivität doppelt zählt. Auch kleine Bewegungseinheiten ab 10 Minuten können in die Bilanz einfließen. Neben dem Ausdauertraining ist auch Krafttraining wichtig, das alle großen Muskelgruppen erfasst. Dies sollte zweimal in der Woche erfolgen und so intensiv sein, dass etwa 8-12 Wiederholungen möglich sind. Besonders wichtig ist, dass man sich regelmäßig bewegen muss, damit die gesundheitsfördernden Effekte sich bemerkbar machen. Wir gehen heute davon aus, dass körperliche Aktivität in einer Dosis-Wirkung-Relation zu Gesundheitseffekten steht, d.h. wer sich mehr bewegt, hat auch einen höheren Schutz. Andererseits zählt jedes Bisschen, also auch körperliche Aktivität unter dem empfohlenen Umfang geht mit positiven Gesundheitseffekten einher. Für ältere Menschen gelten im Übrigen, wenn gesundheitlich möglich, die gleichen Empfehlungen wie für 18- bis 64-Jährige.
DOSB PRESSE: Welche Empfehlungen gelten für Kinder?
BANZER: Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren sollten täglich mindestens 60 Minuten körperlich aktiv sein. Mindestens dreimal in der Woche sollten sie dabei auch richtig ins Schwitzen geraten. Wichtig sind auch knochenwachstumsfördernde Aktivitäten und Muskelkräftigung. Für Kinder bedeutet das nicht explizit Krafttraining - freies Spiel mit dem Körpergewicht als Widerstand ist ausreichend.
DOSB PRESSE: Nach der kürzlich vorgestellten Motorik-Modul-Studie, bei der mehr als 4.500 Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 17 Jahren in fast 170 Orten in ganz Deutschland befragt und getestet wurden, erfüllen nur 15,3 Prozent der Kinder die Empfehlungen für ausreichende Bewegung. 58 Prozent der 4-17-Jährigen Kinder und Jugendlichen sind aber in einem Sportverein aktiv. Wie passt das zusammen?
BANZER: Richtig ist sicherlich, dass wir es mit einer beachtlichen Diskrepanz zwischen nachlassender motorischer Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen insgesamt auf der einen Seite und einem durchaus hohen Organisationsgrad in den Sportvereinen andererseits zu tun haben. Ein wesentliches Problem in diesem Zusammenhang ist, dass wir trotz zahlreicher gegenteiliger Bemühungen sozial benachteilige Kinder und Jugendliche, und hier besonders diejenigen mit Migrationshintergrund, bislang nur unzureichend ansprechen. Die Motorik-Modul-Studie zeigt, dass Kinder und Jugendliche mit einem hohen Sozialstatus eine bessere motorische Leistungsfähigkeit aufweisen und der Einfluss des Sozialstatus auf die Leistungsfähigkeit mit steigendem Alter zunimmt. Andererseits nimmt der Organisationsgrad im Sportverein mit zunehmendem Alter und geringerem Sozialstatus ab. Der Sport betrachtet Integration aber durchaus als seine Kernaufgabe und macht bereits viele differenzierte Angebote, die dieser Situation entgegenwirken. Ein sehr aktuelles Beispiel ist das IN FORM-Projekt „Mehr Migrantinnen in den Sport“, das nun in vielen Kommunen angelaufen ist. (www.motorik-modul.de; www.kiggs.de)
DOSB PRESSE: Warum gelingt die Einbindung dieser Zielgruppen in die Vereine noch nicht im wünschenswerten Maß?
BANZER: Wir sehen, dass die Bindung an den Sport bislang entweder über die Gleichaltrigen (peers) oder über die Eltern gelingt. Wenn Peergroup und Elternhaus sportfern sind, wird es schwierig. Beginnen müssten wir am besten am Anfang, d. h. in den Kindergärten. Es wäre wünschenswert, dass Bewegungsförderung und elementare Kenntnisse über den Zusammen-hang von Bewegung und Gesundheit ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher werden. Weiterhin müsste eine sehr enge Verzahnung am besten auch schon mit den Kindergärten und Schulen, insbesondere mit den jetzt ja im Aufbau befindlichen Ganz-tagsschulen, stattfinden. Der Sport und eine bewegungsfreudige Alltagsgestaltung müssten endlich in den Schulen „ankommen“ und Hand in Hand arbeiten; institutionell gesprochen müsste es zu einer echten Partnerschaft zwischen Schule und Verein in den Kommunen kommen.
DOSB PRESSE: Wie kann diese Partnerschaft auf der kommunalen Ebene gefördert werden?
BANZER: Es ist eine Verzahnung und Zusammenarbeit aller Verantwortlichen, die den Sport gestalten, notwendig: d. h. von Sportkreisen - das sind die Untergliederungen der Landes-sportbünde auf kommunaler Ebene - Kommunen etc. Diese Vernetzung muss weiter ausge-staltet werden. Gleichzeitig kann aber nicht erwartet werden, dass all diese Gedanken - zum Beispiel auch die Fragen bewegungsfreundlicher urbaner Mobilität - nur vom Sport in die Kommune hineingetragen werden, sondern es müssen von allen Seiten sich gegenseitig befruchtende Anstöße kommen. Im Rahmen von IN FORM übrigens werden ja nun in allen Bundesländern so genannte „Zentren für Bewegungsförderung“ gefördert. Wir hätten uns schon gewünscht, dass der Sport hier als kompetenter und erfahrener Partner bei der Vergabe der Trägerschaften und Führungsaufgaben von der Politik stärker wahrgenommen und beteiligt worden wäre.
DOSB PRESSE: Apropos IN FORM: Wie beurteilen Sie den Nationalen Aktionsplan? Wird er seine erklärten Ziele, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Bevölkerung nachhaltig und dauerhaft positiv zu beeinflussen, erreichen können?
BANZER: IN FORM ist auf Langfristigkeit ausgelegt: Es wäre deshalb ganz und gar unseriös, jetzt schon darüber eine Aussage zu machen, ob IN FORM ein taugliches Instrument hierfür ist oder nicht. Ich will es einmal mit einer Tennismetapher umschreiben: IN FORM ist ein guter, schöner Aufschlag, um das Thema im Spiel zu halten. Man unternimmt den Versuch, die Leute aufzurütteln, und das ist gut. Sehr begrüßenswert ist das Anliegen, die Breite der Gesellschaft anzusprechen und nachhaltige Veränderungen in Sinne eines gesunden Lebensstils anzustreben. Gleichzeitig hätte ich mir eine bessere finanzielle Ausstattung gewünscht. Auch in Hinblick auf die Zielgruppen wären weitere Differenzierungen denkbar.
DOSB PRESSE: Was würden Sie empfehlen, damit IN FORM ein Erfolg wird?
BANZER: Hier haben wir eigentlich durch die internationale Zusammenarbeit die Schlüssel bereits in der Hand: Im Oktober 2008 sind die „EU-Leitlinien für körperliche Aktivität“ erschienen, die Empfehlungen für politische Maßnahmen zur Unterstützung gesundheitsförderlicher körperlicher Betätigung darstellen. Sie richten sich an Akteure und politisch Verantwortliche auf den verschiedenen Handlungsebenen. Es macht Sinn, diese Empfehlungen im Hinblick auf die spezifisch deutschen Gegebenheiten zu konkretisieren und zu übertragen.
DOSB PRESSE: Was ist das Neue und Besondere an diesen EU-Empfehlungen?
BANZER: Mehrere Aspekte sind hier zu nennen, die unterschiedliche Handlungsebenen tangieren. Für jeden, der sich mehr bewegen will, gibt es zusätzliche Empfehlungen, die auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Zum Beispiel ist der Ansatz neu, den Menschen zu vermitteln, dass man körperliche Aktivität über den Tag „sammeln“ kann, um einen gesundheitlichen Nutzen zu haben - mit dem Rad zur Arbeit also, später vielleicht eine halbe Stunde putzen oder Gartenarbeit, mit dem Hund Gassi gehen. Diese Gedanken zur Bewegung im Alltag finden sich ja auch im Nationalen Aktionsplan wieder. Ebenfalls hinzugekommen sind die Empfehlungen zum Krafttraining. Auf der Ebene der Maßnahmen-Planung ist der Ansatz neu, Bewegungsförderung nicht isoliert zu betrachten, sondern im Verbund mit den Themen „Ernährung“ und „seelische Gesundheit“ zu sehen.
DOSB PRESSE: Wo sehen Sie auf der politischen Ebene neue Impulse, die wir in Deutschland aufgreifen sollten?
BANZER: Über die internationale Zusammenarbeit, besonders durch die Aktivitäten des HEPA-Netzwerkes der WHO (mit Unterstützung durch die EU), sind in den letzten Jahren viele wichtige Impulse zur Unterstützung gesundheitsförderlicher körperlicher Aktivität gesetzt worden. Auf der politischen Ebene ist ein neuer wesentlicher Gedanke der Ansatz, Gesundheitsförderung durch Bewegung nicht ausschließlich dem Politikfeld Gesundheit zu überlassen, sondern unter-schiedliche Handlungsoptionen in ganz anderen Politikfeldern auf ihre Gesundheitsver-träglichkeit zu prüfen und hier sehr viel stärker Ressort-übergreifend zu arbeiten. Ein weiteres wesentliches Element ist eine stärkere Fokussierung von verhältnispräventiven Ansätzen: Gemeint sind hier vor allem auf Bewegungsförderung und auf sozialen Austausch und Teilhabe hin angelegte Architektur und Stadtplanung; es geht hier darum, urbane Mobilität auch aus ganz anderen, immer auch gesundheitsbezogenen Blickwinkeln neu zu denken.
Quelle: DOSB
Stress mit dem Schienbein - Dr. Kay-Uwe Hoffmann - „Mediales Schienbeinkantensyndrom“ - Sportklinik Hellersen informiert - SPORTMEDIZIN - Tipps aus Hellersen

Dr. Kay-Uwe Hoffmann
©Sportklinik Hellersen
[06.09.2009] - Es ist der Supergau des passionierten Läufers. Es begann mit hobbymäßigem Joggen und aus dem Laufen wurde Leidenschaft. Am Ende sollte ein Traum Wirklichkeit werden: Der Traum vom New York Marathon. Doch dann rückte er wieder in weite Ferne. Heftige Schmerzen an der Schienbeinkante ließen kein geregeltes Training mehr zu.
Der ambitionierte Sportler eilte verzweifelt in die Sprechstunde. Was tun?
Beim so genannten „Medialen Schienbeinkantensyndrom“ finden sich Druck- und Spannungsschmerzen an der inneren Schienbeinkante. Es handelt sich um ein Überlastungssyndrom, das am häufigsten bei Langstreckenläufern, aber auch bei Sprintern, Hochspringern, Fußballern, vor allem aber bei untrainierten Joggern vorkommt. Im Anfangsstadium, meist zu Saisonbeginn, treten die Beschwerden während oder nach Beendigung des Trainings auf.
Beim Übergang in die chronische Form sind sie bereits kurz nach Beginn des Trainings vorhanden und werden oft auch bereits bei minimalen alltäglichen Belastungen wie zum Beispiel beim Treppensteigen geschildert. Leistungssportler leiden in der Regel unter chronischen Beschwerden.
Fehlerhaftes Training
Dem Krankheitsbild liegen viele Faktoren zugrunde. Sie setzen sich aus Überlastung und biomechanischen Störgrößen zusammen. Die Hauptursachen sind Fehlstellungen der unteren Extremität, Lauftechnik, Laufschuhe, Laufterrain und fehlerhaftes Training. Die Kompensation statischer und dynamischer Schwächen im Fußbereich erfolgt dabei durch eine verstärkte und verlängerte Kippbewegung des Fußes während der Stützphase. Dabei gilt es, den Ursachen in einem ausführlichen Gespräch mit Trainer und Athlet auf den Grund zu gehen.
Die weitergehende Untersuchung muss dann zwischen drei möglichen Ursachen für das mediale Schienbeinkantensyndrom unterscheiden. Zunächst ist radiologisch eine Ermüdungsfraktur auszuschließen. Danach gilt es zu differenzieren zwischen einem Ansatzschmerz der tiefen Beugemuskulatur am Unterschenkel und einem funktionellen Kompartmentsyndrom. Bei dieser sehr häufigen Ursache liegt bei Belastung eine funktionelle Enge zwischen Muskulatur und Muskelhülle vor.
Die hier eher krampfartigen Beschwerden können eventuell durch eine spezielle Druckmessung beim Laufen auf dem Laufband objektiviert werden. Dennoch ist die Diagnose eines funktionellen Kompartmentsyndroms wesentlich schwieriger zu stellen als die des traumatischen oder postoperativen Fascienlogen-Drucksyndroms. Sie setzt eine Menge klinische Erfahrung voraus.
Diese ist aber wichtig für die richtige Therapie. Die Ansatzschmerzen der tiefen Beugemuskulatur sind eine Domäne der konservativen Therapie. Hier helfen in der Regel nach einer Laufbandanalyse eine Sportschuhberatung und spezielle Einlagenversorgung. Auch können eine Trainingsumstellung und ein spezielles Krafttraining für die Fußheber förderlich sein. Beim Kompartmentsyndrom muss bei therapieresistenten Beschwerden eine minimalinvasive operative Fascienspaltung durchgeführt werden.
Die Botschaft an den frustrierten Läufer: Nicht verzagen! Es gibt insgesamt gute Aussichten, doch noch am New York Marathon teilnehmen zu können.
Auch wenn es vielleicht erst im nächsten Jahr ist.
Dr. Kay-Uwe Hoffmann, Leitender Arzt Fußchirurgie,
Sportklinik Hellersen
Quelle: "Wir im Sport", das Magazin des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen
wir im sport, das Magazin des Landesportbundes Nordrhein-Westfalen
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