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Unterschied zwischen Frau und Mann im Laufsport - Dr. med. Dieter Kleinmann


Läufer und Autor: Dr. med. Dieter Kleinmann - Internist/Sportmedizin
© privat

[22.02.2009] - Waren Sie als Mann schon einmal bei einem reinen Frauen-Volkslauf, natürlich nur als Zuschauer, als Beobachter? Dann haben Sie sicherlich nicht nur festgestellt, dass der weibliche Körper anders geformt und proportioniert ist als der männliche, sondern haben auch ein völlig anderes Verhalten der Frauen unmittelbar vor dem Start erlebt: Fröhliche Kommentare, ständiges lautes Lachen und angeregte Unterhaltung auch mit den am Rand stehenden Zuschauern, obwohl der Startschuß schon längst erfolgt war.

Gelächter und "Geschnatter" verstummen auch nicht, wenn alle allmählich in den Laufschritt übergegangen sind. Dagegen konzentrieren sich die meisten Männer bei einem Volkslauf, bei dem es in der Regel um nichts geht, voll auf den Startschuß und häufig auch auf ihre Stoppuhr, Stille, Schweigen, los geht es in vollem Tempo…

Also körperliche wie auch mentale Unterschiede zwischen Frau und Mann. Doch im Hochleistungssport ist der mentale Unterschied kaum mehr festzustellen. Ambitionierte Frauen scheinen nicht nur im Wettkampf genauso ehrgeizig und konzentriert ihr angestrebtes Ziel zu verfolgen wie die Männer.

Körperbau

Kommen wir nun auf die sichtbaren Unterschiede zwischen Frau und Mann zu sprechen. Die Unterschiede im Körperbau sind zwar kaum registrierbar schon im Kindesalter vorhanden, doch beginnt die ausgeprägte Divergenz der Leistungskurven erst mit der Geschlechtsreife, um dann im frühen Erwachsenenalter ihren Höhepunkt zu erreichen. Der andersartige Leistung beeinflussende weibliche Körperbau wird erst richtig augenfällig mit dem Beginn der Pubertät. Die sich hier ausbildenden ausgeprägten Unterschiede sind als zweckmäßige Anpassung an die Geschlechtsfunktionen und die Schwangerschaft bei der Frau aufzufassen.

Die sportliche Leistungsminderung der Frau im Vergleich zum Mann hat ihre Ursache in einer Reihe von geschlechtsgebundenen Veränderungen. Die Frau ist in der Regel 10 bis 12 cm durchschnittlich kleiner als der Mann, woraus sich ein geringeres Durchschnittsgewicht von etwa 10 Kilogramm ergibt. Äußerlich fallen beim Frauenkörper die Rundungen des Körperbaus auf, der weicher als beim Mann erscheint. Diese Figur ist durch eine reichlichere Fettpolsterung im Unterhautfettgewebe vor allem im Bereich der Hüften, am Oberschenkel und an den Brüsten verursacht. Auch die Muskulatur ist im Verhältnis zum Körpergewicht weniger entwickelt als beim Mann.

Im Gegensatz zum Rumpf, der sich kräftig entwickelt und im Verhältnis länger als beim Mann ist, bleiben die Extremitäten bei der Frau im Wachstum zurück. Während die weibliche Rumpflänge 38 Prozent der Körpergröße beträgt, liegt sie beim Mann bei 36 Prozent. Bei der Frau ist der Schultergürtel schwächer und der Beckengürtel stärker ausgeprägt. Der Bau des Beckens ist bei der Frau breit und weit ausladend im Gegensatz zum Mann, wo das Becken steil gestellt und eng gebaut ist. Dagegen ist bei der Frau die Beckenöffnung wesentlich größer, was den Geburtsvorgang erleichtert.

Diese Entwicklung des Beckengürtels verschiebt den Körperschwerpunkt nach unten, was sich vor allem beim Lauf und Sprung nachteilig auswirkt. Diese besondere Form des Beckens und der im Vergleich zum Mann kleinere Winkel des Oberschenkelhalses zum Oberschenkelknochen haben ebenfalls eine negative Auswirkung auf die sportliche Leistung der Frau, da die Hebelverhältnisse ungünstiger sind. Die besondere Beckenform verursacht bei Frauen häufig eine X-Beinstellung (einwärtsstehende Knie).

Muskulatur

Bedingt durch die männlichen Sexualhormone und androgenen Hormone der Nebennierenrinde zeigt sich beim Man ein stärkeres Muskelwachstum nach der Pubertät. So zählt die geringere Muskelmasse der Frau zu den Hauptursachen für die verminderte körperliche Leistungsfähigkeit. Prozentual zum Körpergewicht beträgt sie 35,8 Prozent gegenüber 41,8 Prozent beim Mann. Damit verschiebt sich verstärkt bei der Frau das Verhältnis von passivem zu aktivem Gewebe in Richtung passiv. Untersuchungen zeigten, dass die Kraftleistungen bei Frauen durchschnittlich zwischen 55 und 80% der Kraft des Mannes ausmacht. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass der Kraftzuwachs durch Training beim männlichen Muskel in einer Studie je Woche 5,8 Prozent betrug, während die Frau nur einen solchen von 3,9 Prozent aufwies.

Die bessere Trainierbarkeit der Gliedmaßenmuskulatur von Männern gegenüber Frauen dürfte wohl eine Folge des Einflusses der Sexualhormone (Testosteron) sein. Doch war die Trainierbarkeit der Rumpfmuskulatur bei beiden Geschlechtern fast gleich., was auf eine unterschiedliche Verteilung der verschiedenen Muskelfasertypen zurückgeführt wurde. Die Beschaffenheit der Muskulatur der Frau ist auch an ihrer weicheren Konsistenz und größeren Dehnbarkeit erkennbar.

Der niedrigere Muskelanteil der Frau führt zu einem geringeren Grundumsatz, da zwischen Muskelmasse einerseits und dem Grundumsatz andererseits eine enge Beziehung besteht.

Maximale Sauerstoffaufnahme (siehe Tabelle)


Maximale Sauerstoffaufnahme - Ein Maß für die Leistungsfähigkeit aller Organsysteme ist das maximale Sauerstoffaufnahmevermögen (VO2max), das bei der Frau wesentlich geringer ist als beim Mann. In diese Maßeinheit gehen die Herzleistungsfunktion, die Lungenfunktion und der Energiestoffwechsel ein.
© Dr. Dieter Kleinmann (aufgearbeitet)

Ein Maß für die Leistungsfähigkeit aller Organsysteme ist das maximale Sauerstoffaufnahmevermögen (VO2max), das bei der Frau wesentlich geringer ist als beim Mann. In diese Maßeinheit gehen die Herzkreislauffunktion, die Lungenfunktion und der Energiestoffwechsel ein. Im Wachstumsalter nimmt die maximale Sauerstoffaufnahme mit der Entwicklung der Organe zunächst zu, wobei sich erst ab dem 14. Lebensjahr ein signifikanter Unterschied zwischen beiden Geschlechtern ausbildet, siehe Abbildung. Etwa nach dem 30. Lebensjahr nimmt die maximale Sauerstoffaufnahme alternsbedingt langsam ab, etwa ein Prozent pro Jahr. Durch ein regelmäßiges Ausdauertraining können Frauen wie Männer diesen Alterungsprozeß der Organsysteme verzögern.

Die gegenüber Männern verminderte maximale Sauerstoffaufnahme, also eine mangelnde Fähigkeit, große Mengen Sauerstoff aufzunehmen, führt auch zu Änderungen des Energiestoffwechsels bei muskulärer Arbeit. So steigt bei Frauen der Milchsäurespiegel trotz gleicher Belastung schneller an als beim Mann. Zum Beispiel wurden bei weiblichen Versuchspersonen bei einer Laufgeschwindigkeit von 14 Kilometer/Stunde eine Sauerstoffaufnahme von 2,7 l pro Minute gemessen, die jedoch nicht zur Deckung des Sauerstoffbedarfs ausreichte und zu eine Übersäuerung führte. Dagegen lag der Sauerstoffverbrauch mit 3,1 l bei gleicher Laufgeschwindigkeit bei den männlichen Versuchspersonen höher, der Laktatspiegel aber um über 40 % niedriger, so dass die Energiebereitstellung aerob erfolgte, was die Ermüdung gegenüber den Frauen verzögerte.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern lassen sich auch bei der Lungenfunktion feststellen. Dies ist auch unter Berücksichtigung der Körpergröße der Fall. So konnten in einer Studie beispielsweise 20- bis 33-jährige Männer durchschnittlich 111 l/min. ventilieren, während Frauen gleichen Alters durchschnittlich nur 89,8 l/Min. ein- und ausatmen konnten. Auch die Ausnutzung des Sauerstoffs in der Luft unterscheidet sich zwischen Männern und Frauen. In einer Untersuchung konnte gezeigt werden, dass Männer zur Aufnahme von ein Liter Sauerstoff bei submaximaler Arbeit nur 20,6 l Luft gegenüber 24,5 l der Frau ventilieren mussten. Auffallend ist auch, dass der Mann in Ruhe vor allem die Bauchatmung beansprucht, während das weibliche Geschlecht die Brustatmung bevorzugt.

Herz und Kreislauf

Eindrucksvoll sind auch die Unterschiede an Herz und Kreislauf. Selbst wenn man Körpergewicht und -größe berücksichtigt, sind Herzvolumen und -gewicht bei der Frau niedriger als beim Mann. Entsprechend finden wir bei der Frau auch ein geringeres Herzschlagvolumen und maximales Herzminutenvolumen unter Belastung. Die pro Minute in den Kreislauf gepumpte Blutmenge ist also gegenüber Männern vermindert. Diese mangelnde Fähigkeit des weiblichen Geschlechts, auf körperliche Arbeit mit einer massiveren Vermehrung des Schlagvolumens zu reagieren, demonstriert auch eine Untersuchung von Astrand, der die maximale Sauerstoffaufnahme und die dabei maximal erreichte Herzfrequenz zwischen Frauen und Männern verglich. So erzielten Frauen beim Laufen eine maximale Herzfrequenz von durchschnittlich 198 Schläge pro Minute und wiesen damit eine maximale Sauerstoffaufnahme 2,89 Litern/Min. auf. Bei Männern lag mit durchschnittlich 189 Schlägen pro Minute erreichter maximaler Herzfrequenz die maximale Sauerstoffaufnahme bei 4,04 l/Min. deutlich höher. Hinzu kommt noch, dass Frauen einen niedrigeren Hämoglobinspiegel aufweisen als Männer, normal 11,5 bis 16 g/dl gegenüber 14 bis 18 g/dl. Hämoglobin bindet den in der Lunge aufgenommenen Sauerstoff und transportiert ihn über die Blutbahn (Arterien, Arteriolen, Kapillaren) zu den einzelnen Organen. Bei einem niedrigen Hämoglobinspiegel im Blut kann daher der arbeitenden Muskulatur nur unzureichend Sauerstoff vor allem unter Maximalbelastung angeboten werden, so dass die Leistung sinkt.

Die Leistungseinschränkung verstärkt sich bei Eisenmangel, der besonders bei menstruierenden Langstrecklerinnen häufig ist, vor allem wenn sie wenig Fleisch in ihrer Ernährung haben. Das Eisen wird zum Aufbau von Hämoglobin gebraucht und wird am besten aus dem Fleisch (2wertiges Eisen) vom Darm aufgenommen. Schlecht resorbierbar ist das dreiwertige Eisen aus der pflanzlichen Kost. Auch Blutverluste aus dem Darm und über den Schweiß fördern eine Eisenmangelanämie.

Wärmeregulation

Da Frauen weniger Schweißdrüsen sowie ein dickeres Unterhautfettgewebe haben als Männer, ist bei ihnen die Wärmeregulation erschwert. Rund zwei Drittel der bei Muskelarbeit aufgewendeten Energie wird in Wärme umgewandelt. Eine Erhöhung der Körpertemperatur schränkt die Ausdauerleistungsfähigkeit erheblich ein. Craig und Fröhlich konnten in einer Untersuchungsreihe auf dem Laufband negative Auswirkungen von Wärme auf die körperliche Leistungsfähigkeit demonstrieren.

In dem Maße, in dem durch das vorherige Aufwärmen Pulsfrequenz und Kerntemperatur anstiegen, nahm die Laufdauer ab. Hitze provoziert Schweißausbrüche und Herzkreislaufreaktionen wie Pulserhöhung, Weitstellung der Hautgefäße und Blutdruckabfall. Bei Ausdauerbelastungen sollten vor allem bei Hitze nicht nur im Hinblick auf die Leistung genügend getrunken, jede Gelegenheit zur Abkühlung genutzt und geeignete Kleidung gewählt werden, sondern auch hinsichtlich der Vorbeugung gegen Hitzekrankheiten.

Wenn möglich sollte unter Hitzebedingungen eine mäßige Vorkühlung (Körpertemperatursenkung) erfolgen, zumal dadurch experimentell eine Leistungssteigerung nachgewiesen werden konnte. Diese alten Erkenntnisse setzt beispielsweise die Langstrecklerin Paula Radcliffe mit ihren Kaltwasseranwendungen in die Praxis um. So provozierte sie nach ihrer Weltbestzeit von 2:15:25 Stunden beim Marathon in London 2003 die Presseschlagzeile "Vom Eisbad zum Weltrekord".

Fazit

Die aufgezeigten Unterschiede zum Mann hinsichtlich der Muskulatur, des Stoffwechsels, des Kreislaufs und der Atmung mit ihren in der maximalen Sauerstoffaufnahme VO2max summarisch messbaren Funktionen erklären, dass es der Frau aus physiologischen Gründen nicht möglich ist, bei gleichen Voraussetzungen (Training, Ernährung, Talent usw.) dieselben Laufleistungen zu erbringen wie der Mann.

Die alte Meinung, dass Frauen auf Grund ihres reichhaltigen Fettgewebes zur Energiebereitstellung die besseren Ausdauerleistungen erbringen könnten, ist überholt. Auch Männer haben genügend Fettreserven, so dass die Fettverbrennung bei extremen Ausdauerbelastungen kein leistungsbegrenzender Faktor darstellt.

Langstreckenläuferinnen der internationalen Spitzenklasse zeichnen sich vielmehr durch ein äußerst niedriges Körpergewicht mit dünnem Unterhautfettgewebe aus. Reichliches Fettgewebe würde ein höheres Gewicht und damit eine Leistungseinbuße zur Folge haben.

Dr. med. Dieter Kleinmann
Internist/Sportmedizin
Frisonistr. 7
70736 Fellbach
Tel.: 0711 514542
Fax : 0711 1612204
E-Mail: dr.kleinmann@vr-web.de

 

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Der Kälte zum Trotz - Laufen bei extremer Kälte - Den Winter nutzen - Windchill – Die gefühlte Temperatur - Hinweise von Dr. Dr. Lutz Aderhold


Der Kälte zum Trotz - Laufen bei extremer Kälte - Den Winter nutzen - Windchill – Die gefühlte Temperatur - Hinweise von Dr. Dr Lutz Aderhold
© Victah Sailer

[11.02.2009] - Die Kälte hat Deutschland fest im Griff. Örtlich werden momentan Werte auch unter –20 Grad erreicht. Da gilt es der lieben Gesundheit wegen, die sportlichen Aktivitäten entsprechend anzupassen.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und insbesondere bei Minusgraden besteht durch den Verlust an Körperwärme infolge Abstrahlung eine erhöhte Gefahr für Kälteschäden. Je niedriger die Umgebungstemperatur ist, um so größer wird die Abstrahlung von Körperwärme sein. Zusätzlich verstärkt wird dieser Effekt durch Wind. Unser Kälteempfinden ist bei 0 Grad und Wind durchaus größer als bei –5 Grad und Windstille.

Auch durch die Verdunstungskälte bei feuchter, verschwitzter Kleidung wird die Gefahr für Kälteschäden verstärkt. Sehr schlanke Menschen mit weniger isolierender Fettschicht bzw. weniger Muskelmasse sind gegenüber Kälte anfälliger. Alkohol sorgt zwar zunächst aufgrund der vermehrten Hautdurchblutung für ein Wärmegefühl, führt aber infolge der verstärkten Wärmeabstrahlung zu einer schnelleren Auskühlung.

Empfehlungen für das Laufen bei extremer Kälte:
- Auf eine der Außentemperatur angemessene Kleidung achten (siehe Beitrag „Funktionelle Kleidung für den Winter“)
- Unter –10 Grad bzw. –5 Grad und Wind möglichst kein Lauftraining mehr durchführen (Alternativen: Aqua-Jogging, Fitness-Studio)
- Bei extremer Kälte möglichst auf lange Läufe verzichten (stärkere Auskühlungsgefahr)
- Keine Tempoläufe oder Wettkämpfe (durch die vermehrte Mundatmung wird die Atemluft weniger angewärmt als bei Nasenatmung)
- Nicht unter Alkoholeinfluss oder ermüdet loslaufen
- Nach dem Lauftraining sofort die feuchte Kleidung ausziehen, unter die warme Dusche gehen und trockene Kleidung anziehen
- Bei Schnee und Eis möglichst nicht alleine im Wald trainieren (erhöhte Rutsch- und Verletzungsgefahr)
- Training der Kälteanpassung durch regelmäßige Saunagänge
- Vollwertige vitaminreiche Ernährung, ggf. Einsatz von Nahrungsergänzungspräparaten.

Es muss auch nicht immer Laufen sein - Den Winter nutzen

Nicht wenige haben im Winter Motivationsprobleme für ein regelmäßiges Lauftraining. Dabei ist es sicher gesünder bei Null Grad im Winter als bei 30 Grad im Sommer zu laufen. Durch die moderne Funktionsbekleidung ist auch bei Minusgraden problemlos ein Lauftraining durchzuführen. Gerade der Winter ist auch die Zeit für Läufer, die sonst streng nach Trainingsplänen trainieren, sich frei von Vorgaben zu machen. Im Vordergrund sollte dabei das subjektive Körpergefühl stehen, denn die Winterzeit ist die Zeit des Grundlagenausdauertrainings.

Aufgrund des Untergrundes ist im Winter zwangsweise das Tempo eingeschränkt, Zeitvorgaben sind deshalb häufig sinnlos. Außerdem macht es unheimlich Spaß, wenn man es einfach mal nach Lust und Laune laufen lassen kann und neues Terrain erkundet.

Im Winter wird die Basis für die neue Saison gelegt. In dieser Trainingsphase liegt der Schwerpunkt eher auf dem Umfang und nicht auf der Qualität. Wer allerdings nur Kilometer sammelt verliert an Spritzigkeit.

m die Form nicht vollständig zu verlieren sollte einmal in der Woche ein Fahrtspiel auf dem Programm stehen und in das normale Dauerlaufprogramm können Steigerungen eingestreut werden.

Einen Tag zusätzliche Regeneration kann man sich dann im Winter pro Woche ohne schlechtes Gewissen gönnen. Es muss auch nicht immer Laufen sein, denn der Winter bietet auch seine Alternativen.

Das wichtigste ist, dass man sich beim Laufen im Winter immer den Wetter- und Bodenverhältnissen anpasst. Bei niedrigen Temperaturen braucht die Muskulatur mehr Zeit bis sie leistungsbereit ist. Ein gründliches Aufwärmen durch langsames Einlaufen ist deshalb gerade im Winter wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. Demgegenüber sollte man im Winter das Auslaufen nicht übertreiben, um Erkältungen damit nicht Vorschub zu leisten. Hier gilt es, möglichst schnell unter die warme Dusche zu kommen und trockene Kleidung anzuziehen.

Windchill – gefühlte Temperatur

Mit zunehmender Windgeschwindigkeit empfindet der Mensch insbesondere im Winter die tatsächliche Temperatur niedriger als auf einem Thermometer angegeben. Dieses windabhängige Kältegefühl wird als Windchill oder gefühlte Temperatur bezeichnet.

Durch die Wärmeproduktion des Menschen entsteht eine dünne Wärmeschicht, die den Körper umgibt. Je stärker der Wind ist, desto mehr wird diese wärmende Luftschicht ausgedünnt. Die Folge davon ist ein verstärktes Kältegefühl. Pro 10 km/h Windgeschwindigkeit kann man von einem Absinken der gefühlten Temperatur von 2-5 Grad ausgehen. Bei Null Grad Außentemperatur kann die gefühlte Temperatur damit bei einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h durchaus bei –10 Grad liegen.

Dr. Dr Lutz Aderhold vom Verein zur Förderung des Ultramarathonlaufs in Deutschland

 

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Plötzliche Kälte gefährlich für Herzpatienten - Deutsche Herzstiftung warnt vor körperlicher Überanstrengung bei niedrigen Temperaturen


Plötzliche Kälte gefährlich für Herzpatienten - Deutsche Herzstiftung warnt vor körperlicher Überanstrengung bei niedrigen Temperaturen
© Deutsche Herzstiftung

[05.02.2009] - (Frankfurt am Main, 5. Januar 2009) Kälte bedeutet für den Organismus oft eine große Herausforderung. Insbesondere für das Herz können die niedrigen Temperaturen eine gefährliche Zusatzbelastung darstellen. Die Deutsche Herzstiftung ruft deshalb dazu auf, bei Warnsignalen wie Schmerzen im Brustkorb umgehend einen Arzt aufzusuchen.
Zudem sollten Menschen, die bereits unter einer Herzerkrankung leiden, an kalten Tagen extreme Anstrengungen wie zum Beispiel Schneeschippen strikt vermeiden.

Zwar sollte niemand im Winter grundsätzlich auf sportliche Aktivitäten verzichten, dennoch gilt es insbesondere bei Kälte einige Hinweise zu berücksichtigen. Allen voran sollten Warnsignale, die auf Herzprobleme hindeuten, ernst genommen werden. „Wer beim Hinausgehen in die Kälte Schmerzen, einen Druck oder Brennen im Brustkorb verspürt, muss unbedingt hellhörig werden und die Beschwerden umgehend bei einem Arzt abklären lassen“, mahnt der Vorsitzende der Deutschen Herzstiftung Professor Dr. med. Hans-Jürgen Becker.

„Nicht selten werden solche Alarmsignale jedoch leichtfertig auf die Bronchien geschoben oder anderweitig bagatellisiert“, wie der Kardiologe ergänzt. Die Folgen sind oft fatal. Denn solche Beschwerden im Brustkorb können auf eine mangelhafte Sauerstoffversorgung des Herzens hindeuten und somit Vorboten eines Herzinfarktes darstellen.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bereits eine Herzerkrankung besteht. „Zum Beispiel sollten Menschen mit Verkalkungen der Herzkranzgefäße bei extremer Kälte auf hohe Anstrengungen wie Schneeschippen verzichten“, so Prof. Becker, der darauf hinweist, dass die zusätzliche Kältebelastung ein vorgeschädigtes Herz schnell überfordern kann und im Extremfall sogar zu einem Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod führen kann.

Grundsätzlich rät die Deutsche Herzstiftung allerdings, sich auch im Winter ausreichend zu bewegen. Statt jedoch Aktivitäten mit hohen Belastungen zu wählen, sollte man weniger anstrengenden Sport bevorzugen. Geeignet sind zum Beispiel ausgedehnte Winterspaziergänge, Walking-Einheiten oder kleinere Jogging-Runden. Man sollte zunächst langsam beginnen, damit sich der Körper auf die Kälte einstellen kann.

Bei extremer Kälte bietet es sich an, den Sport in die Turnhalle zu verlegen oder auch ein paar Bahnen im örtlichen Hallenbad zu schwimmen. Als Faustregel hat sich dabei bewährt, die Intensität so zu wählen, dass zwar der Puls ansteigt, aber eine Unterhaltung noch gut möglich ist.

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-313
E-Mail: koenig@herzstiftung.de

 

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