fitness news

2010JanFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
2009JanFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
2008JanFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

SPORT UND GESUNDHEIT - Tipps aus Hellersen - Sportklinik Hellersen informiert - Was ist ein Kompartmentsyndrom? Dr. Theo Steinacker und Alexander Verdonck


Sportklinik Hellersen informiert
© Sportklinik Hellersen

[23.01.2009] - Vor allem Leistungssportler sind infolge des funktionellen Kompartmentsyndroms gezwungen, ihre Trainingsbelastung einzuschränken.

Insbesondere bei Sportarten mit hoher Lauf-oder Sprungbelastung finden sich häufig Beschwerden im Bereich der Unterschenkelmuskulatur. Die Schmerzen treten unter Belastung auf und nehmen nach Belastungsabbruch langsam wieder ab. Ursache solcher Beschwerden kann ein so genanntes funktionelles Kompartmentsyndrom sein.

Hierzu muss man wissen, dass jeder Muskel von einer festen Hülle (Faszie) umgeben ist, die den Muskel am Unterschenkel so eng umschließt, dass es bei intensiver Muskelarbeit zu Durchblutungsstörungen kommen kann. Wenn beispielsweise durch ein zu intensives Training, eine verletzungsbedingte Schwellung des Muskels bzw. durch einen Bluterguss mehr Platz in der sog. Muskelloge benötigt wird, kann der Gewebedruck so weit ansteigen, dass Nerven und Gefäße ein- bzw. abgedrückt werden. Dieser schmerzhafte Zustand wird als Kompartmentsyndrom bezeichnet.

Man unterscheidet ein akutes (plötzlich einsetzende heftige Schmerzen) und ein chronisches oder funktionelles Kompartmentsyndrom (langsam einsetzende Schmerzsymptomatik, die aber letztendlich zum Abbruch der Belastung führt). Vor allem Leistungssportler sind infolge des funktionellen Kompartmentsyndroms gezwungen, ihre Trainingsbelastung einzuschränken.

Diagnostische Abklärung

Sollten konservative Maßnahmen (Physiotherapie, abschwellende Medikamente, Einlagenversorgung, Trainingsreduktion etc.) zu keiner Beschwerdelinderung führen, ist zur weiteren diagnostischen Abklärung die Durchführung einer funktionellen Kompartmentdruckmessung erforderlich. Dabei wird unter lokaler Betäubung eine feine Druckmess- Sonde in den schmerzenden Muskel des Unterschenkels vorgeschoben. Anschließend erfolgt auf dem Laufband eine standardisierte Geh-/Laufbelastung mit ständiger Druckmessung. Die gesamte Untersuchung dauert etwa 60 Minuten und wird ambulant durchgeführt.

Sollten die Messergebnisse einen übermäßigen Anstieg des Kompartmentdrucks aufzeigen, ist die Indikation für eine operative Behandlung (Spaltung der Muskelhülle)gegeben.Danachistmiteinemvölligen Abklingen der Beschwerdesymptomatik zu rechnen.

Die Wiederaufnahme der sportlichen Belastung ist in der Regel nach vier bis sechs Wochen wieder möglich. Vor der Kompartmentdruckmessung sollte mittels Szintigraphie oder Kernspintomographie eine Ermüdungsfraktur bzw. eine Stressreaktion im Bereich des Unterschenkels ausgeschlossen worden sein.

Unsere Nachuntersuchungen belegen, dass mehr als 80 Prozent der operierten Patienten völlig beschwerdefrei waren und ihr ursprüngliches sportliches Leistungsniveau wieder erreicht hatten. Zur Untersuchung sollte Sportbekleidung (kurze Turnhose und Sportschuhe) mitgebracht werden.

Dr. Theo Steinacker, Leitender Arzt der Sportorthopädie,
Abteilung Sportmedizin, Sportklinik Hellersen /
Alexander Verdonck, Bereich Biokinetik, Abteilung Sportmedizin, Sportklinik Hellersen

Nähere Informationen: Sportklink Hellersen,
Tel-Nr.: 02351/945-2365

SPORTKLINIK HELLERSEN

Quelle: "Wir im Sport", das Magazin des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen

seitenanfang...

Sportkrankenhaus Hellersen informiert - SPORTMEDIZIN - Tipps aus Hellersen: SPORT UND RÜCKEN - Dr. Stefan Nolte


Sportklinik Hellersen informiert
© Sportklinik Hellersen

[06.01.2009] - Was ist eine rückengerechte Sportart? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Natürlich gibt es Sportarten, die "rückengesünder"sind als andere. Jedoch ist immer der Sportler selbst zu sehen. Ist er normalgewichtig, groß oder eher klein, wie alt ist er und vor allem: wie ist sein muskulärer Status, hat er die Sportart von Kindesbeinen an betrieben, etc.?

Die Wirbelsäule ist mehr noch als andere Abschnitte des Bewegungsapparates auf eine - vor allem muskuläre - Stabilisierung angewiesen. Der anatomische Aufbau unserer Wirbelsäule stammt noch aus der Zeit, als wir auf allen Vieren liefen. D. h. einzelne Wirbelsäulenabschnitte sind für bestimmte Bewegungsrichtungen gebaut.

So zeigt die Gelenkstellung der Lendenwirbelsäule, dass diese vor allem Vor- und Rückneigung ermöglicht, sie quasi für Drehungen, also Rotationen, nicht konzipiert wurde. Die Stützkraft der Rumpfmuskulatur muss in diesem Kontext betont werden. Wir sehen immer wieder Sportler, auch im internationalen Spitzenbereich z.B. der Leichtathletik, die teilweise schon deutliche Verschleißveränderungen an der Wirbelsäule haben, trotzdem dort über wenig Probleme klagen. Dies ist ein Indiz dafür, dass eine gut bis sehr gut trainierte Rumpfmuskulatur quasi alle Sportarten ermöglicht.

Schutz der Wirbelsäule

Weiterhin ist die Koordinationsfähigkeit ein wesentlicher Punkt. Wenn technische Sportarten schon von Jugend an gelernt werden, die Koordination des Bewegungsablaufes optimiert ist, ist dies auch als Schutz für die Wirbelsäule aufzufassen und es sind Sportarten "erlaubt", die bei anderen Sportlern eher zurückhaltend betrachtet werden müssten. Aber auch das Alter des Sportlers spielt eine wesentliche Rolle. Ganz normale Alterungsprozesse der Wirbelsäule führen zu Elastizitätsverlust der Bandscheiben, zu Verschleißveränderungen an den kleinen Wirbelgelenken und leider auch zu einem Muskelkraftverlust. Ein nicht trainierender 65-jähriger hat nur noch weniger als 50 % der Muskelkraft eines 30-Jährigen.

Der alterungsbedingte Stabilitätsverlust der Wirbelsäule führt dazu, dass die Muskulatur diese Haltearbeit leisten muss, den Stabilitätsverlust also kompensieren muss. Wenn nun die Muskulatur ihrerseits im Alterungsprozess an Kraft verliert, haben wir hier zwei sich negativ verstärkende Entwicklungen.
Deshalb ist es wichtig, gerade im Alter die Rumpfmuskulatur kräftigend aufzubauen. Gelingt dieses, dann sind selbst nicht so rückengerechte Sportarten durchaus "erlaubt".

Zusammenfassend: Sportarten, bei denen die Wirbelsäule weitgehend gerade gehalten wird, sind im Großen und Ganzen als rückengesund zu bezeichnen. Laufen, Skilanglauf, Nordic walking, auch das Schwimmen (allerdings nicht Delphin und Brustschwimmen wegen Überstreckung der Lendenwirbelsäule). Ebenso ist das Radfahren durchaus in der Lage, die Rückenmuskulatur zu stärken (eine stark vorgebeugte Haltung, z.B. auf dem Rennrad, ist allerdings wegen der Überstreckung des Nackens und möglicher Überlastung der HWS weniger optimal).

Auch Kraftsport unter Anleitung mit orthograd gehaltenem Rücken ist eine rückengesunde Sportart. Dem gegenüber sind drehende und stauchende Sportarten prinzipiell nicht so optimal, wie oben schon angeklungen.

Dr. Stefan Nolte, Chefarzt Konservative -Orthopädie/Wirbelsäulenzentrum

SPORTKLINIK HELLERSEN

Quelle: "Wir im Sport", das Magazin des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen

seitenanfang...



Germanroadraces Landessportbund Berlin