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Sportlicher und gesünder - Dokumentation aus der Sicht eines Arztes - Andreas Müller in der Eßlinger Zeitung

EZ-Citylauf Eßlingen
Foto: © Eßlinger Zeitung Organisation
[16.07.2008] - Immerhin: Trainingsteilnehmer Thomas Epple hat zehn Kilogramm abgenommen, der zu Trainingsbeginn zu hohe Cholesterinwert hat sich normalisiert, der Bluthochdruck existiert nicht mehr.
Esslingen - Sport und speziell Ausdauersport tut dem Körper gut. Das haben die Trainingsteilnehmer des Programmes „Von null auf zehn in 25 Wochen“ am eigenen Leib erfahren. Martin Faehling, Arzt am Klinikum Esslingen, hat die Ergebnisse aus medizinischer Sicht ausgewertet und dokumentiert. Ein Ansporn für alle, die sich schon immer mit dem Gedanken beschäftigt haben, mit sportlichen Aktivitäten zu beginnen.
Zweimal mussten sich die Laufeinsteiger jeweils rund zwei Stunden Zeit nehmen, um sich am Klinikum Esslingen durchchecken zu lassen. Einmal vor Beginn des Trainingsprogrammes, einmal kurz vor dem Start des EZ-City-Laufes um den Sport-Flöss-Pokal. Die Ergebnisse sind eindeutig - die Werte aller Teilnehmer haben sich zum Teil drastisch verbessert. „Die Ergebnisse dieser Gruppe waren die besten, die wir in den vergangenen fünf Jahren ausgewertet haben. Die Trainingsteilnehmer waren alle sehr motiviert“, lobt Faehling, Oberarzt im Fachbereich Kardiologie und Lungenfacharzt am Klinikum Esslingen.
Grundlage waren drei Bereiche. Das Gewicht, die maximale Sauerstoffaufnahme und der Gesamtcholesterinwert. Im Durchschnitt haben die Trainingsteilnehmer in den 25 Wochen über zwei Kilo an Gewicht abgenommen. Dieser Wert mag im ersten Moment nicht besonders auffällig sein. Allerdings: Während des Trainings baut der Körper Fett ab und Muskeln auf - und Muskeln sind schwerer als Fett.
Immerhin: Trainingsteilnehmer Thomas Epple hat zehn Kilogramm abgenommen, der zu Trainingsbeginn zu hohe Cholesterinwert hat sich normalisiert, der Bluthochdruck existiert nicht mehr. „Der Beginn des Trainingsprogramms war der schwierigste Teil. Ständig musste ich eine Entscheidung treffen: Laufe ich oder laufe ich nicht“, erzählt Epple über die Anfänge. Eine Umstellung der Ernährung im Februar tat ein übriges, die ersten Erfolge stellten sich ein. Mitgeholfen hat das persönlich Umfeld, zeigte Verständnis dafür, dass das Familienleben nun mit anderen zeitlichen Vorgaben umgehen muss. „Das ist ein Einschnitt in den gewohnten Lebensrhythmus und muss genau abgesprochen werden“, sagt Epple.
Dafür erntet er nun bewundernde Blicke aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis. „Wo ist dein Bauch geblieben?“
Zum Teil deutliche Verbesserungen gab es auch bei maximalen Sauerstoffaufnahme. Dadurch wird unter anderem das Herz entlastet, dass Herzinfarktrisiko sinkt. Die Trainingsteilnehmer haben weitere Wert notiert. So wurde zum Beispiel die Anzahl der Trainingseinheiten dokumentiert, der Kalorienverbrauch gemessen und die Dauer jeder einzelnen Übungseinheit registriert.
Im Schnitt waren die Lauf-Neulinge in den 25 Wochen 80 Mal unterwegs, was sich zu rund 90 Trainingsstunden summierte. In einem halben Jahr haben sie dabei im Schnitt 35 000 Kalorien verbraucht - das entspricht etwa 64 Tafeln Vollmilchschokolade oder fünf Kilogramm Butter.
Andreas Müller in der Eßlinger Zeitung, Sonnabend, dem 12. Juli 2008
Text aus: www.germanroadraces.de
Sporttote verhindern! Von Dr. Willi Heepe - dem Berliner Marathon-Arzt - Die wichtigste medizinische Sicherung jedoch liegt in der gesundheitlichen Verantwortung eines jeden Sportlers für sich selbst und damit für die Familie.

Dr. Willi Heepe - Arzt und Marathonläufer - der populäre Berliner Marathonarzt und langjähriger Medical Director vom BERLIN-MARATHON UND HALBMARATHON BERLIN
Foto: © privat
[16.07.2008] - Er hat wie kein Anderer zu der großartigen Entwicklung des BERLIN-MARATHON, des HALBMARATHON, des Frauenlaufes, der Staffeln und der vielen anderen Laufangebote in Berlin beigetragen, als auch insbesondere die Informationen (das Berliner Läuferforum gehört dazu), die Aufklärung, das Training, die Prävention und die Heranführung von Anfängern zum Laufsport intensiv betrieben - und das immer ehrenamtlich - neben seiner aufreibenden Praxistätigkeit. Seit 1981 war er in Berlin verantwortlich beim MARATHON mit dabei und hat die medizinische Betreuung der Berliner Läufe zu dem gemacht, was sie heute auszeichnet: Als Medical-Director hat er die erfolgreiche und lückenlose Zusammenarbeit und Koordination mit der Berliner Feuerwehr, den Rettungsdiensten, der Polizei, den Berliner Krankenhäusern und den vielen Ärzte-Kollegen, die er zum Mitmachen überzeugte, initiiert. Er hat nicht nur selbst unzählige Marathonläufe weltweit aktiv bestritten, sondern beim BERLIN-MARATHON war er im Einsatz zusätzlich mit dem Fahrrad, dem Motorrad oder mit dem Babyjogger - mit schlafendem Kind - und Sanitätsmaterial, um direkt dem Läufer vor Ort helfen zu können. Willi Heepe ist als medizinischer Berater bei RUNNERS WORLD und LAUFZEIT im Einsatz. Er wird als sportmedizinische Allzweckwaffe im Radio, im Fernsehen benötigt und ist auch bei Lauf Seminaren tätig.
Bei German Road Races ist Dr. Willi Heepe im Kompetenz-Team Sportmedizin ein wichtiger Berater, siehe die vielen medizinischen Beiträge im Archiv von GRR (www.germanroadraces.de).
Der plötzliche, natürliche Tod im Sport ist immer ein dramatisches Ereignis. Dabei bleibt häufig eine sensationsorientierte mediale Begleitung nicht aus. Dementsprechend wird oft emotional und unsachlich kommentiert. Organisatoren großer Massenveranstaltungen stehen unter dem unausgesprochenen Druck ein solches Ereignis grundsätzlich zu verhindern. Kein Mensch analysiert wie viele Herzinfarkte, auch tödliche, beim Endspiel der Europameisterschaft in Deutschland ausgelöst wurden. Niemand macht sich Gedanken dieses zu verhindern. Der Tod im Sport wird häufig zum Alibi für Unsportlichkeit. Doch ist er vollständig vermeidbar? Ich glaube nicht, aber er ist in einem in hohen Grad minimierbar.
Ca. 1.200 Sporttote (hier sind allerdings Unfälle eingeschlossen) gibt es in Deutschland jährlich. Diese Zahl ist erschreckend und mit Sicherheit zu hoch. Hinsichtlich der plötzlichen Herztode untersuchten verschiedene medizinische Fachleute diese Ereignisse. Die präziseste Analyse kommt aus dem Zentrum der Rechtsmedizin der Universität Frankfurt/Main. Ca. 33.000 Autopsien aus den Jahren 1970 bis 2007 wurden auf plötzliche Todesfälle beim Sport analysiert und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Von 120 Betroffenen (0.36 Prozent der Obduktionen) waren 114 männlich im Alter zwischen 6 und 83 Jahren mit einem Durchschnittsalter von 53 Jahren. Dagegen betraf es nur sechs weibliche Todesfälle mit einem Alter zwischen 15 und 59 Jahren und einem Durchschnittsalter von 38 Jahren.
Die Todesursachen waren deutlich altersabhängig. Bei älteren Sportlern, ab circa 35, überwogen deutlich Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Bei den jüngeren Athleten standen entzündliche Herzerkrankungen oder nicht erkannte und nicht registrierte vor Änderungen des Herzmuskels oder der Herzklappen im Vordergrund. Allerdings sind nicht erkannte Herzrhythmusstörungen mit tödlichem Verlauf in den Autopsien nicht mehr darstellbar. Die Analysen anderer Autoren schwanken in den Zahlen, kommen aber immer zu ähnlichen Ergebnissen.
Was kann, ja, muss die Sportmedizin vermitteln.
Fakt ist, die vorbeugenden und schützenden Wirkungen einer ausgewogenen sportlichen Tätigkeit sind unübertroffen und dokumentieren eine deutlich höhere Lebenserwartung (viereinhalb Jahre) mit hoher Lebensqualität. Der Mensch ist nun einmal ein Bewegungstier. Eine schützende Alternative zur Bewegung gibt es nicht. Aber es ist auch zu beachten: Ein Restrisiko bleibt - Sport ist kein Mittel zur Unsterblichkeit, sondern das einzige Medikament mit gesicherten und dokumentierten präventiven Wirkungen. Aber der Körper des Sportler bedarf - genau wie ein technisches Gerät - der regelmäßigen Wartung. Früh begonnen und in regelmäßigen Abständen durchgeführte sportmedizinische Untersuchungen sind eine hohe Gewähr, Erkrankungen des Herzkreislaufsystems früh zu erkennen, sinnvoll zu behandeln und dadurch einem tödlichen Ereignis vorzubeugen. Bei diesen Untersuchungen kommt der kardiologischen Befundung eine besondere Bedeutung zu. Mit einem sorgfältig abgeleiteten Ruhe- und Belastungs-EKG sowie einer echokardiographischen Untersuchung sind beinahe alle Risiken aufzudecken und tödliche Ereignisse können verhindert werden. In jüngeren Jahren reichen zwei- bis dreijährige Kontrolleintervalle. Ab circa dem 35. bis 40. Lebensjahr sollten diese Kontrolluntersuchungen jährlich erfolgen. Für uns Ärzte in der Sportmedizin ist es immer noch erschreckend, wie viele Aktive bis ins hohe Alter nie einen Arzt aufgesucht haben. Die Antwort ist eigentlich immer die gleiche:
Mir geht es gut, was soll ich bei einem Arzt!
In der Tat vermittelt das euphorische Wohlbefinden unter körperlicher Aktivität ein Gefühl der unendlichen Gesundheit. Dieses Gefühl ist gefährlich, denn die Hochrisikokrankheit Bluthochdruck ist lange ohne Symptome und kündigt sich erst mit einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt an. Ebenso werden Durchblutungsstörungen des Herzens bei Sportlern häufig viel zu spät wahr genommen. In den letzten Jahren haben ich z. B. schwerste Durchblutungsstörungen des Herzens bei langjährig Trainierten nicht über klassische Angina-Pectoris-Symptome. sondern nur über nachlassende Leistung diagnostiziert. Diese Sportler wären alle - sofern diese gefährliche körperliche Situation nicht erkannt worden wäre - klassische Kandidaten für einen vorzeitigen Tod gewesen.
Umdenken ist angesagt.
Es kann nicht Aufgabe der Organisatoren von Laufveranstaltungen sein, mangelnde Selbstverantwortung von Sportlern sowie die Schusslichkeiten mancher Zeitgenossen zu kompensieren. Der medizinische Standard bei derartigen Veranstaltungen in Deutschland ist sehr hoch. So gibt es z. B. beim BERLIN-MARATHON etwa alle 500 Meter (ähnlich beim Stuttgarter Zeitung-Lauf) für den Notfall ein Defibrillator. Das ist Weltspitze. Die wichtigste medizinische Sicherung jedoch liegt in der gesundheitlichen Verantwortung eines jeden Sportlers für sich selbst und damit für die Familie, aber auch für die Sportkollegen und für den Veranstalter. Das muss sich endlich im Denken des einzelnen verankern. Ich bin gegen medizinische Pflicht-(sprich Zwangs-)untersuchungen vor Marathonläufen. Ich bin nicht gegen den Gesundheits-TÜV, dem sich jeder Läufer, jede Läuferin aus eigenem Antrieb unterwerfen sollte. Die meisten Sporttoten sind zu verhindern. Und das Verhindern beginnt in unseren Köpfen. Schaffen wir eine neue Partnerschaft zwischen Sportler und Arzt.
Dr. Willi Heepe
Praxis Westend - Kardiologie, Sport- und Präventivmedizin
Medianzentrum
Spandauer Damm 130
14050 Berlin
Tel.: 030 / 30 11 82 30
Fax: 030 / 30 11 82 33
www.praxis-westend.de
heepe-berlin@t-online.de
Text aus: www.germanroadraces.de
DOSB will Seehofer und Schmidt unterstützen - Sportvereine ideale Partner im Kampf gegen Bewegungsmangel und falsche Ernährung
Mit dem Aktionsplan sollen bis 2020 sichtbare Ergebnisse erreicht werden und Bewegung und Sport in Schulen, Beruf, Verein und Freizeit viel stärker als bisher gefördert werden.
[05.07.2008] - „Endlich erhält die gesundheitliche Vorbeugung den Stellenwert, der ihr schon lange gebührt!“ Der DOSB-Vizepräsident Breitensport/Sportentwicklung Walter Schneeloch hat den von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und dem Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Horst Seehofer, vorgelegten Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten ausdrücklich begrüßt.
„Allerdings kann ein Aktionsplan kein Gesetz ersetzen“, sagte Schneeloch nach der Prüfung des Plans durch den DOSB am Freitag in Frankfurt. „Solange das Präventionsgesetz, das die Basis für eine echte Vorsorge wäre, nicht zustande kommt, ist der Aktionsplan jedoch auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.“ Mit ihm sollen bis 2020 im Kampf gegen Bewegungsmangel und Übergewicht sichtbare Ergebnisse erreicht werden.
Mit dem Aktionsplan sollen bis 2020 sichtbare Ergebnisse erreicht werden und Bewegung und Sport in Schulen, Beruf, Verein und Freizeit viel stärker als bisher gefördert werden. Vor allem Menschen aus sozial schwächeren Schichten und mit Migrationshintergrund, die bisher kaum von Bewegungskampagnen erreicht werden, sollen angesprochen werden. „Auf diesem Gebiet leisten unsere mehr als 90.000 Vereine bereits Beachtliches“, betonte Schneeloch. „Es ergibt Sinn, dass die Arbeit der Vereine hierbei im Aktionsplan ebenso ein Rolle spielen wie das Siegel SPORT PRO GESUNDHEIT, das die Qualität von sportlichen Präventionsangeboten der Vereine absichert.“
Schneeloch forderte die Bundesregierung auf, auch beim weiteren Ausbau des Aktionsplans auf das bundesweite Netzwerk des Sports zurückzugreifen: „Wir werden wird alles in unseren Kräften Stehende tun, um die Bundesregierung mit Vorschlägen und Ideen zu unterstützen.“
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